Posts Tagged ‘Charakterstruktur’

David Holbrook, M.D.: DIE SCHÖNHEIT DES KAMPFES / LIEBE UND FURCHT / UNSACHLICHKEIT / IDEOLOGISCHE ORIENTIERUNG / AUTORITARISMUS

1. November 2024

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Die Schönheit des Kampfes

Liebe und Furcht

Die Emotionelle Pest: Anhaltspunkte für die Unsachlichkeit einer Meinung

Charakter und ideologische Orientierung

Die Schönheit des Kampfes: Meine Erläuterung zu Freuds wehmütiger Aussage

Autoritarismus gegen Autorität

Charakter ist alles und Genitalität ist alles

19. Oktober 2023

Die gesamte moderne Medizin kann man als eine geradezu systematische Umgehung der Frage nach der Charakterstruktur, d.h. der bioenergetischen Struktur des Organismus, betrachten. Entsprechend stellt die moderne Psychologie, Psychiatrie, Psychotherapie eine einzige Vermeidungsstrategie gegenüber der Genitalität dar.

1.

Patienten können die abartigsten, untherapierbarsten somatischen Erkrankungen haben – trotzdem sind diese oberflächlicher als die Charakterstruktur. „Man kann sie als Komplikationen der Charakterneurosen ansehen. … [Sie] können bei jedem Charaktertypus vorkommen und sind nicht auf den spezifischen Charakter, sondern vielmehr auf die spezifische Panzerung zurückzuführen“ (Elsworth F. Baker: Der Mensch in der Falle, S. 286). Ähnlich verhält es sich mit extremen psychiatrischen Störungen, etwa Baerbocks Sprachstörung. Man kann sie vielleicht „heilen“, aber die Charakterpathologie, die ihren Nährboden darstellt, besteht fort.

Das ist nicht so offensichtlich, weil die charakterliche Störung „peripher“ ist, d.h. letztendlich soziale Ursachen hat (auch die Kindererziehung ist eine „soziale Ursache“!). Man nehme etwa Reichs Beschreibung des Zusammenhangs zwischen charakterlicher Resignation und der Krebsschrumpfungsbiopathie, die das bioenergetische Zentrum des Organismus befällt:

Resignation ohne offenen oder geheimen Protest gegen die Versagung der Lebensfreude muß als eine der wesentlichen Grundlagen der Schrumpfungsbiopathie angesehen werden. Die biopathische Schrumpfung wäre demnach eine Fortsetzung chronischer charakterlicher Resignation im Bereich der Zellplasmafunktion. (Reich: Der Krebs, Fischer TB, S. 223f)

Es gibt Schichten des Lebensapparates verschiedener Tiefe um den biologischen Kern herum. Es gibt höhere und tiefer gelegene Schichten im Biosystem. Es gibt demzufolge oberflächliche und tiefergreifende Störungen der Körperfunktion. Eine akute Atemstörung wird dem Kern des Biosystems nichts anhaben. Eine chronische Atemstörung durch Inspirationshaltung wird chronische Angst erzeugen, aber die biologische Zellplasmafunktion nicht berühren, solange die bioenergetischen Funktionen in den Zellen selbst weitergehen, solange der Organismus weiter kräftige Impulse produziert. Ist aber die Impulsproduktion in den Zellen selbst getroffen, hat die periphere charakterliche Resignation das Zellplasmasystem erfaßt, dann haben wir es mit dem Prozeß der biopathischen Schrumpfung zu tun. (ebd., S. 224)

2.

Generell stehen in der Neurose die prä-genitalen Störungen im Vordergrund (phallisch, anal, oral). Am extremsten in der „okularen“ Schizophrenie (ja, keine Neurose, sondern Psychose). Trotzdem arbeitet sich der Therapeut zum Kern dieser Störungen vor und das ist die genital-orgastische Störung. Die prägenitalen „Frühstörungen“ sind in jedem Fall oberflächlicher als der ödipale Konflikt.

Ärzten, Psychiatern, Psychologen ist das so fremd und unverständlich, weil sie nicht so tief vordringen wie Reich. Ihre Arbeit ist erledigt, wenn die oberflächlichen „prägenitalen“ Symptome verschwinden, d.h. ein neurotisches Gleichgewicht hergestellt ist. Ähnlich wie die eingangs beschriebenen „genesenen“ somatisch Kranken, haben die Patienten zwar ihre psychische Auffälligkeit überwunden und sich wieder in die Gesellschaft integriert, aber das wirkliche Problem bleibt unberührt (siehe dazu den gestrigen Blogeintrag).

Beispielsweise kann eine Schizophrenie geheilt werden, wenn der okulare Block beseitigt ist, doch dann fängt die eigentliche Arbeit erst wirklich an, weil nunmehr der tieferliegende ödipale Konflikt angegangen werden muß. Generell kann man sagen, daß in der Therapie „von oben nach unten“ („von okular zu genital“), vom Oberflächlichen zum Tiefen, von der Oberfläche zum Kern, von der Gegenwart in die Vergangenheit fortgeschritten wird, vom Prägenitalen zum Genitalen, (richtig verstanden!!) vom Unwesentlichen zum Wesentlichen.

David Holbrook, M.D.: „Strömung“ gegen „Moralisieren“: Wie sich selbst und die Natur zu verstehen uns helfen kann, mit gegenseitigen Schuldzuweisungen aufzuhören

1. Juli 2023

DAVID HOLBROOK, M.D.:

„Strömung“ gegen „Moralisieren“: Wie sich selbst und die Natur zu verstehen uns helfen kann, mit gegenseitigen Schuldzuweisungen aufzuhören

Wie ist das heutzutage mit dem Über-Ich?

16. Juni 2023

Seit sich der NACHRICHTENBRIEF verstärkt auf Bernd A. Laskas LSR-Projekt kapriziert, ist hier viel vom „Über-Ich“ die Rede. Aber ist das Über-Ich nicht Teil der wohlgeordneten neurotischen Charakterstruktur vergangener „autoritärer“ Tage, wie sie von Freud, Reich und Baker beschrieben wurden. Spielt das Über-Ich in der heutigen antiautoritären Gesellschaft, wie Konia sie darstellt, überhaupt noch die Rolle wie früher?

Diese Frage macht durchaus Sinn, denn das Über-Ich ist die psychologische Seite der Panzerung – und seit etwa 1960 nimmt der Körperpanzer immer weiter ab und die Abwehr verlagert sich tendenziell zunehmend auf den Augenpanzer. Muß dann nicht auch das Über-Ich immer weiter an Bedeutung verlieren und ist das heutige gesellschaftliche Chaos und „die heutige Jugend“ nicht Beleg dafür?

Das exakte Gegenteil ist der Fall! Interessanterweise hat Reich diese Zusammenhänge bereits vor ziemlich genau 100 Jahren offengelegt, als er den „triebhaften Charakter“ beschrieb, d.h. haltlose Menschen, die schon damals in „antiautoritären“ Segmenten bzw. Nischen der Gesellschaft aufgewachsen waren. Insbesondere ist an das Milieu des sogenannten „Lumpenproletariats“ zu denken. Was Reich damals entdeckte, war das sogenannte „isolierte Über-Ich“, d.h. diese triebhaften Charaktere wurden von einem Über-Ich gepiesackt, als wären sie vom Teufel besessen. Der typische Kleinbürger, der gemeinhin so bezeichnete „autoritäre Charakter“, mit seinem leidlich „ausgeglichenen“ Körperpanzer, führte im Vergleich dazu ein zwar langweiliges, aber immerhin einigermaßen „normales“ Leben. Heute findet man kaum noch „normale Neurotiker“, sondern fast nur noch „frühgestörte“ (d.h. primär okular gepanzerte) Besessene.

Man denke an den typischen jungen Menschen von heute, der äußerlich zwar angepaßt und „gesund“ wirkt, innerlich aber vollkommen leer ist und prinzipiell unbefriedigbar irgendwelchen Luftschlössern von einer großartigen Karriere hinterherhechelt, angepeitscht von einem diktatorischen Ehrgeiz, der rein gar nichts mit den ureigensten Bedürfnissen des Jugendlichen zu tun hat. Die Peitsche schwingt das besagte „isolierte Über-Ich“, das so ähnlich funktioniert wie ein unkontrollierbarer Trieb. Dieser heutige Standardjugendliche ist eine spezielle Ausbildung dessen, was Reich Anfang der 1920er Jahre als „triebhaften Charakter“ bezeichnet hat. Noch eindeutiger sind die Klimakleber und andere sich, im Gegensatz zu den beschriebenen „angepaßten“ Jugendlichen, als unangepaßte Freaks gebende Jugendliche, die ihre Psychopathologie öffentlich zelebrieren. Man kann geradezu live und in Farbe dabei zusehen, wie das „isolierte Über-Ich“ sie in die Selbstzerstörung treibt. So manches Tattoo spricht in dieser Hinsicht Bände!

Wie es dazu kam? Inkonsequenz! Wie schlimm und lebensfeindlich, d.h. sexualfeindlich, die Erziehung früher auch war, sie hatte immerhin eine klare Linie und es entstanden zwar neurotische aber doch einigermaßen in sich stimmige Charaktere, weil das Über-Ich sozusagen über den ganzen Körper verteilt war – das Über-Ich dem Körperpanzer entsprach. Heute, angefangen etwa 1960 und seitdem mit jedem Jahr schlimmer werdend, sind die Eltern vollkommen desorientiert und zu einem Gutteil emotional selbst noch halbe Kinder, die ihre Sprößlinge total konfus und verunsichert zurücklassen. Man denke neuerdings an all den massen-psychotischen Krampf um „Transgender“! Die Panzerung verlagerte sich entsprechend ganz in den oberen Kopfbereich und das Über-Ich wurde entsprechend BUCHSTÄBLICH zum Über-Ich: über dem Körper thronend.

Auf gesellschaftlicher Ebene zeigt sich das in einer zunehmenden Zentralisierung aller Entscheidungsinstanzen und in der Ausprägung einer weltumspannenden „woken“ Einheitsideologie. Man denke nur an die Corona-Zeit zurück und daß jetzt die WHO de facto so etwas wie eine „Weltregierung“ geworden ist. – Moment mal! Muß ich Leuten die Maske trugen, sich Giftspritzen verabreichen ließen und jeden „Schwurbler“ denunzierten, der sich dem verweigerte, wirklich erklären, warum heute das „Über-Ich“ aktueller ist als jemals zuvor? Häää?!?! Leute, wo immer Ihr hinblickt – die Wahrheit springt Euch ins Gesicht. MACHT DIE AUGEN AUF:

Authentisch, autonom, frei, selbstbewußt, glücklich und produktiv (Teil 1)

30. Mai 2023

Der Mensch ist authentisch, wenn die soziale Fassade den bioenergetischen Kern ungebrochen widerspiegelt. Unauthentisch wird es, wenn sich zwischen beide eine dritte Schicht, die Panzerung, schiebt, so daß alle inneren Impulse verzerrt werden und jedwede Situation neurotisch färben.

Genauso wichtig ist die Autonomie. Bioenergetisch bedeutet Autonomie schlichtweg eine freie Pulsation zwischen Zentrum (Ich) und Peripherie (Welt). Diese Autonomie wird zerstört, wenn eine ständige Sympathikotonie (also eine bioenergetische Kontraktion) induziert wird: alles ist von der Welt auf das Ich gerichtet. Die chronische Kontraktion ist das Wesen der Panzerung.

Soweit die materielle Struktur gewordene Pulsation, das „orgonotische System“. Wechseln wir nun zur Struktur gewordenen Kreiselwelle, dem „energetischen Orgonom“:

Frei zu sein bedeutet ein frei funktionierendes sensomotorisches System, mit dem wir angemessen auf unsere Umwelt reagieren und diese entsprechend rational verändern können. Dies wird verhindert, wenn der Mensch durch sieben mehr oder weniger stark ausgeprägte Panzerungsringe förmlich zerstückelt wird. Er funktioniert nicht mehr als integrale Einheit, sondern der Energiefluß wird an verschiedenen Stellen unterbrochen, so daß der Mensch buchstäblich sein Selbstbewußtsein verliert – er ist bloßes „Stückwerk“!

Peter liest die kommentierte Neuauflage der Originalausgabe von Reichs MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS (Teil 7)

5. Februar 2023

Im Nachwort zur zweiten Auflage vom März 1934, also ein halbes Jahr nach der Erstausgabe, läßt sich bereits die dritte Auflage von 1946 vage ausmachen. Zunächst ringt Reich damit, was ausschlaggebend ist: die Struktur der Gesellschaft oder die (Charakter-)Struktur der Menschen und kommt zu einer orgonometrischen Formulierung:

Die Menschen bilden zwar die Gesellschaft, aber sie unterliegen den Gesetzen, die, nun von ihnen unabhängig, sie beherrschen. Denken und Struktur dieser Menschen bestimmen Struktur und Form der Gesellschaft, aber die Struktur und Form der Gesellschaft hält die Menschen gleicher Struktur zusammen; die Geschichte Iehrt immer wieder: Versucht man die Struktur der Menschen allein zu ändern, so widerstrebt die Gesellschaft. Versucht man die Gesellschaft allein zu ändern, so widerstreben die Menschen. Das zeigt, daß keines für sich allein verändert werden kann, was begreiflich ist, denn subjektive menschliche und objektive gesellschaftliche Struktur sind nicht nur einander gegenseitig Objekt, sondern auch identisch. (S. 195, Hervorhebungen hinzugefügt)

Beispielsweise wolle der Nationalsozialismus „den Menschen in einem bestimmten, der Masse als ‚Sozialismus‘ erscheinenden Sinne verändern, ohne die Änderung der Grundlage der Gesellschaft zuzulassen“ (S. 195). Er werde aus diesem Grunde scheitern.

Wenn die Gesellschaftsform nur in der menschlichen Struktur und nicht anderswie real gegeben und faßbar ist, dann ergibt sich von selbst, daß der Angriffspunkt der Revolution nicht die gesellschaftliche Form allein, auch nicht die Änderung der Menschen allein sein kann; die Widersprüche unseres gesellschaftlichen Seins und die Widersprüche der menschlichen Struktur und der zwischenmenschlichen Beziehungen sind massenpsychologisch identisch; es geht dabei um die politisch-psychologische Weckung und Provokation der menschlichen Widersprüche; das ist psychologisch dasselbe, als wenn wir soziologisch sagen, daß sich die Klassengegensätze verschärfen. Die Menschen müssen sich ihres Leidens derart bewußt werden und zu verzweifeln beginnen, daß sie über sich selbst hinausspringen und derart die gesellschaftliche Struktur zerschlagen, um eine neue zu schaffen. Anders wird es nicht gehen. (S. 195f)

Dieses Bewußtmachen sollte sich sehr bald in das Konzept der Arbeitsdemokratie verwandeln: Fachbewußtsein statt Klassenbewußtsein.

David Holbrook, M.D.: SEX UND LIEBE IN EINEM FALL VON PARANOID-SCHIZOPHRENEM CHARAKTER (Teil 4)

13. Dezember 2022

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Sex und Liebe in einem Fall von paranoid-schizophrenem Charakter

Die orgonomische Soziologie, Teil 3: Historischer Funktionalismus

12. November 2022

Geschichte ist die Entfaltung der vegetativen Energie, die ihren Ursprung in der kosmischen Orgonenergie hat, zum biologischen Organismus wird, der eine entsprechend „reine“ Charakterstruktur ausbildet, die zu einer „biologischen“ (arbeitsdemokratischen) Gesellschaft führt. An dieser Stelle an es zum „Einbruch der sexuellen Zwangsmoral“ kommen. Gesellschaftliche Konflikte werden verinnerlicht, was die Charakterstruktur „verunreinigt“. Die entsprechend geprägte vegetative Energie führt zu veränderten Charakterstrukturen und so weiter.

Die Soziologie steht dergestalt zwischen der „politischen Psychologie“ (die sich mit der Verformung bzw. „Entformung“, d.h. Neustrukturierung des Charakters beschäftigt) und der sexualökonomischen Biologie bzw. „Lebensforschung“ (bei der es um die Gesetze der besagten vegetativen Energie geht). Man denke etwa an die in Der Mensch in der Falle von Elsworth F. Baker ausgeführte individuelle und soziopolitische Charakterologie und deren biologische Grundlagen als da sind die libidinösen Stufen der psychosexuellen Entwicklung, die Funktion des Orgasmus, die Orgasmusformel, die drei Schichten der Panzerstruktur, die organismische Pulsation, die natürliche Organisation des Lebendigen (von Protozoen bis zur Arbeitsdemokratie), Erstrahlung und Anziehung, die Segmente der Panzerung, Überlagerung, ORANUR etc. (man sieht, daß die Biologie hier langsam in die Physik übergeht!). Das alles bestimmt von den Gesetzen der gleichzeitigen Identität und Gegensätzlichkeit.

In Memoriam: Paul N. Mathews (1924-1986)

26. Juli 2022

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In Memoriam: Paul N. Mathews (1924-1986)

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 3. Reich und die Juden / Das Judentum (Teil 1)

2. April 2022
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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 3. Reich und die Juden / Das Judentum (Teil 1)