Wilhelm Reich, Physiker: ANHANG: David Boadella 1955 über UFOs
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Warum wenden sich „Orgonomen“ von der Orgonomie ab?
29. April 2018Ich muß immer wieder den Kopf schütteln, wenn ich an Leute zurückdenke, die mir einst geradezu inquisitorische Fragen über meine „orgonomische“ Rechtgläubigkeit und Ernsthaftigkeit stellten – und die sich mittlerweile in Luft aufgelöst haben, teilweise sogar zu Gegnern der Orgonomie geworden sind. Seit Reichs Zeiten gibt es immer wieder sogar Orgonomen, die quasi „in Amt und Würden“ standen und öffentlich gegen die Verzerrung der Orgonomie auftraten – und die dann später einfach verschwanden, teilweise sogar zu Gegnern der Orgonomie geworden sind. Wie ist das zu erklären?
Die Antwort findet sich bei Reich:
Es ist immer die Unfähigkeit des gepanzerten Organismus, seine Liebesregungen zu entwickeln, in Enthusiasmus zu geraten, sich dauernd einer Sache hinzugeben. Die ihn destruktiv werden läßt. (Äther, Gott und Teufel, S. 74, Hervorhebung hinzugefügt)
Da der gepanzerte Organismus „nie voll auszuschwingen vermag, ist seine Liebe eine kleine, abgemessene, säuberlich verteilte und zugeteilte Liebe“. Er ist, wie Reich weiter schreibt, stets beherrscht, zieht die Umstände in Betracht, handelt wohlabgewogen und überlegt. „Ein solcher Organismus haßt die geordnete, aber unendlich variable Freiheit der Naturvorgänge oder er fürchtet sie“ (ebd., S. 67f).
Imgrunde war diesen lauwarmen Gesellen die Orgonomie schon immer fremd. Das dumme ist, daß man im realen Leben ihr Verhalten immer erst im nachhinein durchschaut und daß sie sich nur durch einen einzigen Faktor zu erkennen geben: in der Dauer ihres Enthusiasmus. Hält der nicht unvermindert bis zur Todesstunde an, war es gar kein „Enthusiasmus“ für die Wissenschaft von der Lebensenergie, d.h. kein einheitlicher und umfassender Ausdruck ihres biologischen Kerns, sondern nur ein isolierter Vorstoß ihrer Lebensenergie durch eine Lücke in der Panzerung, ein folgenloses Strohfeuer.
ZUKUNFTSKINDER: 3. Die Entstehung des „Nein“, a. Die Emotionelle Pest im Angriff auf den Urquell des Lebens
6. Februar 2018Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:
ZUKUNFTSKINDER:
3. Die Entstehung des „Nein“, a. Die Emotionelle Pest im Angriff auf den Urquell des Lebens
Freundschaft und „Liebe“
28. Januar 2018Gestern habe ich „Männerhäuser“ erwähnt. Das möchte ich an dieser Stelle etwas ausweiten:
Ein Wortwechsel in einer der nachmittäglichen Talk-Shows im Fernsehen vor über 20 Jahren, der bei mir haftengeblieben ist. Ein junger Mann, etwa 18, wird gefragt, was das wichtigste in seinem Leben sei: „Erst kommen meine Freunde, an zweiter Stelle steht mein Auto und an dritter meine Freundin!“ Abfälliges bis schockiertes Gelächter im Publikum. Der Talkmaster ist bass erstaunt, daß die kleine Blondine das offenbar völlig normal findet und es so akzeptiert. Aber nicht der junge Mann, sondern das Publikum und der Talkmaster sind die gefühllosen und rücksichtslosen Idioten. Die Kumpels sind unersetzbar, Tussis kommen und gehen, jedenfalls in dem Alter, und sie werden stets weniger wichtig sein als die Dinge oder Projekte, mit denen sich ein junger Mann identifiziert. Keine gesunde Frau wird sich für ein gruseliges Weichei interessieren, das einzelne Frauen anbetet, ständig am Rockzipfel eines Mutterersatzes hängt und keinen wichtigeren Lebensinhalt hat als SIE. Hier wird nämlich die Genitalität von prägenitalen und ödipalen Strebungen überwuchert (die Suche nach Wärme, Sicherheit und „Sinn“).
Im Mittelpunkt des Lebens eines Mannes stehen die Freunde, die Arbeit und seine Hobbys. Und die Beziehung zu Freunden wird von exakt den gleichen bioenergetischen Gesetzen bestimmt, wie das Verhältnis zur Freundin: Kontakt an der Grenze zur „Telepathie“, Anziehung und Erstrahlung. Die Wangen röten sich und in die Genitalien strömt Blut und Energie. Der einzige, wirklich der einzige Unterschied ist, daß es keinerlei Drang zum Geschlechtsverkehr, zur „genitalen Überlagerung“ gibt. Dies hat in Bezug zu anderen Männern ungefähr den gleichen Appeal wie die Aufforderung „einen Elch zu bumsen“. Es gehört nicht in dieses Universum!
In der heutigen Gesellschaft werden Liebesbeziehungen überlastet. Jeder kennt das Phänomen aus seiner Jugend, als sich Freundschaften auflösten, weil deine Kumpels plötzlich nur noch im Verbund mit ihren teilweise schlichtweg unerträglichen Freundinnen zu haben waren, wenn überhaupt. Das Todtraurige war, daß diese unzertrennlichen Pärchen sehr schnell ein Mief von Depression und Überdruß umgab. Das war schlichtweg so, weil die Liebesbeziehung praktisch alle denkbaren sozialen Funktionen erfüllen sollte, für die sie vollständig ungeeignet ist. In normalen Gesellschaften verbringt ein Mann nicht die ganze Zeit mit seiner Partnerin, sondern ist im Männerhaus, geht in der Dorfgemeinschaft und Großfamilie auf. Anders kann auch die sexuelle Spannung zwischen den Partnern nicht über längere Zeit aufrechterhalten werden. Sie wird sehr schnell von einer prägenitalen Klebrigkeit abgelöst: statt Lebensfreud ist Lebensangst der Kitt der Beziehung. In dieser ekligen Melasse werden dann Kinder großgezogen!
nachrichtenbrief96
10. Dezember 2017
DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 12. Die Kinder der Finsternis / Satan
18. September 2017Ekstase, sexuelle Zwangsmoral und Gott
1. Dezember 2016Reich zufolge ist Religion eine Art Ersatzbefriedigung, ein Ersatz für sexuelle Erfüllung. Das wird offensichtlich in der religiösen Imagination, ob diese nun in der Musik oder der bildenden Kunst zum Ausdruck kommt. Die „Liebe“ zu Gott hat sexuelle Konnotationen, das Paradies; religiöse Ekstase ist ununterscheidbar von sexueller. Die Religion sorge, so Reich, gleichzeitig aber auch dafür, daß die Menschen sexuell gehemmt werden, sich jede natürliche Lust als sündhaft versagen und „Disziplin lernen“.
Michael Ferguson et al. (University of Utah) konnte jetzt zeigen, daß das Glücksgefühl in Phasen intensiver religiöser Gefühle vom Belohnungszentrum im Gehirn hervorgerufen wird. „Bei der spirituellen Erfahrung feuern ähnliche Neuronen wie bei Liebe, Sex, Glücksspiel oder auch Sucht.“ An die Stelle der Selbstregulierung auf der Grundlage sexueller Befriedigung tritt ein sadomasochistisches Seelendrama.
Die jungen Mormonen, die die Forscher mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanz-Tomographie während ihrer religiösen Hingabe untersuchten, beschrieben „ein Gefühl des Friedens und der Wärme, viele waren sogar so bewegt, daß sie Tränen in den Augen hatten (…). Auch im Gehirn der Gläubigen tat sich einiges: Während der Phasen starker spiritueller Gefühle registrierte der Hirnscanner eine deutliche Aktivierung des Nucleus accumbens – einem wichtigen Teil des Belohnungs-Schaltkreises im Gehirn. Dieses Hirnzentrum trägt unter anderem dazu bei, daß wir bei Liebe, Sex, Musik, aber auch Glücksspiel und Drogen intensive Befriedigung verspüren. Offenbar hat auch das Glücksgefühl bei der religiösen Praxis der Mormonen in diesem Schaltkreis seinen Ursprung.“
Gleichzeitig „löste die religiöse Praxis bei den gläubigen Probanden aber noch weitere Hirnveränderungen aus: Auch Zentren für die Aufmerksamkeit und der mediale präfrontale Cortex waren in den Phasen starker spiritueller Empfindungen besonders aktiv. Dieses Hirnareal ist unter anderem für Bewertungen, die Einschätzung von Situationen und moralische Überlegungen zuständig. Demnach hat die religiöse Verzückung bei den frommen Mormonen durchaus auch eine rationale Komponente und ist kein reines, diffuses Gefühl.“
SIEG!!!
9. November 2016
Nicht vergessen: Hillary hat gewonnen! Mehr Amerikaner haben sie gewählt!
Ich referiere einen Artikel über die Arbeit von David Kupelian, der über die Emotionelle Pest aus christlicher Sicht schreibt. Siehe seine Bücher The Marketing of Evil, How Evil Works und The Snapping of the American Mind.
Er frägt, ob die Clintons derartig soziopathisch sind, daß niemand ermessen kann, wie böse sie sind. Ich erinnere nur daran, daß Hillary ein Dauerlächeln aufgesetzt hat, immer gut drauf zu sein scheint und ständig von „Liebe“, „Miteinander“, „Versöhnung“, „Frieden“ und „Solidarität“ redet, während alles, was sie anfaßt, im Höllenfeuer zur Asche wird.
Kupelian weist darauf hin, daß der Wähler in Kategorien von liberal (links) und konservativ und den großen gesellschaftspolitischen Themen denkt und entsprechend zur Wahl geht. Während ihm gar nicht aufgeht, daß man bei Hillary mit etwas konfrontiert ist, was vollkommen unabhängig davon ist: die Zerstörung um der Zerstörung willen, Macht um der Macht willen. Der typische, „naive“ Amerikaner könne gar nicht so denken und sei deshalb wie blind gegenüber dem Bösen.
Aus orgonomischer Sicht geht es um zweierlei:
Wir erkennen den Schmerz in anderen, nur wenn wir selbst den Schmerz erlebt haben. Und so in allem! Die Menschen haben im allgemeinen keinerlei Kontakt zu dem DOR in sich selbst und können deshalb DOR-Wesen wie Hillary nicht als solche erkennen. Aus christlicher Sicht erinnere ich an G.K. Chestertons Romane über „Pater Brown“, die nur ein einziges Thema haben: als demütiger Christ kennt der Pater die Sünde in sich selbst, das radikal Böse, und kann deshalb die Teufel in Menschengestalt erkennen und sie effektiv bekämpfen.
Zweitens: Menschen wie Hillary sind innerlich tot. Ihr autonomes Nervensystem ist so gut wie abgestorben. Entsprechend kennen sie weder Angst noch Mitgefühl. Sie funktionieren wie Roboter. Perfekte Roboter, die Lächeln, wenn man lächeln muß, die „Mitgefühl“ zeigen, wenn es angebracht ist, etc. Der normale Mensch sieht das freundliche Lächeln und glaubt, daß es einem „guten Herzen“ entspringt, weil das so ist, wenn er lächelt, tatsächlich ist es aber nur die Fassade einer effizienten Tötungsmaschine.
Der Kapitalismus ist nicht die Lösung
21. Januar 2016Reich wurde in eine Familie von Großgrundbesitzern hineingeboren, die in Galizien wie kleine Landadlige herrschten. Verhältnisse wie heute vielleicht in Guatemala! Im Ersten Weltkrieg implodierte diese Welt. Wie viele seiner Generation war der restlos desillusionierte Frontkämpfer Reich vom „russischen Experiment“ fasziniert. In seiner Tätigkeit als Psychiater und Psychotherapeut, der Ambulanzen für Mittellose anbot, hatte er aus erster Hand Einblicke in das schier ausweglose Elend der Nachkriegszeit. Leute wie die Hausärztin Marie „Mizzi“ Frischauf-Pappenheim (1882-1966) überzeugten ihn schließlich von der Marxistischen Wirtschaftstheorie. Eine gerechte Welt war möglich.
Zwar glaubte er im Laufe der Zeit weniger und weniger an linke Politik, die im Kern „Sozialpolitik“ ist (d.h. von der Hilflosigkeit der Massen lebt und diese perpetuiert) und formulierte sein Konzept der „Arbeitsdemokratie“, doch am ökonomischen Kerngehalt des Marxismus hielt er stets fest, zumal er am Ende seines Lebens zunehmend mit der ekelerregenden Geschäftemacherei der Pharmaindustrie konfrontiert war. Der Orgonenergie-Akkumulator war eine potentielle Gefährdung ihrer Profite! (Reichs Anwälten wurde das ganz offen gesagt.)
In meiner Auseinandersetzung mit Marx habe ich in diesem Blog zu zeigen versucht, daß dessen „Politökonomie“ unvereinbar mit Reichs Konzept Arbeitsdemokratie ist, es jedoch eine große Schnittmenge zwischen der Arbeitsdemokratie und Friedrich August von Hayek gibt, der „Österreichischen Schule“ in der Ökonomie.
In der Österreichischen Schule geht es im Grunde nur um eines: die Wirtschaft ist dermaßen „organisch verwoben“, daß man sie nicht von außen regulieren kann.
Friedrich August von Hayek’s time has come! In diesem Artikel wird jedoch kritisch angemerkt, daß die Österreichische Schule nicht erklären kann, warum die Märkte immer wieder daran scheitern, eine vernünftige und vor allem finanzierbare Gesundheits- und Altersversorgung für die Unterschicht bereitzustellen.
Beispielsweise ist das Gesundheits- und Rentensystem von der Qualität her in den USA zwar geradezu traumhaft, wenn man ein gutes Einkommen hat oder auch zufällig in der richtigen Branche, in der richtigen Firma arbeitet, aber für die Armen und auch für ein Gutteil der Mittelschicht ist es die reinste Katastrophe. Selbst wenn niemand hungern muß und im Notfall für medizinische Versorgung gesorgt wird (MEDICAID und MEDICARE), bleiben beispielsweise künstliche Hüftgelenke, die in Deutschland eine Selbstverständlichkeit sind, für viele alte Amerikaner ein unerreichbarer Traum. Deutsche können da nur vollkommen fassungslos mit dem Kopf schütteln.
Reichs erste Formulierungen seiner „Arbeitsdemokratie“ vom Ende der 30er Jahre erinnern sehr an „rätekommunistische“ und „anarcho-syndikalistische“ Konzepte – „unter Ausschluß des Privateigentums an gesellschaftlichen Produktionsmitteln“. Organisatorische Anregungen, die er bald fallenließ und durch eine Maxime ersetzte: Funktion hat stets Priorität vor Struktur – der rationale Arbeitsprozeß selbst soll die Gesellschaft bestimmen.
Damit näherte sich Reich der Vorstellungswelt der Österreichischen Schule sehr stark an. Es war nur folgerichtig, daß Hayek’s The Road to Serfdom zu einer der Grundtexte der Orgonomie wurde. Aber, wie gesagt, es gibt Lücken in der Österreichischen Schule, die ausgerechnet für die Orgonomie von zentraler Bedeutung sind, insbesondere das Gesundheitswesen.
Der Kapitalismus hat für eine praktisch hundertprozentige Versorgung der Bevölkerung mit Kühlschränken, Waschmaschinen, Telefonen, etc., neuerdings sogar mit Computern, gesorgt. Bei allem was recht ist: ich möchte in keinem anderen System leben und wäre bereit zur Waffe zu greifen, wenn hier der Sozialismus (oder meinetwegen „Rätekommunismus“) eingeführt würde! Gleichzeitig möchte ich aber auch nicht, daß zentrale Bereiche von „Liebe, Arbeit und Wissen“ vom Profitdenken bestimmt werden. Ich möchte nicht, daß die Alten und Schwachen unter die Räder geraten.
Genau hier ist Raum für Reichs „prä-amerikanische“ Überlegungen über „Arbeits- und Konsumvertreter“, die, um Reich zu paraphrasieren, aus ihren sachlich-fachlichen Kenntnissen und Fähigkeiten heraus die Interessen und materiellen Bedürfnisse der arbeitenden Massen vertreten (siehe Die natürliche Organisation der Arbeit, 1939).
Dies geschieht heute in jeder gutgeführten gemeinnützigen Organisation, solange sie nicht von irgendeiner meschuggen Ideologie bestimmt wird. Es ist kaum einzusehen, warum sich Medizin und Altenpflege flächendeckend nicht ähnlich organisieren lassen. (Wobei natürlich jedem freistehen sollte, daneben privatwirtschaftliche Lösungen anzubieten.)
Und es geht hier nicht nur um den Kapitalismus mit seinen Profitinteressen, sondern auch um jene Sozialdrohnen, die wie die Maden im Speck von der gegenwärtigen Sozialbürokratie leben. Man erzähle mir nicht, diese Leute hätten keine „Profitinteressen“! Beide, die „Kapitalisten“ und die „Sozialisten“, haben ein wirtschaftliches Interesse daran, daß den Menschen langfristig nicht geholfen wird.
Ein genuin arbeitsdemokratisches System würde die Medizin und sogar die Altenpflege mit der Zeit schrumpfen lassen. (Wenn man ihnen nur vernünftig hilft, können Alte sehr lange ein selbstbestimmtes und produktives Leben führen!) Ausgerechnet jene Bereiche also, die heute als „Zukunftsbranchen“ gelten.
Es geht um Solidarität – um Liebe. Wir brauchen einander. Das Problem ist, daß zwei Ebenen verquickt werden, die man auseinanderhalten muß: den Kapitalismus, der von Effizienzdenken und monetärem Kalkül geprägt ist, und die grundlegendere Arbeitsdemokratie, in der es darum geht, gemeinsam und wechselseitig Bedürfnisse zu erfüllen. Vom Feld der Arbeit auf das der Sexualität übertragen, entspricht das erstere der Ebene, von der die Evolutionsbiologie handelt, die kalte Welt der genetischen Auswahl, das letztere der bioenergetisch-emotionalen Ebene, von der in Reichs Sexualökonomie die Rede ist.
Dazu wollen wir auf die vielleicht ersten Anklänge an das Konzept „Arbeitsdemokratie“ in Reichs Werk blicken. Im Oktober 1934 fügte Reich folgende Fußnote seinem Aufsatz „Dialektischer Materialismus und Psychoanalyse“ (1929) an:
Da der heutige ökonomische Marxismus im Namen von Karl Marx gegen die Sexualökonomie polemisiert, bringe ich ein Zitat, das zeigt, wie sehr Marx die Bedürfnisse als Basis der Produktion und der Gesellschaft einschätzte (…). „Die Individuen sind immer und unter allen Umständen von sich ausgegangen, aber daß sie nicht einzig in dem Sinne waren, daß sie keine Beziehungen zueinander nötig gehabt hätten, da ihre Bedürfnisse, also ihre Natur und die Weise, sie zu befriedigen, sie aufeinander bezog (Geschlechtsverhältnisse, Austausch, Teilung der Arbeit), so mußten sie in Verhältnisse treten. Da sie ferner nicht als reine Ichs, sondern als Individuen auf einer bestimmten Entwicklungsstufe ihrer Produktivkräfte und Bedürfnisse in Verkehr traten, in einen Verkehr, der seinerseits wieder die Produktion und die Bedürfnisse bestimmte. So war es eben das persönliche individuelle Verhalten der Individuen, ihr Verhalten als Individuen zueinander, das die bestehenden Verhältnisse schuf und täglich neu schafft. Sie traten als das miteinander in Verkehr, was sie waren, sie gingen ‚von sich aus‘, wie sie waren, gleichgültig welche Lebensanschauung sie hatten. Die ‚Lebensanschauung‘ selbst, die windschiefe der Philosophie, konnte natürlich immer nur durch ihr wirkliches Leben bestimmt sein.“ (Marx-Engels, Deutsche Ideologie, Wien-Berlin, 1932, S. 16)
An der Basis haben wir die Arbeitsdemokratie, auf der der Kapitalismus beruht, der wiederum die gesellschaftliche Ideologie prägt. Vergegenwärtigen kann man sich das an einer Arztpraxis. Auf der untersten Ebene arbeitet der Arzt als eben das, als Arzt im persönlichen Kontakt mit seinem jeweiligen Patienten. Auf der zweiten Ebene ist der Arzt Geschäftsmann, der ein kleines Unternehmen nach betriebswirtschaftliche Prinzipien „kalten Herzens“ führt („Zeit ist Geld!“). Und auf der obersten Ebene ist er gefangen in irrationalen Regularien, etwa das vollkommen absurde „Qualitätsmanagement“, die die jeweilige gesellschaftliche Ideologie widerspiegeln.




















