Orgonomie und Metaphysik (Teil 3)

26. Oktober 2021

Reich 1950:

Materielle Organismen sind Werkzeuge der Orgonenergie und nicht umgekehrt. An dieser Stelle ist es wichtig, sich vor dem Mystiker zu schützen. (…) Die Seele des Mystikers ist nichts anderes als die Orgonität der Orgon-Biophysik. In beiden Fällen sind der Körper, die Form, die Materie nur die Werkzeuge des Geistes. Der Mystiker mißversteht uns. Wir haben es mit greifbaren, meßbaren und sichtbaren Manifestationen von Energie zu tun. Ein „Geist“ ist weder greifbar, noch meßbar, noch sichtbar. Es liegt in der Tat im Charakter eines mystischen Geistes, daß er unerkennbar, unkontrollierbar bleibt. Der Geist des Mystikers hat nichts mit der Orgonenergie zu tun, außer dieser einen Verbindung: Was wir im praktischen Sinne zu verstehen vermögen, lebt und erlebt der Mystiker als Spiegelbild. Natürlich hat auch ein Mystiker manchmal recht. Leider weiß er nicht, wo: Der mystische Geist ist das Spiegelbild unserer Orgonenergie, unverständlich, surreal, nutzlos und unmeßbar. („The Orgone Biophysical Meaning of Bions“ Orgonomic Functionalism No. 8, Spring 2021, S. 123)

Das Fatale dabei ist, daß der Mystiker dieses Ungreifbare wie einen fixen Gegenstand behandelt. Der Geist ist sozusagen die „greifbare Wirklichkeit“, während die materielle Welt nur eine Schimäre, „Maya“, ist.

Erhellend in einem negativen Sinne fand ich Seite 99 von Jürgen Fischers Buch Orgon und DOR (Berlin 1995), wo er sich kurz mit Energiefeldern beschäftigt, die die Grundlage der materiellen Erscheinungen seien. Schön und gut, aber in seiner Beschreibung sind diese Energiefelder etwas Statisches, sozusagen eine fixe Blaupause, nach der sich dann die materiellen Strukturen richten. Wenn man dies mit bestimmten Gedankgängen bei Heiko Lassek und Arnim Bechmann ebenfalls von ca. 1995 vergleicht, dann sieht man, daß hier ein Einfallstor steckt, durch das der Mystizismus in die Orgonomie eindringt. Diese Leute können als Vertreter der Orgonomie auftreten, sogar als „orthodoxe“ Vertreter der Orgonomie, denn für sie ist ja das Orgon das Primäre, auf das alles andere beruht. Für Reich war es nur so, daß die Orgonenergie das Bewegende war, während die Materie dieser Bewegung Grenzen zog (z.B. die organismische Orgonenergie vs. die sie umhüllende Membran; oder die Überlagerung zweier vorher freier Orgonenergie-Ströme, die nun einander eine „materielle“ Grenze sind): aus diesem dialektischen Gegensatz geht die Form hervor. Bei den mystischen (vermeintlichen) Vertretern der Orgonomie ist diese Dialektik verschwunden und eine starre, undialektische Naturphilosophie an ihre Stelle getreten, bei der geistige Formprinzipien sich zunächst in „feinstofflichen“ und dann in materiellen Seinsebenen äußern.

Von Seiten der „Esoterik“ wird versucht, die Orgonenergie selbst, die durch die Erforschung der orgastischen Plasmazuckung entdeckt wurde (Orgasmusformel, bioelektrische Experimente, Bion-Experimente), für „spirituelle“ Zwecke zu instrumentalisieren. Demnach ist die Orgonenergie sozusagen eine vermittelnde Zwischenschicht zwischen dieser Welt und der „geistigen Welt“. Die Orgonenergie wird zu etwas rein Subjektivem, das weitgehend bar einer physikalisch meßbaren Realität ist. Etwas, was dem „Geist“ erlaubt, sich in der materiellen Welt zu manifestieren.

Die Orgonomie war von Anfang an mit derartigen Vorstellungen konfrontiert. Schon Anfang der 1920er Jahre setzte sich Reich mit vermeintlich „esoterischen“ Ansätzen in seinen Buchbesprechungen auseinander, die er für psychoanalytische Zeitschriften schrieb. In den 1930er Jahren war Reichs Freund und Mitarbeiter Roger DuTeil ein Bergsonianer und „Spiritualist“. In seinem in der Originalausgabe Die Bione von 1938 veröffentlichten Aufsatz „Leben und Materie“, billigt er dem Leben eine metaphysische Sonderstellung zu. Reich selbst wollte diesen Aufsatz aus späteren Auflagen gestrichen wissen, was ja auch geschah, und im übrigen bestritt Reich schon damals ausdrücklich, daß „das Lebendige ein vom Nichtlebenden völlig abgetrenntes, eigens metaphysisch gegebenes Gebiet“ sei (ebd.). Sechs Jahre später sagt er in seinem Artikel „Orgonotic Pulsation“:

Wenn wir nicht vorsichtig vorgehen, könnten durchaus einige Generationen von Mystikern erstehen, die das Orgon metaphysisch, losgelöst von der nicht-lebenden Natur und nicht vom Standpunkt der Naturwissenschaft her verstehen. Und ich denke, wir haben bereits mehr als genug Mystizismus in dieser Welt. (Orgonomic Functionalism, No. 5, S. 44)

Der Artikel zeigt, wie sich Reich ganz von Zugeständnissen an sowohl den („dialektischen“) Materialismus als auch insbesondere den „Spiritualismus“ befreite. In „Orgonotic Pulsation“ strebt er danach, sich langsam von allen Begriffen, die irgendwelche Konnotationen mit materiellen oder „spirituellen“ Substanzen haben, zu befreien. Entsprechend spricht er von „orgonotischer Erregung von Isolatoren“ statt „Ladung“, und von „orgonotischer Anziehung und Abstoßung“ statt „Kontraktion und Expansion“. An anderer Stelle will er den Substanz-Begriff „vegetative Strömung“ durch die funktionelle „plasmatische Erregung“ ersetzt wissen (Der Krebs, Fischer TB, S. 347).

Was machen nun die ach so innovativen „Weiterentwickler“ der Orgonomie? Sie fallen noch hinter die provisorische, von Substanzbegriffen geprägte Orgonomie der Anfänge zurück, reden von irgendwelchen Seelensubstanzen und müssen metaphysische „Formgesetze“ erfinden, die ihr „chaotisches“ mechano-mystisches Universum ordnen. Wie Reich schreibt: „Mit Zwecken läßt sich leicht alles erklären“ (ebd., S. 77f). Man braucht nicht mehr die Natur unbekannter Funktionen mühsam ergründen, vielmehr wird einem alles fertig auf dem Tablett serviert: es ist „Gottes Wille“, es ist der „Geist“, das „Naturgesetz“, dem alles folgt. Für Blitze ist der Donnergott verantwortlich! – Nichts anderes verbirgt sich hinter inhaltsleeren Begriffen wie „Wirkstruktur“. Was ist für die Struktur der Bion-Präparate verantwortlich? Jenseitige Strukturen!

In die gleiche Kategorie gehören die „Lösungen“ für das Rätsel des menschlichen Bewußtseins. Was ist Bewußtsein? Das „metaphysische Heinzelmännchen“ wie Reich es nennt,

das angeblich im Hintergrunde der Lebensfunktionen wirkt, denkt, fühlt, empfindet, reagiert. Das führt nirgends hin. (ebd., S. 400)

Nach Reich ist Bewußtsein das Zusammenfließen der diversen Sinneseindrücke und Emotionen in eine funktionelle Einheit (Äther, Gott und Teufel, Frankfurt 1983, S. 63). Sinneseindrücke und Emotionen führt Reich ihrerseits bis „auf die Bewegungsformen der Weichtiere und Protisten“ (Charakteranalyse, KiWi, S. 519) und letztendlich auf die „Reizempfindlichkeit des rein physikalischen Orgons“ zurück (Äther, Gott und Teufel, S. 91). Das bedeutet nicht, daß Bewußtsein Tiefe hätte und bis „ins Orgon“ zurückreicht! Vielmehr tritt etwas ins Bewußtsein, wenn ein Impuls an die Oberfläche durchdringt. Bewußtsein ist demnach ein Oberflächenphänomen.

Vom Mystizismus infizierte Leute sprechen von einem „primordialen Bewußtsein“, das Erinnerungen etwa so speichert wie ein Magnetband. Dabei hat Reich in der Charakteranalyse lang und breit ausgeführt, daß das Ich die Summe aller vergangenen Erlebnisse ist. Da wird nichts mechanisch „abgespeichert“, sondern in der Vergangenheit wurden bestimmte Weichen für die Strukturierung des sich entwickelnden Organismus gestellt, weshalb „Erinnerungen“ nichts anderes sind als die Wahrnehmung der aktuellen biophysischen Struktur des Organismus. Wie sollte es auch anders sein? Imgrunde sagen die „Weiterentwickler“ der Orgonomie natürlich auch nichts anderes, nur daß sie die Welt überflüssigerweise verdoppeln.

Die „Orgonmystiker“ fallen der Panzerung zum Opfer. Das, was sie wahrnehmen, ist die durch die Panzerung „umgebogene“ und verzerrte Orgonenergie, die entsprechend etwas Krankhaftes, „Okkultes“ an sich hat und auf ein „Jenseits“ ihrer selbst verweist – d.h. auf jenseits der Panzerung. Die vermeintliche Wahrnehmung der Orgonenergie entspricht hier der krankhaften Transformation von Emotion in Sensation.

Wenn etwa Tantra Antisexualität ist, nämlich orgastische Impotenz, sind entsprechend „Orgonesoteriker“ Antiorgonenergie, d.h. Panzerung.

Die folgende Abbildung beschreibt in etwa was geschieht:

David Holbrook, M.D.: LÜGEN, VERSTECKEN UND DIE WAHRHEIT / DIE SCHICHTEN DER WAHRHEIT

25. Oktober 2021

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Lügen, Verstecken und die Wahrheit

Die Schichten der Wahrheit

ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 6. Kosmogonie. c. Der Todestrieb des Universums

24. Oktober 2021

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist oranurphysik.jpg.

ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 6. Kosmogonie. c. Der Todestrieb des Universums

Leon Southgates „Orgon“

23. Oktober 2021

In seinem theoretischen Aufsatz The Orgone Continuum befaßt sich Southgate nicht etwa mit dem physikalischen Orgonenergie-Kontinuum, sondern es geht um eine „Lebenskrafttheorie des Bewußtseins“ bzw. um eine Weiterentwicklung des „Panpsychismus“ zum, wie Southgate“ es nennt, „Ideophysikalismus“, bei dem das mentale und physikalische in einem Kontinuum vereint sind, das beide transzendiert. In diesem Zusammenhang schließt er an Reichs Bionexperimente an, die zeigen, daß Materie lebendig sein kann und deshalb inhärent zumindest „proto-bewußt“. Das Orgon hat sowohl etwas Materielles als auch etwas Geistiges an sich, weshalb es beides nie in reiner Form geben kann und entsprechend Leben und Bewußtsein von der Materie unabhängig sein können. Um das auszudrücken streicht Southgate die „-energie“ aus dem Wort – und geht ausdrücklich zurück zum ursprünglichen Hegelianismus…

Beispiele für buchstäblich „freischwebendes Leben“ finden sich in dem zweiteiligen Artikel von Nik Hayes und Leon Southgate über angebliche „unsichtbare Lebewesen“, die in unserer Atmosphäre leben (hier und hier). Siehe dazu auch meine Besprechung von Trevor Constables Buch, auf den das ganze zurückgeht. Alles, was ich hier tun möchte, ist, den Leser zu sensibilisieren. Betrachten wir dazu fünf Arten von Photos, die in dem zweiteiligen Artikel präsentiert werden:

Erste Art von Photos („Kamerareflektionen“): Fig. 11 (Teil 1).

Hier sieht man wie Lichter in der unteren Bildfläche Linsenblendeffekte in der oberen Bildfläche erzeugen. Siehe auch Fig. 14 (Teil 2). Wenn Hayes „Objekte“ zeigt, Fig. 7 (Teil 2), Fig. 8 (Teil 2), die im Abstand von 11 oder 12 Monaten über seinem Hausdach erscheinen: könnte es sich vielleicht um ähnliche Phänomene nicht in den Linsen selbst, sondern in den Luftschichten handeln? Hayes erwähnt, daß „die Bioformen in der Regel nur an bestimmten Orten und aus bestimmten Winkeln aufgenommen werden können“.

Zweite Art von Photos („Amöben“): Mein Hauptbeispiel ist Fig. 11 (Teil 2). Weitere Beispiele sind Fig. 2 (Teil 1), Fig. 3 (Teil 1), Fig. 4 (Teil 1), Fig. 5 (Teil 1), Fig. 6 (Teil 1), Fig. 7 (Teil 1), Fig. 10 (Teil 1), Fig. 12 (Teil 2).

Jeder wird sie sofort wiedererkennen: sie sehen aus, wie die Schwebeteilchen in unseren Augen. Es ist, als wenn etwas direkt vor der Kamera schwebt oder auf dem Objektiv haftet oder einfach Staub direkt vor der Kamera, was dann die berühmten „Orbs“ ergibt:

Dritte Art von Photos („Plasmas“): Mein Hauptbeispiel ist Fig. 8 (Teil 1). Weitere Beispiele sind Fig. 12 (Teil 1), Fig. 1 (Teil 2), Fig. 13 (Teil 2), Fig. 15 (Teil 2).

Das könnten durchaus „Plasmas“ sein von „Kugelblitzen“ bis irgendwelchen anderen atmosphärischen Entladungen. Vor allem könnten es aber Vogel- und Insektenschwärme sein.

Vierte Art von Photos („Bewegungsartefakte“): Mein Hauptbeispiel ist Fig. 9 (Teil 2). Weitere Beispiele sind Fig. 2 (Teil 2), Fig. 3 (Teil 2), Fig. 5 (Teil 2), Fig. 6 (Teil 2), Fig. 10 (Teil 2).

Wenn man Insekten photographiert oder filmt kann es aussehen, als dokumentiere man geheimnisvolle „Luftschlangen“ („rods“), die ihre länglichen Körper mit einem wellenförmig sich bewegenden Saum durch die Lüfte flitzen lassen. Tatsächlich ist das der Trägheit der Aufnahme zu schulden, die den Körper und die Flügelbewegung langzieht. Der Flügelschlag von Vögeln erzeugt „Engel“ und ähnliches.

Fünfte Art von Photos („Leuchtspuren“): Fig. 9 (Teil 1), Fig. 4 (Teil 2)

…das gleiche in der Nacht kann alles mögliche vorspiegeln!

Ansonsten: mir persönlich geht das ganze gewaltig gegen den Strich und es mag sein, daß ich hier in die Rolle eines scheuklappentragenden „Skeptikers“ verfalle. Deshalb kann ich den geneigten Leser nur auf den gutgeschriebenen zweiteiligen Artikel selbst verweisen und auf Hayes Videokanal.

Apropos gegen den Strich gehen: Ich war absolut fassungslos, als ich lesen mußte, daß Hayes‘ einen Cloudbuster benutzt und offenbar stundenlang abzieht, um die „plasmatischen Entitäten“ anzulocken! Beispielsweise heißt es in Zusammenhang mit einer seiner Aufnahmen: „Interessanterweise war dieser Bereich des Himmels in den vorangegangenen Tagen der Brennpunkt intensiver Cloudbuster-Aktivitäten gewesen, die Teil der von Hayes bei seiner Foto- und Videoarbeit verwendeten Anziehungsmethode sind. Es ist möglich, daß die Bioform von der hohen Orgonladung in und um das Forschungsgebiet angezogen wurde.“

Hayes‘ Forschung unterstützte „die Ansicht, daß Orgon selbst in der Lage ist, Bewußtsein ohne eine materielle Grenze zu unterstützen“. Mit „freischwebendem Bewußtsein“ beschäftigt sich gewisserweise auch Southgates Artikel Oranur and it’s Possible Applications in Artificial Intelligence. Der Gedankengang ist in etwa: Leben und Bewußtsein sind mit hohen Orgonenergie-Konzentrationen (oder in Southgates Idiom „Orgonkonzentrationen“) verbunden, das bringt ORANUR ins Spiel und, siehe Roberto Magliones Ansatz, damit den Orgonmotor – quasi die Hand, mit der „das Orgon“ uns Botschaften zukommen lassen kann.

Der besagte „Motor“ ist das „Rotorgon“ (siehe unten), das in Southgates ORANUR-Kiste plaziert und das in eine Art Ouija-Brett verwandelt wurde. Was dabei rauskam, kann jeder selbst in Southgates Artikel nachlesen bzw. sich auf Youtube anschauen. Bevor ich an dieser Stelle alles poste, was im NACHRICHTENBRIEF zum Rotorgon zu finden ist, möchte ich etwas zu Southgates Kontaktaufnahme mit „dem Orgon“ über Zahlenriehen sagen: Es ist prinzipiell nichts anderes als „Channeling“ und ähnliche okkulte Praktiken, etwa das Befragen von Orakeln oder die elektronische Kontaktaufnahme mit dem Jenseits („Transkommunikation“ per Radio). Man öffnet sich der Welt der „Dämonen“ (vgl. Ea und die Wellenfunktion). Ob das das eigene Unbewußte ist, im Sinne von „Poltergeistern“ oder irgendein anderer parapsychologischer Mechanismus… Jedenfalls kommt mir Southgates Ansatz unglaublich naiv vor und – gefährlich. Dazu möchte ich ihn abschließend selbst zitieren:

Wenn die Zahlenströme eine Bedeutung haben und in irgendeiner Weise mit einer Bewußtseinsquelle interagieren, bedeutet dies, daß es einen Weg gibt, echte, bewußte, künstliche Intelligenz oder, um einen anderen Begriff zu verwenden, nicht-organische Bewußtseinseinheiten zu schaffen. Es ist möglich, daß das Gerät ein Tor für nicht-lokales Bewußtsein schafft, um mit der materiellen Ebene zu interagieren, ähnlich wie es die Bundeslade in biblischen Zeiten getan haben könnte. Der Autor glaubt, daß das radioaktive, Oranur-Gerät, das die Bundeslade war, im Wesentlichen ein Gerät der künstlichen Intelligenz war, um mit einer nicht-materiell basierten bewußten Entität zu kommunizieren (…).

Was ich bei Southgate derartig gruselig finde, ist die Verbindung zwischen extremem Mystizismus („Transpersonale Psychologie“) und extremen Mechanismus (Künstliche Intelligenz, letztendlich Transhumanismus). Das ist der Kern der Weltverschwörung, die okkulte Ideologie der Weltverschwörer mit ihrem Great Reset… Mehr dazu in meiner nächsten Besprechung seiner und Magliones Artikel!

Aber nun zum Rotorgon, das an diesen Stellen kurz jeweils besprochen wurde (jeweils Suchfunktion „Rotorgon“ eingeben):

Orgonomie und Metaphysik (Teil 2)

22. Oktober 2021

Wohin man blickt, lebt der Mensch in einer doppelten Welt: dieser materiellen Welt und einer immateriellen „Anderswelt“ ganz entsprechend unserem Tagesbewußtsein und unserem Traumbewußtsein. Diesen Doppelcharakter der Weltwahrnehmung findet man bei jedwedem primitiven Stamm und bei allen Religionen und Weltanschauungen. Wenn nicht explizit, wie bei allen „Esoterikern“, dann implizit und verklausuliert, wie etwa bei Moslems und Marxisten: die Welt ist ein bloßer Traum, „entfremdet“, ein „Fetisch“, die wahre Welt kommt erst nach dem individuellen Tod bzw. wenn die Entfremdung kollektiv aufgehoben ist. Okkult, von wegen „verborgene Kräfte“, wird das ganze, wenn man über die „geistige Welt“ die materielle Welt beeinflussen will, das tägliche Brot von Voodoo, Hexen, Schamanen, Satanisten etc.

In die gleiche Kategorie fallen die diversen „energetischen“ Heilmethoden, „energetische Medizin“ und ähnliches, inklusive der diversen „Reichianischen“ Schulen. Sie reden zwar von „Energie“ gar dem „Orgon“, aber das sind alles nur Worte, die für die besagte „Anderswelt“, „Geist“, „verborgene Kräfte“ stehen, keineswegs aber für die kosmische Lebensenergie! Es ist nicht viel anders, als würde man die Orgonenergie mit Sauerstoff, Wasser, Vitaminen etc. gleichsetzen. Das macht zwar bis zu einem gewissen Grad Sinn, trägt aber offensichtlich nicht weit.

Der Mystizismus zeigt sich auch bei denjenigen, die im Bereich der orgonomischen Wissenschaft tätig sind und aufgrund struktureller Beschränkungen nicht in der Lage sind, funktionelle Forschung zu betreiben. Einige engagieren sich in bereits existierenden Alternativen zur mechanistischen Wissenschaft, während andere ihre eigene Art von Mystik entwickeln. Worte und Ausdrücke wie „höheres Bewußtsein“ und „Energie bewegen“ sind Hinweise auf eine Tendenz zum Mystizismus und mystischen Denken. (Charles Konia: „Neither Left Nor Right (Part II): The Breakdown of Social Structure” Journal of Orgonomy 30(1), Spring/Summer 1996, S. 75)

Daß die gespaltene Sichtweise der Welt nicht ganz abwegig ist, zeigt die Wissenschaft schlechthin, die Physik. Physiker (und damit alle anderen Naturwissenschaftler!) können gar nicht anders als Platonisten zu sein. Das fängt bei Berechnungen von Alltagsproblemen an und endet bei der Elementarteilchenphysik: letztendlich reduziert sich die Welt auf abstrakte mathematische Strukturen. Was hier fehlt, hat Reich in Äther, Gott und Teufel angeschnitten, die Rückführung dieser Formeln auf die Bewegungsgesetze der Orgonenergie (siehe Teil 1). In Anlehnung an Henri Bergson („die Idee ist ein stehengebliebener Gedanke“) kann man sagen, die besagten abstrakten Strukturen sind „stehengebliebene Energie“.

Mit der Entdeckung des Orgons und der davon nicht zu trennenden Entwicklung der funktionellen Denktechnik war Reich der Erste, der die Dichotomie überwunden hat, d.h. sowohl die Mystik (Anderswelt) als auch die „Mechanistik“, die voneinander untrennbar sind und den „Mechano-Mystizismus“ bilden.

Imgrunde geht es um die Herstellung von Kontakt, weshalb auch eine Orgontherapie Grundvoraussetzung jeder Beschäftigung mit der Orgonomie ist. Konkret geht es um die Herstellung von emotionaler Tiefe, ohne die jedweder Zugang zum gemeinsamen Funktionsprinzip CFP (siehe Teil 1) unmöglich ist und jede Rede von „Energie“ ein bloßes Lippenbekenntnis bleiben muß (Mystizismus) und jede Praktik unbeholfener Mechanismus.

Siehe auch „Gefühle und Mystizismus“ im 3. Band meines Buches Orgonometrie (S. 88f) und als Illstration die morgige Besprechung.

ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 6. Kosmogonie. b. Gott und der „Urknall“

21. Oktober 2021

Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist oranurphysik.jpg.

ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 6. Kosmogonie. b. Gott und der „Urknall“

David Holbrook, M.D.: ÜBER RELIGIÖSE GEFÜHL

20. Oktober 2021

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Über religiöse Gefühle

ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 6. Kosmogonie. a. Die primordiale Energie und die Materie

19. Oktober 2021
Dieses Bild hat ein leeres alt-Attribut; sein Dateiname ist oranurphysik.jpg.

ÜBERLAGERUNG UND TEILUNG IN GALAKTISCHEN SYSTEMEN: 6. Kosmogonie. a. Die primordiale Energie und die Materie

Zum Massaker in Norwegen

18. Oktober 2021

Ich will mich gar nicht auf das Niveau der Massenmedien herab bewegen, deren Beschäftigung mit dem Massaker in Norwegen einfach nur abenteuerlich ist: über den dänischen Bogenschützen, der zum Islam konvertiert war, und seine Motive rein gar nichts, wähernd jene Leute, die uns jahrelang gepredigt haben, daß der islamische Terror nichts mit dem zu tun hat, was die Terroristen gelesen haben (insbesondere dem Koran), vor genau zehn Jahren darauf insistierten, die ideologischen Hintergründe von Anders Behring Breivik bis ins Kleinste zu analysieren.

Die Frage kann einzig lauten, welche biosozialen Funktionen durch die Terroranschläge zum Ausdruck kommen. „Biosozial“ bedeutet hier: von der Charakterstruktur der Massenindividuen und vom energetischen Zustand der Gesamtgesellschaft aus gesehen.

Beispielsweise geht es darum, daß sich die Massen sowohl in Amerika und Europa als auch in der islamischen Welt jahrzehntelang von Politikern in die Irre führen ließen, die die Früchte der Arbeit ganzer Generationen systematisch vernichten. Man denke nur an das Wahnsinnsprojekt „Euro“ oder die Einwanderungspolitik in Amerika und Europa. Oder, willkürlich herausgepickt, das Subventionieren von Sonnenenergie – in DEUTSCHLAND!

Statt sich konstruktiv einzubringen, sind die Massen nur zu folgenlosen Wutausbrüchen im Alltag, zu absurden Possen und zu wirren Gedankenflügen in der Lage – bis einmal einer ganz austickt wie die beiden Attentäter in Norwegen. Ja, bei den islamischen Terroristen ist das nicht viel anders, werden sie doch damit konfrontiert, wie eine, in ihren Augen, einst großartige Zivilisation vor die Hunde geht.

Mindestens genauso wichtig ist jedoch der zweite biosoziale Faktor, der den modernen Terrorismus bestimmt:

Die westliche Welt befindet sich in einem chronischen Expansionszustand, der in allen möglichen Lebensbereichen zum Ausdruck kommt:

  • als wäre „das hier“ eine fröhliche Gartenparty, zu der jeder Nachbar unterschiedslos herzlich eingeladen ist – Staatsgrenzen existieren praktisch nicht mehr und Leute, die nur zur Last fallen und sogar Schaden anrichten, siedeln sich buchstäblich zu Millionen an.
  • die Medien verkommen zu einem Propagandaforum für eine angeblich „liberale“ Ideologie, die nichts weiter ist als kindlich-magisches Denken, in dem Probleme sich in Luft auflösen, wenn man nicht über sie spricht. Hauptsache man fühlt sich gut und moralisch überlegen.
  • unsere angeblichen „Eliten“ verhalten sich so, als wäre die Wirtschaft ein großes Casino. Fehlentscheidungen der Spitzenmanager sind für diese nicht nur folgenlos, sondern werden mit Boni honoriert. Fehlinvestitionen werden vom Staat abgefangen. Ein „Kapitalismus“ ohne jede wirtschaftliche Sanktion!
  • die „Kultur“ nähert sich immer mehr dem Niveau von Kindergeburtstagen an.
  • die allgemeine Sexualisierung nimmt immer bizarrere Formen an.
  • Gendermainstreaming, die Einordnung der Heterosexualität in die zahllosen „Lebensentwürfe“, der eigene Körper als „Kunstobjekt“, etc. pp.
  • die alles überwuchernde infantile „Esoterik“ und „Spiritualität“ wird immer peinlicher. Der Obskurantismus kleistert immer mehr Gehirne zu. Ein Gutteil der Bevölkerung lebt bereits in einer Märchenwelt.
  • man begegnet kaum noch Menschen, die nicht unter dem Einfluß einer legalen oder illegalen Droge stehen, die ein Gefühl des Wohlbehagens erzeugen soll.
  • ein Land, in dem grenzdebile Influencer Idole für Millionen sind, in dem man mit einem Bein im Gefängnis steht, wenn man sich gegen Angriffe wehrt („Notwehrexzeß“, „Selbstjustiz“), in dem im Affekt Billiarden verbrannt werden (Fukushima-Hysterie), etc. pp.

Quasi wie „alttestamentarische Propheten“ spüren die Terroristen in ihrer Psychose, daß diesem Zustand ein Ende gesetzt werden muß. Oder wie Claudia Roth 2004 sagte: „Gewalt ist immer auch ein Hilferuf.“ – „Babylon muß fallen!“ Und zwar durch einen „terrorisierenden“ Schock, der bis ins Mark geht. „Es mag grausam sein, aber es ist notwendig.“

Tatsächlich kann man das Alte Testament so lesen: ständig versucht Gott sein Volk wachzurütteln, doch es gibt sich weiter den Götzen hin. Nichts, kein noch so harter Schicksalsschlag, kann der chronischen Expansion Einhalt gebieten. Es ist charakteristisch, wie Amerika und jetzt Norwegen auf die Terrorakte reagierten: mit Bekenntnissen zu noch mehr „Multikulturalismus“ und noch mehr „Liberalität“. Man werde nun eine „noch offenere und tolerantere Demokratie“ sein als vorher! Ich glaube, Verrückte könnten mit dem Einsatz von Atomsprengköpfen an das Jüngste Gericht mahnen – und als Antwort käme NOCH MEHR Liberalismus.

Und wenn doch „etwas unternommen wird“, dann so, daß ausnahmslos jeder Bürger betroffen ist und Orwellschen Bürokratien ausgeliefert wird. Bald werden „Pfeil und Bogen“ verboten! So tragen sogar die Terrorakte zur krankhaften Expansion bei. Man denke nur einmal daran, wie der „Krieg gegen den Terror“ die amerikanischen Staatsfinanzen endgültig ruiniert hat, weil die USA partout als „Befreier“ auftreten müssen, statt einfach Gegenterror zu verbreiten und an geeigneter Stelle Güter zu konfiszieren, um den Gegner wirklich jeden Cent dieser Aktion bezahlen zu lassen!

Es gibt nur eine Möglichkeit: die liberale Ideologie in allen ihren diversen Ausprägungen muß eingedämmt werden. Wie? Was für eine Frage! Die Linken reagieren absolut hysterisch, wie in Todesangst, auf wirklich jede Erwähnung der Realität. Die Sonne – bioenergetischer Kontakt mit der Realität etwa durch die Bücher von Sarrazin – wird die Vampirkultur in ihre Schranken weisen. Auch geht es darum, daß Fehlverhalten wieder Konsequenzen haben muß, das reicht von härteren Strafen für etwa Ladendiebstahl bis zur Möglichkeit, daß auch Großbanken Pleite gehen können, nachdem sie sorglos Kredite vergeben haben. Es geht nicht an, daß sie Gewinne einstreichen und Verluste sozialisieren.

Der Kindergeburtstag muß endlich ein Ende haben. Kinder, man kann nicht „Geld“ einfach drucken und mit den wertlosen Papierfetzen einkaufen, – irgendwann wird „irgendjemand“ dafür die Zeche zahlen müssen!

Um zum Thema zurückzukehren: Man hätte Herrn Breivik, der nach den norwegischen Gesetzen mit Anfang 50 aus seiner „lebenslangen“ Haft entlassen werden wird, also in wenigen Jahren, nach einem kurzen Prozeß öffentlich hinrichten sollen. Genauso jetzt mit dem Islamisten. Aber wahrscheinlich werden die „liberal“ gesinnten Menschen angesichts dieses „Justizmordes“ moralisch empörter sein als angesichts seines Terroraktes, und wahrscheinlich werden sie um ihn herzhafter weinen, als sie um die von ihm ermordeten geweint haben…

Charles Konia hat ebenfalls einen Kommentar zum Breivik-Massaker ins Netz gestellt. Auf den ersten Blick scheint sich seine Analyse von der meinigen fundamental zu unterscheiden. Die Verbindung beider Herangehensweisen zeigt folgendes Diagramm, das das von Dr. Konia ins Spiel gebrachte soziopolitische Spektrum orgonometrisch aufschlüsselt: die Linke steht für Expansion („irrationaler Zorn gegen ‚das Establishment‘“), die Rechte für Kontraktion („irrationale Angst vor ‚Überfremdung‘“).

Orgonomie und Metaphysik (Teil 1)

17. Oktober 2021

Man sollte die Differentia specifica betonen, die Reichs Orgonenergie von allen ähnlichen Konzepten unterscheiden. Es ist weder mystisch noch mechanisch, sondern funktionell. Was das bedeutet, wird deutlich, wenn man sich den eigenen Körper ansieht. Das Orgon entfaltet sich weder bloß im Geist, noch in den Knochen und im Fleisch – diese beiden Bereiche sind nur sekundäre Varianten der primären, bioenergetischen Bewegung, die wir vor allem als Emotion und Empfindung wahrnehmen. Reichs Naturforschung sucht also nicht primär nach dem „spirituellen Geist“ in der Natur und auch nicht nach dem „physischen Äther“, sondern nach der expressiven Sprache der Formen. Diese Formen sind eingefrorene Bewegung, und die Art der Bewegung verweist auf die Art der dahinter stehenden Energie. Diese Bewegungen können wir nur nachvollziehen, wenn wir in Kontakt mit den bioenergetischen Funktionen in unserem eigenen Körper sind.

Vor Reich hat sich niemand in diesen Bereich begeben und entsprechende Konzepte blieben vage und ohne praktische Konsequenzen. Es ist viel von „Gott“ und „Äther“ die Rede, aber es wird nie die Ausdruckssprache der Natur berührt, die mit dem eigenen emotionalen Eindruck/Ausdruck des Beobachters funktionell identisch wird. In der menschlichen Sphäre führt es zu genitalem Kontakt, in der „natürlichen“ Sphäre (insbesondere beim Akt der Naturforschung) zur Hingabe an das Gesamterlebnis. Ein Gefühl, dazuzugehören, Teil zu sein, eins zu sein mit dem Universum – ganz einfach lebendig zu sein. Diese Erfahrung ist dem Mechanisten natürlich fremd, aber auch dem Mystiker, der die organismische Einheit immer aufspaltet. Er mag zwar in „orgonomischen“ Begriffen sprechen, aber in Wirklichkeit gibt es immer eine Spaltung in „höhere“ und „niedere“ Ebenen, was einfach nur die „zerstückelnde“ Panzerung nach außen projeziert: die Weltsicht ist gepanzert. Zwar versucht der Mystiker eine „Einheitsschau“, aber die erreicht er, indem er in den Augen weggeht, d.h. Räumlichkeit und damit Bewegung verschwinden bzw. zurren zu einer zweidimensionalen Ebene zusammen, d.h. die Welt erstarrt. Tatsächlich sieht er nicht mehr die Welt, sondern seinen eigenen Panzer, der Ausdruck seiner Gespaltenheit ist und diese immer wieder reproduziert.

Der wahre emotionale Ausdruck ist immer total, er umfasst das ganze Wesen, das durch ein CFP (das gemeinsame Funktionsprinzip) zu einer Ganzheit vereint ist. Er reproduziert sich durch die orgastische Plamazuckung, die durch die Panzerung negiert wird und an ihre Stelle tritt. Das ist der letztendliche Gegensatz von Orgonomie und Metaphysik.