Reich hat das Ende der Laientherapie eingeläutet. In den 1920er Jahren opponierte er gegen Freud, der die Psychoanalyse zunehmend als bloße „Psychologie“ betrachtete und den bis dahin weitgehend auf Ärzte beschränkten Beruf des Psychoanalytikers für „Laien“ öffnen wollte. Reich argumentierte dabei, vor dem Hintergrund der sich formierenden Sexualökonomie, hauptsächlich von der Libidotheorie her. Die Neurosen hatten einen „ökonomischen“, also physiologischen Kern. Man lese nur sein Buch Die Funktion des Orgasmus aus dem Jahre 1927! Beispielsweise entspricht der Gegensatz von Angst und Lust dem Gegensatz zwischen Herz („Herzenge“) und Genital.
In den 1930er und 1940er Jahren führte er weiter aus, daß und wie Neurosen im Körper verankert sind. Er zeigte, daß die „Neurose“ in der Tat eine Nervenkrankheit ist, nämlich eine chronische Übererregung des Sympathikus („Sympathikotonie“). Um so idiotischer ist es, daß die von ihm entwickelte Therapieform (und ihre diversen illegitimen Abzweigungen) zunehmend von Laientherapeuten praktiziert wurde. Dabei hat Reichs „Schüler“ Charles Kelley, ein Psychologe, den Vogel abgeschossen, als er zur Rechtfertigung seiner therapeutischen Tätigkeit allen Ernstes ausführte, daß Neurosen gar keine „Nervenkrankheiten“ seien, die man ärztlich therapieren kann, sondern bloße Anpassungsstörungen. „Therapie“ sei deshalb mehr so etwas wie ein „Lernprogramm“, der „Therapeut“ ein Trainer für „Zielgerichtetheit und Fühlen“. Es gibt tatsächlich Leute, die derartigen Murx ernstnehmen! Am schlimmsten sind aber die „Körpertherapeuten“, etwa in der Tradition von Alexander Lowen, die weitaus mehr „mit dem Körper arbeiten“ als der Orgontherapeut, die aber nicht mal die Qualifikation als klinischer Psychologe geschweige denn Arzt vorweisen können. In dieser Szene tummeln sich Politologen, Kindergärtner, Betriebsschlosser, etc. Würdest du einen Politologen dein Auto reparieren lassen?!
Wenn gesellschaftliche Vorgänge von der Wissenschaft beschrieben werden, psychologische Prozesse, körperliche Erkrankungen, etc., hat das, so impliziert die gängige „wissenschaftliche“ Sichtweise, jeweils nie wirklich etwas mit uns zu tun. Verursacher seien „objektive“ sozioökonomische Prozesse, „Komplexe“, „die Leber“, etc., also externe oder zumindest mechanisch ersetzbare Faktoren. Eine kaputte Leber kann man durch eine neue ersetzen, Komplexe kann man psychopharmakologisch und/oder mit verhaltenstherapeutischen Interventionen auflösen, etc. Ganz anders wird es, wenn die eigene vegetative (orgonotische) Strömung, schlichtweg DAS LEBEN, ins Spiel kommt. Dann wird „der Geschichtsverlauf“ zum Fleischwolf, durch den wir seit unserer Geburt (und sogar davor!) gedreht wurden und werden; unsere Psyche und unsere Soma werden zu bloßen Äußerungsformen der Störungen der besagten Strömung. Selbst „das Wetter“ und sogar ferne Galaxien entsprechen unmittelbar dem, was durch unsere Körper strömt. Und wir realisieren, daß das, was sich großspurig als „Wissenschaft“ präsentiert, nur Ausdruck der allgemeinen Neurose ist, dem Bedürfnis „Distanz zu wahren“, d.h. der Kontaktlosigkeit.
Making Peter Great Again. Ich verweise auf das gestrige Video, wo ich das Energiefeld zwischen meinen „betenden“ Händen beschrieb – und wie es plötzlich verschwunden war, nachdem ich mich kleingemacht hatte, d.h. mir im Vergleich zu Reich jede „energetische Potenz“ öffentlich absprach. Das ist unsere Neurose: wegen unserer orgastischen Impotenz versuchen wir alles, unsere Energie zu drosseln. Tatsächlich wählen die meisten Menschen einen Partner bzw. eine Partnerin, die bei diesem Unterfangen behilflich ist. Alles dreht sich darum, uns selbst klein zu machen und wir heiraten Menschen, die uns dabei behilflich sind. Wegen unserer orgastischen Impotenz gehen wir sogar soweit, uns mit anderen zusammenzutun, um unsere eigene Gesellschaft gegen die Wand zu fahren. „Uns geht es zu gut!“ Die Energie muß unter allen Umständen gedrosselt werden, weil wir ansonsten drohen buchstäblich zu platzen. Warum sonst diese allgegenwärtige Begeisterung für das ruinöse Projekt „Europa“ und die auffallend ranzige Todesraute?
Und dann kommt der „agonische“ Trump, der nicht zuläßt, daß sich jemand in seiner Umgebung klein macht:
Ein Trump, der unter dem Slogan des Making America Great Again (MAGA) angetreten ist. Der Durchschnittsneurotiker kann das kaum ertragen und die Linke, die AUSSCHLIESSLICH neurotisch ist, rastet aus. Auf „MAGA“ reagieren sie wie Vampire, auf die ein Strahl der Morgensonne trifft.
Das, was ich hier beschreibe, ist keine Psychologie oder gar Ideologie, es sind biophysikalische Vorgänge jenseits aller bloßen Meinungen. – Dazu ein weiteres Beispiel: Ich schreibe dies im IC, neben mir ein Taz-Leser und höherer Regierungsbeamter, ein linksliberaler Eierkopf…
…und meine organismische Orgonenergie rebelliert ob seiner Nähe auf Tuchfühlung, ähnlich wie sie es bei einer ORANUR-Quelle tun würde. Linke, d.h. Menschen mit einer intellektuellen Abwehr gegen bioenergetische Strömungen, versetzen mich auf viszeraler Ebene in Aufruhr. Es ist eine „energetische Allergie“, eine wechselseitige Sequestration, die allen gesellschaftlichen Konflikten zugrundeliegt. Es überkommt mich ein Widerwille und ein fundamentaler Haß, den ich nur schwer kontrollieren kann. Dazu brauche ich nichts über meinen Nachbarn wissen – mein Organismus nimmt auf bioenergetischer Ebene wahr, was Sache ist! Ich spüre einen Brechreiz.
Von Rechtswegen sind Linke Materialisten, „Dialektische Materialisten“, die nichts mit Psychologie am Hute haben. Reich mußte sich in den 1920er und 1930er Jahren zur Genüge mit diesem „Vulgärmarxismus“ herumschlagen. Dieser extreme Materialismus ist die Ideologie der Roten Faschisten, der Trotzkisten, Stalinisten, Maoisten, DKPler und andere derartige Sektierer am äußersten linken Rand. Man muß mit eigenen Augen gesehen haben, wie sich solche Kommunisten auf Operationstischen buchstäblich ausschlachten lassen, weil sie partout keine „psychosomatischen“ Krankheiten anerkennen wollen!
Die breite Masse der Linken ist vollkommen anders: „Psychosomatik“ ist ihr Lebenselixier, sie lieben Freud, sind ständig am psychologisieren, gehen ganz in der „Kultur“ auf und ihr vermeintlicher „Marxismus“ ist kaum mehr als verweltlichtes „Christentum“, d.h. alles dreht sich um Moral, den Kampf gegen Ungerechtigkeit und die Sünde an den Armen und Geknechteten. Alles dreht sich ums Bewußtsein. Es durchzieht wirklich die gesamte Existenz dieser Klientel: Bewußtmachen des Unbewußten im Sinne der Psychoanalyse, die Pornographisierung des Alltags, die spezifisch „buddhistische“ Spiritualität („Achtsamkeit“), der Wahn alles regulieren und bestimmen zu können, etc.
Warum die, für einen Linken auf den ersten Blick so unnatürliche, Faszination mit dem so „unmaterialistischen“ Bewußtsein? Bewußtsein steht für das einheitliche, koordinierte Funktionieren des Organismus als Ganzheit. Aber gleichzeitig (Vorsicht: Dialektik!) unterbindet das Bewußtsein das einheitliche Funktionieren. Und genau das ist der Hauptmechanismus der linken Charakterstruktur: das, was Reich als „intellektuelle Abwehr“ bezeichnet hat. Der Intellekt dient der Abwehr bioenergetischer Strebungen, was mit einer Verlagerung der organismischen Orgonenergie vom Becken ins Gehirn einhergeht. Während der Konservative im Solar plexus zentriert ist (vegetatives Nervensystem), geht der Linke ganz im Zentralen Nervensystem („energetisches Orgonom“) auf: er ist sein Gehirn. Ein Gehirn, das alles analysiert und in seine Einzelteile „zersetzt“ – entsprechend dem Materialismus. Je weiter die Abwehr sich steigert, d.h. je neurotischer der Linke wird, desto offen materialistisch wird er, bis das anfangs beschrieben Syndrom in reiner Form vorliegt, der beinharte, knochentrockene Kommunist.