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emotion (Teil 3: Spiritualität)
3. Dezember 2016Ein zorniger Brief über „Reichianische“ Therapeuten (Satire)
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Ein zorniger Brief über „Reichianische“ Therapeuten (Satire)
emotion (Teil 2: Therapie)
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Robert 2009: Was sind eigentlich die Hintergründe dieser Auseinandersetzung? Warum wird die Autorität Dr. Bakers angezweifelt? Gibt es mehrere konkurrierende Reich-Schüler, die behaupten, sein Nachfolger zu sein?
Darauf Peter: Als Reich noch lebte, galt Reichs Autorität als vereinigendes Band. Nach Reichs Tod hatte man es mit Reichs Erbe zu tun, dem Trust Fund in Maine, der aufgrund der gerichtlichen Auseinandersetzungen so gut wie pleite war und um den sich Reichs Tochter Eva Reich und Reichs Ehefrau Aurora Karrer stritten, weil Aurora Karrer behauptete, Reich hätte sie als Nachlaßverwalterin bestimmt – im Testament stand aber Evas Name. Eva war mit dieser Aufgabe total überfordert und bat Baker, der Kopf der in und um New York herum tätigen medizinischen Orgonomen war, doch die Treuhänderschaft zu übernehmen. Nach einigem Hin und Her einigte man sich schließlich auf eine Patientin des medizinischen Orgonomen Chester Raphael, die finanziell unabhängig war und nach einer Aufgabe suchte. Als sich Baker und Raphael zerstritten, war der Bruch in der Orgonomie perfekt.
Reich hatte Baker zunächst inoffiziell dann offiziell als Ausbilder für neue Orgonomen bestimmt (je wie man es nimmt 1949, 1950 oder 1951), er war Supervisor (d.h. leitete das Seminar, in dem der Reihe nach alle Orgonomen ihre Fälle zur Diskussion stellten), er war Therapeut der Familie Reich und er war Herausgeber der Zeitschrift ORGONOMIC MEDIZIN. Mangels Artikel stellte er diese Zeitschrift nach Reichs Tod ein und führte sie dann 1967 als JOURNAL OF ORGONOMY weiter.
In diesem Zusammenhang zeichnete sich bereits der erste Konflikt ab, denn viele Orgonomen waren sauer auf Baker, weil der „eigenbrödlerisch“ sich weigerte, die Orgonomie bruchlos weiterzuführen, sondern stattdessen sich auf die Ausbildung neuer Orgonomen zurückzog. Baker behauptete später, Reich habe ihm das bei ihrem letzten Treffen nahegelegt: sich von den alten Orgonomen zu distanzieren, eine neue (hoffentlich geeignetere) Generation von Orgonomen heranzubilden und so die Orgonomie langsam wieder aufzubauen. Herr Lassek bezieht sich auf diese Behauptung Bakers, der 1968 Reichs alten Plan wieder aufgegriffen hatte, ein „College of Orgonomie“ zu gründen, im Sinne von „Kollegium“, eine Gemeinschaft der Orgonomen.
Hinzu kam, daß neben Reich selbst und dem Orgonomen Michael Silvert, Baker der einzige unter den Orgonomen war, der politisch konservativ eingestellt war. Weitere Faktoren: Aus Angst vor den Berufsverbänden, den Versicherungen (ohne Arzthaftpflichtversicherung keine Praxis!) und vor allem der FDA (der Gesundheitsbehörde, die Reich ins Gefängnis gebracht hatte) distanzierte sich Baker wohl nicht explizit, aber doch implizit vom Orgonenergie-Akkumulator, – was manche als ultimativen Verrat ansahen. Er schuf eine spezielle Nosologie für die psychiatrische Orgontherapie, die viele der alten Orgonomen nicht akzeptierten. Baker bestand im Gegensatz zu vielen anderen streng darauf, daß ausschließlich ausgebildete Psychiater als medizinische Orgonomen tätig werden dürfen. (Einzige Ausnahme war sein Schüler Robert Dew, ein Internist.)
Im Laufe der Jahre, angefangen mit Chester Raphael, distanzierten sich einige Orgonomen öffentlich von Baker, bis schließlich deren Schüler auftraten und frech die Frage stellten: „Wer ist denn schon Baker? Meine Tradition geht direkt auf Reich zurück.“ Sie wollen einfach die Lizenz haben, unkontrolliert drauf los therapieren zu können. Ihre, wie ich finde ziemlich kuriose, Haupttaktik besteht darin, Baker ins Lächerliche zu ziehen.
Verkompliziert wird das ganze dadurch, daß es seit zirka 1980 im von Baker gegründeten American College of Orgonomy selbst zu immer neuen Verwerfungen gekommen ist, aber das beruht weniger auf theoretischen Auseinandersetzungen, sondern vor allem darauf, wie man am besten die Zukunft der Orgonomie sichern kann. Beispielsweise sind in den USA praktisch nur noch orgonomische Psychiater als Psychotherapeuten tätig, während alle übrigen Psychiater Ärzte sind, die Psychopillen verschreiben. So stellt sich die Frage, ob man, dem Trend der Zeit folgend, nicht Psychologen und sogar Sozialarbeiter in Orgontherapie ausbildet. Ich persönlich halte das für Unsinn, weil gerade heute die Patienten teilweise so geschädigt sind, daß es wirklich eines Psychiaters bedarf.
Heiko Lassek:
Lieber Peter Nasselstein,
ich will nicht Bakers Kompetenz als psychiatrischer (!) Orgontherapeut in Frage stellen sondern den immer wieder – und seit der Münchener Konferenz (1984), bei der Vertretern skandinavischer Länder Mikrofone abgestellt worden, insbesondere bei Prof. Rolf Groenseth, der von Sicherheitspersonal vom Mikrofon weggedrängt wurde als er wie auch andere Schüler und Studenten von Ola Rakness (als da waren: Prof. Erik Groenseth und Björn Blumenthal aus Oslo, ein anderer Björn, Ralph und Jan – Ivor aus Bergen)) den ALLEINvertetungsanspruch des ACO in Frage stellte (übrigens wurde Prof. Rolf Groenseth von dem wie Luis de Funes erscheinenden Dr. Camarella (in meiner Anwesenheit im Beisein von Dr. Richard Blasband, dem damaligen Präsidenten des ACO und Nachfolger Bakers, Dr. Schwartzmann und Dr. Konia) – den weder Frederico Navarro noch Francesco Dragotto jemals ernst nahmen – als „linker Homosexueller“ denunziert, (was er nun wirklich nicht ist was würde es denn an sachlicher Kritik bedeuten, wenn er es gewesen wäre?)
meinen Hintergrund darstellen:
wie sie möglicherweise wissen, war – durch Tod im hohem Alter – und bin ich mit seit 1981 und im späterem Verlauf befreundet oder in engem, vertrauensvollen Kontakt mit allen Mitgliedern der Familie Reichs, als da wären Eva, Lore, Renata, Peter, Susan, Ilse Ollendorf – Reich, auch mit Dr. Chester M. Raphael – ausserdem in engster Freundschaft fast zwanzig Jahre lang mit Myron Sharaf und Giselle, Dick Blasband, Kathleen, Betty und anderen seiner Weggefährten, in jahrzehntelanger Zusammenarbeit mit David Boadella, Björn Blumenthal, Will Davis und Vertretern der spanischen, portugiesischen, lateinamerikanischen, finnländischen, italienischen, kroatischen und natürlich österreichischen und schweizerischen Wilhelm Reich Bewegungen und möchte nur als Behauptung an dieser Stelle ausdrücken, das niemand der genannten Personen jemals eine Grundlage für diesen immer wiederholten Vertretungsanspruch des ACOs hat finden können; auch bei den von der EU finanzierten Recherchen 2004- 2006 von Antonin Svoboda und mir war kein Hinweis darauf zu finden (Schon 1997 habe ich im Goethe Institut Boston – unter dem Direktor Dr. Jürgen Keil – darauf hingewirkt, das der damalige Präsident des ACO, Dr. Peter Christ, anlässlich der mehrtägigen Feier zu Ehren Reichs überhaupt reden durfte: wieder ein von den Verantwortlichen des Goethe Instituts als peinlich bewerteter Vortrag über den Alleinvertretungsanspruch, warum eigentlich in diesem feierlichen Rahmen? Christ wirkt heute viel entspannter, siehe „Room for Happiness“. Übrigens sind auch Mary Higgins und ihr designierter Nachfolger Kevin Hinchey oben angeführter Meinung.
Kleiner amüsanter Nachtrag zu ihrem Beitrag „Frankensteins Tochter“: die Absetzung der Dame hatte ganz und gar enge persönliche, keinesfalls sachliche Gründe.
Dr. Nicolas Internetauftritt ist übrigens sympathisch.
Anfang 2010 ist der Beginn der Planung für einen weiteren Dokumentationsfilm aus dem über 90- stündigen Materials der EU – Recherche und alten Materialien anvisiert; wir arbeiten an den letzten Szenen mit Brandauer Anfang Dezember. Kevin Hinchey – zusammen mit James Strick – wird einen Dokumentarfilm über Wilhelm Reichs Jahre in Amerika drehen.
Sie sehen, ich werde unterstütze Sie durchaus mit Informationen, weil ich zahlreiche der Beiträge für sehr informativ halte und NIEMAND ausgrenzen will.
Herzlichen Gruß aus Berlin.
Peter antwortete:
Lieber Herr Lassek,
nur gut, daß ich nicht die Zeit gefunden habe, Ihnen sofort zu antworten, denn ich hätte mich (mal wieder) zum Idioten gemacht. Ich war nämlich drauf und dran zu schreiben, daß ich auch in München war und daß ich bezeugen könne, daß keine Mikrophone abgestellt wurden und niemand herausgeführt wurde. „Ich bin schließlich dabei gewesen!!“ Nun habe ich gerade mit jemanden gesprochen, der ebenfalls in München war – und der Ihre Geschichte bestätigt. Da sieht man mal wieder, wie vorsichtig man mit „oral history“ sein muß, denn ich hätte selbst unter Folter bezeugt, daß nichts an Herrn Lasseks Geschichte dran ist.
Ich erwähne das auch, weil wir alle wirklich vorsichtig sein müssen, wenn wir „Geschichten“ austauschen. Der hat das über Baker erzählt, jener hat dies erlebt, er kann dies bezeugen und sie hat jenes gehört…
„Trotzdem“ glaube ich Ihnen, daß Dr. Cammarella sich homophob und, na ja, sagen wir mal „undifferenziert“ geäußert hat. Zweifellos alles keine Glanzleistung, zumal eine solche Konferenz ja Leute zusammenführen und nicht neue Gräben aufbrechen soll.
Das Problem der Ausgrenzung begleitet die Orgonomie von Anfang an. Schon zu Reichs Zeiten. Ich kann nur immer wieder auf ZEUGNISSE EINER FREUNDSCHAFT verweisen, wo dokumentiert ist, wie Reich, auf ziemlich ungeschickte Weise, diverse „Reichianer“ in ihre Schranken weisen wollte, insbesondere Paul Ritter.
Was ich noch unbedingt erwähnen muß: in Ihrem ersten Kommentar haben Sie Dr. Nicola erwähnt und daß Sie ihn „einbinden“ wollen. Dazu: Dr. Nicola hat nichts mit diesem Blog zu tun. Ich glaube, er hat ihn bisher überhaupt nur zweimal besucht und neulich hatte er ganz vergessen, daß er überhaupt existiert. Also: alles, was hier steht, hat allein meine Wenigkeit zu verantworten. Ich bin kein „Sprachrohr“ und niemandem verpflichtet.
Immer direkt an Dr. Nicola wenden. Seine private Emailadresse findet sich auf http://www.w-reich.de unter „Kontakt“.
Vielleicht schreibe ich demnächst einen Blogeintrag, in dem ich etwas tiefer auf die von Ihnen angeschnittenen Themen eingehe.
Was schließlich Ihre Filmprojekte angeht habe ich eine Heidenangst. Ich traue mich beispielsweise einfach nicht WER HAT ANGST VOR WILHELM REICH? anzuschauen. Ich habe Angst davor, wie schon unzählige Male zuvor enttäuscht zu werden.
Robert an Peter: Danke für die profunde Auskunft.
Was ist denn mit den Psychoanalytikern und RET/NLP-Therapeuten in den USA, die verschreiben doch auch nicht nur Pillen?
Gibt es noch andere orgonotische Schulen ähnlich wie das College, die sich etwa auf Chester Raphael oder Schwartzmann beziehen?
Peter:
Lieber Robert,
soweit ich es sagen kann, hat Raphael, wenn überhaupt, sozusagen nur „inoffiziell“ Ärzte ausgebildet. Ähnliches trifft sicherlich auf Blasband zu. Schwartzman hat sich erst vor wenigen Monaten, wenn nicht Wochen vom College getrennt. Es gibt in Italien und Skandinavien Leute, die sich auf Ola Raknes berufen. Dann gibt es die Schüler von Victor Sobey (dem Orgontherapeuten von Jerome Eden) in New York, meistens Psychologen. Und natürlich das Institute of Orgonomic Science, das sich 1982 vom College abgespalten hat. Es wird von Morton Herskowitz geleitet, dem letzten noch lebenden Schüler Reichs.
Manuel: Bei der Gelegenheit möchte ich mal das Buch „Emotionale Panzerung“ von Morton Herskowitz empfehlen, das ich sehr hilfreich fand. Zur Zeit sind einige gebrauchte Exemplare bei Amazon günstig zu haben.
Es enthält viele Fallbeispiele aus der (Arzt-)Praxis von Dr. Herskowitz und ist deshalb sehr anschaulich, wenn auch nicht besonders systematisch – kein Lehrbuch im klassischen Sinn – gibt es überhaupt eines über Orgontherapie… ich glaube nicht. Dr. Herskowitz praktiziert übrigens immer noch, mit über neunzig, in Philadelphia.
Und schließlich Robert: Das Buch von Herskowitz ist größtenteils online verfügbar
http://tinyurl.com/ygwnoaz
Robert: Meine bescheidene Meinung zu „Wer hat Angst vor Wilhelm Reich?“.
Zuerst die Freude, dass es einen Film zu diesem Sujet mal wieder gibt.
Dann das Gefühl der Langeweile und Verwirrtheit in der ersten Hälfte, die dann aber weiterem Interesse weicht.
Zwischendrin häufig die Enttäuschung über entstellende Fehler, zB das Foto von Reich und Elsa, wobei über die Ankunft in den USA gesprochen wird oder das Nachsprechen wie bei einer Tonaufnahme, wobei es nicht die Stimme von WR ist (also so etwas wie Täuschung).
Bei allen Nachteilen und Angebereien in diesem Film: es kann froh machen, dass der Film es bis in das österreichischen Fernsehen geschafft hat. Er ist weder grob entstellend noch vermittelt er ein absurdes Bild von WR.
Jonas: Ich wurde von WER HAT ANGST VOR WILHELM REICH eher positiv überrascht. Generell erwarte ich auch eher das Schlimmste von solchen Filmen, was sich in diesem Falle definitv als unnötig erwies.
Ich war durchaus beeindruckt, wie viele größtenteils richtige Informationen hier in kurzer Zeit vermittelt werden.
Meine Kritikpunkte wären:
-Einige kleinere Sachfehler, z.B. wird in mindestens einer Texttafel der Originaltext Reichs, soweit ich nicht selbst eine falsche Version kenne, sinnentstellend verändert (zitiert wird da ungefähr „Man muss die Atmosphäre in der Psychiatrie und Sexologie VON Freud kennen…“ anstatt „…VOR Freud…“, wodurch die Textpassage meines Erachtens ihren Sinn verliert, geht es doch gerade um die Abgrenzung von Freud gegenüber der damaligen Mainstream-Wissenschaft).
-Einige Interview-Partner bekommen für mein Empfinden etwas viel Redezeit zugestanden, insbesondere Frau Prof. Keil, deren Äußerungen ich als ziemlich wirr empfand. Von anderen, zum Beispiel von Herrn Lassek oder auch Herrn Hebenstreit, hätte ich gerne mehr gesehen.
-Die bekannten Schwierigkeiten mit der Interpration, Reich sei ein Opfer der McCarthy-Ära gewesen. Der Film behauptet dies zwar nicht expilzit, unterschlägt aber, dass die Angriffe gegen Reich in den USA auch und gerade von links kamen. Im Film erscheint es so, als seien es mal wieder die „bösen Konservativen“ gewesen. Zumindest wird dies von dem Archivmaterial nahegelegt, mit dem die Kampagne gegen Reich illustriert wird (nämlich einige heutzutage ziemlich lächerlich wirkende Ausschnitte aus „pro-amerikanischen“ Propagandafilmen der 50er).
-Schließlich auch die bereits angesproche „Inszenierung“ des Films, zum Beispiel wenn zum ORANUR-Experiment Archivmaterial aus den 50ern gezeigt wird, dass wohl sicher nicht das Original-Experiment zeigt, aber auf den uninformierten Laien so wirken könnte.
Ingesamt aber durchaus ein gelungener Film.
Klaus 2010: „Zuerst die Freude, dass es einen Film zu diesem Sujet mal wieder gibt.“
Diese Freude erlebe ich nicht. Der Name „Reich“ und vor allem der Name „Orgon“ stehen aufgrund ihrer Verwendungen in der Eso-Szene längst für Mist. Daran ist durch ‚Aufklärung‘ über die ursprünglichen Arbeiten über die betreffenden Phänomene wohl nichts mehr zu ändern. Ich setze eher darauf, diese Phänomene – als physikalische, biologische und therapeutisch nutzbare – künftig möglichst ohne Bezugnahme auf jene Namen zu erforschen. Je mehr „Dr.“ vor dem Namen „Reich“ steht und je mehr Filme über den ach so großen einsamen genialen Mann gemacht werden, desto mehr erinnert einen diese Darstellungsweise an die abgeschmackte Art und Weise, in der etliche andere Leute als geniale und verkannte Entdecker verkauft werden. (Nebenbei: In Fachpublikationen würde man sich damit lächerlich machen, dauernd „Dr. Albert Einstein“ zu schreiben.)
O. 2014: Statt dass der Berliner Pulsationstheoretiker Heiko Lassek nach Amerika gefahren wäre und im ACO Therapie und eine Ausbildung gemacht hätte, gibt er an, dass er 1995 Blasband kennen gelernt hat (was ich bestätigen kann) und er nach seiner Vorstellung sein geschätzter Freund über 25 Jahre gewesen sei, der nachdem er Lassek kennen lernte schon nicht mehr Präsident des ACO war.
Lassek braucht diese ganzen „mein bester Freund“ Geschichten um die ersehnte Nähe zu Reich zu konstruieren und als „Orgontherapeut“ eine Anerkennung sich zu erschleichen, obwohl er keine Ausbildung oder bekannte Therapie auf dem Gebiet gemacht hatte. Er hätte die Zeit und das Geld gehabt, also warum hat er es nicht gemacht?
Vielleicht, weil er es nicht gebraucht hat, denn post mortem werden ihn seine Nachfolger (nicht Freunde) zum „verstorbenen Berliner Orgontherapeuten“ küren. Wie gut waren da noch die Zeiten, wo er sich energetischer Mediziner oder Vegeto/Orgontherapeut nannte.
David 2009: Im letzten Satz wird besonders deutlich, wie bei den „Reichianern“ „Panzerung“ einen ganz bestimmten Sinn bekommt. Es geht um den Kampf gegen die „Erstarrung“ der lebendigen Arbeit im „Kapital“, um den Kampf gegen das „System“!
Erstarrung – das haben wir am meisten in Systemen, welche auf dem Marxismus-Leninismus beruhen, wie z.B. noch heute in Kuba und Nordkorea. Überwunden wurden diese in Europa auf der Grundlage der Religion sowie dadurch, dass in einem Land, wo der Volkscharackter besonders freiheitsorientiert ist sich in den Achtziger Jahren eine Unabhängige Gewerkschaft gebildet hat: Polen.
Weniger Erstarrung, mehr Mitbestimmung der Arbeiter und Bauern gab es in Tito’s System in Jugoslawien. Dieses System war weniger zentral und planwirtschaftlich, war somit dem Kapitalismus ähnlicher, aber ähnlicher auch dem was die Arbeiterbewegung ursprünglich erreichen wollte, als Stalins System.
Über die langfristig mögliche Weiterentwicklung des „Titoismus“ verbietet sich jegliche Spekulation, da das System dort zerbrach: Infolge dessen dass die Leute ethnisch reine Gebiete wollten oder, wie in diesem Blog schon einmal vermutet, infolge russischer Verdeckter Operationen.
Was haben Jugoslawien, Polen und Kuba gemeinsam? Die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft gab es dort nicht (nur in Polen wurde sie begonnen, aber bald abgebrochen, wenn ich mich nicht irre).
Peter: Dazu der köstliche Kommentar der heutigen Stalinisten:
Unter der Phrase der »Selbstverwaltung« der Betriebe wurde die Erstellung eines verbindlichen, im Interesse der Arbeiterklasse liegenden zentralen Wirtschaftsplans verhindert, und die Preise wurden weitgehend freigegeben. Damit standen die Betriebe, wenngleich staatlich, in Konkurrenz zueinander, und die Betriebsleiter konnten weitgehend schalten und walten, wie sie wollten, da die angebliche demokratische Kontrolle durch die Belegschaften auf dem Papier stehen blieb. Mit der »Selbstverwaltung« wurden sozialistische Ansätze liquidiert, wurde der Aufbau des Sozialismus verhindert. (Hervorhebungen PN)
http://www.kommunisten-online.de/Kommunisten/titoismus.htm
Es geht nicht darum, daß das jugoslawische Modell wirklich eine Farce war, sondern um den unüberwindlichen Gegensatz „Selbstbestimmung vs. Sozialismus“. Franz-Josef Strauß hatte ja so Recht: FEIHEIT ODER SOZIALISMUS!
Manuel: Ich würde das nicht als köstlich bezeichnen. Ich lache gerne und viel, aber das ist wirklich nicht lustig…sondern sehr, sehr traurig – aber diese Textstelle ist sicher gut geeignet, um manchen die „blauen“ Augen zu öffnen…
Robert: Zu Luigi De Marchi wäre noch zu sagen, dass er 1984 (dt. 1988, Der Urschock) ein Buch veröffentlichte, wo er die These aufstellte, die Geschichte der Menschen würde aus der „Angst vor dem Tod, sie zu verdrängen und sich in Illusionen des Heils und des ewigen Lebens zu flüchten, bestimmt“ (Cover, Rückseite). Zu Reich schreibt er: „Und nicht ohne Grund entwickelt Reich (…) in den letzten Lebensjahren Phantasien einer übermenschlichen Herkunft. (…) So werden auch bei Reich (…) die ruinösen und entstellenden Auswirkungen der Verdrängung der Todesangst mit seltener Deutlichkeit sichtbar; nicht nur wegen des unkritischen Festhaltens an einem einfachen heilsgeschichtlichen Mythos vom universellen Glück a la Naturalismus, sondern auch aufgrund der messianisch-paranoiden Verzerrung der ganzen Persönlichkeit. (…) Die Überlegung scheint plausibel, daß gerade bei Reich diese Verdrängung (…) so stark war, dass sie ihrerseits die dem naturalistischen Millennarismus ohnehin innewohnenden paranoiden Momente verstärkte.“ (S. 148)
Dazu Peter:
Ich habe das Buch besprochen. http://www.orgonomie.net/hdobespr1.htm#6.
Robert 2014: „Die Geschichte der „Reichianischen Bewegung“ in Europa zwischen den 1950er und 80er Jahren läßt sich in etwa wie folgt grob (sehr grob, aber nicht entstellend) zusammenfassen: Paul Ritter – David Boadella – Luigi de Marchi – Federico Navarro – Roger Dadoun und Gérard Ponthieu – Heiko Lassek und Bernd Senf.“
Was ist eigentlich mit den Freudomarxisten der Marxistisch-Reichianischen Initiative um Fritz Erik Hoevels?
Deren Schriften findet man in
O. 2011: Zu erwähnen wäre hier noch die Fickgesellschaft ZEGG bei Belzig/Brandenburg, die sich auf Reichs angeblich „freie Liebe“ mit ständig wechselnden Partnern bezieht, ohne ihn verstanden zu haben.
Robert 2015: Zum ZEGG hier ein Film (im letzten Drittel)
O. 2014: Solche irrigen Verdrehungen der Reichschen Funktion des Orgasmus hin zu einem irgendwie „Lebendigen“, dem Hebenstreitschen Unverständnis des Orgasmus als „S-L-Formel“ von 1995 bis hin zur Darstellung als banaler Cosmic Superimposition – einer Überlagerungsfunktion (statt Sexualität) – oder einer Pulsationsfunktion sind wichtig zu benennen, und geschehen sie zufällig? Nein, sie liegen in einer Tradition von „Reichianern“, die das Wesentliche sich weigern wollen zu begreifen und einem (anderen) Paradigma folgen. Eben deshalb sind sie keine Orgontherapeuten, da IHRE ORGON-Theorie ein paradigmatisches Kunstprodukt (a la Hellmann) ist, eine Pulsationstheorie vom „Orgon“, dass sie nicht spüren, nicht greifen oder kognitiv erfassen können, dem sie die physikalische Existenz absprechen und sie nur als Oranurbombe noch wahrzunehmen imstande sind. Der Orgasmus wird zum Kastratenprodukt „lebendigen Pulsierens“ als Meditationserfahrung in einem Rosenkranz-Akkumulator, der per definitionem immun gegen Oranur sei, weil dieses nicht gespürt und erfahren werden kann.
Zur Erinnerung: Schon Ritter hatte eine „Orgonomic Functionalism“ Zeitschrift herausgegeben, die gegen Reichs Willen den Anspruch der Orgonomy verwässerte. Und Boadella setzte dies fort – Reich als verrückt bezeichnend in seiner Biographie – was in die EABP und DGK mündete, und von „Körperpsychotherapeuten“ fortgesetzt wird und ganz zu schweigen von der WRG.
Von außen betrachtet sieht natürlich alles so schön bunt und unabhängig aus, jeder erscheint individuell nur Reichs Interesse vertreten zu wollen, wie straff dieses Netzwerk organisiert ist, fällt erst auf dem zweiten Blick auf. Nur ein neuer Reich Schüler wird hier den Überblick verlieren, da die Spreu vom Weizen nicht zu trennen zu sein scheint.
Robert: „oder durch gleichgeschlechtliche Partner – wie bei der Homosexualität.“
Na, dann mal los…
Peter: Alternative Erotik!
Körper und Seele
25. Juni 2016In Die Funktion des Orgasmus (Teil 2) habe ich mich bereits mit dem Psychologieprofessor Stuart Brody (University of the West of Scotland) beschäftigt, der in jeder Beziehung Reichs sexualökonomische Forschung bestätigt.
Bereits 2008 hatte Brody festgestellt, daß Frauen mit einem fließenden und energischen Gang größere Chancen auf einen vaginalen Orgasmus haben als jene mit einem stark beckenlastigen, behäbigen Gang. Beckenpanzerung!
Ähnliches verraten sinnliche bzw. „unsinnliche“ Lippen. Demnach treten vaginale Orgasmen häufiger und zügiger bei Frauen mit einem ausgeprägten Lippenherz auf, als bei jenen, die eine eher dünne Oberlippe haben. Dabei ist der knubbelartige Bereich unter dem Lippenherzbogen ausschlaggebend. Ist dieser recht ausgeprägt, entspricht dies einer verbesserten Fähigkeit einen vaginalen Orgasmus zu erreichen.
Was der Körper einer Frau zwischen Kopf und Becken über ihren Charakter aussagt, siehe Die Panzersegmente (Teil 3): Der Brustpanzer.
Instinktiv wissen die Menschen natürlich von diesen Zusammenhängen. Entsprechend sind das Aufspritzen der Lippen und das Aufpolstern der Busen ein verzweifelter Versuch, Lebendigkeit und Lustfähigkeit wiederherzustellen. Tatsächlich sind die angeblichen „Schönheitsoperationen“ nichts anderes als ein extrem mechanistischer Ersatz für eine Orgontherapie!
Der Mensch tut alles, läßt sich sogar verstümmeln, nur um nicht die Angst zu spüren, die in seiner muskulären Panzerung gebunden ist. Reich hat beschrieben, wie bei der Freilegung der Energie in der Orgontherapie die Lockerung der Panzerung von Angst gefolgt wird, die in zunehmend lustvollen Klonismen ausläuft, die letztendlich zu orgastischen Sensationen im Genitalapparat führen (Der Krebs, Fischer TB, S. 348).
Die innige Beziehung zwischen „Äußerlichkeiten“ und dem Innersten des Menschen zeigt sich auch an so etwas simplen wie der Körperlänge.
Jane Green, University of Oxford, et al. haben die Daten von mehr als 1,3 Millionen Frauen mittleren Alters ausgewertet, die über ein Jahrzehnt hinweg beobachtet wurden. In dieser Zeit traten 97 000 Krebsfälle auf. Nachdem man alle anderen Risikofaktoren heraus rechnete, ergab sich, daß das Krebsrisiko pro 10 Zentimeter mehr Körpergröße um 16 Prozent steigt.
Bemerkenswerterweise gilt dies für die unterschiedlichsten Arten von Krebs, sagt also etwas über „den Krebs an sich aus“, – den es für die moderne Medizin zunehmend gar nicht mehr gibt.
Der mechanistische Erklärungsversuch:
Entweder gibt es bestimmte Umweltfaktoren oder genetische Besonderheiten, die sowohl das Wachstum als auch das Krebsrisiko beeinflussen. Oder die größere Anzahl von Zellen, die in einem großen Körper vorhanden sind, erhöht per se die Wahrscheinlichkeit, daß es zu Entartungen kommt. In jedem Fall könnte der Größeneffekt laut den Forschern zumindest zum Teil erklären, warum es in unterschiedlichen Ländern verschiedene Krebsraten gibt – und warum die Anzahl von Krebserkrankungen seit Jahren stetig zunimmt, denn auch die Durchschnittsgröße steigt kontinuierlich an.
Zunächst einmal hat Reich in Der Krebs ebenfalls die Behauptung aufgestellt, daß die Anzahl der Biopathien, insbesondere aber die der Krebserkrankungen steigt. Reich:
Es wird in der Literatur der Krebsstatistik behautet, daß das Anwachsen der Zahl der Todesfälle infolge Krebses in den letzten Jahrzenten der besseren Diagnostik am Lebenden und an Leichen zuzuschreiben ist; daß also das Anwachsen der Todesziffern ein Artefakt ist. (ebd., S. 407f)
Die mechanistische Wissenschaft müsse das sagen, „um an der rein erblichen Natur des Krebses (festhalten zu können)“ (ebd., S. 408).
Wir sehen anhand der obigen aktuellen Meldung, daß aus heutiger Sicht das Anwachsen des Krebsrisikos kein Artefakt ist. Die mechanistische Wissenschaft kann das heute einräumen, weil sie gleich eine naheliegende genetische Erklärung zur Hand hat: mehr Zellen bedeutet, daß mehr Zellen genetisch entarten, d.h. sich zu Kondensationskernen von Krebstumoren entwickeln können. Und da in den industrialisierten Ländern die Menschen von Generation zu Generation immer größer werden, wachse dort das Krebsrisiko, während es in den unterentwickelten Ländern, wo dieses Längenwachstum nicht in diesem Ausmaß auftritt, in etwa gleich bleibt.
Für Reich ist Krebs eine Art „Enttäuschungsreaktion auf Zellebene“. Große Erwartungen, d.h. ein entsprechend mobilisiertes Energiesystem, führen zu entsprechend verheerenden Enttäuschungsreaktionen; eine bioenergetische Reaktion, die bis auf die Zellebene zurückwirkt. Wir alle wissen aus eigener Anschauung, wie es „bis ins Mark geht“, wenn große Erwartungen brutal enttäuscht werden. „Bremsen bei voller fahrt!“
Und warum breitet sich dann die Krebserkrankung immer weiter aus? Reich:
Menschen, die durch die Veränderung der Sitten zur Bewußtheit ihrer sexuellen Bedürftigkeit kommen, denen aber die Mittel und Wege fehlen, der sexuellen Energie den natürlichen Ablauf durch volle natürliche Befriedigung zu geben, müssen notwendigerweise zerrissen werden, müssen biopathisch erkranken (…). (ebd., S. 412)
Die Lebendigkeit der Menschen bliebe, so Reich weiter, immer mehr hinter ihren Ansprüchen zurück, was zu immer weiter steigender sexueller Frustration führt.
Parallel zu der von Reich beschriebenen sexualökonomischen Entwicklung wurden die Menschen auch immer größer. Anthropologen fanden anhand von Knochensammlungen heraus, daß es immer wieder Zeiten mit regelrechten Wachstumsschüben gegeben hat. Seit Ende des 19. Jahrhunderts, als die Industrialisierung begann, sind wir größer geworden als jemals zuvor. Die Ursachen dafür sehen sie in den optimalen Umweltbedingungen. Wir haben ausreichend Nährstoffe und Nahrung zur Verfügung. Aber auch die sonstigen Bedingungen, wie ein hoher Standard an Hygiene, sind sehr gut.
Der Wirtschaftshistoriker Marco Sunder (Universität Leipzig) weist darauf hin, daß es, was die Körpergröße betrifft, im Laufe der Jahrhunderte entscheidend war, in welcher Familie man geboren wurde. So haben soziale Unterschiede im vergangenen Jahrhundert eine sehr große Rolle gespielt. Gleichaltrige Schüler, die auf Schulen für Arme gingen, waren oft 20 cm kürzer als diejenigen, die Schulen für Adlige besuchten. Auch heute sind solche Unterschiede, je nach sozialer Schicht, erkennbar. Allerdings beträgt der Unterschied nur noch zwei bis drei Zentimeter.
Und was hat eine Zunahme der Körpergröße direkt mit einer Zunahme des Krebsrisikos zu tun? Aus bioenergetischer Sicht ist Krebs gleichbedeutend mit einem Hang zur Anorgonie.
In der Anorgononie ist weniger biologische Energie frei und tätig; die träge Masse des Organismus wird im Verhältnis zur tätigen Energie, die den Körper zu bewegen hat, größer, also schwerer. (Der Krebs, S. 400)
Offenbar, so können wir angesichts der neuen Daten spekulieren, „hinkt die organismische Orgonenergie der hypertrophierenden Masse hinterher“.
Interessanterweise haben große Menschen ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Herz-Kreislauferkrankungen sind in vieler Hinsicht das Gegenteil der Krebs-Schrumpfungsbiopathie, nämlich eine „Stauungsbiopathie“. „Zu viel Energie für die zu kleine Masse.“
Weitere Ausführungen würden vollends in Spekulation abgleiten, weshalb ich es mit folgender Aufstellung bewenden lassen will:
Michael Haselhuhn und Elaine Wong (University of Wisconsin in Milwaukee), haben in zwei Studien gezeigt, daß je breiter ein Männergesicht im Verhältnis zur Höhe ist, es desto wahrscheinlicher ist, daß Männer lügen und betrügen. Das gilt nur für Männer, bei Frauen ist die Gesichtsform in keinster Weise mit dem Hang zum Betrug verbunden.
Ein breites Gesicht ist [bei Männern] ein klares Indiz dafür, daß sein Besitzer zum Mogeln und zum Betrügen neigt. Damit sei zum allerersten Mal eine Verbindung zwischen unethischem Verhalten und einem genetisch festgelegten körperlichen Merkmal nachgewiesen worden, jubeln Haselhuhn und Wong. Vermittelt werde diese Verbindung ganz offensichtlich durch das persönliche Machtgefühl. Das mache auch aus Sicht der Evolution Sinn: Wäre das breite Gesicht lediglich ein Indikator für einen Hang zum Lügen, dürfte es seinen Trägern in der Vergangenheit ausschließlich Nachteile gebracht haben und müßte mittlerweile völlig verschwunden sein. Ist es jedoch gleichzeitig ein Anzeichen für positiv gewertete Qualitäten, könnte das den negativen Effekt aufgehoben haben. Genau das sei hier der Fall: Macht beziehungsweise das Gefühl von Macht bringe auch Optimismus, zielgerichtetes Verhalten und Führungsqualitäten mit sich.
Mir fällt dazu das Kindchenschema ein, das ich an anderer Stelle versucht habe orgonenergetisch zu erklären. Das hier weiterzuspinnen würde sich jedoch in Spekulationen verlieren.
1980 hat mich meine damalige Freundin zu einer „charakterkundlichen“ Vorlesungsreihe mitgeschleppt. Im Anschluß an Johann Caspar Lavater (der heute vor allem durch seine Beziehung zu Goethe bekannt ist) ging es darum, aus der Schädelform und den Gesichtszügen den Charakter zu lesen. Entsetzt saß ich da im altertümlichen Vorlesungssaal, den der Veranstalter von der Hamburger Universität angemietet hatte, und fühlte mich um 40 Jahre in die Vergangenheit versetzt. Ich ärgerte meine Freundin, indem ich sie als „Ernährungstyp“ charakterisierte und sie mich: ich sei vom Typus des „genialen Verbrechers“ (hohe Stirn mit unausgewogenen Gesichtszügen).
Merkwürdigerweise sahen fast durchweg alle Schachgroßmeister, Teilchenphysiker, Mathematikprofessoren, etc., denen ich im Leben begegnet bin, ausgesprochen „unintelligent“ aus.
Weniger witzig war, daß dieses System auch auf „Rassen“ angewendet wurde, wobei die „weiße Rasse“ als „vergeistigt“ galt, die „schwarze Rasse“ als „animalisch“.
Bereits Reich mußte sich bei seiner Formulierung der Charakteranalyse mit derartigen Vorstellungen herumschlagen, insbesondere mit der Charakterkunde von Ludwig Klages (Charakteranalyse, Fischer TB, S. 198).
Das ganze läuft darauf hinaus, daß der Mensch aus drei Schichten aufgebaut ist: bioenergetischer Kern, Mittlere Schicht und soziale Fassade.
Diese drei Schichten entsprechen der angeborenen Natur des Menschen (ich habe beispielsweise das aufbrausende Temperament meiner Mutter geerbt), sein Charakter, d.h. die Art und Weise, wie er sich im Leben durchsetzt und schließlich seine Persönlichkeit, mit der er sich mehr oder weniger willentlich der Umwelt präsentiert (beispielsweise: „Immer nur lächeln, auch wenn einem zum Weinen zumute ist!“).
„Charakterologen“, wie Klages, werfen diese drei Bereiche wild durcheinander. Dergestalt ist „Charakterkunde“ ein Beispiel für die Emotionelle Pest. Der Charakter zeigt, wie man mit dem „angeborenen Material“ umgeht. Meist ist dies kontraproduktiv, läßt sich aber in einer Orgontherapie weitgehend verändern.
Die Charakteranalyse der Menschheit (Teil 1)
11. Mai 2016Shinobu Kitayama und Jinkyung Na (University of Michigan) konnten zeigen, daß die unterschiedliche Reaktionsweise von unterschiedlichen Ethnien, hier europäisch-stämmige gegen asiatisch-stämmige Amerikaner, nicht auf bloßen angelernten psychologischen Einstellungen beruhen, sondern im Gehirn sozusagen „fest verdrahtet“, d.h. zu „Biologie“ geworden sind. In orgonomischer Begrifflichkeit handelt es sich um (charakter-) strukturelle Unterschiede.
Konkret ging es um unterschiedliche Reaktionsweisen, die etwas über die Persönlichkeit aussagen (zuvorkommend, feige, egoistisch, etc.). Während Asiaten davon ausgehen, daß diese Verhaltensweisen aus Angst vor gesellschaftlichen Sanktionen erfolgen, und deshalb nichts über den intrinsischen Charakter der jeweiligen Person aussagen, gehen Europäer davon aus, daß diese Handlungsweisen das „Wesen“ der Person zum Ausdruck bringen.
In Die Panzersegmente (Teil 1): Der Augenpanzer habe ich ähnliche Experimente diskutiert, in denen es darum ging, daß Asiaten eher auf die Augen schauen, Europäer eher auf den Mund, um den Gefühlszustand des Gegenübers abzuschätzen.
Wichtig ist zunächst nur eins: daß sich Kulturen in der biophysischen Struktur ihrer Mitglieder verankern, daß es also nicht nur um bloße Psychologie („Angelerntes“) geht, sondern um eine Prägung, die Teil der biophysischen Struktur geworden ist.
Konkret wurde den beiden Probandengruppen ein Film vorgespielt, in der eine Person sich beispielsweise ängstlich verhielt oder mutig verhielt. Danach wurde ihnen ein Photo mit dem Gesicht der betreffenden Person gezeigt und unmittelbar darauf Persönlichkeitszüge, die dem Verhalten der Person diametral widersprachen. Die Gehirnaktivität der Europäer zeigte in Bruchteilen einer Sekunde „Überraschung“ angesichts des Widerspruchs an, während diese Hirnsignale bei den Asiaten ausblieben. Die Europäer hatten also vom gezeigten Verhalten unmittelbar auf die Persönlichkeit geschlossen, während die Asiaten keinerlei Zusammenhang sahen, bzw. es kam ihnen gar nicht erst in den Sinn, daß hier überhaupt auch nur entfernt ein Widerspruch vorliegen könnte.
Diese Forschungsergebnisse zeigen, daß Asiaten eher eine Struktur haben, die auf das Kollektiv bezogen ist. Soziale Kontrolle durch Scham („Gesichtsverlust“): man tut, was von einem erwartet wird – und verhält sich ganz anders, wenn niemand hinschaut. Während Europäer sich selbst kontrollieren und dies auch von anderen erwarten. Kontrolle durch „Gewissensbildung“. Zwei vollkommen unterschiedliche Arten von Menschentieren.
Kurz zusammengefaßt kann man sagen, daß die „Weißen“ individualistisch und in ihrer Beziehung zu anderen berechnend eingestellt sind, die „Gelben“ kollektivistisch und mitfühlend.
Dieser Unterschied zeigt sich auch darin, wie wir uns gegen die ultimative Bedrohung, den Tod verteidigen. Dies konnten die beiden Psychologen Christine Ma-Kellams und Jim Blascovich von der University of California, Santa Barbara zeigen. Während westlich geprägte Menschen das unabhängige, individuelle Selbst hochhalten, nutzen Asiaten angesichts des Todes das Gefühl von Gemeinschaft und Gruppenzugehörigkeit als Angstpuffer. Das zeigt sich daran, daß die ersteren im Bewußtsein der eigenen Sterblichkeit Personen stärker ausgrenzen, die sie nicht zur eigenen Gruppe gehörig empfinden, etwa weil sie ihre Überzeugungen verletzen. Sie konzentrieren sich also auf die Kerngruppe und werden auch gegenüber unschuldigen Opfern „engherziger“. Die eigenen Reihen werden fest geschlossen („Kontraktion“). Östlich geprägte Menschen sehen in Anbetracht ihrer eigenen Sterblichkeit über unerwünschtes Verhalten anderer hinweg, weiten ihre sozialen Bindungen aus und werden entsprechend „weitherziger“ („Expansion“).
Zunächst einmal ist interessant, wie der Kommunismus diese beiden emotionalen Grundstrukturen verändert hat: in Osteuropa wurden die Menschen „kollektivistischer“ und „solidarischer“, während sie in Rotchina unter dem Diktat des „Klassenkampfes“ (der sich bekanntlich auf dem Weg zum Kommunismus immer weiter verschärft: Säuberungen, Kulturrevolution, etc.) auf eine für die übrigen Asiaten erschreckende Weise ruppig und unsolidarisch geworden sind. Mit dem letzteren Phänomen habe ich mich in Die „progressive“ Zerstörung des Lebendigen und der Arbeitsdemokratie beschäftigt.
Kommunisten haben nur ein Ziel: Macht um der Macht willen. Entsprechend werden die Grundlagen der Gesellschaft, letztendlich die bioenergetische Pulsation, zerstört. Im Westen war das selbständige Individuum, das die Tendenz hat andere auszuschließen, Ziel dieser Zerstörung, im Osten der „mitmenschliche Mensch“, der im Zweifelsfall für „die anderen“ offen war. Beide Einstellungen untergraben den „Klassenkampf“!
Was der Kommunismus letztendlich zerstören will, ist die bioenergetische Struktur des Menschen, die sich in zwei Energiesystemen manifestiert: erstens das orgonotische System und zweites das energetische Orgonom.
Das erstere konzentriert sich im Oberbauch, im Solar plexus, und bestimmt unsere „selbstsüchtigen“ Emotionen: alles geht vom bioenergetischen Zentrum nach außen (Lust, Wut, Sehnsucht) oder nach innen (Angst, Trauer). Bleibt dabei aber stets im bioenergetischen Kern zentriert. Alles ist auf diesen bioenergetischen Kern bezogen. Die „emotionale Egozentrik“ des Westens.
Das zweite Energiesystem entspricht unserer Sensorik („Sensation“) und der koordinierten motorischen Antwort. Dieses System kennt als „Schnittstelle zwischen Außen und Innen“ keine wie auch immer geartete „Egozentrik“. Es ist archetypisch im Ameisenhaufen verkörpert, wo das Individuum nichts, das Kollektiv alles ist.
Im Westen ist das erste System mehr betont, im Osten das zweite. In einer idealen Gesellschaft wären beide Systeme ungefähr gleich stark bzw. würde die Betonung je nach Situation wechseln. Die Menschen wären nicht „festgefahren“ auf immer den gleichen Reaktionstyp.
Eine zukünftige ideale Arbeitsdemokratie (das diametrale Gegenteil des Klassenkampfs) könnte man geradezu so definieren, daß die Menschen weder ausgesprochen individualistisch, noch ausgesprochen kollektivistisch wären.
Gegenwärtig sieht es so aus, als würde im Westen der Mensch zunehmend von seinen Sensationen bestimmt werden, während es im Osten umgekehrt immer mehr die Emotionen sind. Aber dies ist kein Weg zu einer „Harmonisierung“, sondern ganz im Gegenteil wird die ohnehin gestörte bioenergetische Pulsation nur noch mehr durcheinandergebracht. Es ist ungefähr so, als würde man einem Amphetaminjunkie Beruhigungsmittel geben. Statt eines energetischen Ausgleichs kommt es zu einem endgültigen Zusammenbruch der Pulsation. Wir haben dann den ständig egoistisch „Solidarität“ einfordernden „Ossi“ und den oben erwähnten heutigen Rotchinesen vor uns, den sowohl die übrigen Asiaten als auch die Westler einfach nur entsetzlich finden.
Die Lösung kann nur in der Auflösung der Panzerung liegen. Die gelingt aber nur, wenn sich die westlichen und östlichen Menschen ihren jeweiligen Ängsten stellen und lernen sie auszuhalten. Der westliche Mensch muß lernen sich seinen Mitmenschen mehr zu öffnen, der östliche Mensch muß lernen mehr Eigenverantwortung zu tragen. Kurz, beide müssen jeweils arbeitsdemokratischer werden.
Die vordringlichste Aufgabe aber wird es sein, „kommunistischen“ Menschenexperimenten jedweder Art ein für allemal Einhalt zu gebieten. Kommunisten sind die gesellschaftliche Entsprechung von quacksalberischen „Körpertherapeuten“, die statt die gesunde Pulsation zu fördern sie immer weiter untergraben. Reich hat das (auf dem Entwicklungsstand des damaligen Orgonomischen Funktionalismus) in Die Massenpsychologie des Faschismus und Die sexuelle Revolution am Beispiel der Sowjetunion im Detail ausgeführt.
Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 4.b.
14. März 2016Was ist Orgontherapie? (Teil 2)
14. Juli 2015Die Augen sind Spiegel der Seele, da sie Teil des Gehirns sind. Im ungepanzerten Zustand sind sie frei beweglich, lebendig, strahlend und „offen“. Sie stehen weder vor, noch sind sie eingesunken und die Haut in ihrer Umgebung hat eine gesunde Farbe.
Von der subjektiven Seite her kann man sagen, daß, während etwa Mystiker in einer zweidimensionalen Welt leben, ein ungepanzertes okulares Segment durch eine dreidimensionale Tiefenwahrnehmung gekennzeichnet ist (beidäugiges Sehen). Sind die unteren Segmente ebenfalls frei von Panzerung, erstreckt sich dieses „dreidimensionale Gefühl“ auf den gesamten Körper. Der Mensch fühlt sich wirklich in der Welt und nicht als bloßen „in die Welt geworfenen“ „Teilnehmer“, dem aus dem „Jenseits“ Botschaften zugehen („Entfremdung“).
Störungen in der oralen Entwicklung können sich in Erkrankungen wie Depression und Eßstörungen niederschlagen (Der Krebs, Fischer TB, S. 385).
Das gesunde orale Segment zeigt sich darin, daß man fähig ist Grimassen zu schneiden und kraftvoll zubeißen kann. Was Reich in dieser Hinsicht betrifft schreibt sein Mitarbeiter und Biograph Myron Sharaf:
Ich erinnere mich noch lebhaft der Genauigkeit, der Subtilität und der Scharfsinnigkeit von Reichs Nachahmungen. (Fury on Earth, S. 181)
Sein Freund Alexander Neill erinnert sich:
Ich habe nie wieder einen solch entspannten Menschen gekannt. Wenn ich sein Kinn berührte, ging es auf und zu wie ein geölter Kopferdeckel. Sein Körper war immer entspannt. (z.n. Ilse Ollendorff: Wilhelm Reich, München 1975, S. 8 )
Darüber hinaus zeigt sich die Entspanntheit des Mund- und Rachenbereichs in einer ausdrucksvollen Stimme. Eine biopathische Störung in diesem Bereich ist z.B. die spastische Dysphonie.
Ein gesundes Halssegment zeichnet sich durch einen frei beweglichen Hals aus. Bewegungen, die insbesondere bei Frauen Schönheit und Eleganz vermitteln – im Gegensatz zur „Halsstarrigkeit“.
Das Hauptkennzeichen einer Brustpanzerung ist die chronische Einatmungshaltung. Das dient sowohl der Einschränkung der Energieversorgung des Organismus, als auch der unmittelbaren Kontrolle der Emotionen. Deshalb ist die „Atemsperre“ der Grundmechanismus, mit dem die Neurose aufrechterhalten wird.
Es gibt drei Hauptmechanismen der Atemsperre: neben dem angespannten, aufgerichteten, unbeweglichen Brustkorb in erster Linie das angespannte und unbewegliche Zwerchfell, sowie, weniger wichtig, eine chronisch zusammengezogene Bauchmuskulatur.
Die traditionellen Atemübungen dienen dazu, die organismische Energie und die Emotionen, insbesondere Angst, einzudämmen. Im Gegensatz dazu will die Orgontherapie sie freisetzen. Zur Auflösung dieser Atemsperre werden deshalb keinerlei „Atemübungen” benutzt. Der Patient muß Angst und Spontanität ertragen lernen.
Der „Zwerchfellspasmus“ bildet Reich zufolge „das Zentrum der biopathischen Bewegungsstörung und der Sexualabwehr (…) schlechthin“ (Der Krebs, S. 209f). Das Zwerchfell ist ein sehr starker Muskel, mit dessen Hilfe wir uns selbst förmlich „abwürgen“. Den Zwerchfellblock kann man beispielsweise an einer Exspiration erkennen, bei der sich der Bauch vorwölbt. Ein anderes Beispiel ist die Lordose.
Das Zwerchfellsegment ist eines der Hauptgebiete für psychosomatische Erkrankungen. Elsworth F. Baker berichtet:
Ich habe einen Fall mit Symptomen erlebt, die typisch für eine Erkrankung der Gallenblase waren, einschließlich schmerzhafter Verstopfung, Empfindlichkeit und Krämpfe in der rechten oberen Bauchregion (Hypochondrium), Verdauungsstörungen, Völlegefühl im Überbauch, Blähungen und Gelbsucht; der ganze Symptomkomplex wurde durch Massage des Magenausgangs vollständig behoben. Als der Pylororuskrampf nachließ, konnte man ein Gurgeln hören, und die Symptome verschwanden. Ich nehme an, daß der Krampf auch den Sphinkter Oddi mitumfaßte und so den Gallenfluß behinderte und die Gelbsucht hervorrief. Zu dem Zeitpunkt, als der Verkrampfung sich löste, äußerte die Patientin auch viel Bitterkeit, die sie ihrem Mann gegenüber empfand. (Der Mensch in der Falle, München 1980, S. 291f)
Reich ist auf den Orgasmusreflex zuerst beim Lösen des Zwerchfellsegments gestoßen und zwar durch das Provozieren von Erbrechen (wobei der Atem nicht angehalten werden darf). Interessant ist, daß der physiologisch so grundlegende Brechreflex bei so überaus vielen Menschen nicht funktioniert, bzw. nicht künstlich provozierbar ist und daß die moderne Medizin das Ausbleiben dieses grundlegenden Reflexes nicht als schwerwiegendes Krankheitszeichen wertet.
Die Bauchspannung ist eine „Widerstandsspannung“, die von vorne den Solar plexus schützen soll. Neurotiker reagieren extrem empfindlich, wenn nach dem Ausatmen knapp unterhalb des Brustbeins mit einem Finger Druck ausgeübt wird. Verhältnismäßig ungepanzerte Menschen, insbesondere Kinder, können im oberen Bauchbereich qualvolle Angstzustände empfinden. Die Atemsperre dient dazu, diese Angstquelle einzudämmen. Wie gesagt: der Patient muß lernen, diese Art von Angst zu ertragen.
Nachdem wir uns mit der Charakteranalyse und den sechs ersten „Panzersegmenten“ beschäftigt haben, kommen wir nun zum Kern der Orgontherapie: im Kern ist sie „Orgasmotherapie“, d.h. eine Therapie, die die orgastische Potenz als Ziel hat.
Zunächst ist zu sagen, daß entgegen dem gängigen Bild von den „sexbesessenen Anhängern Wilhelm Reichs“ in der Orgontherapie so gut wie nie von Sexualität die Rede ist. Es ist ziemlich genau wie beim Flirten: beide Parteien und ihre gesamte Umwelt wissen genau, worauf das ganze letztendlich hinausläuft, aber „es“ ist nie Thema.
Ziel der Therapie ist die Freilegung des bereits erwähnten „Orgasmusreflexes”: die unwillkürliche Kontraktion und Expansion des Organismus, die bei orgastisch potenten Menschen insbesondere während des sexuellen Höhepunkts in Erscheinung tritt. Andeutungsweise tritt beim Ungepanzerten die entsprechende Bewegung des Beckens bei jeder Ausatmung auf („Beckenreflex“).
Das Beckensegment ist das letzte Segment, das geöffnet wird. Infolge der Reinlichkeitserziehung und des Onanieverbots ertötet eine verkrampfte Beckenmuskulatur alle genitalen Gefühle. Entsprechend wird das Becken zurückgehalten (totes Becken). Im Unterschied zu den oberen Segmenten beherbergt das Beckensegment zwei erogene Zonen, die sich bei der Entpanzerung unterschiedlich äußern: das anale „Quetschen“ („Scheiße!“) und das „phallische“ Stechen („Fuck!“).
Durch das Öffnen dieses Segments wird ungemein viel Energie und entsprechend eine geradezu apokalyptische Angst freigesetzt („Orgasmusangst“). Man spricht auch von „Beckenangst“: die bis zum äußersten gesteigerte Angst vor dem endgültigen Kontrollverlust nach Öffnung des Beckensegments.
Elsworth F. Baker erinnert sich:
Reich war sehr zurückhaltend, den Orgonomen die Technik der Endphase beizubringen, da er glaubte, daß die meisten sie nicht richtig handhaben könnten und daß bei der Mehrheit der Patienten die Therapie besser vor dieser Phase abgebrochen werden sollte. („My Eleven Years with Wilhelm Reich (Part III)“ Journal of Orgonomy, 11(2), Nov. 1977, S. 172)
In Alexander Lowens „Bioenergetik“ kommt es zu einer verfrühten mechanischen Mobilisierung des Beckens, was künstlich eine Panzerungsstruktur erzeugt, die dem des Schizophrenen entspricht. Entsprechend wirken auch die Klienten der „bioenergetischen“ Quacksalberei.
Für Reich war Therapie nichts anderes als „biophysische Chirurgie“. Und genauso wie es selbstverständlich ist, daß die gewöhnliche Chirurgie auf wenige streng ausgewählte Spezialisten beschränkt bleiben muß, sollte es selbstverständlich sein, daß ebenfalls die „biophysische Chirurgie“ nur von medizinisch, psychiatrisch und orgonomisch ausgebildeten Fachärzten ausgeführt werden darf. Keinem Laien käme der Gedanke, einen anderen Menschen aufzuschneiden, weil aber, so Reich,
jeder Ignorant, da er selbst Emotionen hat, sich selbst für einen „Experten“ hält und deshalb meint, biophysikalische und psychologische Prozesse beurteilen zu können, ist die Situation in der Biopsychiatrie eine andere als in der Chirurgie. (Charakteranalyse, KiWi, S. 642)






















