Posts Tagged ‘Charakter’

Liebe und Orgasmusangst bei einem paranoid-schizophrenen Charakter (Teil 6)

24. Juni 2019

von David Holbrook, M.D.

Schlußfolgerung

George hat gesagt, daß die emotionalen Ereignisse in seiner oben beschriebenen sexuellen Beziehung die tiefsten „therapieartigen“ Erfahrungen sind, die er jemals gemacht hat. Er hat das Gefühl, daß er in der Liebesbeziehung zu Angela in die Lage versetzt wird, noch tiefer zu gehen, als dies normalerweise in der formalen therapeutischen Situation in meinem Büro möglich ist. Auf der anderen Seite ist es die Therapie und sowohl die tiefe nonverbale als auch die verbale Arbeit, die es ihm ermöglicht hat, diese tiefen Erfahrungen in seiner Liebesbeziehung zu ertragen und mit ihnen in Kontakt zu treten und diese Erfahrungen zu nutzen, um in Richtung Gesundheit zu wachsen.

George und Angela bemühen sich, ihren eigenen einzigartigen Weg zur tiefsten Liebesbeziehung zu finden, die sie tolerieren können. Dabei folgen sie, soweit es ihnen möglich ist, dem Rat von Reich:

„Es gibt nur eine, allgemein gültige Regel, wie man die eigene, besondere Wahrheit finden kann: Lernen, geduldig in sich hineinzuhorchen und sich so Gelegenheit geben, den eigenen Weg zu finden, der zu einem selbst und zu niemandem sonst gehört. Dies führt nicht ins Chaos oder in wilden Anarchismus, sondern letztendlich in den Bereich, wo die gemeinsame Wahrheit für alle verwurzelt ist. (…) Daher sind auch die grundlegenden Wahrheiten in allen Lehren der Menschheit die gleichen; sie laufen alle auf das Eine hinaus: den eigenen Weg zu finden zu dem, was man fühlt, wenn man liebt oder schöpferisch tätig ist, wenn man sich sein Haus baut, wenn man seine Kinder zur Welt bringt oder nachts zu den Sternen schaut.“ (Reich 1953, S. 311f)

[Weitere Informationen finden sich bei Holbrook 2013.]

 

Literatur

  • Baker EF 1967: Der Mensch in der Falle, München: Kösel, 1980
  • Hamilton AE 1997: My Therapy With Wilhelm Reich (Part I). The Journal of Orgonomy 31(1):3-21
  • Holbrook D 2013: Sex and Love in a Case of a Paranoid Schizophrenic Character. unveröffentlichtes Manuskript
  • Holbrook D 2014: Truth, Countertruth, and the Emotional Plague in the Clinical Situation. unveröffentlichtes Manuskript [erscheint demnächst im NACHRICHTENBRIEF]
  • Holbrook D 2015: Orgonotic Functions in the Clinical Situation: The Bioenergetic Unity of Psyche and Soma. unveröffentlichtes Manuskript
  • Konia C 2000: Orgonotic Contact Part II. The Journal of Orgonomy34(2):50-59
  • Konia C 2004: Applied Orgonometry II: The Origin and Function of Thought. The Journal of Orgonomy 38(1):100-111
  • Reich W 1927: Genitalität, Köln: KiWi, 1982 [Ursprünglich 1927 mit dem Titel Die Funktion des Orgasmus veröffentlicht. Das ist ein komplett anderes Buch als das von 1942 mit dem gleichen Namen.]
  • Reich W 1935: Die sexuelle Revolution, Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag, 1971
  • Reich W 1942: Die Funktion des Orgasmus, Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag, 1972
  • Reich W 1949a: Charakteranalyse, Köln: KiWi, 1989
  • Reich W 1949b: Processes of Integration in the Newborn and the Schizophrenic. Orgonomic Functionalism 6, 1996. Rangeley, Maine: The Wilhelm Reich Infant Trust
  • Reich W 1950: Orgonomic Functionalism, Part II. Orgone Energy Bulletin 2(1):1-15, New York: Orgone Institute Press
  • Reich W 1951: Die kosmische Überlagerung, Frankfurt: Zweitausendeins, 1997
  • Reich W 1953: Christusmord, Freiburg: Walter-Verlag, 1978

 

Dieser Text wurde mit Genehmigung von Dr. Holbrook seiner Facebook-Seite entnommen und übersetzt.

David Holbrook, M.D.: EMOTIONEN SPRECHEN LAUTER ALS WORTE

12. Mai 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Emotionen sprechen lauter als Worte

 

nachrichtenbrief127

26. Februar 2019

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 4

10. Februar 2019

orgonometrieteil12

4. Zur orgonomischen bio-psychiatrischen Charakterdiagnostik

Emotionen sprechen lauter als Worte (Teil 1)

28. Januar 2019

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Emotionen sprechen lauter als Worte

 

Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 2

8. Januar 2019

orgonometrieteil12

2. Modell, Funktionsschema, orgonometrische Gleichung

Charles Konia, Analytiker des Zeitgeschehens

8. Oktober 2018

Es ist wie in der Psychiatrie: man kann ein und denselben Patienten mit vier, fünf, sechs alternativen oder ergänzenden Diagnosen zu fassen versuchen, doch letztendlich sind sie vollkommen irrelevant. Sie sind kaum mehr als eine Umschreibung der Symptome, die dem jeweiligen Behandler gerade auffallen. Der eigentliche Patient, sein CHARAKTER, der behandelt werden müßte, kommt dabei nie in den Fokus. Genauso mit derartigen küchenpsychologischen „Analysen“, was Politiker und Nationen antreibt. Der eine gibt das zum besten, etwa das Amerika immer mehr von fundamentalistischen Christen bestimmt wird, der andere jenes, etwa das Amerika seine christliche Seele verliert. Einfach nur ein haltloses Blablabla a la Erich Fromm und all den anderen. Während das eigentliche Geschehen von niemanden gesehen wird.

Beispielsweise wird gerne der „McCarthyismus“ angepangert. Tatsächlich sind nur eine handvoll Kommunisten ins Gefängnis gewandert, während die kommunistische Unterwanderung Amerikas ungehindert voranschritt. Siehe dazu beispielsweise Dr. Konias Ausführungen morgen, wo er sich auch mit dem schwarzen Faschismus in unserer Zeit beschäftigt.

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 13)

29. September 2018

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 3. Reich und die Juden / Das Judentum (Teil 1)

29. Mai 2018

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 3. Reich und die Juden / Das Judentum (Teil 1)

Gesundheit und Charakter

21. Mai 2018

Wegen der doppelten Annäherungsweise, die das Reichsche Werk auszeichnet (von der Biologie auf das Soziale und vom Sozialen auf die Biologie) kann man nicht einen sozialen gegen seinen vorgeblich „biologistischen“ Gesundheitsbegriff ausspielen. Gerade jene Marxisten, die Reich diese vorgebliche Einseitigkeit vorwerfen, verfallen in das entgegengesetzte Extrem. Hier spreizt sich Ernst Bloch:

Gesundheit ist ein sozialer Begriff, genau wie das organische Dasein der Menschen, als Menschen insgesamt. So ist sie überhaupt erst sinnvoll steigerbar, wenn das Leben, worin sie steht, nicht selber von Angst, Not und Tod überfüllt ist. (Bloch: Das Prinzip Hoffnung, Frankfurt/Main 1977, Bd. 2, S. 541)

Also kann etwa in Bangla Desh niemand „gesund“ sein und alle würden dort gesünder, hätten sie unseren Lebensstandard? Wegen der Panzerung wäre eher das Gegenteil der Fall: Bangla Deshis wären eher mit ihrem neurotischen Elend konfrontiert, litten vermehrt an „Zivilisationskrankheiten“ „psychosomatisch“, etc. Für einen nichtsnutzigen linken Zombie wie dem pseudophilosophischen Schwätzer Bloch sind die Menschen selbst Zombies.

Reich hat stets einen untrennbar soziobiologischen Gesundheitsbegriff vertreten: die Panzerung ist „verinnerte“ gesellschaftliche Unterdrückung, das „Überich“. Dies sieht man besonders gut an seiner Auseinandersetzung mit der Neopsychoanalyse etwa in Reich Speaks of Freud. Leute wie Sullivan, Horney, Fromm, etc., die nur mit blutleeren („libidoleeren“) Begriffen hantiert haben.

Gemeinhin wird heute Gesundheit definiert als Verfügung über die eigene Zeit und das Gefühl, Kontrolle über das eigene Leben zu haben (wobei auch die Sinnfrage involviert ist = „Welche Funktion hat das?“), was zwar weitgehend mit Reichs funktioneller Definition von Gesundheit als Selbstregulation übereinstimmt, aber daß Reich im Gefängnis von einem Augenblick zum anderen nicht mehr „gesund“ war…