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Orgonomie und Metaphysik (Teil 30)
6. Februar 2022Die moderne Orgonomie wird durch folgende Gleichung beschrieben:

Reich hat vor allem die Funktion „relative Bewegung“, d.h. Pulsation und die Kreiselwelle erforscht (siehe Äther, Gott und Teufel und Die kosmische Überlagerung). Freud hingegen hatte zuvor, insbesondere in seiner „Traumforschung“, den Bereich der „koexistierenden Wirkung“ untersucht.
Im Unbewußten geht es um die schnellstmögliche Wunscherfüllung, d.h. es wird halluziniert, wobei auf logische Verknüpfungen, räumliche Trennung und zeitliche Kontinuität, also letztendlich auf Ursache und Wirkung, keine Rücksicht genommen wird und Widersprüche unaufgelöst bestehenbleiben. Das alles erleben wir unmittelbar im Traum. C.G. Jung hat aus diesem „Primärvorgang“ schließlich eines der Hauptbeispiele für „koexistierende Wirkung“ destilliert: die Synchronizität.
Ähnliches bei Marx: ein Plastikbecher, ein Besen und eine Eieruhr haben nichts gemeinsam, will sagen, sie haben vollkommen unterschiedliche Qualitäten („Gebrauchswert“). Sie werden erst durch ihren Wert austauschbar, den quantitativen „Tauschwert“. Dieser wird durch das Geld symbolisiert: 5 Euro = 20 Plastikbecher = 1 Besen = 2 Eieruhren. Im Kapitalismus wird alles zur Ware unabhängig von „logischen Verknüpfungen, räumlicher Trennung und zeitlicher Kontinuität“. Wenn Marx in diesem Zusammenhang vom „Fetischcharakter der Ware und seinem Geheimnis“ spricht, will er damit sagen, daß der Kapitalismus eine Traumwelt ist, die von einem „Primärvorgang“ bestimmt wird.
Reich führt in Die Funktion des Orgasmus (für Freud) und in Menschen im Staat (für Marx) jeweils aus, daß die „Libido“ und die „lebendige Arbeitskraft“ (die einzig und allein den Wert schafft), die diesen beiden „Traumwelten“ zugrundeliegen, einer konkreten Energie entsprechen, dem Orgon.
VORBEMERKUNG zu „Orgonomie und Metaphysik (Teil 30)“
5. Februar 2022Reich schrieb Anfang der 1940er Jahre:
Heute weiß jeder, daß die marxistischen Wirtschaftsanschauungen das Denken der modernen Menschheit mehr oder minder durchdrungen und beeinflußt haben (…). Begriffe wie „Klasse“, „Profit“, „Ausbeutung“, „Klassenkampf“, „Ware“ und „Mehrwert“ sind menschliches Allgemeingut geworden. Es gibt dagegen heute keine Partei, die als Erbin und lebendige Vertreterin des wissenschaftlichen Guts des Marxismus gelten kann, wenn es um soziologische Entwicklungstatsachen und nicht um Schlagworte geht, die sich mit dem Inhalt nicht mehr decken. (Die Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 21)
Wenn man das oberflächlich liest, sieht es so aus, als würde keine Partei etwa die Mehrwerttheorie korrekt vertreten. Reich geht es aber zunächst einmal um etwas ganz anderes:
Die marxistischen Parteien in Europa versagten und gingen unter (…), weil sie den Faschismus des 20. Jahrhunderts, eine grundsätzlich neue Erscheinung, mit Begriffen zu fassen versuchten, die dem 19. Jahrhundert entsprechen. Sie gingen als soziale Organisationen unter, weil sie es versäumten, die lebendigen Entwicklungsmöglichkeiten, die jeder wissenschaftlichen Theorie anhaften, lebendig zu erhalten und fortzuentwickeln. (ebd.)
Diese Fortentwicklung fände sich in Reichs Sexualökonomie und politischen Psychologie, die sich um die charakterstrukturelle Freiheitsunfähigkeit, die „Naturwidrigkeit“ der Massen drehen, und in seinem Konzept der Arbeitsdemokratie, die die Ökonomie in der Biologie fundiert: die natürliche Organisation der Arbeit.
Eine postkapitalistische Gesellschaft sei erst möglich, wenn alle arbeitenden Menschen, nicht nur „das Proletariat“ im engeren Sinne, charakterstrukturell fähig sind, die Produktionsprozesse eigenständig zu organisieren.
Dies ist der wesentlichste soziologische Grund, weshalb sich die Privatwirtschaft des 19. Jahrhunderts überall immer mehr in eine staatskapitalistische Planungswirtschaft verwandelt. Es muß klar ausgesprochen werden, daß es auch in Sowjetrußland keinen Staatssozialismus, sondern einen strengen Staatskapitalismus gibt; dies im streng Marxschen Sinne. Der gesellschaftliche Zustand „Kapitalismus“ ist nach Marx, nicht, wie die Vulgärmarxisten glauben, durch das Vorhandensein individueller Kapitalisten, sondern durch das Vorhandensein der spezifisch „kapitalistischen Produktionsweise“ gegeben. Also durch Warenwirtschaft anstelle von „Gebrauchswirtschaft“, durch Lohnarbeit der Menschenmassen und durch Mehrwertproduktion, gleichgültig ob dieser Mehrwert dem Staat [, der] über der Gesellschaft [steht], oder individuellen Kapitalisten durch private Aneignung der gesellschaftlichen Produktion zugute kommt. In diesem streng Marxschen Sinne besteht aber in Rußland das kapitalistische System fort. Und es wird fortbestehen, solange die Menschenmassen irrational verseucht und autoritätssüchtig sein werden, wie sie jetzt sind. (ebd., S. 25)
Fußnote zu: Nachwort zu „Zweite Ergänzung zu ‚Besprechung von ORGONOMIC FUNCTIONALISM No. 8, Spring 2021 (Teil 3)‘“
16. August 2021Ich erwähnte eine Eselsbrücke zur englischen Vokabel „elevator“: –> see you later alligator –> rock’n roll –> Elvis Presley –> Las Vegas –> merkwürdigerweise spielen in allen Filmen über Las Vegas Fahrstühle eine zentrale Rolle –> Fahrstuhl.
Jedes einzelne Wort der Eselsbrücke, bspw. „Elvis“, wird selbst wieder über eine entsprechende Eselsbrücke ins Bewußtsein gerufen. Das zeigt uns, daß Sprachen untrennbar von der Kultur sind, in der wir aufgewachsen sind und leben. Eine zweite entscheidende Rolle wird der Aufbau und das Funktionieren (sozusagen „Assoziieren“) unseres Organismus spielen. Alles hier ausgeführte in der Tradition: Kant (Organismus), Marx (Gesellschaft), Freud (die Vergesellschaftung der Psyche), Reich (die Vergesellschaftung des Körpers)!
Plansprachen sind von daher eine Todgeburt wie alles Künstliche. Die einzige Möglichkeit, den Beschränkungen unserer gepanzerten Sprache zu entkommen, ist die Orgonometrie. Sie steht in der gleichen Traditionsreihe, wenn wir noch Hegel, Engels und Lenin einfügen.
Besprechung von ORGONOMIC FUNCTIONALISM No. 8, Spring 2021 (Teil 1)
7. August 2021Die Zeitschrift umfaßt ausschließlich Arbeiten Reichs, meist Erstveröffentlichungen von Manuskripten aus dem Archiv des Orgone Institute. In dieser Nummer geht es fast ausschließlich um Reichs Bionforschung und die ersten Anfänge seiner Krebsforschung. Gleichzeitig wird die Veröffentlichung von Reichs Schrift Die natürliche Organisation der Arbeit fortgesetzt und zwar in Reichs eigener Übersetzung ins Amerikanische. Wie absolut aktuell Reichs Ausführungen zu „Arbeitsdemokratie“ noch immer sind, wird anhand folgenden Absatzes deutlich, den ich nach dem deutschen Original zitiere. Man denke dabei an groteske Gestalten wie Annalena Baerbock, Olaf Scholz oder den lachenden Karnevalstrottel:
Nur ein eitler, sachlich und fachlich ahnungsloser Politikant kann die Menschen glauben machen, daß er allein so all- und vielseitig wäre, um alles zu überschauen, zu beurteilen und zu lehren. Kein ernsthafter Facharbeiter wird je von sich behaupten, daß er als einzelner die gesamte Vielfältigkeit der menschlichen Tätigkeit beurteilen, bestimmen oder gar diktieren kann. Wir, die wir als Arbeiter auf diesem oder jenem Gebiet des menschlichen Lebens die Schwierigkeiten praktischer Leistung kennen, wissen, daß keiner ausschließlicher Führer sein kann. Daß die Arbeiter aller Art, seien es nun Dreher, Schlosser, Tischler, Mechaniker, Elektriker, chemische Laboranten, Ärzte, Pädagogen, Buchdrucker, Naturforscher etc. miteinander durch das natürliche Wesen der Arbeit selbst aufs innigste und untrennbar verbunden sind; daß sie praktisch voneinander abhängen, ohne einander nicht existieren können. Der Schuster kann ohne den Gerber der Naturforscher ohne den chemischen Laboranten, der Physiker ohne den Glasschleifer, der Tischler ohne den Schmied nicht existieren. Ein natürliches Band der Arbeit verknüpft alle Schaffenden miteinander. Sie wissen es nur nicht, und die Politikanten verhindern es mit allen Mitteln, daß sie es erfahren, weil sie selbst in dieses Band nicht eingeschlossen sind. (Die natürliche Organisation der Arbeit)
Und, übrigens, sollten sich gerade Marxisten diesen Absatz mehrere Male zu Gemüte führen und dabei nicht nur an Stalin, sondern auch an Marx denken und nicht nur an seine Person, sondern auch daran, wie er sich, in seiner Kritik des Gothaer Programms, den Menschen in der vollendeten kommunistischen Gesellschaft vorstellte. Ich muß dabei irgendwie an Annalena Baerbock denken.
Über Grüne Parasiten dieses Schlages schreibt Reich:
In der Welt hat sich seit dem [Ersten] Weltkriege, von den Staatsmännern unbemerkt, ein gewaltiger, zukunftsfroher Prozeß vollzogen. Die alte Kluft zwischen sogenannten „Handarbeitern“ und den sogenannten „Kopfarbeitern“ existiert praktisch nicht mehr. Sie lebt nur noch in Ideologien und Statistiken. Die industriellen Arbeiter haben sich allenthalben zu spezialisierten Technikern entwickelt, mit mehr oder minder großer Verantwortung für die Arbeit. Auf der anderen Seite sind die alten Geistesarbeiter immer mehr technische Arbeiter geworden, die Maschinen beherrschen müssen. So haben sich die verschiedenen Zweige der Arbeit einander angenähert. Mit dem noch vorhandenen Hochmut der früheren „geistigen“ und den Minderwertigkeitsgefühlen und dem Intellektuellenhaß der „Handarbeiter“ wird die Zeit aufräumen. Die Arbeiterschaft muß all die umfassen, deren Arbeit im Leben der Gesellschaft unersetzlich ist. Nur sachliche Arbeit am Leben kann das Parasitentum endgültig ausschalten. (ebd.)
Gerade die heutige Linke favorisiert aufgrund ihrer kopflastigen Charakterstruktur die „intellektuelle Arbeit“ und verachtet den, der mit seiner Hände Arbeit seinen Lebensunterhalt fristet. Sie, Geschwätz-„Wissenschaftler“ wie Baerbock, sind jene blutsaugenden Parasiten, die die ursprünglichen Arbeiterkommunisten in den Orkus der Geschichte treten wollten!
Zum Thema Arbeitsdemokratie paßt der Aufsatz „Zum Abschied von meinen europäischen Freunden” ebenfalls von 1939. Ansonsten finden sich Artikel (mit zwei Ausnahmen) von Ende der 1930er Jahre mit Überschriften wie „Von der Sexualhygiene zum Krebsproblem“, das Vorwort zu dem geplanten Buch Bione und Krebs, „Über das Verhalten von Staphylokokken und Streptokokken im elektrischen Versuch“, „Eigenschaften des S-Bazillus“ (des späteren „T-Bazillus“), „Die Erscheinungen des blasigen Gewebezerfalls“, „Organisation der Krebszelle“, „Die am 1.10.38 vorhandenen Bion-Kulturen“. „Versuche am statischen Elektroskop. Zur qualitativen Bestimmung der Orgon-Strahlung“, ein Diktat vom 11.4.39 über das Orgon, „Die Kreiselwelle“, ein Diktat vom 12.4.39, „Die orgonbiophysikalische Bedeutung der Bione” (von ca. 1950). Hinzu kommen als drittes Element Dokumente wie „Experimente mit Professor du Teil” und die Korrespondenz zwischen Reich und dem niederländischen Physiker Willem F. Bon“ sowie eine dazugehörige Notiz von ca. 1947 “Mißlingen von Versuchen im Amersfoort”.
Das ganze ist sehr umfangreich. In wirklich jeder Beziehung „bekommt man etwas für sein Geld“, zumal die Schrift sehr klein ist. Mit Leichtigkeit hätte man aus dem 125 seitigen Heft, ein 250 seitiges Buch machen können! Ein Buch, das die perfekte Einführung in Reichs Bionforschung darstellt und gleichzeitig viel Neues für den Reich-Kenner bietet – wenn es nicht ohnehin ein absolutes MUSS für ihn darstellen würde… Bei den vorangegangenen Nummern der Zeitschrift hatte ich immer das eine oder andere an den Herausgebern herumzukritteln, doch ab diesem Heft scheinen sie endlich ihre Linie gefunden zu haben: Wertung „1a plus mit Eichenlaub“!
Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 32)
11. März 2021Es gibt einen profunden Unterschied zwischen der Sexualität einer Hysterikerin, die sich „sexuell befreit“ gibt, und einer richtigen, d.h. „tiefen“ Frau, die sich kühl und sachlich gibt. Ähnlich ist auch die „Progressivität“ der Linken und die „Rigidität“ der Rechten zu bewerten. Hinter dem ersten verbirgt sich doch nur Angst vor wirklichem Fortschritt, vor Bewegung, vor wirklicher Lebensfreude, während im zweiten Fall wenigstens noch ein genuines Potential für Bewegung vorhanden ist.
Dies hat sehr viel mit dem Problem der Kontaktlosigkeit zu tun. Wer war denn für die Freigabe der Pornographie in den 1970er Jahren? Und wer hatte mehr Kontakt zum gesunden Wesenskern, jene die „progressiv“ für die Freigabe waren oder jene die „rigide“ dagegen waren?
Rebellion führt zu nichts! Das ist wie in der „Primärtherapie“: du schreist und strampelst – und die Panzerung verschlimmert sich! Kontakt ist das Zauberwort sowohl in der Orgontherapie als auch in der Befreiung der Gesellschaft. Und hier halte ich von den linken „Emanzipationsbewegungen“ genausowenig wie von wilden „Reichianischen“ Therapeuten.
Dabei hebt niemand den Konservativen in den Himmel. Sicherlich nicht Elsworth F. Baker und Charles Konia, wäre ja auch schlecht möglich, da Reich so viel über und gegen den Konservativen geschrieben hat – und ich sehe nicht, wo dies in der neueren Orgonomie zurückgenommen wurde. Nur ist die Kritik an den Konservativen mittlerweile Allgemeingut. Und da dies so ist, ist es wohl nötig, daß auch endlich mal den „guten Menschen“ die Maske vom Gesicht gerissen wird. Es ist wirklich nicht sehr originell heutzutage auf den Konservativen einzudreschen!
Was die Begriffe „Liberaler“ und „Konservativer“ betrifft: was soll man denn sonst für Begriffe nehmen? Mit diesen allgemeinen Termini kann man sich wenigstens noch der Umwelt verständlich machen, während orgonomische Begriffe (z.B. „Fassaden-Charakter“ und „verzerrter Kernkontakt-Charakter“) uns halt auf orgonomische Zirkel beschränken würde. Und so schlecht ist der Begriff „Liberaler“ gar nicht. Max Stirner benutzt ihn z.B. orgonomisch ziemlich korrekt:
- den politischen Liberalismus [heute würde man wohl von „Nationalliberalismus“ sprechen]: der „die Völker“ durch Knechtung des Einzelnen unter die Staatsidee erzeugt;
- den sozialen Liberalismus: der die „Gerechtigkeit“ dadurch erzwingt, daß allen das Eigentum genommen wird und alle „gleiche Lumpe“ werden; und
- den humanen Liberalismus: der die „Menschlichkeit“ dadurch erzwingt, daß er alles Individuelle negiert.
Kurz: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.
Und wofür steht die Rechte?
- für die Unfreiheit, die dem Einzelnen ermöglicht frei zu sein, da er nicht für die Sache der „Freiheit“ einstehen muß, sondern für sich – also frei sein kann;
- für die Ungleichheit, d.h. es gibt nicht das Eigentum, das niemandem gehört, sondern viele Eigentümer;
- für die Inhumanität, d.h. es gibt nicht den Menschen, sondern die Menschen dürfen sie selber sein.
- Von Hegel über Marx zu Stalin ging es immer zentral um einen Mythos (der nicht nur marginal rassistisch ist – besonders bei Marx): die Judenherrschaft muß gebrochen werden, um einerseits die „Anarchie“ (es wird ohne Plan produziert und konsumiert) zu brechen und andererseits die geknechtete Arbeit zu befreien. Dieses mythologische Grundmuster ist der Ausgangspunkt für alle möglichen pestilenten Projektionen. Jerome Eden hat dies sehr schön in Die kosmische Revolution dargelegt: man projiziert das eigene DOR (die Panzerung) nach draußen und versucht es auf dem sozialen Schauplatz zu bekämpfen. Bei manchen „Reichianern“ wird dies sogar explizit: Kapitalismus = Panzerung.
- Die KP ist im engsten Sinne des Wortes eine kriminelle Vereinigung. Da gibt es verblüffende Parallelen zur Mafia, die ja auch als eine Art von „Befreiungsorganisation“ angefangen hat. Und genauso wie in Filmen wie Der Pate geradezu Propaganda für das „romantische Verbrechen“ gemacht wird, leistet die Linke der KP Schützenhilfe. In Rußland hat sich die kommunistische Herrschaft in eine der mafiösen Oligarchen verwandelt und in China ist die KP selbst nichts anderes als die Mafia. Das erinnert einen an die geschniegelten Mafia-Manager in den USA, die ins normale Wirtschaftsleben ein Standbein hineinbekommen wollen (Der Pate, Teil 2 und 3).
Was ist denn so schrecklich Schlimmes am Kommunismus?
Was ist denn so arbeitsdemokratisch am konservativen Lebensentwurf?
Für uns Deutsche ist es trotz der Erfahrung mit der Mauer sehr schwer antikommunistisch zu sein. Erst mal wegen der Nazis („zuerst holten sie die Kommunisten und dann die Juden… und ich schwieg“) und dann auch, weil wir wegen unserer geographischen und geschichtlichen Lage mit den Regierungen des Ostens zusammenarbeiten mußten. So verdrängten wir den satanischen Charakter des Kommunismus aus unserem Blickfeld. Dieser läßt sich zwiefach festmachen:
Beides, der „psychomagische“ und „quasireligiöse“ Hintergrund hier und das Parasitentum dort, kennzeichnet den Kommunismus: beides kann man letztlich nur als „Projektionsmechanismus in DORifizierten Organismen“ und als „Umsichgreifen des DORs“ verstehen (Subversion).
Und grade hier klinkt sich der liberale Charakter ein, der gegen das Bestehende (seine Eltern) rebelliert. Der konservative Charakter tut dies nicht, er identifiziert sich mit seinem Hintergrund.
Das erklärt auch, warum ich für eine „konservative Wende“ bin:
Wir haben nichts mehr zu fürchten, als das Chaos, d.h. die Zerstörung der Lebensenergie durch das DOR: Pornographie im weitesten Sinne (die Linke war immer dafür), Drogen, Rebellion und das Verkünden von Wahrheiten ohne die Gegenwahrheiten zu erwägen. Wird dies nicht eingedämmt und sprießen Die Grünen weiter, haben wir bald entweder eine Gegenreaktion a la LePen oder eine „grüne“ Diktatur über Europa, die dann zur Errichtung der „sozialen Demokratie“ als Übergang zum Sozialismus führen würde. Und das wäre das Ende der Arbeitsdemokratie, die im Grunde nur eins ist: Verantwortung für sich selbst, damit Verantwortung für die die man liebt, damit Verantwortung für alle Menschen und damit Verantwortung für die Natur. Dies sind alles spezifisch konservierende bzw. „konservative“ Werte.
Und wofür steht der Sozialismus? Für Verantwortungslosigkeit auf jeder Ebene: ich erinnere an Tschernobyl. Dem wird entgegengehalten, man könnte mit dieser einseitigen Parteinahme „innerhalb der Falle“ nicht einverstanden sein, weil man gegen JEDE Lebensverneinung sei. Gut, heißt das, daß du in Polen nicht für die Solidarnosc eingetreten wärst, weil die Katholische Kirche zutiefst lebensfeindlich ist? Das Fatale an einer solchen kompromißlos „lebenspositiven“ Haltung ist doch, daß sie letztlich nur der Lebensfeindlichkeit gute Dienste leistet, also hier der KP.

















