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Orgonomie und Metaphysik (Teil 41)

5. März 2022

Verschwörungstheorien, etwa die um die NSU und Beate Zschäpe, entstehen, weil man einfach nicht die Absurdität unserer Existenz und von uns Menschen akzeptieren kann. Die Geschichte der „NSU“ macht so gut wie keinen Sinn, der Verlauf der Taten (etwa die Anwesenheit eines Verfassungsschutzmitarbeiters bei einem der Morde) ist absurdes Theater der schwachsinnigsten Art. Verschwörungstheoretiker leiden unter dem Zwang, vermeintlichen Sinn in diesen Unsinn zu bringen, aber alles, was sie dabei tun, ist nicht etwa die angebliche „Wirklichkeit“ bloßzulegen – sie legen vielmehr sich selbst bloß, ihre Charakterstrutur, ihren eigenen Wahnsinn. Und nichts auf dieser Welt, nicht mal die Aussage von Beate Zschäpe selbst, kann die Verschwörungstheorie dieser Vollidioten ins Wanken bringen, vielmehr dient sie als Beweis dafür, wie tief doch die Verschwörung reicht! Man kann diese fast schon psychotische Tollerei etwa auf pi-news verfolgen.

Begeben wir uns ins Reich des Wahnsinns:

Menschen wie John Lennon haben ihre Seele an den Teufel verkauft und sind deshalb märchenhaft erfolgreich und wohlhabend geworden. Das erreichten sie, indem sie jedem Modetrend hinterhergelaufen sind, sich an die Gepflogenheiten der Branche angepaßt haben, den abgehobenen Superstar, mit der entsprechenden „Aura“, spielten und alte Freunde, die gestört haben, von sich stießen. Schließlich wurde Lennon von einem wirren Fan erschossen, der glaubte, daß er seine „Ideale“ verraten hätte.

Man vergleiche das mit der Geschichte von Randy California, der mit 15 (sic!) als zweiter Gitarrist in Jimi Hendrix‘ erster eigener Gruppe gespielt hatte, unmittelbar bevor Hendrix nach England ging und berühmt wurde. Danach war California Gitarrist der von ihm mitgegründeten psychedelischen Gruppe Spirit, die zeitweise einflußreicher war als Jefferson Airplane. Doch weil er sich nie anpaßte, sich nie von den Plattenbossen reinreden ließ und nie den „Star“ mimte, verlief seine Karriere im Sande. Nach allen Abzügen hatte er kaum je einen höheren Lebensstandard als ein Facharbeiter.

Lennon ist zu übermenschlichem Ruhm aufgestiegen und wurde zu einem der Superreichen, weil er seine persönliche Integrität verkauft und sich zum Affen gemacht hat, während California, der übrigens selbst ein großer Lennon-Verehrer war, schlicht seinen Weg gegangen ist.

Mein Problem ist nun, daß kaum das Wort „Seele an den Teufel verkauft“ gefallen ist, so mancher Leser sogleich mit irgendwelchem mystischen Unsinn antanzt, gar den Leibhaftigen selbst ins Spiel bringt.

Hierher gehört auch, warum Superstars wie Beyoncé oder Lady Gaga ständig mit der Freimauerer-Symbolik spielen? Ich brauche das hier nicht weiter ausführen, weil das Weltnetz voll von Analysen dieses offenbar nicht an den Haaren herbeigezogenen Phänomens ist. Normalerweise hätte ich hier ein entsprechendes Video hingesetzt, aber – ne, das ist mir echt zu dumm. Meine armen Gehirnzellen 😉 Oder – was soll’s:

Anderes Beispiel: Ich könnte von Trotzkis auffällig intensiver Beschäftigung mit dem Freimaurertum berichten und überhaupt, wie das anarchistische, sozialistische und kommunistische Vereinsleben im 19. und 20. Jahrhundert vom Freimaurertum geprägt zu sein schien. Ein, wie ich finde, interessanter Gedankengang, der sich um ein zentrales Element der Reichschen Analyse des „Roten Faschismus“ dreht: die Verschwörung um der Verschwörung willen, – daß es gar nicht um sozialen Fortschritt geht, sondern um sozusagen „spirituelle“ (d.h. charakterologische, letztendlich also „bioenergetische“) Ziele.

Kaum hat man das gesagt, wird der übliche gequirlte Schwachsinn über die „Illuminaten“ daraus gemacht und ich werde unvermittelt in die okkulte Jauche gezogen, die das Internet durchwabert.

Warum dann überhaupt in mythologischen und „verschwörungstheoretischen“ Gefilden wildern? Weil das die angemessene Sprache für den orgonomischen Funktionalismus ist, dessen Haupttext immerhin die Überschrift „Äther, Gott und Teufel“ trägt. (Siehe auch Reichs entsprechende Ausführungen in Das ORANUR-Experiment.)

Da die kosmische Orgonenergie identisch mit der Lebensenergie und eindeutig die Wahrnehmungsfunktion („Psyche“) in ihr angelegt ist, ist es nur naheliegend einen Begriff wie „Gott“ zu verwenden. Zumal die Vorstellung „Gott“ auf der mehr oder weniger verzerrten Wahrnehmung der Orgonenergie durch den gepanzerten Menschen beruht. Entsprechendes läßt sich über das entstellte, „gepanzerte“, giftige Orgon (DOR) und den Begriff „Teufel“ sagen.

Wenn ich schreibe, John Lennon hätte seine Seele dem Teufel übereignet, um erfolgreich zu sein, ist das ebensowenig eine launige Sprachfigur, die nur besagen soll, daß er sich „dem kapitalistischen Verwertungsmechanismen unterworden hat und dafür mit einem Selbstwertverlust bezahlt hat“ (rationalistischer Mechanismus), noch bin ich unter die christlichen Fundamentalisten gegangen (Mystizismus). Es geht um etwas ganz anderes: um die Umschreibung bioenergetischer Vorgänge (Funktionalismus).

Es geht darum, daß man einen Preis für den Verrat an der eigenen Integrität zahlen muß, d.h. die Abtrennung vom eigenen Kern (Orgon) und das Sichausliefern an Kräfte, die man am ehesten als „teuflisch“ bezeichnen könnte (DOR, Sekundäre Schicht). Inwieweit da im weitesten Sinne auch „Paranormales“ hineinspielt, läßt sich schwer sagen. Ich bin jedenfalls nicht dumm genug, um so etwas a priori auszuschließen.

Entsprechend muß man über den Kommunismus reden können, ohne gleich in den Schlamm des Obskurantismus hinabgezogen zu werden.

Ich möchte mich von Stellen, wie der folgenden aus den Darlegungen des christlichen Predigers Richard Wurmbrand über Marx als Krypto-Satanisten inspirieren lassen können:

Kommunisten haben die Gewohnheit, Frontorganisationen zu gründen. Alles, was wir bisher ermittelten, legt die Möglichkeit nahe, daß die kommunistische Bewegung selbst Frontorganisation für den okkultischen Satanismus ist. Das würde auch erklären, weshalb sich politische, wirtschaftliche, kulturelle und militärische Waffen, die gegen den Kommunismus eingesetzt worden sind, als wirkungslos erweisen. Die Mittel, den Satanismus zu bekämpfen, sind geistlicher, nicht menschlicher Art. Sonst kommt es dazu, daß zwar eine satanische Frontorganisation wie der Nazismus bezwungen wird, dafür aber eine andere einen noch größeren Sieg erringt. (Der unbekannte Karl Marx, Stephanus Edition, 1987)

Von Anfang an hatte die „materialistische“ Marxistische Bewegung ein großes Thema: Ideologie, also „Geist“, ein eher schwarz-faschistisches Ingredienz. Karl Steinbuch verglich die heutigen Spätmarxisten mit den Nazis. Ihr absoluter Bezugspunkt sei ein frei in der Luft hängendes „wahres Bewußtsein“, das einer erfahrungswissenschaftlichen Bestätigung genauso wenig bedürfe wie der mystische Komplott von Juden und Freimaurern, die angeblich die Nation untergraben (Mensch, Technik, Zukunft, Stuttgart 1971).

Man könnte hinzufügen, daß vielleicht sogar so etwas wie Okkultismus in die Marxistische Bewegung hineinspielt. Jedenfalls gibt es (wenn auch recht schwache) Hinweise darauf, daß der „Materialist“ Marx in Baudelaire-artigen satanistischen Okkultismus involviert war. Daß dies nicht allzuweit hergeholt ist, kann man an den „sozialrevolutionären“ Stellen in Baudelaires Fleurs du mal von 1857 ablesen:

O du, weisester und schönster der Engel, Gott, verraten vom Schicksal und beraubt der Lobpreisungen (…) des Himmels, wo du geherrscht hast und in den Tiefen der Hölle, wo du besiegt im Schweigen träumst.

Satan, der Rächer der Enterbten! Man denke nur an Marx‘ glutäugige, „titanische“ Jugendgedichte:

Götterähnlich darf ich wandeln. Siegreich ziehen durch ihr Ruinenreich, jedes Wort ist Glut und Handel. Meine Brust dem Schöpferbusen gleich.

Ob Marx nun „Satanist“ war oder nicht – die weitaus meisten der frühen radikalen Sozialisten und insbesondere die Anarchisten bevorzugten den rebellischen „Satan“ und „revolutionäre“ Schwarze Magie, die „das System“ sabotiert, indem sie alles von den Füßen auf den Kopf stellt. Das ganze Konzept der „Revolution“ hat etwas Schwarzmagisches und Satanistisches. 100 Jahre später war praktisch die gesamte „progressive“ Gegenkultur von Aleister Crowley geprägt: Sympathy for the Devil.

Gerd Koenen sieht folgendes genuin faschistisches Moment im Bolschewismus:

Der von Nietzsche philosophisch artikulierte Wunsch, die gesamte zähe Deckschicht der jüdisch-christlichen und bürgerlichen Zivilisation abzustoßen und den Weg zurück zu einem „dionysischen Zustand“, einer neuen „Echtheit“ des Lebens und einer Moral „jenseits von Gut und Böse“ zu finden, hatte gerade auch in Rußland eine – später sorgsam kaschierte – Wirkungsgeschichte.

In Rußland konnte man von einem „nietzscheanischen Marxismus“ sprechen: dem Bolschewismus (Utopie der Säuberung, Alexander Fest Verlag, 1998, S. 126f).

Hier ist so viel zu ergründen, – doch das kurzschlußartige, keine Spannung ertragende „Denken“ des Mystizismus, das immer wieder alles zuwuchert, macht das so gut wie unmöglich.

Populäre Verschwörungstheorien sind mit dem Problem beladen, daß sie das Gegenteil dessen bewirken, was sie vorgeblich erreichen wollen. Statt dabei zu helfen die Machenschaften hinter den Kulissen offenzulegen, verstellen sie alles mit zusätzlichen Kulissen. Man nehme John F. Kennedy. Es wurden bereits ganze Bibliotheken mit ausschweifenden Arbeiten über seine Ermordung gefüllt. Ein schier endloses Blablabla, das niemals irgendwo hinführen wird.

Der wirkliche Skandal gerät dabei ganz aus dem Blickfeld: daß Kennedys Vater seine alten Mafiaverbindungen aus den Zeiten der Prohibition hat spielen lassen, um seinen Sohn, einen schwerkranken, medikamentenabhängigen, hohlen Playboy die Präsidentschaft zu sichern. Damals kontrollierte die Mafia die Gewerkschaften.

Was ist der Unterschied zwischen diesen beiden Verschwörungstheorien? Das Gebrabbel um die Ermordung ist populär, obwohl bzw. weil es sich in Spekulationen erschöpft. Die Geschichte der Familie Kennedy ist belegt, Spekulieren vollkommen überflüssig. Wichtiger ist jedoch, daß man aus der ersten Verschwörungstheorie aus bioenergetischer Sicht so gut wie nichts lernen kann. Ganz im Gegenteil spürt man geradezu wie sich im Verlauf des Eingehens in dieses Thema die Augenpanzerung immer weiter verstärkt. Es ist ein richtiggehender „Trip“! Bei der zweiten Verschwörungstheorie ist man unmittelbar mit bioenergetischen Themen konfrontiert:

  1. Die Unterhöhlung der Arbeitsdemokratie durch die Emotionelle Pest, die wiederum von den Sekundären Trieben der Massen lebt. In diesem Fall Alkohol- und Vergnügungssucht und der moralistische Versuch, diese durch „Prohibition“ einzudämmen.
  2. Die orgastische Impotenz von Kennedys Vater sorgte unmittelbar dafür, daß es in seinem Leben nur eines gab, Macht und Geld. Dafür hat er buchstäblich alles geopfert, selbst das Lebensglück seiner eigenen Kinder.
  3. Der Faschismus in den Massen, die sich dieses Schmierentheater, diesen Führerkult haben bieten lassen und ihm noch heute frönen. Die absurden Verschwörungstheorien, die sich um die Ermordung Kennedys ranken, sind unmittelbarer Ausdruck dieses faschistischen Personenkults.
  4. Die Präsidentschaft Kennedys fällt mit dem wichtigsten bioenergetischen Ereignis seit dem Beginn des Untergangs des Matriarchats vor 6000 Jahren zusammen: dem Beginn des Übergangs von einer autoritären Gesellschaft (Patriarchat) in eine anti-autoritäre Gesellschaft. Die Zerstörung des gesamten Wertesystems, die Unterhöhlung aller gewohnten Strukturen, insbesondere der Familie, und die Verlagerung der Verantwortung für das eigene Leben auf den Staat. (Man denke nur an vollkommen absurde Existenzen wie „Anarchisten“ und „Autonome“, die alles vom Staat fordern!) Nicht zuletzt reihen sich hier die üblichen Verschwörungstheorien ein, die wie dazu geschaffen scheinen, um wirklich jede rationale Autorität auszuhöhlen und die Grundfesten der Gesellschaft mürbe zu machen.

Man denke in diesem Zusammenhang auch um die schwachsinnigen Mythen, die sich um den 11. September ranken. Alles wie geschaffen, um erstens von der eigentlichen Verschwörung abzulenken, der seit 1400 andauernden systematischen Islamisierung der Welt durch sublimen, manchmal plakativen, Terror, und zweitens jede Gegenwehr gegen die Ausbreitung des Islam prinzipiell zu delegitimieren.

Und schließlich ist da noch ein Element, das Verschwörungstheorien erst ihr hartnäckiges Überleben sichert: der Zufall bzw. das „Das kann doch kein Zufall sein!“ Ich weiß wovon ich rede, denn in den letzten paar Tagen haben sich in meinem persönlichen Leben gleich viermal (sic!) in Folge derartig absurde Zufälle ereignet… „Irgendwie“ scheinen zentrale Ereignisse im Leben eines einzelnen Menschen, erst recht aber im Leben einer ganzen Nation eine ganze Abfolge von vollkommen absurden Zufällen hervorzurufen, bzw. „Synchronizitäten“ zu verursachen (wenn „verursachen“ in diesem Zusammenhang denn das richtige Wort ist).

Hier ein Beispiel aus der Geschichte der Orgonomie: Ein absurder Zufall, der Reich das FBI auf den Hals hetzte und zu seiner Inhaftierung 1941 auf Ellis Island führte. Er wurde mit einem gewissen William Reich aus Newark, NJ verwechselt. Die übliche Inkompetenz von Bundesbehörden. William Reich war ein Kommunist, der als treuer Stalinist Trotzkistische Kreise in den USA infiltriert hatte und vielleicht sogar bei der Vorbereitungen zur Ermordung Trotzkis in Mexico beteiligt gewesen war. Er hatte nicht nur den gleichen Namen wie Reich, sondern war zu allem Überfluß auch noch im gleichen Jahr geboren! Er unterrichtete politische Ökonomie an der Arbeiterschule in Manhattan zur gleichen Zeit, als nur weniger Straßenzüge weiter Reich an der New School for Social Research lehrte (Christopher Turner: Adventures in the Orgasmatron, S. 242f).

Hier ein beliebiges und denkbar banales Beispiel: In der ersten Folge der zweiten Staffel von Entweder Broder stellt das Fernsehteam fest, daß bei der Veranstaltung von Jürgen Elsässer über 9/11, die sie gerade filmen, ausgerechnet jener Neo-Nazi sitzt, der auch in der ersten Staffel eine Rolle spielte. Ein vollkommen absurder Zufall, zumal er genau zur intendierten Botschaft Broders paßt. „Verschwörungstheoretiker“ zerstören diesen bemerkenswerten Moment sofort: „Das ist doch wohl der Beweis, daß in solchen Filmen alles nur Inszenierung ist!“ Der unmittelbare Reflex des Kleinen Mannes, der sich groß und überlegen („über-legen“) fühlen will. Man lese nur einen beliebigen Kommentarbereich!

Es fallen dann Sätze wie: „Wie bitte sehr erklärst du, daß Der-und-der ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt Da-und-da stand?!“ Der Punkt ist, daß so etwas gar nichts, aber wirklich rein gar nichts beweist, – außer daß unsere Wirklichkeit tiefer und (for lack of a better term) „strukturierter“ ist, als wir es uns überhaupt ausmalen können. Verschwörungstheorien verkleistern das. Sie entsprechen in etwa jenem Schizophrenen, dem wir zufällig begegnen und der auf uns zugeht: „Das ist doch kein Zufall, daß wir uns ausgerechnet hier sehen!“ Wobei er impliziert, man wäre Teil einer Verschwörung, eines umfassenden Überwachungs- und Einschüchterungssystems, das ihn tagundnacht verfolgt. Ihm ist es unmöglich, die orgonotischen Prozesse in seinem Körper und in seiner Umgebung (wozu ich auch „Synchronizitäten“ zähle) richtig einzuordnen. Seine Welt ist flach, ohne jede Tiefe. Ähnlich ist die flache Welt der Verschwörungstheoretiker geartet.

Zur bioenernetischen Dimension von 9/11 siehe etwa Random Event Generators And Sept 11th – Tapping into Global Consciousness.

Blogeinträge Juni-August 2017

25. Februar 2022

Blogeinträge Juni-August 2017

BIBLIOGRAPHY OF ORGONOMY, PART ONE: 1954-1957 (ORANUR II)

25. Januar 2022

BibliographiederOrgonomie - Kopie

Bibliography of Orgonomy, PART ONE: 1954-1957 (ORANUR II)

Item 54b (Conspiracy, An Emotional Chain Reaction) wurde vervollständigt.

Der linke Reich: Reich und die Technik

15. November 2021

Was den technologischen Fortschritt angeht, war Reich zeitlebens gespalten. Beispielsweise finden sich Anfang der 1930er Jahre Aussagen, die Lenins Diktum entsprechen, Kommunismus sei Sowjetmacht plus Elektrifizierung: der technologische Fortschritt, etwa das Arbeiten in Fabriken, sei mit einer sexuellen Befreiung einhergegangen. Entsprechend hat also die Technologie dazu beigetragen, den Menschen biophysische zu befreien.

Zehn Jahre später hat Reich dann in der umgeschriebenen und erweiterten Neuauflage der Massenpsychologie des Faschismus natürlich gegenteilige Töne angeschlagen: der Mensch sei durch seinen Kontakt zur Maschine selbst zur Maschine geworden, d.h. biophysisch entartet. Dabei blieb er, wie praktisch jeder seiner Generation, ein Technikfreak: immer das neuste Auto, die modernste Laboreinrichtung. Und dann ist er natürlich auch „Katastrophist“: der Zusammenbruch der technischen Zivilisation im/nach dem Zweiten Weltkrieg sollte die Menschen wachrütteln und verändern. Ohnehin wäre es besser, wenn wir zum einfachen Leben, wie es etwa die Trobriander führen, zurückkehrten.

Man kann schön von einem „indigenen“ Leben träumen, bis man unerträgliche Zahnschmerzen hat, sich das Becken gebrochen hat und die Freundin elendig und mit unvorstellbaren Schmerzen bei der Geburt des gemeinsamen Kindes verreckt, weil kein Kaiserschnitt durchgeführt werden kann und wenn, es einer Schlachtung bei lebendigem Leibe gleichkäme. Ich für meinen Teil bin heilfroh im 21. Jahrhundert leben zu dürfen! (Jedenfalls war ich das bis vor zwei Jahren.)

Und selbst was die Umweltverschmutzung betrifft: früher stanken die Städte unerträglich nach Menschen- und Pferdefäkalien, waren vom ewigen Pferdegetrampel und holprigen Pferdewagen unfaßbar laut, aus den Schornsteinen stiegen Giftschwaden aus nichtraffinierter Kohle und anderen Brennstoffen, die Lebensmittel waren voller Gift (beispielsweise wurde der Wein routinemäßig mit Blei versüßt) und fiese Krankheiten grassierten, die wir vor allem durch die Verbesserung der Hygiene ausgerottet haben. Nicht zuletzt wegen der mangelnden Fluktuation grassierten Erbkrankheiten durch Inzucht. Noch heute stößt man auf Indiostämme mit sechs Fingern an der Hand, etc. Mangelernährung, Klein- und Fehlwuchs waren die Norm.

Mit Reich und Hans Hass sehe ich Technologie einfach nur als ein Werkzeug des Lebendigen mit deren Hilfe der schmale Grat, auf dem das Lebendige wandelt, ausgeweitet werden kann. „Wir waren sogar schon auf dem lebensfeindlichen Mond!“ Auch könnten wir Gefahren abwenden, die die gesamte Biosphäre zerstören, etwa gigantische Meteoriten. Es ist wie mit einem Skalpell: in der Hand eines sadistischen Triebtäters ist es das lebensfeindliche Instrument, während es in der Hand eines guten Chirurgen die Verkörperung der Lebensbejahung schlechthin ist. Übrigens hat schon einmal der technische Fortschritt die Menschheit und den Großteil der anderen Lebewesen gerettet: ohne fossile Brennstoffe (erst Kohle, dann Öl) stände auf dem Planeten buchstäblich kein Baum und kein Strauch mehr! Es wäre alles verfeuert. Keine Übertreibung, ich erinnere nur daran, daß Spanien und England vor den großen Armadas dicht bewaldet waren. Und was das vermeintliche „Treibhausgas“ CO2 betrifft: erdgeschichtlich leidet dieser Planet, also vor allem das Pflanzenreich, unter einem verzweifelten Kohlenstoffmangel. Die Erde benutzt den Menschen, der integraler Bestandteil der Natur ist, um die Erdatmosphäre wieder mit Kohlenstoff anzureichern, damit es auf diesem Planeten weiter Leben geben kann.

David Holbrook, M.D.: SCHULDGEFÜHLE UND BEWEGUNG

4. Oktober 2021

DAVID HOLBROOK, M.D.:

Schuldgefühle und Bewegung

DIE SITUATIONISTISCHE INTERNATIONALE: Wilhelm Reich kontra die Situationisten (Teil 4)

28. September 2021

von Jim Martin

DIE SITUATIONISTEN (Fortsetzung)

Später erschienen in den Vereinigten Staaten Streitschriften, die versuchten, Reich von einem situationistischen Standpunkt her zu rehabilitieren. In einem anrührenden Pamphlet, das 1973 unter dem Titel Remarks on Contradiction and its Failure erschien, wertete Ken Knabb seine eigene Beteiligung in einer amerikanischen Pro-Situ-Gruppe („Contradiction“) mit Hilfe der Betrachtungsweise der Reichschen Charakteranalyse aus. Dies war Reichs neuartige Therapietechnik, die die erstarrte Rolle identifizierte, welche vom Neurotiker gespielt wurde, um ihn vom vollständigen Kontakt mit dem Leben zu schützen. Sie richtet ihr Augenmerk besonders auf den Widerstand gegen die Analyse, und bedient sich tiefer Atmung zusammen mit der körperlichen Freisetzung des muskulären Festhaltens (Charakterpanzerung), um die Gesundheit wiederherzustellen.

„Die Mitglieder von Contradiction hätten ihrer Zwangslage mutig entgegentreten können, durch das Heranziehen jener grundlegenden Taktik, die Sackgasse gerade dadurch zu verlassen, daß man sich auf den Widerstand gegen die Analyse konzentriert. Dies hätte die Aufmerksamkeit nicht nur auf die grundlegenden Fehler kollektiver Organisation gelenkt, die ich in Remarks umrissen habe, sondern auch auf unseren individuellen Widerstand, will sagen unsere Charakter… Es sei nur gesagt, daß, obwohl unbestreitbar die Praxis der Theorie individuell therapeutisch wirkt, es mir ebenso wahr zu sein scheint, daß ein Angriff auf den Charakter des Einzelnen eine gesellschaftliche Strategie ist, ein praktischer Beitrag zur internationalen revolutionären Bewegung. Der Charakter des Pro-Situ wird durch das Schauspiel objektiv verstärkt (ein Charakter tritt natürlich am meisten durch seine Unfähigkeit hervor, seine Existenz als etwas anderes als ‚Banalität‘ wahrzunehmen, bis überstarke Symptome, die vielleicht seine gesellschaftliche Praxis sichtbar behindern, ihn zwingen, seine Aufmerksamkeit auf ihn zu lenken). Auf der anderen Seite, verhindert es all die Klarheit eines Artaud, der seinen Charakter isoliert angreift, nicht, daß das ‚äußere‘ Waren-Schauspiel, das er verächtlich beiseite schiebt, in seiner inneren Welt als Phantasie von fremden, bösartigen Wesen wiederkehrt, von denen er besessen ist. Wie eine Revolution in einem kleinen Land muß der Mensch, der eine Blockierung, eine eingefahrene Routine oder einen Fetisch aufbricht, aggressiv nach außen gehen, um dort radikale Alliierte zu finden oder aufzuwiegeln oder er wird das verlieren, was er gewonnen hat und seinem eigenen inneren Thermidor zum Opfer fallen. Die Auflösung des Charakters und die Auflösung des Schauspiels sind zwei Bewegungen, die einander bedingen und erfordern.“

Hier legt Knabb seinen Finger auf den Kern des Problems. Er bietet eine Neuformulierung von Reichs Kritik am charakterlichen Rebellen. Mit dieser selbstbezüglichen Analyse übertrifft er alles, was die Situationisten jemals über Pro-Situs geschrieben haben. Im Gegensatz zu den französischen Philosophen war er in der Lage, Reichs Arbeit zu verstehen.

Im selben Jahr veröffentlichte Knabb eine Breitseite, Jean-Pierre Voyers Reich: How to Use. Voyer erörtert die Auflösung des Charakters und seine Rolle bei der Auflösung des Schauspiels.

„In allen Gesellschaften, in denen die modernen Produktionsverhältnisse vorherrschen, nimmt die Unmöglichkeit zu leben die individuellen Formen des Todes, des Wahnsinns oder des Charakters an. Mit dem unerschrockenen Dr. Reich und gegen seine entsetzten kompromißlerischen und heuchlerischen Anhänger (recuperators)* und Verleumder postulieren wir die pathologische Natur aller Charakterzüge, d.h. alles Chronischen im menschlichen Verhalten. Für uns ist weder unsere individuelle Charakterstruktur, noch das Aufklären ihrer Entwicklung wichtig, sondern die Unmöglichkeit sie für die Schaffung von Situationen zu verwenden. Der Charakter ist deshalb nicht nur eine ungesunde Wucherung, die man isoliert behandeln könnte, sondern zur gleichen Zeit ein individuelles Heilmittel in einer umfassend kranken Gesellschaft, ein Heilmittel, das uns erlaubt, die Krankheit zu ertragen, während es sie gleichzeitig verschlimmert.

Wir glauben, daß die Menschen ihren Charakter nur dadurch auflösen können, daß sie sich gegen die ganze Gesellschaft stellen (dies steht insofern im Konflikt mit Reich, als er die Charakteranalyse von einem spezialisierten Gesichtspunkt aus betrachtete); während auf der anderen Seite die Funktion des Charakters in der Anpassung an die Umstände besteht, bereitet seine Auflösung eine umfassende Kritik an der Gesellschaft vor. Wir müssen diesen Teufelskreis durchbrechen.“

1975 gab in Detroit Black and Red ein Pamphlet der britischen Solidarity von Maurice Brinton neu heraus: Authoritarian Conditioning. Sexual Repression and the Irrational in Politics. Es enthält eine achtbare Darstellung von drei Büchern Reichs: Der Einbruch der sexuellen Zwangsmoral, Die sexuelle Revolution und Die Massenpsychologie des Faschismus. Das erste dieser drei war eine Untersuchung über die Bedeutung der Arbeit des Anthropologen Bronislaw Malinowski für das Freilegen der kulturspezifischen Natur von Ödipuskomplex, Pathologie und Sexualunterdrückung. Die sexuelle Revolution ist hauptsächlich ein Bericht über Reichs Besuch in der Sowjetunion, der zu seiner Enttäuschung über die bolschewistische Revolution führte, welche ihre anfängliche Beseitigung des moralistischen Ehe- und Sexualrechts rückgängig gemacht hatte. Aus Die Massenpsychologie des Faschismus entnimmt Brinton Reichs Analyse „der verschiedenen Methoden, mit denen die moderne Gesellschaft ihre Sklaven so manipuliert, daß sie ihrer eigenen Versklavung zustimmen.“ Obwohl sich Brinton ziemlich tief in die Anthropologie Malinowskis eingearbeitet zu haben scheint, hat er offensichtlich einen der Hauptpunkte seiner Arbeit übersehen: die Untersuchung primitiver Ökonomien im Lichte des industriellen Kapitalismus. Eine der faszinierendsten Aspekte von Malinowkis Werk ist seine Erörterung des Geschenkaustausches; eine Ökonomie, die ohne Arbeitslohn auf Gegenseitigkeit beruhte und alle Aspekte des kulturellen Lebens durchdrang (einheitlich). Die gesamte Produktion war auf den freien Austausch von Geschenken bei Reisen zu benachbarten Klans ausgerichtet. Der Wettbewerb beruhte nicht darauf, wer am meisten bekommen, sondern wer das meiste geben konnte. Diese Art von Ökonomie wurde nur wenig berücksichtigt, obwohl eine pro-situationistische Zeitschrift vielsagend Potlatch betitelt war, was sich auf Geschenkgaben bei Primitiven bezieht.

Brintons Grundproblem ist, daß er es fast lieber gehabt hätte, wäre Reich 1936 gestorben. Bei Brinton werden wir vergeblich nach irgendeiner Erwähnung der Konzepte Roter Faschismus, Emotionelle Pest oder Orgon suchen.

* ANMERKUNG DES ÜBERSETZERS: Zum Wort recuperator (recuperateur, „Rückholer“) schreibt Jim Martin: „ein französisches Wort, das von den Situationisten benutzt wurde, um die Fähigkeit des ‚Schauspiels‘ (bzw. Kapitalismus/Kommunismus/moderne technologische Gesellschaft) zu beschreiben, sich den Widerstand gegen das Schauspiel einzuverleiben und dienstbar zu machen.“

Das ultimative Tabu (Teil 2)

5. September 2021

1986 führte Charles Konia in seinem epochalen Artikel „Cancer and Communism“ (Journal of Orgonomy) folgendes über den Nationalsozialismus aus:

„Die Ideologie des schwarzen Faschismus (Nationalsozialismus) als soziale Bewegung schöpfte im Deutschland der 1930er Jahre aus zwei Quellen ihre ungeheure Kraft, und zwar aus der Defensive heraus:

1. Sie war eine Reaktion auf den Zusammenbruch der Panzerung und das Erwachen der natürlichen sexuellen Sehnsucht in den Massen nach dem Ersten Weltkrieg. Dies war die Bewegung, der sich Reich in den 1920er Jahren anschloß.

2. Es war eine Reaktion gegen die mächtige destruktive sekundäre Schicht, die bei diesem Durchbruch in Form der linken Ideologie mobilisiert wurde. Der Erste Weltkrieg hatte ein Erbe der Verzweiflung hinterlassen. Die alte Welt war zusammengebrochen, und viele Menschen hatten ihre Hoffnungen und Ideale verloren. Diese Menschen sahen die Rettung im Kommunismus.

Der erste Aspekt machte den Nationalsozialismus zu einem Feind der gesamten freien Welt, während der zweite Aspekt ihn zu einem Feind der Linken und der kommunistischen Welt machte.

Der letztere Aspekt des Nationalsozialismus stellt einen gewaltsamen, aber verzweifelten Versuch dar, die sekundäre Schicht des gesellschaftlichen Lebens des Menschen zu zerstören, aber da der Nationalsozialismus selbst eine irrationale soziale Kraft ist, war er von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Wären die linke Ideologie und der Kommunismus in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg nicht von Anfang an besonders gut entwickelt gewesen, hätte die Reaktion des schwarzen Faschismus dieses Land gar nicht erst so stark erfassen können. (…) Neurotische Rebellion stimuliert notwendigerweise die politische Reaktion.“

Als weiteres Beispiel führt Konia die Armenier und die Reaktion der Jungtürken an. Hier hat sich Konia, genau wie Reich, nur mit den Anfängen des Nationalsozialismus beschäftigt – und das übrigens ganz im Sinne Ernst Noltes. Aber was ist mit dem Holocaust? Hierzu erschienen 2013 zwei Leserbriefe auf Konias Blog, mit denen wir uns im 3. Teil beschäftigen werden.

Wer Grün wählt, wählt den Faschismus!

18. August 2021

Die faschistische Partei Wilhelm Reichs (Teil 4)

Blogeinträge März-Mai 2016

10. Juni 2021

Blogeinträge März-Mai 2016

  • Warum sind die Republicans über Trump verwirrt?
  • Das Ende des Zweiparteiensystems in Amerika
  • Die Emotionelle Pest in der Politik
  • Zum Verständnis des Trump-Phänomens
  • Das Präsidentschafts-Rennen 2016
  • Werden sie es jemals begreifen?
  • Obama und Sanders: Alles beim Alten

Das Aufkommen des Psychoidioten

24. Mai 2021

von Christian

Vorbemerkung des Herausgebers: Damit der Nachrichtenbrief in dieser schweren Zeit auch der heiteren Töne nicht ganz ermangele, teile ich – natürlich unter der strengen Supervision von „Christian“ – an dieser Stelle immer wieder gerne auch mal solche Episoden aus meinem aufregenden Alltagsleben, die uns NACHDENKLICH machen sollen. Eventuelle Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind nicht beabsichtigt und wären rein zufällig.

PN: Bin immer noch unausgeschlafen und verstört, denn mitten in der Nacht klingelte plötzlich mein Telefon. An der Strippe war eine (man kann das heutzutage ja nur noch unter Vorbehalt sagen) vermeintliche „Frau“, vermutlich auch noch „cis“, mit hektischer und aufgekratzter Stimme.

Bei der Anrufer*in handelte es sich natürlich NICHT um eine allseits beliebte Kanzlerkandidat*in, die über eine bekanntermaßen hohe intellektuelle Strahlkraft verfügt und insbesondere durch eine bewundernswerte Souveränität in der Beherrschung der deutschen SPRACHE brilliert.

Außerdem stimmt es natürlich nicht, dass diese schon in nüchternem Zustand kaum zu ertragende Akademikerin sich vor Fernsehinterviews oder heiklen Telefonaten mit Nachrichtenbrief-Herausgebern gerne etwas Mut antrinkt.

Wie ich diese Nacht erleben musste, nimmt die logische Stringenz ihrer Gedankenstruktur in angeschickertem Zustand noch weiter zu, und es kommt kaum noch zu verbalen Entgleisungen, semantischen Unsauberkeiten oder gar dem ständigen Verwechseln von Silben oder ganzen Worten.

Wenn es diese Person denn geben würde, könnten wir uns gar keine eloquentere und souveränere Kanzlerin wünschen.

Und nun das Telefon-Protokoll:

„Hi Peter. Sie sind doch Herr Neiselstan, der von der Nachrichtenbriefin.

Hier ist Allanena, äh Nela, äh, ach Du weiß doch, Dein Bockbärchen.

Sie haben mich bestimmt schon an meine Stimme verkannt.

Ich soll ja jetzt Buntes Kanzlerin werden.

Und da möchte ich Sie in mein Kompotenz-Team holen, als mein Spinnen-Doktor.

Kollege Habäcker, dieser Bauerntrampel, ist da total überfordert.

Sie sind dann mein kleiner Kobold. Sie melken die Schweine, und ich komm dann vom Völkerrecht. Sie müssen mir vor allem die Reden schreiben.

Ich hab nämlich in Hammelburg die völkische Rechte studiert und dann in, na in, da wo die Queen wohnen tut, noch den Bachemaster oder wie das heißt, gemacht. Um ein Haar hätt ich auch noch provoziert.

Nur die Sprache, die ist halt nicht so mein Ding, deswegen brauch ich Sie.

Wenn ich erst an der Nacht bin, müssen wir vor allem das Steuerrinnenrecht masturbieren, dabei auch die Verhaltungsbeamtinnen mitnehmen und die In, die In, äh, die Deflorationsrate senken.

Du und ich und mein Büroleiter, damit sind wir schon fünf.

Und die Saftscham Schäb-Lili aus meinem feminihistischen Kaffeekränzchen, die mach ich zu meiner äußeren Ministerin. Aber Vorsicht, die ist promisteriös, äh, die schnackselt halt gern. Aber in meinen Augen fickt die nicht richtig.

Wichtig sind auch die Batterein für Elektroautos, da hab ich mich schlaugemacht: Kobold, Teutonium, Nickel, Seelen und seltene Erdäpfel, alles bicyclebar. Wichtig ist da der Akkumu-Vibrator.

Wenn ich erst Kranzlerin bin, will ich den tückischen Präsidenten besuchen und dann die „beiden Beiden“ knuddeln.

Und: Herr Nahselschrein, sind Sie dabei?“  

BREAKING NEWS, EXKLUSIV IM NACHRICHTENBRIEF!

Hier das Gesprächsprotokoll vom Antrittsbesuch der neuen deutschen Bundeskanzlerin in Beijing 2022, die mit ihrer unverkrampften Art und den (für sie ja so charakteristischen) kleinen, sympathischen Sprachfehlern sofort das Eis bricht und die deutsch-chinesischen Beziehungen auf ein neues Niveau senkt.

Sie kommt zwar als weltgewandte Akademikerin ungemein parkettsicher rüber, schafft es aber, den arroganten Eurozentrismus ihrer Vorgänger abzulegen und ihren Gesprächspartner nicht gleich intellektuell zu überfordern.

Kleine, locker aus der Hüfte geschossene, subtile Wortwitze und scherzhafte Apercus runden den Dialog ab und künden von einer neuen, überaus „volkstümlichen“ Lässigkeit auf der diplomatischen Bühne.

Imponierend ist vor allem auch das perfekt einstudierte Changieren zwischen sehr fraulich betontem, fast schon betörendem Charme auf der einen Seite und Dominanz in den politischen Forderungen auf der anderen.

Mal gibt sie das eher nicht ganz so intelligente „kleine Mädchen“, dann wieder die durchsetzungsstarke Politikerin und burschikose „Völkerrechtlerin“, die „nicht auf den Mund gefallen“ ist und vor allem mediensicher aufzutreten weiß. Chapeau! Insgesamt ein rundum gelungener Staatsbesuch!

Annalena Baerbock:

Tsching tschang tschong, isch heiße Allanena Baerbock und ämm glätt tuu bii in Red China.

Simultan-Dolmetscherin zu Xi JinPing:

She says her name is bearing bock (= “Lagerstuhl”), or bear buck (= “Bären-Rammler”), I´m not quite sure. Something like “fucking bears”, or kind of.

And she was mumbling her first name in a way I could not quite understand.

Xi JinPing:

???

Annalena Baerbock:

Und isch bin Bundes*innen, äh, buntes Kanzler*IN.

Simultan-Dolmetscherin zu Xi JinPing:

She just introduced herself as “colored chancellorESS”, but seems to be a bit insecure about her sexual identity.

Xi JinPing:

???????? Did they serve alcoholic beverages on her Lufthansa In-Flight???

Annalena Baerbock:

Wissen Sie, ich LIEBE die Chinesen! Ich sag immer: wer SO viel Sushi isst, der KANN kein schlechter Mensch sein. So richtig voll Schmackes mit Wasabi, da könnt ich mich glatt reinsetzen und…äh… (hält erschrocken inne und registriert plötzlich leichte atmosphärische Spannungen im Raum).

Xi JinPing:

(Wutverzerrtes Gesicht, eisiges Schweigen)

Annalena Baerbock:

???? Was habt Ihr denn alle auf einmal, wieso guckt Ihr so bedröppelt aus der Wäsche?… (Grübelt)…

Oh Shit! Das mit dem rohen Fisch, war ja das ANDERE Land da bei Euch im Osten. Ich verstehe. Da hat sich wohl so ein kleines Fehlerteufelchen eingeschlichen, smile.

Aber jetzt habt Euch doch nicht so, JEDER kann mal zwei Länder verwechseln, vor allem, wo Ihr Asiaten doch alle so gleich ausseht.

Was meint Ihr, wo ich so überall rumkomme? Jetzt zieht doch nich so ne Fluppe und macht gleich einen auf schwer beleidigt! Typisch Ossi…

ICH KANN AUCH KULTURSENSIBEL!!

Also, ich korrigiere mich in aller Form und wollte natürlich sagen: ich LIEBE ein Volk, das gerne solche Köstlichkeiten wie Hühnerfüße oder Fischaugensuppe verspeist und als besondere Delikatesse das Hirn aus den Fischköpfen rauslutscht!!! Ich sag immer, so lange kein HUND drin ist: „bei uns wird gegessen, was auf den Fisch kommt!“.

Xi JinPing:

(NOCH eisigeres Schweigen)

Annalena Baerbock:

Sie sind also Präsident Jin Ping? Und wo haben Sie den Herrn Pong gelassen? Sie verstehen schon: „Pingpong! Pingpong spielen“, hihihi, hohoho, der war gut!!

Ich hab gehört, Sie sind Kommunist? Sehr sympathisch! Ich war ja auch immer so auf ultralinken Demos, antikapitalistisch, antiamerikanisch und das ganze Zeugs.

Wir sind also Geschwister im Geiste, richtige Soul Mates sozusagen.

Kommunismus fand ich schon immer GEIL (hebt augenzwinkernd die Arbeiterinnenfaust), Genosse Jing Pin!

Simultan-Dolmetscherin zu Xi JinPing:

She/he says your name reminds her of table tennis, if I understand her correctly.

And she is a communist! Then the lady talks about “siblings in the ghost”, and her soul wants to mate with yours. She says she is HORNY.

I am sorry, Mr. President, but her German is……äh……….. slightly……äh…unusual in some terms, and hard to comprehend. Although I try hard to do my very best.

Xi JinPing:

??????????????? Mate with me? With such a Valkyrie? I begin to be a bit worried. Is this her normal mental state? Maybe her brain is suffering from Corona?

Annalena Baerbock:

Außerdem soll isch Ihnen „SCHÖNE GLÜSSE VON GENOSSIN FLAU MELKEL“ ausrichten, höhöhöhö.

Die ist ja auch Kommunistin – von Kindesbeinen an. Und die „Kulturrevolution“, die ihr Regime seit Jahren bei uns zuhause umgesetzt hat, ist ja wohl um einiges konsequenter und kompromissloser als das, was dieser niedliche Mao Zedong damals bei Euch so abgezogen hat. Das war noch ein süßer kleiner CHINAKRACHER.

Simultan-Dolmetscherin zu Xi JinPing:

Mrs. Bären-Rammler talks about a certain “Melkel”, or such. I have no idea what the hell she is talking about, Sir.

Xi JinPing:

???? Melkel? What a strange word. I have never heard about a person of this name. Is Mrs. Bären-Rammler drunk? Don´t the Greens take psychedelic drugs in Germany?

Annalena Baerbock:

Wissen Sie, Herr Präsident Ping Dschingxi, isch hab da gar keine Vorurteile – Hauptsache, es ist alles so schön BUNT hier!

Und so, wie Sie aussehen, haben Sie sicher Ihr Leben lang auf einer Eurer Reisfelder-Kolchosen geschuftet, bis die Schwarte kracht, und jetzt komm plötzlich isch vom völkischen Recht daher. Da bin ich in Eurer süßen „Volksrepublik“ doch grad richtig!

Aber Ihr müsst aufhören, die Uig-Huren, äh, die UIGUREN so zu mobben, die ham Euch doch gar nix getan.

Außerdem haben mir die echt coolen People vom Auswärtigen Amt noch zwei weitere Punkte mitgegeben, die ich bei Euch anmahnen soll; Moment, ich hab´s gleich, ich hab´s doch gleich (kramt umständlich in ihrer GRÜNEN Louis-Vuitton-Damenhandtasche und murmelt dabei vor sich hin).

Die Schwachschwan Cheb-Lilli hat mir doch extra einen Fick-, quatsch, SPICK-Zettel mitgegeben und hat mir gesagt, ich muss unbedingt, menchenrechtlich und so, und natürlich auch wegen der medialen Außendarstellung, und „den Rest reichen wir nach“, hat se wörtlich gesagt… Ach, da isses ja, und jetzt bitte alle gut zuhören:

„Finger weg von King Kong!“….???…Äh…Hat die aber auch eine Sauklaue. Nee, jetzt hab ich´s: „Finger weg von HONGKONG!“ – und: „Free Tibet“!!!!

Ihr wisst ja, ich komm doch vom Dingsda, vom VÖLKERRECHT.

So, nun ham wir das ganze nervige Human-Rights-Gedöns und so schon mal abgefrühstückt, ab jetzt wird´s chilliger.

Simultan-Dolmetscherin zu Xi JinPing:

The German chancellor seems to like your paddy fields, and she has no prejudices against diligent sweet peasants like you.

Mrs. bear buck herself, however, is coming from the tribal rights. She asks for a breakfast and wants to “chill”.

And afterwards she was talking absolute bullshit, not worthwhile translating.

Xi JinPing:

?????????????????????????????

I´m more and more asking myself if she was really the best person they could find for that job. Unbelievably! No wonder that Germany is falling down the hill anyway.   

Annalena Baerbock:

Mein lieber Genosse Xi Pong, da in Loversexony…äh… in Niedersachsen, wo isch wechkomm, da sind wir nich so förmlich. Politik muss doch auch SPASS machen, dafür stehen wir als Grüne. Ich sach immer: ob Langnase oder Schlitzaugen, das sollte doch heute keinen Unterschied mehr machen!

Wenn Gelb und Weiß sich verstehen, das iss doch schon der halbe Weltfrieden! „Make Love, not War!“ – stimmt´s, oder hab ich recht?

Simultan-Dolmetscherin zu Xi JinPing:

I agree with you, Sir: she´s either drunk, or had “just one joint too much”. She sees plenty of colors, and hallucinates about “World Peace” and similar.

And, I am sorry to say this, it looks like Mrs. Bear-Fucker is about to lose some of her sexual inhibitions.

Annalena Baerbock:

Mein lieber Kollege Jing Xi Pin, ich will zwar jetzt nicht die Good Vibrations zwischen uns verderben, aber ich muss doch noch ein etwas heikles Thema anschneiden, da beißt die Maus keinen Schwanz ab, hehehehe.

Nach meiner Rückreise muss ich nämlich vor unserem „Grünen LGBTQIA*-Ausschuss“ Bericht erstatten, wie Ihr es mit der Toleranz gegenüber diversen sexuellen Identitäten so haltet. Also mal unter uns: gibbet bei Euch in China auch Transen, und wie geht Ihr mit denen um? Und sind Eure kleinen süßen Geishas eigentlich CIS?

Wäre ein(e) queere(r) Trans-Staatschef*IN bei Euch schon denkbar? Oder ist sowas mit Euren alten verklemmten KP-Kadern noch nicht zu machen?

Xi JinPing:

Oh my God. Those decadent western “commies with a flower in their hair” will never ever understand that communism means discipline, purity, and chastity!

The whole leftist scene in Europe and the USA has been totally polluted and degenerated by this weird guy named “WILHELM REICH” or so, who tried to combine Marxism with “sexual freedom”, whatever this means. If those filthy pot-smoking libertarians want to ever become real communists, they should start reading Lenin and Mao instead – and learn what PARTY DISCIPLINE really means! This “Baerbock” bitch is turning into a real diplomatic problem for us, I fear.

Simultan-Dolmetscherin zu Xi JinPing:

You are so right, Sir. But what the hell can we do to stop this fury???

Annalena Baerbock:

Was tuschelt Ihr zwei Hübschen da wieder? Das ist das Problem mit Euch Chinesen: immer grinst Ihr einen höflich an, aber was WIRKLICH in Euch vorgeht, wenn Ihr die Köppe zusammensteckt und das Messer wetzt, das weiß man nicht. Macht Euch doch mal locker. Bei unseren GRÜNEN Parteitagen machen wir zwischendurch immer so Übungen aus der Reichschen Körpertherapie, das muss ich Euch irgendwann mal erklären. Auch der Sex ist dann viel… – aber das gehört vielleicht nicht hier hin!

Xi JinPing:

(Eisiges Schweigen, verzweifelter Gesichtsausdruck)

Annalena Baerbock:

Sie sind ein “Man of Color“, und ich bin grün. Da bin ich ganz tolerant und perv…, äh, DIvers. Sie müssen sich also keine Sorgen machen, mein kleiner gelber Freund.

Nur so interessehalber, ich hab mich im Studium mal damit beschäftigt: Stammen Sie eigentlich aus der Ming-Dynastie???

Simultan-Dolmetscherin zu Xi JinPing:

She is a greenhorn, tolerant, and she likes to dive. She says you need not worry, and calls you “my little yellow friend”.

Xi JinPing:

(Eisiges Schweigen, NOCH verzweifelterer Gesichtsausdruck)

Annalena Baerbock:

Ein LETZTES Mal muss ich Sie noch ein bisschen ärgern, Genosse Pi Xin Jing. Ich bin ja LEIDER nicht privat hier, sondern muss auch meinem Ruf als BUNDESKANZLERIN gerecht werden. Sind die Fernsehkameras auch alle eingeschaltet (richtet sich mit der Hand noch schnell die Frisur und zieht den Lippenstift nach)?

Werter Genosse Ji Pin Xi, die ganze „FREIE WELT“ hat mich nämlich beauftragt, Ihnen im Sinne der universellen MENSCHENRECHTE noch eine Forderung zu überbringen.

Ich spreche jetzt nicht nur als bunte Kanzlerin zu Ihnen, sondern auch als MENSCH, ja als FRAU im eigentlichen Sinn des Frauseins, ja auch als GRÜNE MUTTER und vor allem als VÖLKERRECHT!

Nun machen Sie es mir nicht so schwer, sondern lassen Sie es mich so formulieren:

„DIE CHINESISCHE MAUER MUSS WEG, DIE MAUER MUSS WEG, DIE MAUER MUSS WEG, WEG, WEG!!!“.

Nu gucken Sie nicht so entsetzt. Jahrzehnte lang hat – und das zurecht – die ganze Weltöffentlichkeit auf uns Deutschen rumgehackt, von wegen „Nazi Nazi“, „Stasi Stasi“, „geteiltes Land“, „Mauertote“, „antifaschistischer Schutzwall“ und hassenichgesehen. Und Pink Floyd hat uns die Ohren vollgejammert mit ihrem Album „THE WALL“.

Aber, mein lieber, Xiping JinJang, lassen Sie es sich gerade von einer Deutschen, ja von einer deutschen FRAU, gesagt sein: WIR haben es 1989/90 schließlich auch geschafft, unsere Mauer niederzureißen in einem Fanal der grünen FREIHEIT.

Da wuchs zusammen, was zusammengehört. Und das ganze entzweite Volk, Mann und Frau…äh… haben sich IN LIEBE UND FRIEDEN WIEDERVEREINIGT.

Das Schandmal, das unseren Kontinent auseinandergerissen und West und Ost entfremdet hat voneinander, ist heute Geschichte.

Und deswegen, mein lieber Genosse Ping Xi, fangen auch SIE mit ihrem gelben Volk an, zunächst einmal DIE MAUERN IN DEN KÖPFEN zu beseitigen.

Und dann im zweiten Schritt die Maurerbrigaden aus dem VEB Mandschurei MIT HAMMER UND SICHEL auch die physische Mauer einreißen zu lassen, die Euch trennt!

Deswegen schleudere ich Ihnen, solange die TV-Kameras aus aller Welt noch zugeschaltet sind, als Völkerrechtlerin und FRAU unsere Forderung entgegen:  

„MISTER PRESIDENT, TEAR DOWN THIS WALL!!!!!”.

Und – sind wir noch auf Sendung? -, für die Geschichtsbücher lassen Sie mich noch ein ganz persönliches Wort an die Chinesen richten: „ISCH BIN EIN PEKINESE!!!!“

Xi JinPing:

Oh my God, oh my God. Grrrrrrrr. Is the long-nosed bitch TOTALLY CRAZY in her head? How dare she? I would VERY much like to shoot her right away. Peng peng!!!

Annalena Bearbock:

Danke für das Kompliment, mein lieber Xi – ich darf doch „Xi“ zu Ihnen sagen?

Um unsere bisexue…, äh, biLATERALEN Wirtschaftsbeziehungen zu verbessern, müssen wir, NACHDEM Sie Ihre Mauer abgebaut haben, vor allem die Zölle und das Steuerrinnenrecht ändern und die Verhaltungsbeamt*innen entlasten.

Ich bin eine Freundin der deutsch-chinesischen Handelsbeziehungen.

Schon als Studentin habe ich jeden Tag beim Mittagessen Euern Außenhandel unterstützt und bei den kleinen Schlitzaugen immer die „DLEIUNDVIELZIG SÜSS-SAUEL, luhig etwas schalf“ bestellt, hihihihihi.

Und eine „FLÜHLINGSLOLLE“, hohohohoho (prustet los und schlägt sich dabei vor Lachen auf die Oberschenkel), hiiiihii, hohohoho.

???? Was guckt Ihr denn alle so bierernst? Geht Ihr kleinen gelben Teufel alle zum Lachen in den Keller?

Ich seh schon, Humol ist kein gelngesehenel Gast im Leich der Mitte, hahahahaha…

Simultan-Dolmetscherin zu Xi JinPing:

I am sorry but I refuse to translate this. Sounds like the lady is hungry.

Xi JinPing:

We´d better stop this interview now and treat Mrs. Baerbock to an “All you can eat” Fish Eye Soup dinner – WITH dog! And then we stuff her with chicken legs. Peng peng!