Posts Tagged ‘Ödipuskomplex’

Barbara G. Koopman: Der Aufstieg des Psychopathen (2. Drittel)

30. Juni 2025

Barbara G. Koopman: Der Aufstieg des Psychopathen (2. Drittel)

Anarchie in unseren Städten (Teil 1)

7. Mai 2025

Was ist seit Schröder und Merkel in diesem Land geschehen? Warum die „Energiewende“ und „offene Grenzen“? Es ist müßig über Motive zu spekulieren, denn diese offenbaren sich letztendlich im logischen Effekt dieser beiden Maßnahmen.

Wer wird bei einem Blackout, der Tage, Wochen, Monate (sic!) anhalten kann, bewaffnet sein? Die Kriminellen und – die Polizisten. Die letzteren werden sich mit ihrer Dienstwaffe ausschließlich um die Verteidigung der eigenen Familie kümmern! Ähnlich die Mannen der Feuerwehr und aller anderen Notdienste. Ärzte und Krankenschwestern werden genauso handeln. Das gleiche gilt für jeden, der für die Infrastruktur unersetzbar ist, etwa um die Kraftwerke wieder hochzufahren. Und überhaupt, wie sollen diese Leute, nachdem sie ihre Frau und ihre Kinder im Stich gelassen haben, eigentlich zu ihrem Arbeitsplatz gelangen? Mit ihrem Elektroauto? Über Straßen ohne Ampeln, voller Autowracks, die von plündernden und brandschatzenden Banden beherrscht werden, welche überall Checkpoints eingerichtet haben? Übrigens: Telefon und Handy werden auch nicht mehr funktionieren. Und was Notsender für die paar batteriebetriebenen Radios verbreiten: Glaubt irgendjemand, die hätten selbst einen Überblick über die Lage?

Neulich habe ich mich mit einer Negerin heftigst gestritten um das Öffnen des Fensters und den Luftzug in einer U-Bahn. Sofort ging es ihr nicht um die Sache, sondern ausschließlich um ihre und meine Hautfarbe! Ein Nachbar sagte einer Kopftuchtürkin, sie dürfe ihr Auto nicht genau vor der Feuerwehreinfahrt parken. Die instantane Replik drehte sich um – Hitler! Es ist in solchen Fällen immer so. Im Katastrophenfall wird sich dieses „multiethnische“ Land in rassisch definierte Gangs aufteilen, die sich bekämpfen wie Weiße, Neger und Mexikaner in amerikanischen Gefängnissen. Überleben werden die Gruppen mit einer „Rassenidentität“.

Mit diesen beiden Maßnahmen, die physische und mentale Entwaffnung des deutschen Volkes, haben die Rotgrünen angesichts der flächendeckenden „internationalistischen“ Umerziehung ihr Ziel erreicht: den Genozid. Man braucht doch nur die Medien konsumieren, die fast zu 100 Prozent von diesen Leuten dominiert werden: sie HASSEN uns mit einem viehischen Fanatismus.

Woher dieser kommt, wissen wir seit Freud: Ödipuskomplex. „Papa das Schwein“ muß kastriert werden und die Keimbahn, unsere eigene Identität, muß durchtrennt werden. Er schändet „Mutter Natur“ und beutet unsere unterdrückten schwachen Brüder und Schwestern aus, die PoCs. Die Hintergründe solchen Wahns hat Reich bereits 1933 in seiner Massenpsychologie des Faschismus analysiert, als es noch um die „Mutter Germania“ ging, geschändet von – PoCs. Daß der „Endkampf“ wieder in der Ukraine geführt wird und wir wieder in Epidistanz zu Moskau und Washington gehen… Nun gut, immerhin wird der Untergang totaler als wir ihn uns heute überhaupt vorstellen können.

Wenn eine entwickelte Gesellschaft zerfällt, reorganisiert sie sich auf primitivere Weise neu. Als im südlichen und östlichen Mittelmeerraum die spätantike Welt inklusive dem Christentum zerfiel, reorganisierte sie sich neu durch die Bildung von inzestuösen Großfamilien, die alle Staatlichkeit ablehnten und, was die Gesellschaft betraf, absolut verantwortungslos handelten. Um was es geht, sieht man anhand der Artverwandten Mafiaclans auf Sizilien und in Süditalien. Seit spätestens 2015 werden entsprechende Strukturen aus „humanitären“ Gründen massenhaft nach Deutschland geholt mit den entsprechenden Folgen für das deutsche Volk.

Näherliegende Beispiele für eine Reorganisation auf primitiverer Ebene sind die Rockerbanden oder etwa die Punk-Bewegung im England Mitte der 1970er Jahre. England stand vor dem totalen Kollaps, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch moralisch. Der „Aufbruch der 60er“ Jahre hatte sich als geschmackloser Witz erwiesen: kernlose Plastikmenschen, ohne auch nur den Hauch von Authentizität.

Damals hatte ich für die Sex Pistols nur Verachtung übrig: zu kommerziell. Wenn schon Punk, dann vielleicht 999. Johnny Rotten? Eine Witzfigur. Im nachhinein betrachtet, war er vielleicht einer der letzten authentischen Menschen im öffentlichen Leben. Vor allem, weil er nie jemanden kopiert hat, nie jemanden nach dem Mund geredet hat. Außerdem ist er einer der wenigen, die tatsächlich von ganz unten kommen. Er ist wirklich ein Working Class Hero.

Und er hat immer wieder Meinungen geäußert, die zum linksliberalen Mainstream quer lagen. Er traute in Israel ein Konzert zu geben, trotz der antisemitischen linken Boykotthetze, und er bekannte sich zu Trump. Aber worum es wirklich geht, offenbarte er 2007 in einem Interview:

Ich habe große Achtung vor der menschlichen Rasse und allen Lebenswelten. Es ist diese Kraft, diese Energie, die alles auflädt, die uns am Leben hält. Das fasziniert mich sehr. Nun, manche setzen das in Religion um. Ich weiß nicht, was es ist, aber es ist sehr ergreifend. Und es bricht mir das Herz, etwas Totes zu sehen oder zu hören, wie irgendetwas stirbt oder Totes zu sehen. Das ist nicht Hippie. Leider wurde diese Mentalität von den Hippies nie verstanden. Sie sind egoistische Bastarde.

Lydon ist ein Anarchist nach meinem Geschmack: „Was brauchen wir den Staat? Wir haben Freunde, Familie, Traditionen!“ – Es ist die Frage, ob wir uns von neuem zu „Krebsgeschwüren“ organisieren oder ob wir endlich erlauben, daß sich das Orgon frei entfaltet, d.h. die Liebe zwischen den Menschen sich frei entfalten kann. Faschismus (Barbarei) oder Arbeitsdemokratie! Der Kult des Todes oder die Liebe für das Leben! „Selbstregulation“ oder Selbstregulation! „Anarchie“ oder Anarchie!

Kapital und Arbeit: Ein erneuter Versuch über Ökonomie und Sexualökonomie

4. Mai 2025

Reich war ein Anhänger der Marx’schen Wirtschaftstheorie. Ihr zufolge stand am Anfang eine Bedarfswirtschaft, bei der es durch die Versklavung anderer langsam zu einer Kapitalkonzentration kam, die schließlich den Kapitalismus ermöglichte. Vorher wurde die menschliche Arbeitskraft so ausgebeutet, wie man Maschinen „ausbeutet“. Dieses seiner Natur nach immer lokale System, das von Kriminalität kaum zu scheiden war, da Menschen verschlissen und „weggeworfen“ wurden, wurde schließlich durch den seiner Tendenz nach globalen Handel gesprengt, der eine weitaus effektivere Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft, die nun zu einer Ware wie jede andere wurde, ermöglichte. Dabei ist die menschliche Arbeitskraft die einzige Ware, die mehr Wert (den „Mehrwert“) schafft, als sie kostet. Problem ist jedoch, daß die kapitalistische Konkurrenz dazu zwingt, die menschliche Produktivkraft immer effizienter auszubeuten, was zu überproportionalen Wachstum der „Produktivkraft Maschine“ führt (waren einst tausend Arbeiter in einer Fabrik, ist es heute vielleicht noch einer!), wodurch der Anteil der einzig wertschöpfenden menschlichen Produktivkraft immer kleiner wird. „Die Maschine“ zermürbt also nicht nur den Arbeiter (sehr schön in Charlie Chaplins Modern Times dargestellt), sondern marginalisiert auch die immer kleiner werdende Schicht der Kapitalisten, deren Profitrate sinkt und sinkt. „Der Mittelstand verschwindet.“ Am Ende steht der Kommunismus, bei dem das kollektive Proletariat die alles dominierende Maschine übernimmt und die dadurch möglich gewordene freie Arbeitszeit ähnlich genießt, wie einst die Sklavenhalter und Feudalherrn. Das wurde tatsächlich karikaturhaft durch das neofeudalistische System der Sowjetunion verkörpert – und beflügelt noch heute die Phantasien des arbeitsscheuen linken Gesindels.

Eine entsprechende Freudsche Wirtschaftstheorie gibt es zwar nicht, aber die letztendlich (!) auf den Psychoanalytiker Immanuel Velikovsky zurückgehende Eigentumsökonomik Gunnar Heinsohns ist der perfekte Ersatz. Ihr zufolge geht der Kapitalismus auf das Freudsche Urdrama zurück: die Söhne vereinigen sich und stürzen den Urvater, nicht um, wie bei Freud, dem Inzest mit der Mutter frönen zu können („Ödipuskomplex“), sondern um das Land des Vaters (also die Mutter…) unter sich zu gleichen Parzellen aufzuteilen. Durch diese Rechtstitel auf ein jeweils gleichgroßes Stück Land wird eine Art „Monopoly“ in Gang gesetzt, das wir als „Kapitalismus“ bezeichnen. An dessen Ende steht der Monopolkapitalist, der nunmehr wie einst der Urvater „alle Parzellen“ besitzt und erneut entmachtet wird, wodurch das Spiel von vorn beginnt.

Nach diesen beiden Theorien ist der Kapitalismus inhärent selbstzerstörerisch und endet gegenwärtig mit dem Monopolkapitalisten BlackRock. Er ist demnach kein „natürliches“ System, wie man es sich seit Adam Smith ausgemalt hat und wie es heute von der „Österreichischen Schule“ vertreten wird. Der paläolithische Fischer stieß auf den Bauern, es kam zum Austausch und so weiter, bis wir beim heutigen Kapitalismus angelangt sind. Es gelte nur, die Hindernisse dieses freien Handels zu beseitigen und alles läuft reibungslos so weiter bis in alle Ewigkeit. Was diese Theorie nicht erklären kann, ist, warum sich der Kapitalismus nur in Westeuropa entwickelt hat, d.h. warum die Fischer und Bauern in Tansania in alle Ewigkeit ihre Güter austauschen können, es aber niemals irgendeinen Fortschritt geben wird. Marx und Heinsohn bieten nicht nur Erklärungsansätze für den Sonderweg Europas, sondern zeigen auch, warum dieser schließlich scheitern muß, was bei Marx utopische, bei Heinsohn fatalistische Implikationen hat.

Im Anschluß an Werner Sombart habe ich in Ökonomie und Sexualökonomie versucht, den westeuropäischen Sonderweg mit Reichs Sexualökonomie zu erklären. Die erotische Kultur des Feudalismus (die letztendlich auf die Marienfrömmigkeit zu Zeiten der Ritter um 1000 nach Christi zurückging), gebar das Manufakturwesen und schließlich die Massenproduktion des Kapitalismus. Man braucht sich heute nur die Werbung anschauen: es geht beim Kapitalismus praktisch ausschließlich um Erotik und Sex! Eine genital gesundende Welt würde entsprechend eine voll ausgebildete Arbeitsdemokratie hervorbringen, die untergründig ohnehin von jeher existiert (Stichwort „Fischer und Bauer“).

Nun bin ich in Gestalt des Buches The Weirdest People in the World von Joseph Heinrich auf eine wichtige, wenn nicht entscheidende Ergänzung gestoßen, die die drei erwähnten Theorien zumindest teilweise zusammenführt. Heinrich führt den Erfolg des Westens auf ein Edikt der Katholischen Kirche um das Jahr 1000 zurück, das die Heirat innerhalb der Familie, also die Heirat zwischen Cousins verboten hat. Deshalb mußten später die Habsburger ihre fatalen Inzuchtheiraten auch jeweils vom Papst genehmigen lassen! Das war das Ende der sonst weltweit herrschenden nepotistischen Mafiaökonomie mit einem „Paten“ an der Spitze der jeweiligen „Familie“, z.B. der „Corleone“, wie sie bis heute etwa Süditalien niederhält, wo im Gegensatz zu Norditalien dieses Edikt nie konsequent durchgesetzt wurde. Vor diesem Edikt beruhte alles auf Verwandtschaft und Clans, was sowohl ökonomisch als auch sexualökonomisch (siehe Reichs Der Einbruch der sexuellen Zwangsmoral) absolut verheerende Konsequenzen hatte.

Mit der durch die Katholische Kirche erzwungenen Entstehung der Kleinfamilie war man fortan auf Fremde angewiesen, denen man auf Gedeih und Verderb vertrauen mußte. Erst dadurch entwickelte sich eine genuine „Eigentumsökonomik“ mit Rechtssicherheit, da jeder ohne unmittelbaren Zwang Rechtstitel akzeptiert, erst jetzt wurde wirklicher Austausch und Handel möglich, ein Netz von wechselseitigen Abhängigkeiten, erst jetzt konnte es so etwas wie „Arbeitgeber“ und „Arbeitnehmer“ geben, die ihre Arbeitskraft verkaufen. Und vor allem: erst jetzt konnte sich eine „erotische Kultur“ ausbilden. Erst die Machtpolitik der Katholischen Kirche setzte die ökonomische Zusammenarbeit und damit den Weg zu Kapitalismus und Arbeitsdemokratie frei. Daß die Kirche ganz nebenbei auch für die Erbgesundheit und einen Anstieg des durchschnittlichen IQ sowie eine Abnahme der Psychopathologie des Westeuropäers sorgte, ist ein weiterer glücklicher Nebeneffekt, den sie nun wirklich nicht auf dem Schirm hatte. Daß sie das ganze nur deshalb tat, um mehr Kontrolle über die durch Familien- und Clanstrukturen undurchdringlich verfilzte Gesellschaft zu erlangen und auch die letzten Reste des Heidentums zu überwinden, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Tragikomik, weil dieser alles entscheidende Schlag gegen Saharasia gleichzeitig ausgerechnet parallel zur Einführung des Zwangszölibats erfolgte.

Coppolas Trilogie Der Pate ist die wirklich perfekte Illustration dieses Blobeitrags: der „Pate“, die Rolle der Katholischen Kirche und Michaels verzweifelter Versuch zum regulären Kapitalisten, zum „ehrbaren Kaufmann“ zu werden!

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Oase” und folgende

20. Dezember 2024

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Oase“ und folgende

James Reichs WILHELM REICH VERSUS THE FLYING SAUCERS (Teil 6)

9. Oktober 2024

James Reich befaßt sich mit Mildred Brady und bestreitet, daß sie eine Stalinisten gewesen sei. Eine absolut lächerliche Behauptung. Es ist mir echt zu dumm darauf einzugehen. Ich verweise auf das, was ich an anderer Stelle zu dieser Roten Faschistin geschrieben habe. Mit Verweis auf ihren Artikel „The New Cult of Sex and Anarchy“, in dem es gar nicht (primär) um Reich geht, er wird nur 7 mal in Aufzählungen erwähnt, während Henry Miller 27 mal erwähnt wird (S. 163), erläutert der Autor, sie könne keine Stalinistin sein, weil der Artikel „konservativ“ sei. Dieser Einwurf ist derartig lächerlich – ich verweise wieder auf das, was ich an der oben verlinkten Stelle darüber gesagt habe.

Ansonsten geht es im Kapitel 11 um Robert Anton Wilson und Colin Wilson, Norman Mailer und Tuli Kupferberg, Jack Kerouac und William S. Burroughs, durchweg sehr gute Beschreibungen und von kulturgeschichtlichem Interesse, wobei der Autor auch deutlich macht, wie ablehnend Reich dieser ganzen Hipster- und Beatnik-Sache gegenüberstand, die sich nach Reichs Tod dann zur Woodstock-Generation entwickelte. Dusan Makavejevs Film WR: Mysteries of the Organism wird eingehend beschrieben und ebenfalls kritisch bewertet. Wobei aber auch zu vermerken ist, daß die Ausführungen anfangs nur einen Zweck zu haben scheinen, Reichs Konzept „Emotionelle Pest“ zu relativieren und zur bloßen Metapher für Dummheit zu machen. „Intellektuelle“ wie James Reich stehen mit ihrer „Intelligenz“ bzw. ihrem „Intellekt“ drüber.

Der Rest des Buches beschäftigt sich mit dem „gegenkulturellen“ Einfluß von Peter Reichs Book of Dreams, wobei James Reich seine Psycho-Analyse Reichs fortspinnt u.a. tauchen zu allem Überfluß auch noch Otto Weininger und Donald W. Winnicott auf: die Fliegenden Untertassen waren (zusammen mit Peter Reichs in der Dunkelheit leuchtendem Jo-Jo) als durch die phallische Space Gun verschwimmende, aber zurückkehrende „Übergangsobjekte“ im ödipalen Kampf zwischen Wilhelm und Peter Reich – oder so ähnlich… …jedenfalls endet das ganze, nach Winnicott, „in the direction of the functional climax of an orgasm“ (S. 199). Ich habe schlichtweg keinen Bock mehr, auf dieses degoutante Zeugs weiter einzugehen. Etwa: in Arizona ersetzte Wilhelm Reich für Peter Reich dessen ödipale Urszene durch Scienc Fiction-Abenteuer (S. 190) oder irgend so ein saublööööder Quark.

In Anlehnung an Deleuze und Guattari könnte man das Auftauchen der Fliegenden Untertasse als Antwort auf Formen des Totalitarismus und des Ödipuskomplexes betrachten, als Manifestation irrationaler Wunschproduktion. Ihre phantasmatische oder eidetische Präsenz ist gerade das Begehren oder dessen Mangel, und doch sind sie immer noch die Unidentifizierten Fliegenden Objekte des Begehrens, in denen Experimente am Körper durchgeführt werden – Penetration, Kastration, Imprägnation –, bei denen das Sprechen unmöglich ist – der Verlust des Subjekts, der Tod des sprechenden ‚Ichs‘. (S. 201f)

Ich muß voller Ekel und Verachtung an das „Zeitalter des Feuilletonismus“ denken, von dem Hermann Hesse in seinem Roman über die Orgonometrie sprach. Literarischer Eskapismus, quälend zäh zu lesen, der dem Thema „OROP Desert Ea“ denkbar unangemessen ist. James Reich spricht übrigens vom „delirium of Contact with Space“ (S. 190) und hatte sich am Anfang des Buches über den „Kubismus“ von Sharafs Reich-Biographie lustig gemacht (S. 26), dabei ist Wilhelm Reich versus The Flying Saucers wirres Geschmiere! Wenn ich das Wort „Kultur“, gar „Gegenkultur“ höre, entsichere ich meine Pistole. Hier Tuli Kupferbergs Antwort. Nach dieser Szene schneidet Dusan Makavejev abrupt Reichs „phallischen“ Cloudbuster in den Film…

Zum Schluß folgende “Some Notes on Desert (From a Talk by Reich at Orgonon, August 1954)”, die sich in Tuli Kupferbergs Nachlaß fanden und die Reichs ursprüngliche Einschätzung von Ea wiederspiegeln. Eine Einschätzung, die im Verlauf seines „Contact with Space“ ins Gegenteil umkippte:

DOR hat es schon immer gegeben. Der starke Anstieg der atmosphärischen DOR in den letzten Jahren ist eine Folge der Atomexplosionen und anderer atomarer Aktivitäten und offenbar auch auf kosmisches Orgon-Engineering durch die Menschen zurückzuführen, die unseren Planeten in Raumschiffen aus anderen Welten besucht haben. (Diejenigen, die immer noch skeptisch sind, was die Anwesenheit von „Fliegenden Untertassen“ an unserem Himmel betrifft, sollten wissen, daß unsere Regierung seit einigen Jahren nicht mehr als 2000 Leute beschäftigt, nur um optische Täuschungen zu beobachten.)

Über die genauen Absichten der „CORE-Männer“ kann man nur spekulieren. Offensichtlich sind sie besorgt über die weitreichenden Auswirkungen unserer periodischen Explosionen. Sie könnten diese schädlichen Explosionen stoppen, indem sie uns entweder durch DOR-Krankheit und Wüstenentwicklung in unserer Welt vernichten oder uns zu Gesundheit und Vernunft drängen. Da die CORE-Männer in Kontakt mit den Orgon-Funktionen stehen und zweifellos nicht gepanzert sind, ist es einfacher zu glauben, daß ihre Absichten uns gegenüber gutartig sind. Aber die Möglichkeit, daß sie eine neue Art von Krieg auf einem gefährlichen Planeten führen, ist nicht zu übersehen. (z.n. S. 182f)

Reich und Ea kann man ernsthaft nur in folgendem Rahmen diskutieren:

Und eine PHYSIKERIN über die UFOs der 1950er Jahre:

Und – WIR und die Fliegenden Untertassen:

Ende der Rezension

Ödipuskomplex gegen sexuelle Revolution

1. Oktober 2024

Die folgenden drei Kurzvideos wirken harmlos und sogar „lustig“. Es geht jeweils darum, daß zweijährige Mädchen davon sprechen, daß sie nun einen gleichaltrigen Freund, bzw. Liebsten haben und der Vater sich darüber lustig macht und ihnen sogar „spielerisch“ droht.

Wir haben hier den Kern der neurotischen Entwicklung vor uns, den Ödipuskomplex, d.h. die widernatürliche, abartige, perverse „sexuelle“ Fixierung des Mädchens auf den Vater (des Jungen auf die Mutter) bzw. das Hintertreiben einer gesunden Entwicklung, bei der sich eine derartige Fixierung nicht ausformen kann. Natürlicherweise wendet sich die Libido nämlich Gleichaltrigen zu, was aber systematisch hintertrieben wird. Es ist schlichtweg ungeheuerlich, was hier passiert. Solange man es zuläßt, daß sich der Ödipuskomplex ausbildet, sollte man, was sexuellen Kindesmißbrauch betrifft, einmal innehalten, denn er ist exakt das!

Um dem Wahnsinn die Krone aufzusetzen, dreht sich das Drama in der Pubertät um, denn wenn zu dieser Zeit der Vater gegenüber seiner Tochter körperliche Nähe und väterliche Zärtlichkeit zeigt, wird insbesondere von sogenannter verbiesterter „feministischer“ und woker Seite neuerdings das Gezeter laut, dies sei übergriffig, unangebracht und sogar „ekelhaft“: im Grunde sexueller Kindesmißbrauch.

Im folgenden Video wird das anhand eines aktuellen Beispiels thematisiert:

Beides, die traditionelle „ödipale Sexualfeindlichkeit“ der Konservativen, der den Ödipuskomplex hervorruft, als auch der moderne linke Puritanismus, der allenfalls prägenitales „trans“ und „gay“ und „queer“ ertragen kann, bei jedem Anzeichen von Genitalität und genuiner Lebensfreude aber ausrastet, haben ein gemeinsames Funktionsprinzip: die Angst vor der Lust, die zu Lustfeindlichkeit führt – zur Unterdrückung jedweder echter Glücksempfindungen (Emotionelle Pest)

Haben derartig junge Kinder schon sexuelle Empfindungen? Jein! Beispielsweise schenkte ich als vielleicht Fünfjähriger einem gleichaltrigen Mädchen aus der Nachbarschaft meinen unfaßbar wertvollen Schatz aus winzigen bunten Glassplittern, den ich im Laufe der Zeit mühevoll aus dem nahen Bahngleis gesammelt hatte und in der magisch wunderbaren metallenen Keksdose aufbewahrte. Das war mein Verlobungsgeschenk, die Heirat war anvisiert. Die dumme Nuß habe ich danach nie wiedergesehen, auch nicht die, die mir mit ihrem weiblichen Charme das Poesiealbum meiner großen Schwester abschwatzte. Ich wurde, gerade mal vielleicht fünf Jahre alt, das Opfer zweier gewissenloser Heiratsschwindelerinnen, die mich um ein vermögen betrogen haben! Daß die sexualfeindliche Gesellschaft derartige Gefühle zwischen Kleinkindern auf Erwachsene abdrängt bzw. umlenkt („Ödipuskomplex“), ist eine denkbar perverse Ungeheuerlichkeit. Daß Erwachsene sich überhaupt in solche Kinder-Affären zwischen Gleichaltrigen einmischen, ist eine nicht zu tolerierende Übergriffigkeit. Dazu gehören auch „Sexualkundeunterricht“ und das, was man zu Recht als Frühsexualisierung anprangert. Kindern wird die erwachsene Sexualität aufgedrängt, was nichts anderes als sexueller Kindesmißbrauch ist! DAS IST NICHT SEXUALPOSITIV, SONDERN DAS GEGENTEIL: DIE FORTFÜHRUNG DES ÖDIPUSKOMPLEXES.

Was das Verhältnis der Mutter zum Knaben betrifft, fällt immer wieder die laszive Neugier auf, die dem Geschlechtsorgan des Kindes gilt. Ständig wird darauf bezug genommen, werden Witze gerissen und später geradezu ein weiblicher Sport daraus gemacht, den Jungen beim Onanieren zu ertappen. Was für eine Gaudi… Alles unglaublich „witzig“… Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an die TV-Kultserie Eine schrecklich nette Familie, wo die Bloßstellung des Intimlebens des Sohnes ein Running Gag war. Diese Übergriffigkeit ist Kindesmißbrauch der übelsten Sorte – und er ist ubiquitär.

Und um zum Verhältnis des Vaters zur Tochter zurückzukehren: Wenn die oben diskutierte väterliche zärtliche Zuwendung fehlt, fangen etwa 12jährige Mädchen, unter dem lebenslangen Banne des Ödipus-Komplexes stehend, damit an, sich auffällig sexuell provokant zu kleiden, um (natürlich alles unbewußt) männliche Aufmerksamkeit, d.h. letztendlich die Aufmerksamkeit des Vaters auf sich zu ziehen. Es ist grotesk und unbeschreiblich traurig, was sich in dieser Beziehung alltäglich auf Schulwegen abspielt.

Es ist alles so verkorkst, diese Gesellschaft ist im Kern so krank und ekelerregend PERVERS, weil Reichs Der Einbruch der sexuellen Zwangsmoral aktueller ist denn je, desgleichen Die sexuelle Revolution und Massenpsychologie des Faschismus, vor allem aber die Schriften, die man in Kinder der Zukunft findet. Leute, lest WILHELM REICH!!!

Die Geschichte der Orgontherapie (Teil 2)

21. August 2024

Reich ist es nicht immer leichtgefallen eindeutig zu sein. Er neigte zu unbefriedigenden Kompromissen. Das fängt schon mit der Edition seiner europäischen Bücher an, die er in Amerika neu herausgab. Einerseits stand er zu seinen psychoanalytischen und Marxistischen Einsichten und wollte seine intellektuelle Entwicklung wirklichkeitsgetreu dokumentiert wissen, andererseits schrieb er seine alten Schriften so um, daß es seinen neusten Erkenntnissen und Haltungen entsprach. Resultat sind merkwürdige Hybride, die man „so oder so“ lesen kann.

Reich läßt sich so interpretieren, daß die psychoanalytische Begrifflichkeit (libidinöse Entwicklungsstufen, psychische Struktur, der Ödipuskomplex, die Rolle der Übertragung, etc.) noch immer aktuelle Bedeutung haben, oder so, daß sie allenfalls von geschichtlichem Interesse sind. Darauf basiert beispielsweise der Streit zwischen den beiden wichtigsten medizinischen Orgonomen zu Reichs Zeit: Elsworth F. Baker (Man in the Trap) und Chester M. Raphael (Wilhelm Reich: Misconstrued-Misesteemed).

Ähnlich ist es mit dem Einfluß von Marx auf Reich bestellt: manche ernsthafte Wissenschaftler können es angesichts von Reichs Schriften schlichtweg nicht nachvollziehen, wie die überwiegende Mehrzahl der Orgonomen es fertigbringt, nicht nur Marx links liegen zu lassen, sondern auch jede Marxistische Analyse als „pestilent“ anzugreifen.

Diese teilweise geradezu tragikomischen Diskrepanzen sind damit erklärbar, daß Reich unterschiedlichen Menschen je nach gegebener Situation unterschiedliche Signale vermittelte. Beispielsweise war Baker einer der wenigen Orgonomen, wenn ich es richtig überblicke abgesehen von Ola Raknes sogar der einzige Orgonom, mit einer abgeschlossenen psychoanalytischen Ausbildung. Auch war er von Reich dafür ausersehen, dessen frühe psychoanalytische Beiträge in Amerika neu herauszugeben. Entsprechend wird Reich Baker ein ganz anders gefärbtes Bild der Orgontherapie vermittelt haben als etwa dem nur oberflächlich in Psychoanalyse ausgebildeten Gynäkologen Raphael.

Ähnlich ist die Sache mit Marx bestellt: Baker war, neben Michael Silvert, zu Reichs Zeiten der einzige Orgonom, der politisch rechts stand, alle anderen waren linksliberal. Es liegen Briefe von Reich an Baker vor, in denen er besorgt nachfragt, ob angesichts von Veröffentlichungen wie People in Trouble ihr Verhältnis gefährdet sei. Immer wieder bekundete Reich gegenüber Baker, aber auch gegenüber übereifrigen Linken unter seinen Anhängern, daß Marx für die heutige Zeit jede Bedeutung verloren habe. Geradezu gegensätzlich äußerte er sich gegenüber Victor Sobey, dem einzigen Orgonomen, der aus der Arbeiterklasse hervorgegangen war. Noch 1957 sagte er Sobey, daß er, Reich, noch immer ein „Marxist“ sei. Eine Erklärung, die angesichts von People in Trouble glaubwürdig ist, auch wenn die Schüler Bakers sagen, daß Reich sich niemals derartig geäußert haben könne.

Wie mit all dem umgehen? So wie Reich damit umgegangen ist! Es hängt immer von den Zusammenhängen ab! Heute werden Psychologen und Psychiater kaum bis gar nicht mehr in Psychoanalyse ausgebildet. Man begegnet Psychiatern, selbst Diplompsychologen, die selbst an psychoanalytischen Grundbegriffen scheitern! Entsprechend ist der Bezug auf eine psychoanalytische Begrifflichkeit heutzutage geradezu ein revolutionärer Akt. Hinzu kommt, daß die Psychoanalyse die praktische Arbeit ungemein erleichtert: wenn etwa die klassische charakteranalytische und biophysische Vorgehensweise im Sande verläuft, kann man beispielsweise mit dem Gegensatz von Über-Ich und Ichideal arbeiten, wie Reich es bereits 1925 in Der triebhafte Charakter beschrieben hat (siehe dazu die Ausführungen von Robert A. Harman: „Clinical Applications of Reich’s Work with Impulsive Characters: The Ego, Ego-Ideal, Superego and the Id”, Journal of Orgonomy, 46,1, Spring/Summer 2012).

Was hingegen Marx betrifft, hat seine Begrifflichkeit heutzutage eine Hegemoniestellung, die es praktisch unmöglich macht öffentlich bio-soziologisch zu argumentieren, d.h. von der bio-physischen Struktur des Menschen her.

Der biologische Rechenfehler in der „antiautoritären Kindererziehung“

1. August 2024

Das mit „intakter“ und „kaputter“ Kindheit ist so eine Sache, die Reichs gesamtes Projekt infrage stellt. Da erscheinen ab und an „Patienten“ bei Orgontherapeuten, deren Kindheit schlichtweg die Hölle war, die sich aber bei näherer Untersuchung als vollkommen gesund erweisen. Sie gehen zum Psychiater mit der Frage: „Entweder spinne ich oder alle anderen?!“ Andererseits wachsen die eigenen Kinder der Orgonomen unter denkbar optimalen Bedingungen auf, doch immer wieder gibt es dort neurotische Wracks, Schizophrene, Perverse – und kein Mensch weiß, was passiert ist. Beim einen Kind scheint der ganze Müll durchs eine Ohr reinzugehen, um unmittelbar und ohne Schaden anzurichten, das andere Ohr wieder zu verlassen, während andere Kinder schon bei den harmlosesten Dingen einen lebenslangen Schaden davontragen.

Dann gibt es auch tragische Fälle wie Reichs Tochter Eva, die erst streng psychoanalytisch aufgezogen wurde, also distanziert, um den „Ödipuskomplex“ nicht zu aktvieren, und streng „wissenschaftlich“ objektiv – und dann plötzlich nach Reichs eigenen sexualökonomischen Prinzipien der Selbstregulation. Zeitgleich wurde Reich Kommunist, der seine Kinder zu kleinen „Komsomolzen“ erziehen wollte, wobei er nicht ahnte, daß das Kindermädchen strenge Katholikin war, die um das Seelenheil dieser kleinen „Heidenkinder“ kämpfte, sie hinter Reichs Rücken zur Heiligen Messe schleppte und ihnen allen möglichen papistischen Aberglauben einimpfte. Nach Reichs Tod wurde Eva zu einer „sozialistischen Christin“….

Bei aller Begeisterung für Reichs „Kinder der Zukunft“ und Laskas LSR-Utopie – in Wirklichkeit wissen wir so gut wie nichts darüber, wie „das Paradies“ zu errichten ist. Nicht nur die sexuelle Revolution im engeren Sinne hat seit 1960 für Unheil gesorgt, sondern insbesondere auch die „sexualökonomische“ Kindererziehung. Indem aus Kindern Partner wurden, wurde eine Verunsicherung erzeugt, die nur als grausam bezeichnet werden kann. Stelle dir vor, du überantwortest dich einem Bergführer auf gefährlichem Terrain und dann stellt sich heraus, daß er genauso linkisch und verpeilt ist, wie du selbst: Panik! Das, was der Prävention von Panzerung dienen soll, führt beim Kind erstrecht zu Panzerung, da es seine Panik irgendwie binden muß.

Es ist offensichtlich, daß falsche, angemaßte Autorität noch verheerender wirken kann, zumal kein Kind gleich ist. Die einen kommen so robust zur Welt, daß Lebensfeindlichkeit an ihnen wirkungslos verpufft, während andere schon ein „böser Blick“ bis ins Mark verunsichern kann. Das bedeutet, daß von Anfang an eine „Charakteranalyse“ unausweichlich ist. Charakteranalyse ist, nach Elsworth F. Baker, nichts anderes als „Kontaktherstellung mit dem Patienten“. Wir müssen jeden Menschen als unverwechselbares Individuum wahrnehmen und entsprechend mit ihm umgehen. Das ist Liebe und nur die Liebe heilt bzw. verhindert, daß Unheil in die Welt zieht.

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Diagnostik” und folgende

24. Mai 2024

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Diagnostik“ und folgende

Peter liest die Laska/Schmitz-Korrespondenz (Teil 12)

14. April 2024

Die Korrespondenz zwischen Hermann Schmitz und Bernd Laska ist allein schon deshalb interessant, weil sie auf verblüffende Weise ziemlich genau den Konflikt zwischen den Psychoanalytikern und Reich wiederholt.

Wie in den 1920er Jahren in Wien und Berlin geht es auch hier um eine neue „Ich-Psychologie“. Nicht von ungefähr will Schmitz Laskas Ausdruck „rationales Über-Ich“ durch den Begriff „rationale Ich“ ersetzt sehen (S. 275). – Schmitz diagnostiziert am Anfang des europäischen Denkens eine Art Zersplitterung des menschlichen Innenlebens, bei der alles, ob in uns oder in unserer Umgebung, als ein Sammelsurium objektiver Dinge betrachtet wird, zwischen denen sich ein Kampf um Vorherrschaft abspielt. Um das Jahr 1800 kam es zu einer entscheidenden Wende, als die „subjektiven Tatsachen“ entdeckt wurden, aber weiterhin alles wie „objektive Dinge“ behandelt wurde. Das Subjekt ist damit einerseits „ich selbst“, andererseits aber, da objektiv ungreifbar, zerrinnt es zu einem Nichts. Mit diesem „Ich hab‘ mein Sach‘ auf nichts gestellt!“ (Stirner) begann, so Schmitz, der Nihilismus, dessen zerstörerische Kraft wir heute in einer immer haltloseren und „kindischeren“ Gesellschaft hautnah miterleben. Ironie und Zynismus, entsprechend der angeschnittenen Entfremdung am Beginn des europäischen Denkens, und das alles beherrschende Machtspiel beginnen buchstäblich alles zu atomatisieren.

Ähnlich den „Ich-Psychoanalytikern“ zu Reichs Zeiten, die die „objektivistische“ Libido durch Soziologie (das Einbinden des Individuums in die Gemeinschaft) ersetzten, versucht Schmitz unter Wahrung der kritischen, aufklärerischen Distanz, die dem europäischen Projekt inhärent ist, die beschriebene Spaltung aufzuheben, indem er dem „Heiligen“ bzw. dem „unbedingten Ernst“ eine erneute Chance gibt, vor allem aber, indem er auf die „einpflanzenden Gesamtumstände“ setzt, bei denen der Unterschied zwischen Subjekt und Objekt weitgehend aufgehoben ist, d.h. imgrunde setzt er auf eine Einbindung in die Gemeinschaft, wie sie beispielsweise beim Spracherwerb gegeben ist. Das erinnert sehr an die Entwicklung der Psychoanalyse sozusagen „jenseits des Ödipuskomplexes“, insbesondere mit ihrem Fokus auf Frühstörungen, die Mutter-Kind-Bindung etc.

Laska hingegen beharrt darauf, daß das Ich unter dem Druck von außen zersplitterte, indem es dieses Außen in Gestalt des „irrationalen Über-Ichs“, einer nicht mehr kritisch hinterfragbaren inneren Instanz, aufnahm. Die heutigen Verhältnisse sind, so Laska, nicht etwa auf Stirner zurückzuführen, der universell als der bzw. das Böse hingestellt wird, sondern auf dessen „Bewältigung“ durch insbesondere Marx und Nietzsche. Laska versucht aber immerhin eine Brücke zu Schmitz zu schlagen, indem er erstens bestimmten „implantierenden Situationen“ durchaus nicht die Notwendigkeit abspricht und zweitens auf eine hier noch nicht genannte, dritte Instanz bei Schmitz neben dem Heiligen und der einpflanzenden Situation verweist: den „starken Daimon“, also so etwas wie einen autonomen inneren zielgerichteten Antrieb. Dieser Daimon dürfe, so Laska, nicht unterdrückt, sondern müsse gehegt und gepflegt werden, durchaus auch durch „implantierende Situationen“, um „Eigner“ im Sinne Stirners aufwachsen zu lassen.

Schmitz wendet ein, daß ein „starker Daimon“ nur bei wenigen Menschen anzufinden ist und, hätten alle ihn, gäbe es nur ein Hauen und Stechen zwischen lauter Rechthabern. Außerdem habe auch beispielsweise Hitler einen „starken Daimon“ besessen, dieser sei also nichts von vornherein Positives. Das erinnert fatal an das Menschenbild der orthodoxen Psychoanalytiker: der Mensch als sadomasochistisches Tier, das durch das Heilige und „implantierende Situationen“ gebändigt werden muß, bzw., bei den Neo-Psychoanalytikern, der Mensch als formbare Masse, der an die Hand genommen werden muß.

Übrigens ist Laskas Verständnis von „Daimon“ sehr irreführend, denn der „Dämon“ entspricht eher den „isolierten Über-Ich“, wie ihn Reich beim triebhaften Charakter beschrieben hat. Er steht keineswegs für einen starken inneren Kern. Beispielsweise meint Schmitz Goethe haben einen schwachen Daimon besessen.

Wie gesagt: das ganze wirkt wie eine um hundert Jahre versetzte Debatte zwischen den Psychoanalytikern (Schmitz) und Reich (Laska)! Sie wirft übrigens auch ein Licht zurück auf die 1920er Jahre. Schmitz  zufolge ist es „Stirner: Ich gegen eine fremde Welt“, während es für Laska „Stirner: Ich gegen das Fremde in mir“ ist. Genauso wie Schmitz dachten die Psychoanalytiker damals: den „schizoiden“ Menschen mit der Welt zu versöhnen, während Reich der „Schizophrene“ war, der gegen die Welt wütete.