Posts Tagged ‘Hypnose’

Das ultimative Tabu (Teil 5)

10. September 2021

Ob Hanussen jemals mit Hitler zusammengetroffen ist, ist zweifelhaft. Der amerikanische Wikipedia-Eintrag über ihn behauptet das für Anfang der 1920er Jahre auf der Grundlage von Unterlagen des OSS, während im deutschen Eintrag davon keine Rede ist. Andere „Quellen“ behaupten eine Begegnung Anfang der 1930er Jahre. Derartige Begegnungen sind mehr als fraglich und werden m.W. in der seriösen Hitler-Literatur nirgends erwähnt. Trotzdem ist Hitlers Karriere ohne Hanussen m.E. kaum vorstellbar. Es geht um den Reichstagsbrand und das merkwürdig „schlafwandlerische“ Auftreten von Marinus van der Lubbe. Es ist tatsächlich diskussionswürdig, daß van der Lubbe von dem informellen SA-Mitglied Hanussen in einen hypnotischen Zustand versetzt worden war, um den Reichstag anzuzünden. Aus diesem posthypnotischen Zustand wurde er nie wieder befreit. Unwillkürlich muß man an das merkwürdige Auftreten von Lee Harvey Oswald denken.

Beide, van der Lubbe und Oswald, handelten mit geradezu übermenschlicher Präzision. Es gehört ungemeine Willensstärke dazu, ein Gebäude wie den Reichstag systematisch in Brand zu setzen oder einen Präsidenten im Visier zu halten und in kürzester Folge dreimal abzudrücken. Hypnose kann bewirken, daß wir uns sozusagen nicht mehr selbst im Wege stehen und entsprechend Dinge „durchziehen“ können, die ohnehin unserem Wesen entsprechen. Deshalb kann man diese Methode ja therapeutisch nutzen, etwa zur Raucherentwöhnung oder um soziale Phobien zu überwinden, die das Arbeits- und Liebesleben behindern.

Bernhard Horstmann führt in seinem Buch Hitler in Pasewalk (Düsseldorf 2005) aus, daß Hitlers angebliche „Gaserblindung“ am Ende des Krieges in Wirklichkeit hysterischer Natur war und daß der behandelnde Psychiater, Dr. Edmund Forster, seinem Patienten mittels einer ausgeklügelten Hypnosetechnik dazu brachte wieder sehen zu können. Er suggerierte Hitler, daß dieser kein gewöhnlicher Mensch sei, sondern auserwählt, ein „Wundermann“, der mit seiner übermenschlichen Willenskraft Herrschaft über die Materie habe und deshalb auch das Unmögliche vermöge, nämlich trotz seiner zerstörten Augen wieder zu sehen. Die so freigesetzten psychopathologischen Mechanismen hätten, so Horstmann, in Hitler, eine „totale Wesenstransformation“ bewirkt.

Forster hat Hitler während der Trancephase die Omnipotenz des zu Wundern fähigen Übermenschen suggeriert. Er tat dies in Verbindung mit den Namen Jesus, Mohammed und der Heiligen und hat damit die Grundlage für einen Messiaskomplex gelegt, der später an Hitler verschiedentlich mit Staunen bemerkt worden ist. (S. 150)

Die „Stimme“, die Hitler gehört hat, und die ihn in einer „Vision“ zum Retter Deutschlands berief, war nichts anderes als die Stimme seines Hypnotiseurs Forster. (S. 244)

Da diese Hypnosebehandlung in die Wirren der November-Revolution fiel, hatte Forster nicht mehr die Gelegenheit den hypnotischen Zustand wieder aufzuheben. Ergebnis war eine andauernde Wesensveränderung Hitlers. Aus einem willensschwachen und eher schüchternen deutsch-völkischen und schwärmerisch wagnerianisierenden Sonderling wurde der visionäre „Führer“, dem nach allen Zeugenaussagen ein „hypnotisch aufgeladenes Fluidum“ umgab, das zumindest eher willensschwache Zeitgenossen in seinen Bann zog. Gleichzeitig wirkte Hitler merkwürdig starr, beziehungslos und „fremdgesteuert“, wie in Trance.

Die Rolle, die Forster und Hanussen in der Geschichte des Nationalsozialismus gespielt haben, wird sich nie abschließend nachweisen lassen, die Indizien sind aber ziemlich schlüssig. Es geht darum, daß Psychotechniken („Psychotherapie“) eine entscheidende Rolle im wichtigsten Geschehen seit Jahrhunderten gespielt haben.

Reich selbst hat Anfang der 1920er Jahre als angehender Psychiater und Psychoanalytiker „Suggestivmethoden“ angewendet, um seinen Patienten möglichst schnell helfen zu können. In der Psychoanalyse hat der hypnotische Rapport in Gestalt der „Übertragung“ überlebt. Der Therapeut wird unbewußt zum Vater und/oder zur Mutter und dringt dergestalt in die Psyche des Patienten ein, die sich in dessen Kindheit gebildet hatte. Es dreht sich alles darum, eine „Übertragung“ herzustellen. In der Orgontherapie hingegen ist die Übertragung nichts anderes als ein Ersatzkontakt, der automatisch auftritt und immer wieder aufgelöst und durch einen genuinen Kontakt ersetzt werden muß.

Praktisch alle anderen Methoden, einschließlich der „Selbsthypnose“, helfen zweifellos den Patienten, halten jedoch letztendlich das Elend aufrecht, indem sie die Kontaktlosigkeit perpetuieren, wenn nicht verstärken. Sozialphobiker, beispielsweise, mögen durch diverse „Techniken“ ihre Ängste verlieren und ein besseres Leben führen, letztendlich wäre ihnen aber mehr damit gedient, wenn sie lernten ihre Ängste zu ertragen. Die Geschichte des „Dritten Reiches“ ist ein Menetekel dafür, was „Psychotherapie“ letztendlich bedeutet. Man denke nur daran, daß sich immer wieder „Psychosekten“ um Psychoanalytiker, Individualpsychologen, etc. formieren. Wer sich etwas mit der „Psychotherapeuten-Szene“ auskennt – gruselig…

Es geht um die Beziehung zwischen Therapeuten und Patienten: bei Hanussen war es der Mißbrauch des therapeutischen „Rapports“, bei Forster ging es um eine ähnliche Situation, die aufgrund äußerer Umstände eintrat, und in der modernen Psychotherapie geht es darum, daß mangels eines klaren funktionellen Denkens, die therapeutische Beziehung ständig aus dem Ruder zu laufen droht mit teilweise verheerenden Konsequenzen.

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Die DOR-Menschen (Teil 1)

7. April 2021
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EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Die DOR-Menschen

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Franz Anton Mesmer

24. September 2020

 

EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Franz Anton Mesmer

Kann Peter für die Orgonomie sprechen? (Teil 2: Henning van Brokenkröt [Teil 3])

25. Oktober 2019

Vorbemerkung: Dies ist eine fiktive Satire. Jede Ähnlichkeit mit Zeitgenossen wäre rein zufällig. Die beiden ersten Teile („Ein zorniger Brief über „Reichianische“ Therapeuten“ und „Ein Brief an Henning van Brokenkröt über das von ihm entwickelte Orgongerät“ finden sich hier.

Der umtriebige Henning van Brokenkröt versucht zunehmend das Gesicht der „Wilhelm-Reich-Bewegung“ in Deutschland zu werden. Ich denke da etwa an diverse Interviews, die im Internet kursieren – nun gut, mit Klickzahlen, die sich an einer Hand abzählen lassen… Der Inhalt soll uns hier nicht weiter interessieren, wichtiger ist das Wie. Wie ich an anderer Stelle und in einem ganz anderen Zusammenhang ausgeführt habe, ist das pausenlose und (soweit das physiologisch überhaupt möglich ist „blinkfreie“) Anstarren des Gegenübers eine sehr effektive Art und Weise der Hypnose und gleichzeitigen Selbsthypnose. Der direkte und frontale Blick in die Augen ist für Primaten extrem stressig. Beispielsweise ist es ein todessicherer Weg Gorillas oder Schimpansen extrem aggressiv zu machen. Diese über viele Minuten, vielleicht sogar über Stunden auszuhalten, ist prinzipiell nur möglich, wenn es zu einer Spaltung zwischen Erregung und Wahrnehmung kommt. Man selbst und das angestarrte Gegenüber „geht weg“. In einem „orgonomischen“ Zusammenhang kann diese Praxis sogar als „kontaktvoll“ verkauft werden, da ein intimerer Kontakt abgesehen von direkten Körperberührungen tatsächlich kaum vorstellbar ist. Und genau diese okulare Panzerung induzierende bzw. aufrechterhaltende Praxis übt Brokenkröt bei seinen „Interviews“ aus. Selten habe ich eine derartige Erstarrung bei einem Menschen gesehen, der ständig von „Lösung des Erstarrten“ spricht. Überhaupt dieses ewige Gelaber vom „bioenergetischen Bauchempfinden“… Das gesamte „Reichianische“ und pseudo-orgonomische Oeuvre weltweit kommt „tief“ daher, in Wirklichkeit ist das aber durchweg nichts anderes als oberflächlichster Moralismus und Psychologismus, der nichts, aber auch rein gar nichts, mit der Orgonenergie zu tun hat!

Im übrigen geriert sich Brokenkröt mittlerweile als eine Art „Kollege“ von mir, indem er an die „werten Interessenten“ seines „Wilhelm Reich Instituts“ regelmäßig eine streng vertrauliche Zeitschrift verschickt (Auflage 7 Exemplare), die mir bis heute einer seiner Vertrauensleute postwendend zur Verfügung stellt. In diesen photokopierten Rundbriefen geht es neben seinem Therapieansatz und dem „Orgonapp Booster“ insbesondere um – mich.

Erst einmal ist es nicht zu rechtfertigen, den Namen „Wilhelm Reich“ zu benutzen, um á la Brokenkröt etwas zu präsentieren, was weniger ist als Orgonomie. Es ist doch offensichtlich absurd, etwas „nur“ als „Wilhelm Reich-Sache“ zu betrachten. Jeder kann tun und lassen, was er will, aber niemand hat das Recht, dazu den Namen anderer Menschen zu mißbrauchen. Reich wollte, daß sein Name für die Orgasmustheorie und die Entdeckung der kosmischen Orgonenergie steht. Heute wird er von Leuten verwandt, die genau mit diesen Grundlagen der Orgonomie ein Problem haben – und deshalb den Begriff „Orgonomie“ tunlichst vermeiden.

Brokenkröts Ausführungen über Therapie sind, wie zu erwarten war, absolut verheerend. Beispielsweise beschreibt er das „Training des Orgamusreflexes“ (sic!) so, daß der Kopf beim Ausatmen nach vorne geht, statt nach hinten. Ich habe das mit dem Kopf beim Lesen gemacht und konnte stundenlang nicht mehr richtig atmen und war wirklich biophysisch desorientiert. Noch jetzt bin ich durcheinander, wenn ich dran denke. Und das von einem Therapeuten! Man stelle sich mal vor, wie der seine „Patienten“ beeinflußt: das ist so, als wenn ich mit meinen rostigen Hobbywerkzeugen in der Freizeit Chirurgie betriebe und dann noch Artikel über das Entfernen von Blinddärmen veröffentlichte. Oder etwa die Sache mit dem Mobilisierung des Brustsegments: es ist genauso typisch für Laientherapeuten wie absolut verheerend hier mit Gewalt und Nachdruck vorzugehen. Es hat eine Funktion, wenn Menschen nicht atmen! Hier mit körperlicher Gewalt vorzugehen, kann zum Zusammenbruch führen oder paradoxerweise die Blockade noch weiter verstärken und sogar unaufhebbar machen. Ich kann immer mehr nachvollziehen, wie es Rudolf in der „Therapie“ mit Brokenkröt ergangen sein muß.

Im Zentrum steht eine eingehende Beschreibung von Brokenkröts frei erfundener Orgontherapie bei einem Orgonomen in Portugal, der ihn orgastisch potent gemacht habe. Dazu gehören etwa der Fahrten mit dem Thalys und Aufenthalte, in den Spitzenhotels von Lissabon, alles bis ins kleinste Detail beschrieben – und, wie gesagt, frei erfunden. Neben diesen Romanfragmenten sind Brokenkröts Elaborate von überwertigen Ideen bestimmt: wie gesagt „Peter Nasselstein“ (ein genauso verachtenswertes wie böses „Kind eines Hafenarbeiters“) aber auch Portugiesen im Vergleich zu Deutschen, die Schönheiten Lissabons, Videobotschaften von Swami Durcheinanda und Musikvideos von Xavier Naidoo (siehe z.B. das Video unten, das mich am Geisteszustand von allen Xavier-Naidoo-Fans zweifeln läßt), eine abgrundtiefe Verachtung für die Arbeiterklasse, die er schlichtweg mit dem Faschismus gleichsetzt, eine „private Liebesgeschichte“ um eine „süße Araberin“ und seinen Rivalen, einen bitterbösen Beamten des Ordnungsamtes, Brokenkröt beim Einkaufen und wie die Leute in Aachen auf ihn, diese Verkörperung kontaktvoller, genitaler Gesundheit, reagieren; finstere Machinationen gegen ihn, geplante Gerichtsprozesse, die er gegen meine Wenigkeit angestrengt habe, Ausbrüche unbändiger Freude, wenn ihm mal wieder etwas geglückt ist, das ihm seinen Traum näherbringt, mit Hilfe der Orgonomie reich und berühmt zu werden und überhaupt Zeugs wie, daß man in Zusammenhang mit seiner „Love Story“ mit der arabischen Schönheit versuche in Aachen allen Ernstes über den Umfang seiner Einkäufe im Biosupermarkt zu eruieren, über wieviel Geldmittel er verfüge, da man „eine solche Dame“ auch ernähren müsse. Seine „Informationen“ über mich und andere, schöpfte er aus einem Telefonat mit einem ebenfalls selbsternannten „Orgonomisten“, der sich nunmehr daranmacht „Orgongeräte“ im großen Stil zu produzieren. Brokenkröt will mit ihm zusammen den „arabischen Markt“ erschließen und sucht Kooperationspartner, die ihm helfen seinen „Orgonapp Booster“ zu promoten. Er sieht sich als einziger Vertreter einer wirklich „originalen Reich-Körpertherapie“ (sic!) und als großen Forscher.

Seine frühpubertär anmutenden Geschichten über seine „arabische Dame“ und daß „es“ bald passieren werde, mündeten in einem Gerichtsverfahren, bei dem sich Brokenkröt weigerte sich einer vom Gericht angeordneten psychiatrischen Untersuchung zu unterziehen. Es wurde also nach „Aktenlage“, d.h. aufgrund seiner Liebesbriefe und der bombastischen Blumengebinde, die er an den städtischen Arbeitsplatz der über alle Maßen Angebeteten geschickt hatte, eine Diagnose gestellt. Seitdem sind alle Psychiater Quacksalber und die Psychiatrie eine Pseudowissenschaft! Das sind die Verfolgungen, die er als ausgesprochen attraktiv aussehender orgastisch Potenter ausgesetzt ist.

Er habe für viel Geld den Computer seines „Instituts“ vor Außenangriffen abschirmen müssen, um seine „Kontakte“ zu schützen. Ich nehme an vor dem Meisterhacker Peter Nasselstein, das Genie des Bösen. Oder, wie Brokenkröt sich ausdrückt, „der Abschaum der Menschheit“. Aus Rache für imaginierte „Nachstellungen“ will er mich vor Gericht zerren. Hinzu kommen haltlose Phantasien von Macht und Kontrolle durch einstweilige Verfügungen des Amtsgerichts Hamburg, das Brokenkröt über meine Machenschaften informieren werde. (Brokenkröt ahnt nicht, daß seine ständigen Kopfschmerzen, über die sein Lamentieren nicht aufhören will, daher rühren, daß Flo und ich heimlich Elektroden nach der Freiburger Methode in sein Gehirn pflanzen ließen, um seine Gedanken direkt an der Quelle anzuzapfen!)

Das ganze wird darauf hinauslaufen, daß Brokenkröt sich gegen die Orgonomie selbst wenden wird. Erste Anzeichen dieser gegen die Orgonomie gerichteten Vernichtungstendenz finden sich darin, daß er es gerne sähe, die Titel „Orgonomie“, insbesondere aber „medizinische Orgonomie“ rechtlich schützen zu lassen. Mit anderen Worten: Brokenkröt will eine Wissenschaft den Gesetzen des Markenrechts unterwerfen, also Wissenschaft verunmöglichen.

Peter ist Euer Erlöser! (Das Nasselsteinistische Manifest) (Teil 4)

13. Juni 2019

Das Internet, insbesondere in Gestalt der zahllosen Meinungsforen, ist eine einzige Dokumentation der hilflosen Kindlichkeit der Massen. Rechtlich bestehe das Deutsche Reich fort, die Bundesrepublik als Ganzes und beispielsweise die GEZ-Gebühren seien Unrecht und damit null und nichtig. Ja, du Reichsbürger-Dödel, der Gerichtsvollzieher kommt, die Polizei und, wenn es hart auf hart kommt, schließlich die GSG9! Aber muß man deshalb dieses (vermeintliche) Unrecht einfach so hinnehmen?

Zunächst einmal gibt es das Recht des Stärkeren. Wenn zwei Leute irgendwo in der Wüste stranden, wird der stärkere der beiden das knappe Wasser an sich nehmen und auf Hilfe warten, so kann vielleicht zumindest einer überleben. Es muß ja nicht unbedingt der körperlich Stärkere sein, sondern der „moralisch“ Stärkere, der den anderen überzeugt, ihm das Wasser zu überlassen. Da überall die Ressourcen knapp sind… – „Recht“ wird durch Macht gesetzt!

Bedeutet das, daß es kein Unrecht gibt und daß man als Unterlegener alles so hinnehmen muß? Nun, wie Reich in Die Massenpsychologie des Faschismus schrieb: „Macht, welcher Art immer, ohne Wahrheitsgrundlage ist Diktatur (…)“ (Fischer TB, S. 290). Und Wahrheit ist, wiederum Reich zufolge, nichts anderes als Kontakt mit der Wirklichkeit. Kontakt ist… oder sagen wir besser: die Qualität des Kontakts wird dadurch bestimmt, wie ungestört Erregung und Wahrnehmung zusammengehen:

Damit wird der Kontakt und infolge die „Wahrheitsgrundlage“ des Rechts durch die CHARAKTERSTRUKTUR der Massen bestimmt.

Jetzt macht es Sinn, den obigen Satz vollständig zu zitieren: „Macht, welcher Art immer, ohne Wahrheitsgrundlage ist Diktatur, mehr oder weniger, so oder so, denn sie beruht immer auf der Angst der Menschen vor der gesellschaftlichen Verantwortung und vor der persönlichen Last, die ‚Freiheit‘ bedeutet“ (Hervorhebungen im Original). Des weiteren schreibt Reich, daß Macht und Wahrheit sich gegenseitig ausschließen. „‘Macht‘ bedeutet immer Unterwerfung anderer. [Ich erinnere an das Stichwort „Hypnose“ im ersten Teil, PN] Wahrheitstatsachen aber lassen sich nie durch Unterwerfung, sondern immer nur durch Überzeugung durchsetzen“ (ebd., Hervorhebungen im Original).

Es geht also um Aufklärung und zwar im CHARAKTERANALYTISCHEN Sinne, d.h. es geht nicht darum, die Menschen über das (vermeintliche) Unrecht aufzuklären und sie gegen es zu „mobilisieren“ („Freiheitskrämerei“), sondern darüber „daß sie selbst (…) am gesellschaftlichen Unglück schuld sind, daß sie selbst (…) die Verantwortung für ihr Schicksal tragen, daß sie ganz allein für alles verantwortlich sind, was in dieser Welt geschieht (…)“ (ebd., S. 291).

Erst dann werden die Menschenmassen nicht mehr hilflose Opfer des Geschichtsprozesses sein, d.h. DES CHARAKTERSTRUKTURELLEN ZWANGS, sondern die Geschichte und ihren weiteren Verlauf selbst in die Hand nehmen. Die dazu notwenige Überzeugungsarbeit leisten Menschen wie David Holbrook. Unsere Aufgabe ist es, die Orgonomie unverfälscht, d.h. beispielsweise Dr. Holbrook, zu verbreiten.

DAS PFINGSTWUNDER 2019: Peter ist Euer Erlöser! (Das Nasselsteinistische Manifest) (Teil 1)

10. Juni 2019

Seit frühster Jugend sind Kulte und Sekten mein Leib- und Magenthema. Wenn ich selber eine Sekte gründen würde, wäre, jetzt spontan erfunden, beispielsweise die folgende Übung zentral für meine devoten Jünger: „Stehe vom Stuhl auf und verlasse durch die Tür den Raum. Tue das solange, bis du WIRKLICH den Raum verlassen hast.“ Ich garantiere, daß diese Übung (und zahllose andere, die ich mir vollkommen willkürlich und sinnfrei ausdenken könnte), auf meine Jünger eine lebensverändernde Wirkung hätte. Das absolut Perfide dabei ist, daß ich diese Übung als einen Initiationsakt der persönlichen Befreiung verkaufen würde („indem du den Raum verläßt, wirst du frei!“), tatsächlich aber meine Opfer dadurch hypnotisiere und zu willenlosen Robotern mache.

Da wäre zunächst einmal das eklatante Machtgefälle, die Grundlage jedweder Hypnose: Ich bringe dich dazu etwas Sinnloses und damit Erniedrigendes zu tun! Aus einem Menschen mache ich eine willenlose Maschine! Zweitens betreibe ich etwas, was man, Adorno paraphrasierend, als „Terror der Eigentlichkeit“ bezeichnen könnte. Du verläßt nicht einfach den Raum, sondern du verläßt den Raum WIRKLICH. Das entfremdet dich von der WIRKLICHkeit, du gehst in den Augen weg und es wird dergestalt künstlich ein schizophrenieartiger Zustand induziert (Spaltung zwischen Erregung und Wahrnehmung). „Ist das WIRKLICH nur der Postbote oder nicht eigentlich in Wirklichkeit ein CIA-Agent?“

schizoghost

Das wird dadurch verstärkt, daß praktisch alle derartige Sekten, in diesem Fall die Nasselsteinity, ein zentrales Paradigma haben: „Mind over matter!“ Wenn du mir folgst, bist du nicht mehr wehrloses Opfer der Umstände, der Materie, des Raumes und der Zeit, sondern du bist frei, weil du GEIST bist. Um zu wissen, was „Geist“ ist, muß man wissen, wie er funktioniert. Er ist frei von Materie, Raum und Zeit und operiert deshalb ausschließlich durch Intention, durch Postulate, durch „Willenskraft“. Darauf beruht die gesamte vermeintliche „Esoterik“, wie man sie aus den billigen Taschenbüchern lernt, die etwa in Bahnhofsbuchhandlungen an impotente Männer und frigide Frauen verramscht werden. Du gewinnst im Lotto, indem du den Lottogewinn „beim Universum bestellst“. Du wirst gesund, reich, schön, etc., wenn du WIRKLICH gesund, reich, schön, etc. sein willst. Oder mit anderen Worten: ich reduziere dich zu einem Fünfjährigen mit dessen magischem Denken und gewinne damit absolute Macht über dich, so als wärst du ein dummes kleines Kind, dem man jeden Schwachsinn vormachen kann!

Wie schon Marx wußte, ist die menschliche Arbeit und damit die menschliche Existenz schlechthin nur möglich, wenn du im Kopf einen Plan hast, sozusagen ein „Postulat“, den du dann mit deinen Händen abarbeitest. Du werkelst nicht einfach vor dich hin, sondern du hast die Vorstellung etwa von einem Hocker und schneidest und setzt entsprechend Holz zusammen, bist du einen Hocker materiell vor dir hast. Kultführer wie ich, also sozusagen Marx‘ „Kapitalisten“, versklaven die Menschen, indem sie Kopf und Hand voneinander trennen („Arbeitsteilung“). Der Lohnsklave hat keine Vorstellung davon, was er da tagtäglich tut, er werkelt sinnlos vor sich hin („Entfremdung“). Gleichzeitig ist, wie Lenin unterstrichen hat, die Gesellschaft, in der er leben muß, aber von einer „idealistischen“ Ideologie geprägt, derzufolge die Welt von genialen „Machern“ bestimmt wird.

Die soziale Revolution soll diese Entfremdung aufheben, das heißt „Hand und Kopf“ wieder vereinigen. Die ARBEIT (= „Kopf plus Hand“) soll die Gesellschaft bestimmen! Nicht ohne Grund hat der ehemalige Marxist Reich das, was er vorher als Sozialismus bzw. Kommunismus bezeichnet hat, später „Arbeitsdemokratie“ genannt Diese Arbeitsdemokratie ist funktionell identisch mit Genitalität, d.h. in der Orgontherapie passiert das genaue Gegenteil wie in einer typischen Sekte. Der Kopf und die Hände werden miteinander verbunden, damit du die Wirklichkeit selbstbestimmt verändern kannst. Höre auf ein Opfer, ein Sklave, ein Depp zu sein und verändere zusammen mit den anderen ARBEITERN, deinen Brüdern und Schwestern, diese Welt so, daß niemals mehr irgendwelche „Erlöser“ die Gesellschaft kollektiv ins Unglück stürzen können.

Kultführer sind bloß der Abschaum bzw. das Destillat der ausbeuterischen und entfremdeten (gepanzerten) Gesellschaft. Ihre schwachsinnigen „Lehren“ sind nichts weiter als die überzeichnete Karikatur dieser kranken Gesellschaft!

Bewusstseinserweiternde Drogen – Gefahr oder Zeitvertreib? (Teil 8)

6. April 2019

Barbara G. Koopman: Bewußtseinserweiternde Drogen – Gefahr oder Zeitvertreib?

Psychotherapie und Arbeitsdemokratie

25. Oktober 2018

Das Konzept „Arbeitsdemokratie“ kann man nicht jemanden „vorlegen“, man muß es sich mit ihm und anderen gemeinsam erschließen – erarbeiten! Die „Glossar-Einträge“ Reichs zum Thema sind eine erste Orientierung, um überhaupt ins Gespräch kommen zu können, doch das Wesen der Arbeitsdemokratie erschließt sich erst – durch Arbeitsdemokratie. Es ist wie in der Psychotherapie: Am Anfang arbeitete Freud autoritär mit Hypnose und Suggestion, schließlich Deutungen, doch angefangen mit der Verwissenschaftlichung der Therapie, zu der Reich im übrigen die entscheidenden Impulse gab, entwickelte sich die moderne Psychotherapie zu einem Arbeitsbündnis, in dem gemeinsam etwas erarbeitet wird unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Funktionen und des unterschiedlichen Informations- und Wissenstandes der beiden Partner. Aus dieser Warte kann man auch die Arbeitsdemokratie verstehen.

Auf die Frage, was die Orgonomie angesichts ihrer auch politischen Ursprünge („Sexpol“) jenseits der individuellen Psychotherapie tun könne, hatte Reich, Myron Sharaf zufolge, folgendes zu sagen:

Seine eigene Antwort war die zunehmende Betonung der organischen, langsamen individuellen und gesellschaftlichen Entwicklung. Menschen, die wissen, was sie tun, sollten ruhig arbeiten und ein Beispiel geben, so daß lebenspositive Konzepte und Techniken sich langsam organisch ausbreiten und andere beeinflussen. Dieses Prinzip wurde in der Pädagogik, Psychiatrie, Soziologie und später in seiner biologischen und physikalischen Arbeit angewandt. Sein Punkt war: laßt die Arbeit selbst und die Verbindung zwischen den Arbeitenden die Entwicklung bestimmen. Laßt uns die übliche Agitation in ihrer üblichen politischen, ideologischen Form beseitigen. (Sharaf, M.R.: „Wilhelm Reich and the Bio-social Revolution, Part II“, Energy and Character, Vol. 3, No. 2, Sept. 1972, S. 57-62)

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel VI.13.

27. Mai 2016

orgonometrieteil12

I. Zusammenfassung

II. Die Hauptgleichung

III. Reichs „Freudo-Marxismus“

IV. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

V. Reichs Biophysik

VI. Äther, Gott und Teufel

1. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

2. Spiritualität und die sensationelle Pest

3. Die Biologie zwischen links und rechts

4. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

5. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

6. Die gesellschaftlichen Tabus

7. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

8. Dreifaltigkeit

9. „Ätherströme“, Überlagerung und gleichzeitige Wirkung

10. Die Schöpfungsfunktion

11. Die Rechtslastigkeit der Naturwissenschaft

12. Bewegung und Bezugssystem

13. Der Geist in der Maschine

Okkulte Angriffe auf die Orgonomie

11. November 2015

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, kurz vor und zu Anfang von Reichs Schaffen, gab es drei bedeutende Okkultisten: Rudolf Steiner, mit seiner Anthroposophie, einer Abspaltung der auf Blavatsky zurückgehenden Theosophie, Aleister Crowley, mit seiner Mischung aus tantrischer Sexualmagie und Elisabethanischer Spökenkiekerei, und schließlich Georg Gurdjieff, der die Menschen mit einem Pseudo-Sufitum und unverständlichem und deshalb vermeintlich tiefem Gestammel überzeugte. Reich war mit allen drei konfrontiert. Die Anthroposophie erwähnt er in seinen Erinnerungen an die 1920er Jahre (Die Entdeckung des Orgons, Bd. 1) und mit den beiden letzteren Lehren hatte er zu Zeiten der „Beatniks“ Ende der 1940er und Anfang der 1950er Jahre zu tun. Er reagierte belustigt, teilweise befremdet, etwa als Israel Regardie die Crowleanity mit dem verband, was er für Orgontherapie hielt. Hier ein Beispiel für diese „Arbeit“ aus der Gegenwart:

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=peJ4n62svpU%5D

Über Rudolf Steiner und die „Reichianer“, die sich auf ihn berufen, habe ich mich in diesem Blog bereits wiederholt auseinandergesetzt. Siehe etwa Die anthroposophische Pest.

Der windige Okkult-Betrüger Georg Iwanowitsch Gurdjieff (oder Gurdjew, 1873-1949) zog mit einer phantasievollen Lebensgeschichte á la Karl May und Machtfantasien über magisches Geheimwissen ich-schwache Dösbaddels an. Er gab sich als Repräsentant einer Geheimsekte aus, die 2900 v.Chr. in Babylon ins Leben gerufen worden sei: die „Weltbruderschaft Sarmoung“. Das Kennzeichen dieser Geheimloge (das „Enneagramm“, ein mystisches Symbol des Sufismus, „das Gesicht Allahs“, dessen neun Zacken die heilige Zahl des Islam repräsentieren) war übrigens zu Heiko Lasseks Lebzeiten zusammengefügt mit dem Zeichen des orgonomischen Funktionalismus das Logo eines kuriosen „Wilhelm Reich Instituts“ (sic!) in Berlin.

Gurdjieff vertrat eine Art westlichen Yoga, sowie Hypnose, Bewußtmachungs-Übungen („der Schlaf als der größte Feind der Menschheit“ – Verachtung für das Autonome Nervensystem!) und Tanzrituale. Diese Exerzitien sind eine Mischung aus Sufi-Tanz, Eurythmie und „Kraft durch Freude“-Turnübungen in roboterhafter Massenchoreographie, besser als jedes militärische Exerzieren – und entsprechend wirksamer in der Erlangung des militärischen Ziels, der Schaffung des willenlosen Roboters. Alles in allem ist die Gurdjieffeanity die Weisheit Saharasias zur Faschisierung der Welt. – Zieht man neben diesen „körpertherapeutischen“ Elementen noch in Betracht, daß Gurdjieff den Menschen als einen Umwandler von Energie betrachtete, erinnert all dies oberflächlich an die Orgonomie.

Übrigens wurde Gurdjieffs Biographie Mitte der 1970er Jahre in Afghanistan verfilmt, weil dort, so der Regisseur, die Menschen die richtige Gurdjieff-mäßige Ausstrahlung haben. Dazu muß man wissen, daß Afghanistan mitten im asiatischen Zentrum Saharasias liegt und vom Zarathustra-Glauben, Buddhismus, Manichäismus und schließlich vom Islam geprägt wurde, diese Leute sind also durch und durch und durch Saharasia-Destillat pur.

Gurdjieff hatte Einfluß auf die „Reichianische“ Bhagwan Shree Rajneesh-Bewegung. Osho:

Jemand litt unter Impotenz, dann setzte Wilhelm Reich ihn in seine Kiste und die Impotenz verschwand zumindest für ein paar Tage, als ob seine Batterie wieder aufgeladen wurde.
[Reichs] Arbeit war seltsam, hart… und sie wurde ihm von der Gesellschaft noch schwerer gemacht, weil sie sofort anfingen, ihn zu verdammen, indem sie behaupteten, er stehe mit dem Teufel in Verbindung – genau wie bei mir! – sie sagten, daß man dem Sex entsagen müßte und er lehrte den Menschen merkwürdige Übungen.
…Bioelektrizität kann dir helfen, in tiefe Meditation zu gehen ohne viel Aufwand bei der Eindämmung deiner Gedanken. (Rajneesh: Beyond the Frontiers of the Mind)

Solche Okkultisten haben nur eine Motivation: Wille zur Macht und Selbsterhöhung. Dementsprechend sind Gurdjieffs „Lehren“: der gewöhnliche Mensch ist nichts als ein Roboter, eine bloße Marionette des reinen Zufalls und ohne eigene Seele, die Jünger Gurdjieffs jedoch würden diesen sinnlosen mechanischen Wiederholungszwang der Natur durchbrechen und eine Seele und somit ein sinnvolles Schicksal erlangen. Sie würden frei wie Gott jenseits der Natur wie der „Thetan“ in L. Ron Hubbards Dianetik und Scientology (weitgehend ein Plagiat der Crowleanity). Praktisch wird diese Freiheit durch Dekonditionierung erlangt, d.h. sado-masochistische Praktiken, die der okkulte Führer anordnet, um die Konditionierungen aufzubrechen, die den Menschen in Ketten halten (z.B. Abscheu, Ekel, Schamhaftigkeit und Moral).

Dies ist heute der Schlüssel zum Neo-Satanismus in der Tradition Aleister Crowleys, man denke nur an das „Ekeltraining“. Es wird immer wieder von Folterungen, Vergewaltigungen bis hin zum Opfermord an Babys und Kleinkindern berichtet. Dies gehöre zum Alltag der neo-satanistischen Crowleyanischen Geheimsekten, die sich hermetisch abkapseln, indem zum „de-konditionierenden“ Aufnahmeritual ein Schwerverbrechen gehört (in erster Linie Foltermord). Das wird immer wieder und zwar ziemlich glaubwürdig als „urban legend“ und Sensationsmache in Abrede gestellt. Crowley habe alles immer nur allegorisch gemeint und nur der Uneingeweihte könne so blöd sein, teilweise schockierende Stellen wörtlich zu nehmen. Das Problem dabei ist, daß in der Esoterik das Gegenteil dieser einleuchtenden Logik gilt: dem Uneingeweihten und dem Anfänger wird gesagt, daß das alles selbstverständlich nur eine Allegorie ist, während der Eingeweihte weiß, daß es eins zu eins gilt. Die perfekte Geheimhaltung!

Der freie Übermensch auf der einen und der konditionierte Untermensch auf der anderen Seite. Der Sadismus ist darauf ausgerichtet, den „Untermenschen“ zu zerbrechen oder ihn durch das sadistische Dekonditionieren, das seinen „wahren Willen“ freilegt, in einen „Übermenschen“ umzuwandeln – wenn er nicht vorher zerbricht und sich dergestalt als ungeeignet erweist. Das Neue Zeitalter einer okkulten Super-Rasse ist das Ziel. Eine weitere Lehre von Gurdjieff ist Bewegung um ihrer selbst willen. Dies war auch der Sinn „der Bewegung“ des Nationalsozialismus: hysterisch muß es ständigen Wechsel geben, ständige Mobilisierung, nie endendes imperialistisches Wachstum und Überschreiten aller materiellen und ethischen Grenzen, die vollkommene Mobilisierung, „der totale Krieg“ – bis zur Shoa.

Übermenschen wie Gurdjieff sind frei von aller Moral und Ethik. Sie haben kein schlechtes Gewissen, weil, Gurdjieff zufolge, die Vergangenheit nicht die Gegenwart bestimmen sollte. Gurdjieff geht sogar so weit, zu behaupten, daß man die Vergangenheit von der Gegenwart abhängig machen könne – Stalin hat ja auch tatsächlich gezeigt, daß sowas geht… Außerdem übernahm er ganz wie sein Nachfolger Bhagwan keinerlei Verantwortung für die ihm hörigen Jünger, denn Verantwortung mache einem zum Sklaven. Absolute Freiheit ist das Ziel und die Jünger sind für sich selber verantwortlich. Wie Hitler übernahmen Gurdjieff und Bhagwan alle Verantwortung, wollten aber keine Verantwortung tragen.

Gurdjieff war stolz darauf, seinen Lebensunterhalt durch kriminelle Manipulation der „Roboter“ erlangt zu haben. Da, Gurdjieff zufolge, wir normalen, nicht-esoterischen Menschen nur Schlafwandler, Zombies und überhaupt keine richtigen menschlichen Wesen sind, keine Seele haben, und deshalb gar nicht wirklich existieren, kann der okkulte Übermensch mit uns tun, was er will. – Abgesehen vom Gurdjieff-Kult werden viele Leser persönliche Erfahrungen mit der verächtlichen Haltung von Kleinen Männern gemacht haben, die „in Therapie“, „im spirituellen Wachstumsprozeß“ oder was auch immer sind, gegenüber uns, die wir nicht erwacht und Teil dieser Bewegung sind.

Durch den Einfluß seiner dritten Frau war der amerikanische Architekt Frank L. Wright tief beeindruckt von Gurdjieffs Lehren. Er lebte zusammen mit seinen Studenten im Gurdjieff-Stil, d.h. sie mußten für ihren Meister Wright arbeiten. Sie arbeiteten wie Sklaven von 7 Uhr morgens bis 10 nachts. Seine Frau bestimmte ihr Privatleben: wer eine Affäre mit wem haben durfte bzw. sollte, usw. Wirklich eine perfekte faschistische Gurdjieff-Gemeinde – und alle waren vollkommen glücklich. Frau Wright, ehemalige Schülerin Gurdjieffs, war ein echter Pestcharakter. Besonders hart war sie zu den anderen Frauen. Sie war die Bienenkönigin. Wrights „Schule“ der Architektur war ein semi-religiöser Kult.

Ein Gutteil, nein fast alles, in der „esoterischen“ Populärkultur beruht auf nackten Lügen. Man nehme nur, was aus Madame Blavatskys Schmierereien hervorgegangen ist: das reicht von der Theosophie und Anthroposophie über den Nationalsozialismus bis hin zu David Icke, der heute nichts anderes tut, als Blavatskys aufgewärmte „Lehren“ zu verbreiten, um neue Generationen mit diesem Gedankengut zu verblöden. Von vorne bis hinten ist diese vermeintliche „Esoterik“ schlichtweg erlogen. Nichts anders als etwa all der Unsinn, den Gurdjieff dem dekadenten Gesindel des Westens aufgetischt hat. Oder man denke an so einen Dreck wie die allbekannten „Kristallschädel“. Ganze Bücher wurden geschrieben, einzig und allein um diesen lächerlichen Tinnef mit möglichst großem Profit verkaufen zu können. Es gibt nach wie vor Millionen, die dem kriminellen Lügner Zecharia Sitchin seine frei erfundenen Lügenmärchen über den zwölften Planeten, die Sumerer und die „Anunnaki“ abkaufen. Ich könnte stundenlang so fortfahren. Beispielsweise habe ich mich mit dem grotesken Paar Nicolai Levashov „Svetlana de Rohan Levashova“ beschäftigt.

Diese Leute machen ein Vermögen und nähren ihr Ego. Aber warum folgen so viele diesem so offensichtlichen und manchmal wirklich nur peinlichen Schwachsinn? Ich meine, wer Sitchin ernstgenommen hat, sollte bei Amazon dringend ein neues Gehirn bestellen!

Die Menschen folgen den Lügnern in Scharen, weil sie belogen werden wollen. Die Wahrheit fliehen sie. Wahrheit zieht nämlich immer mehr Wahrheit nach sich und, das Wahrheit nichts anderes als Kontakt mit der Wirklichkeit ist, folgt daraus stets Arbeit (oder Liebe oder Wissenserwerb). Das schlimmste, was einem gepanzerten Organismus widerfahren kann: produktive Bewegung! Das Faszinosum, das diese Lügen für so viele Menschen darstellt, ist darin begründet, daß sie eine Karikatur der Wahrheit sind, sozusagen „folgenlose Wahrheit“. Es geht stets um Konzepte, die Reichs Entdeckungen sehr nahe kommen. Es dreht sich alles auf verkorkste Weise um „Lebensenergie“ oder etwa, wie bei Sitchin, um den Beginn der menschlichen Falle (die Ursprünge der menschlichen Panzerung) oder um den Christusmord. Das erklärt auch den sensationellen Erfolg von Schundromanen wie Assassini, Illuminati, Sakrileg und Da Vince Code. Mit den ungebildeten Lesern dieser Schundliteratur muß ich regelmäßig über allen möglichen hanebüchenen Unsinn „diskutieren“. Millionen Menschen leben in einem unwirklichen Paralleluniversum!

Von Anfang an hat dieser Müll die Orgonomie gefährdet. Trevor Constable, einst mit dem ACO verbundener Cloudbuster-Operateur, hat versucht, die Orgonomie mit der Anthroposophie zu verbinden. Neulich wurde hier auf David Brahinsky verwiesen.