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Der biologische Rechenfehler in der Marxschen Mehrwertlehre (Teil 2)

2. Februar 2016

Liebe, Arbeit und Wissen sind die Grundlage der Arbeitsdemokratie. Die Menschen benötigen eine emotionale, gemeinschaftsbildende Beziehung, sie müssen in dieser Gemeinschaft kooperativ tätig sein und diese Tätigkeit muß zielgerichtet und planvoll sein. Später wurde aus dieser Triade der Gegensatz von „Arbeit und Kapital“, den die Linke stets verschärfen wollte, während die Rechte ihn auf illusorische Weise zu verkleistern trachtete, sei dies nun im Sinne der „nationalsozialistischen Volksgemeinschaft“ oder der „sozialen Marktwirtschaft“.

Das folgende wird sehr schön durch das Schicksal des „Oligarchen“ Michail Chodorkowski illustriert. In einem Interview kurz vor seiner Verhaftung 2003 durch das faschistische Putin-Regime gab er zu Protokoll:

Wissen Sie, als ich zu YUKOS kam, 1996, hatten die einen Schuldenberg von 3 Milliarden Dollar. Die Gesellschaft produzierte 40 Millionen Tonnen Erdöl und die Produktion sank um 7 Prozent pro Jahr. Die Selbstkosten betrugen 12 Dollar pro Barrel, das heißt, sie lagen über dem Marktpreis.
Heute kostet uns ein Barrel Öl 1,5 Dollar und wir zahlen 3 bis 4 Milliarden Dollar Steuer jährlich – 3 bis 4 Milliarden Dollar! Wir wachsen um 20 Prozent pro Jahr und fördern keine 44 Millionen Tonnen Öl, sondern 80. Die Gesellschaft zahlt ihren Aktionären Dividenden und legt Mittel zurück für weitere Großinvestitionen.

Man höre oder lese den ganzen sehr aufschlußreichen Bericht des Deutschlandfunks.

Bei meiner Beschäftigung mit dem Reichschen Konzept „Arbeitsdemokratie“ kam ich dazu, die funktionellen Paare
„Psyche und Soma“,
„Idee und Tätigkeit“ und
„Unternehmer und Arbeiter“
funktionell gleichzusetzen ohne viel auf Reichs Ansichten zum Problemkomplex „Kapital und Arbeit“ zu achten, die doch teilweise von Marx geprägt sind. Nun überraschte mich der Gedanke, daß ja meine Überlegungen bereits im Motto der Arbeitsdemokratie enthalten sind:

Liebe, Arbeit und Wissen sind die Quellen unseres Lebens. Sie sollten es auch beherrschen.

Was liegt näher als diese drei „Quellen“ orgonometrisch in Beziehung zu setzen? Und ist überhaupt eine andere Zusammenstellung denkbar als die folgende?

Zusammenarbeit und Vertrauen als unverzichtbarer Kern jedes ökonomischen und sozialen Lebens.

Das komplexe Verhältnis von Kapital und Arbeit läßt sich auch entsprechend der „psychosomatischen Beziehung“ darstellen, wie Reich sie 1944 in seiner Arbeit Orgonotic Pulsation präsentiert hat:

  • Richtet sich 1 gegen 2 haben wir die funktionelle Entsprechung des ersten Falls vor uns, den Idealismus: Wirtschaft wird vom Unternehmer als großem Patriarchen bestimmt, dem man nur zu gehorchen hat und der Laden läuft: Befehl, Gehorsam und Kontrolle.
  • Richtet sich 2 gegen 1 liegt der mechanistische Materialismus vor, wie wir ihn im revolutionären Marxismus-Leninismus vor uns haben: der imgrunde überflüssige Unternehmer muß weg, so daß die Wirtschaft besser läuft, da der „Widerspruch von Kapital und Arbeit beseitigt ist.“
  • In der Entsprechung des „psychophysischen Parallelismus“ laufen Kapital und Arbeit (3 + 4) unabhängig nebeneinander her: so sieht es größtenteils in den westlichen Demokratien aus.
  • Im Mystizismus laufen Kapital und Arbeit (5 + 6) auseinander und sind unvereinbar: hier haben wir die alten feudalistischen (und die modernen „kommunistischen“) Staaten vor uns, wo der Adel vollkommen vom arbeitenden Volk abgeschnitten war. In Ländern wie Spanien und China war für die Edelleute Arbeit (selbst „unternehmerische Arbeit“) etwas zutiefst Entwürdigendes und Unehrenhaftes.
  • Im Monismus schließlich gibt es keinen Unterschied zwischen beiden (7 + 8): dies findet sich in den faschistischen Ideologien (und vielleicht auch im Anarchismus) wieder, wo vollständig von der Arbeitsteilung abstrahiert wird und eine illusorische Versöhnung realer Interessengegensätze (die „Volksgemeinschaft“) gepredigt wurde.
  • 9 steht für die undifferenzierte biologische Schöpfungskraft an sich.

So mancher „Reichianer“ vertritt entgegen diesem funktionellen „holistischen“ Ansatz noch immer das alte Marxistische Prinzip, daß einseitig die „lebendige Arbeit“ über das „tote Kapital“ obsiegen muß, damit sich die Arbeitsdemokratie entfalten kann. Daß ein solches fehlerhaftes Denken, das nur eine der fünf Möglichkeiten, nämlich die oberflächlichste sehen will (oder gar „orgonomisch“ in der tiefsten verharren will), bei seiner materiellen Verwicklung zwangsläufig in die Tyrannei führen muß, hatten am Ende selbst die Kommunisten erkannt. So beschrieb ein sowjetischer Wissenschaftler den sozialpsychologischen Zustand der UdSSR am Ende ihrer Existenz wie folgt:

Entpersönlichung des gesellschaftlichen Lebens und Unterbewertung des individuellen Ursprungs des Daseins (…). Viele Jahre hindurch wurde die menschliche Individualität unter dem Banner des Kampfes gegen den Individualismus konsequent erniedrigt und unterdrückt. In der Wirtschaft förderte dies die Gleichmacherei in der Entlohnung, in der Politik die Bürokratisierung des gesellschaftlichen Lebens und eine Vorstellung vom Menschen als einem Schräubchen, das sich automatisch im unpersönlichen Mechanismus der Maschinengesellschaft dreht. Es galt sogar, wie einst in der archaischen Gesellschaft [d.h. im fiktiven „Urkommunismus“], als unanständig in erster Person zu sprechen, da dies als egozentrisch aufgefaßt wurde. (z.n. Deutschlandfunk, 4.1.1989)

Es ist sehr interessant, was Bronislaw Malinowski 1935 am Ende seines Werkes über die trobriandrische Landwirtschaft schrieb. Im Lichte seiner Analyse zeige sich,

wie vergeblich die Unterscheidung zwischen kommunistischem und Privateigentum ist. Ich hätte durchweg zeigen können, wie jeder Anspruch, jede Beziehung zwischen Mensch und Boden betontermaßen sowohl individuell wie kollektiv ist. (Korallengärten und ihre Magie, Frankfurt 1981)

Malinowski hebt hervor, wie ungeheuer komplex die angeblich „urkommunistische“ Wirtschaft der Trobriander ist – daß hier praktisch alle denkbaren Wirtschaftsordnungen in einer funktionellen Einheit verbunden sind. Dagegen handelt es sich bei den alten anthropologischen Theorien, die den „Wilden“ entweder zum Kommunisten oder zum Prototyp des brutalen Manchesterkapitalisten machen wollen,

um einen schlechten und unklugen Kurzschluß; durchgehend haben wir gesehen, daß das eigentlich Problem nicht im Entweder-Oder von Individualismus und Kommunismus liegt, sondern in der Wechselwirkung kollektiver und persönlicher Ansprüche.

Selbst in unserer Wirtschaft ist nicht alles so eindeutig „kapitalistisch“ wie es manche Ideologen gerne in sie hineindeuten wollen. Man frage z.B. einen Arbeiter, wem die Drehbank gehört, an den er steht. Mit einigem Recht wird er sagen, daß es seine ist, weil er an ihr arbeitet, oder er sagt, sie gehöre dem Chef. Gleichzeitig ist der Arbeiter aber in das Kollektiv des Betriebes eingebunden, genauso wie der Chef von Geldgebern (und selbst der Dreher könnte z.B. Aktien besitzen) und Kunden abhängt, die gewissermaßen auch sagen könnten, ihnen würde die Drehbank gehören. Hier nur die Unterdrückung der „lebendigen Arbeit“ durch das „tote Kapital“ sehen zu wollen, hat nichts mit Wissenschaft zu tun. Vielmehr geht es darum, diese Beziehungen und Abhängigkeiten, die bioenergetische Spannung wechselseitiger verpflichtungen, weiter so auszubauen und bewußt zu machen, daß unsere Gesellschaft zu einer wahrhaft „sozialen Marktwirtschaft“ wird und nicht nur in der Entsprechung des „psychophysischen Parallelismus“ verharrt.

Eine Lehre, die eine der funktionellen Komponenten des gesellschaftlichen Organismus verwirft, muß ihn umbringen, sollte sie verwirklicht werden. Marx hat das Kapital abschaffen wollen und hat damit zwangsläufig auch jeden Individualismus und jede Initiative erstickt. Wäre er wirklich ein Dialektiker und kein Dogmatiker gewesen, hätte er erkennen müssen, daß dialektisches Denken keine letzte Instanz kennt. Bei ihm war es die Entwicklung der Produktivkräfte, so als hinge dies nicht von der Innovation ab – dem angeblichen „Überbau“ also. Außerdem ist der Marxsche „revolutionäre“ Ansatz a priori gegen die Arbeitsdemokratie gerichtet, während die Orgonomie im Grunde konservativ ist.

Arbeitsdemokratie wurzelt in dem, was die Ahnen geschaffen haben. Das reicht von dem was Pflanzen und Tiere getan haben, „um“ die Erde erst für den Menschen bewohnbar zu machen, bis zu unseren direkten, menschlichen Vorfahren, die uns ihre künstlichen Organe vermacht haben, ohne die wir nackt und dem Tode geweiht wären. Und wo wären wir ohne den einen Menschen, der als erster künstlich Feuer erzeugt hat! Hier haben wir den sehr rationalen Kern der Ahnenverehrung vor uns.

In seiner Massenpsychologie des Faschismusbeklagt Reich:

Woher kommt es, daß von Millionen Autofahrern, Radiohörern etc. nur ganz wenige die Namen der Entdecker des Autos und des Radios kennen, dagegen jedes Kind die Namen der politischen Pestgeneräle kennt?

Und Hans Hass schreibt im Zusammenhang mit seiner Energontheorie:

Sofern wir (…) Häuser, Sessel und Straßen als etwas Gegebenes und Selbstverständliches ansehen, ist uns kaum zu helfen. (…) Das Vorgefundene wird als selbstverständlich angesehen. Was nicht den eigenen Wünschen entspricht, wird zum Impuls für Kritik und Aggression. Betrachten wir indessen, wie alles entstand, dann sehen die Dinge ganz anders aus. (Naturphilosophische Schriften)

Hier gehört auch die Psychopathologie des liberalen Charakters hin, der im Gegensatz zum konservativen Charakter jeden Kontakt zu seinen Ahnen und damit zum Leben verloren hat. Imgrunde kann er nur zerstören. Marx war ein Prototyp dieses gesellschaftlichen Krebses, dessen einzige Lebensperspektive Zerstörung ist.

Der biologische Rechenfehler in der Marxschen Mehrwertlehre (Teil 1)

1. Februar 2016

Franz Steinkühler, damals noch Vorsitzender der IG-Metall, sagte am 1. Mai 1989, also dem Jahr, in dem der Kommunismus unterging:

Der Grundkonflikt in dieser Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung läuft nicht zwischen Deutschen und Ausländern, sondern zwischen Kapital und Arbeit.

Dazu meint Roland Baader, ein Schüler von F.A. von Hayek und selbst Unternehmer:

Man muß sich die Infamie, die heuchlerische Demagogie und die haßschürende, staats- und gemeinschaftszersetzende Kaltschnäuzigkeit, die hinter solcher Verbaldiarrhöe steckt, nicht auf der Zunge, sondern im Kopf zergehen lassen, um die ganze Pestilenz ihrer zerstörerischen Wirkung zu erkennen. Im Klartext heißt der Satz: Statt die Ausländer zu hassen und zu verachten, haßt lieber die Kapitalisten. (Kreide für den Wolf, Böblingen 1991, S. 249f)

Dieser Klassenwahn unterscheidet sich in nichts vom Rassenwahn der Nazis.

Im Zusammenhang einer Auseinandersetzung mit „anti-faschistischen“ und feministischen Gewaltphantasien schreibt der Publizist Klaus Rainer Röhl:

Insgesamt galt den orthodoxen wie den neo-utopistischen Lehren der Kapitalismus als das Alte, Absterbende, das manchmal auch das „Verfaulende“ genannt wurde. Man beachte den im Grunde darwinistischen, rassistischen Sprachgebrauch! Eine Welt, die negativ zu bewerten ist und bekämpft werden muß, auch mit Gewalt. Dagegen stand (und steht) das Neue, die Arbeiterbewegung und ihre Vordenker, die von einer besseren Welt, einem neuen Menschen träumen (Auch hier haben wir wieder die biologisch gesündere, Schöne Neue Welt!). (Röhl: Linke Lebenslügen, Frankfurt 1994, S. 168f)

Und schließlich Reich selbst: er erinnert an die Ritualmordlegenden und an das Bild des Juden, der kleine Jungen beschneidet.

Solche Dinge tut nur ein Wesen, das selbst alle Lust, speziell Sexuallust für sich rauben will. Der Jude nimmt also dem Arier die Mädchen weg, nachdem er die Männer kastriert hat. Der Jude nimmt immer etwas weg. Da er zudem das Unglück hat, durch frühere Judenverfolgungen dem Handel zu frönen, raubt er Geld. Nur ein Schritt noch, und er ist der Inbegriff des „Kapitalisten“ geworden. So kann sich unter geschicktester Ausnützung der Sexualangst vor dem Schächtjuden der gesamte Gefühlshaß der Massenmenschen gegen den Geldwucherer, mit anderen Worten, den „Kapitalisten“, auf den Juden verlagern. Der Jude zieht somit sowohl den sozialistischen Kapitalistenhaß wie die erworbene Sexualangst auf sich. (Menschen im Staat, S. 178)

Reich hat stets großen Wert darauf gelegt, daß Marx selbst nie mit diesem Haß gegen Kapitalisten gespielt habe. Ihm war das so wichtig, daß er seinem Aufsatz über „Die lebendige Produktivkraft (Arbeitskraft) bei Karl Marx“ ein entsprechendes Marx-Zitat voranstellt (Menschen im Staat, S. 61). „Roter Faschismus“ war für Reich geradezu dadurch definiert, daß die Emotionelle Pest, also irrationale Politiker, Marx‘ wissenschaftliche Werttheorie im Nachhinein mit einem Ressentiment gegen die Kapitalistenklasse verknüpft habe (ebd., S. 62).

Reich verdrängt dabei, daß Marx selbst in erster Linie Politiker war und von ganz persönlichen „antikapitalistischen“ Ressentiments getrieben wurde. Ein Zeitzeuge erinnerte sich „des schneidend höhnischen, ich möchte sagen, des ausspuckenden Tones“, wenn Marx das Wort „Bourgeois“ aussprach (Carl Schurz: Lebenserinnerungen, Bd. 1, Berlin 1906, S. 144). Reich war sich nicht bewußt, daß es von Anfang an um die Ausrottung der Kapitalistenklasse ging. Der Klassenwahn der Marxisten war faktisch identisch mit dem Rassenwahn der Nazis. Zum Beispiel hat Ulrike Meinhoff in einem Interview gesagt, daß hinter Auschwitz ein wahres, von den Nazis ausgebeutetes antikapitalistisches Gefühl gesteckt habe, bei dem die Juden stellvertretend für die Kapitalisten vernichtet wurden.

Und selbst wenn man Marx als Wissenschaftler, d.h. das Problem „Mehrwert“, ernst nimmt: Der Biologe und Wirtschaftstheoretiker Hans Hass bringt im dritten Band seiner Naturphilosophischen Schriften einen sehr interessanten Gedanken zum Thema vor: Marx habe, schreibt Hass, „die funktionelle Bedeutung des Unternehmers und jene des Konkurrenzkampfes als Gratisinstrument zur Hochhaltung der Leistungen“ übersehen. Darunter würden die kommunistischen Staaten noch heute leiden (Hass formulierte das in den 1960er Jahren) und indem sie

die Bindung von Betriebsmitteln an Einzelpersonen nicht gestatten, verhindern sie gewaltsam die Bildung von Energonen. (…) Ausgerechnet der menschliche Impuls zur individuellen Energonbildung – auf der die zweite Stufe der Evolution beruht – wird so weitgehend zum öffentlichen Feind gemacht.

Hass führt weiter aus, Marx habe Mißstände gesehen und geglaubt,

daß zu deren Behebung die Austilgung einer ganzen Sparte von Funktionsträgern notwendig sei: die Austilgung der Unternehmer. Die große funktionelle Wichtigkeit dieser organisations- und risikofreudigen Menschen übersah er. Die Vorstellung eines vom Arbeiter geschaffenen „Mehrwerts“, der ungerechterweise in die Taschen von Unternehmern falle, blendete ihn derart, daß er den komplementären „Mehrwert“, den der Unternehmer schafft, übersah. Gerade dieser ist aber von nicht geringerer Wichtigkeit – und zwar nicht nur für den einzelnen Betrieb, sondern darüber hinaus als Impuls für die gesamte Wirtschaft eines Volkes.

Wenn Marx durch seinen Kapitalistenhaß nicht dermaßen geblendet gewesen wäre, hätte er selbst die funktionelle Rolle des Unternehmers aus seinen eigenen Formulierungen ableiten müssen. Im Kapital unterscheidet Marx nämlich die Arbeit des Tieres, z.B. den Wachszellenbau der Bienen, von der des Menschen dadurch, daß der menschliche Baumeister schon

die Zelle in seinem Kopf gebaut hat, bevor er sie in Wachs baut. Am Ende des Arbeitsprozesses kommt ein Resultat heraus, das beim Beginn desselben schon in der Vorstellung des Arbeiters, also schon ideel vorhanden war.

In der Manufaktur nun geht diese „Idee“ des Handwerkers auf, löst sich von ihm. Marx weiter:

Die geistigen Potenzen der Produktion erweitern ihren Maßstab auf der einen Seite, weil sie auf vielen Seiten verschwinden. Was die Teilarbeiter verlieren, konzentriert sich ihnen gegenüber im Kapital.

Dieser „Scheidungsprozeß“ zwischen „geistiger Potenz“ und Arbeit

vollendet sich in der großen Industrie, welche die Wissenschaft als selbständige Produktionspotenz von der Arbeit trennt und in den Dienst des Kapitals preßt.

Dazu zitiert Marx den sozialistischen Ökonomen William Thompson (1785-1833):

Der Mann des Wissens und der produktive Arbeiter sind weit voneinander getrennt, und die Wissenschaft, statt in der Hand des Arbeiters seine eigenen Produktivkräfte für ihn selbst zu vermehren, hat sich fast überall ihm gegenübergestellt (…) Kenntnis wird ein Instrument, fähig von der Arbeit getrennt und ihr entgegengesetzt zu werden.

Kapital ist also im Kern nichts anderes als Know How.

Zur gleichen Zeit taucht bei den „romantischen“ Nationalökonomen wie Adam Müller (1779-1828) aber auch bei Friedrich List (1789-1846) der Begriff des „geistigen Kapitals“ auf. „Damit wird das Ergebnis der Erziehung, die schöpferische Kraft, die Fachkenntnis u.dgl. eines Menschen oder eines ganzen Volkes bezeichnet“ (Weber: Kompendium der Volkswirtschaftslehre, Düsseldorf 1969). In neuerer Zeit hat H. Gross den Begriff Das Geist-Kapital (Düsseldorf 1970) geprägt:

Geisteskapital ist das zielsetzende, systembildende und unternehmerische Element, das intellektuelle Kräfte aktiviert und das Wollen durch Können realisiert. Wollen ist Voraussetzung für neue Problemlösungen oder der „Strategie im Reich der Wünsche“; Wollen formt Unternehmen und Institutionen zu Systemen, die zielgerichtet und flexibel Intelligenz, Arbeit, Boden und Kapital einsetzen (…) Das Unternehmerische ist durch das Geistkapital charakterisiert, das Wissen verarbeitet und den Mut zum Risiko des Wollens einschließt.

Reichs „alle Klassen übergreifende natürliche Arbeitsdemokratie“ schließt natürlich mit dem Unternehmer auch den angeblichen „Ausbeuter“ mit ein. Das „Geistkapital“ ist das eigentliche, wesentliche, das zielsetzende und strategische Element des Unternehmertums. Der orgonomische „Organisations-Therapeut“ Martin Goldberg stellt dar, daß der „unternehmerischen Vision“ eine fundamentale bioenergetische Funktion ist, die beim Individuum dem Gehirn entspricht.

In der Wirtschaft repräsentiert der Unternehmer das, was unser Gehirn und unsere Konzepte in unserem Körper sind. Hass, der noch größtenteils dem traditionellen Kapital-Begriff verhaftet bleibt, schreibt hierzu:

Das eigentliche und wirkliche (!) menschliche „Kapital“ besteht im Gesamtbesitz an Verhaltensrezepten zum Aufbau von Funktionsträgern und deren Verwendung.

Der Mensch hätte sich die Welt „nicht so sehr durch Handlungen erobert (…), sondern durch das ‘Spiel’ seiner Gedanken und Vorstellungen.“

Die Phantasie sei deshalb vielleicht die wichtigste der menschlichen Besonderheiten. Weiter zitiert Hass die Arbeit des Wirtschaftwissenschaftlers J.K. Galbraith, wonach im Laufe der Geschichte zuerst Grundbesitz, danach „Kapitalbesitz“ und seit neustem Spezialwissen die Quellen ökonomischer Macht gewesen seien (Naturphilosophische Schriften, Bd. 3). Meines Erachtens hat dabei Galbraith übersehen, daß schon immer Know How zum Erwerb, zur Erhaltung und zur Anwendung „materieller Machtfaktoren“ notwendig war. Wie Francis Bacon an der Wende vom Feudalismus zum Frühkapitalismus, also zur „Zeit des Großgrundbesitzes“, sagte: „Wissen ist Macht.“

Reichs eigene Haltung zum „Mehrwert“, den der Unternehmer erwirtschaftet, läßt sich aus seinem Artikel über die Orgonometrie erschließen, wo er sagt, daß

die Qualitäten der Funktionen Priorität vor der Quantität der Funktionen haben. Dies steht sogar in Übereinstimmung mit der praktischen Ingenieurstätigkeit. Bevor irgendwelche Messungen für das zukünftige Bauwerk unternommen werden können, muß seine Gestalt und Anlage bestimmt werden. Wir können nicht damit anfangen ein Haus zu bauen, indem wir die Ausmaße einer Wand messen. Zuerst muß die allgemeine Grundidee über die Eigenschaften vorhanden sein. („Orgonometric Equations: 1. General Form“ Orgone Energy Bulletin, Vol. 2, 1950)

Und eben dies ist die funktionelle Aufgabe des Unternehmers.

Siehe dazu auch Reichs Ausführungen in der Massenpsychologie des Faschismus (Fischer TB, S. 339f) über die „lebensnotwendige Arbeit der Kapitalisten“. Er nennt als Beispiele für den „selbst arbeitenden, planenden und produzierenden Unternehmer“ Henry Ford, Thomas Edison, die Gebrüder Wright, Junkers, Reichert und Zeiss.

Der Kapitalismus ist nicht die Lösung

21. Januar 2016

Reich wurde in eine Familie von Großgrundbesitzern hineingeboren, die in Galizien wie kleine Landadlige herrschten. Verhältnisse wie heute vielleicht in Guatemala! Im Ersten Weltkrieg implodierte diese Welt. Wie viele seiner Generation war der restlos desillusionierte Frontkämpfer Reich vom „russischen Experiment“ fasziniert. In seiner Tätigkeit als Psychiater und Psychotherapeut, der Ambulanzen für Mittellose anbot, hatte er aus erster Hand Einblicke in das schier ausweglose Elend der Nachkriegszeit. Leute wie die Hausärztin Marie „Mizzi“ Frischauf-Pappenheim (1882-1966) überzeugten ihn schließlich von der Marxistischen Wirtschaftstheorie. Eine gerechte Welt war möglich.

Zwar glaubte er im Laufe der Zeit weniger und weniger an linke Politik, die im Kern „Sozialpolitik“ ist (d.h. von der Hilflosigkeit der Massen lebt und diese perpetuiert) und formulierte sein Konzept der „Arbeitsdemokratie“, doch am ökonomischen Kerngehalt des Marxismus hielt er stets fest, zumal er am Ende seines Lebens zunehmend mit der ekelerregenden Geschäftemacherei der Pharmaindustrie konfrontiert war. Der Orgonenergie-Akkumulator war eine potentielle Gefährdung ihrer Profite! (Reichs Anwälten wurde das ganz offen gesagt.)

In meiner Auseinandersetzung mit Marx habe ich in diesem Blog zu zeigen versucht, daß dessen „Politökonomie“ unvereinbar mit Reichs Konzept Arbeitsdemokratie ist, es jedoch eine große Schnittmenge zwischen der Arbeitsdemokratie und Friedrich August von Hayek gibt, der „Österreichischen Schule“ in der Ökonomie.

In der Österreichischen Schule geht es im Grunde nur um eines: die Wirtschaft ist dermaßen „organisch verwoben“, daß man sie nicht von außen regulieren kann.

Friedrich August von Hayek’s time has come! In diesem Artikel wird jedoch kritisch angemerkt, daß die Österreichische Schule nicht erklären kann, warum die Märkte immer wieder daran scheitern, eine vernünftige und vor allem finanzierbare Gesundheits- und Altersversorgung für die Unterschicht bereitzustellen.

Beispielsweise ist das Gesundheits- und Rentensystem von der Qualität her in den USA zwar geradezu traumhaft, wenn man ein gutes Einkommen hat oder auch zufällig in der richtigen Branche, in der richtigen Firma arbeitet, aber für die Armen und auch für ein Gutteil der Mittelschicht ist es die reinste Katastrophe. Selbst wenn niemand hungern muß und im Notfall für medizinische Versorgung gesorgt wird (MEDICAID und MEDICARE), bleiben beispielsweise künstliche Hüftgelenke, die in Deutschland eine Selbstverständlichkeit sind, für viele alte Amerikaner ein unerreichbarer Traum. Deutsche können da nur vollkommen fassungslos mit dem Kopf schütteln.

Reichs erste Formulierungen seiner „Arbeitsdemokratie“ vom Ende der 30er Jahre erinnern sehr an „rätekommunistische“ und „anarcho-syndikalistische“ Konzepte – „unter Ausschluß des Privateigentums an gesellschaftlichen Produktionsmitteln“. Organisatorische Anregungen, die er bald fallenließ und durch eine Maxime ersetzte: Funktion hat stets Priorität vor Struktur – der rationale Arbeitsprozeß selbst soll die Gesellschaft bestimmen.

Damit näherte sich Reich der Vorstellungswelt der Österreichischen Schule sehr stark an. Es war nur folgerichtig, daß Hayek’s The Road to Serfdom zu einer der Grundtexte der Orgonomie wurde. Aber, wie gesagt, es gibt Lücken in der Österreichischen Schule, die ausgerechnet für die Orgonomie von zentraler Bedeutung sind, insbesondere das Gesundheitswesen.

Der Kapitalismus hat für eine praktisch hundertprozentige Versorgung der Bevölkerung mit Kühlschränken, Waschmaschinen, Telefonen, etc., neuerdings sogar mit Computern, gesorgt. Bei allem was recht ist: ich möchte in keinem anderen System leben und wäre bereit zur Waffe zu greifen, wenn hier der Sozialismus (oder meinetwegen „Rätekommunismus“) eingeführt würde! Gleichzeitig möchte ich aber auch nicht, daß zentrale Bereiche von „Liebe, Arbeit und Wissen“ vom Profitdenken bestimmt werden. Ich möchte nicht, daß die Alten und Schwachen unter die Räder geraten.

Genau hier ist Raum für Reichs „prä-amerikanische“ Überlegungen über „Arbeits- und Konsumvertreter“, die, um Reich zu paraphrasieren, aus ihren sachlich-fachlichen Kenntnissen und Fähigkeiten heraus die Interessen und materiellen Bedürfnisse der arbeitenden Massen vertreten (siehe Die natürliche Organisation der Arbeit, 1939).

Dies geschieht heute in jeder gutgeführten gemeinnützigen Organisation, solange sie nicht von irgendeiner meschuggen Ideologie bestimmt wird. Es ist kaum einzusehen, warum sich Medizin und Altenpflege flächendeckend nicht ähnlich organisieren lassen. (Wobei natürlich jedem freistehen sollte, daneben privatwirtschaftliche Lösungen anzubieten.)

Und es geht hier nicht nur um den Kapitalismus mit seinen Profitinteressen, sondern auch um jene Sozialdrohnen, die wie die Maden im Speck von der gegenwärtigen Sozialbürokratie leben. Man erzähle mir nicht, diese Leute hätten keine „Profitinteressen“! Beide, die „Kapitalisten“ und die „Sozialisten“, haben ein wirtschaftliches Interesse daran, daß den Menschen langfristig nicht geholfen wird.

Ein genuin arbeitsdemokratisches System würde die Medizin und sogar die Altenpflege mit der Zeit schrumpfen lassen. (Wenn man ihnen nur vernünftig hilft, können Alte sehr lange ein selbstbestimmtes und produktives Leben führen!) Ausgerechnet jene Bereiche also, die heute als „Zukunftsbranchen“ gelten.

Es geht um Solidarität – um Liebe. Wir brauchen einander. Das Problem ist, daß zwei Ebenen verquickt werden, die man auseinanderhalten muß: den Kapitalismus, der von Effizienzdenken und monetärem Kalkül geprägt ist, und die grundlegendere Arbeitsdemokratie, in der es darum geht, gemeinsam und wechselseitig Bedürfnisse zu erfüllen. Vom Feld der Arbeit auf das der Sexualität übertragen, entspricht das erstere der Ebene, von der die Evolutionsbiologie handelt, die kalte Welt der genetischen Auswahl, das letztere der bioenergetisch-emotionalen Ebene, von der in Reichs Sexualökonomie die Rede ist.

Dazu wollen wir auf die vielleicht ersten Anklänge an das Konzept „Arbeitsdemokratie“ in Reichs Werk blicken. Im Oktober 1934 fügte Reich folgende Fußnote seinem Aufsatz „Dialektischer Materialismus und Psychoanalyse“ (1929) an:

Da der heutige ökonomische Marxismus im Namen von Karl Marx gegen die Sexualökonomie polemisiert, bringe ich ein Zitat, das zeigt, wie sehr Marx die Bedürfnisse als Basis der Produktion und der Gesellschaft einschätzte (…). „Die Individuen sind immer und unter allen Umständen von sich ausgegangen, aber daß sie nicht einzig in dem Sinne waren, daß sie keine Beziehungen zueinander nötig gehabt hätten, da ihre Bedürfnisse, also ihre Natur und die Weise, sie zu befriedigen, sie aufeinander bezog (Geschlechtsverhältnisse, Austausch, Teilung der Arbeit), so mußten sie in Verhältnisse treten. Da sie ferner nicht als reine Ichs, sondern als Individuen auf einer bestimmten Entwicklungsstufe ihrer Produktivkräfte und Bedürfnisse in Verkehr traten, in einen Verkehr, der seinerseits wieder die Produktion und die Bedürfnisse bestimmte. So war es eben das persönliche individuelle Verhalten der Individuen, ihr Verhalten als Individuen zueinander, das die bestehenden Verhältnisse schuf und täglich neu schafft. Sie traten als das miteinander in Verkehr, was sie waren, sie gingen ‚von sich aus‘, wie sie waren, gleichgültig welche Lebensanschauung sie hatten. Die ‚Lebensanschauung‘ selbst, die windschiefe der Philosophie, konnte natürlich immer nur durch ihr wirkliches Leben bestimmt sein.“ (Marx-Engels, Deutsche Ideologie, Wien-Berlin, 1932, S. 16)

An der Basis haben wir die Arbeitsdemokratie, auf der der Kapitalismus beruht, der wiederum die gesellschaftliche Ideologie prägt. Vergegenwärtigen kann man sich das an einer Arztpraxis. Auf der untersten Ebene arbeitet der Arzt als eben das, als Arzt im persönlichen Kontakt mit seinem jeweiligen Patienten. Auf der zweiten Ebene ist der Arzt Geschäftsmann, der ein kleines Unternehmen nach betriebswirtschaftliche Prinzipien „kalten Herzens“ führt („Zeit ist Geld!“). Und auf der obersten Ebene ist er gefangen in irrationalen Regularien, etwa das vollkommen absurde „Qualitätsmanagement“, die die jeweilige gesellschaftliche Ideologie widerspiegeln.

Ostlebengorda

Sozialdarwinismus (Teil 2)

25. August 2015

In Teil 1 haben wir uns mit einer Möglichkeit, Arbeit und Antiarbeit voneinander zu unterscheiden, beschäftigt. Eine weitere Herangehensweise läge vielleicht darin, ökologische Betrachtungsweisen auf das Wirtschaftsleben zu übertragen. Demnach wäre Antiarbeit alles, was dem arbeitsdemokratischen „Ökosystem“ schadet.

Leider tut Hans Hass so, als würden die Energone ihre positiven Energiebilanzen im luftleeren Raum erzielen. Er scheint zu vergessen, daß alle Berufstätigen in einem Ökosystem verankert sind, nur daß hier die Fauna nicht aus Tieren, sondern aus anderen Berufstätigen besteht. So wäre z.B. ein Bäcker ohne Schuster, Arzt und Bauer überhaupt nicht in der Lage seine Brötchen zu backen, weshalb er sich ihnen ja auch mit „Tit for Tat“ nähern muß.

Daß Hass dies Eingebundensein so wenig in Betracht zieht, ist umso erstaunlicher, als er ja selber den Berufstätigen nicht auf den berufstätigen Menschen selber beschränkt, sondern auch alle für seine Erwerbstätigkeit notwendigen Einheiten umfassen läßt. Aus dieser Sichtweise ist aber unser Bäcker schon von vornherein in einen übergeordneten Organismus eingeordnet, ohne daß er erst Angestellter in einer Großbäckerei (also einem umfassenderen Energon) werden muß.

Demnach können wir die gesamte Arbeitsdemokratie als „übergeordnetes Lebewesen“ betrachten. In der Biologie wäre das so, als würde man z.B. Wälder, Wiesen oder Teiche so betrachten, wie Stephan Lackner es tut:

Ein gesundes, unbeschädigtes Gehölz schützt und stützt seine Einzelglieder. Der Waldrand mit seinen dichtverwobenen, bis zum Boden hinunter belaubten Ästen, die er der Außenseite zukehrt, ist ein Organ, genauso wie die Haut eines Tieres ein Organ ist. Dieser Mantel ist grundsätzlich anders konstruiert als das hohle, kahlstämmige Waldesinnere, das dem Knochengerüst vergleichbar ist. Zusammen bilden sie einen großen Organismus. (Die friedfertige Natur, München 1982)

Man kann sogar noch weiter gehen und die gesamte Erde als Lebewesen betrachten, das James Lovelock, wie in Die Orgonomie und die Energetik (Teil 2) erwähnt, „Gaia“ nennt. Lovelock sagt, „daß die Biosphäre eine sich selbst regulierende Wesenheit darstellt, dazu befähigt, unseren Planeten gesund zu erhalten, indem sie die chemische und physikalische Umwelt überwacht“.

Man denke auch daran, daß nach Reich sowohl der Mensch als auch die Atmosphäre eine Abpanzerung durch DOR erfahren können, daß also Gaia sich genauso panzern kann wie der Mensch.

Hass lehnt es jedoch strikt ab, Ökosysteme als Lebewesen zu betrachten. Denn im Gegensatz zu Energonen hätten Ökosysteme keinen Wirkungsgrad (die Entropie nimmt ab), sondern wären lediglich Gleichgewichtszustände (die Entropie bleibt konstant). Nach Hass befinden sich jene Systeme im Gleichgewichtszustand, denen nicht „das Kunststück durchschnittlich positiver Energiebilanzen gelingt. Hier zieht der Energonbegriff eine klare Grenzlinie.“ Hier hätten wir „die Kluft, welche die anorganische von den organischen Ordnungen trennt“ (Naturphilosophische Schriften, Bd. 2, München 1987).

Mit dem Orgonenergie-Akkumulator hat Reich gezeigt, daß diese Kluft nicht besteht und daß an der traditionellen Thermodynamik etwas nicht stimmen kann.

Hass‘ engbegrenzter Energonbegriff hat über die Vernachlässigung von (im weitesten Sinne des Wortes) „ökologischer“ Bewertungsmuster sicherlich dazu beigetragen, daß Hass grade jene Staatssysteme, z.B. das kommunistische, als am höchsten entwickelt und den Organismen am weitesten nahekommend betrachtet hat, die aus der Sicht eines Herbert Spencer ganz im Gegenteil am wenigsten entwickelt sind und in denen sich, nach Reich, die Arbeitsdemokratie am geringsten entfaltet hat.

Hass glaubt, daß „die Machtkörper des kommunistischen Ordnungsrezepts (…) den Organismen sehr ähnlich“ sind, da:

  1. die Initiative für Erwerb und Bedarfsbefriedigung dem Einzelnen entzogen und auf die Kompetenz der Gemeinschaft übertragen ist;
  2. die Leistungen des Einzelnen nicht ihm, sondern der Gemeinschaft dienen; und
  3. dem Einzelnen zugeteilt wird, worauf er im Rahmen der Gemeinschaft Anspruch hat. (Naturphilosophische Schriften, Bd. 4)

Dazu ist grundsätzlich zu sagen, daß diese Argumentation zweifelhaft bleibt, solange Hass nicht zwischen gepanzertem und ungepanzertem Organismus unterscheidet. Geht man nämlich vom gepanzerten Organismus aus, ist es nur ein kleiner Schritt „zur staatlichen Auffassung der menschlichen Gesellschaft oder umgekehrt, von der Idee des absoluten Staates zur mechanistischen Auffassung des Organismus.“ So Reich in Äther, Gott und Teufel, wo er die Arbeitsdemokratie mit dem (ungepanzerten) Organismus gleichsetzt.

Typischerweise fällt sowohl der „mechanistische gepanzerte Organismus“ als auch der „absolute Staat“ in eins mit seinem angeblichen Gegenteil: dem absoluten Chaos. So zeichnet sich der Zwangscharakter durch einen übergroßen Ordnungssinn aus, der jederzeit in sein schlampiges Gegenteil umschlagen kann. Viele Historiker haben sich verwundert darüber gezeigt, wie chaotisch und desorganisiert der nationalsozialistische Staat doch war. Das gleiche Phänomen fand sich im Realsozialismus.

Zwangsordnung und Chaos sind genauso funktionell identisch wie Ordnung und Freiheit. Weil zu viel „Ordnung“ Chaos bedingt, funktionieren weniger zwangsorganisierte Systeme besser und sind deshalb auch höher entwickelt. So ist Hass’ an Thomas Hobbes gemahnende Postulierung, daß der Kommunismus in seiner Organisation am höchsten entwickelt ist und darüber hinaus den natürlichen organismischen Verhältnissen am nächsten kommt, eine krasse Fehleinschätzung. Immerhin warnt aber Hass davor, daß gewaltsame (also sozialistische) Eingriffe in Wirtschaftssysteme den gleichen Effekt haben, wie gewaltsame Eingriffe in Ökosysteme. Und Hass schreibt, daß sowohl in „den Lebensräumen der Natur“ als auch im „liberalen Staat“ das „laisser fair laisser passer“ gewahrt bleiben.

Spencer unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Organisationstypen der Gesellschaft:

Die eine entspringt unmittelbar aus der Verfolgung individueller Zwecke und trägt nur indirekt zur sozialen Wohlfahrt bei; sie entwickelt sich unbewußt und ist nicht zwingender Natur. Die andere, die unmittelbar aus der Verfolgung sozialer Zwecke hervorgeht und nur indirekt zur individuellen Wohlfahrt beiträgt, entwickelt sich bewußt und ist zwingender Natur. (z.n. E.V. Zenker: Der Anarchismus [1895], Berlin 1984)

Spencer spricht hier von der freiwilligen Organisation, dem „industriellen Typus“, und der zwangsweisen Organisation, dem „kriegerischen Typus“, wobei der zweite „eine Folge des Abwehrbedürfnisses der Gesamtheit nach außen ist.“ Heute würden wir vom „unternehmerischen“ und „bürokratischen“ Organisationsmuster sprechen. Beim ersten Typus dient der Staat dem Individuum egoistisch als Organ, während umgekehrt beim zweiten Typus das Individuum „altruistisch“ zum Organ des Staats wird.

Den bürokratischen Typus finden wir im feudalistischen Absolutismus und im sozialistischen „Neofeudalismus“, während wir dem unternehmerischen Typus, der dem Ideal der Arbeitsdemokratie noch am nächsten kommt, im Kapitalismus begegnen. Nach diesem Schema wollen wir jetzt die vier Grundformen des Staates betrachten, die Hans Hass konstatiert (wobei unsere Darstellung in Einzelheiten aber gewichtig von Hass abweicht). Die ersten drei Grundformen gehören dem bürokratischen Typus an:

  1. Warum Spencer den bürokratischen Typus „kriegerisch“ genannt hat, sieht man am klarsten in seiner ersten Ausformung. Hier ist der Staat der Berufskörper des Herrschers, der ein Volk versklavt hat und es ausbeutet. Man denke an die Mongolenherrschaft über Rußland. Wir haben, so Hass, einen „schlechten Herrscher“ vor uns, der blind seine Erwerbsquelle ausplündert und damit seine eigene Lebensgrundlage untergräbt. Auf diese Weise, d.h. aus reinem Machtkalkül heraus, entstehen zwangsläufig Verbesserungen dieses Systems, die mit einer fortschreitenden „Humanisierung“ verbunden sind. In Wirklichkeit findet bei dieser Befriedung jedoch eine noch weitere Ausweitung des Staates statt, der schließlich die gesamte Gesellschaft umfaßt, so daß wir am Ende einen „Ameisenstaat“ vor uns haben. Diese Abfolge können wir uns an der russischen Entwicklung von der Mongolenherrschaft, über das Zarentum, bis zur kommunistischen Utopie vergegenwärtigen.
  2. Die erste Stufe dieser Verbesserung haben wir vor uns, wenn der reine Ausbeuter zu einem „guten Herrscher“ wird, der wie ein Parasit jedes Interesse hat, daß es seinem Wirt, also der Arbeitsdemokratie, einigermaßen gut geht. Das beste Beispiel für diese Entwicklung von Modell 1 zu Modell 2 ist der Wechsel von der SBZ zur „DDR“. Wurde der östliche Teil unseres Vaterlandes nach dem Krieg von den Sowjets noch offen ausgeplündert, änderte sich die reine Ausbeutung zur (naja…) sorgsamen Pflege, als sich das sozialistische Staatensystem ausbildete. Es entstand ein Staat, die „DDR“, der sich aktiv darum bemühte das Wirtschaftsleben funktionsfähig zu erhalten, um dem Parasiten, also der Nomenklatura, eine kontinuierliche Versorgung zu garantieren. Groteskerweise haben so die Kommunisten ihren Staat exakt nach dem Muster aufgebaut, das Marx in Das Kapital vom Staat als „Verwalter von Bourgeoisie-Interessen“ gezeichnet hat. Nach Hass hat Marx hier unser Modell 2 beschrieben, für das „die Scheinheiligkeit ein wichtiger Faktor“ sei. Man betrachte aus dieser Perspektive die Rolle, die die Ideologie im Ostblock einnahm!
  3. Die letzte Stufe der Befriedung des „kriegerischen“ Staatstypus würde dem entsprechen, was Hitler für die Nachkriegszeit als sozialistische „Volksgemeinschaft“ geplant hatte und was Chruschtschow, der letzte große Utopist Osteuropas, als „Volksstaat“ vorschwebte. Damit waren Systeme gemeint, in denen die Scheinheiligkeit überflüssig ist, weil alle Interessenkonflikte in einer allumfassenden Einheit aufgehoben sind – was genau dem Zustand bei den Ameisen entspricht. Selbstverständlich wird dies eine Utopie bleiben, nicht nur weil es den Interessen der Nomenklatura widerspricht, wie ja der Sturz Chruschtschows durch Breschnew gezeigt hat, sondern auch, weil der Mensch einfach nicht zur solidarisch-kollektivistischen Ameise geschaffen ist. Erstens reagiert er auf Zwang und nivellierende Einordnung mit unterschwelliger Rebellion, so fand im Ostblock über 40 Jahre hinweg „Dienst nach Vorschrift“ statt, und zweitens ist er nicht beliebig manipulierbar. Man denke an die Jugend im Ostblock, die vom Säuglingsalter an sozialistisch geformt wurde, nur um sich dann ihrer Natur gemäß dem Westen zuzuwenden.

Demnach war es dem Kommunismus grundsätzlich verwehrt, sich „natürlich“ weiterzuentwickeln und sich so zu stabilisieren. Aus dieser Sackgasse, in die der Rote Faschismus geraten ist, gibt es prinzipiell nur zwei Auswege – die nicht gangbar sind:

  1. Da sich also der Sozialismus von einer Pseudowissenschaft zur reinen Utopie verflüchtigt hat, versucht man krampfhaft das Modell 2 durch Reformen lebensfähig zu erhalten. Aber das führt zu nichts, da die Reformen immer inkonsequent bleiben müssen und deshalb das Chaos nur noch weiter erhöhen. Diese oberflächlichen Lockerungen erzeugen, da die entstandene Unordnung wieder bereinigt werden muß, eine stärkere Verhärtung. Lockert man z.B. das Plansystem und wird, gegen den Protest der Bevölkerung, die Preisgestaltung liberalisiert, muß es unweigerlich zu Ungleichgewichten in der Wirtschaft kommen, die wohl in einem freien Markt schnell wegreguliert werden würden, in einem sozialistischen System aber nur zerstörerisch wirken können. Das ist ähnlich wie bei der Lösung der Panzerung im menschlichen Organismus: wird sie nicht fachgerecht durchgeführt, führt die provozierte Orgasmusangst zu nur noch mehr Panzerung. Entsprechende Erfahrungen mußte die Wirtschaft der „DDR“ in den 1960er Jahren machen, als Reformen eingeleitet wurden, die vergleichbar jenen waren, die später Gorbatschow für die UdSSR anvisierte. In der „DDR“ war das Ergebnis eine verschlechterte Versorgung, weil die weitgehend vom Plan befreiten Betriebe ohne Rücksicht auf die Gesamtwirtschaft sich dort engagierten, wo es für sie am bequemsten und günstigsten war. Da aber die Verteilungswirtschaft grundsätzlich erhalten blieb, hatte dies den gegenteiligen Effekt wie im Westen. In der „DDR“ hatte es zur Konsequenz, daß die Planung verstärkt und die Wirtschaft noch weiter zentralisiert wurde. Die groteskeste Auswirkung solcher Reformen beobachtete man gegen Ende des Realsozialismus, als „die herrschende Klasse“, das in den staatlichen Betrieben beschäftigte Proletariat, langsam verarmte, während die kleinen Kapitalisten im neuen privaten Sektor immer reicher wurden.
  2. Als zweiter Weg aus der Sackgasse steht die Auflösung der Panzerung offen – die Revolution, in der die fachbewußten Werktätigen die kommunistischen Machthaber (die organisierte Emotionelle Pest) stürzen. Aber auch dieser Weg wird zu nichts führen, da alle charakterologischen Voraussetzungen für eine rationale Entwicklung fehlen und die „Revolution“ höchstwahrscheinlich den Roten durch den Schwarzen Faschismus ersetzt. Man darf nicht vergessen, daß sich der Marxismus nie in einigermaßen gesunden, sondern stets in seit Jahrhunderten schwerkranken, durch „Saharasia“ geprägten Gesellschaften durchgesetzt hat; daß er in einer Atmosphäre der Gewalt gedieh, die älter ist als Stalin, Lenin oder Marx. In einem Land wie Rußland existieren einfach keine demokratischen Traditionen. Vielmehr ist ganz ohne Zutun der Kommunisten das gesamte Leben schon von je her vom orientalischen Despotismus durchseucht – der einzig fruchtbare Nährboden für Marxens Leere. Nach der KP kam, verzögert durch einige „demokratische“ Wirren, in Gestalt Putins der KGB an die Macht. Es war ähnlich wie nach Stalins Tod, als in Gestalt von Beria der KGB nach der Macht zu greifen versuchte.

Das krasse Gegenbild zum kriegerischen Typus der oben vorgestellten Modelle 1 bis 3 finden wir dort, wo der Staat einfach nur ein Gemeinschaftsorgan ist. Reich hat dies in der Massenpsychologie des Faschismus im Kapitel „Die Entwicklung des autoritären Staatsapparats aus rationalen sozialen Beziehungen“ dargelegt.

Zumindest als Ideal ist dieses Modell 4, dieses System des „laissez faire, laissez passer“ in den westlichen Demokratien angelegt. Am reinsten wohl in der amerikanischen Verfassung, die seit über 200 Jahren in Kraft ist. Hier haben sozialistische Experimente, gegenwärtig die EUdSSR, immer wieder gezeigt, daß es keinen Kompromiß zwischen dem bürokratischen und dem unternehmerischen Typus geben kann. Man denke nur daran, was in den Jahrzehnten vor Thatcher die Labour-Partei in England angerichtet hat, über deren Herrschaft Reich Anfang 1949 an Neill schrieb, daß

jene sozialistischen Staatsregierungen repräsentieren Politik und Pest in einem weit schlimmeren Maße als je irgendetwas zuvor. Und das ist keine Übertreibung.

Und was ist mit den Krisenzuständen im Kapitalismus? Der Ökonom Milton Friedmann hat darauf hingewiesen, daß für alle Wirtschaftskrisen, die über die natürlichen Schwankungen (orgonotische Pulsation) hinausgingen, einzig und allein die Regierungen und die Notenbanken, nicht der Marktmechanismus, Schuld tragen.

So haben wir wieder die schon von Spencer postulierte Antithese zwischen Freiheit und Sozialismus vor uns:

Dabei darf aber nicht aus den Augen gelassen werden, daß man diesen Antagonismus nicht a priori in ein Rechts-Links-Schema pressen kann. So hat schon Spencer darauf hingewiesen, daß der Sozialismus in den Bereich der alten absolutistischen Gesellschaftsformen gehört und auf Bismarcks staatssozialistische Neigungen hingewiesen. Entsprechend waren auch während der Französischen Revolution nicht etwa die Jakobiner, sondern die Girondisten die wirklichen Revolutionäre! Für Lenin war die deutsche Reichsbahn das Vorbild für den Sozialismus. Marx ging mit seiner Ablehnung der Gewaltenteilung vollkommen konform mit den reaktionärsten Kräften der Restauration. So erscheint auch die geschichtliche Rückbesinnung in der späten „DDR“ in einem besonderen Licht.

Es besteht nicht nur die Gefahr, daß sich ein kommunistischer Staat vom Modell 2 zum Modell 3 weiterentwickelt, sondern auch die, daß das Modell 4 zum Modell 3 degeneriert:

Hass zufolge könnten sich auch die westlichen Staaten in „vollintegrierte Energone“ verwandeln, weil die Anbieter immer mehr versuchen die Nachfrage zu kontrollieren. Das entspricht dann fast den Zuständen in einer sozialistischen Planwirtschaft, wo auch nur das nachgefragt werden konnte, was planwirtschaftlich angeboten wurde, also die Produktion die Konsumption bestimmte. Entsprechend versucht man im Westen über die Werbung künstliche Nachfrage zu erzeugen und die bestehende zu kontrollieren. Zur Degeneration des Westens gehört natürlich auch die Ausbildung von Monopolen, von denen der Verbraucher abhängig wird. Dazu kommt noch, daß die großen Konzerne die „freien Unternehmer“ von Kleinbetrieben in die Abhängigkeit zwingen und dabei mehr versklaven und ausbeuten, als es bei einem rechtlich abgesicherten gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer je möglich wäre.

Erinnert sei auch daran, was durch staatliche (sozialistische) Eingriffe angerichtet wird, die fast durchgehend zugunsten der Konzerne wirken, denen z.B. für Industrieansiedlungen die Millionen hinterhergeworfen werden – die Millionen, die der Staat per Steuer den Handwerkern und Kleinunternehmern raubt. Man denke auch daran, was die „planwirtschaftlichen“ EUdSSR-Bürokraten in der Landwirtschaft zugunsten von Agrarfabriken angerichtet haben.

Die Mittelstandsvereinigung der CDU/CSU hat immer wieder den schleichenden Verfall der sozialen Marktwirtschaft zur „brutalen Machtwirtschaft“ beklagt. Dieser Ausdruck gemahnt an das, was Spencer „kriegerischen Typus“ genannt hat. In diesem Zusammenhang sind auch Herbert Gruhls Auffassungen von Interesse, wie er sie in seiner Grundsatzrede auf dem Gründungsparteitag der ÖDP (der Alternative zu den Melonen – außen grün, innen rot mit braunen Kernen) am 6. März 1982 zum Ausdruck gebracht hat:

Gruhl hebt hervor, daß die selbstregulatorische, d.h. auf den ständigen Ausgleich von Angebot und Nachfrage beruhende Marktwirtschaft eine „nach ökologischen Prinzipien arbeitende Wirtschaftsform“ ist, die aber u.a. dann nicht funktionieren kann, wenn durch Monopolstellungen die Konkurrenten, „die man im Ökosystem die ‘natürliche Feinde’ nennt“, vernichtet werden. Dann führt Gruhl von der Kartell- bis zur Steuergesetzgebung alles mögliche an, was diesen Verfall der Markt- in eine Machtwirtschaft künstlich verhindert.

Sehr wichtig ist die Feststellung, daß in staatskapitalistischen Ländern viele dieser korrigierenden Einflüsse fortfallen. Infolgedessen ist dort die Machtzusammenballung total – und das heißt gleichzeitig: noch weiter entfernt von ökologischen Prinzipien.

Gut und schön, aber Gruhl scheint sich nicht zu fragen, wie denn eine Marktwirtschaft, die sich doch „ökologisch“ selbst steuert, überhaupt machtwirtschaftlich entarten konnte, d.h. auch, warum überhaupt künstlich korrigierende Eingriffe notwendig sind.

Ein weiteres Moment der Gruhlschen Analyse ist, daß sich „die westliche Version der eingeschränkten Marktwirtschaft“ durch die Einführung der „Wachstumswirtschaft“ selbst aufgehoben hätte, denn „Wachstumswirtschaft und Marktwirtschaft schließen auf die Dauer einander aus“. Man nehme eine abnehmende Nachfrage nach der Marktsättigung nicht mehr hin, sondern erhebe das wirtschaftliche Wachstum zum obersten Gesetz.

Das heißt nichts anderes, als daß die Marktkräfte ausgeschaltet werden müssen, wenn sie nicht steigernd wirken. Bleibt also die Steigerung aus, dann sind Eingriffe in den Markt nicht erlaubt, sondern gesetzlich vorgeschrieben. Damit besteht auch kein grundsätzlicher Unterschied mehr zur Staatswirtschaft des Ostens, wo die Steigerung mit jedem Fünfjahresplan programmiert wird.

Gruhl bot hier eine Kritik der Hass‘schen und Marxschen Ansichten, wonach sich die Erwerbsorganisationen naturgegeben solang krebsartig ausweiten und anwachsen („Wachstumswirtschaft“) bis sie am ökologischen Kollaps zugrundegehen. Deshalb müsse, Hass zufolge, der Mensch planend eingreifen und diesen Naturprozeß bändigen. Für Gruhl jedoch ist diese Akkumulation kein natürlicher Vorgang, sondern Resultat der durch Eingriffe zerstörten natürlichen Wirtschaftsordnung – was durch neue korrigierende Eingriffe wiedergutgemacht werden muß.

Orgonomische „Soziobiologie“ (Teil 2)

26. Juni 2015

Kollektivismus ist eines der Hauptcharakteristiken der „Maschinenmenschen-Ameisen“: das Fehlen jeder Individualität, Eigenverantwortlichkeit und Spontanität – das Fehlen jeder wirklichen Gemeinschaft. Die krasseste Ausbildung dieses Syndroms finden wir im Sozialismus. Eine Gesellschaftsformation, die durch den Kollektivisten, bzw. modern liberal character hervorgerufen wurde.

Betrachten wir diesen Charakter etwas genauer:

1. Als Ausdruck einer energetischen Einebnung (mechanisches Potential) strebt er nach sozialer Nivellierung, die, auch bedingt durch seine Kontaktlosigkeit, alles andere als „sozial“ ist, sondern eben seinem Drang nach maximaler Entropie entspricht. Baker zufolge trägt er seine eigene „totale Devitalisierung“ in den gesellschaftlichen Organismus hinein. Deshalb handelt es sich beim modernen Liberalismus in jeder Hinsicht um eine gesellschaftliche „T-Reaktion“ (siehe Reich: Der Krebs), die zwangsläufig zum „gesellschaftlichen Krebs“ (Kommunismus) führen muß.

Krebsgewebe ist äußerst homogen und weniger spezialisiert als gesundes Gewebe („gesellschaftliche Nivellierung“). Nach Reich hört bei der Krebsbiopathie im Körper auch die „Energie-Produktion“ auf – dem entspricht im gesellschaftlichen Organismus die Beseitigung des produktiven Kapitalismus durch den unproduktiven Sozialismus. Gemäß dem mechanischen Potential sinkt das Energieniveau, alle Energieunterschiede werden eingeebnet und die Verantwortungslosigkeit nimmt zu. Ein Blick auf die diversen Gesellschaftexperimente der Sozialdemokraten und Kommunisten reicht aus, um diese Thesen zu untermauern.

2. Auf der anderen Seite führt der energetische Zentralismus (orgonomisches Potential) dazu, das der modern liberal character nach einem starken Sozialstaat strebt, aber auch dies ist nicht „sozial“, sondern Ausdruck dessen, daß der Liberale zentral aus seinem Gehirn heraus lebt. Dies macht ihn, da es zur Abtrennung vom Kern führt, zum Mechanisten. Auch dieser Aspekt ist Teil des krebsigen Zerfalls der Gesellschaft: Nach Reich (Der Krebs) verschiebt sich bei der präkanzerösen Zelle

die Kern-Plasma-Relation in energetischer Hinsicht rasch und drohend zugunsten des Kerns. Der Energieüberschuß im Kern wird im Verhältnis zum erstickenden Plasma allzu groß.

Beim Kollektivisten, dem „präkommunistischen Charakter“, verschiebt sich durch Intellektualisierung die Energie vom Becken zum Hirn, das, Reich zufolge, „wie ein Parasit dem Körper Energie abzapft.“ Dies entspricht ganz der Zentralisierung im Kommunismus. So sprach der modern liberal character Marx davon, daß die (Marxsche) Philosophie der „Kopf“ des Proletariats sei und Trotzki nannte die KP „das historische Organ, durch das die Klasse klassenbewußt wird.“

Diese Einteilung in Funktionäre und Arbeiter entspricht funktionell der Einteilung in Geschlechts- und Arbeitsameisen. Dazu gehört auch die Verteufelung des Egoismus durch die Linke (die organisierte Emotionelle Pest). Dieter Otto in schreibt seinem Buch Die Rote Waldameise (Wittenberg „DDR“ 1962):

Es gehört zur Eigenart eines Insektenstaates, daß die einzelnen Staatenmitglieder Tätigkeiten verrichten, die nicht unmittelbar nur ihren eigenen, individuellen Bedürfnissen oder den Bedürfnissen ihrer eigenen Nachkommen (Brutfürsorge) entsprechen, sondern die dem Gedeihen und der Erhaltung der gesamten Gemeinschaft dienen.

So verkörpert der „DORifizierende“ Kollektivist eine funktionelle Entwicklung hin zur Ameise. Nicht ohne Grund hat man die von den modern liberal characters Marx, Lenin, Bucharin („Menschenmaterial“), Trotzki, Stalin, Mao, Ho Chi-Minh, Castro, Pol Pot entworfenen kommunistischen Paradiese oft mit Ameisenstaaten (die „blauen Ameisen“ Chinas) verglichen.

Ein individuelles Bewußtsein ist in derartigen Ameisengesellschaften nur störend. Wichtig hingegen ist die möglichst hohe Entwicklung der Wahrnehmungsfunktion, um dies monolithische Gebilde zusammenhalten zu können. In seiner Abhandlung über „Krebs und Kommunismus“ schreibt Konia:

Die Gesellschaften der Wirbellosen basieren auf der größtmöglichen Entwicklung der Wahrnehmungsfunktion, während die Gesellschaften von Wirbeltieren von der möglichst umfassenden Entwicklung des Bewußtseins abhängen.

Beim Zerfall dieser „Wirbeltier-Gesellschaften“ hat das Bewußtsein seinen Sitz immer weniger im Individuum, sondern verschmiert sozusagen über die gesamte Gesellschaft (beispielsweise spricht man von „Bewußtseinsindustrie“, die Menschen entwickeln eine politisch korrekte „Einheitsmeinung“).

Was damit gemeint ist, zeigt die folgende Stelle aus Wilhelm Goetsch‘ Buch Die Staaten der Ameisen (Berlin 1953):

Wenn sich bei uns Menschen eine feste Gemeinschaft mit einheitlichem Handeln ergeben soll, dann sind stets besondere Einrichtungen nötig; man muß einander als Glieder dieser Gemeinsamkeit erkennen und man muß sich miteinander irgendwie verständigen können. Zum Erkennen dienen beispielsweise Abzeichen von der Vereinsnadel bis zur Uniform, oder Losungsworte vom Feldgeschrei bis zur Parole; zur Verständigung werden benützt irgendwelche Winkzeichen bis zur Druckschrift, oder Alarmsignale vom Schreckensruf bis zum SOS der drahtlosen Telegraphie. Es handelt sich demnach bei menschlichen Einrichtungen, deren Aufzählung man beliebig fortsetzen könnte, fast immer um Zeichen, die auf unser Auge oder Ohr wirken.

Bei den Ameisen steht der Geruch im Vordergrund.

Weil das individuelle Bewußtsein unterdrückt wird und das Individuum zu einer Art Nervenzelle wird, die nur Informationen empfängt und weitergibt, also jede Kreativität unterdrückt wird und jeder darauf schaut, was die anderen machen und sich dementsprechend verhält, stammte aus den kommunistischen Gesellschaften keine einzige epochemachende Erfindung. Das ist so, weil „das Bewußtsein“, d.h. jede Kreativität unterdrückt wird und jeder darauf schaut, was die anderen machen und sich dementsprechend verhält. Entsprechend war die Sowjetunion wie ein Parasit, der von der Auskundschaftung der geistigen Errungenschaften des Kapitalismus und der Ausbeutung der materiellen Ressourcen des Westens lebte. (Über die islamische Welt läßt sich ähnliches sagen!)

Konia schreibt weiter, daß sich das Bewußtsein parallel zur Sexualität entwickelt hat und daß bei den Insekten jede Freiheit und Sexualität dem Kollektiv geopfert wird (die Arbeitsameisen haben keinerlei Sexualleben), während bei den Wirbeltieren diese Funktionen bei den Individuen bis auf das Äußerste entwickelt sind.

Marx und die Geister der Ermordeten

12. April 2015

Wie Hermann von Berg, einst hochrangiger Ökonom in der „DDR“ und Spezialist für die Geschichte der Arbeiterbewegung, 1986 in seinem Buch Marxismus – Leninismus (Köln) ausführte, kann Marx nur Spezialisten beeindrucken: Historiker, die keine Ahnung von Ökonomie haben, Ökonomen, die nichts über den Stand der damaligen ökonomischen Wissenschaft und die Geschichte der Arbeiterbewegung wissen, Philosophen, Germanisten, Politologen…

Man lese nur bei Marx:

Der Verfasser der „Observations“ und S. Bailey beschuldigen Ricardo, er habe den Tauschwert aus einem nur Relativen in etwas Absolutes verwandelt. Umgekehrt. Er hat die Scheinrelativität (…) auf das hinter dem Schein verborgene Verhältnis reduziert, auf ihre Relativität als bloße Ausdrücke menschlicher Arbeit. (Kapital 1, Frankfurt a.M. 1978, S. 62)

Aus solchen Nonsens-Possen besteht der ganze Marx. Nichts als heiße und übelriechende Luft.

Marx war nach von Berg nichts als ein

schäbiger, unseriöser, rückständiger Plagiator, der weder geschichtsphilosophisch noch volkswirtschaftlich neue Erkenntniswerte geschaffen hat.

Bereits 1934 erschien Karl Marx. A Study in Fanatism von E.H. Carr, dessen Inhalt Walter Laqueur (Mythos der Revolution, Frankfurt a.M. 1967) wie folgt zusammengefaßt hat:

„Marx war das Genie der Zerstörung, nicht des Aufbaus.“ Marxismus sei ein Glaubensakt (…) Dialektischer Materialismus Unsinn, die „Einheit des Denkens und Handelns“ Gefasel, die Arbeitswerttheorie unoriginell und dogmatisch. Die treibende Kraft bei Marx (…) sei Klassenhaß; wie utopisch von Marx zu glauben, daß der Klassenhaß die Menschheit zu der Vollkommenheit des kommunistischen Weltreichs führen könnte!

Carr sei auch dem Reichisten-Marxisten ins Stammbuch geschrieben:

Der Pseudomarxist ist eine traurige Gestalt. „Er weiß, daß der Marxismus leerer Schein ist; aber er nährt trotzdem die Hoffnung, in ihm einen Schimmer zu finden, dem er folgen könnte.“

Was die faschistische Diktaturen in Europa [in den 1930er Jahren] betrifft, so „ist [Carr zufolge] zwischen der sogenannten ‚Diktatur des Proletariats‘ und den Diktaturen, die lieber andere Fahnen hissen, der einzige Unterschied der, daß die erstere ihre marxistische Abstammung verkündet, während die anderen sie verleugnen.“

Marxistischen Humanismus hat z.B. auch Engels schon 1849 zum Ausdruck gebracht, als er schrieb:

Es gibt kein Land in Europa, das nicht in irgendeinem Winkel eine oder mehrere Völkerruinen besitzt (…) zurückgedrängt und unterjocht von der Nation, welche später Trägerin der geschichtlichen Entwicklung wurde. Diese Reste einer von dem Gang der Geschichte, wie Hegel sagt, unbarmherzig zertretenen Nation, diese Völkerabfälle, werden jedesmal und bleiben bis zu ihrer gänzlichen Vertilgung und Entnationalisierung die fanatischen Träger der Konterrevolution, wie ihre ganze Existenz überhaupt schon ein Protest gegen eine große geschichtliche Revolution ist.

Hermann von Berg zeigt in seinem Buch, „daß Stalin im Gegensatz zu Lenin lupenreiner Marxist war“.

Bereits 1968 konnte jeder in Bertram Wolfes Marx und die Marxisten (Frankfurt a.M.) nachlesen, daß Marx schon 1848 in seinen „Forderungen der Kommunistischen Partei in Deutschland“ seine Katyn-Fratze zeigte: „Stalin hätte diese Vorschläge zu seinem Evangelium erklären können.“

Es sollte klar sein, daß der Rote Faschismus vollkommen in Marx und Engels ruht und wenig mit „russischer Barbarei“ zu tun hat. So schreibt George F. Kennan über die ersten Sowjetführer:

Man muß sich vor Augen halten, daß das alles Männer waren, die aus ideologischer Überzeugung heraus den Standpunkt ablehnten, es gebe irgendwelche absoluten moralischen Wertmaßstäbe, nach denen man sich zu richten habe. Ob moralisches Verhalten, einschließlich ihres eigenen, recht oder unrecht war, wurde letzten Endes dadurch entschieden, ob es nach ihrer eigenen Definition der Sache der gesellschaftlichen Veränderung diente. Für das Verhältnis zu Personen außerhalb der Partei war das tatsächlich das einzige Kriterium. Hier waren Unredlichkeit, Betrug, Verfolgung, Mord und Folter angebracht, wenn sie im Augenblick für die Sache nützlich und wichtig zu sein schien. (z.n. John Barron: KGB, München 1982)

Trotzki sagte (…) kurz vor seiner Ermordung: „Eine Gesellschaft ohne soziale Widersprüche wird natürlich eine Gesellschaft ohne Lüge und Gewalt sein. Doch kann man zu dieser Gesellschaft nicht anders eine Brücke schlagen, als unter Anwendung von revolutionären, d.h. gewaltsamen Mitteln (…) So sind ‚Lüge und Schlimmeres‘ vom Klassenkampf (…) nicht zu trennen. Dem bleibt hinzuzufügen, daß selbst die Begriffe von Wahrheit und Lüge aus sozialen Widersprüchen geboren wurden.“ Könnten Nihilismus und moralischer Relativismus noch weitergehen?

Frägt Bertram Wolfe.

Angesichts der „Krise des Kapitalismus“ wird Marx wieder Gehör geschenkt und es wird versucht ihm Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Ich hingegen denke an die 100 000 000 Toten, die der Marxismus zu verantworten hat. Jene Vollpfosten, die behaupten, dies hätte nichts mit dem „wahren“ Marxismus zu tun, sind zu einem Gutteil personenidentisch mit jenen, die heutzutage felsenfest davon überzeugt sind, den Islam besser zu verstehen als Osama bin Laden! Es sind „Intellektuelle“ wie Marx selbst einer war!

Wie die „Stalinisten“ hätte auch Marx zu Mord und Terror gegriffen, um seine Ideologie zu verbreiten, der allein bei der sowjetischen „Landreform“ 1932-33 (übrigens nach Plänen Trotzkis ausgeführt!) 6 000 000 Menschen zum Opfer gefallen sind, die man bewußt hat verhungern lasen! Das ist lupenreiner Marx.

Bertram Wolfe zufolge behauptete Marx,

daß es nur im Zusammenhang mit dem Eigentum Erniedrigung und Entmenschlichung gebe; beides werde mit dem Wechsel der Eigentumsformen beseitigt werden (…) Diese Simplifisierung der vielfältigen und komplexen Probleme der menschlichen Verhältnisse machte Marx zu einem „schrecklichen Vereinfacher“, deswegen werden viele seiner Nachfolger innerlich zu Barbaren und Nihilisten, was alle außerhalb des Bereichs der Geschichte liegenden Werte anbelangt, Werte, auf Grund deren Geschichte – und Institutionen – beurteilt werden müssen, will man Geschichte, soweit sie beeinflußbar ist, menschlicher machen.

Hermann von Berg zeigt jedem orgonomisch orientierten Leser glasklar auf, daß Marx Modju par excellence war.

Überhaupt, wenn alles eine Fehlentwicklung des Marxismus war, wie konnte da Marx‘ Zeitgenosse Proudhon alles voraussehen?

Der Kommunismus läßt sich [Proudhons] Meinung nach (…) nie mit der Würde des Einzelnen und mit den Werten des Familienlebens vereinbaren; er strebe die Universalisierung des Elends an und die Unterdrückung des menschlichen Lebens in einem kasernenhaften Mittelmaß. Seine Befürworter hält [Proudhon] für Fanatiker der Macht, die zur Einführung der Allgewalt des Staates streben, der auf dem öffentlichen Eigentum basiert. In Wirklichkeit hebt der Kommunismus das Eigentum und dessen destruktive Folgen nicht nur nicht auf, sondern führt das Eigentum ad absurdum; im kommunistischen System besitzen die Individuen kein Eigentum, das gesamte Eigentumsrecht – oder vielmehr Unrecht – wird auf den Staat übertragen, der nicht nur zum Besitzer der materiellen Güter, sondern auch zum Besitzer seiner Bürger wird. Die einzelnen Menschen, ihre Bestrebungen, Talente, ihr Leben, das alles wird auf einen Schlag verstaatlicht. Das Prinzip des Monopols, welche Quelle allen sozialen Unheils ist, erfährt im Kommunismus seine höchste Steigerung; der Kommunismus ist nicht anderes als die Ankündigung des extremen Polizeidespotismus. (Leszek Kolakowski: Die Hauptströmungen des Marxismus, Bd. 1, München 1977)

In der Revolution gelten Parolen wie „Befreiung des Lebendigen von erstarrten Strukturen“, also Befreiung des schöpferischen Potentials der „Massen“, nach der Revolution zeigt sich dann aber sehr schnell, daß diese Parole eine Lüge war, um liberale Dumpfbacken für dumm zu verkaufen. Zitieren wir den vergöttlichten Che, der zum Thema Der Sozialismus und der Mensch in Kuba schrieb:

(…) die Masse verwirklicht mit Begeisterung und Disziplin ohnegleichen die Aufgaben, die die Regierung setzt, seien sie nun wirtschaftlicher, kultureller, verteidigungstechnischer, sportlicher oder anderer Natur. Die Initiative geht im allgemeinen von Fidel oder vom Oberkommando der Revolution aus und wird dem Volk erklärt, das sie dann als seine eigene aufgreift. (z.n. H.C.F. Mansilla: Systembedürfnis und Anpassung. Zur Kritik sozialistischer Verhaltenssteuerung, Frankfurt a.M. 1973)

Entsprechendes schreibt von Berg über Marx:

Dieser Mann hatte keine Verbindung auch nur zu einer Klasse des deutschen Volkes. Er hatte keine Ahnung, was Arbeiter, Bauern und Demokraten dachten, fühlten, wollten, obwohl alle ihre ausformulierten, konkreten Programme hatten. Marx war ein spintisierender Intellektueller, ohne Heimat, ohne Vaterland; zerfressen von Haß gegen Juden und Deutsche, geeignet nur zur Zerstörung, destruktiv, ein klassenfremdes, „halbgebildetes“ Element, wie die demokratischen Arbeiterkommunisten [des „Bundes der Kommunisten“] es formulieren, als sie ihn nach der Revolution [von 1848] aus der KP ausstießen.

In seinem Buch Die Achillesferse des Marxismus: der Widerspruch von Kapital und Arbeit (Hamburg 1974) schreibt Werner Becker, daß für Marx, als „konsequentestem Verfechter der sogenannten Arbeitswertlehre“, die Preise der auf den Markt gehandelten Güter „lediglich die sichtbare, äußere Erscheinungsform eines tieferliegenden, sozusagen ‚inneren‘ [absoluten] Wertes“ darstellen. Damit habe Marx die lebendige Vielfalt über einen Leisten gebrochen – und damit das Lebendige selber zerbrochen, wie wir hinzufügen.

Die Arbeit in Wertgestalt, die „abstrakte Arbeit“, (…) ist eine metaphysische Realität, sie ist empirisch so wenig vorzeigbar wie etwa der christliche Gott. Sie ist ein pures Glaubensprodukt. (Becker)

Hier dürfen wir nicht vergessen, daß Marx hauptsächlich von der Verballhornung Hegels lebte, der Religion und Philosophie zu einer Einheit machte. Aber für Hegel war der Weg zur „Erlösung“ innerlich. Robert Tucker (Karl Marx, München 1963) hat darauf hingewiesen, daß man Marx nur verstehen kann, wenn man sieht, daß er Hegel dadurch „auf den Kopf gestellt hat“, indem er diese internen Konflikte externalisiert hat. (Der emotionell pestkanke Charakter sucht die Lösung seiner neurotischen Konflikte auf dem sozialen Schauplatz!) Damit ist Tuckers Analyse zentral für ein orgonomisches Verständnis Marxens und der Geschichte des Kommunismus.

Grob gesagt, ist der Marxist ein Mensch, der durch Beeinflussung der Gesellschaft nach Befreiung von seiner Panzerung strebt. So ist auch erklärlich, warum so viele ehemalige Marxisten nach all den Enttäuschungen schließlich östliche „Erlösungswege“ beschreiten.

„Kapitalistische Reichianer“ (Teil 2)

3. März 2015

Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre setzte sich Reich im Rahmen einer „Marxistischen“ „politischen Sexualökonomie“ fast ausschließlich mit der Pathologie des rechten Spektrums auseinander. Dabei wollte er insbesondere erklären, warum die „Massen“ nicht die Ideologie der „herrschenden Klasse“, die zur Ideologie der gesamten Gesellschaft geworden war, spontan von sich abtaten, „der wirtschaftlichen Entwicklung gemäß ein revolutionäres Klassenbewußtsein entwickelten“ und die „Ausbeuterklasse“ aus ihrer Machtstellung beseitigten.

Reich konnte das Ausbleiben dieser revolutionären Umwälzung damit erklären, daß wohl die ökonomische Unterdrückung in die Rebellion führe, die damit aber verbundene sexuelle Unterdrückung das genau gegenteilige Ergebnis zeitigte. Die sexuelle Unterdrückung würde autoritätshörige Menschen erzeugen, die aktiv die Interessen ihrer Unterdrücker verfechten. Die Agentur dieser charakterlichen Verformung durch sexuelle Unterdrückung ist die Familie, deren Erhalt deshalb der Kern jedweder konservativen Gesellschaftsdoktrin sei. Darüber hinaus sei erst der sexuell verkrüppelte Mensch überhaupt in der Lage, die entfremdete Fabrikarbeit zu leisten. Daß diese strukturelle Umformung auch weitere neurotische Symptome bedingt, die durchaus ungewollt sind, da sie die Arbeitsfähigkeit letztlich doch untergraben, ist ein nicht zu vermeidendes Nebenprodukt.

Eben wegen dieses letzten Punktes ist Reichs Kritik am Kapitalismus hinfällig geworden und hat sich in eine des Sozialismus verwandelt. Der entwickelte Kapitalismus benötigt kreative, innovative Mitarbeiter, keine menschlichen Automaten, die stur einen festgesetzten Plan erfüllen. Demgemäß war ja auch die sexuelle Unterdrückung in sozialistischen Wirtschaftssystemen weit größer als in kapitalistischen.

In seiner Schrift Die natürliche Organisation der Arbeit zeichnete sich 1939 Reichs Bruch mit der sozialistischen Bewegung ab, um sich in Weitere Probleme der Arbeitsdemokratie 1941 ganz zu vollenden. Am 7. November 1940 schrieb Reich an Neill, er fühle sich, was seine bisherigen sozialistischen Ansichten beträfe, „völlig verunsichert“ und er tendiere dazu,

das meiste zu revidieren, was ich je in Europa darüber gelernt habe, was Sozialismus sein könnte oder sollte. Ich kann nur hoffen, daß die Grundlagen meiner fachlichen Arbeit mich davor schützen, reaktionär zu werden. Wenn man Sozialisten und Kommunisten, die hier herübergekommen sind, sagen hört, daß Roosevelt ein Diktator oder Faschist sei, dann dreht sich einem einfach der Magen um. Ich fange an, sie zu hassen. Sie erscheinen mir ausgesprochen schädlich mit ihrer völligen Unfähigkeit, einen Gedanken zu Ende zu denken oder irgendeine Arbeit zu tun. Aber es kann sein, daß dies Gefühl zum Teil nichts als Enttäuschung ist.“ (Hervorhebungen hinzugefügt)

Doch schon 1942 sollte Reich im Vorwort zur Massenpsychologie des Faschismus die Grundlage für die objektive Bewertung linker Politik schaffen, indem er den falschen Liberalismus auf die oberflächliche, verlogene Charakterschicht zurückführte.

Heute, 70 Jahre später, geht es schlicht darum, was den Zielen der Orgonomie (= die individuelle und gesellschaftliche Selbststeuerung) näher steht: die libertär-kapitalistische eigentümlich frei oder all die krypto-kommunistischen Medien, die in einem Land gegen „die Auswüchse des Neo-Liberalismus“ wettern, dessen Staatsquote und Sozialleistungen (in denen Deutschland ungeschlagen Weltspitze ist) es zu einem de facto sozialistischen Land machen.

Was soll ich tun? Für noch mehr „Arbeitnehmerrechte“ eintreten? Damit noch weniger Leute Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben! Für mehr Mieterrechte? Damit der Wohnungsmarkt weiter schrumpft! Für mehr Konsumentenrechte? Damit unser aller Leben noch komplizierter und bürokratisierter wird! Mehr Mitbestimmungsrechte im Betrieb? Damit die politische Pest weiter um sich greift! Höhere Besteuerung der Reichen? Um die Kapitalflucht und das Auswandern der Leistungsträger zu fördern! Soll ich gegen die Ausgrenzung älterer Arbeitnehmer wettern? Damit würde ich für noch mehr Antidiskriminierungsgesetze eintreten! Soll ich in den allgegenwärtigen „Antiautoritarismus“ einstimmen und „gegen die da oben“ wettern? Also das tun, was ohnehin alle tun! Soll ich (gegen meine Überzeugungen) gegen die „Zinsknechtschaft“ anschreiben oder Marx Mehrwerttheorie vertreten?

Nein, ich ziehe es vor mit „Libertär-Kapitalisten“ wie Hayek, Mises und Rothbard gegen das planwirtschaftliche System der Zentralbanken und die politische Korruption der Großindustrie „anzugehen“.

Dabei bin ich mir mit Adam Smith durchaus bewußt, daß es der Natur des Kapitalismus entspricht wirklich aus allem „Kapital zu schlagen“ und seien es Heroin oder Kinderpornos. Deshalb war Smith durchaus für einen starken und schlagkräftigen Staat, der gegen das vorgeht, was Reich später als „Emotionelle Pest“ bezeichnet hat. Je mehr der Staat in dieser Hinsicht überflüssig wird, desto mehr nähern wir uns einer Arbeitsdemokratie an.

Die anhaltende Weltwirtschaftskrise spiegelt unser tragisches Leben in der Falle wider:

Einerseits ringen die Massen darum, daß alles noch bürokratisierter und gesellschaftlich immobiler (gepanzerter) wird und schaden sich durch das Abwürgen der Arbeitsenergie nur selbst, da die Produktion des Reichtums immer weiter erschwert wird. (Wenn man die Staatsquote von formal fast 50% und real 70% betrachtet, sind wir bereits ein sozialistisches Land! 80% der Parlamentarier sind eh Beamte. Der Asozialstaat verschlingt schon mehr als die Hälfte des Etats. Vor 20 Jahren gab der Bund 90 Milliarden Euro für Asolziales aus, heute sind es 150 Milliarden!) Andererseits haben die Massen durchaus recht, wenn sie gegen „die da oben“ anrennen, denn der gesellschaftliche Reichtum wird von der Nomenklatura immer mehr monopolisiert und sinnlos verpulvert. Man denke nur an den ungeheuerlichen Betrug, dem Kleinaktionäre in den letzten Jahren zum Opfer gefallen sind. Vom Betrug mit dem Euro und an den Kleinsparern wollen wir gar nicht erst reden.

Doch auch hier schädigen sich die Massen mit ihrem Engagement nur selbst, denn sie fordern die Verschärfung genau dessen, was Ursache der Misere ist: die „Kontrolle der Finanzmärkte“, letztendlich Planwirtschaft. Dabei ist die Ausbeutung nur möglich, weil Geld heute gar keine echte Ware ist, sondern planwirtschaftlich, d.h. mafiös verwaltet wird. Dieser Bereich ähnelt der strukturellen Mißwirtschaft in der ehemaligen UdSSR und erodiert entsprechend unsere Wirtschaft langsam aber sicher (vgl. Ökonomie und Sexualökonomie).

Symptomatisch für die umrissene Falle ist der vor drei Jahren verstorbene Ökonom Milton Friedman.

Konservative, insbesondere in den angelsächsischen Ländern, können sich in ihren Lobreden für diesen „Champion der Freiheit und Demokratie“ kaum überbieten. Der Student der Orgonomie kann bei Friedman über ein Phänomen sinnieren, das Reich in Äther, Gott und Teufel diskutiert hat:

Mit neurotischer Zwanghaftigkeit geht der Mensch immer wieder in die Irre, weil er eine panische Angst davor hat, folgerichtig zu denken. Stattdessen bleibt er immer an irgendeinem „Absoluten“ hängen, an dem sich dann von neuem das alte Elend kristallisiert und mit frischer Kraft perpetuiert. Es ist wie mit der Panzerung: die Energie fließt, bis sie an einem bestimmten Punkt ins stocken gerät.

Beim Friedmanschen „Monetarismus“ war es die sozialistische (sic!) Bewirtschaftung des Geldes. Die Wirtschaft soll vollkommen frei sein, aber ausgerechnet das Geld, das Lebensblut der Wirtschaft, habe einer strengen planwirtschaftlichen Regulierung unterworfen zu sein! Jene Völker, die in die richtige, und d.h. die kapitalistische, Richtung gehen, werden auf diese Weise immer weiter ins sozialistische Elend getrieben und die Linken können ihren Finger auf das Amok laufende „Finanzkapital“ richten, das Scheitern des Kapitalismus konstatieren und, wie gegenwärtig in Südamerika, ausgerechnet den Sozialismus als Alternative preisen.

An diesem Beispiel wird auch deutlich, daß es ziemlich gleichgültig ist, wie man sich selbst ideologisch einordnet oder von anderen eingeordnet wird. Man kann „Friedmanianer“ und trotzdem ein pseudoliberaler modern liberal character (ein Kommunist) sein, der alles tut, um die kapitalistische Gesellschaft in den Untergang zu treiben.

Diskussionsforum 2010: eine Nachlese (Teil 1)

27. Februar 2015

Zunächst einmal hat Robert auf folgende Quellen hingewiesen. Ein neuer Hinweis auf sie lohnt sich allemal!

Auf einen Hinweis durch Andreas Peglau hin zitierte Robert aus dem Handbuch der Judenfrage, Theodor Fritsch, Hammer-Verlag, Leipzig, 1944, S. 248:

Aber die Psychoanalytiker sind noch nicht die schlimmsten. Weit übler ist, was sich um Magnus Hirschfeld, den Leiter des Instituts für Sexualwissenschaft, um Herrn Marcuse und Konsorten scharte.

Hier wurde, davon kann man überzeugt sein, ganz bewußt darauf hingearbeitet, die deutsche Seele zu zerstören.

Hier fanden sich die wissenschaftlichen Verteidiger der Homosexualität, ja der widernatürlichen geschlechtlichen Betätigung mit Tieren. Hier wurde die Aufhebung des §175 gefordert, weil die Homosexualität nicht als Entartung, sondern als natürliche Abart des Geschlechtstriebes aufzufassen dem Menschen angeboren sei (J. Meißner). Gewiß ist auch uns bekannt, daß in vielen Fällen die gleichgeschlechtliche Einstellung angeboren ist; wir wissen aber auch, daß in sehr vielen anderen Fällen erst die Verführung den jungen Menschen zum Homosexuellen macht. Wir wissen, daß die alten Kulturvölker ihrem Untergang entgegengingen, als die Knabenliebe in ihnen einen breiteren Raum einnahm, und wir müssen uns dafür einsetzen, daß die Seuche zurückgedämmt wird und sich nicht auch bei uns noch weiter ausbreitet. – Wenn ferner Magnus Hirschfeld in einer vom sozialistischen Schülerbund in das Kölnische Gymnasium einberufenen Versammlung 1928 vor Schülern und Schülerinnen vom 12. Jahre an sagte: „Ein natürlicher Geschlechtsverkehr der Jugend sei, wenn kein Zwang auf den anderen ausgeübt werde, keine Sünde und nichts Unehrenhaftes“, wenn die Herren Dr. Töplitz und Reich sich in ähnlichem Sinne äußerten, nun, so kann man sich nur wundern, wenn die Eltern der Kinder sich solche „Aufklärungen“ gefallen ließen, kann man sich nur wundern, daß sich nicht einmal ein Vater fand, der dem Herrn Magnus Hirschfeld mit der Reitpeitsche zeigte, wo der Weg für ihn war.

Außerdem zitiert Robert aus Gregor Schöllgen: Willy Brandt. Die Biographie, Berlin – München 2001, Propyläen Verlag, S. 16f:

Schließlich hat er Perspektiven: politische – die Fortsetzung der SAP-Arbeit in Oslo – und persönliche. Im Sommer 1933 folgt ihm, wie vereinbart, seine neunzehnjährige Freundin Gertrud Meyer, genannt „Trudel“, nach Oslo, nachdem sie in Lübeck vorübergehend in Haft gewesen ist.

Die beiden ziehen zusammen, wohnen zunächst möbliert, können sich aber bald eine eigene Unterkunft leisten. Es ist die erste eigene Wohnung des inzwischen einundzwanzigjährigen Willy Brandt, und Gertrud Meyer ist die erste von vier Frauen, mit denen er zusammenleben wird.

Verheiratet sind die beiden nicht; allerdings gelten sie in Oslo als Ehepaar. Tatsächlich geht Gertrud im Februar 1936 eine Scheinehe mit dem norwegischen Studenten Gunnar Gaasland ein, um in den Besitz der norwegischen Staatsbürgerschaft zu kommen und so vergleichsweise unbehelligt Kurierdienste nach Deutschland durchführen zu können.

Willy Brandt und Gertrud Meyer-Gaasland leben bis ins Frühjahr 1939 zusammen. Dann geht Gertrud nach New York. Nach eigenem Bekunden tut sie diesen Schritt, um den Psychoanalytiker Wilhelm Reich zu begleiten, dessen Sekretärin und Mitarbeiterin sie in Oslo ist. Vermutlich ist sie durch die Erkenntnis, Brandt nicht dauerhaft an sich binden zu können, in ihrem Entschluß bestärkt worden. Zum ersten Mal im Leben des Willy Brandt geht damit die langjährige Beziehung zu einer Frau in die Brüche.

Wilhelm Reich – „rötliches Gesicht, graue Haare, stechender Blick, bezwingende Sprache“, so Brandt später – ist 1934 über Dänemark nach Norwegen gekommen. Gertruds Arbeit bringt es mit sich, daß Reich und Brandt zeitweilig einen recht intensiven Umgang pflegen. Reich hat 1933 das unter Insidern vielbeachtete Buch Die Massenpsychologie des Faschismus vorgelegt. Im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeit, in gewisser Weise auch im Mittelpunkt dieses Buches steht die Rolle der Sexualität im gesellschaftlichen Leben. In der Theorie hat sich Willy Brandt bislang allenfalls am Rande mit diesem Thema beschäftigt: Neben August Bebels Die Frau und der Sozialismus hat das Erfolgsbuch des Schweizer Arztes Auguste Forel über Die sexuelle Frage zur bescheidenen Lübecker Bibliothek der Frahms gehört. Die Gespräche mit Reich eröffnen dem jungen Sozialisten „einen gewissen Zugang“ zur „Seelenforschung“, und Brandt beginnt zu begreifen, daß Freud und seine Schüler „Türen zu Bereichen“ aufstoßen, die „man früher als Dunkelkammer der Seele“ gefürchtet habe.

Überhaupt ist das skandinavische Klima für die offene Behandlung solcher Themen günstiger als das deutsche. So gibt eine Gruppe Mediziner aus der Organisation „Mot Dag“ („Dem Tag entgegen“) eine Zeitschrift für sexuelle Aufklärung heraus. In den Diskussionen dieser Gruppe, aber auch in den Gesprächen mit Reich, stellt Willy Brandt erstmals fest, „wie in einer politischen Gemeinschaft sadistische Neigungen sublimiert ausgelebt und masochistische Bedürfnisse anderer befriedigt werden können. Diese psychischen Mechanismen verdienten, offener dargelegt zu werden.

Sexuelle Verklemmtheit scheint für begabte Hasser und Intriganten zu sorgen: Politik als Ersatzliebe tarnt sich nicht selten als selbstlose Unbedingtheit.“ Und Brandt lernt damals verstehen, wie er sich 1982 erinnert, „daß der Nazismus und verwandte Herrschaftsformen in der Tat auch von sexuellen Repressionen bestimmt“ sind.

Robert verwies auch auf Manilowski: „Wer Der Einbruch der sexuellen Zwangsmoral gelesen hat, weiß, daß Reich sich zu großen Teilen auf den polnisch-englischen Ethnologen Bronislaw Malinowski bezieht. Es gibt neuerdings eine BBC-Serie genannt Tales from the Jungle, in der auch Malinowski behandelt wird.“

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=f22VsAlOwbc%5D

Und dazu auf Guido Sprenger: Erotik und Kultur in Melanesien – Eine kritische Analyse von Malinowskis „The Sexual Life of Savages“, Lit Verlag, Hamburg 1997. Robert:

Als Magisterarbeit gedacht, will Sprenger mit Hilfe von Foucaults Dekonstruktivismus Malinowski kritisch hinterfragen.

Es zeigt sich im Laufe seiner Ausführungen, daß sein Ziel gründlich mißlungen ist, weil die Theorien Foucaults keine brauchbaren Ansätze bilden, um in der Ethnologie Kulturen zu erklären.

Sprenger stellt zuerst fest, daß die Sexualität und Erotik in der Ethnologie ein Schattendasein bilden und bietet an, eine eigene Definition zu generieren.

Wilhelm Reichs Buch Der Einbruch der sexuellen Zwangsmoral hat er offenbar nicht gelesen, lediglich ein abwertendes Zitat ist er ihm Wert:

Was die Rezeption von Malinowski außerhalb der Ethnologie angeht, so zeigt sich an ihr wiederum die Brisanz des Themas. Nicht nur erhielten die Trobriander bis in die heutige Zeit das Image der Inseln der Freien Liebe – Malinowskis Aussagen über die Liebesbeziehungen wurden auf bezeichnenderweise Weise falsch gelesen. Ein erhellendes Beispiel ist die Rezeption durch Wilhelm Reich in seinem Buch Invasion of compulsory sex-morality. Der Psychoanalytiker vermochte nicht zu differenzieren zwischen einem Fehlen des Verbots vorehelichen Geschlechtsverkehrs – und nichts anderes hat Malinowski beschrieben – und einer völligen Regellosigkeit in Sachen Sex. Seine Vorstellungen von der strengen Kontrolle, die Kultur über Sexualität ausübt, ermöglichten ihm nur eine Alternative: das Aussetzen eines für den Westen seiner Zeit zentralen Verbotes wurde gleichbedeutend mit dem Aussetzen jedes Gesetzes (Senft 1995a: 485-487). Diese Mißverständnisse sind charakteristisch für zahlreiche spätere Rezipienten, die in die Trobriander ein Gegenmodell ihrer eigenen, als sexuell restriktiv empfundenen Kultur hineinprojizierten. (S. 31) [Senft 1995a = Gunter Senft, „Noble Savages“ and the „Islands of Love“: Trobriand Islanders in popular publications“. In: C. Baak [e.a.] (eds.): Tales from a concave world, Liber Americon Bert Voorhoeve, Leiden, S. 480-510]

Es ist relativ leicht zu verstehen, warum Sprenger Reich dermaßen behandeln muß. Während Reich eine Erforschung und Definition gesunder Sexualität geleistet hat, muß Sprenger hilflos herumrätseln und zu den abwegigsten Beispielen greifen.

Sein Paradebeispiel ethnologischer Sexualität sind ein geheimes Volk, welches von den Ethnologen verborgen wird, weil sie solche absurden päderastischen Sexualriten wie institutionalisiertes Spermaschlucken aufweisen. Darüber hält sich Sprenger lang und weitschweifig aus. Folgerichtig kritisiert er an den Trobriandern, daß sie nicht schwul werden dürfen und hier zeigt sich die ganze Misere der Sexualethnologie, die teilweise von Homosexuellen und Gender-Predigern/innen dominiert werden.

Warum also solchen typischen Foucault Schmiersinn lesen? Zum einen ist die moderne Literatur bis 1997 verarbeitet worden und er diskutiert in lesbarer Weise, wo Malinowski Fehlinterpretationen lieferte und zeigt natürlich weitere Ergänzungen zu dessen Forschungen. Er geht sehr ausführlich auf Magie und Kula (Warentausch) ein.

Insgesamt scheitert er an dem, was er leisten wollte. Die Erotik des Volkes zu erklären und am sinnfälligsten wird es am Beispiel der sogenannten Tabu-Ehen, die Reich so hervorragend als ökonomisches System der Kreuz-Vetter-Basen-Heirat enträtselte.

Das Buch ist selbst nicht mehr zu kaufen, lediglich in Universitätsbibliotheken erhältlich.

„Freudo-Marxismus“ (Teil 2)

13. Januar 2015

Wenn Marx Leute wie Stirner oder Proudhon zu seinen „kleinbürgerlichen“ Hauptfeinden erklärte, erklärte er damit „funktionell gesehen“ auch Reich zu seinem Hauptfeind. Mit Stirner habe ich mich bereits befaßt.

Stirner hatte bei der Kritik der idealistischen Philosophie, insbesondere Hegel, angesetzt: Es gehe nicht abstrakt um „den Menschen“, sondern jeweils um mich. Ich sei kein Abstraktum, sondern die unmittelbare, nicht weiter reduzierbare Realität, die sich nicht von inkorporierten Hirngespinsten (Freuds „Über-Ich“) definieren und unterdrücken lassen sollte. Würden solche sozusagen „realistischen“ Individuen in Freiwilligen Vereinen zusammenfinden, würde die Welt von der Realität und nicht mehr vom Irrsinn bestimmt (Reichs „Arbeitsdemokratie“).

Marx hatte auf diese, um mit Reich zu reden, „umwälzende Kritik sämtlicher moraltheoretischer Systeme“ keine Antwort. Ähnlich wie Freud, der die Konsequenz seiner eigenen Theorie damit abwehrte, daß er das Über-Ich kurzschlußartig in der Biologie verankerte, benutzte auch Marx einen üblen Taschenspielertrick: Er behauptet, daß Stirner ein Idealist sei, da er nicht den „wirklich tätigen Menschen“ im Blick habe, der in bestimmte Produktionsverhältnisse eingebunden sei. Das Sein bestimme das Bewußtsein! Reich mußte sich mit diesem kurzschlußartigen Soziologismus in der Massenpsychologie des Faschismus abquälen.

Die Antwort sowohl auf Freud als auch auf Marx ist Reichs Konzept des „Charakters“, mit dem er zeigt, wie konkret das Über-Ich in der Biologie verankert ist und daß diese Verankerung auf ganz bestimmten soziologischen Mechanismen beruht. (Elsworth F. Baker und Charles Konia haben das dann später weiter ausgerollt.)

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Proudhon trat gegen den ökonomistischen Marxismus auf. Proudhon vertrat eine Art von „Sozialpsychologie“, Selbstbestimmung, Antipolitik und die Arbeitsdemokratie. Proudhon:

Indem die Tätigkeitssphäre jedes Bürgers durch die natürliche Teilung der Arbeit und durch die Wahl des Berufes bestimmt ist, indem die sozialen Funktionen in einer solchen Verbindung zueinander stehen, daß sie eine harmonische Wirkung hervorbringen, entsteht die Ordnung aus der freien Tätigkeit aller; es gibt keine Regierung.

Dagegen ist „Zentralisation“ einer der wichtigsten Begriffe im Kommunistischen Manifest, wo von der Zentralisation der „vielen Lokalkämpfe zu einem nationalen, zu einem Klassenkampf“ die Rede ist, gefolgt von der Zentralisation der Instrumente der Produktion.

Bereits 1846 warnte Proudhon „den Bandwurm des Sozialismus“, d.h. Marx, sich nicht zum „Führer einer neuen Intoleranz“, zum „Apostel einer neuen Religion“ zu machen, der mit „Exkommunikationen“ und „Bannflüchen“ operiere.

Reich hat Marx vollständig fehlbeurteilt, z.B. in Rede an den Kleinen Mann erwähnt Reich Marx 5 mal, dabei 3 mal in Verbindung mit Jesus (der von Reich 7 mal erwähnt wird). Reich nennt Marx „einen wahrhaft großen Mann“ (S. 19), jemand der, im Gegensatz zum Kleinen Mann, „den Preis für echte Freiheit zahlt“ (S. 22). In Christusmord versteigt sich Reich gar zu dem Satz:

In die heutige Zeit übertragen ist Stalin im Verhältnis zu Marx das, was Paulus in bezug auf Christus war.

In Menschen im Staat weist er darauf hin, daß die Emotionelle Pest von den Parteipolitikern in den Marxismus getragen wurde, indem sie die ökonomischen Begriffe wie „Kapitalist“ oder „Mehrwert“ mit Haßgefühlen besetzten, um so „die Massen“ emotional aufzustacheln.

Dazu eine Erinnerung des Zeitzeugen Carl Schurz an Marx:

Ich erinnere mich noch wohl des schneidend höhnischen, ich möchte sagen, des ausspuckenden Tones, mit welcher er das Wort „Bourgeois“ aussprach; und als „Bourgeois“, das heißt, als ein unverkennbares Beispiel einer tiefen geistlichen und sittlichen Versumpfung, denunzierte er jeden, der seinen Meinungen zu wiedersprechen wagte.

Proudhon hatte bereits die Gegenwahrheit zum Freiheitsstreben des Menschen erkannt, – daß

jeder in der Menschheit zu verwirklichende Fortschritt (…) zum Hauptgegner in der Philosophie diejenigen [hat], deren Aufklärung er zum Zweck [hat]; in der Freiheit diejenigen, deren Emanzipation er zum Gegenstand hat; in der sozialen Ökonomie diejenigen, die er zu bereichern sich vornimmt.

Proudhon hat sogar dieselbe Lösung der Problems wie Reich gefunden: die Praxis verantwortlicher Freiheit, „d.h. die Schaffung von möglichst vielen und gegenseitigen Beziehungen (Mutualismus)“ (P.J. Proudhon: Bekenntnisse eines Revolutionärs, rororo 1969).

Ja, aber war nicht Proudhon ein schlimmer Antisemit? Diese Art von Fragen stellen Marxisten stets, wenn es darum geht, andere Propheten der sozialistischen Bewegung abzuwerten. Aber schauen wir uns doch einmal Marx selbst an:

Dazu ein Zitat aus Marxens Schrift Zur Judenfrage, die er im Herbst 1843 schrieb:

Die Judenemanzipation in ihrer letzten Bedeutung ist die Emanzipation der Menschheit vom Judentum. (…) Welches ist der weltliche Grund des Judentums? Das praktische Bedürfnis, der Eigennutz. Welches ist der weltliche Kultus der Juden? Der Schacher. Welches ist sein weltlicher Gott? Das Geld. Nun wohl! Die Emanzipation vom Schacher und vom Geld, also vom praktischen, realen Judentum [= Kapitalismus] wäre die Selbstemanzipation unserer Zeit.

Daß Marx dies genau so meinte, wie es hier steht, wird aus einem 13 Jahre später veröffentlichten Artikel deutlich, den er für The New York Tribune schrieb, damals die größte Zeitung der Welt. Marx:

Wir wissen, daß hinter jedem Tyrannen ein Jude steht, wie hinter jedem Papst ein Jesuit. Wie das Heer der Jesuiten jeden freien Gedanken tötet, würde der Wunsch der Unterdrückten Erfolgsaussichten haben; die Nützlichkeit von Kriegen, angestiftet von Kapitalisten, würde enden, wenn sie nicht für die Juden sein würden, welche die Reichtümer der Menschheit stehlen. Kein Wunder, daß vor 1856 Jahren Jesus die Wucherer aus dem Tempel Jerusalems gejagt hat. Sie waren die zeitgenössischen Wucherer, die hinter Tyrannen und Tyranneien stehen. Die Mehrheit von ihnen ist jüdisch. Die Tatsache, daß die Juden so stark geworden sind, das Leben der Welt in Gefahr zu bringen, veranlaßt uns, ihre Organisation und ihr Ziel zu enthüllen, damit ihr Gestank die Arbeiter der Welt zu Kampf aufrütteln möge, um solch ein Übel auszulöschen.

Man lese dazu Reichs Ausführungen über Julius Streicher und die Verbindung zwischen Antisemitismus (heute Marxistischer „Antizionismus“) und Antikapitalismus in Menschen im Staat:

Der Jude wird im allgemeinen, besonders unter dem Druck so konsequenter Propaganda wie der des Banditen Streicher, als „Schächtjude“ erlebt, also als ein Mensch mit einem langen Messer, der christliche und deutsche Kinder zum Pessachfest abschlachtet. Da er kleine Kinder am Glied beschneidet, untermauert sich die Angst vor ihm durch die uralte Kastrationsangst, die in allen sitzt. Solche Dinge tut nur ein Wesen, das selbst alle Lust, speziell Sexuallust für sich rauben will. Der Jude nimmt also dem Arier die Mädchen weg, nachdem er die Männer kastriert hat. Der Jude nimmt immer etwas weg. Da er zudem das Unglück hat, durch frühere Judenverfolgungen dem Handel zu frönen, raubt er Geld. Nur ein Schritt noch, und er ist der Inbegriff des „Kapitalisten“ geworden. So kann sich unter geschicktester Ausnützung der Sexualangst vor dem Schächtjuden der gesamte Gefühlshaß der Massenmenschen gegen den Geldwucherer, mit anderen Worten, den „Kapitalisten“, auf den Juden verlagern. Der Jude zieht somit sowohl den sozialistischen Kapitalistenhaß wie die erworbene Sexualangst auf sich.

Hier hat Reich unbewußt eine orgonomische Analyse auch des Marxismus geliefert! Er ist ein Wahnsystem, in dem das Kapital aus einem nicht weiter ableitbaren Trieb heraus („Habgier“, „Judentum“) die lebendige Arbeit zerstückelt („Entfremdung“, „Arbeitsteilung“) und wie ein unersättlicher Vampir aus der Arbeitskraft heraussaugt. Um dieser Blutschande ein Ende zu setzen, müsse der Markt zerstört, also das gesellschaftliche Leben stranguliert und das „jüdische“ Geld („Energie“, „Blut“) abgeschafft werden.

Der faschistische Mythos, der sich in der Marxistischen „Kritik der politischen Ökonomie“ verbirgt, tritt besonders klar zutage, wenn „Reichianer“ hinter dem äußeren „dialektischen Widerspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital“ einen inneren „dialektischen Widerspruch zwischen lebendiger und erstarrter Triebenergie“ wahrzunehmen vermeinen. Es ist prinzipiell der gleiche Wahn, der in „den Juden“ den geldaussaugenden Vampir „erkennt“. Marx‘ „Denken“ ist eine Pest!

Warum Reich Marx als obsolet betrachtete (Teil 3)

30. Juni 2014

Ich kann es einfach nicht lassen – hier schon wieder das Interview mit dem KGB-Offizier Yuri Bezmeno:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=uw178kV02_I%5D

Und hier ein Artikel, der Bezmenos Ausführungen denkbar kurz zusammenfaßt und auf die Gegenwart hin ausweitet: Droht den USA eine Invasion? Ziemlich abwegig, was dort prognostiziert wurde, aber eine logische Folge der Unterminierungsarbeit der sowjetischen Einflußagenten, die Bezmeno beschreibt. Er war einer von ihnen.

Was Deutschland betrifft verlohnt es sich Bettina Röhls Kolumnen zu lesen, etwa die über den Sarrazin-Skandal, der zeigt, daß wir in der Tat bereits im 4. Reich leben: freie Meinungsäußerung ist illegal, alles was nicht der rotgrünen Parteilinie folgt wird erbarmungslos niedergeknüppelt. Lauter widerliche kleine Freislers. Man lese Röhls Essay Thilo Sarrazin und die Heuchel-Gesellschaft.

Bettina Röhl ist die Tochter Ulrike Meinhofs. In ihrem Buch So macht Kommunismus Spaß beschreibt Röhl, eingebettet in ihre Familiengeschichte, wie die Sowjetunion den Westen systematisch ausgehöhlt hat.

Sie beschreibt die Geschichte der Zeitschrift konkret und deren Steuerung durch die verbotene KPD. Diese systematische Infiltration der „kritischen Öffentlichkeit“ durch die Kommunisten, die beispielsweise durch den obligatorischen antikommunistischen Artikel in jeder konkret-Nummer verschleiert wurde, hat „1968“ erst möglich gemacht.

Die Zersetzung wirkt bis heute fort, hat das soziale Gefüge zerstört und die gegenwärtige Islamisierung Europas ermöglicht. Der Erfolg macht ähnlich schwindelerregend wie die bevorstehende Eroberung der USA durch Rußland, China und Mexiko: man kann mit einiger Sicherheit davon ausgehen, daß Deutschland in wenigen Jahren von der SED regiert wird! Außerdem wird dieses „Deutschland“ kaum noch von indigenen Deutschen bewohnt sein. Wie Sarrazin sagt: Deutschland steht das Schicksal des ur-serbischen Kosovo bevor, der von den Albanern mittels ihrer hohen Geburtenrate erobert wurde.

Einer der „antiautoritären“ Führer von „68“, Daniel Cohn-Bendit, gab folgenden Kommentar zu Sarrazin ab: „verwirrt, dieser Mensch ist verwirrt“. Am Ende des Interviews argumentierte Cohn-Bendit, daß es erstens keine Parallelgesellschaft gäbe, zweitens die existierenden Parallelgesellschaften etwas Gutes seien und drittens, daß wir für die Existenz der (offenbar doch schlechten) Parallelgesellschaften selbst verantwortlich seien. So gehört im Deutschlandfunk am 07.10.09. Dieses hirnzersetzende „Denken“ ist das quasi offizielle Denken der EUdSSR! Wer nicht so „denkt“ ist „verwirrt“!

Anzufügen wäre, daß vor diesem Hintergrund auch die damalige Reich-Renaissance zu sehen ist: da man mit dem drögen Ökonomismus von Marx niemanden mobilisieren konnte, wurde Reich für die Verbreitung des Roten Faschismus instrumentalisiert.

Im ZDF-Nachtstudio („Die 68er – Sind sie an allem Schuld?“) vom 27.4.2004 erinnerte sich der Zeitzeuge und bekennende Marxist Bernd Lunkewitz:

Es hat damals sehr viele Ansätze aus allen möglichen Richtungen gegeben. Also, wenn man sagt, Wiederentdeckung von Literatur: wir haben in den 68gern ganz früh, ab 66 schon, also Wilhelm Reich gelesen. Massenpsychologie, Die Funktion des Orgasmus und alle solche Dinger. Also es gab diese hedonistische Seite. [Einwurf: Es wurde wichtiger als Marx – zum Teil.] Ne, das wurde es also mit Sicherheit nicht. [Allgemeine Erheiterung.] Also vielleicht für einige, aber – also alle imgrunde haben das gelesen, aber dann haben sich also viele wegentwickelt und tatsächlich zu Marx hin entwickelt.

Von jeher wird Reich als Wegbereiter sowohl für den Roten Faschismus (Marxismus) als auch für den Schwarzen Faschismus (angebliche „Spiritualität“) mißbraucht. Beides hat man beispielsweise anhand der „Wilhelm-Reich-Zeitschrift“ emotion verfolgen können: