Architektur und sexuelle Revolution

16. Oktober 2022

Vor fünf Jahren lieferte ich hier im Blog eine sexualökonomische Erklärung der Wilhelminischen Architektur ab:

Ich rätselte bei einer Fahrradtour durch Hamburg weiter über meine alte Marotte: warum mir die Wilhelminische Architektur so überaus gut gefällt, gerade enthusiasmiert, und warum mich alles derartig anwidert, was in den letzten 100 Jahren gebaut wurde. Ein physischer Widerwille, abgrundtiefer Haß und purer Ekel!

Mein Fehler war bisher, daß ich a la Rudolf Steiner von steinzeitlichen Höhlen ausgegangen bin und daß heute diese natürlichen Formen durch mechanische Formen ersetzt wurden. Doch dieser Ansatz ist nicht zielführend. Man muß Häuser anders betrachten, nämlich frei nach Hans Hass (Energontheorie) als zusätzliches Organ, das funktionell dem Federkleid der Vögel, dem Fell der Säugetiere und der Kleidung der Menschen entspricht.

Das Federkleid eines Pfaus oder eines Enterichs, das überbordende Geweih eines Hirsches oder die imposante Mähne eines muskelbepackten Pavian-Paschas sind vollkommen überflüssiger Schnickschnack ohne jede Funktion. Dieser absurde Luxus der Sexprotze signalisiert nur eins: eine überbordende Gesundheit, eine überschwellende Energie, gutes Erbmaterial. Und genau das signalisierte die verschnörkelte, sich in abstruse Einzelheiten verlierende Architektur des imperialen Deutschlands, das vor wirtschaftlicher Kraft schier barst, warum denn auch die Emotionelle Pest alles tat, um das Deutsche Reich wieder zu zerstören.

Die Architektur unter Kaiser Wilhelm läßt mein Herz höher schlagen, weil sie eine hohe orgonotische Ladung signalisiert, Optimismus und Lebendigkeit. Alles was danach kam, ausnahmslos alles, ist eine Architektur des Niedergangs, des Verfalls, des Todes. Die heutigen Städte sind steingewordene Anorgonie. Ausspuck!

Soweit mein alter Text. Nichts davon nehme ich zurück, außer vielleicht das mit der „wirtschaftlichen Kraft“ als ein entscheidender Faktor. Mir war damals nicht klar, daß die neue Architektur, also die Architektur nach dem Ersten Weltkrieg, rein gar nichts mit ökonomischen Zwängen zu tun hat. Auch dachte ich, zu Wilhelminischen Zeiten sei die Arbeitskraft halt billig gewesen, nach dem Ersten Weltkrieg habe sich das geändert und man mußte schnell und trotz verteuerter Arbeitskraft billig für eine wachsende Bevölkerung bauen. Das ist Unsinn! Die Bauten des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts wurden bereits weitgehend industriell gefertigt. Es gab Fabriken, in denen Steine, vor allem „künstliche Steine“ (Steine aus Kalkmörtel), geschnitten und mit Hilfe von Schablonen gefräst wurden und all die Ornamente und Figuren, sind nicht etwa Produkte von Steinmetzen, sondern wurden massenhaft gefertigt, wie heute all die Statuetten und anderer billiger Firlefanz, den geschmacklose Zeitgenossen in ihre Gärten stellen. Auch Einzelstücke brauchten keinen „Michelangelo“, sondern wurden aus vorgefertigten Versatzstücken schnell zusammengepfuscht.

Warum wurde das, die überbordende Ornamentik, so abrupt aufgegeben und durch brutale Nacktheit ersetzt? Man vergleiche die schlichte Frauenmode der 1920er Jahre mit dem Panzer aus Stoff und Tüll, der die Frauen vor dem Großen Krieg eingehüllt hatte und kaum atmen ließ! Die neue sogenannte „funktionale“ Architektur, mit anderen Worten „nackte Architektur“, beruhte auf keinster Weise auf materiellen Zwängen, sondern war ein Nebenaspekt der sexuellen Revolution, die mit dem Krieg und dem Zusammenbruch der alten Ordnung einherging.

Natürlich waren das keine bewußten Entschlüsse und kein Mensch hat die besagte „Nacktheit“ des Mauerwerks mit Nackedeis assoziiert. Es geht hier um geschichtliche Prozesse, die auf der Entfaltung der Orgonenergie in der Gesellschaft beruhen. Die Menschen wollten endlich frei sein von den alles erstickenden Konventionen. Die sexuelle Revolution endete im Sadomaso-Brutalismus der Pornographie, der sich immer mehr in der fast schon alltäglichen Mode niederschlägt. Der Brutalismus der modernen Stadtarchitektur ist davon nur ein Aspekt.

Offensichtlich sind auch andere auf ähnliche Gedanken gekommen, soweit ich das dem bombastischen Wortgeklingel entnehmen kann.

Sex, Liebe, Abtreibung und Nirwana

15. Oktober 2022

Die sexualökonomische Einheit von Sex und Liebe ist der eigentliche Ausgangspunkt und die Grundlage der Orgonomie. Gepanzerter Sex ist mechanische Spannung und Entspannung, mechanische Aufladung und Entladung. Genitalität ist Spannung, die zur Ladung führt, weiter zur Entladung und Entspannung. Es ist eine bioenergetische Abfolge, die sehr „schüchtern“ und leicht zu stören ist, wie Reich in seinen bioelektrischen Experimenten feststellte. Um sich entfalten zu können, braucht es Zärtlichkeit und das Gefühl von Hingabe und Sicherheit. Das ist es, was wir „Liebe“ nennen. Alles andere ist aus sexualökonomischer Sicht sinnloses Ficken mit einem kalten Penis.

Für mich ist die Abtreibungsfrage das perfekte Beispiel für die Emotionelle Pest: Der Konservative kann seinen stets zutiefst sexualfeindlichen Haß auf das Leben ausdrücken, indem er beispielsweise die Liebe unter Jugendlichen mit der Angst vor Schwangerschaft vergiftet, und parallel kann der Liberale seinen tiefen Haß auf die genitale Liebe ausdrücken, indem er millionenfach Menschenopfer („Abtreibungen“) durchführt bzw. propagiert. Es ist alles wie eine Wiederholung des Alten Testaments mit den „konservativen“ Juden gegen die „liberalen“ Heiden, Jahwe gegen Moloch. In diesem Szenario ist Reich so etwas wie die Wiederkunft Jesu, die über die Dichotomie von Pharisäern (Konservativen) und Römern (Progressiven) hinausweist.

Mittlerweile triumphiert der Teufel, der will, daß gar nichts ist. Das Ziel der Linken ist gar nicht mehr „sexuelle Freiheit“, vielmehr ist für sie „sexuelle Selbstbestimmung“ heutzutage nichts anderes ist als Freiheit von Sex. Das wird erreicht durch (a) die Entfremdung der Frauen von ihren angeblichen Unterdrückern (Männern), (b) durch Gender Mainstreaming, d.h. die Auslöschung der Polarität Mann-Frau, und durch die Trans-Bewegung (Genitalverstümmelung durch Hormonblocker und Skalpell), was logischerweise im (c) Transhumanismus, d.h. die Auslöschung des lebendigen Lebens selbst mündet. Es handelt sich um eine Art Neo-Buddhismus: das Ziel ist das Erreichen des „Nirwana“.

In der traditionellen indischen Gesellschaft gab und gibt es noch heute eine Kaste von männlichen Transsexuellen. Wenn sie die von ihrem Guru vorgenommene Amputation von Penis und Hoden überleben, nennen sie den dergestalt erreichten Zustand „Nirwana“! Liberale wollen das Nirwana erreichen – und es ist kein Zufall, daß fast alle Liberalen Buddhisten sind. Es geht um Entladung und Entspannung – das, was Freud als „Todestrieb“ bezeichnete und Reich mit dem DOR verband. Es soll endlich Ruhe sein!

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 13. Der Christusmord nach Johannes / Das Miasma der Wüste

14. Oktober 2022

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 13. Der Christusmord nach Johannes / Das Miasma der Wüste

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 24)

13. Oktober 2022

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

In einer Vorbemerkung zur Neuherausgabe von Russel Kirk: The Conservative Mind. From Burke to Eliot, Washington, D.C.: Regnery Publishing, Inc., 1995 schreibt der Verleger:

Die Wirkung von The Conservative Mind, als es 1953 zum ersten Mal erschien, ist heute kaum noch vorstellbar. Nach der langen Vorherrschaft des Liberalismus mit seiner Verherrlichung des „kleinen Mannes“, seinem Glauben an mechanistische politische Lösungen für alle menschlichen Probleme, seiner Ablehnung der tragischen und heroischen Aspekte des Lebens und der nicht gerade inspirierenden Prosa, in der seine Ideen gewöhnlich zu Papier gebracht werden, nach all dem, ich wiederhole, wirkten folgende Gefühlsäußerungen wie Regen nach einer langen Dürre: „die ungekaufte Gnade des Lebens“, die „ewige Kette des Rechts und der Pflicht, die Großes und Verborgenes, Lebendes und Totes verbindet“, eine Auffassung von Politik als „die Kunst, die Gerechtigkeit, die über der Natur steht, zu begreifen und anzuwenden“. (S. vi)

Das Buch wurde allgemein enthusiastisch aufgenommen, mit ein paar Ausnahmen.

Vor allem die eingefleischten Liberalen in der Wissenschaft waren nicht bereit, Kirk irgendetwas zuzugestehen. [Der bekannte Freud-Biograph] Peter Gay von der Columbia University beendete beispielsweise seine Rezension im Political Science Quarterly (Dezember 1953) mit der Feststellung: „Indem er versucht hat, Lionel Trillings Position zu widerlegen (daß amerikanische Konservative keine Philosophie haben und sich nur ‚in Aktionen oder reizbaren mentalen Gesten‘ ausdrücken), hat Kirk sie nur bestätigt.“ (S. viii).

Das ganze wird erhellend, wenn man an Reichs „Angriff“ auf den „kleinen Mann“ und seine Prosa denkt – und die Verachtung, die Peter Gay dem Autor Kirk entgegenbringt. Sicherlich liegt hier, in Gays „liberaler“ Grundhaltung, einer der Gründe dafür, daß er Reich so auffällig in seiner Freud-Biographie übergeht. Reich war ihm wohl einfach „zu dumm“ und „un-Freudianisch“ – ich verweise zurück auf Teil 23.

Betrachten wir einen mitteleuropäischen Konservativen, den Habsburg-Fan Erik Kuehnelt-Leddihn. Das besondere an ihm ist, daß er den durch und durch faschistischen Charakter der liberalen Demokratie bloßlegt. Etwa die genauso hoch-demokratische wie viehische Vertreibung der Sudetendeutschen (und der überlebenden deutschsprachigen Juden!). Auch auf kleinster Ebene: etwa das, was man hochbegabten oder spezialbegabten Kindern antut. – Bis ins äußerste zuendegedacht landet man mit Erik Kuehnelt-Leddihn wohl nicht gerade bei Stirner, aber doch bei einer Art „Stirnerianismus“.

Alles wird von den Demokraten, dieser Bande von Kleinen Männern, plattgemacht und eingeebnet. Hitler hat in der Rede über Abessinien, die Reich so gefiel, ja auch manches an den Demokratien bloßgelegt. Aber dem anti-völkischen Erik Kuehnelt-Leddihn zufolge war Hitler auch nur ein gottverfluchter Demokrat. Kuehnelt-Leddihns bringt nur abgrundtiefe Verachtung für alle Kollektivisten von Links bis „Rechts“ auf – für den „modernen Menschen, diesem Kollektivknirps“. „Daher auch das laute Geschwätz von ‚Pluralismus‘: man redet immer über das, was man nicht hat“ (Kuehnelt-Leddihn: Austria Infelix, Wien 1983, S. 80).

Ich habe mich in Kuehnelt-Leddihn verliebt. Zum Beispiel Sätze wie: „Wenn heute der Mann auf der Straße eine Meinung äußern soll, weiß man sofort, welche Klischees er von sich geben wird. Ideen, Gedanken, ja selbst Gefühle werden dem Auge und dem Ohr in kleinster Auswahl von der Stange als Intellektualkonfektion geliefert … und selten kritisch geprüft“ (ebd., S. 15). Sowas paßt sowas von gut zu Stirner. Doch „Reichianer“ werden nur die Nase rümpfen, weil Kuehnelt-Leddihn gegen Abtreibung war oder etwa für Rhodesien – merken aber gar nicht, daß sie genau so funktionieren, wie der besagte „Mann auf der Straße“, der „Kleine Mann“ Reichs.

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 13. Der Christusmord nach Johannes / Die emotionale Wüste

12. Oktober 2022

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 13. Der Christusmord nach Johannes / Die emotionale Wüste

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 23)

11. Oktober 2022

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Wie unterscheidet sich die Reaktion der „Konservativen“ von der der „Progressiven“ auf Stirner? Die ersteren weichen stets ins Religiöse und „Kosmische“ aus, die letzteren ins „Menschliche“. Das „Menschliche“ ist von keinerlei Interesse, da es, wie nicht zuletzt Stirner gezeigt hat, doch nur transformierte Religion ist. Das „Kosmische“ ist weitaus interessanter, da – Reich diesen Weg beschritten hat.

Daß ein Aufklärer, bzw. ein „Aufklärer“, wie Freud ein frommer Mann ist und deshalb eine Privatinquisition gegen Reich mobilisiert, finde ich nicht sonderlich spannend. Wichtiger ist mir, daß, wie Reich später zugab, Freud „im Rahmen der Schweinerei“ recht hatte und daß Freud seinerseits Reich untergründige heimliche religiöse Anwandlungen („ozeanische Gefühle“, „Naturromantik“) und damit Verrat an der Aufklärung vorhielt: Reich sei der „Fromme“!

Freud sah ausgerechnet da tiefer, wo er Reichs „Stirner-Projekt“ (die damalige Sexualökonomie) angriff. Und Reich hatte seinerseits gegenüber Freud ausgerechnet da recht, wo Freud die Aufklärung gegen Reichs „ozeanische Gefühle“, „Naturromantik“, „Träumereien von matriarchalen Paradiesen“ hochhielt, den Freud des Todestriebes und „schwachen Ich“, das seine Abwehr (Zucht und Ordnung) gegen die destruktiven atavistischen überstarken Triebe aufrichten muß.

Der reife, der „orgonomische“, Reich war schließlich in der Lage, sein „Stirner-Projekt“ eingebettet in ein besseres Verständnis der gesellschaftlichen und biologischen Zusammenhänge wirklich erfolgversprechend in die Wege zu leiten.

Das folgende Reich-Zitat zeigt sehr schön, wie Reichs „Stirner-Projekt“ organisch in sein „Orgon-Projekt“ überging:

Zu diesen [orgonomischen] Ergebnissen gelangte ich durch Anwendung der soziologischen Untersuchungsmethode, die mich lehrte zu sehen, daß der [Über-Ich produzierende] erzieherische Einfluß auf die biologischen Funktionen des Körpers von größter Bedeutung für die Entstehung von Krankheiten im autonomen Lebensapparat ist. (American Odyssey, S. 97)

Die Gegenspieler LaMettries (Diderot, Voltaire, Rousseau), Stirners (Marx und Nietzsche) und Reichs (Freud, Fromm, Marcuse und Foucault) machten Geschichte, weil sie mit ihrer Aufklärung, die sich eben nicht komplett von „LSR“ (LaMettrie, Stirner, Reich) unterschied, einerseits näher am Mainstream standen als das Original, gleichzeitig aber doch einen schwachen Abglanz der „LSR-Wahrheit“ darstellten: diese Kombination ist werbetechnisch unschlagbar. Was man etwa an Nietzsche sieht, wenn man ihn einerseits mit den mittlerweile vergessenen damaligen Schulphilosophen und andererseits mit Stirner vergleicht.

Ein bißchen Bewegung, ein bißchen Aufklärung, ein klein wenig Fortschritt, viele Unfälle – aber keine finale Katastrophe. Reich (der dritte von LSR) meinte jedenfalls schließlich (kein Zitat): „Nur gut, daß ich mich nicht mit meiner radikalen Position durchgesetzt habe. Schlimm genug, was diese idiotischen Plagiatoren angerichtet haben!“

Für mich fällt das unter die Kategorie (kein Zitat): „Ich (Reich) habe das System hinter der Schweinerei durchschaut. Ich weiß, nicht nur, warum ich nicht siegen konnte, ich weiß auch, warum ich nicht siegen durfte – und deshalb werde ich, aus historischer Perspektive, derjenige sein, der als einziger eine Chance hat doch noch zu siegen!“

Siehe dazu Reichs Notiz vom 18. Januar 1943:

Die praktische Anwendung des Prinzips ist schwierig. Man möchte es gerne einfach haben und verfehlt damit das Ziel. Die Wirklichkeit ist unendlich viel komplizierter als das Prinzip selbst. Sie verwirrt das Prinzip, scheint es oft zu widerlegen, ist eigentlich unvollkommen, erfordert neue Errungenschaften und Korrekturen. Aber wenn man das Prinzip aus den Augen verliert, dann gibt es keine Möglichkeit, es zu aktualisieren und zu korrigieren. (American Odyssey, S. 174)

Kleine Anmerkung zu Diderot: wiederholt hat Freud darauf hingewiesen, daß bereits Diderot auf die Ödipuskonstellation hingewiesen hat (Thomas Köhler: Das Werk von Sigmund Freud, Lengerich 2000, S. 402). Und was hatte Diderot, der Gegenspieler LaMettries, geschrieben?

Wenn der kleine Wilde sich selbst überlassen würde, wenn er seine ganze Unvernunft behielte und wenn er mit der geringen Vernunft des Kleinkindes die Gewalt der Leidenschaften des Mannes von dreißig Jahren vereinigte, würde er seinem Vater den Hals umdrehen und mit seiner Mutter schlafen.

Das, diese Verachtung Diderots für die Natur, begeisterte Freud! Die kleinen Wilden mußten gebändigt werden! Und genau darum haßte Freud Reich mit einem unbedingten Vernichtungswillen, haßte Marx Stirner und haßte Diderot LaMettrie!

Peter und Wladimir (Teil 2)

10. Oktober 2022

Charles Konia nennt die Politik, d.h. die Kunst, einen Staat zu lenken, „eine Kernfunktion“, während die Gesellschaftspolitik (die Kunst, die Massen zu manipulieren) „eine pathologische Funktion“ sei, die zum Bereich der sekundären Schicht gehört (Cluessless, S. 125). Das erinnert mich an die Unterscheidung von Peter Crist zwischen der rationalen „mittleren Schicht“ (seine Impulse kontrollieren, wenn die Situation unangemessen ist, „Charakter zeigen“) und der irrationalen sekundären Schicht (seine Impulse ausleben, besonders wenn sie unangemessen und destruktiv sind, ein pathologischer Charakter sein) (P.A. Crist: Nature, Character, and Personality. The Journal of Orgonomy 27(1):48-60, 1993).

Der Westen ist völlig von der Politik zur Gesellschaftspolitik und von der maßvollen Zurückhaltung zum woken Aktivismus übergewechselt. Besonders deutlich wird dies beim Krieg in der Ukraine. Während Putin russische Politik und militärische Intervention betreibt, wie es alle Imperien seit der Zeit des Römischen Reiches und sogar davor getan haben, und Zurückhaltung zeigt, wie es die Römer taten, als sie entschieden, daß die Schotten und die Germanen den Aufwand nicht wert waren, frönt der Westen einem wilden, völlig unangebrachten (Pseudo-) Moralismus und militärischem Über-das-Ziel-hinausschießen, indem er die Ukrainer mit Waffen und Geldern überschüttet und ganz offen davon träumt, Rußland endgültig zu vernichten bzw. in seine Teilregionen zu zerstückeln – was selbstverständlich für Frieden und Prosperität in der Region sorgen wird und natürlich kein atomares Armageddon provozieren könnte…

Der Krieg in der Ukraine ist ein weiterer Ausdruck des vollständigen Zerfalls der antiautoritären Gesellschaft, ihrer fast schon psychotischen Dekompensation. Sie kann als Ganzes nicht mehr rational funktionieren, genauso wie die zunehmend verpeilteren Individuen in ihr. Beispiele sind der ganz offene Rassismus, dem Russen nicht nur in den staatlich kontrollieren „freien“ Medien, sondern nunmehr sogar im Alltag durch den letzten Abschaum ausgesetzt sind, und die vollkommen deplazierte und wirklich SCHWACHSINNIGE und abgrundtief kontraproduktive Opferbereitschaft, die gegenüber den Ukrainern signalisiert wird. Ein Kindergarten voller verzogener und bösartiger Balgen – und ich komme immer mehr zur Überzeugung, daß Wladimir der einzige Erwachsene weit und breit ist.

Peter und Wladimir

9. Oktober 2022

Rußland wurde zwischen 1917 und 1990 durch den von Lenin, Trotzki und Stalin eingeführten westlichen Pseudoliberalismus in Form der deutschen Sozialdemokratie, aus der später auch der Nationalsozialismus hervorging, fast vollständig zerstört. Nach dem Untergang der Sowjetunion folgte ein neuer Ansturm westlicher pseudoliberaler Verrücktheiten auf Rußland unter dem Deckmantel der „liberalen Demokratie“ bis etwa zum Jahr 2000. Seitdem versucht Rußland verzweifelt, wieder zu seinen Wurzeln als unabhängige einmalige Zivilisation zurückzufinden, wie es Solschenizyn, der kurz vor seinem Tod Putin seinen Segen gab, vorschwebte.

Da Rußland sich weigert sich mit all dem aktuellen „woken Liberalismus“ weiter zu „verwestlichen“, ist es nunmehr ständigen Angriffen westlicher Mächte ausgesetzt, die sich zynisch die Paranoia und die Rachegelüste der einst von den Russen unterdrückten Völker zunutze machen. Jede defensive Handlung Rußlands wird vom Westen als Ausbruch des roten oder schwarzen Faschismus verteufelt, je nachdem, wie es der westlichen Propaganda gerade ins Narrativ paßt.

Ja, ist denn nicht die Ukraine der Hort der Menschenrechte? Man kann hier nachlesen, daß in der Ukraine, mit kaum verhohlener westlicher Unterstützung, gegen „Verräter“ Todeslisten geführt werden und Todesschwadrone wüten. Die Ukraine ist ein faschistisches Höllenloch! Mittlerweile benutzt die ukrainische Junta sogar Selbstmordattentäter wie ISIS! Ja, hat denn nicht Putin völkerrechtswidrig die Ukraine angegriffen und damit den Frieden in Europa zerstört? Hinter dem, was uns die Medien und „Experten“ vorspiegeln, verbirgt sich die Emotionelle Pest in Gestalt des Pseudoliberalismus und sein Streben nach der Weltherrschaft. Gemäß ihrer subversiven kommunistischen Charakterstruktur gehen die Pseudoliberalen heimlich und im Stillen vor durch Einsatz ihres Intellekts, der, anders als beim Liberalen, nicht etwa der Abwehr, sondern ganz im Gegenteil der Durchsetzung ihrer mörderischen perversen sekundären Triebe dient. Dieser Intellekt, als für die Massen undurchschaubarer Ausdruck der sekundären Triebe, untergräbt wie ein Maulwurf systematisch die Grundlagen des menschlichen Zusammenlebens weltweit.

Entsprechend müssen wir sehen, was sich hinter dem „Offensichtlichen“ verbirgt. Konkret spreche ich von „verdeckter Aggression“. Man stelle sich das Szenario vor, bei dem ein Mann ins Gefängnis geworfen wird, weil er seine Frau so heftig geschlagen hat, daß er ihr die Wangenknochen gebrochen hat, so daß sie in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses eingeliefert werden mußte. Ein klassischer Fall eines gewalttätigen selbstherrlichen Tyrannen, dem Einhalt geboten werden muß. Aber was, wenn sich hinter dem, was man sieht, etwas ganz anderes, geradezu das Gegenteil verbirgt? Seine Frau hat ihn jahrelang heimlich provoziert, um dieses Ergebnis zu erreichen, das ihr von allen Seiten Zuspruch und Unterstützung, eine günstige Scheidung, lebenslangen Unterhalt, das Haus, das Sorgerecht für die Kinder und süße Rache beschert. Sie ist die Pest, während ihr Mann das eigentliche Opfer darstellt. Genau das spielte sich seit 2014 in der Ukraine im Verhältnis zu Rußland ab.

Hinzu kommen natürlich die geostrategischen Interessen des Schwarzen Faschismus in Gestalt der Chefs der amerikanischen Konzerne, denen die Medien und die Politiker in den USA gehören. Europa, insbesondere aber Deutschland, soll vom rohstoffreichen Rußland abgeschnitten werden (die 200 Millionen Dollar pro Schiffsladung verflüssigten Erdgases stecken die USA lieber in die eigene Tasche!) und natürlich soll die „neue Seidenstraße“, die China mit Deutschland verbinden soll, von vornherein gekappt werden. Ich kann nur immer wieder auf meine langen Ausführungen über Deutschland als Opfer der Emotionellen Pest verweisen.

Im Moment lebt der Westen in einer Phantasiewelt, in der man der eigenen cartoon-haften Propaganda glaubt (Putin wird bald von den Russen selbst gestürzt, Rußland verliert an Boden, Putin ist ein verrückter Irrer, schlimmer als Hitler etc.pp.), aber tatsächlich ist es Washington, das vor einem Scherbenhaufen steht, zutiefst verunsichert und verängstigt ist, weil im Weißen Haus ein VOLLIDIOT sitzt, die Spritpreise und die Inflation und die inneren Konflikte in Amerika außer Kontrolle geraten und seine Verbündeten in Europa im Winter schlichtweg kollabieren werden: Deutsche und auch britische Industrie praktisch ausgelöscht, tatsächlicher Hunger (bis zum Verhungern!) und Erfrieren, ein ganz Europa umfassender Stromausfall, usw. Das westliche Finanzsystem im freien Fall. Die Ukraine ist bereits seit Monaten für immer verloren, Hunderte von Milliarden wurden vergeblich ausgegeben, Hunderttausende (sic!) von ukrainischen jungen Männern sind vergeblich gestorben, eine ganze Generation ist sinnlos gefallen (auf einen Russen zehn Ukrainer!). Nichts von alledem erwartet Rußland.

Man vergesse nicht den Beginn des Krieges, als Rußland Kiew angriff. Die Ukraine schickte alle ihre Truppen Richtung Hauptstadt, um die Regierung zu retten, während dieser russische Angriff in Wirklichkeit nur vorgetäuscht war und Rußland in der Zwischenzeit den Osten ohne jede Anstrengung einnahm. Der Krieg war schon damals verloren, ungeachtet allen ukrainischen Heldentums danach. Der Westen als ganzes hat den Krieg bereits verloren. Deshalb all die Hysterie in Washington über ein nukleares Armageddon und all die Hysterie immer mehr Milliarden und Waffen in die Ukraine zu schicken – die in Schweizer Nummernkonten und auf dem Schwarzmarkt landen… Genau diese Finanzmittel und Waffen werden in den Händen von Terrororganisationen landen und Europa in ein blutiges Schlachtfeld à la ISIS verwandeln. Dank des lobotomierten Biden und der noch größeren Schwachköpfe, die an seinen Fäden ziehen, haben die USA den Dritten Weltkrieg bereits jetzt verloren. Die europäischen Verbündeten sind wandelnde Tote und China kontrolliert große Teile der amerikanischen Gesellschaft, angefangen bei Hollywood und der akademischen Welt. Die industrielle Basis Amerikas wurde nach China ausgelagert. Alle wichtigen seltenen Mineralien und technischen Komponenten, die für die Kriegsproduktion notwendig sind, werden in China abgebaut bzw. produziert, im KOMMUNISTISCHEN CHINA. In der Zwischenzeit wird der US-Dollar wertlos, weil die moderne Wirtschaftstheorie, die von einigen pseudoliberalen Ökonomen ausgeheckt wurde, die nie in der realen Welt gearbeitet haben, besagt, daß man so viel Geld drucken kann, wie man will – während Rußland den Goldstandard einführt. Die Vereinigten Staaten sind ein Kartenhaus, regiert von Biden und woken Generälen, die alle von Obama eingesetzt wurden!

Wie der Orgonom Dr. Peter Crist schon vor 20 Jahren sagte: Amerika befindet sich in einem Zustand gefährlicher bioenergetischer Überexpansion, wie im Drogenrausch, die es ahnungslos und wahnhaft macht. 9/11 war ein Weckruf, aber stattdessen wurde alles nur noch schlimmer. Ganze Armeen könnten über die Südgrenze in die USA einreisen, und die Bundesbehörden würden sie durchfüttern und in das Sozialversicherungssystem einfügen, solange sie nicht blauäugig und blond sind.

Ging es nicht darum, die Ukraine zu unterstützen, um Rußland zu schwächen? Das Ergebnis ist, daß die militärischen Lagerbestände der gesamten NATO einen kritischen Tiefstand erreicht haben, da alles in die Ukraine geschickt wurde. Die NATO steht praktisch nackt da und ist verwundbar wie nie zuvor! Deutschland hat gegenwärtig Munition für vielleicht ein, höchstens zwei Tage Krieg! Amerikas militärische Lage ist verzweifelt, da die Menge bestimmter Spezialmunition für die Artillerie, die in den USA in einem Jahr produziert wird, von den ukrainischen Streitkräften in zwei Wochen ohne Sinn und Verstand verfeuert wird! Wenn das so weitergeht, ist Amerika waffenlos, wehrlos, erledigt! Es dauert nämlich Monate, um von der Produktion in Friedenszeiten, die vernachlässigbar ist, zur Kriegsproduktion überzugehen. Naheliegenderweise braucht eine Armee in Friedenszeiten nämlich keine neue Munition bzw. nur minimale Mengen, weil alles auf Vorrat produziert wurde. Die USA haben einen Militärhaushalt von 700 Milliarden Dollar pro Jahr, aber in den letzten sieben Monaten wurden bereits 100 Milliarden für die Ukraine ausgegeben (fast alles in militärischer Ausrüstung, die amerikanischen Einheiten entwendet wurde). Währenddessen hat Rußland fast nichts verbraucht außer Schrottpanzer, die eh vor der Ausmusterung standen! Wenn jetzt China die USA angreifen würde, gäbe es kaum noch genug Munition, um lang genug zur notwenigen Mobilisierung des Landes durchzuhalten!

Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich haben ihre Streitkräfte auf vielleicht 20% der Fähigkeiten reduziert, die sie beim Ende des Kalten Krieges hatten. Es gibt keine Kriegsreserve. Hinzu kommt, daß Westeuropa keine Energie hat, die Fabriken geschlossen werden und Stromausfälle jede militärische Aktion unmöglich machen werden.

So, und jetzt lese man bitte die SCHWACHSINNIGE Propaganda in den westlichen Medien über den weisen Mann in Washington, die triumphierende Ukraine, das für immer ruinierte Rußland und den verzweifelten „Putler“!

Ist Peter ein nihilistischer Schwarzmaler? Keineswegs! Entweder überlebt Rußland oder die Menschheit ist dem Untergang geweiht, versklavt von den bösen Kräften, die heute die Ukraine kontrollieren. All der degenerierte DOR-Abfall, mit dem der Westen das Gefüge der menschlichen Gesellschaft bis hinab auf die grundlegendste biologische Ebene untergräbt – vom Transgenderismus bis zum Transhumanismus.

Über den Zusammenbruch des amerikanischen Zweiparteiensystems

8. Oktober 2022

Über den Zusammenbruch des amerikanischen Zweiparteiensystems

Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 22)

7. Oktober 2022

[Diese Reihe soll zur Auseinandersetzung mit Bernd A. Laskas LSR-Projekt animieren.]

Der Kern der antiautoritären, d.h. letztendlich antigöttlichen oder vielmehr gott-tötenden, satanistischen Gesellschaft ist der Panpsychismus, wie ihn etwa Leon Southgate weitgehend vertritt. Alles ist Psyche, Bewußtsein, alles ist letztendlich du selbst. Das ganze kann man am besten vielleicht mit L. Ron Hubbards Scientology erklären, die letztendlich von Aleister Crowley inspiriert wurde. Die gesamte materielle und energetische Realität ist bloßer Ausfluß der „Thetane“, die sprachlich nicht von ungefähr an „Satane“ erinnern. Dieses Universum ist ein Spiel von Geistwesen, den besagten Thetanen, die sich irgendwann mal auf Spielregeln geeinigt haben. Der Clou dabei ist, daß Thetane nicht nur materielle Dinge postulieren und dergestalt erzeugen können, sondern auch andere Thetane postulieren und dergestalt Thetane erzeugen können, was logisch dazu führt, daß es einen Urthetan gegeben haben muß. Ja, L. Ron Hubbard!

Auf diesen Wahnsinn, diese ultimative Rebellion gegen Gott, an dessen Stelle man tritt, läßt sich jedwede Ausprägung des Panpsychismus reduzieren. Die Welt gesehen mit den magischen Augen des verzogenen „antiautoritären“ Kindes. Auf diesen Wahnsinn läßt sich letztendlich der Trotzkismus, Stalinismus, Maoismus, Rudi-Dutschkeismus etc. zurückführen. Scheiß auf die Wirklichkeit, wir deichseln das schon irgendwie – ICH deichsle das irgendwie, sei das nun die Reorganisierung der Gesellschaft aus der hohlen Hand bei Maos Großem Sprung oder die gegenwärtigen Kindereien der Grünen! Bei den strunzdummen Anhängern des vermeintlich „esoterischen“ New Age „bestellt man etwas beim Universum“. Es ist die geisteskranke Version des „Stirner“, der uns doch ganz im Gegenteil von Gespenstern, den Wahngebilden, die uns versklaven, befreien wollte.

Was ich hier sagen will, hat Charles Konia wie folgt ausgedrückt: „Die Transformation [zur antiautoritären Gesellschaft] war nicht das Ergebnis eines einzigen Ereignisses und geschah nicht über Nacht. Er vollzog sich in Wellen und seine Ursprünge lassen sich über einen Zeitraum von mehreren Jahrhunderten zurückverfolgen. Seine jüngeren Ursprünge liegen in der Schwächung der weltlichen Macht der katholischen Kirche, die auf die protestantische Reformation zurückgeht. Sie wurde von Dostojewskis erschreckender Prophezeiung aus den 1870er Jahren dramatisch vorausgesagt: ‚Wenn Gott tot ist, ist alles möglich.‘“ Wozu Konia anfügt: „Das ist das Mantra unserer antiautoritären Zivilisation, mit linken Progressiven als deren Vorhut. Dostojewskis Prophezeiung hat sich durch die Moral der politischen Korrektheit erfüllt“ (Clueless, S. 62f).

„Wenn Gott tot ist, ist alles möglich“ könnte man auch auf den Kopf bzw. die Füße stellen: „Wenn alles möglich ist, dann ist Gott tot.“ Das ist der nihilistische Kern des so populären „positiven Denkens“, dem „Bestellen beim Universum“, d.h. dem magischen, d.h. satanischen Denken: „Meine Gedanken erzeugen die Wirklichkeit“. Es ist die mystische Essenz des Antiautoritarismus und das ultimative Nein zu Liebe und Sex.