Seit Jahren lasse ich mir keine Nummer von change entgehen, dem „Magazin der Bertelsmann Stiftung“. Immerhin ist es kostenlos. Man kann sich wohl kaum etwas Kapitalistischeres vorstellen, aber gleichzeitig überkommt einem jedesmal das Gefühl die „Prawda“ der Globalisten zu lesen. Linksliberal bis zum Exzeß.
Es geht hier um einen der größten Medienkonzerne der Welt und diese Medienkonzerne sind in dieser Hinsicht durch die Bank wirklich konsequent. Wohin man schaut Zeitungen, Magazine, Bücher, Fernsehserien, Hollywoodfilme, etc. werden stumpf an den Massen vorbei produziert und fahren nur rote Zahlen ein, weil die linke Ideologie, etwa „Gender“ oder „Black Lives Matter“, wichtiger ist, als jeder Profit. Es sind wirklich Kommunisten! „Kommunisten“, weil sie nicht etwa die Bedürfnisse der Kunden befriedigen, sondern primär das Bewußtsein dieser Kunden verändern wollen.
change bietet mir immer wieder Einblicke in das, was die Elite wirklich mit uns vorhat. Es geht schlicht um die totale Globalisierung, die „offene Gesellschaft“. Es dreht sich alles darum, daß wir unsere „irrationalen Ängste“ gegenüber „der Öffnung“ überwinden sollten. Wie? Durch mehr Wissen!
Das ist natürlich hanebüchener Unsinn. Man denke nur an die Medizin: würden wir alles über das in uns brodelnde Ungemach und die wahrscheinlichen Todesagonien wissen, die uns in nicht allzu ferner Zukunft bevorstehen – wir würden vor Angst vergehen. Hast du mal einen Krebspatienten aus nächster Nähe KREPIEREN sehen?! Gesund ist nur der, der noch nicht gründlich untersucht wurde. Und so in allem: je mehr ich mich über die Weltwirtschaft, den Islam oder etwa die türkische Kultur informiere – desto mehr Angst bekomme ich.
Auf Angstüberwindung durch Wissen kann nur der liberale Charakter kommen, der vollkommen in seinem zerebralen System lebt und keinerlei Zugang zum Reich der Emotionen hat!
In diesem Zusammenhang blitzt in der neuen change für einen Augenblick die Realität jenseits der ideologischen Verblendung auf, als in einem Interview einem nach eigener Aussage „linksliberalen“ Sozialpsychologen, Prof. Dr. Soundso, folgende Frage gestellt wird:
„Offenheit wird begrenzt durch Angst, und Angst entsteht durch Unwissen – müßte nicht mehr für die Bildung getan werden, um die offene Gesellschaft zu stützen?“
Leute, noch mehr?! Seit Anfang der 1970er Jahre habe ich nie etwas anderes gehört als „mehr Bildung“!
Aber zur Antwort von Prof. Dr. Soundso:
Das ist keine Wissensfrage. Wenn sie ressentiment-geladenen Leuten mit Fakten kommen, behaupten die sowieso, die seien gefälscht. Was Menschen für ihre Wirklichkeit halten, ist immer emotional grundiert. Der Umgang mit der Welt ist nicht wissensbasiert. Der hängt ab von den sozialen Beziehungen, die man hat oder haben möchte; von den Wünschen, die man an sich selber hat, wie stark man sich orientieren möchte, welche Pfeiler man dafür braucht. Wissen wird total überbewertet.
Das weist wohl in die richtige Richtung, doch endet in inhaltsleerem Geschwafel. Solche überbezahlten Bertelsmännchen leben von meinem Steuergeld! Bitte das obige Zitat nochmal lesen: „Der Umgang mit der Welt (…) hängt ab von den sozialen Beziehungen, die man hat oder haben möchte; von den Wünschen, die man an sich selber hat, wie stark man sich orientieren möchte, welche Pfeiler man dafür braucht.“
Ohne Kenntnis des Reichschen Konzepts der Panzerung wird die Sozialpsychologie nie auf einen grünen Zweig kommen. Der Umgang mit der Welt hängt ab von der Charakterstruktur!
Die anti-autoritäre Entartung der amerikanischen Colleges
Medizin, die sich an Symptomen orientiert, und Medizin, der es um Heilung geht, im Vergleich
Die mechanistische und die mystische Betrachtungsweise der menschlichen Sexualität
Politik verstehen
Netanjahus Rede: die Ausnahme, die die Regel bestätigt
Es ist wichtig Angst zu erleben
Ersatzkontakt: die Faszination mit dem Bösen
Der Kollaps des amerikanischen Zweiparteiensystems
Kommentare zu „Die mechanistische und die mystische Betrachtungsweise der menschlichen Sexualität”:
Nonnen 2013: Die eigentümliche Reduktion des Menschen auf seine Sexualität wird durch die einseitig theoretisierende Gender Mainstreaming-Ideologie noch verstärkt, Diese begeht den fundamentalen Irrtum, die als entscheidende menschliche Gegebenheit vorliegenden neurophysiologischen Unterschiede in den Gehirnen von Frau und Mann völlig auszuklammern bzw. fälschlicherweise zu behaupten, diese festgelegten Gegebenheiten um– bzw. dekonstruieren zu können. Das jeweilige Gehirn ist das eigentliche „Geschlechtsorgan“.
[Einzelheiten bezüglich unüberbrückbarer Unterschiede in den Gehirnen von Frau und Frau sind in dem Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 3. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2013 nachzulesen]
Robert 2014:
Zu „Politik verstehen“:
Peter 2013: Den mörderischen Selbsthaß der Pseudo-Liberalen, die mittlerweile die gesamte Politik und alle Medien beherrschen, kann man nur ödipal verstehen: das eigene Vaterland wird gehaßt, was bis zum Willen zur Selbstvernichtung geht.
Robert 2013: „Eine weitere Möglichkeit störende Gefühle zu vermeiden, liegt in der Verwendung des Intellekts als Abwehr. Bei dieser Lösung werden alle (auch diejenigen, die es darauf abgesehen haben, die Freiheit der Menschen in der ganzen Welt zu zerstören, wenn sie nur die Möglichkeit dazu hätten) als harmlos oder guten Willens betrachtet. Daher sei Angst vor ihnen und entsprechende Verteidigungsmaßnahmen nicht rational oder nicht erforderlich.“
Dies trifft besonders auf den radikalen Islam zu, der nur selten als das gesehen wird, was er ist.
Claus 2016: Heute Morgen erachtete ein Psychologe im DLF die Angst vor Terror als DAS Problem. Das ist schon unglaublich. Es ist die Haltung des ‚Intellektuellen‘.
Zu „Ersatzkontakt: die Faszination mit dem Bösen“
Robert 2013: Man kann auch sehen, wie die Brutalität in den Filmen immer realistischer und härter wird, während zumindest in den USA erotische Darstellungen immer mehr zensiert werden.
Das könnte ein Zeichen sein, dass die Panzerung stärker wird im Vergleich zu früheren Jahrzehnten, was sicherlich mit der ökonomischen Miserie und der Kriegsideologie des US-Imperialismus zu tun hat, der eher Soldaten statt Liebende benötigt.
O.: Nun sich anzuschauen, was „andere“ haben und wie andere sich lieben, war in den Heimatfilmen nach dem Krieg doch sehr heilsam, insbeondere wenn die unaussprechlichen Kriegszenen allen noch in den Köpfen herumspuken.
Heute das Glück anderer im TV zu sehen kann nur schmwerzen, da man selbst in öknomoischer Misere und mit Angst alles zu verlieren konfrontiert ist. Da ist es besser sich als Bad Guy mit der Wumme in der Hand vorszutellen und mal richtig abzuräumen, dass was man sich nie trauen würde, weil man so artig erzogen wurde.
Ich finde die Filme sehr langweilig, wo das Gute immer am Schluss gewinnt – jeder Film nach dem gleichen Muster, da erfrischt ein überraschendes Ende oder offenens mehr. Wenn es jedoch zu realitisch ist und man weiß, dass das Böse (Mafia, CIA, korruptes FBI) weiterexistieren wird, dann stimmt es auch nicht freudig. Das hat man ja schon vor der Haustüre.
Wer zuviel Fernsehen schaut, verschläft sein Leben.
Zu „Der Kollaps des amerikanischen Zweiparteiensystems“
O. Says: In Amerika wird es nie mehr möglich sein, dass sich die Leute selbst helfen … an fast jedem Arbeitsplatz gibt es Kameras und Mikros (nur nicht auf dem Clo), da sagt keiner mehr was.
Nebenbei bemerkt wird die Abhörtechnik auch hier bald großflächig eingesetzt werden. Die Ersten sind längst installiert und haben einigen Arbeitnehmern sofort den Arbeitsplatz gekostet. PC-Jobs werden längst überwacht und mit entsprechender Software ausgewertet. Sobald nicht mehr getippt oder geklickt wird, werden die Pausen gezählt, damit die langsamsten Mitarbeiter herausgefiltert werden können.
Shinobu Kitayama und Jinkyung Na (University of Michigan) konnten zeigen, daß die unterschiedliche Reaktionsweise von unterschiedlichen Ethnien, hier europäisch-stämmige gegen asiatisch-stämmige Amerikaner, nicht auf bloßen angelernten psychologischen Einstellungen beruhen, sondern im Gehirn sozusagen „fest verdrahtet“, d.h. zu „Biologie“ geworden sind. In orgonomischer Begrifflichkeit handelt es sich um (charakter-) strukturelle Unterschiede.
Konkret ging es um unterschiedliche Reaktionsweisen, die etwas über die Persönlichkeit aussagen (zuvorkommend, feige, egoistisch, etc.). Während Asiaten davon ausgehen, daß diese Verhaltensweisen aus Angst vor gesellschaftlichen Sanktionen erfolgen, und deshalb nichts über den intrinsischen Charakter der jeweiligen Person aussagen, gehen Europäer davon aus, daß diese Handlungsweisen das „Wesen“ der Person zum Ausdruck bringen.
In Die Panzersegmente (Teil 1): Der Augenpanzer habe ich ähnliche Experimente diskutiert, in denen es darum ging, daß Asiaten eher auf die Augen schauen, Europäer eher auf den Mund, um den Gefühlszustand des Gegenübers abzuschätzen.
Wichtig ist zunächst nur eins: daß sich Kulturen in der biophysischen Struktur ihrer Mitglieder verankern, daß es also nicht nur um bloße Psychologie („Angelerntes“) geht, sondern um eine Prägung, die Teil der biophysischen Struktur geworden ist.
Konkret wurde den beiden Probandengruppen ein Film vorgespielt, in der eine Person sich beispielsweise ängstlich verhielt oder mutig verhielt. Danach wurde ihnen ein Photo mit dem Gesicht der betreffenden Person gezeigt und unmittelbar darauf Persönlichkeitszüge, die dem Verhalten der Person diametral widersprachen. Die Gehirnaktivität der Europäer zeigte in Bruchteilen einer Sekunde „Überraschung“ angesichts des Widerspruchs an, während diese Hirnsignale bei den Asiaten ausblieben. Die Europäer hatten also vom gezeigten Verhalten unmittelbar auf die Persönlichkeit geschlossen, während die Asiaten keinerlei Zusammenhang sahen, bzw. es kam ihnen gar nicht erst in den Sinn, daß hier überhaupt auch nur entfernt ein Widerspruch vorliegen könnte.
Diese Forschungsergebnisse zeigen, daß Asiaten eher eine Struktur haben, die auf das Kollektiv bezogen ist. Soziale Kontrolle durch Scham („Gesichtsverlust“): man tut, was von einem erwartet wird – und verhält sich ganz anders, wenn niemand hinschaut. Während Europäer sich selbst kontrollieren und dies auch von anderen erwarten. Kontrolle durch „Gewissensbildung“. Zwei vollkommen unterschiedliche Arten von Menschentieren.
Kurz zusammengefaßt kann man sagen, daß die „Weißen“ individualistisch und in ihrer Beziehung zu anderen berechnend eingestellt sind, die „Gelben“ kollektivistisch und mitfühlend.
Dieser Unterschied zeigt sich auch darin, wie wir uns gegen die ultimative Bedrohung, den Tod verteidigen. Dies konnten die beiden Psychologen Christine Ma-Kellams und Jim Blascovich von der University of California, Santa Barbara zeigen. Während westlich geprägte Menschen das unabhängige, individuelle Selbst hochhalten, nutzen Asiaten angesichts des Todes das Gefühl von Gemeinschaft und Gruppenzugehörigkeit als Angstpuffer. Das zeigt sich daran, daß die ersteren im Bewußtsein der eigenen Sterblichkeit Personen stärker ausgrenzen, die sie nicht zur eigenen Gruppe gehörig empfinden, etwa weil sie ihre Überzeugungen verletzen. Sie konzentrieren sich also auf die Kerngruppe und werden auch gegenüber unschuldigen Opfern „engherziger“. Die eigenen Reihen werden fest geschlossen („Kontraktion“). Östlich geprägte Menschen sehen in Anbetracht ihrer eigenen Sterblichkeit über unerwünschtes Verhalten anderer hinweg, weiten ihre sozialen Bindungen aus und werden entsprechend „weitherziger“ („Expansion“).
Zunächst einmal ist interessant, wie der Kommunismus diese beiden emotionalen Grundstrukturen verändert hat: in Osteuropa wurden die Menschen „kollektivistischer“ und „solidarischer“, während sie in Rotchina unter dem Diktat des „Klassenkampfes“ (der sich bekanntlich auf dem Weg zum Kommunismus immer weiter verschärft: Säuberungen, Kulturrevolution, etc.) auf eine für die übrigen Asiaten erschreckende Weise ruppig und unsolidarisch geworden sind. Mit dem letzteren Phänomen habe ich mich in Die „progressive“ Zerstörung des Lebendigen und der Arbeitsdemokratie beschäftigt.
Kommunisten haben nur ein Ziel: Macht um der Macht willen. Entsprechend werden die Grundlagen der Gesellschaft, letztendlich die bioenergetische Pulsation, zerstört. Im Westen war das selbständige Individuum, das die Tendenz hat andere auszuschließen, Ziel dieser Zerstörung, im Osten der „mitmenschliche Mensch“, der im Zweifelsfall für „die anderen“ offen war. Beide Einstellungen untergraben den „Klassenkampf“!
Das erstere konzentriert sich im Oberbauch, im Solar plexus, und bestimmt unsere „selbstsüchtigen“ Emotionen: alles geht vom bioenergetischen Zentrum nach außen (Lust, Wut, Sehnsucht) oder nach innen (Angst, Trauer). Bleibt dabei aber stets im bioenergetischen Kern zentriert. Alles ist auf diesen bioenergetischen Kern bezogen. Die „emotionale Egozentrik“ des Westens.
Das zweite Energiesystem entspricht unserer Sensorik („Sensation“) und der koordinierten motorischen Antwort. Dieses System kennt als „Schnittstelle zwischen Außen und Innen“ keine wie auch immer geartete „Egozentrik“. Es ist archetypisch im Ameisenhaufen verkörpert, wo das Individuum nichts, das Kollektiv alles ist.
Im Westen ist das erste System mehr betont, im Osten das zweite. In einer idealen Gesellschaft wären beide Systeme ungefähr gleich stark bzw. würde die Betonung je nach Situation wechseln. Die Menschen wären nicht „festgefahren“ auf immer den gleichen Reaktionstyp.
Eine zukünftige ideale Arbeitsdemokratie (das diametrale Gegenteil des Klassenkampfs) könnte man geradezu so definieren, daß die Menschen weder ausgesprochen individualistisch, noch ausgesprochen kollektivistisch wären.
Gegenwärtig sieht es so aus, als würde im Westen der Mensch zunehmend von seinen Sensationen bestimmt werden, während es im Osten umgekehrt immer mehr die Emotionen sind. Aber dies ist kein Weg zu einer „Harmonisierung“, sondern ganz im Gegenteil wird die ohnehin gestörte bioenergetische Pulsation nur noch mehr durcheinandergebracht. Es ist ungefähr so, als würde man einem Amphetaminjunkie Beruhigungsmittel geben. Statt eines energetischen Ausgleichs kommt es zu einem endgültigen Zusammenbruch der Pulsation. Wir haben dann den ständig egoistisch „Solidarität“ einfordernden „Ossi“ und den oben erwähnten heutigen Rotchinesen vor uns, den sowohl die übrigen Asiaten als auch die Westler einfach nur entsetzlich finden.
Die Lösung kann nur in der Auflösung der Panzerung liegen. Die gelingt aber nur, wenn sich die westlichen und östlichen Menschen ihren jeweiligen Ängsten stellen und lernen sie auszuhalten. Der westliche Mensch muß lernen sich seinen Mitmenschen mehr zu öffnen, der östliche Mensch muß lernen mehr Eigenverantwortung zu tragen. Kurz, beide müssen jeweils arbeitsdemokratischer werden.
Die vordringlichste Aufgabe aber wird es sein, „kommunistischen“ Menschenexperimenten jedweder Art ein für allemal Einhalt zu gebieten. Kommunisten sind die gesellschaftliche Entsprechung von quacksalberischen „Körpertherapeuten“, die statt die gesunde Pulsation zu fördern sie immer weiter untergraben. Reich hat das (auf dem Entwicklungsstand des damaligen Orgonomischen Funktionalismus) in Die Massenpsychologie des Faschismus und Die sexuelle Revolution am Beispiel der Sowjetunion im Detail ausgeführt.
Es gibt fünf Grundemotionen. Lust, Wut und Sehnsucht entsprechen einer Expansion, Angst und Trauer einer Kontraktion. Den drei expansiven („produktiven“) Emotionen kann man Liebe, Arbeit und Wissen zuordnen, die die drei Grundlagen der Arbeitsdemokratie sind.
Visionäre Zustände, auf die vermeintliche „Esoteriker“ ihre Systeme aufbauen, sind der Orgonomie nicht neu. Vegetative Erregungen gehen vom Solar plexus aus und streben nach Entladung. Normalerweise äußert sich die Liebe (und zwar ausnahmslos alle Liebe, also nicht nur die sexuelle) in einer Erregung des Genitals. Bei Mystikern wird daraus „göttliche Liebe“, was nichts anderes heißt als sozusagen „genitallose Kastratenliebe“, bzw. Kopfliebe – also überhaupt keine Liebe, sondern Verachtung, im besten Fall Verwirrung.
Einer von Reichs Patienten beschrieb:
In der Brust beginnt sich etwas zu regen, dann schießt es in den Kopf, ich bekomme das Empfinden, als ob mein Kopf zerspringen wollte. Es legt sich wie ein Nebel um meine Augen. Ich kann nicht mehr denken. Ich verliere das Empfinden für das, was um mich vorgeht. Ich drohe zu versinken, mich und alles um mich zu verlieren.
Dazu schreibt Reich: „Solche Zustände traten immer dann auf, wenn eine Erregung das Genitale nicht erreichte und ’nach oben‘ abgelenkt wurde“ (Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 256).
Jene vegetativen Erregungen, die sich als Arbeit entladen (d.h. die Hindernisse für die Liebe aus dem Weg räumen bzw. die Voraussetzungen für die Liebe schaffen wollen), bedienen sich der Muskulatur. Bei Mystikern wird daraus „Arbeit“ an der spirituellen Vervollkommnung des Menschen, d.h. die Hintertreibung jeder aggressiven Lebensbewältigung – also Anti-Arbeit. Man denke nur an all das kontraproduktive Unheil, das die spirituelle Disziplin der „Nächstenliebe“ anrichtet, etwa im Zusammenhang mit der gegenwärtigen „Flüchtlings“-Krise.
Jene vegetative Erregungen, die sich als Streben nach Wissen entladen, gehen in Brust und Arme: es wird versucht die Welt „zu begreifen“. Eindrücke werden gewonnen und verarbeitet, um die Welt „zu entschlüsseln“. Man nehme das Bild eines Hausschlüssels, der in Knetmasse einen „Eindruck“ hinterläßt und anhand dieser Vorlage beliebig vervielfältigt werde kann. In der kotaktlosen Mystik werden (man verzeihe das verquere Bild!) damit Luftschlösser aufgeschlossen, d.h. nichts ergründet, nichts erkannt, nichts zum Leben beigetragen. Es seien nur die absurden Konzepte der Anthroposophie erwähnt. Ganze Gesellschaften beschäftigen sich mit nichts anderem als purem Unsinn.
Die Kultur, der Bereich des Wissens, ist funktionell identisch mit der Fassade, die unter gesunden Verhältnissen getreulich den Kern, den Bereich der genitalen Liebe widerspiegelt. Die Arbeit entspricht der Mittleren Schicht, die für die „Charakterstärke“, d.h. die Durchsetzungsfähigkeit des Kerns (und seiner Fassade) steht.
Durch die Panzerung wird aus Liebe Verachtung, da die Energie zum Kopf hin verlagert wird. Aus Lust wird Frustration. Der Panzer verwandelt Aggression in Destruktion. Aus Arbeit wird Zerstörung, jedenfalls läuft der Mystizismus im Endeffekt immer darauf hinaus. Wissen beruht auf Kontakt, entsprechend führt Kontaktlosigkeit zur Lüge.