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Orgonomie und Metaphysik (Teil 27)

23. Januar 2022

Reich hat geschrieben: „Jeder lebende Organismus ist ein Teil der ihn umgebenden Natur und mit ihr funktionell identisch“ (Der Krebs, Fischer TB, S. 117). Der mechanistische Mystizismus geht hingegen von einer von der Umwelt unabhängigen „Essenz“, einer „Geistseele“ aus (Mystizismus), die auf die Umwelt einwirkt (Mechanismus). Dies ist eine zutiefst beschränkte, einengende Sichtweise, die ausgerechnet für „sprirituelle“ Phänomene (= Phänomene des bioenergetischen Kontakts, z.B. Telepathie) denkbar ungeeignet ist.

Für den Mystiker ist der Geist etwas Statisches und „Festes“, wie ein Objekt. Gleichzeitig zerstört er zurecht die Objekthaftigkeit der materiellen Welt. Wäre er konsequent, würde er auch den Geist dergestalt zerstören – dann wäre er in der Tat Funktionalist. Doch genau wie der Mechanist hält er sich verzweifelt am Absoluten fest (siehe Äther, Gott und Teufel).

Für den Mechanisten ändert sich im Gedankenexperiment an der Welt gar nichts, wenn es den Menschen und dann natürlich auch den Mechanisten selbst nicht gäbe, das Bewußtsein würde einfach aus der Welt verschwinden, wie ein Stuhl, den man aus einem Zimmer nimmt; am Zimmer ändert sich nichts grundlegendes. Beim Mystiker ist es ähnlich, die Welt könnte sich verändern, aber der „Geist“ bliebe gleich, wie ein Stuhl sich gleichbleibt, auch wenn man ihn in ein ganz anderes Zimmer stellt. Für den Funktionalisten hingegen kann man weder den Beobachter von seinem Objekt, noch das Objekt von seinem Beobachter trennen, einfach weil sie als Beobachter, bzw. als Objekt nur in der Beziehung zwischen ihnen überhaupt existieren. Ein „Stuhl“ ist nur ein Stuhl, wenn man drauf sitzen kann, ändert er seine Funktion, etwa indem er dauerhaft zu einer Ablage wird, wird er sich über kurz oder lang auch strukturell verändern. Die Beziehung (Funktion) ist das einzig reale, während „Geist“ (Subjekt) und „Materie“ (Objekt) nur eine sekundäre Realität eigen ist.

Richard Blasbands Geistheilung ist doch sehr mechanistisch. Er hat zwar meinen Sinusitisverschluß geöffnet, aber dies ist prinzipiell nichts anderes, als hätte ein Chirurg einen Schnitt getätigt: der biopathisch-emotionale Kern meiner Kopfprobleme blieb unberührt. In der Orgonomie geht es aber nicht darum, den Patienten von außen zu beeinflussen, sondern es geht um die Aktivierung der autonomen Selbstregulierung. Genauso wie in der Orgontherapie des Krebses nichts dagegen einzuwenden ist, wenn operable Tumore herausgeschnitten werden, ist auch nichts dagegen zu sagen, wenn ein Geistheiler die Tumore durch „geistige Chirurgie“ beseitigt. Es mag sogar orgonomisch absolut geboten sein. Doch mit der Orgonomie selbst hat die Geistheilung genausowenig etwas zu tun, wie die Orgonomie etwas mit Chirurgen zu tun hat. Chirurgen können die letzten kranken neurotischen Wracks sein und doch gute Chirurgen, auf die ein Orgonom gerne zurückgreift, genauso kann auch ein neurotisches Wrack ein guter Geistheiler sein.

Ein Schweizer Patient in der nur dort erlaubten psychiatrischen LSD-Therapie (also „bewußtseinsverändernde Therapie“ a la Bewußtseinsforschung) meinte, es hätte die „Energieströme in seinem Körper verändert und seinen Körper entspannt“ und so als einzige Therapie seine Depression besiegt. Baker meinte ja, daß nicht nur bei der Schizophrenie, sondern auch bei den Neurosen die Panzerung primär im Gehirn verankert sei und daß so reine Charakteranalyse auch „körpertherapeutisch“ wirke. „Ich glaube“, so Baker, „daß das Gehirn bei allen Neurosen eine mehr oder weniger starke Kontraktion aufweist, und daß es, wenn es angemessen mobilisiert wird, den übrigen Organismus befähigt, Ausdehnung und Bewegung auszuhalten. Die Kontraktion scheint weitgehend in den vegetativen Zentren stattzufinden. Sie verursacht und unterhält die muskuläre Verspannung“ (Der Mensch in der Falle, S. 92). Vielleicht wirkt das „bewußtseinserweiternde“ LSD (das geradezu das Gegenteil von Rauschgiften wie Heroin, etc. hervorruft) ja in dieser Hinsicht direkt auf das Gehirn mobilisierend und so auf die Panzerung. Da aber auch hier Emotionale nicht ausgelebt wird und nicht schrittweise wie in der Orgontherapie vorgegangen wird, besteht ständig die Gefahr, daß es nach der Expansion zu einer um so heftigeren Kontraktion kommt und man dann ausgebrannte Wracks wie Thimothy Leary oder Osho vor sich hat.

Baker:

Reich fragte einmal, warum so viele Arbeiter die Orgonomie verlassen. Was auch immer der Grund sein mag, nur sehr wenige bleiben, und von denen, die es offen tun, suchen die meisten im Verborgenen nach anderen Allheilmitteln. Dies gilt insbesondere für die medizinischen Orgonomen selbst. (...) Sie rennen in alle Richtungen und mit allen möglichen Mitteln zu jedem Heilsbringer, der seine mystische Einladung ausstreckt, oder sie erstarren in einem unbeweglichen Dogma, das sie prompt für unantastbar erklären und darauf bestehen, daß alle auf die Ankunft eines neuen Reichs warten, was schließlich das Nonplusultra der mystischen Erwartung sein mag.
Man muß sich fragen, warum eine solche Reaktion auf eine Disziplin, die so viel Sinn macht und bei der Behandlung emotionaler Probleme überdurchschnittlich erfolgreich war. Ich glaube nicht, daß sich die medizinischen Orgonomen ihrer Flucht bewußt sind, geschweige denn, daß es einen Grund dafür gibt, aber eine ernsthafte Untersuchung wird zeigen, daß dies seit den frühesten Tagen weit verbreitet ist. (...) Einer, der ausstieg, als Reich noch lebte, begann, LSD in seiner Therapie zu verwenden, und wechselte später zu Megavitaminen. Er verachtete die Orgonomie und sagte, daß die Orgonenergie nicht existiere. (...) Ein zweiter, der immer noch behauptete, Orgontherapie zu betreiben, begann mit Hypothermie, indem er die Temperatur im Raum auf 10 Grad senkte, während alle außer dem Therapeuten, der einen Mantel trug, zitterten. Das Zittern erweckte den Eindruck, daß sich durch das Zittern Spannungen lösten, und alle glaubten, daß etwas passierte. (...) Ein dritter nahm die Ohsawa-Diät auf und formte, indem er sie selbst anwandte, eine Gruppe seiner Patienten zu überzeugten Anhängern von Ohsawa, der selbst durch die Reinheit, die er durch seine makrobiotische Diät erlangte, die Fähigkeit erwarb, die Zukunft vorherzusagen, und sagte, daß New York City bombardiert werden würde. Die Gruppe packte und ging nach Kalifornien. Der Therapeut selbst, etwas enttäuscht von der Diät, nahm seine Familie mit nach England, wo sie sich alle einer LSD-Therapie unterzogen. (...)
Die Flucht hat bei Reichs Trainees nicht aufgehört. Nach wie vor flüchten sie oder finden Ergänzungen zu ihrer Therapie wie Hypnose, Psychoanalyse, Gruppentherapie, Radiästhesie, Bewußtseinskontrolle, Astrologie, Hellsehen und jetzt, ob Sie es glauben oder nicht, Akupunktur. Ich urteile nicht über diese Hilfsmittel. Ich sage nur, daß sie nicht orgonomisch sind.
Dies ist eine ernste Anklage gegen Therapeuten, die mit einer Methode behandeln, die bis zu den Wurzeln des Lebens reicht und sich mit der Lebensenergie selbst befaßt. Warum können sie sich nicht einfach dieser Disziplin widmen und alle anderen, die mechanistisch oder mystisch sein könnten, meiden? Ich glaube, es gibt mehrere Faktoren, die dazu beitragen. Erstens fühlt man sich isoliert, eine Art Rebell gegen die etablierten Methoden, und manche können es nicht ertragen, nicht dazuzugehören. Außerdem ist es eine sehr anstrengende Arbeit, die den ganzen Tag über engen körperlichen und emotionalen Kontakt mit einem Patienten nach dem anderen erfordert. Man sehnt sich nach einem einfacheren Weg, wie zum Beispiel der Verabreichung von Vitaminen. Und wenn man erfolgreich ist, ist der Patient vorsichtig und sagt einem, er sähe nicht, daß man viel zu seiner Genesung beigetragen hat. Nachdem man einige Jahre lang Patienten behandelt hat, läßt die anfängliche Begeisterung nach, und mit ihr schwinden auch die spektakulären Heilungserfolge, die man anfangs kannte. Sie beginnen sich zu fragen, ob sich die ganze Mühe lohnt, und suchen nach Wunderheilungen, versuchen sogar, Reich von den Toten auferstehen zu lassen, um seine Hilfe in Anspruch zu nehmen. (Baker in: Journal of Orgonomy 6(2), Nov. 1972, S. 148f)

Hier wird alles das diskutiert, was so viele spinnerte Orgonomen vor und nach Blasband getan haben. Es ist wirklich absolut überhaupt nichts Neues! Es ist dasselbe, wie damals Anfang der 1950er Jahre, als sich der von Baker erwähnte Cott, einer der wichtigsten Orgonomen, von Reich trennte und stattdessen sich mit Gesundheitsernährung befaßte, weil diese ihm wohl effektiver erschien als das Orgon. Auch damals konnte Reich sicherlich die erstaunlichen Resultate gesunder Ernährung, die Reich sicherlich das Leben gerettet hätte, nicht orgonomisch erklären – aber das hat doch in keinster Weise die Orgonomie gesprengt. Gewissermaßen ist Levashovs Geistheilung der Orgonomie genauso überlegen, wie Cotts Diät der Orgonomie überlegen war! Gewisserweise…

Die 14. Version der BIBLIOGRAPHIE DER ORGONOMIE, Teil 3

26. Dezember 2021

BibliographiederOrgonomie - Kopie

Bibliography of Orgonomy, PART THREE: Orgonomy after Reich, 14. version

Was Peter in „REICHIANISCHE“BÜCHER (Teil 3) nicht aufgenommen hat

26. November 2021

„REICHIANISCHE“ BÜCHER (Teil 3)

Abschließend durchblättern wir eine hier ungenannt bleibende orgonomische Postille, die erstaunlich kreativ mit der deutschen Sprache und der Logik umgeht.

(Dr. Hoppe) war vor allem ein menschliches Vorbild, mit Optimismus und Humor auch schwierige Lebenssituationen zu bewältigen, Unabhängigkeit und Objektivität zu bewahren und dennoch zur Zusammenarbeit bereit zu sein. In diesem Sinn verstehen wir uns auch nicht als Konkurrenz zur bereits bestehenden orgonomischen Zeitschrift Emotion, sondern als Ergänzung. Interessante Beiträge zur Orgonomie gibt es –wieder – genug. Wir denken insbesondere an die sich überstürzenden politischen Ereignisse in der DDR und im gesamten Ostblock. (…) Wilhelm Reich selbst hat uns zum Verständnis der massenpsychologischen Ereignisse den Schlüssel zum Verständnis in die Hand gegeben.

Das Erstellen der Zeitschrift ringen sich die Herausgeber von ihrer Freizeit und teilweise sogar von ihrer Arbeitszeit ab.

Auch haben wir Familie und das Prinzip der Selbstregulation für unsere Kinder hat absoluten Vorrang. Genauso soll auch die Zeitschrift organisch wachsen, langsam und stetig, nicht „überdüngt“ und künstlich aufgemöbelt. Deshalb gestaltet sie sich auch bescheiden. Daß Hochglanzgazetten, unabhängig von ihrem Inhalt, ganz automatisch in der Gunst des Leserpublikums höher bewertet werden, ist eine erwiesene Tatsache. Deshalb bitten wir, da wir auf „Styling“ verzichten, beim Inhalt genauer hinzusehen, wir hoffen doch, daß dieser das bescheidene Äußere mehr als wettmacht.

Die Übersetzungen aus amerikanischen Zeitschriften sind derartig holprig und teilweise sinnentstellend, dafür aber manchmal wortwörtlich… Wird der Anspruch der Herausgeber, die Orgonomie in einer allgemeinverständlichen und von jedermann leicht nachvollziehbaren Weise zu vermitteln, durch Formulierungen wie die folgende erfüllt?

Zu Tabelle 1 muß gesagt werden, daß die „Differenz“ erhalten wird durch Subtraktion der Durchschnittswerte der Kontrolle von den Durchschnittswerten des Akkumulators und durch Addieren der Anfangsdifferenz zwischen den beiden Durchschnittswerten am Ende des Vortests, d.h. + 0,05°C.

Für Liebhaber von Stilblüten haben die Übersetzungen einiges zu bieten:

Wir gehen unseren Weg durch die Jahrhunderte, „indem wir ein Leben stiller Verzweiflung“ führen, aufgehangen an Täuschungsschnüren.

Fast durchweg bekommt man beim Lesen Kopfschmerzen:

Die Autorität und der Einfluß der Akademie war unter den Wissenschaftlern jedoch derartig, daß auch heute noch die meisten Biologiebücher feststellen und wodurch die meisten Biologen werden, zu unkritischer Akzeptanz ausgebildet werden, daß Pasteur’s Experimente das letzte Wort zu jeder Möglichkeit des Lebensursprungs aus nichtlebender Materie darstellten, außer vielleicht vor Millionen Jahren in der sehr andersartigen Atmosphäre der primitiven Erde.

Im Leitartikel der Herausgeber (der in einer Zeitschrift, die fast ausschließlich aus Übersetzungen und Übernahmen fremder Quellen besteht) erkannte ich die Wiedergabe einer Arbeit, die ein Bekannter von mir verfaßt, vorgetragen und mir damals zur Durchsicht zugeschickt hatte. Struktur, Aufbau und Duktus sind zu großen Teilen identisch, ganze Sätze sind Wort für Wort übernommen. 57 Zeilen en bloc stimmen fast Wort für Wort überein.

Hinzufügungen und Modifikationen der Herausgeber sind derart, daß sie beispielsweise Reichs Mitarbeiter (Theodore) „Wolfe“ in einen „Thomas Wolffe“ umbenennen. Ich erspare dem Leser die seitenlange synoptische Gegenüberstellung der beiden Texte, die wir zusammengetragen haben.

In seinen Erinnerungen an Walter Hoppe gelingt es einem der Autoren auf überzeugende Weise nachzuweisen, Dr. Hoppe persönlich kaum gekannt zu haben. Im vorletzten Absatz (einen von den dreien, die er selbst verfaßt hat) schreibt der Autor:

Nur kurz erwähnt seien die irrationalen, gehässigen und teils pestilenten post mortem Angriffe gegen Hoppes Person und Arbeit. Sie wurden von einem machthungrigen Emporkömmling in der Orgontherapie unter ehemaligen Patienten Hoppes in einer Art Gehirnwäsche verbreitet. Ein anderer eifersüchtiger Kollege, ein „Papst“ der Orgonomie, war an der Kampagne gegen Hoppe beteiligt.

Und weiter:

In diesem Zusammenhang sei noch hervorgehoben, daß der therapierteste Therapeut seine individuellen Stärken und Schwächen hat, die nicht unbedingt im Gegensatz zu seiner notwendigen relativen Gesundheit stehen und ihn auch nicht an der lege artis Durchführung seiner Therapieen [der Plural von „Therapie“ lautet in dieser Zeitschrift nicht nur hier „Therapieen“!] hindern müssen. Allerdings verträgt sich eine funktionelle, menschlich-bescheidene und doch selbstsichere Therapiearbeit nicht mit Personenkult, Machtstreben, Gehirnwäsche von Patienten und Orgontechnik.

Orgontechnik!

DIE SITUATIONISTISCHE INTERNATIONALE: Ein Angriff der radikalen Linken: Ein Bericht (Teil 3)

2. September 2021

John M. Bell: Ein Angriff der radikalen Linken: Ein Bericht (Teil 3)

DIE SITUATIONISTISCHE INTERNATIONALE: Ein Angriff der radikalen Linken: Ein Bericht (Teil 2)

30. August 2021

John M. Bell: Ein Angriff der radikalen Linken: Ein Bericht (Teil 2)

DIE SITUATIONISTISCHE INTERNATIONALE: Ein Angriff der radikalen Linken: Ein Bericht (Teil 1)

27. August 2021

John M. Bell: Ein Angriff der radikalen Linken: Ein Bericht (Teil 1)

Paul Mathews: Symposium des Esalen-Instituts über Wilhelm Reich: Oder was Orgonomie nicht ist (Teil 2)

25. August 2021

Symposium des Esalen-Instituts über Wilhelm Reich: Oder was Orgonomie nicht ist (Teil 2)

Paul Mathews: Symposium des Esalen-Instituts über Wilhelm Reich: Oder was Orgonomie nicht ist (Teil 1)

23. August 2021

Symposium des Esalen-Instituts über Wilhelm Reich: Oder was Orgonomie nicht ist (Teil 1)

Besprechung von ORGONOMIC FUNCTIONALISM No. 8, Spring 2021 (Teil 3)

12. August 2021

The Correspondence between Wilhelm Reich and Willem F. Bon (S. 56)

Anhand der Korrespondenz mit dem holländischen Physiker Willem F. Bon wird deutlich, daß Reich sich als Mediziner und Biologe versteht, der sich auf die Krebsfrage konzentrieren will und mangels Fachwissen nur froh ist, die Erforschung der nun aufgetretenen „Orgonstrahlung“ zu delegieren. Wenig später sollte sich Reich an Einstein mit dem gleichen Ansinnen wenden.

Electroscope Experiments on Qualitative Properties of Orgone Radiation (S. 84)

Hier beobachten wir Reichs erste Schritte auf dem Terrain der Orgonphysik, April 1939. Ein Manuskript über Versuche mit dem Elektroskop, das er Bon zugeschickt hatte und das in ihrer Korrespondenz diskutiert wird.

Statement on Orgone, April 11, 1939 (S. 90)

Reich bringt das Orgon auf der einen Seite mit der vegetativen Energie in Zusammenhang (beispielsweise lädt sich Gummi auf, das auf den Bauch gelegt wird), auf der anderen Seite mit der Sonne (das gleiche Gummi lädt sich auf, wenn man es in die Sonne legt).

Spinning Waves (S. 94)

Es ist erstaunlich, daß Reich schon vor der Entdeckung des Orgons (bzw. der „SAPA-Strahlung“ im Februar 1939) mit der eigentlichen Orgonforschung begann, als er bereits im August 1938 sich Notizen über die Kreiselwelle machte, die er im Faradayschen Käfig beobachtet hatte. Bemerkenswert an diesem kleinen Aufsatz von Februar/März 1939 ist auch, daß er bereits zu diesem Zeitpunkt die Bedeutung der Zahl 4 hervorhebt.

Dictation: December 4, 1939 (S. 98)

Auf diese Notiz werde ich in einer Ergänzung eingehen.

Farewell to My European Friends (S. 99)

Dies stammt aus der November 1939-Ausgabe von International Sex Economy Human Research Institute News Bulletin:

Wir vertreten keine Standpunkte, sondern wissenschaftliche Forschung und die Interessen der Menschheit. (S. 101)

In menschlicher Hinsicht, im Streben nach Freiheit, steht ein überzeugter Anhänger Hitlers uns weder näher noch ferner als ein Marxist oder ein Anhänger von [Leon] Blum. (S. 103)

Nehmen wir an, daß Hitlers Imperialismus den englischen Imperialismus besiegt, dann wäre kein einziges soziales Problem wirklich gelöst. Der umgekehrte Fall wäre genauso wahr. Von wem die Menschen unterjocht werden, ist unerheblich. Das Problem der Gegenwart ist nicht ein Herrscherwechsel, sondern die praktische Lösung humanitärer und sozialer Fragen. (S. 105)

Experiment Failures in Amersfoort, Holland (S. 109)

Das Problem mit den „Wissenschaftlern“ ist, daß sie nur mit Worten, wie „Staphylokokken“ oder „Sarcinae“, hantieren, d.h. für die funktionellen Zusammenhänge wie blind sind. „Wissenschaft“…

The Orgone Biophysical Meaning of Bions (S. 112)

Die Abschnittsüberschriften:

  • Die klassische biogenetische Hypothese
  • Abiogenese oder „spontane Entstehung von Leben“
  • Die Präformations-Theorie
  • Die Panspermie-Theorie
  • Kaspar Friedrich Wolffs Theorie der Epigenese
  • Die biogenetische Interpretation der Bione
  • Bion-Organisation basiert auf der Anziehungskraft der Orgonenergie

Besprechung von ORGONOMIC FUNCTIONALISM No. 8, Spring 2021 (Teil 2)

10. August 2021

Der Inhalt dieser Ausgabe ist viel zu umfangreich und komplex, als daß ich ihn besprechen könnte, deshalb hier nur jeweils ganz kurz zu jedem Aufsatz:

Experiments with Professor Roger Du Teil in Oslo, July and August, 1937 (S. 1)

Es geht u.a. um Experimente mit Bionen aus Erdboden, Holzkohle, Blutkohle, Gras und Moos, sowie das „Präparat 6“.

On the Natural Organization of Work in Work Democracy, Part II (S. 14)

Bei jedem Satz von 1939 spürt man, daß Reich aus der sozialistischen Bewegung stammt – wobei die ganze Ausrichtung aber durchaus antisozialistisch ist, sondern vielmehr libertär: der Staat soll sich den menschlichen Bedürfnissen angleichen, statt umgekehrt.

From Sexual Hygiene to the Cancer Problem (S. 25)

Das hat Reich im Mai 1938 geschrieben, entsprechend haben wir hier zwar bereits weitgehend den Inhalt von Der Krebs vor uns, nur daß alle energetischen Phänomene im Sinne der „Elektrik“, wie sie beispielsweise Friedrich Kraus formuliert hatte, erklärt werden.

Preface to BIONS AND CANCER (S. 37)

In diesem Vorwort vom Juli 1939 zu einer Version von dem, was schließlich als Der Krebs erscheinen sollte, erklärt Reich, dieses Buch werde nicht allgemein zugänglich gemacht werden, weil entsprechende Erfahrungen mit Die Bione davon abrieten.

Report On the Behavior of Staphylococcus and Streptococcus when Exposed to Electrical Current (S. 38)

Hier geht es um den Versuch seinen Schüler Jörgen Neergaard von dessen Osteomyelitis zu heilen, indem die Eiterbakterien durch einen sehr schwachen Strom geschwächt werden.

Properties of the S-bacillus (S. 42)

Im Winter 1937/38 geschrieben, geht es imgrunde um das gleiche Thema: die Bekämpfung von Krankheitserregern („T-Bazilli“), nur diesmal vermittelt durch („elektrisch“ geladene) Bione („PA-Bione“).

The Appearance of Bionous Tissue Disintegration (S. 45)

Als Reich das erste Mal lebendiges, ungefärbtes Krebsgewebe unter großer Vergrößerung betrachtet, fühlt er sich sofort an die Bion-Präparate erinnert, die er bisher untersucht hatte.

The Organization of Cancer Cells (S. 49)

Die obige Beobachtung führt unmittelbar zur orgonomischen Krebstheorie: bionös zerfallendes Gewebe reorganisiert sich neu zu Krebszellen, so wie Protozoen aus abgestorbenem Gras oder Moos hervorgehen.

Bion Cultures Available on October 1, 1938 (S. 52)

Ich konnte nie überzeugend erklären, wie angesichts der Bione eigentlich das Pasteurisieren, also das Sterilisieren durch Erhitzung funktionieren soll. Durch die Lektüre habe ich endlich begriffen, daß Hitze T-Bazillen (und entsprechende „Stäbchen“) nachhaltig zerstört, während Bione davon unberührter bleiben bzw. sich mit dem Abkühlen neu organisieren können.