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Charles Konia in der Diskussion (Teil 7)

15. März 2026

Im Mai 2010 stellte Dr. Konia folgende Blogeinträge ins Netz, auf die hier erneut hingewiesen wird, damit sie nicht verlorengehen:

Blogeinträge Mai 2010

  • Das Scheitern der modernen Psychiatrie
  • Wir sollten unsere politischen Leidenschaften bändigen
  • Die sozio-politische Rotverschiebung
  • Die emotionale Dynamik zwischen den Islamo-Faschisten und den westlichen Liberalen
  • Was geschieht mit der Türkei?
  • Die Emotionelle Pest lebt davon, im Verborgenen zu bleiben
  • Der Vertrauensverlust der amerikanischen Wähler

 

 

Leserkommentare zu „Die sozio-politische Rotverschiebung“:

Peter 2015: Hier die perfekte Beschreibung der Rotverschiebung:

Vaclav Klaus: In Deutschland nur linke Parteien

Sebastian Says: In diesem Artikel geht es um die Probleme einer konservativen Partei in einer roten Parteienlandschaft. Dem Autor zufolge zerfleischt sie sich aufgrund eines Streites um die Ausrichtung der Partei – entweder attraktiver oder antagonistischer Gegensatz – selbst:
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article141006424/Die-AfD-hat-eine-grosse-Chance-verschenkt.html

Peter: In den USA haben jetzt die Linken die absolute Übermacht! [2026: der alte Link ist tot, aber Google sagt mir: Nach einem jahrelangen zweistelligen Vorsprung der Konservativen erreichten beide Gruppen 2015 erstmals Parität. Im Jahr 2021 identifizierten sich laut Gallup sogar erstmals geringfügig mehr Amerikaner als sozial liberal (34 %) denn als sozial konservativ (30 %).]

Sebastian: Dabei hatte ich schon Hoffnungen, dass das Pendel nach Obama wieder zurückschwingt.

Robert: Dazu passt, dass die Atheisten in den USA stark zunehmen.

Peter: Zu diesem Komplex möchte ich noch zweierlei sagen. Erstens haben die Konservativen selbst schuld! Es ist ja nun nichts falsch, was Reich über die autoritäre Familie gesagt hat. Man schaue sich nur dieses Photo des republikanischen Präsidentschaftskandidaten plus Familie von 2012 an:

Dazu fällt mir wirklich nichts mehr ein!

Zweitens: Reich glaubte (hoffte), daß der Schock des Zweiten Weltkriegs die Menschen in Richtung Arbeitsdemokratie bewegen würde und Konia, Crist et al. dachten ähnliches in Bezug auf den 11. September – ein Ende der Überexpansion und damit eine Rückkehr zu konservativen Werten. Das genaue Gegenteil ist eingetreten!
Die Massen lernen einfach nichts hinzu.

Dazu Robert: Man kann von jedem Politiker dumme und lächerliche Fotos schießen. Selbst Reich berichtete, dass in der norwegischen Pressekampagne ein Foto von ihm in einer faschistischen Zeitung veröffentlicht wurde, das ihn wie ein Idiot aussehen ließ.

Peter: Es muß so aussehen, als würde ich alles und jeden hassen. Nein, es gibt tatsächlich Menschen und Meinungen, die ich vorbehaltlos liebe. Etwa den hier: [der alte Link ist tot, es ging um meinen Liebling Henryk M. Broder]

Peter: Die CDU ist eine kommunistische Partei, die umgehend verboten gehört:
http://vera-lengsfeld.de/2016/05/26/erneuerter-gedenkort-fuer-einen-massenmoerder

Eine Antwort zu „Was geschieht mit der Türkei?“

Peter 2012: Hier ein kleines Schlaglicht auf die Situation in der Türkei:
[alter Link ist tot, aber ich fand folgendes bei Google: Anfang 2016 sorgte Erdoğan für Verwirrung, als er Hitler-Deutschland als ein „Beispiel für ein effizientes Präsidialsystem“ nannte, als er versuchte, seine Verfassungsänderung zur Einführung des Präsidialsystems in der Türkei zu verteidigen. Das Präsidialamt relativierte dies später als „falsch interpretiert“.]
Es ist dort „1932“!

Zu „Die Emotionelle Pest lebt davon, im Verborgenen zu bleiben“

Robert 2013: „Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silvia, des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad und des türkischen Ministerpräsidenten Recap Tayyip Erdogan,…“
Nanu, bin ich wieder mal falsch informiert?
Brasilien ist eine parlamentarische Demokratie, sozusagen der Vorhof der USA, und Erdogan der westliche Bluthund, von dessen Land der Guerillakrieg gegen Syrien stattfindet. Die Atomanlagen im Iran werden übrigens von der Atomenergiekommission überwacht, was nicht viel heißen muss, das gebe ich zu.
Warum lässt die sogenannte Freie Welt ihren Erdogan, NATO-Partner, das zu?
Da stimmt doch wieder mal in Konias Schwarz-Weiß-Weltsicht einiges nicht. Macht aber nichts, irgendeine „orgonotische“ Erklärung wird er schon finden, Reich kann sich auch nicht mehr gegen solche Konstruktionen wehren.
So ist quasi Konias Definition:
Alles was gegen westliche Interessen und monoimperialistische Kriege ist, wird als emotionale Pest bezeichnet.
Das ist schön trivial und erspart Faktenwissen und Nachdenken.

Peter: Hier nochmals etwas Hintergrund, um zu zeigen, daß es wirklich um die Emotionelle Pest geht: [alter Link tot]

Peter: Der frühere brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hatte Ahmadineschad im November 2009 mit offenen Armen in Brasília empfangen. Im Atomstreit hatte sich Lula zum Vermittler zwischen Iran und Amerika aufschwingen wollen, woran er allerdings scheiterte.
Diesmal hat Teheran nach Auskunft des brasilianischen Außenministeriums nicht einmal angefragt, ob Ahmadineschad vorbeischauen dürfe. Lulas Nachfolgerin Dilma Rousseff ist auf Distanz zu Iran gegangen, der Handelsverkehr hat sich seit ihrem Amtsantritt vor einem Jahr drastisch vermindert. Mit ihrem Kurswechsel habe Frau Rousseff das von Lula gestörte Verhältnis zu den Vereinigten Staaten verbessern wollen, heißt es in Brasília.
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/ahmadineschad-in-suedamerika-bogen-um-brasilien-11603703.html

Robert: „Dies ist ein klassisches Beispiel für die Emotionelle Pest in Aktion: der vorgebliche Grund, der für eine Handlung angegeben wird, und der wahre Grund stimmen nie überein.“
Es gibt noch viel bessere Beispiele:
Der Irak hat Massenvernichtungswaffen und muss ausgeschaltet werden.
Osama bin Laden operiert von Afghanistan aus, dass deswegen besetzt werden muss.
Syrien könnte chemische Waffen benutzen und wir, der Westen, müssen das Land deswegen besetzen.
To be continued…

Peter: Wie selbstverständlich die Annahme ist, Bush habe vor dem Irakkrieg über die mutmaßlichen irakischen Massenvernichtungswaffen gelogen, zeigt sich auch daran, dass eigentlich nie versucht wird, sie zu belegen. Der Grund dafür ist einfach: Es geht nicht. Wer diese Behauptung aufstellt, lügt selbst.
http://www.tagesspiegel.de/meinung/kontrapunkt-fair-game-wahrheit-und-dichtung-ueber-george-w-bush/3190550.html
Aber so ist die total verquere Welt der Linken und deutscher „Verschwörungstheoretiker“. Alles, wirklich alles, ein dumpfes Lügengebäude. Dazu auch ein sehr interessanter Leserbrief im obigen Link:
Zu den unausrottbaren linken Propagandamärchen gehört die endlos wiederholte aber falsche Behauptung, die Amerikaner hätten Saddam im Krieg gegen den Iran bis auf die Zähne bewaffnet. Tatsächlich war der Anteil der Rüstungslieferungen aus den USA vollkommen unbedeutend; er beschränkte sich auf ein paar Hubschrauber und entsprach somit in Bezug auf Umfang und Qualität etwa dem Beitrag der BRD an den Lieferungen. Fast das gesamte irakische Waffenarsenal stammte aus der Sowjetunion und aus Frankreich. Die Russen lieferten HiTech-Kampfflugzeuge, Panzer, Scud-Raketen etc., die Franzosen versorgten Saddam u.a. mit modernsten Bombern vom Typ Mirage, und verkauften ihm Exocet Raketen und eine leistungsfähige Luftabwehr. Auch Uran für eine Atombombe sollte geliefert werden, doch der Deal wurde durch amerikanische und israelische Intervention im letzten Moment vereitelt. Und wäre Osirak in Betrieb gegangen, hätte der Reaktor langfristig das für eine irakische Atombombe benötigte spaltbare Material abgeworfen.
Tatsache ist, dass deutsche Wissenschaftler und Ingenieure den Irakern beibrachten, wie man Giftgas herstellt. Doch die sonst für ihre kritische Haltung bekannten Deutschen, wenn es um tatsächliche oder vermeintliche Verfehlungen anderer geht, waren einschließlich ihrer Regierung auf den irakischen Auge immer auffallend blind und sie sind es offensichtlich noch.

Peter: Hier eine sehr gute Analyse am Beispiel der Neonazi-Debabtte um Augstein: wie sich eine emotionell pestkranke Reaktion durch die Bevölkerung frißt und wie man sie mit kontaktvollen Analysen stoppen kann: [alter Link gelöscht]

Robert: Der konservative Jan Fleischhauer zu den Vorwürfen über Augstein:
Antisemitismus-Debatte
Der Fall Augstein
Eine Kolumne von Jan Fleischhauer
Was bringt ein renommiertes Institut wie das Simon-Wiesenthal-Zentrum dazu, einen SPIEGEL-ONLINE-Kolumnisten unter die zehn schlimmsten Antisemiten einzureihen? Die Erklärung liegt in den Gesetzen der Aufmerksamkeitsökonomie.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/antisemitismus-debatte-der-fall-augstein-a-875976.html

Peter: Schauen wir doch mal, was Augstein eigentlich gesagt hat!!
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/alles_auf_anfang_was_hat_augstein_eigentlich_geschrieben/

Peter nochmal zum eigentlichen Thema: [alter Link tot]

Orgonomische Politik? (Teil 2)

3. März 2026

Mir wurde von amerikanischen linken „Reichianern“ (die Marx, Marcuse und anderen Murx hochhalten) vorgehalten, wie verlogen doch Konia & Co. seien, die diesen „Reichianern“ eine Politisierung der Orgonomie vorwerfen, während gerade diese Orgonomen selbst weit mehr politisch agitieren, wenn auch extrem rechtskonservativ. Wie kann es sein, daß, wenn man für Obama ist, als „Anti-Orgonom“ dasteht, während ein ausgesprochener Obama-Gegner und Tea-Party-Aktivist den Mantel Wilhelm Reichs überstreifen kann?

War Reich nicht selbst Sozialist?! Was ist mit seinen gesellschaftspolitischen Forderungen und Aktivitäten Ende der 1920er bis Mitte der 1930er Jahre?! Nun, Reich ging es um die Freilegung der Wechselwirkung zwischen Charakterstruktur und Gesellschaft. Er erkannte, daß Gesellschaftspolitik nicht etwa Ausdruck konkreter soziopolitischer Erfordernisse ist, sondern charakterstruktureller Zwänge. An die Stelle der Gesellschaftspolitik tritt entsprechend die Arbeitsdemokratie, d.h. die Absage an jedwede Ideologie – d.h. die Überwindung jedes charakterstrukturellen Zwanges. Hat aber nicht Reich Politik ohne wenn und aber überhaupt abgelehnt?!

Das Problem mit dieser Argumentation ist, daß mit dem Begriff „Politik“, zwei gegensätzliche, sich wechselweise sogar ausschließende Gegebenheiten bezeichnet werden. Wenn Konservative von „Politik“ sprechen, dann meinen sie Staatskunst, Diplomatie, Schutz von Besitz und Familie und nicht zuletzt eine staatliche Haushaltsführung, bei der am Ende die Bilanz bei plus minus Null steht, also weder die gegenwärtige noch zukünftige Generationen durch Überschüsse bzw. Schulden ausgebeutet werden. Wenn Linke von Politik reden, dann meinen sie GESELLSCHAFTSpolitik, d.h. Veränderung der Gesellschaft durch staatliche Interventionen, Regulierung der Wirtschaft, „Umverteilung“ und eine von oben organisierte Umgestaltung der Familienstrukturen. Neuerdings sogar die Aufhebung der Staatsgrenze und Umvolkung, also die biologische Ausmerzung des Souveräns selbst.

Man mag einwenden, daß „Konservative“ heutzutage doch genau dasselbe tun, aber erstens passen sich diese dem „Zeitgeist“ an, um politisch zu überleben, und wenn sie doch tatsächlich konservative Gesellschaftspolitik betreiben, dann ist das eine Abwehrreaktion, die ihnen von den Linken aufgezwungen wurde.

Jedes Zusammenleben in größeren Gruppen braucht so etwas wie einen Staat und damit Politik, d.h. die Auseinandersetzung wie dieser Staat konkret funktionieren soll. Dazu müssen Allianzen geschlossen, Kompromisse eingegangen, ein Geflecht von Verpflichtungen geknüpft werden. Das kann man bereits in jeder Schimpansenhorde beobachten. In Rudimenten bei allen Herdentieren. Der Unterschied zur Gesellschaftspolitik ist, daß genuin politische Entscheidungen selten und nur punktuell getroffen werden müssen.

Die Staatskunst kann irrational sein, ist es sogar meistens auch („Seilschaften“), aber sie ist nicht prinzipiell irrational. Man nehme ein denkbar einfaches Beispiel: die Spartaner. Es mußte entschieden werden, ob sie sich dem persischen Großreich widersetzten oder sich unterwerfen und hoffen, sich einordnen zu dürfen. Das ist Politik: Gemeinschaften müssen handlungsfähig sein, sozusagen als „juristische Person“ mit einem Ziel und einem Willen auftreten, oder sie können nicht überleben.

Irrational und zwar prinzipiell irrational wird es, wenn eine gesellschaftspolitische Agenda ins Spiel kommt. Man nehme etwa die ach so demokratische Mitgliederbefragung der Parteien zu Koalitionen. Frägt man Parteimitglieder, geht es meist um irgendwelche unsinnigen, wenn nicht destruktiven ideologischen Wunschträume: Gleichstellung homosexueller Paare, doppelte Staatsbürgerschaft, höhere Renten und Mindestlohn. Das sind durchweg keine politischen, sondern gesellschaftspolitische Fragen. Es sind keine Fragen des Überlebens, sondern es ist durchweg der pure Schwachsinn, etwa die Rechtschreibreform und ähnlicher destruktiver – Schwachsinn.

Das Fatale ist, daß es sich hier um sogenannte „Sachthemen“ handelt, also das ganze einen rationalen Anstrich hat, während es sich bei der drögen Staatskunst meist um „Personalfragen“ dreht, was einen extrem irrationalen Gout hat. Tatsächlich geht es aber um den alles entscheidenden Charakter der Entscheidungsträger. Die „Sachfragen“ beantworten sich sowieso meist von selbst. Wirkliche politische Weichenstellungen sind, wie gesagt, eher selten zu treffen. Immer wenn grußspurig davon die Rede ist, daß es um „Sachthemen“, nicht um „Personalfragen“, gehen soll, denkt der tumbe „Reichianer“ an „Arbeitsdemokratie“, tatsächlich erhebt aber ihr diametrales Gegenteil ihr häßliches Haupt: die Emotionelle Pest!

politikgesellschafts

Orgonomische Politik? (Teil 1)

2. März 2026

Ich kann es nicht lassen, die Facebook-Beiträge von Amerikanern, die außerhalb des American College of Orgonomy (ACO) stehen, über mich ergehen zu lassen. James DeMeo ist (bzw. ntürlich war) die einzige Ausnahme, der Rest ist einheitlich für Hillary, Obama, Bernie Sanders, den sogenannten „demokratischen Sozialismus“ und die Grüne Agenda. Das rechtfertigen sie mit ihrem Kampf gegen den „Faschismus“, den Trump angeblich verkörpert, vor allem aber „sexualökonomisch“, d.h. mit Themen wie Frauenrechte, Empfängnisverhütung und Abtreibung, Schwulenrechte, Mutterschutz, etc. Hinzu kommt der „Klimaschutz“ und allgemein der Schutz der Umwelt.

Diese Argumente zielen ins Leere, denn „rechte“ Orgonomen wie Baker, Mathews und Konia haben sich ausdrücklich und radikal von Konservativen distanziert, wenn es um die Bereiche Sexualität, Religion und Umweltschutz geht. Aber warum dann doch realiter immer konservative Politiker unterstützen? Weil es getreu des Reichschen Diktums darum geht Politik selbst als Krankheit zu sehen, d.h. Politik an und für sich in Frage zu stellen.

Von jeher haben Konservative Politik stets auf ihren rationalen Kern beschränken wollen, d.h. schlicht auf die „Staatskunst“: Sicherung der Grenzen, der Infrastruktur und das ständige Bemühen, die Gewaltenteilung aufrechtzuerhalten. Linke hingegen wollten stets weit mehr als reine Staatskunst, nämlich stets „Gesellschaftspolitik“, d.h. ideologische Gleichschaltung durch den Staat (etwa den „Kampf gegen Rechts“), die Sozialstaatsidee, etc. Mit anderen Worten die Durchdringung der gesamten Gesellschaft mit der Emotionellen Pest, die mit staatlicher Gewalt ihre Ziele durchsetzt. Plötzlich werden die Grenzen geöffnet, die Staatskassen für arbeitsscheues Gesindel geplündert, deine Kinder lernen in der Schule alles über „Analverkehr“ und du selbst stehst mit einem Bein im Gefängnis, wenn du eine Meinung kundtust, die vor wenigen Jahren noch Mainstream war. Und diese „orgonomischen“ Idioten unterstützen das alles, damit weiter Millionen Ungeborene zerhackt und abgesaugt werden dürfen, der Islam sich auf Kosten des Christentums ausbreiten kann und die Landschaft mit Vogelschreddern verschandelt wird … Und das alles im Namen von „Wilhelm Reich“!

Um der Idiotie die Krone aufzusetzen, sagen sie dir dann noch voll Entrüstung ins Gesicht, daß ja schließlich gerade doch das ACO politisch sei. Sie sind charakter-strukturell unfähig den Unterschied zu sehen, weil ihre Panzerstruktur zwanghaft nach „Gesellschaftspolitik“ verlangt. Sie brauchen sie, wie Konservative die Religion brauchen.

Deutschland und die Emotionelle Pest (Teil 33)

10. Februar 2026

Es hat etwas Befriedigendes, am Anfang einer Biographie über Joseph Goebbels (Narziß Goebbels. Eine psychohistorische Biographie) Reich zitiert zu sehen.

Im ersten Kapitel geht es um jene Gruppe, aus der Goebbels entwachsen ist und die die Hauptstütze des Nationalsozialismus war: das Kleinbürgertum, das durch den Untergang des Wilhelminischen Deutschland sich gezwungen sah, die sie tragenden gesellschaftlichen Strukturen so weit wie möglich aufrechtzuerhalten. Dazu diene insbesondere die Aufrechterhaltung der gewohnten Feindbilder.

So steht [das Kleinbürgertum] den Vertretern des Großkapitals feindlich gegenüber, und zwar als unbewußte Wahrnehmung der ökonomischen und damit auch der sexuellen Freiheit, wie Wilhelm Reich darstellt, weshalb es Adolf Hitler und Joseph Goebbels später ein Leichtes sein wird, aus einem latenten einen massiv-aggressiven Antisemitismus in der Bevölkerung aufzubauen. (S. 18)

Reichs Analyse fassen die Autoren wie folgt zusammen:

Eine politisch-gesellschaftliche Diktatur, wie der Nationalsozialismus sie darstellt, gründet ihr Fundament auf Begriffe wie Reinheit, Ehre, Pflicht, Tapferkeit und Disziplin, wodurch ein vermehrter Druck auf die zwangsmoralischen gesellschaftlichen Vorstellungen ausgeübt wird. Da diese permanente sexuelle Selbstbeherrschung und die Angst vor der eignen Sexualität den Kleinbürger überfordern, entsteht eine Führersehnsucht, um die eigene individuelle (und damit auch sexuelle Verantwortung) abzugeben, womit die Strukturlegung für den reaktionären Menschen gegeben ist. (S. 19)

Reich hält Hitlers Persönlichkeit, oder gar die eines Goebbels, für vollständig nebensächlich und denkbar uninteressant. Ihm ging es darum, wie die Massen auf solche Knallchargen haben hereinfallen können. Die Frage ist demnach: Was geht in den Massen vor?

Daß [die] Massenorganisierung gelang, lag an den Massen und nicht an Hitler. Es lag an der autoritären, freiheits-ängstlichen Struktur der Menschen, daß seine Propaganda Wurzeln fassen konnte. Daher kommt das, was an Hitler soziologisch wichtig ist, nicht aus seiner Persönlichkeit, sondern aus der Bedeutung, die er von den Massen bekommt. (Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 57)

Es geht darum, ob die Massen ihr Leben selbst in die Hand nehmen oder irgendeinem „Sozial-Demokraten“ folgen, weil der ihnen verspricht, er werde sie an die Hand nehmen und sie „betreuen“. Es geht um die Übernahme von Eigenverantwortung.

Die Grundlage von Eigenverantwortung ist der ungehinderte „psychische“ Kontakt mit seiner Umgebung. „Psychohistorie“, wie sie in immer neuen Büchern über die Nazi-Größen zelebriert wird, verlagert jedoch die Energie ins Gehirn („Grübelei“, „Logelei“) und verstärkt dadurch die Kontaktlosigkeit des Lesers. (Sie ist in etwa mit dem Marxismus vergleichbar, dessen „Analysen“ den gleichen blöde machenden Effekt haben. Kein Wunder, daß Psychoanalyse und Marxismus bei „Intellektuellen“ so beliebt sind!)

Und dann ist da etwas, was die Bücher über die Protagonisten des Dritten Reiches schlichtweg ungenießbar macht: Es wird nie diskutiert, daß Leute wie Hitler und Goebbels nicht einfach nur „böse“ waren, auf den eigenen materiellen Vorteil bedacht waren und Lügen verbreitet haben, sondern vor allem auch Wahrheiten ausgesprochen haben, die nie über die Lippen unserer vermeintlichen „Demokraten“ kommen. Reich:

Es ist nie aus den Augen zu verlieren, daß Hitler stets an den berechtigten Haß des Massenmenschen gegen die Scheindemokratie und das Parlamentssystem anknüpfte – und mit viel Erfolg! (ebd., S. 233)

Für den gepanzerten Menschen ist Hitler ein absolutes Faszinosum. Manchmal will es scheinen, daß der Spiegel und das ZDF kein anderes Thema kennen und das Jahr ein, Jahr aus, über Jahrzehnte hinweg. Der paranoid-schizophrene Charakter Hitler hatte und hat diesen Erfolg seit nunmehr über 90 Jahren, weil er auf verzerrte Weise drei Dinge ansprach, die schlichtweg wahr sind:

  1. Seine Darstellung „des Juden“ ist fast eine perfekte Beschreibung der Emotionellen Pest im allgemeinen und des pestilenten Charakters im besonderen.
  2. Sein extremer Rassismus verweist darauf, daß der Mensch ein Tier ist und entsprechend gesellschaftliche Probleme letztendlich biologische Probleme sind.
  3. Sein Kampf gegen die christliche Mitleidskultur, mit dem er die abendländische Kultur vor dem Untergang bewahren wollte, ist von geradezu prophetischer Bedeutung.

Mit traumwandlerischer Sicherheit sind es gerade diese drei Aspekte, die dämonisiert werden: jedwede Analyse des Bösen als charakterologisches Problem ist Anathema, die biologische Bestimmtheit des Menschen, selbst seine Zweigeschlechtlichkeit, wird radikal infrage gestellt und christliche Tugenden werden auf masochistische Selbstverleugnung zugespitzt. Beide christliche Kirchen sind zu Todfeinden des deutschen Volkes mutiert. Auf diese Weise wird Hitler immer ein Faszinosum bleiben!

Ein weiteres Moment wird gerne verdrängt, da es zu sehr nach Apologetik klingt: Rechte Bewegungen appellieren immer an das Gesunde im Menschen, das „gesunde Volksempfinden“, während die Linke stets das Kranke in den Menschen beschwören. Wie bedürftig (infantil) doch alle „Unterdrückten“ seien, man müsse „Widerstand“ (sic!) leisten. Der Nationalsozialismus hingegen handelte zentral von nichts anderem als von Gesundheit und Schönheit und ihrer Erhaltung („Rassereinheit“). Siehe dazu den ausgezeichneten Film von Peter Cohen Architecture of Doom.

Die Frage stellt sich, ob die Nationalsozialisten wirklich „Rechte waren“, betrachtete sich doch Hitler als „Deutschen Lenin“.

Es läßt sich trefflich darüber streiten, ob der „Kampf gegen Rechts“ nicht Etikettenschwindel ist. Bzw. kann man streiten, solange man auf der oberflächlichen Ebene von Politik, Ökonomie, Soziologie und Psychologie verharrt.

Die Orgonomie behauptet, daß der ideologische Unterschied zwischen Liberalen („Linken“) und Konservativen letztendlich auf strukturellen Unterschieden beruht, d.h. grundsätzlich unterschiedliche Charakterstrukturen vorliegen. Den grundlegenden bioenergetischen Unterschied zwischen „Linken“ und „Rechten“ hat Charles Konia in seinem Blog herausgearbeitet.

Es wird unisono suggeriert, die National-Sozialisten seien natürlich Linke gewesen, was denn sonst?! Nun, die meisten Menschen haben dieses ach so „offensichtliche Faktum“ nicht so gesehen. Aber man kann dieses Thema von der Warte der Ideologie her ohnehin nicht sinnvoll behandeln.

Die beste Annäherung an das Thema ist, wie stets bei solchen Dingen, wenn man nach einem entsprechenden Problem in der Gegenwart sucht. Hier bietet sich der Islamismus an, der ohne jeden Zweifel „rechts“ ist: es geht um konsequente Fortschrittsfeindlichkeit, um blinden Glauben an Autoritäten, um Frauenfeindlichkeit, Kulturimperialismus, Rassismus, Geschäftemacherei, Machismo, Klassenunterschiede, Gewaltverherrlichung, Rückwärtsgewandtheit, etc.pp. Am eindeutigsten „rechts“ ist der alles durchdringende Mystizismus im Islam.

Der Islam ist zweifellos rechts und zweifellos wurde er von Menschen geschaffen und geprägt, die auch von ihrer Charakterstruktur rechts waren. Aber wie Charles Konia in seinem Buch The Emotional Plague (S. 256) ausführt, gibt es auch im Islam Menschen mit einer „linken“ Charakterstruktur. Konia zufolge erkennt man sie daran, daß es ihnen vor allem um ihre kulturelle Identität zu tun ist.

Wie ihre pseudo-liberale Entsprechung im Westen zieht es sie zu linksgerichteten politischen Versammlungen, etwa Demonstrationen von Feministinnen, oder sie schließen sich antiamerikanischen Antikriegs-Bewegungen an. Sie identifizieren sich mit den Unterprivilegierten und Außenseitern und betrachten Amerikaner als Rassisten, die gegen Moslems Vorurteile hegen. Ihre Identität gruppiert sich um die muslimische „Opferrolle“ und nicht um das westliche Land, das sie aufgenommen hat. Sie tragen Schleier nicht so sehr aus religiöser Überzeugung, sondern als Zeichen des Protests und um ihre „Gruppenidentität“ zu feiern. Sie blühen auf, wenn sie Kontroversen hervorrufen und beim Debattieren sozialer und politischer Fragen, weil auf diese Weise Energie in ihr Gehirn hochgezogen wird.

Ähnlich muß man die Nationalsozialisten betrachten. Beispielsweise war Goebbels von der Charakterstruktur her wohl doch eher ein „Linker“, während Himmler ein „Rechter“ war.

Die Frage, wie man die „Bewegung“ als ganzes einordnen soll, läßt sich nur beantworten, wenn man den Nationalsozialismus in die gesamte Geschichte des Abendlandes einordnet, wie Konia es getan hat. Dann geht es schlicht um die Frage, ob intellektuell durchschaubare mechanische Kräfte das Geschehen bestimmen (Mechanismus) oder ein undurchschaubarer Gott bzw. „die Vorsehung“ (Mystizismus). Diese beiden grundsätzlich unvereinbaren Weltanschauungen gehen auf die Charakterstruktur ihrer Anhänger zurück. Diese bioenergetische Ebene wird zwar von politischen, ökonomischen, soziologischen und psychologischen Verwerfungen überlagert, teilweise bis zur Unkenntlichkeit verzerrt, kommt aber letztendlich doch zum tragen.

Bernd A. Laska liest den Roman IDEALISTEN von Hans Scherfig (Teil 3)

4. Februar 2026

Bernd A. Laska liest den Roman IDEALISTEN von Hans Scherfig (Teil 3)

Peter Töpfer (Teil 12)

12. Dezember 2025

Die Massen in den überlaufenden Wartezimmern der „objektivierenden“ Psychotherapeuten warten auf Töpfer (Tiefenwahrheit, S. 73), der sich auf Stirner beruft: „Stirner (…) war die Ausgeburt des Subjektiven; das machte ihn zum ‚bedeutsameren Denker‘ (Laska), und deswegen ist er unser Leitstern“ (S. 73). Reich, der „ich-feindliche Mechanist“ (S. 302), hingegen sei ein „enthemmter Anti-Subjektivist (…), der als Helfer bei einer Eignerwerdung im stirner‘schen Sinne von vornherein nicht in Frage kam“. Reich hätte doch lieber Landwirt bleiben oder sich auf Naturwissenschaft beschränken sollen! Außerdem war er, wie Laska, „ich-schwach, in beträchtlichem Maße entfremdet und von großem Mißtrauen sich selbst gegenüber gewesen“ (S. 101).

Ahnt Töpfer eigentlich wie modern oder sagen wir lieber „postmodern“ (antiautoritär) er mit seinem radikalen, alles Objektive dekonstruierenden Subjektivismus ist? Für ihn ist die subjektive Wahrheit die eine und einzige Wahrheit (S. 102). Sieht er nicht, daß heute, in der woken Gesellschaft, alle Diskussionen postphilosophisch ablaufen, d.h. rationale („kognitive“) Argumente spielen keinerlei Rolle mehr, sondern nur noch Gefühle, allein schon, wenn man falsche oder verbotene Worte benutzt? Im Zweifelsfall enden die Diskussionen dann emotional-affektiv mit Weinen oder hysterischen körperlichen Bedrohungen.

„Es nimmt angesichts der Heerscharen von Wahrheitskrämern nicht Wunder, daß die Wahrheit bei Stirner gehörig ihr Fett abkriegt.“ Dieser Satz Töpfers zeigt, daß er nicht die blasseste Ahnung von dem hat, was Wahrheit (Kontakt) und was Wahrheitskrämerei (der kontaktlose Umgang mit der Wahrheit) ist. Stirner habe „nur“ die äußere Wahrheit, „auf die Welt außer mir bezogene Wahrheit“, denunziert. Verwirrenderweise fährt er im nächsten Satz fort: „Gegen diese ‚zahllosen Wahrheiten‘ hatte er ja auch gar nichts.“ Aber es sei halt nicht seine innereWahrheit: „die Wahrheit, die er zur Konstituierung seiner Person (seines ‚Eigners‘) und zu seinem Verkehr braucht“ (S. 104). Für mich sind diese Ausführungen nichts weiter als wirres Zeugs! Wahrheit ist Kontakt mit der Wirklichkeit und wer keinen Kontakt zu sich selbst hat, kann auch keinen Kontakt zu seiner Umgebung haben und umgekehrt. Punkt. Ende der Diskussion!

Und was die Wirklichkeit betrifft und damit die Wahrheit: wir haben Hunderte von Millionen Jahren von Evolution, d.h. Anpassung an die Wirklichkeit, hinter uns. Wir können hundertprozentig sicher sein, daß wir die Welt exakt so wahrnehmen, wie sie ist. Eine hypothetische „wirkliche Wirklichkeit“ kann uns gleichgültig sein. Hauptsache der Schlüssel (wir) paßt zum Schloß (die Umwelt). Unser einziges Problem ist die Panzerung, die den Kontakt verzerrt. Punkt. Ende der Diskussion!

Dazu schreibt der offensichtlich vollkommen ungepanzerte Töpfer: „Meine Wahrheit entsteht in mir, ich pflücke sie nur in mir ab, und dann weiß ich sie – ist sie mir ‚gewiß‘. Manchmal muß ich sie, im Unterschied zu Stirner, der sie ja angeblich schon vollumfänglich hat, auch suchen – aber eben nur in mir, niemals im Äußeren (es sei denn, ich bin Ingenieur und will eine Maschine bauen)“ (S. 106). – Oder essen, arbeiten, lieben, mich in der Umwelt bewegen, überhaupt irgendwie außerhalb meines Kopfes leben und – überleben!

Töpfer: „Stirner meint mit der Wahrheit (…) irgendeine höhere Wahrheit, die weitab von mir ist und nach der ich von vornherein nur im Außen suche – Politik, Geschichte, Wissenschaft, Philosophie –, anstatt daß ich ‚bei mir zuhause nachsehe‘ (Otto Waalkes), oder die jetzt in mir ist, weil ich sie hereingenommen, die ich von außen übernommen habe (‚Über-Ich‘)“ (S. 106). Die „äußere Wahrheit“, daß ich lieber nicht prüfen sollte, ob eine Herdplatte angeschaltet ist, indem ich meine Handfläche auf sie lege, ist schlichtweg realitätsgerecht und „Wissenschaft“ und deshalb, wenn ich es einem Kind vermittle meinetwegen „rationales Über-Ich“. Nur Unsinn, etwa das Tragen einer Covid-Maske, das Kindern eingebleut wurde, erzeugt ein „irrationales Über-Ich“. – Bei Töpfer geht das alles im Wirbelwind pseudo-philosophischer Phrasen unter! Immerhin ist die „objektivistische“ Wissenschaft ja sein Hauptgegner!

Töpfer:

Psychologie ist als Wissenschaft das neue Heilige: etwas Höheres – nichts Gutes wie die Mathematik (…). Stirner weiter dazu: „Warum ist eine unumstößliche mathematische Wahrheit, die nach dem gewöhnlichen Wortverstande sogar eine ewige genannt werden könnte, keine – heilige? Weil sie keine geoffenbarte, oder nicht die Offenbarung eines höhern Wesens ist.“ Jede Anthropologie aber kann ebenfalls, selbst wenn sie mit mathematischen Mitteln arbeitet, nur eine solche geoffenbarte Wahrheit sein, weswegen ich sie nicht mag. (S. 107)

Daß grundsätzlich alle bisher erforschten Menschengruppen die gleichen Grundemotionen zeigen, daß es nie und nirgends vegane Menschengruppen gab, überall Linkshänder in der Minderzahl sind, etc.pp. und daß in der wissenschaftlichen Anthropologie alles durch den Fleischwolf der Frage nach der statistischen Relevanz der Ergebnisse gedreht wird, gerade um alles Ideologische, d.h. „Über-Ichige“ auszuschließen… Seufz! – Das bedeutet nicht, daß die Wissenschaft „heilig“ ist, sondern nur, daß die Wirklichkeit dich zum Straucheln bringen wird, wenn du das kollektiv angesammelte Wissen ignorierst und vollkommen verpeilt deiner „inneren“ vermeintlichen „Wahrheit“ folgst und entsprechend selbst jeden Scheiß auf die harte Tour lernen mußt!

Warum Töpfer so ist, teilt er uns selbst mit. Seine „Wahrheitstheorie“ begann im Alter von 15 Jahren, als er auf seinen initialen Hauptgedanken kam: Wenn ich unter irgendetwas leide – wenn zum Beispiel meine Mutter sterben sollte –, dann muß ich nur darüber nachdenken, dann muß ich mir das genau vorstellen und analysieren. Dann könne mir nichts passieren“ (S. 108). Die Seelenwelt des tatsächlich noch „ich-schwachen“ Kindes, das an die Allmacht der Gedanken glaubt, an die die Welt konstituierende „innere Wahrheit“. Wenn ich die Augen zumache, sieht mich niemand!

Das ist der Kern des gesamten Projekts „Tiefenwahrheit“. Laska habe nur paraphilosophische Kriminalgeschichte betrieben, um eine illusorische bzw. verbrecherische Praxis der Neurosenprävention zu initiieren (Stichwort Pädosex), doch ich, Töpfer, verändere die Welt, indem ich die Augen zumache und in mich gehe. Ich werde sozusagen effektiv, indem ich affektiv werde… Mein, Töpfers, Maßstab von Aufklärung und Wahrheit ist die Holocaustleugnung! Willkommen in der wunderbaren Welt von – LST! Aber es geht tiefer:

Rückblickend hätte ich mir LSR sparen können. LSR war nur ein Umweg zu SJT bzw. ST, d.h. zur Tiefenwahrheit als stirneristischem Verfahren zur „Selbstermächtigung“ (Laska) bzw. zur Wieder-Aneignung. Für ein solches Verfahren scheidet R sowieso aus. Dieser hatte auch einen Umweg genommen, aber einen unproduktiven: über Freud zurück zu seiner Naturwissenschaft. Meiner, über Reich und Janov, war produktiv. (S. 658)

Charles Konia in der Diskussion (Teil 6)

20. November 2025

Im April 2010 stellte Dr. Konia folgende Blogeinträge ins Netz, auf die hier erneut hingewiesen wird, damit sie nicht verlorengehen:

Blogeinträge April 2010

  • Was ist falsch daran, die gleichgeschlechtliche Ehe zu legalisieren?
  • Was ist ein Psychopath und wie entsteht er?
  • Warum wird Amerika zunehmend gehaßt?
  • Haben Shows wie „Hannah Montana“ einen schlechten Einfluß auf Kinder?
  • Ist es falsch Kindern einen Schnuller zu geben?
  • Warum Hirnleistungstraining nicht funktioniert
  • Der Ursprung des Konflikts zwischen Links und Rechts
  • Was Rush Limbaugh wissen sollte

Zu „Was ist ein Psychopath und wie entsteht er?“ schrieb Robert 2012: Ich frage mich immer, ob diese „sexuelle Revolution“ nicht auch indirekt durch Reichs Bücher entstanden ist.

Darauf Peter: Reich hat sich tierisch über die Rezeption seines Werkes bei den „Beatniks“ aufgeregt.

Robert: Es gibt allerdings einen Schwachpunkt in Konias Theorie. Die sozialistischen Länder waren alle autoritären Gesellschaften und demgemäß müssen die Menschen dort gesünder gewesen sein. Zumindest in der DDR waren die Frauen orgastisch potenter wie in der BRD.

„Warum wird Amerika zunehmend gehaßt?“

Peter schrieb 2012: Zu den Türken in Deutschland eine interessante sexualökonomische Analyse: Es geht nicht um Kultur und nicht um Religion. Es geht, davon ist Güner Yasemin Balci überzeugt, im Grunde um nichts anderes als Sex.

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.tuerkische-literatur-in-stuttgart-zurueck-in-die-steinzeit.87a85372-866f-4ce1-82b7-a6e66478015c.html

Darauf Robert: Die Ehre der Familie ist auch was Sexuelles, nämlich die Jungfräulichkeit der Tochter und damit wären wir beim „Einbruch der sexuellen Zwangsmoral“. Und der ganze Islam besteht aus Vergewaltigung und Besitz der Frau und ist im Kern auch wieder sexuell. [Der damalige Link ist tot, stattdessen: https://www.dw.com/de/t%C3%BCrkei-gewalt-femizide-morde-frauenmorde-frauen-m%C3%A4dchen-istanbul-konvention-v2/a-70496458 ]

O.: Je gebildeter türkische Familien, eben auch Männer sind, desto weniger herrschen „türkische Zustände wie in der „Steinzeit““, wie wir sie kennen und uns immer vorstellen. Uns fällt immer nur der „soziale Abschaum“ auf, der in der Türkei nichts geworden ist und zu uns kommt. Gebildetere Türken schämen sich genauso dafür.
Und dennoch ist das konservative „Familienglück“ auch noch in ihren Adern.
Mich stört der einseitige feministische Ansatz, Männer sollten gestärkt werden, wenn sie in ihrer Kultur etwas verändern wollen: gutes Beispiel, türkische Männer unterstützen sich gegenseitig in einem Verein, dass sie ihre Frauen und Kinder nicht prügeln.
Aber sicherlich muss da viel mehr passieren. Mehr Geld für Sozialarbeiter und Jugendhilfe. Und vor allem Ausbildung und Jobs, das, was die Globalisierung kaputt macht.

Darauf Robert: Das muss mit Bildung gar nichts zu tun haben, sondern kann auch mit einer festen religiösen Überzeugung zusammentreffen:

Der menschenverachtende Aufruf an unsere Politik, auch die Beschneidung von Mädchen aus religiösen Gründen zuzulassen, zeigt, dass die primitive Praxis der Genitalverstümmelung nichts mit mangelnder Aufklärung, geringer Bildung oder schlechter sozialer Lage zu tun hat. Der Aufruf des eloquenten und weltgewandten ägyptischen Professors ist vielmehr ein Beleg dafür, dass Genitalverstümmelung auch von gebildeten Eliten, die rückständigen Ideologien anhängen, gefördert wird.

[Der damalige Link ist tot, stattdessen: https://pi-news.net/2014/09/berliner-professorin-will-genitalverstuemmelung-bei-maedchen-legalisieren/ ]

O.: „Warum wird Amerika zunehmend gehasst?“
Was für eine Frage? Amerikaner fühlen sich wohl immer schon per se gehasst und möchten doch nur geliebt werden.
Sharaf kam einmal auf mich zu und sagte: You hate me? Because I am jewish. – Äh, ich wusste nicht dass er jüdisch war und habe mir überhaupt keinen Gedanken gemacht.
Konia meint, dass Authoritäten per se gehasst werden, weil die „sexuelle Revolution“ ab den 50-ern jeden Respekt vor Authoritäten hat verblassen lassen.
Die plakative These ist schon sehr undiffernziert, Respekt bekommen „natürliche Authoritäten“, andere dürfen wohl keinen mehr erwarten, die Zeiten sind wohl wirklich vorbei.
Wobei den Kindern immer noch die Angst vor „Authoritäten“ beigebracht wird. Insbesondere haben Kinder Angst und Panik vor Alkoholikern, Drogenabhängigen, Polizisten oder TV-Stars, da diese für unberechenbar oder gewalttätig gehalten werden.
Konia meint wohl Amerika würde als Land eine Authorität darstellen müssen, die Respekt verdienen würde.
Aber vielleicht assoziiert man mit Amerika auch eher die Vernichtung der Ur-Amerikaner, Hiroshima, Nagasaki, Vietnam, Zerstörung des Irak, Hollywood, Kennedy, kalter Krieg, Nato-Doppelbeschluss und jubelt trotzdem Obama zu als er noch kein Präsident war und niemand wußte, dass sein Vater bei der CIA war.

Darauf Robert: Konia zählt nur die irrationalen, unbewußten Motive der USA-Gegnerschaft auf, aber es gibt auch eine rationale, faktenbasierte Grundlage, die brutale Außenpolitik abzulehnen. Das bedeutet nicht unbedingt, dass man die USA hasst, sondern nur das Verhalten einer politischen Clique, die die Herrschaft aktuell inne hat.

Peter: Nichts, wirklich nichts wird die 9/11-Idioten jemals überzeugen! Man kann ihnen alles erklären – sie werden immer neue „Ungereimtheiten“ entdecken. Vollkommen hoffnungslos, weil es kein Problem der äußeren Realität ist, sondern eines der inneren: die chrakterstrukturelle Verformung aller Menschen, die sich der antiautoritären Gesellschaft nicht entziehen können.

Peter: Heute abend im Fernsehen WOLFERINE. Wieder ein Beispiel, wie der Antiamerikanismus aus Hollywood kommt. Hier geht es um unmenschliche Machenschaften des vollkommen entmenschten US-Militärs. Eine Bevölkerung die ständig (jeden Tag mindestens ein Film mit dieser Tendenz!) dermaßen indoktriniert wird, muß bei Ereignissen wie dem 11. September vollkommen automatisch an „It was an inside job!“ denken.
Das geht so seit 40 Jahren so, als etwa US-Western grundsätzlich Parabeln über den Vietnam-Krieg waren. Vielleicht die größte Massenindoktrination der Weltgeschichte.
Die massenpsychologischen Hintergründe erklärt Konia.

Klaus: Kann mir jemand kurz erklären, was genau Henry Kissinger vorgeworfen wird und warum manche ihn für einen Kriegverbrecher halten? ich finde in erster Linie Um-den-heißen-Brei-Gerede.

Peter: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Akte_Kissinger

Es wird gerne vergessen, daß zwischen etwa 1947 und 1989 der Dritte Weltkrieg wütete. Es mußten ständig „realpolitische“ Entscheidungen getroffen werden, die fast immer darauf hinausliefen, ob man, was weiß ich, beispielsweise 200 Menschenleben opfert, um WAHRSCHEINLICH 200 000 Menschenleben zu retten. Es müssen Entscheidungen getroffen werden, wie die, ob man dem größten Massenmörder der Weltgeschichte (Mao) die Hand reicht, um so einen Atomkrieg zwischen den Großmächten ein Stück unwahrscheinlicher zu machen.
Jimmy Carter wollte mit seiner betont nicht realpolitischen Ausrichtung alles besser machen: er und niemand sonst hat die iranische Revolution, den Islamismus und Zimbabwe zu verantworten.

Darauf Klaus: OK, es geht also um mehrere Aktivitäten, die jener Hitchens genauso allen anderen Beteiligten vorwerfen dürfte.
„ständig ‚realpolitische‘ Entscheidungen getroffen werden, die fast immer darauf hinausliefen, ob man, was weiß ich, beispielsweise 200 Menschenleben opfert, um WAHRSCHEINLICH 200 000 Menschenleben zu retten.“
Das Dilemma sehe ich durchaus seit Langem und entspricht einem dümmlichen Pazifismus, der bekanntlich kaum zu rechtfertigen ist. Fragwürdig wird es nur, wenn man die Gefahr und die Erfolgsaussicht solcher Aktionen nicht richtig einschätzt, und vom Einschätzen hängt ja eine Menge ab. Was Pinochet angeht, hörte ich immer wieder von blutigsten Folter – bzw. Hinrichtungsorgien (Stadion Santiago); Viatnam My Lai; u. Ä., worauf natürlich die Linken dauernd herumgeritten haben, während sie zu gleich blind für die roten Verbrechen waren. Es bleibt schwierig …
Ich nehme an, dass Kissinger auch durch seine Kindheit (13 Verwandte ermordet) ‚realpolitisch‘ geprägt war.

Und weiter 2016: Die USA unterstützen die Taliban wegen ihrer anti-iranischen Einstellung und in der Hoffnung, diese würden das Land einigen und den Bürgerkrieg beenden, was die Region sehr viel stabiler machen würde.“
Wieder etwas mehr oder weniger weit Hergeholtes; der Vorstellung, in ihrem Land finde ein Stellvertreterkrieg statt, hängen auch einige Afghanen in Deutschland an. Gibt es klarere Hinweise darauf? Oder sind nicht Sachverhalte, die Charakter und Mentalität betreffen, ausreichend?

Peter 2015 zu „Haben Shows wie ‚Hannah Montana: einen schlechten Einfluß auf Kinder?“

The impact of scary TV on children’s wellbeing has been overstated, according to University of Sussex psychologists.
While research has shown that a small minority of children can have extreme reactions to a scary programme or film, the researchers found that, overall, children show very little sign of increased anxiety, fear, sadness or sleep.
problems.
[Der damalige Link ist tot, deshalb: https://www.sbs.com.au/news/article/impact-of-scary-tv-on-children-overdone/xa15r0d6m ]

O. 2012 zu „Ist es falsch Kindern einen Schnuller zu geben?”
Die dahinter stehende Diskussion ist, ob Kinder frühzeitig abgestillt werden sollten oder nicht. Wenn man einen Rat geben will, dann ist es besser nicht abzustillen! Das Kind weiß selbst, wann es nach Jahren abstillen möchte. Es geht hierbei nicht nur um Ernährung, die Muttermilch, die viele wichtige Stoffe liefert, sondern vor allem um den energetischen Kontakt, die auch erregenden Sensationen, die die Mutter zu lassen kann (oder nicht).
Wenn eine Mutter dies nicht erträgt, dann stillt sie nicht, einen „orgonomischen“ Zwang hierzu gibt es nicht, und sie wird die Flasche geben.
Der Ernährungsaspekt muss gesondert diskutiert werden. Wer nicht stillt, gibt Aletebrei und die Hipp-Gläschen, gestillte Kleinkinder bekommen dies viel später und nur als Ergänzung zur Muttermilch.
Nestle freut sich über jedes Kind, das nicht mehr gestillt wird. Warum dürfte klar sein.
Als Faustregel, die auch nirgendwo veröffentlicht wurde, können Kinder durch aus bis zur ersten Klasse gestillt werden, wobei es in den letzten Jahren eher um den beruhigenden Aspekt geht.
So und jetzt zum Schnuller. Es kommt auf das Stillen an. Wenn jemand nicht stillt, dann wird dem Kind ein Schnuller angeboten oder auch aufgedrängt, letzteres ist furchtbar. Auch gestillte Kleinkinder werden mal den Schnuller ausprobieren wollen, um zu wissen wie es ist. Dann sollte man auch auf den richtigen achten, der im Plastik nicht irgendwelche Schadstoffe hat.
Zusammenhänge zwischen Schnuller (und Nicht-Schnuller) zu Medienkonsum etc. sind wissenschaftlich nicht untersucht oder belegt, behaupte ich bis mir eine solche Untersuchung vorliegt. Es gehört in den Bereich der plausiblen Mythen, wie bei Navarro, die Idee, dass Kopfpanzerung mit Haarausfall bei Männern zusammenhängen würde.
Was aber anzunehmen ist, sind früh abgestillte Personen oral frustriert worden sind, was für die Psychotherapie insofern später von Bedeutung ist, dass Depressionen und depressive Reaktionen hier ihren Ursprung haben. Da man das später auch nicht mehr ändern kann, man könnte hier einen Schnuller zum therpeutischen Einsatz bringen, ist es nur für die Entwicklungspsychologie von Relevanz und für die Aufklärung der Mütter. Die emotionale Bedürftigkeit des Patienten kommt in der Körpertherapie deutlich zu Tage, hoffen wir, dass eine Therapeut damit umgehen kann und nicht selbst oral frustriert wurde. Die Verhaltenstherapie hat hierfür keinen Sinn und ignoriert dies, da es auch zu sehr an Freud (und Reich) erinnert.

Klaus sagte 2012 zu „Antworten zu “Warum Hirnleistungstraining nicht funktioniert“: Eine Tante von mir, deren einziges geistiges ‚Interesse’ in ihren letzten Jahren zu Hause darin bestand, Kreuzworträtsel zu ‚lösen’, hat Alzheimer.
Eine weitere Verwandte beschäftigt sich mit Sudoku und glaubt, dadurch ihr Gehirn …
Hüther nervt zwar, aber der nette Liebling der linksliberalen Bildungsesos hat hier sicher Recht:
„Das menschliche Hirn sei kein Ablageort für möglichst viel Wissen, da seien Bibliotheken und das Internet viel besser geeignet. Laut Hüther müsse das Hirn vorrangig dazu benutzt werden, um mit dem verfügbaren Wissen kreativ umzugehen und es richtig zu vernetzen. Denn wenn jemand eine Aufgabe mit Interesse und Begeisterung angehe, würden -auch in reiferen Jahren des Erwachsenseins- tiefer liegende Nervenareale des Gehirns dazu angeregt, neue Verknüpfungen zu bilden, die letztlich neue Ideen und Erkenntnisse ermöglichten, so Hüther weiter. Der „Dünger“ für diese erweiterten Hirnaktivitäten sei eigenes Interesse und echte Begeisterung für ein Thema und keinesfalls Leistungsdruck und Stress. In diesem Zusammenhang kritisiert der Professor auch das von vielen engagierten Eltern forcierte frühkindliche Lernen mit zahllosen Angeboten: Kinder, die dauernd etwas angeboten bekommen, lernten vielleicht, viel zu konsumieren; ihre eigene Neugier, Entdeckungsfreude und Kreativität würden auf diesem Weg jedoch nur unzureichend gefördert.“ (https://www.ihre-gesundheit.tv/medical-news/begeisterung-und-kreativitaet-sind-dunger-fuer%C2%B4s-gehirn/ )
Vernetzen blabla … OK, aber vor allem: Begeisterung für Themen

Peter: https://www.zdnet.com/article/qa-new-evidence-shows-brain-training-games-dont-work/
New evidence shows brain-training games don’t work
New evidence fails to replicate the very study upon which the brain-training game industry depends
Es geht mal wieder um sehr viel Geld!

Robert: Hirntraining, zB Lernen, bringt durchaus etwas. Das kann man heutzutage sogar bildlich im CTG messen. Nur Lernen mit dem Computer bringt bei Minderjährigen nichts. Siehe Manfred Spitzer, Digitale Demenz.

Klaus: “ bringt durchaus etwas. Das kann man heutzutage sogar bildlich im CTG messen“ Dann kommt es darauf an, WAS es ggf. bringt und WAS gemessen wird. In dem smartplanet-Link wird auf Gedächtnisleistungen Bezug genommmen. Menschen können Alzheimer haben und sich dabei (je nach Stadium) an vieles detailliert erinnern und z. B. perfekt beim Mensch-ärgere-dich-nicht abzählen; das alles allerdings ohne das geringste erkennbare Interesse und ohne jegliche ‚innere‘ Beteiligung.

Und weiter: Ich meinte natürlich: in dem mir bekannten Fall ohne für MICH erkennbare ‚innere‘ Beteiligung. Es ist erstaunlich, wie hingegen Naomi Feil Kontakt herzustellen vermag (Beispiele bei Youtube). Das ist allerdings eine Sache, die wohl besondere Kompetenzen erfordert.

2015 schrieb Peter:

„Bike heißt Fahrrad… Apple = Apfel“… Statt Vokabeln nur stumpf zu wiederholen, sollten Schüler beim Lernen mehr Sinne ansprechen, sagen deutsche Forscher. Ihrer Studie zufolge prägen sich Vokabeln besser ein, wenn man gleichzeitig passende Bilder betrachtet, aber vor allem, wenn man sie durch eine Geste ausdrückt. Die Devise heißt also: Denk an den Begriff und steig auf das virtuelle Fahrrad oder beiß in den imaginären Apfel! Der Effekt dieser Strategie lässt sich sogar an der Aktivität des Gehirns erkennen.

https://www.wissenschaft.de/erde-umwelt/beweg-dich-gesten-praegen-vokabeln-ein/

Und weiter: In letzter Zeit häufen sich Belege in internationalen Studien, daß sich das Risiko, an Demenzen und Depressionen zu erkranken, insbesondere durch sportliche Betätigung signifikant verringern läßt. Noch gibt es für diesen Effekt keine schlüssige neurophysiologische Erklärung. https://www.assmann-stiftung.de/bestimmte-nervenzellen-erneuern-sich-ein-menschenleben-lang/

Klaus zu „Der Ursprung des Konflikts zwischen Links und Rechts“: „[…] keine Art von politischem Aktionismus […]“
Und es ist gerade Aktionismus, der Linke so sehr prägt: „Bist du aktiv? Was tust du gegen …?“
„[…] Verheißung von Freiheit, Glück […]“, die vielleicht auch darin einen Ausdruck findet, dass so viele der Szene sich mehr oder weniger als Künstler darstellen.
In dieser Gegend habe ich mal gewohnt, und es ist erstaunlich, wie prall gefüllt sie von ‚Künstlern’ sein soll:
[toter Link]

O.: Nun unter „Szene“ hätte ich was anderes verstanden, jene künstlichen Kunstprodukte, deren Kunst so überflüssig ist, dass es einen wundert, dass es hierfür einen Markt geben soll.
Die hier aufgeführten Kiezkünstler – über Geschmack lässt sich streiten – haben keine MediaSpree hinter sich, keine „Universal Music“, sondern versuchen sich als Hobbykünstler, was doch einfach nur toll ist, dass jeder nach seinen Marotten sich zeigt. Sie bereichern, wenn man es mag, die sozialen Kontakte im Kiez.
Das ist besser als vor der Glotze DSDSS zu schauen.

Klaus: Tja, über diese Sachen, die man so von der Straße aus betrachtet, lässt sich schwer argumentieren – ähnlich wie Theoretisieren über Rechts und Links in der Politik mit Bezug auf ‚Kern‘ und ‚Schichten‘ recht schnell beliebig wird. Am Ende berufe ich mich innerlich wohl doch wieder auf persönliche Eindrücke. Das harte Argument erfordert Theorie auf der Basis klinischer Daten; und da ist man wieder bei den wissenschaftstheoretischen Debatten z. B. über Funktionalismus (das gefiel mir mit Jonas ganz gut).

Klaus: Wenn es einfach nur um Marotten ginge, ok. Marotten sind beispielsweise, wenn Egon jeden Nachmittag um vier Uhr vier Pralinen isst, und das aus Prinzip.
Für mich ist aber recht deutlich, dass die ‚Szene’ z. B. Folgendes praktiziert und zelebriert:
– Kunst = Selbstverwirklichung
– Nichts ist ganz ernst zu nehmen, jeder hat seine eigenen ‚Wahrheiten’
– Nur eins ist sicher: ‚Faschos’ sind böse und gehören weg
Auf einer derartigen Grundlage kann ich mich über nichts ernsthaft unterhalten; man teilt ja nichts. Da bleibt nur noch Selbstverliebtheit mit Stil.
Bin froh, aus Berlin raus zu sein, nun schon einige Jahre.
Und das (oben) nun etwas mit ‚Kern’ und ‚Schichten’ zu tun hat?

O.: Das Problem ist der gepanzerte Mensch … (Konia), sonst würde nach jeder Wahl spätestens nach 2-4 Wochen der Präsident als Gangster am Baum vor dem weißen Haus aufgenüpft werden.
Nachdem die „Konservativen“ (nehmen wir mal diese freundliche Umschreibung an) die Karre an die Wand gefahren haben, KZ mit Folter errichtet haben, was „Konservative“ so lange nicht stört, bis sie selber drin sitzen oder versuchten den harten Cowboy raushängen zu lassen und einen Atomkrieg riskieren oder provozieren mit der dümmlichen Vorstellung, Amerika wird von Gott geschützt oder dem SDI, oder der Patriot II Abwehrrakete und dem AWACS, in frühere Zeit „Neger“ und „Kommunisten“ zu jagen, kein Gesundheitssystem (für alle) zu haben etc. – kommt dann mal ein sogenannter „linker“ Liberaler dran, der die Freiheit verspricht, von der unter den Konservativen nichts übrig geblieben ist (außer für sich selber). Alle Hoffnung liegt auf ihm, eine völlig übersteigerte Hoffnung. Kennedy wurde dann mal eben von einem „Einzeltäter“ von allen Seiten durchlöchert, ein Vorgang, der nie einem Konservativen passierte.
Wilson, den kenn ich gar nicht. Also weiter mit Obama, der den Frieden vom Himmel verspricht und Revolutionen im Ausland lobt (Prag), solange sie nicht gegen Amerika gerichtet sind, er verkörpert auch die neue Hoffnung und Freiheit, die die Konservativen erdrückt und erstickt haben. Es ist der Ausdruck des gepanzerten Menschen, der diese Hoffnung nun will. Kein weiterer Konservativer hätte bestehen können, weil das Volk eben nicht mehr eine „konservative“ Regierung ausgehalten hätte. Obama verhinderte den Umsturz durch das Volk, er hielt seine Versprechen nicht, aber er war die bessere Wahl als zurück zur Bush/Reagan und Co. Regierung.
Nun dass Obama kein Linker ist, muss wohl als Staatgeheimnis aufrecht erhalten werden. Er rettet die Regierung und das demokratische Einparteiensystem zweier gleichgesinnter Fraktionen in die nächste Phase der Konservativen.
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Kaum wird es einen wundern, in D läuft dasselbe Spiel. Hat es die CDU mit allem übertreiben, darf sie pausieren und die SPD führt die Geschäfte in gleicher Manier weiter, doch die Arbeiter und Linken sind zufrieden und hoffen auf ein wenig mehr Freiheit, jedoch werden die „Antiterror und Überwachungsgesetze“ und „Notstandsgesetze“ (für einen Bügeraufstand) durchgesetzt, die unter der CDU nur Widerstand in der Bevölkerung hervorrufen würden. In diesem Sinne sind die „linken“ (und Grünen und FDP usw.) der verlängerte Arm des Teufels.
Wie die „demokratische“ Rückholung der Macht aussieht, weiß man, seit dem Rücktritt von Willy Brandt und dem anschließdenen Putsch von Kohl gegen Schmidt („konstruktiver Misstrauenantrag“ oder so) und Schröder bekommt einen fetten Posten und hebt Merkel in großer Koalition auf den Thron.
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Dann lass ich mich noch hinreißen ein paar Worte zu den „Rotfront-Kapitalisten“ zu sagen, die früher aus Moskau finanziert wurden, was die CDU wusste (der man ja kein Wort glauben kann) und wohl sich als solches herausstellte, als die Zahlungen eingestellt wurden. Doch fand sich leicht für „Linke“ eine neue Investorin, US-Fonds aus schwarzen Kassen. Nun finanziell besser ausgestattet, halten sie keinem festeren Blick mehr stand, der ihr schlechtes Gewissen enttarnt.
Spricht man sie auf Reich an, warum sie diesen nicht in ihren roten Buchläden verkaufen, erntet man misstrauische Blicke, mehr oder weniger offene Ablehnung, insbesondere wo sie jetzt so schön angepasst und konservative Mainstreamwissenschaften vertreten. (Hiervon sind die Grünen genauso betroffen).
Ich sehe keinen Konflikt zwischen rechts und „links“ – alle passen schön zusammen und spielen ihre Rollen.

Claus 2015: Konia:
„Die Ideologie des echten Liberalen wird bestimmt durch und ist Ausdruck der zugrundeliegenden menschlichen Hoffnung auf die Verheißung von Freiheit, Glück und dem Wunsch nach sozialen Verbesserungen, während die Ideologie des echten Konservativen von der Überzeugung bestimmt wird, daß diese angestrebten Zustände, sofern sie denn überhaupt realistisch sind, praktisch nicht, vorsichtig ausgedrückt, über das hinaus zu verwirklichen sind, was die Menschen in Amerika ohnehin schon haben.“
Könnte man sagen:
Konservativ zu sein, heißt, etwas als natürlich zu akzeptieren; also: bewahren
Links und linksliberal zu sein, heißt, nicht etwas als natürlich zu akzeptieren, und stattdessen, bestimmen (z.B. mitbestimmen) zu wollen
Ein Beispiel des linken Denkens ist das Gender Mainstreaming und auch schon die Gleichstellungspolitik, sofern sie Ungleichheit nicht akzeptiert, sondern als ungerecht abzuschaffen versucht.

Darauf Peter: Generell ist es ein Gegensatz von unten und oben:
# Konservative fühlen aus dem Bauch heraus, Liberale (Linke) denken zerebral „differenziert“.
# Konservative leben aus den „unten“ gelegenen Schichten der Vergangenheit heraus, Liberale orientieren sich an den zukünftigen („obigen“) Möglichkeiten.
# Konservative orientieren sich an den wenigen tieferliegenden Funktionsprinzipien, die Liberalen an den oberflächlicheren zahllosen Funktionsvarianten.
# Konservative resignieren („Es war immer so und wird immer so bleiben!“), während Liberale „expandieren“ voller Hoffnung in die Zukunft hinein.
# der Konservative werkelt stumm auf der Stelle, er ist der geborene Tüftler, während der Liberale typischerweise Handel betreibt und dabei redet und redet und redet.
# die Unterschicht ist imgrunde konservativ, die Oberschicht imgrunde liberal.

Claus antwortet: oben – unten ; mmh, wäre wohl ein wenig zu klären.
Auf das reichianische Lob der Bildhaftigkeit möchte ich mich nicht allzu sehr (allenfalls vorübergehend) einlassen.
„Konservative orientieren sich an den wenigen tieferliegenden Funktionsprinzipien, die Liberalen an den oberflächlicheren zahllosen Funktionsvarianten.“ Ja. Übrigens landet neuere begriffliche Behandlung von Naturgesetzen bei David Armstrong und Brian Ellis bei folgenden Merkmalen:
Es sind Allimplikationen („Alle F sind G“), die
notwendig (wenn auch nicht logisch, also aus semantischen Gründen, notwendig), daher auch kontrafaktisch (also auch „Wenn a F wäre, wäre a G“),
und
a posteriori (also so, dass es Erfahrungen bedarf, um sie zu erkennen)
sind.
Das hat sicher mit ‚Funktionsprinzipien‘ zu tun (wohlgemerkt: Das heißt nicht, dass WR daran gedacht hat; das Thema Reich-Talmudismus gab’s hier ja schon mal.)
https://www.cicero.de/kultur/politisch-korrekt-oder-die-kultivierung-des-misstrauens/53946
„Die inhaltliche Leere des Konservatismus äußert sich gerade darin, dass entweder politisch korrekte Gepflogenheiten übernommen werden oder aber das Aufbegehren gegen ‚PC‘ verschwörungstheoretische Formen annimmt, ohne dass offensiv für eigene Positionen argumentiert und gestritten wird. Dies wohl, weil es einfacher ist, die Verlogenheit der ‚Anderen‘ anzuprangern, als sich mit dem Zerfall der traditionellen Moral auseinanderzusetzen.“
Man merkt, dass es wichtig wird, „konservativ“ nicht bloß als Festhalten an etwas Altem zu beschreiben, sondern eher als Glauben an dauerhaft Zutreffendes.

Peter: „Die inhaltliche Leere des Konservatismus…“ – Der Konservative ist nicht „politikfähig“, da Politik per se links ist.
Gerade im ARD-Presseclub: Pegida kann in Westdeutschland keinen Fuß fassen, weil hier die Zivilgesellschaft aktiver ist. Zivilgesellschaft??!!

Und: Überhaupt der Presseclub und ähnliches: absolut gespenstisch, wenn man mit Leuten von „ganz oben“ spricht: Deutschland steht mit absoluter Sicherheit kurz vor dem Kollaps, schlimmer als „1933“. Oder anders gesagt: die Katastrophe ist bereits eingetreten, es dauert nur bis die Schockwelle alle erreicht.
Und das weltweit. Trump sagt immer wieder, daß, wenn die nationalen Schulden nur noch ein wenig steigen, der point of no return für die USA erreicht ist. Die 1930er Jahren waren im Vergleich ein Kindergeburtstag.
Das Fernsehen ist wie das Orchester auf der Titanic.

Die Massenpsychologie der antiautoritären Gesellschaft (Teil 2)

7. November 2025

1942 schrieb Reich einen seiner besten sozialpsychologischen Aufsätze, „Der biologische Rechenfehler im menschlichen Freiheitskampf“. Die damalige autoritäre Gesellschaft faßt er darin in den folgenden 11 Punkten zusammen:

  1. Die Menschheit ist biologisch krank.
  2. Die Politik ist irrationaler sozialer Ausdruck dieser Krankheit.
  3. Was immer im gesellschaftlichen Leben geschieht, ist aktiv oder passiv, gewollt oder ungewollt durch die Struktur der Menschenmassen bestimmt.
  4. Diese charakterliche Struktur ist durch sozialökonomische Prozesse entstanden und sie verankert, verewigt diesen Prozeß. Die biopathische Charakterstruktur der Menschen ist nichts anderes als erstarrter, autoritärer Geschichtsprozeß, biophysiologisch reproduzierte Massenunterdrückung.
  5. Die menschliche Struktur ist vom Widerspruch zwischen Freiheitssehnsucht und Freiheitsangst beseelt.
  6. Die Freiheitsangst der Menschenmasse ist bio-physisch in Versteifung des Organismus und in charakterlicher Starre verankert.
  7. Jede Art gesellschaftlicher Führung ist nur der soziale Ausdruck der einen oder der anderen Seite dieser Struktur der Menschenmassen.
  8. Es geht nicht um den Versailler Friedensvertrag oder die Ölquellen von Baku oder um 200-300 Jahre Kapitalismus, sondern um 4000-6000 Jahre autoritär-mechanistische Zivilisation, die das biologische Funktionieren der Menschen ruiniert hat.
  9. Geld- und Machtinteressen sind Ersatz unerfüllten Liebesglücks, getragen von der biologischen Erstarrung der Menschenmassen.
  10. Die Unterdrückung des natürlichen Geschlechtslebens der Kinder und Jugendlichen dient der Strukturalisierung williger Träger und Reproduzenten der mechanistisch-autoritären Zivilisation.
  11. Jahrtausende menschlicher Unterdrückung sind in den Fluß der Aufhebung geraten. (Die Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 286)

Offensichtlich sind diese 11 Punkte zu einem Gutteil noch heute gültig, jedoch begann sich etwa 20 Jahre nachdem Reich dies geschrieben hatte, die Welt grundlegend zu verändern. Etwas, was Reich im letzten Punkt ja auch vorausgesagt hat. Die antiautoritäre Gesellschaft entstand langsam aber sicher. Betrachten wir sie Punkt für Punkt

  1. Die Menschen der westlichen Welt sind nach wie vor biologisch krank. Vielleicht sogar kränker als jemals zuvor. In der autoritären Gesellschaft waren die Menschen größtenteils muskulär gepanzert. Das wird unmittelbar evident, wenn man sich militärisches Training anschaut und sich überlegt, daß die Kindererziehung nicht viel anders aussah. Nicht der Intellekt wurde angesprochen, sondernd Recht und Ordnung buchstäblich eingebleut. Heute sind die Menschen weitaus mehr okular gepanzert und benötigen deshalb nicht mehr die extreme Körperpanzerung, die früher üblich war. Dies wird mit einer weitaus größeren Kontaktlosigkeit erkauft. Alles wird „zerredet“ und rationale Diskussionen werden fast unmöglich.
  2. Politisch kommt das in etwas zum Ausdruck, was Charles Konia in augenzwinkernder Anlehnung an die Kosmologie als „Rotverschiebung“ bezeichnet hat. Was früher Mainstream war, gilt heute als rechtsradikal. Und was früher als linksextremes Gedankengut galt, wird heute in der Mitte der Gesellschaft verortet. Dies ist ein schlagendes Beispiel dafür, daß es in der Politik nicht um einen (mehr oder weniger) rationalen Streit um das Beste geht, was man für die Zukunft der Gesellschaft tun kann. Vielmehr ist Politik, um Reich zu paraphrasieren, irrationaler sozialer Ausdruck der Panzerung der Menschenmassen.
  3. Letztendlich ist das, „was die da oben machen“ in der vorherrschenden Charakterstruktur der Massen begründet. Die Skandale in Politik und Wirtschaft, wo es meist um Ichsucht, Pflichtvergessenheit und schlichte Kriminalität (Triebhaftigkeit) geht, setzt nur das in einen scharfen Fokus, was die meisten Glieder einer antiautoritären, zutiefst egozentrischen, verantwortungslosen und triebhaften Gesellschaft durchdringt.
  4. Die biopathische antiautoritäre Charakterstruktur ist nicht einfach „erstarrter, autoritärer Geschichtprozeß, biophysiologisch reproduzierte Massenunterdrückung“, sondern ganz im Gegenteil Resultat der chaotischen Auflösung dieser Erstarrung (siehe Reichs Punkt 11).
  5. Aufgrund der Freiheitsangst der Massen können Faschisten deren Freiheitssehnsucht kanalisieren, indem sie etwa an den Nationalismus oder die Fremdenfeindlichkeit appellieren. In der antiautoritären Gesellschaft wird die Freiheitssehnsucht typischerweise durch den Appell an rebellische Gefühle insbesondere gegen Amerika und Israel in beliebige Bahnen gelenkt.
  6. In der antiautoritären Gesellschaft ist die Freiheitsangst der Menschenmasse vor allem in der okularen Panzerung verankert, was insbesondere in überbordenden Verschwörungstheorien zum Ausdruck kommt.
  7. Mit der Freiheitssehnsucht spielen heutzutage typischerweise „Libertäre“ und „Anarchisten“. Bei allen Unterschieden und Gegensätzen haben beide keinerlei Sinn für die Freiheitsunfähigkeit der Massen. Ebenso zynisch wird von den „sozialdemokratischen Kräften“, also allen „Parteien der Mitte“, die Freiheitsangst der Massen ausgebeutet. Freiheitskrämerische Kräfte, etwa Die Linke, spielen abwechselnd mit beidem.
  8. Es geht nicht um den Euro oder die Situation im Nahen Osten oder um die globalisierte Welt, sondern um die jahrtausendealte Panzerung des Menschen („Saharasia“) im allgemeinen und die mechanistische Weltsicht im besonderen, die im antiautoritären Menschen (Charakter-) Struktur geworden ist.
  9. „Geld und Machtinteressen sind Ersatz unerfüllten Liebesglücks, getragen von der biologischen Erstarrung der Menschenmassen.“ In der triebhaften antiautoritären Gesellschaft ist dieser Satz aktueller denn je. Siehe dazu Punkt 3.
  10. Die antiautoritäre Gesellschaft wird zu einem Gutteil willentlich und geplant fortgesetzt und unumkehrbar gemacht. Die Erziehung zielt teilweise ganz offen darauf ab, aus den Kindern (Pseudo-) Individualisten zu machen, die, von ihrem bioenergetischen Kern entfremdet, Sprachrohre ideologischer Versatzstücke werden.
  11. Seit etwa 1960 sind „Jahrtausende menschlicher Unterdrückung in den Fluß der Aufhebung geraten“. Ergebnis ist die antiautoritäre Gesellschaft. Es mag sein, daß die Rückkehr zur autoritären Gesellschaft den endgültigen Kollaps aufhalten kann, doch das ist nur eine erneute Verschiebung der Panzerung. Eine wirkliche Lösung kann einzig und allein in der Beseitigung der Panzerung selbst liegen. Erste Voraussetzung dafür ist die Herstellung eines gesellschaftlichen Bewußtseins, daß es so etwas wie „Panzerung“ überhaupt gibt!

Hitlerismus in Grün (Teil 1)

12. August 2025

Bevor man sich das folgende zu Gemüte führt, verlohnt ein Blick auf meinen Blogeintrag Reflektionen über Max Stirner von konservativer Warte (Teil 3).

Susan Sontag hat 1967 die metaphysische Grundlage der gesamten antiwestlichen, insbesondere aber der antideutschen Politik knapp und bündig ausformuliert:

Wenn Amerika der Höhepunkt der westlichen weißen Zivilisation ist, wie alle von links bis rechts behaupten, dann muß mit der westlichen weißen Zivilisation etwas ganz und gar nicht stimmen. Dies ist eine schmerzhafte Wahrheit; nur wenige von uns wollen so weit gehen…. Die Wahrheit ist, daß Mozart, Pascal, die Boolesche Algebra, Shakespeare, parlamentarische Regierungen, barocke Kirchen, Newton, die Emanzipation der Frau, Kant, Marx, Balanchine-Ballette usw. nicht wieder gutmachen, was diese besondere Zivilisation der Welt angetan hat. Die weiße Rasse ist das Krebsgeschwür der Menschheitsgeschichte; es ist die weiße Ethnie und sie allein – ihre Ideologien und Erfindungen –, die überall, wo sie sich ausbreitet, autonome Zivilisationen auslöscht, die das ökologische Gleichgewicht des Planeten gestört hat, was nun die Existenz des Lebens selbst bedroht.

Von daher der genozidale Vernichtungsfeldzug gegen uns mittels „Feminismus“, die ganze Gender- und Transkackscheiße, die Porno- und Propagandaflut, der umweltzerstörerische Ökowahn, die systematische Zerstörung unserer Ökonomie und nicht zuletzt die Umvolkung. Uns wird von „unseren Demokraten“ ständig ins Gesicht gespuckt, wir werden ökonomisch bis aufs Blut ausgepreßt und versklavt, unsere wenigen Nachkommen zu ewiger Schuldsklaverei verurteilt, bevor sie überhaupt geboren worden sind, und jeder, der das anspricht, steht bereits mit einem Bein im Gefängnis und ist gesellschaftlich tot, ein Aussätziger.

Zusammen mit anderen New Yorker Intellektuellen, etwa der lesbischen Anti-Israel-„Aktivistin“ Sarah Schulman, brachte Sontag nur die Emotionelle Pest zum Ausdruck, die förmlich in der New Yorker Luft lag. Schulman (Jahrgang 1958) erwähne ich nur, weil auch bei ihr, wie überhaupt bei allen New Yorker Intellektuellen seit dem Zweiten Weltkrieg ein distinkter Einfluß von Wilhelm Reich zu spüren ist – bzw. dokumentiert sie diesen. Sontag (Jahrgang 1933) war schon früh mit Namen wie Herbert Marcuse (der in ihrem Haus ein Jahr lang an seiner „Reich-Überwindung“ Eros and Civilisation schrieb) und natürlich dem Reich-Kenner Philip Rieff (ihrem Ehemann) verbunden und verließ nach jahrzentelangem Kampf gegen ihre Depressionen und Krebserkrankungen diese Welt mit einer versuchten „Widerlegung“ von Reichs Krebstheorie. Hier eine längere Passage aus einem Aufsatz über Sontags (AIDS and Its Metaphors) und Schulmans Bücher zu Zeiten von AIDS über AIDS:

Auch Schulmans Titel People in Trouble ist kompliziert. Er benennt gleichzeitig ihr Buch, Kates Kunstwerk [Kate ist eine Figur in Schulmans AIDS-Roman], Menschen mit AIDS und ihre Fürsprecher, Menschen, die Kunst machen, das East Village und die Menschen, die vom Kapitalismus und der Kommerzialisierung der Kultur erdrückt werden. Wie James in der Schlußbotschaft des Buches sagt: „Wir sind ein Volk in Schwierigkeiten“ (228). People in Trouble ist aber auch der Titel eines Buches des Psychoanalytikers Wilhelm Reich aus dem Jahr 1953, ein Buch, das explizit in Schulmans Roman eingeflochten ist. Während sie über das große Kunstprojekt nachdenkt, das sie zu konzipieren versucht, begutachtet Kate ihr Bücherregal: „In der linken oberen Ecke standen alle ihre Bücher von Wilhelm Reich. Aus seinen Theorien war sie längst herausgewachsen, aber die Titel gefielen ihr immer noch. Sie alle erinnerten eindeutig an bestimmte Formen.“ Sie überfliegt die Titel von Reichs berühmtesten Werken, entscheidet sich dann aber für die richtige Wahl, die richtige Form: People in Trouble (50). Sontag, wir erinnern uns, berief sich während ihrer ersten Krebserkrankung auf Reichs Werk und spekulierte (…), daß emotionale und sexuelle Verdrängung tatsächlich die Ursache für ihren Krebs gewesen sein könnte. Letztlich lehnte sie diese Vorstellung von der Ätiologie der Krankheit ab; in Ilness as Metaphor jedenfalls behauptet sie kämpferisch deren Falschheit. Wie viele Intellektuelle der 1950er und 1960er Jahre war auch Sontag von Reichs Ideen beeinflußt. In den Tagebucheinträgen befaßt sie sich mit den Auswirkungen der Unterdrückung auf ihre eigene Persönlichkeitsentwicklung – mit anderen Worten, sie untersucht die Auswirkungen der Unterdrückung auf das Individuum. Schulman erforscht jedoch eine andere Dimension von Reichs Werk. Reichs People in Trouble, das den Untertitel The Emotional Plague of Mankind trägt, ist eher soziologisch als individuell. Er befaßt sich mit der Rolle der Unterdrückung und versucht, die „emotionale Pest“ zu diagnostizieren, die das menschliche Sozialleben infiziert und die Verwirklichung eines utopischen – und sei es nur ein funktionierendes freies und demokratisches – Sozialsystems verhindert.

Ich kann das alles unmöglich weiter ausführen oder irgendwie belegen, aber mich beschleicht der nicht ganz unbegründete Verdacht, daß die gesamte genozidale Ideologie, wie sie insbesondere die Grünen mit einem schlicht sprachlos machenden Fanatismus vertreten, einen zwiefältigen Urgrund hat: erstens war sie explizit von Reich inspiriert, was man etwa daran sieht, daß zumindest der Gründergeneration der Grünen, Marke Joschka Fischer, der Name „Wilhelm Reich“ etwas sagte und sie in seinem „Dunstkreis“ standen; und zweitens, daß wir es hier mit einer „mißglückten biologischen Revolution“ (Reich) zu tun haben. Man komme mir nicht damit, daß fast alle Protagonisten Juden waren, die sich rächen wollten, das greift zu kurz. Die Verbindung zum einzig vergleichbaren genozidalen Projekt der Nationalsozialisten, die ebenfalls eine ganze „schädliche Rasse“ „ausmerzen“ wollten, geht weitaus tiefer. Wie ich im zweiten Teil dieses Blogeintrags erläutern werde, repräsentierte für den Nationalsozialisten „der Jude“ den „Kapitalisten“ und vor allem das „patriarchale Über-Ich“. Die heutigen Gutmenschen vertreten exakt die gleiche Ideologie: es geht um die Befreiung des Planeten vom „Weißen“ und damit vom „Kapitalismus“ und jedweder „Unterdrückung“ – also vom „Über-Ich“.

Sexualität und Arbeit (Teil 5)

4. August 2025

Frei nach Marx und Engels ist Arbeit kopfgesteuerte Tätigkeit, der Sexualakt wäre demnach sozusagen „genitalgesteuerte Tätigkeit“. Entsprechend sehen Arbeits- und Sexstörungen aus. Kopf und Genital: es sei erwähnt, daß Kopf (Kinn bei nach hinten geworfenem Kopf!) und Genital sich im Orgasmusreflex rhythmisch aufeinander zu und voneinander weg bewegen.

Arbeit und Sexualität sind je nach der soziopolitischen Panzerung anders gewichtet. Für den Konservativen, der die alte autoritäre Gesellschaft dominierte, drehte sich alles um die Arbeit. Problem war, daß das vor allem auf sexueller Verdrängung beruhte und entsprechend pornographische Vorstellungen ständig den Arbeitsfluß zu „zersetzen“ drohten. Deshalb war auch so viel von „Arbeitsmoral“ die Rede, die im Kern sexualfeindliche Moral war. Arbeit diente der Verdrängung.

Heute ist es genau umgekehrt: Traum und entsprechend Politik der Linken ist die Abschaffung der Arbeit und die Etablierung eines sorgenfreien Schlaraffenlandes, in dem nichts anderes als Lust herrscht. Gleichzeitig findet sich die beunruhigende Tendenz im Rahmen der „Emanzipation“ Sex in „Sexarbeit“ zu verwandeln. Wie selbstverständlich verkaufen Frauen bzw. Mädchen ihren Körper, bzw. das Abbild ihres Körpers, und fühlen sich dabei „emanzipiert“. Statt etwas zu sein, dem man sich ausliefert, wird der Geschlechtsakt (und sozusagen sein „Vorfeld“) zu einem Instrument. Zwinker: