Man kann von den Unterdrückten rein gar nichts erwarten, insbesondere von den Frauen. Dazu reicht allein schon ein Blick in die Geschichte der Orgonomie! Es ist kein Zufall, daß ausgerechnet Frauen in der Psychoanalyse das Lebensnegative vertreten haben: Melanie Klein, Hermine von Hugh-Hellmuth, Anna Freud. Daß Freud sich so gut mit Frauen verstand – in seiner, in ihrem gemeinsamen Anti-Orgonomie.
Es ist kein Zufall, daß praktisch nur Frauen in die Kirchen strömen, daß die Frauen bei den Zeugen Jehovas die souveräne Mehrheit bilden, daß Frauen sowohl die Massenbasis des „New Age“ bilden, als auch damals die Hitlerei weit intensiver unterstützten als die Männer. Daß es im Iran die Frauen waren, die Khomeini an die Macht gebracht haben. Daß es in Afrika praktisch ausschließlich die Frauen sind, die dafür sorgen, daß die Mädchen genital verstümmelt werden (die Männer sind wahrhaftig nicht scharf drauf….). Ich denke zum Beispiel an eine Frauen-Talkshow vor vielen Jahren, wo es um die Beschneidung von Männern ging: noch nie habe ich eine derartige anti-genitale, geradezu blutrünstige Hysterie miterlebt. Ich habe noch nie gesehen, daß ein Vater sein Kind mit haßentbrannten Augen angesehen hat, aber schon etliche Mütter!
In Krimis werden männliche Täter immer als unmenschliche Sadisten dargestellt, während weibliche Täter immer so dargestellt werden, daß man letztendlich Mitgefühl und Verständnis hat. Letztendlich wird so alles gerechtfertigt.
Warum das so ist? Es ist ein Irrtum, daß die Unterdrückten besser sind als die Unterdrücker! Die meisten Menschen aus den Unterschichten sind Arschlöcher, es sind Rassisten, Sexisten und Kinderhasser – weit mehr als alles, was man in den Oberschichten findet. Es ist kein Zufall, daß die Schwarzen in den USA dem lebensfeindlichen Islam zuströmen, einem extrem antisemitischen und homophoben „schwarzen Islam“, der der Hitlerei in nichts nachsteht.
Man kann nichts von den Unterdrückten erwarten. Und das trifft in besonderem Maße auf die Frauen zu. In Indien fehlen statistisch z.B. 60 000 000 Frauen: sie wurden abgetrieben, sind als Babies und Kinder an Unterversorgung verreckt oder wurden gleich umgebracht – ein unvorstellbarer Holocaust, der nur die Spitze des Eisberges ist: dessen, was man seit 6000 Jahren den Frauen weltweit angetan hat und antut.
„Die“ Frauen sind derartig zerstört, daß sie uns jede Menge „Melanie Kleins“ liefern können, aber keine „Wilhelmine Reich“!
Reich schrieb am 3. März 1956 an Neill: er, Reich, sei „immer ein Konservativer im guten Sinne gewesen (…) die Natur funktioniert auf arbeitsdemokratische und nicht auf libertinistisch-demokratische Weise“.
Deshalb „liebe“ ich „die“ Konservativen und hasse die Linke, weil die ersteren noch rational argumentieren, während die letzteren nur noch moralisieren und ideologisieren. Und warum sind die Liberalen so? Weil sie ihren Verstand nicht zum verstehen der Welt benutzen, sondern als charakterologische Abwehr. Da man nur entfernter Zuschauer ist, geht einem das sehr schnell bei Fernsehdiskussionen auf, dieser hirnrissige Schwachsinn, der so manchen linken Mund verläßt. Wenn z.B. von den „Wirtschaftsflüchtlingen“ aus Westafrika die Rede ist, wird gesagt, die würden hierher mit dem Flugzeug fliegen, um dem Hungertod zu entgehen!
Genau dies, die Unfähigkeit rational zu denken, sondern nur „mit dem Herzen“ sprach Reich an, als er am 7. November 1940 an Neill schrieb: „Ich fange an, (die Sozialisten und Kommunisten) zu hassen. Sie erscheinen mir ausgesprochen schädlich mit ihrer völligen Unfähigkeit einen Gedanken zu Ende zu denken oder irgendeine Arbeit zu tun.“
Natürlich muß die Orgonomie konsequent gegen alle Formen der Lebensfeindlichkeit ankämpfen, aber wer hat jemals das Gegenteil behauptet?! Der Einwand, daß es keine „Hierarchie innerhalb der Falle“ gäbe, hat sicherlich einiges für sich, aber Reich hat in Christusmord geschrieben: „Wer immer auch auf den Ausgang aus der Falle zugeht (…) wird für verrückt erklärt“ und umgebracht (Freibrug 1978, S. 34). Es gibt also einen Unterschied zwischen jenen, mit denen man die Falle verlassen kann und jenen, die einen zurückhalten.
Allgemein wird nun angenommen, daß die Konservativen, die Beharrenden, diejenigen sind, die den Exodus verhindern, während die Progressiven die vorwärtsstürmenden sind. Leider übersieht man aber immer das, was Reich den „biologischen Rechenfehler“ genannt hat. Dabei geht es doch nicht um mehr gepanzert oder weniger gepanzert oder um mehr oder weniger gesund, sondern darum mit welchen Leuten man die Falle verlassen kann und gegen welche man zu kämpfen hat. Unbestreitbar ist wohl, daß die extreme Rechte und die extreme Linke für Emotionelle Pest stehen und deshalb erbarmungslos bekämpft werden müssen. Aber hier fängt das Problem schon an.
Der Teufel hat gelernt in einer Jesus Christus-Maske herumzulaufenl Die mittlere Schicht hat sich eine „liberale Fassade“ zugelegt! Dieses Funktionieren aus der Fassade heraus führt den Liberalen („der keiner Fliege etwas zuleide tun kann“) und den stalinistischen Massenmörder zusammen: diese funktionelle Identität ist die „kommunistische Weltverschwörung“!
Ich behaupte ja nicht, daß die Rechte „besser“ sei (was immer das auch bedeuten mag), sondern daß dort so eine Weltverschwörung unmöglich ist, eben weil der Teufel nackt ist! Schließlich wurden die Nazis vernichtet, während sich der Kommunismus immer weiter ausbreitete und heute mehr triumphiert als je zuvor!
Die indische Mystik beruht auf den beiden Energiesystemen im Menschen: 1. das „energetische Orgonom“, wo die Energie vom Steißbein ausgehend den Rücken emporfließt und dergestalt das Zentrale Nervensystem mit Rückenmark und Gehirn nachzeichnet; und 2. das „orgonotische System“ (Pulsation), das sich im Vegetativen Nervensystem niederschlägt (Parasympathikus und Sympathikus), welches im Sonnengeflecht, also im Oberbauch, sein Zentrum hat.
Das erstere System kommt im Kriya-Yoga, wie ihn etwa Paramahansa Yogananda (der Pop-Guru der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts) vertreten hat, noch am besten zum Ausdruck. Durch Atemübungen und Konzentration auf das „Dritte Auge“ auf der Stirn soll die Lebensenergie mobilisiert werden, die ihren Hauptsitz im Zentralen Nervensystem habe. Die mobilisierte und „gereinigte“ (entsexualisierte) Energie soll das Rückenmark hochsteigen und sich im Gipfelpunkt des Schädels in einem „kosmischen Orgasmus“ mit Gott vereinigen.
Das zweite System kommt in der Transzendentalen Meditation von Maharishi Mahesh Yogi (der Pop-Guru der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts) zum Ausdruck. Man stellt sich die Gedanken (und damit letztendlich das gesamte Universum) als Luftblasen vor, die vom Seeboden aufsteigen. Mittels der Konzentration auf Mantras gilt es diese „Luftblasen“ auf ihren Ursprung zurückzuverfolgen und mit dem Seeboden (dem „Brahman“) eins zu werden, mit anderen Worten dem „Seelengrund“ – dem Solar plexus.
Schaut man sich unvoreingenommen den typischen indischen „Heiligen Mann“ an, fällt einem sofort ins Auge: „Den kenne ich doch!“ Das Gehabe, der Körperausdruck, das Lächeln, der Augenausdruck, die wohlfeilen „Weisheiten“ – im Westen sind genau so ein Gutteil der Obdachlosen, hirnorganisch Behinderte, insbesondere aber katatone Schizophrene (der den kundigen Briten in Indien stets als erstes ins Auge sprang!):
In ausnahmslos allen Gesellschaften dieser Welt wurden aus diesem unproduktiven Teil der Gesellschaft die Schamanen und Medizinmänner, die sich in Indien in „Yogis“ transformierten. Im Westen machte man sie zu Mönchen und teilweise zu katholischen Priestern.
Ich stelle in keinster Weise in Abrede, daß sie ein inniges Verhältnis zur kosmischen Orgonenergie haben (man lese nur Reichs Fallgeschichte einer Schizophrenen in Charakteranalyse!) und daß sie teilweise schier unfaßbare Fähigkeiten haben (etwa nackte Sadhus, die den Winter im Himalaya überleben), aber mir kann keiner erzählen, daß extreme Pathologie irgendwo hinführt als zu mehr Pathologie. Man schaue sich doch bitte Indien an: mehr Faschismus, mehr Rassismus, mehr Sexualpathologie geht gar nicht:
Der eine Aspekt, der wirklich alle mystischen Lehrer Indiens vereint, ist die Aussage, man solle Kontakt mit seinem „wahren Ich“, dem Selbst aufnehmen. Für uns bedeutet das, Kontakt mit dem bioenergetischen Kern jenseits der Panzerung aufzunehmen. Doch beim indischen „Weisheitslehrer“ bedeutet das etwas grundlegend anderes: die Wahrnehmungsfunktion löst sich von der Erregung, d.h. das Ich zerfällt, und all die Rituale, Atemübungen etc. dienen dazu eine neue Scheinidentität aufzurichten. Es ist ähnlich wie bei Transvestiten, die in ihrer Rolle, Kleidung und Aufmachung als Frau vor Ekstase und Seligkeit schier platzen, „ihr wahres Ich leben“, aber wenn das alles wegfällt, nur noch ein Häufchen Elend sind. Also: immer schön meditieren, die Mantras aufsagen, den Atem kontrollieren und nie das geistige Umfeld verlassen! Om Shanti!
Man schaue sich den modernen Haus- und Wohnungsbau an und vergleiche das mit früher? In Zeiten, wo doch alles um „Wärmedämmung“ geht, werden die Fenster mit jedem Neubau größer (d.h. der, von der ach so wichtigen Wärmedämmung her betrachtet, neuralgischste Punkt jeder Fassade), so daß die Menschen neuerdings in Schaufenstern leben. Wenn ich mich abends auf das Fahrrad schwinge, um noch schnell was einzukaufen: ein ungewollter Blick und ich habe die gesamte in diesem Jahr errichtete Neubauwohnung überblickt und die Dynamik des Familienlebens erfaßt… Ich könnte in einer solchen Wohnung keinen Abend überleben, aber diese Leute scheint es gar nicht zu stören, auf der Bühne zu leben!
Die Architektur ist direkter Ausfluß der biophysischen Struktur der Menschen aus oberflächlicher sozialer Fassade, der mittleren Schicht (die man weitgehend mit der Panzerung gleichsetzen kann – obwohl das Dreischichtenschema natürlich die „gepanzerte Struktur“ in ihrer Gesamtheit beschreibt) und dem bioenergetischen Kern. Der liberale („sozialistische“) Charakter steht sozusagen vor der Mauer der Panzerung, der konservative Charakter hinter ihr. Entsprechend ist die beschriebene neue Architektur Ausdruck der Tendenz zum Sozialismus: alles ist öffentlich, sozial, ohne jedwede Tiefe, „pseudo-expansiv“.
Ganz anders die konservative Ära, als sich die Menschen hinter auffällig kleinen und dicht verhangenen Fenstern verbargen (Kontraktion). Besonders deutlich wird das in der Welt des Nahen Ostens, wo die Fenster zum Innenhof gehen, während man draußen einer fensterlosen Fassade gegenübersteht. Siedeln dies Leute in unserem Kulturkreis, leben sie hinter heruntergelassenen Jalousien. Nicht nur die Frauen, auch die Häuser sind „verschleiert“.
Selbstredend ist der Konservative, in welcher Ausprägung auch immer, alles andere als „gesund“, trotz seinem Kernkontakt, der aber durch die Panzerung stark verzerrt, pervertiert ist. Und schon gar nicht ist es per se „krank“, offen und der Welt zugewandt zu sein. Es wird nur extrem krank, wenn es zur „Freiheitskrämerei“ wird, die die reale Vereinzelung und Vereinsamung der Menschen nur verschleiert und an deren Ende die Selbstbezichtigung steht, um irgendwelche Roten Garden zu beschwichtigen: „Ich bin kein Rechtsabweichler!“ (Reichsbürger, Coronaleugner, etc. lese keine verbotenen Bücher und treffe mich nicht mit Feinden der Be-Völkerung).