24. Un-Umkehrbarkeit
Posts Tagged ‘Hans Hass’
Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 21
21. Juni 2019Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 15
30. April 2019Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 14
25. April 2019Hilfe, ich sehe überall UFOs! (Eine Ergänzung zum gestrigen Blogeintrag)
1. August 2018Alien Hunter, wo man außerirdische Lebensaktivitäten auf offiziellen NASA-Photos der Mondoberfläche ausmachen soll, hat den fatalen Einfluß auf mich, daß ich plötzlich überall Zusammenhänge ausmache, die gar nicht vorhanden sind. Hat man erst einmal seinen Geist darauf trainiert, aus jedem Muster, das man zu erkennen glaubt, welterschütternde Schlußfolgerungen zu ziehen, ist nichts mehr vor einem sicher. Beispielsweise sehe ich, wenn ich zum Himmel schaue, gigantische Raumschiffe, die sich in den Wolkenformationen verstecken bzw. hinter den Wolkenformationen stecken. Das ist eine der Gefährdungen des orgonomischen Funktionalismus; man sieht Muster, wo keine sind. Teilweise gemahnt das an die Wahrnehmung des Schizophrenen in einer psychotischen Phase! „Das ist doch kein Zufall, daß wir uns hier begegnen!“ „Hä??!“ – Paranoiker akzeptieren schlichtweg keine Zufälle, also keine sozusagen „Musterlosigkeit“.
Reich selbst wird oft eine paranoide Schizophrenie angedichtet, weil er „überall“ eine kommunistische Verschwörung sah, im Zusammenhang mit seinen „Raumkanonen“ die US-Luftwaffe und das Weiße Haus als heimliche Verbündete betrachtete und gegen treue Mitarbeiter zunehmend mißtrauischer wurde. Zunächst einmal hängt alles von der Einschätzung ab, die man von „Moskau“ und generell der sozialistischen Bewegung hat, davon, ob es UFOs wirklich gibt, davon wie man Reichs Mitarbeiter bewertet, etc. Vor allem zeigt sich hier aber die inhärente Gefahr des unvoreingenommenen Suchens nach gemeinsamen Funktionsprinzipien, also die Gefahr, die im orgonomischen Funktionalismus lauert. Von daher sollte man nochmals Reichs ausführliche Beschreibung eines Falls von paranoider Schizophrenie in Charakteranalyse durcharbeiten, wo es darum geht, daß die betroffene Patientin Dinge bzw. Zusammenhänge sieht, an denen Homo normalis wie blind vorbeigeht.
Wenn man beispielsweise, frei nach Hans Hass, ein Auto als zusätzliches Organ betrachtet, neben Organen wie Leber und Sprache (sic!), wird die Grenze zum Irrsinn fließend. Oder man denke an Reichs Konzept der Emotionellen Pest. Eine der passendsten Allegorien dafür findet sich in dem Science Fiction/Horror-Film Die Invasion der Körperfresser, also einem psychotischen Fiebertraum, der zu einem Drehbuch geronn. Wie etwa die Geschichte des Mesmerismus gezeigt hat, ist es vom Sehen und Manipulieren des organismischen Orgonenergie-Feldes zur spiritistischen Spökenkiekerei nur ein Schritt. Der entscheidende Unterschied zwischen dem Funktionalismus und dem krankhaften Obskurantismus ist, daß der erstere zwar zeitweise sozusagen „entgleisen“ oder dauerhaft mystisch entarten kann, es aber vom letzteren keinen Weg zum ersteren gibt. Schizophrene und Mystiker ertragen das einheitliche Strömen der Energie nicht, ziehen sich ängstlich zurück oder deskompensieren vollends.
Das Radio in meiner Küche wurde verstellt!
31. Juli 2018Wilhelm Reich und Hans Hass hatten einen funktionellen Forschungsansatz. Bei der Betrachtung einer Gegebenheit, etwa eines Mikroorganismus unter dem Mikroskop oder eines Korallenriffs beim Tauchgang, geht es weniger um die Gestalt der Dinge, ihre Entwicklungsgeschichte oder gar darum sie richtig mit ihrem lateinischen Namen zu benennen, sondern primär im ihre Funktion. Leider macht die Gewöhnung unser Auge wie blind für die Funktion. Deshalb verbannte Reich jedes Wissen über Mikrobiologie aus seinem Gehirn und weigerte sich, sich in die aktuelle Fachliteratur einzuarbeiten, um sich ganz auf das Funktionelle konzentrieren zu können. Desgleichen Hans Hass, der beispielsweise in seiner anthropologischen Erforschung von Menschenmassen Filme benutzte, die er im Zeitraffer, verlangsamt, rückwärts, etc. abspielte, aus der Vogelperspektive aufnahm, etc. Er wollte so sein Gehirn austricksen und es dazu zwingen auf die Menschen zu blicken, als sei er ein Außerirdischer. Reich sprach vom funktionellen Blickwinkel „aus dem Flugzeug“. Darauf beruht auch die gesamte Ethnographie: der Fremde sieht Dinge, funktionelle Zusammenhänge, für die der Einheimische wie blind ist. Oder nehmen wir Leute, die nach Jahren im Ausland nach Deutschland zurückkehren und denen Dinge auffallen, für die wir vollkommen „betriebsblind“ sind: die wachsende Rücksichtslosigkeit im Alltag, die Überfremdung, der Verfall der Infrastruktur, die Erosion aller Standards, der Dreck auf den Straßen und in den Parks, die schlechte Stimmung und Angespanntheit der Leute, etc.
Seit vielen Jahren höre ich, wenn überhaupt, ausschließlich Deutschlandfunk, weil ich dort weitgehend von „Musik“ verschont werde, jetzt habe ich durch Zufall und weil ich zu faul war, das Radio wieder richtig einzustellen, in der Küche über längere Zeit NDR2 gehört, die neusten Hits. Fremde Klänge, nie zuvor vernommen – und ein Kulturschock. Ein geschmackloser Geräuschbrei und darüber ein Geknödel aus verkrampften Hälsen, das eher an den Toilettengang bei chronischer Verstopfung als an Gesang gemahnt. Neulich habe ich irgendwo den kurzen Kommentar eines Angestellten der Musikindustrie gelesen: das, was man heute im Radio an Sprechgesang-„Musik“ hört, hätte man noch vor 20, wenn nicht 10 Jahren sofort in den Mülleimer geschmissen, wenn das als Demo eingesendet worden wäre. Und das bei Rap-„Musik“, die ohnehin nie besonders anspruchsvoll war! Das Niveau fällt ins Bodenlose.
Hier ein Beispiel aus der Sparte Fäkalmusik:
Genauso geht es mir mit meiner mittlerweile jahrzehntelangen Fernsehabstinenz. Manchmal kriege ich Sekunden- und Minutenfetzen mit. Wer tut sich diesen Dreck nur freiwillig an? Jeder muß doch spüren, daß beim Zuschauen reihenweise Hirnzellen aus Verzweiflung Selbstmord verüben! Und selbst wenn man den Ton abdreht: jeder Schauspieler, insbesondere aber die jungen, wirkt konturlos, ohne jede Persönlichkeit. Bioroboter!
Ein „Außerirdischer“ wie ich sieht die letzten Zuckungen einer sterbenden Kultur.
nachrichtenbrief86
7. November 2017
Wilhelm, rette mich vor der Häßlichkeit!
24. April 2017Ich rätselte bei einer Fahrradtour durch Hamburg weiter über meine alte Marotte: warum mir die Wilhelminische Architektur so überaus gut gefällt, gerade enthusiasmiert, und warum mich alles derartig anwidert, was in den letzten 100 Jahren gebaut wurde. Ein physischer Widerwille, abgrundtiefer Haß und purer Ekel!
Mein Fehler war bisher, daß ich a la Rudolf Steiner von steinzeitlichen Höhlen ausgegangen bin und daß heute diese natürlichen Formen durch mechanische Formen ersetzt wurden. Doch dieser Ansatz ist nicht zielführend. Man muß Häuser anders betrachten, nämlich frei nach Hans Hass (Energontheorie) als zusätzliches Organ, das funktionell dem Federkleid der Vögel, dem Fell der Säugetiere und der Kleidung der Menschen entspricht.
Das Federkleid eines Pfaus oder eines Enterichs, das überbordende Geweih eines Hirsches oder die imposante Mähne eines muskelbepackten Pavian-Paschas sind vollkommen überflüssiger Schnickschnack ohne jede Funktion. Dieser absurde Luxus der Sexprotze signalisiert nur eins: eine überbordende Gesundheit, eine überschwellende Energie, gutes Erbmaterial. Und genau das signalisierte die verschnörkelte, sich in abstruse Einzelheiten verlierende Architektur des imperialen Deutschlands, das vor wirtschaftlicher Kraft schier barst, warum denn auch die Emotionelle Pest alles tat, um das Deutsche Reich wieder zu zerstören.
Die Architektur unter Kaiser Wilhelm läßt mein Herz höher schlagen, weil sie eine hohe orgonotische Ladung signalisiert, Optimismus und Lebendigkeit. Alles was danach kam, ausnahmslos alles, ist eine Architektur des Niedergangs, des Verfalls, des Todes. Die heutigen Städte sind steingewordene Anorgonie. Ausspuck!

















