Posts Tagged ‘Physik’

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 6.i.

4. Mai 2016

orgonometrieteil12

1. Zusammenfassung

2. Die Hauptgleichung

3. Reichs „Freudo-Marxismus“

4. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

5. Reichs Biophysik

6. Äther, Gott und Teufel

a. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter

b. Spiritualität und die sensationelle Pest

c. Die Biologie zwischen links und rechts

d. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur

e. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“

f. Die gesellschaftlichen Tabus

g. Animismus, Polytheismus, Monotheismus

h. Dreifaltigkeit

i. „Ätherströme“, Überlagerung und gleichzeitige Wirkung

Orgonometrie (Teil 2): Kapitel 5.c.

3. April 2016

orgonometrieteil12

1. Zusammenfassung

2. Die Hauptgleichung

3. Reichs „Freudo-Marxismus“

4. Reichs Beitrag zur Psychosomatik

5. Reichs Biophysik

a. Biologie

b. Physik (Vorbemerkung)

c. Physik

Die Rolle des Beobachters in der Quantenphysik (Teil 2): eine Ergänzung zu „Orgonometrie (Teil 1): Kapitel VII.4.f.“

7. September 2015

Niels Bohr hat die Quantenphysik wie folgt zusammengefaßt:

Man sollte sich klarmachen, daß diese Theorie nicht Phänomene erklären soll in dem Sinne, in dem das Wort „Erklärung“ in der früheren Physik verwendet wurde. Sie soll verschiedene Phänomene, die nicht miteinander zusammenhängen scheinen, miteinander verknüpfen und zeigen, daß sie zusammenhängen.

Die „Inhaltsleere“ von Orgonomischem Funktionalismus und Quantenmechanik hatte in der Lebensphilosophie (Nietzsche, Dilthey, Bergson) ihren Vorläufer. In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, daß in den 1920er Jahren sowohl Quantenphysiker, wie etwa Heisenberg, als auch Reich („Ich galt eine Zeitlang als ‘verrückter Bergsonianer’“, Reich 1942) stark durch die Lebensphilosophie geprägt wurden. Aber betrachten wir einige Äußerungen der Lebensphilosophen etwas genauer.

Nietzsche:

Es gibt kein „Sein“ hinter dem Tun und Wirken, Werden (…) das Tun ist alles.

Damit wird Heraklit ewig recht behalten, daß das Sein eine leere Fiktion ist.

Über den Gegenspieler Heraklits, nämlich Parmenides und damit Plato sagte Wilhelm Dilthey:

Echter Plato! der erst die werdenden fließenden Dinge im Begriff festmacht und dann den Begriff des Fließens zur Ergänzung danebensetzt.

Dilthey nannte all das mechanistisch, was die Natur mit Modellen zu erklären versucht. Demgegenüber geht es der Orgonomie, ganz im Sinne Diltheys, darum die Natur erst einmal zu verstehen, d.h. innerlich nachzuvollziehen. Daß zum Fließen ein Ding gehört, das sich bewegt, ist schon eine sekundäre Verstandesleistung, eine Modellvorstellung, die sich logischerweise an der Behinderung des Fließens, also an der Panzerung festmacht!

Anfang des 18. Jahrhunderts schrieb dazu George Berkeley in seiner Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis:

Rufe ich eine Bewegung in einem Teil meines Körpers hervor und läßt sich dieselbe frei oder ohne Widerstand vollziehen, so sage ich, es ist dort Raum; finde ich aber einen Widerstand [also eine Panzerung], so sage ich, es sei dort ein Körper, und in dem Maße, wie der Widerstand gegen die Bewegung geringer oder größer ist, sage ich, der Raum sei mehr oder weniger frei. Es muß also, wenn ich von freiem oder leerem Raum spreche, nicht vorausgesetzt werden, daß Wort stehe für eine Idee, die von (meinem) Körper und Bewegung gesondert oder ohne diese denkbar wäre. Freilich sind wir geneigt zu glauben, daß jedes Nomen substantivum eine bestimmte Idee vertrete, die von allen anderen gesondert werden könne, was unzählige Irrtümer veranlaßt hat. (z.n. Max Jammer: Das Problem des Raumes, Darmstadt 1969)

Trotz seiner Leugnung der realen Welt hat Berkeley vor 300 Jahren hier die funktionelle Identität zwischen „dinglichem“ Denken und der menschlichen Panzerung erfaßt. In Äther, Gott und Teufel schreibt Reich, daß

das funktionelle Denken keine statischen Zustände duldet, wenn es nicht der Erstarrung durch die Panzerung unterworfen wurde. „Fießend“ ist auch die Natur in jeder einzelnen ihrer Abartungsfunktionen wie im Ganzen. Auch die Natur kennt keine statischen Zustände.

Die gängige Interpretation der Quantenmechanik nennt sich „Kopenhagener Deutung“. Sie führt zu einem Paradoxon, da die Welt von unserer Beobachtung abhängt, also nichts wirklich real ist. Damit wir aber nicht in der Klapsmühle landen, können wir uns eine alternative Deutung der Quantenmechanik ausdenken, in der alles real ist und die keinerlei Paradoxon beinhaltet. Hierbei handelt es sich um die „Vielwelten-Interpretation der Quantenmechanik“. Nach ihr kollabiert die Wellenfunktion gar nicht, sondern sie spaltet sich jeweils in zwei „senkrecht aufeinanderstehenden Welten“. Jedes einzelne Quantenereignis führt also zur Bifurkation des gesamten Universums. Demnach gibt es zig-Millionen Versionen dieses Blogeintrags!

Beide Deutungen der Quantenmechanik haben gemeinsam, daß das Subjekt frei ist: wir bringen die Wellenfunktion zum Kollabieren, bzw. wir sind es, die unseren Weg durch die Verzweigungen der Vielwelten wählen. Beide beinhalten also letztlich, daß wir unsere eigene Realität erschaffen. Und genau diese metaphysische Freiheit des Subjekts erzeugt die geradezu psychotische Bizarrheit dieser beiden orthodoxen Deutungen. Es wirkt als hätte der von seinen Wurzeln abgeschnittene moderne Mensch seine Welterfahrung in Physik übertragen.

Aber lassen sich die beiden anerkannten Interpretationen der Quantenmechanik angesichts des EPR-Phänomens überhaupt rechtfertigen, das die unglaublich wichtige Rolle aufgezeigt hat, die das CFP in der Quantenwelt spielt? Läge es nicht in besserer Übereinstimmung mit der physikalischen Realität, zu behaupten, daß sowohl mein Beschluß etwas zu beobachten, als auch das Kollabieren der Wellenfunktion eine gemeinsame Ursache haben? Oder besser ausgedrückt: Beobachter und Beobachtungsobjekt sind oberflächliche Variationen des auf einer tieferen Ebene ablaufenden autonomen Funktionierens der Orgonenergie, der Bewegung an sich als „wahrer Seele der Welt“.

Diese Deutung erlaubt es uns die Quantenmechanik in den Orgonomischen Funktionalismus einzupassen, so wie er von Reich in Äther, Gott und Teufel beschrieben wurde. In diesem Buch schreibt Reich folgendes über die mathematisierte Welt der Quantenphysiker:

Das Menschentier kann die Natur in sich und außer sich nur dann fassen und lieben lernen, wenn er ebenso denkt und handelt, wie die Natur funktioniert, nämlich funktionell und nicht mechanistisch und mystisch. Die Welt des orgonomischen „energetischen“ Funktionalismus ist eine lebhaft funktionierende freie und demnach gesetzliche und harmonische Welt. In ihr gibt es keinen „leeren Raum“, den der mechanistische Physiker fordert, weil er die Natur nicht zu füllen vermag; in ihr gibt es auch keinen Raum voll von Geistern und Phantomen, die der Mystizismus nicht zu demonstrieren vermag. Die Welt des Funktionalismus ist auch keine „Schattenwelt“, wie für den abstrakten Mathematiker, sondern sie ist eine greifbare, volle, pulsierende Welt, gleichzeitig wahrnehmbar und meßbar. Der abstrakte Mathematiker übersieht, daß seine Formeln nur deshalb objektive Prozesse zu treffen vermögen, weil sein Gedanke ein Stück derselben Naturfunktion ist, die er in abstrakten Symbolen faßt. Dem Kenner der Organempfindungen ist es möglich, die Quellen aufzuspüren, aus denen der „höhere“ Mathematiker seine Einsichten schöpft, ohne sie zu kennen. Wenn auch die Funktionssymbole, die er an die Stelle der realen Welt setzt, unwirklich sind und eine Wirklichkeit abzubilden auch gar nicht vorgeben, so ist doch zweifellos der Schöpfer dieser Funktionssymbole ein lebhaft pulsierendes orgonotisches System, das keine Mathematik betreiben könnte, wenn es nicht pulsierte. Die „höhere“ Mathematik konnte sich nur deshalb als das höchste Entwicklungsprodukt der Naturwissenschaft ausgeben, weil ihre Verwurzelung in der pulsierenden Natur nicht bekannt oder nicht zugegeben war. Das Gehirn des Mathematikers ist kein besonders geartetes Instrument; es ist nur darin andersartig, daß es die Organempfindungen in mathematischer Form auszudrücken vermag. Die mathematische Formel ist also nur ein Ausdrucksmittel unter anderen und nicht der Zauberstab, als der sie dem bornierten Verstande des mystischen Menschen erscheint. Es ist der lebendige Organismus, der seine Empfindungen anordnet, umgruppiert, in Zusammenhang bringt, ehe er sie mathematisch formuliert.

Da bildlich kaum nachvollziehbar, ist Quantenphysik fast ausschließlich mathematische Abstraktion. Aber Physik ist nicht einfach mit Mathematik gleichzusetzen, zumal niemand erklären kann, wieso logische Strukturen, die die Mathematiker nach eigenem Selbstverständnis vollkommen losgelöst von jeder Erfahrung, sozusagen beziehungslos im luftleeren Raum, entwickelt haben, auf die Erfahrungswelt anwendbar sind. Beschäftigt man sich mit der modernen Physik, drängt sich einem der Eindruck auf, daß die Physiker sich nur noch dem Eigenleben des mathematischen Formalismus hingeben. Sie streben nach mathematischer „Schönheit“, welche, da die Experimente immer aufwendiger werden, zunehmend ihr einziges Kriterium für Wahrheit wird. Um die Theorie dann wieder mit den Beobachtungen in Übereinstimmung zu bringen, müssen die theoretischen Konstrukte mühsam mittels „Symmetriebruch“ und Postulierung immer neuer Teilchen wieder zur Wirklichkeit heruntertransformiert werden. Im wahrsten Sinne des Wortes hat die Physik den Boden unter den Füßen verloren.

Die Orgonphysik umgeht dieses Problem von vornherein, da sie nicht von Modellen, sondern vom konkreten Funktionieren ausgeht. Und imgrunde kann auch der Mathematiker nur deshalb Formeln aufstellen, die mit objektiven Prozessen übereinstimmen, weil auch er aus den gleichen Quellen schöpft.

symbolbesch

Orgonometrie (Teil 1): Kapitel VII.4.f.

1. September 2015

orgonometrieteil12

VII. Die Lebensenergie (Orgon) in der Schulphysik

1. Die mathematischen Grundlagen der Schulphysik

a. Algebra

b. Differenzieren

c. Integrieren

d. Vektoren

2. Körper in Bewegung

a. Masse

b. Jenseits der Masse

c. Himmelsmechanik

d. Die Kreiselwelle

e. Kosmische Überlagerung

3. Der Orgonenergie-Akkumulator

a. Die Kreiselwelle (Schwingungen und Wellen)

b. Wellen im Orgonenergie-Medium

c. Von der Thermodynamik zum Orgonenergie-Akkumulator

d. Von der Elektrostatik zum Orgonenergie-Akkumulator

e. Elektrotechnik

f. Orgontechnik

4. Kosmogonie

a. Gravitation im Funktionsbereich „Bewegung“

b. Gravitation im Funktionsbereich „Erstrahlung“

c. Quantenmechanik

d. Spezielle Relativitätstheorie

e. Allgemeine Relativitätstheorie

f. Funktionalismus

Die atmosphärische und die kosmische Orgonenergie

10. August 2015

Reich hat als Äquivalente für die Orgonenergie in der Schulphysik insbesondere die atmosphärische Elektrizität und den Äther ausgemacht. Was die zweite Entsprechung betrifft, war für ihn Einsteins Relativitätstheorie natürlich eine Herausforderung.

Reich schreibt Ende der 1940er Jahre in Äther, Gott und Teufel:

„Statische Elektrizität“ ist eine spezifische Funktion der atmosphärischen Orgonenergie. Paradoxerweise nimmt die Elektrizitätstheorie an, daß die Atmosphäre sowohl frei von elektrischer Ladung wie auch voll von statischer Ladung ist, wobei „statisch“ von elektrischer Natur ist. Flächenblitz und Gewitterblitz sind bisher unerklärt geblieben. Die Orgonomie weist die atmosphärische Ladung mittels spontaner elektroskopischer Entladung nach, dem sogenannten „natural leak“ der klassischen Physik. Diese Entladung geht in einer geringer konzentrierten orgonotischen Atmosphäre schneller und in einer höher konzentrierten langsamer vor sich. Darüberhinaus ist sie in der Mittagszeit langsamer als frühmorgens oder abends; dies widerspricht der Ionisationstheorie.

Nach zwei Jahrhunderten des Rätselns kann die mechanistische Physik erst jetzt erklären, wie die Elektrizität in die Atmosphäre kommt. Es gibt sogar schon Ansätze, wie man die „atmosphärische Elektrizität“ ins Stromnetz leiten könnte! Auch könne man die Gefahr durch Blitzschlag beseitigen, da man nun weiß, wie sich Elektrizität in der Atmosphäre bildet und ausbreitet.

Es geht um Forschungen an der University of Campinas, Brasilien unter Fernando Galembeck.

Ursprünglich hatte man angenommen, daß die Wassertröpfchen, die in der Atmosphäre schweben, elektrisch neutral sind und so bleiben, wenn sie mit den elektrischen Ladungen auf Staubteilchen in Kontakt kommen. Andererseits wußte man schon seit langem, daß es eine enge Beziehung zwischen Elektrizität und Wasser in der Atmosphäre gibt. Beispielsweise hatte man beobachtet, daß es zu elektrischen Entladungsfunken kommen kann, wenn Dampf aus Boilern entweicht. So ging man schließlich davon aus, daß sich Elektrizität bildet, wenn Wasserdampf an in der Atmosphäre schwebenden Staubteilchen kondensiert.

Galembeck und seine Kollegen konnten nun die Theorie bestätigen, daß Wasser in der Atmosphäre eine elektrische Ladung aufnehmen kann. Sie simulierten dazu unter Laborbedingungen die Wechselwirkung zwischen Wasser und Silizium- bzw. Aluminium-Teilchen, die beide natürlicherweise in der Atmosphäre auftreten. Silizium zeitigte unter hoher Luftfeuchtigkeit eine negative elektrische Ladung und Aluminiumphosphat eine positive.

Es seien bereits „hygroelektrische Kollektoren“ angedacht, ähnlich den „Sonnenkollektoren“, um Elektrizität zu produzieren. Indem man dergestalt der Atmosphäre die elektrische Spannung entzieht, könne man auch Blitze verhindern.

Reich zufolge kennt die mechanistische Wissenschaft die Orgonenergie nur als das vage Konzept einer „atmosphärischen Elektrizität“. Endlich nähert sie sich einer Nutzung, ohne zu erkennen, daß kontaktelektrische bzw. „elektrostatische“ Ladungen nur Epiphänomene orgonotischer Prozesse sind.

Diese Prozesse sind der mechanistischen Wissenschaft nicht zugänglich, weil sie langsam und unabhängig von der Materie ablaufen. Sie kennt nur die explosionsartigen, extrem konzentrierten Entladungen in Blitzen und die Aufladung von Materie („statische Elektrizität“). Daß man mit Hilfe des Orgonenergie-Akkumutors, des Cloudbusters und des Orgonmotors die „atmosphärische Energie“ direkt nutzbar machen kann, ist prinzipiell außerhalb ihres Horizonts.

So ist ihr auch nicht zugänglich, daß bei niedriger Luftfeuchtigkeit die „Spannung“ in der Atmosphäre höher ist als bei hoher Luftfeuchtigkeit, wenn sich die atmosphärische Energie hauptsächlich in ihrer immobilisierten, an Materie gebundenen Form zeigt, der „elektrostatischen Spannung“.

Hier die Orgonspannung an drei aufeinanderfolgenden Tagen:

In seinem Buch über die Relativitätstheorie frägt Ernst Schmutzer:

Woher stammte nun eigentlich die Äthervorstellung? (…) Da nun gemäß der Huygenschen Wellentheorie des Lichtes tatsächlich große Analogien zwischen Licht und Schall bestehen – wie gefährlich können doch, obwohl für die Forschung unumgänglich, Analogien sein! – ersann man als Medium für die Lichtfortpflanzung den Äther als ein Objekt mit merkwürdigen Eigenschaften: Durchdringlichkeit aller Körper, Unwägbarkeit usw. (…) Aus diesen Darlegungen geht klar hervor, daß die Mechanik der Kontinua der Äthervorstellung Pate gestanden hatte. Im Grunde genommen handelte es sich also um einen Mechanizismus. (…) Der an die mechanische Bewegungsform gewöhnte Geist dieser Zeit benötigte aus Gründen einer falsch verstandenen Anschaulichkeit – gemeint war eine mechanische Anschaulichkeit – den Weltäther. (Relativitätstheorie – aktuell. Ein Beitrag zur Einheit der Physik, Stuttgart 1996, S. 49f)

Ende des 19. Jahrhunderts zeigten Michelson und Morley, daß sich die Erde unmöglich durch ein „Äthermeer“ bewegen konnte, weil die Lichtstrahlen, die sich angeblich in diesem Meer wellenförmig bewegten nicht mitgerissen wurden. Astronomische Beobachtungen hatten bereits vorher verdeutlicht, daß dieses „Meer“ ähnlich in sich ruhen muß, wie der reale Ozean durch den ein schnelles Schiff (die Erde) gleitet. Um im Bild zu bleiben: Es konnte keine (oder allenfalls eine lächerlich geringe) Bewegung des Bootes relativ zum Meer festgestellt werden, da sich aber das Boot relativ zum Land sehr wohl bewegte, konnte daraus nur geschlossen werden – daß es das Meer nicht gibt…

Das Ergebnis des Michelson-Versuches zeigte, daß Denken und Erfahrung in Widerspruch gerieten. In solchen Fällen sind die Tatsachen ausschlaggebend; nach diesen hat sich das Denken zu richten. Die Natur läßt sich nicht vorschreiben, wie sie sein soll, damit man in altgewohnter Weise denken könne. Das Denken hat sich der Natur anzupassen. In solchen Fällen müssen oft Denkvoraussetzungen analysiert und – wenn erforderlich – revidiert werden. Darauf kann sich dann ein logisch einwandfreies Begriffssystem gründen (Horst Melcher: Relativitätstheorie in elementarer Darstellung, Köln 1978, S. 237).

Dieses Begriffssystem und die dazugehörigen Formeln hat Einstein entwickelt.

Das Problem besteht darin, daß diese Formeln physikalisch interpretiert werden müssen. Dazu ist es notwendig, bestimmte „Zuordnungsregeln“ zu finden, die einen Zusammenhang zwischen den mathematischen Formelzeichen und den physikalischen Meßgrößen herstellen. Hier liegen die eigentlichen Schwierigkeiten verborgen, denn diese Zuordnungsregeln können sehr komplex sein. Bei der Interpretation der mathematischen Formeln kann es zu Irrtümern und Meinungsverschiedenheiten kommen. (Roman U. Sexl, Herbert K. Schmidt: Raum, Zeit, Relativität, Braunschweig 1991, S. 48)

Zu Leopold Infeld sagte Einstein einmal,

es gäbe in der Physik eigentlich nur einige grundsätzliche Ideen, und die könne man in gewöhnlichen Worten ausdrücken. Er fügte hinzu: „Kein Wissenschaftler denkt in Formeln“. (Friedrich Herneck: Albert Einstein, Leipzig 1974, S. 48)

Trotzdem ließ Einstein immer unerklärt,

warum die Lichtgeschwindigkeit stets gleich c ist und warum man eine Lichtwelle nicht einholen kann. Vielmehr müssen diese Experimente per Definition negativ ausgehen und per Definition ist auch der Raum in jedem Inertialsystem homogen und isotrop für die Lichtausbreitung. (Arthur I. Miller in: Peter C. Aichelburg, Roman U. Sexl: Albert Einstein, Braunschweig 1979)

Mit anderen Worten: Die mechanistische, auf einer rigiden, gepanzerten Körperwahrnehmung beruhende, Auffassung der Natur zwang zunächst zum Postulat eines mechanisch verstandenen Äthers, dem immer exoterischere, d.h. „nicht-mechanische“ Eigenschaften zuerkannt werden mußten, um mit den Beobachtungen in Übereinstimmung zu bleiben. Bereits mehr als drei Jahrzehnte vor Einsteins Spezieller Relativitätstheorie konstatierte F.A. Lange, daß viele Naturforscher dazu neigen würden, den Äther ganz aufzugeben (Geschichte des Materialismus, Frankfurt 1974, S. 742).

Was blieb waren abstrakte Formeln und ebenso abstrakte, auf keinerlei Körperwahrnehmungen mehr beruhenden, Postulate, die entsprechend in keinen sinnvollen Funktionszusammenhang mit anderen Erscheinungen der Natur gebracht werden konnten. Tatsächlich hat sich die Relativitätstheorie als ausgesprochen steril erwiesen. Man könnte fragen, ob es nicht ihr zu schulden ist, daß wir im Jahre 2015 entgegen aller Voraussagen noch immer nicht in einem Science-Fiction-Szenario leben.

Reich schreibt zum Äther-Problem:

Der negative Ausgang des Michelson-Morley-Versuchs, der den Äther nachweisen wollte, muß verstanden werden. Die Prämissen, die zur Durchführung des Michelson-Morley-Experiments führten, beruhten auf falschen Annahmen. Die Orgonphysik geht von vollkommen neuen Beobachtungen und neuen theoretischen Annahmen aus. Von einem prinzipiellen orgonomischen Standpunkt her muß das Denken selbst als eine Funktion der Natur im allgemeinen begriffen werden. Dementsprechend müssen die Ergebnisse bloßen Denkens als sekundär gegenüber den beobachtbaren Naturfunktionen angesehen werden. Als Funktionalisten sind wir in erster Linie an beobachtbaren Naturfunktionen interessiert; von da aus gelangen wir zu den Funktionen des menschlichen Denkens mittels der emotionalen (bioenergetischen) Funktionen im beobachtenden Menschen. Solange die beobachtbare Natur nicht den Ausgangspunkt für menschliches Denken bildet, und mehr noch, solange die Funktion des Denkens selbst nicht logisch und konsistent aus den beobachtbaren Naturfunktionen im Beobachter selbst abgeleitet wird, solange stellen sich gegenüber allen Resultaten bloßen Denkens, das nicht durch Beobachtung gestützt ist, grundlegende methodologische und faktische Fragen. Das zeigt deutlich die Schlußfolgerung, die aufgrund bloßen Denkens aus dem negativen Ausgang des Michelson-Experiments gezogen wurde. (Äther, Gott und Teufel, Frankfurt/M 1983, S. 150f)

Die strahlende Kraft des Lebendigen

ist überall vorhanden und erfüllt den ganzen Weltraum, der durch die leeren Menschen leer gemacht wurde. (Christusmord, Freiburg im Breisgau 1978, S. 268)

Einstein, der Mond und das Proton

15. Juli 2015

Einstein war von Anfang an ein Gegner der Quantenmechanik, da sie drohte die Einheit der Physik zu sprengen. Wie kann beispielsweise Licht elektromagnetische Welle und gleichzeitig Teilchen (das von Einstein entdeckte „Photon“) sein? Was das Licht im gegebenen Augenblick sei, werde, so die Quantenmechanik, vom Beobachter bzw. natürlich von seiner experimentellen Herangehensweise bestimmt! So etwas kommt in der Physik des Sichtbaren nicht vor und sollte deshalb auch in der Welt des unsichtbar Kleinen nicht auftreten.

Die Argumente, die Einstein gegen Niels Bohr und andere vorbrachte, wurden immer komplizierter und beruhten darauf, daß, wenn man die Quantenmechanik ernst nehme, die Welt des Subatomaren bizarr und geisterhaft sei. Seine Überlegungen kulminierten schließlich im sogenannten EPR-Paradoxon, das besagt, daß zwei räumlich getrennte Teilchen instantan (also so, als gäbe es keinen Raum zwischen ihnen) wechselwirken können. (Siehe dazu meine Ausführungen in Orgonenergie-Kontinuum und atomare Struktur.) Für die Quantenmechaniker waren derartige Einwürfe nur Bestätigung ihrer eigenen Argumente: daß auf subatomarer Ebene halt eigene Gesetze gelten würden und die physikalischen Gesetze unserer makroskopischen Umgebung bloße Grenzfälle der weitaus fundamentaleren Quantenmechanik seien.

Schließlich zog sich Einstein auf das denkbar einfachste Gegenargument zurück: er zeigte schlichtweg auf den Mond! Er ist unverrückbar, mit beliebiger Präzision räumlich und zeitlich verortbar und es ist ihm denkbar gleichgültig, ob und wie er von irgendeinem Menschen beobachtet wird oder nicht.

Folgen wir Einstein und betrachten nun ein subatomares Teilchen, das man sich ähnlich vorstellen kann wie den Mond: ein Proton. Ein Proton, das von einem Elektron umrundet wird, ergibt das einfachste und leichteste der Elemente, das Wasserstoffatom.

Eines der fundamentalsten Eigenschaften dieses Protons ist sein Radius. Und genau hier fängt das Problem an, denn während man den Radius des Mondes mit beliebiger Präzision messen kann, häufen sich beim Proton die Probleme. Und das sogar, wenn man von Heisenbergs berühmter „Unschärferelation“ absieht.

Man kann die Größe des Protons abschätzen, indem man es mit Elektronen beschießt und deren Ablenkung mißt. Weitaus genauer sind indirekte Messungen mit Hilfe der sogenannten „Lamb-Verschiebung“. Bei der Lamb-Verschiebung handelt es sich um die Aufspaltung eines Energieniveaus, die das Elektron in einem Wasserstoffatom einnehmen kann. Diese extrem kleine Aufspaltung konnte man mit der Quantenelektrodynamik erklären, die die Wechselwirkung von Protonen, Elektronen und Photonen beschreibt – und dabei das Vakuum zu einem brodelnden Schaum aus virtuellen Elementarteilchen macht.

Wasserstoffatome werden mit Lasern einer bestimmten Frequenz beschossen, hat man die richtige Frequenz erwischt, kommt es zur Lamb-Verschiebung, von der das Atom durch aussenden eines entsprechenden Photons Kunde tut. Aus der Frequenz der Laserstrahlung wird auf die Größe der Lamb-Verschiebung geschlossen und von dort mit denkbar komplizierten Berechnungen auf den „Radius des Protons“ (genauer gesagt den „Ladungsradius“) – der dergestalt tatsächlich nicht mehr ist als die interpretationsbedürftige Größe in einer abstrakten Formel.

2010 schienen vorläufige Meßergebnisse darauf hinzudeuten scheinen, daß man sich bisher um sage und schreibe 4 Prozent beim „Radius des Protons“ verkalkuliert hatte. Dabei haben die Elementarteilchenphysiker bisher nichts genauer untersucht als Protonen! Alles, was wir betrachten, besteht ausschließlich aus Protonen, Neutronen und Elektronen. Es wäre wirklich genauso, als würde heute ein Astronom feststellen, daß der Mond tatsächlich 4 Prozent kleiner sei als bisher angenommen. Was ist dann mit den Gezeiten, den Mondflügen, im Grunde der gesamten Astronomie, wenn nicht sogar Physik?!

Das mit dem Mond wird nie geschehen, aber mit dem Proton könnte dieser Fall tatsächlich eintreten, wenn sich die Ergebnisse bestätigen sollten. Die Messung des Protonen-Radius konnte um den Faktor 10 verbessert werden, indem das stabile Elektron durch ein extrem kurzlebiges Myon ersetzt wurde, das 200mal größer als ein Elektron ist. Das „myonische Wasserstofatom“ weist entsprechend eine größere, besser meßbare Lamb-Verschiebung auf.

Und zwei Jahre später wurden diese Ergebnisse tatsächlich bestätigt:

Die Resultate (…) fachen erneut die Debatte darüber an, ob es für die beobachteten Diskrepanzen eine konservative Erklärung gibt, weil sie etwa auf mangelndes Verständnis der in allen Messungen auftretenden systematischen Fehler zurückgehen, oder ob am Ende doch „Neue Physik“ dahinter steckt.

Es führt einfach zu nichts ein Proton als einen „kleinen Mond“ (oder, was passender wäre, als „kleine Sonne“) zu betrachten – allein schon weil ein 4 Prozent kleinerer Mond tatsächlich die Welt aus den Angeln hebeln würde, während 4 Prozent kleinere Protonen nur ein paar ohnehin haltlose Theorien (das „Standardmodell“) durcheinanderwirbeln würden.

Für Reich waren die Elementarteilchen, wie sie in der kosmischen Strahlung auftreten (Protonen, Myonen, Elektronen, Photonen), besondere Ausformungen der Orgonenergie, konkret der Kreiselwelle mit ihrer Abfolge von Wellen und teilchenartigen Pulsen. Sogar den Mond selbst betrachtete in erster Linie als „Welle“:

Wie ich an anderer Stelle ausführen werde, sind die präzisen, „toten“ Gravitationsgesetze des Mondes, die nicht zur lebendigen Orgonenergie passen wollen, Ausdruck der Transformation von Energie in Masse und zurück. Genauso ist es um die präzisen Messungen im subatomaren Bereich bestellt, wie sie wie erläutert durchgeführt wurden.

Materie, sei es nun der Mond oder ein Proton, zeichnet sich durch die (im Vergleich zum sich ständig ändernden Orgon) Unwandelbarkeit ihrer Eigenschaft aus. Ob es sich dann etwa bei Protonen tatsächlich um „Kugeln“ handelt, die mit dem Mond vergleichbar sind, ist sekundär, wichtiger sind die orgon-energetischen Eigenschaften. Im ORANUR-Experiment entdeckte Reich einen Bereich, in dem sich die Elementarteilchen mehr wie Orgonenergie als wie, man verzeihe mir den Ausdruck, „mond-artige Teilchen“ verhalten.

Die Orgonomie und die Energetik (Teil 1)

2. Mai 2015

Die Orgonomie ist kein neues „Paradigma“, sondern der Grund, auf dem die Wissenschaft ruht, sie ist die Wissenschaft per se (Clark/Frauchiger: Journal of Orgonomy, 1986). Dergestalt spielt sie die gleiche Rolle, die die Orgonenergie in der ganzen Natur innehat oder beispielsweise die Arbeitsdemokratie in der Gesellschaft. Insoweit andere Theorien, insbesondere „energetische Theorien“, wissenschaftlich sind, wurde in ihnen die Orgonomie vorweggenommen oder gar weiterentwickelt. Wo Reich sich geirrt hat, war er nicht orgonomisch.

Gefahr des Eklektizismus? Die könnte auf drei Elementen beruhen:

  1. daß die Orgonomie mit allen möglichen mechano-mystischen Elementen überfrachtet und erstickt wird, wie ein Pflanzenkeimling, auf den Abfall geworfen wird;
  2. darauf, daß man diese fremden Ansätze dazu instrumentiert, dem Wesentlichen auszuweichen; und
  3. daß man die energetischen, „kosmischen“ Momente der Orgonomie gegen die Sexualökonomie ausspielt.

Es besteht immer die Gefahr, daß die Orgasmus-Theorie verloren geht. Schon 1940 schrieb Reich, die Orgonomie werde sich wahrscheinlich in zwei Lager spalten, wobei die eine Gruppe erklären werde, „die sexuelle Funktion sei der allgemeinen Lebensfunktion untergeordnet – und daher streichbar.“

Auch müssen wir, um die Orgonomie besser verstehen zu lernen, ihre „Eltern“, z.B. die deutsche Philosophie des 19. Jahrhunderts, die Psychoanalyse und den Marxismus durchleuchten. Die Orgonomie hat beispielsweise ihre Wurzeln auch in der „Energetik“ von Wilhelm Ostwald.

Aber meinen Reich und die Energetiker eigentlich dasselbe, wenn sie von „Energie“ sprechen? Natürlich wußten diese nichts von der Orgonenergie, aber es finden sich doch Anklänge an sie. Außerdem läßt beispielsweise der Energetiker Hans Hass in seinen Büchern den Energie-Begriff explizit offen. Niemand wisse, was „Energie“ eigentlich sei. Andererseits meint Hass, es gäbe ohne dieses Unbestimmte „keine Bewegung, keinen Vorgang, keine Entwicklung – somit auch keinen Gedanken, keine Musik, keine Religion.“

Besonders bemerkenswert ist jedoch, daß sich Hass von den mechanistischen Denkschablonen löst, die Energie sei eine Funktion materieller Partikel oder Stoffe, vielmehr seien diese umgekehrt „eine Erscheinungsform von Energie“ (Naturphilosophische Schriften, Bd. 3, München 1987). So lehnt er auch folgerichtig den Begriff „Materialismus“ ab.

Denn gerade das, was uns die Materie als etwas Klotziges, Plumpes, von den geistigen Vorgängen und unseren Gefühlen so äußerst Verschiedenes erscheinen läßt, hat gar keine reale Basis. Es ist bloß eine Interpretation unserer höchst mangelhaften Sinne. Dieses Klotzige, Plumpe, „primitiven Gesetzmäßigkeiten blind Gehorchende“ ist in Wahrheit eine Erscheinungsform höchst differenzierter Kräfte. Was wir Materie nennen, besteht ganz und gar aus dem gleichen geheimnisvollen Etwas [Energie], das auch den subtilsten Prozessen, auch unseren Denk- und Gefühlsvorgängen zugrunde liegt.

Bereits 1895 hielt Wilhelm Ostwald einen Vortrag in diesem Sinne vor der Königlich Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften über „Die Überwindung des wissenschaftlichen Materialismus“. In ihrem Buch Wilhelm Ostwald (Stuttgart 1953) schrieb seine Tochter über Ostwald, die Energie

wurde ihm von einer mathematischen Funktion zur unmittelbarsten Wirklichkeit, zum umfassendsten Naturbegriff neben Raum und Zeit, zum erfolgreichsten Wegweiser, den wir bisher kennen, für das Leben der Völker wie des Einzelnen.

Bemerkenswert funktionell ist auch, wie Hass noch einen Schritt weitergeht und die Energie als die fundamentale Größe hervorhebt. Er beruft sich dabei auf den Physiker Gottfried Falk, der beklagt, die Physikbücher würden einen falschen Eindruck von der Bedeutung der Energie vermitteln. Demnach seien Raum und Zeit die fundamentalen Begriffe gefolgt von Geschwindigkeit, Beschleunigung, Masse und Kraft. Aus diesen Größen werde die Arbeit abgeleitet und aus dieser dann als letztes die Energie. Dieser Ansatz wäre ein Erbe der Newtonschen Mechanik und vermittele alles andere als eine „tiefere Wahrheit“ über die physikalische Welt. Er sei durch die Entwicklung der Physik überholt:

Jedem Physiker ist es geläufig, daß die Quantenmechanik nicht mit den ihr zunächst als fundamental vorgestellten Größen Lage, Geschwindigkeit, Kraft operiert, sondern mit anderen Größen, allen voran mit der Energie. (Hass/Lange-Prollius: Die Schöpfung geht weiter, Stuttgart 1978)

Ein Energetiker, auf den sich Hans Hass unmittelbar beruft, ist der belgische Chemiker, Unternehmer und Soziologe Ernest Solvay (1838-1922). Er wurde durch das „Solvay-Verfahren“ zur Soda-Herstellung bekannt. 1894 hatte er das „Solvay-Institut für physiologische und soziologische Forschungen“ gegründet, das später der Freien Universität Brüssel angegliedert wurde.

Solvays soziologische Konzepte wurden durch seine Beschäftigung mit der Physik und Chemie geprägt. So wollte er, wie später Wilhelm Ostwald, eine „soziale Energetik“ aufbauen. Für ihn war Energetik das Prinzip

einer vollständigen und ununterbrochenen Verkettung von einfachen chemischen Reaktionen, von belebten chemischen Reaktionen oder lebenden Zellen, von Zusammenschlüssen von Zellen oder lebenden Wesen, von Zusammenschlüssen lebender Wesen oder tierischer Gesellschaften und schließlich menschlicher Gesellschaften. (z.n. Bernsdorf/Knospe: Internationales Soziologenlexikon, Stuttgart 1980)

„Die gesamte Evolution sah er in ihrer inneren Verwandtschaft“ (Hass: Naturphilosophische Schriften Bd. 3, München1987).

In Notes sur des Formules d’Introduction à l’Énergetique Physio- et Psycho-Sociologique (Brüssel 1906) definierte Solvay den Organismus als „Energietransformator in potentiellem Zustand“. Dies entspricht exakt dem Hass’schen Begriff „Energon“. Weiter meinte Solvay, man könne den Energietransformator „Mensch“ nicht „in sich selbst und für sich selbst“ beurteilen, sondern nur in seiner energetischen Wechselwirkung zur Gesellschaft. Auch in ihr, sowohl in einzelnen Menschengruppen als auch im ganzen Menschengeschlecht, sah er ein energetisches Gebilde.

Auf dieser Grundlage baute Solvay seine soziale Theorie auf, die sich aus den Konzepten „productivisme“ und „comptabitisme“ zusammensetzt: Förderung der schöpferischen Kräfte einerseits und Rechnungsführung andererseits.

Solvay vertritt die Grundthese, daß das Elend der Menschen einer schlechten Ausnutzung der Energie zuzuschreiben sei, die productivisme als die „Organisation und Verteidigung aller materiellen und ethischen Interessen der Gesamtheit“ stelle der Menschheit die Aufgabe, die schöpferischen Kräfte zu mobilisieren und zu vervielfachen, indem man sie so anpaßt, daß sie ein Maximum an Leistung bei einem Minimum an Aufwand hergeben. (Internationales Soziologenlexikon)

So versuchte Solvay ausgehend von der Energiebilanz und „– im rein Theoretischen verbleibend – mathematische Grundformeln für die Strukturen der menschlichen Gemeinschaftsbildung aufzustellen“ (Hass: Naturphilosophische Schriften Bd. 2, München1987). Hass glaubt, er habe diesen Ansatz vervollkommnet, indem er ihn von der Soziologie löste und auf die Ökonomie übertrug.

Wilhelm Ostwald widmete 1909 sein Buch Die energetischen Grundlagen der Kulturwissenschaft Ernest Solvay, genauso wie 70 Jahre später Hans Hass seine zusammenfassende Darstellung der Energontheorie Ostwald widmete (Hass/Lange-Prollius: Die Schöpfung geht weiter, Stuttgart 1978). Als weiteren „Vorgänger“ und „Kampfgenossen“ nannte Ostwald den Dresdner Mathematiker Georg Ferdinand Helm (1951-1932), einer der Begründer der Energetik des 19. Jahrhunderts.

Von Helm stammen Werke wie Die Lehre von der Energie (1887), Energetik (1898) und Die Energielehre (1913). Sein Verdienst lag darin, thermodynamische Vorstellungen auf den gesamten Bereich der Physik und Chemie auszuweiten. Er war Gegner der atomistischen Betrachtungsweise, d.h. er wandte sich dagegen, „die eigentliche wissenschaftliche Grundlage der Thermodynamik in der Mechanik der Atome zu suchen“.

Die Entdeckung des französischen Physikers Carnot (1796-1832), daß das Funktionieren einer Dampfmaschine nichts mit der Zusammensetzung der dabei verwendeten Stoffe zu tun hat, hatte dazu geführt, daß die sich entwickelnde Thermodynamik jede Hypothese über die Beschaffenheit der Materie für überflüssig hielt. So gelangten u.a. Helm und Ostwald

zu der Auffassung, daß sich in den Naturerscheinungen allein die Energie mit ihren vielfältigen Umwandlungsprozessen offenbare. Sie begründeten damit die naturphilosophische Denkweise der Energetik. (Stephen F. Mason: Geschichte der Naturwissenschaft, Stuttgart 1991)

Dazu muß sogleich einschränkend gesagt werden, daß Ostwald 1923 in Moderne Naturphilosophie schrieb:

Die Energie ist auch für den modernen Energetiker durchaus nicht ein Grund- und Zentralgedanke, aus welchem sich die ganze übrige Welt ausspinnen ließe.

Um die Rolle der Energie in Ostwalds System zu verstehen, muß man sich seine „Wissenschaftspyramide“ vergegenwärtigen:

Diese seine „Ordnung aller Wissenschaften“ beinhaltet a priori, daß der Begriff der Ordnung der allgemeinste ist. Genausowenig wie es eine Energetik der Geometrie, Mathematik oder Logik geben könne, würde auch das spezifisch Soziologische, Physiologische und Psychologische von der Energetik nicht ganz gedeckt werden. An dieser Spitze der Pyramide sei „Leben“ der Hauptbegriff, „Energie“ nur ein Hilfsbegriff. Sie sei der Hauptbegriff in Physik und Chemie.

Jede höhere Stufe braucht die Begriffe der darunter liegenden, nicht aber umgekehrt. Die Soziologie ist für die Ordnungs- und Energiewissenschaften unwesentlich, die Ordnungs- und Energiegesetze sind aber sehr wichtig für die Soziologie.

Als logische Folgerung der Energetik verzichtete der Physiker und Philosoph Ernst Mach (1838-1916) auf jede Hypothese hinsichtlich des Wesens der Energie. Dergestalt bildete Mach eine „funktionalistische Erkenntnistheorie“ aus. Ganz im Sinne Reichs (trotz der unorgonomischen Abstraktion) sollte die Physik, von „hypothetischen Bildern und theoretischen Konstruktionen“, von mechanischen Naturmodellen gereinigt, zu einer „phänomenologischen Physik“ werden, in der, statt der Mechanik, die Thermodynamik als Prototyp naturwissenschaftlicher Betrachtungsweise gelten würde.

Der Mach‘sche Ansatz wurden dann sehr schnell durch den Nachweis des Atoms, durch die „Atomistik“ in Frage gestellt. Deshalb ersetzte Ostwald den alten Gegensatz Atomistik/Energetik durch den von Materialismus/Energetik. Außerdem sagte er, die Energetik würde durch die Atome

nicht berührt, denn da sie die allgemeinere Begriffsbildung ist, besteht sie ganz unabhängig davon, ob es Atome gibt oder nicht. (…) Während infolge der neuen Physik die anderen Größen, die man bisher als unveränderlich angesehen hatte, insbesondere die Masse, diese Beschaffenheit haben aufgeben müssen, ist das unbedingte Erhaltungsgesetz nur für die Energie in Geltung geblieben, d.h. sie hat sich als die letzte Realität erwiesen, auf welche die Entwicklung der Wissenschaft hingeführt hat.

Da der Energie nach Einstein auch Masse zuerkannt wurde, habe sie „also die Materie begrifflich verschluckt“. Hass zufolge sprach Ostwald „bereits 1887 die Ansicht aus, daß Materie ‚ein sekundäres Produkt der Energie‘ sei“ (Naturphilosophische Schriften, München 1987). Ostwald schrieb sich zu, den Fortschritt vom energetisch-materiellen Dualismus zum reinen energetischen Monismus vollzogen zu haben, indem er die Materie energetisch deutete.

Mit Einschränkung war demnach in Ostwalds Denken die Energie der Dreh- und Angelpunkt. Hatte Reich z.B. sein Heim und Laboratorium nach der Orgonenergie „Orgonon“ genannt, so taufte zuvor Ostwald sein Anwesen „Energie“. Auch sonst waren sich die beiden Männer ähnlich. Bei Ostwalds Tochter Grete Ostwald ist von der „Unbekümmertheit seines kindlichen Gemütes“ die Rede.

Der Reichtum seines unerschöpflichen Gedächtnisses, sein Organisations- und Ordnungstalent und seine Findigkeit für Zusammenhänge und Ähnlichkeit weit auseinander liegender Dinge dazu (…). (Wilhelm Ostwald. Mein Vater, Berlin 1953)

Ostwald war neben Ernst Haeckel (1834-1919) einer der bedeutendsten Vertreter des „Monismus“, den er 1912 in Der energetische Imperativ als „das Einheits-Prinzip der Wissenschaft“ definierte. Aber auch bei Staat und Familie, ökonomischer und künstlerischer Arbeit sollte der Einheitsgedanke durchgeführt werden:

Wir wollen nicht unseren Geist umschalten müssen, wenn wir aus der Wissenschaft in die Kunst treten, wir wollen dieselben Prinzipien für unser ethisches wie für unser wirtschaftliches Handeln anwenden können; wir wollen uns bewußt sein, daß wir nichts tun oder treiben können, als was überall im Grunde mit dem wissenschaftlichen und sozialen Denken zusammenhängt und daher allseitig übereinstimmen muß. Also die Harmonie unserer gesamten Betätigung ohne jede Ausnahme, die wir doch bewußt oder unbewußt alle anstreben, das ist das, was ich Monismus nenne.

40 Jahre später schrieb Reich in seiner Abhandlung zum ORANUR-Experiment:

Alle Grenzen zwischen Wissenschaft und Religion, Wissenschaft und Kunst, Objektivem und Subjektivem, Quantität und Qualität, Physik und Psychologie, Astronomie und Religion, Gott und Äther stürzen unwiderruflich in sich zusammen und werden ersetzt durch eine Konzeption der grundsätzlichen Einheit, eines grundsätzlichen gemeinsamen Funktionsprinzips (CFP) der gesamten Natur, das sich in die verschiedenen Arten menschlicher Erfahrung verzweigt.

Ostwald versuchte, übrigens genau wie Mach und neuerdings Ilya Prigogine, naturwissenschaftliche Methoden im Rahmen der Energetik, bzw. der Thermodynamik, auf die „Geisteswissenschaften“ zu übertragen. (Und hier ist durchaus eine Nähe zur naturwissenschaftlichen Psychologie von Reich gegeben.) Wie gesagt stützte sich Ostwald in Die energetische Grundlagen der Kulturwissenschaft 1909 auf die soziologischen Theorien Solvays. Dessen Begriff „Energietransformator“ übertrug er „auf die Organe und auf die Werkzeuge der menschlichen Machtkörper, Maschinen inbegriffen“ (Hass/Lange-Prollius: Die Schöpfung geht weiter, Stuttgart 1978). Was die Wirtschaftler „Produktionsmittel“ nennen, bezeichnete er deshalb als „Transformationsmittel“. So breite der Mensch sein „energetisches Gebiet“ auf die anorganische Umwelt aus und konnte „fremde Energie“, z.B. fossile Brennstoffe oder Kernkraft, dem Lebensprozeß nutzbar machen.

Ganz im Sinne des Fortschrittsoptimismus seiner Zeit ging Ostwald davon aus, daß der Mensch mit Hilfe der Technik, und der durch sie möglich gewordenen größeren Energienutzung, immer glücklicher werden würde. Glaubte er doch, das Glück „wachse sowohl mit der gesamten Energiebetätigung wie mit dem willensgemäßen [Energie-] Überschuß.“ Glück definierte er als „stärkste, freiwillige Energiebetätigung.“ Widerstand, die diese lähme, müsse ausgeschaltet werden. Wie nah Ostwald hier doch formal den Prinzipien der Orgonomie gekommen ist!

Geprägt durch die Drohung des 2. Thermodynamischen Gesetzes (des „Dissipationsgesetzes der Energie“ wie Ostwald es nennt) die Welt strebe dem „Wärmetod“ zu, diesem „Fundamentalphänomen allen Geschehens in der Welt“, dachte Ostwald natürlich nicht, wie Reich, an die Entladung überschüssiger Energie. So lautete Ostwalds „energetisches Imperativ“ folgerichtig: „Vergeude keine Energie, verwerte und veredle sie.“ Damit ließe sich, so Ostwald 1912, seine „bisherige gesamte Arbeit am deutlichsten zusammenfassen.“ Dies läuft natürlich direkt gegen das Orgonomische Potential als dem Grundcharakteristikum der Orgonenergie.

Diskussionsforum 2009: eine Nachlese

25. Januar 2015

Ich habe mich entschieden im Abstand von etwa fünf Jahren die alten Diskussionsforen auszuräumen und in Auszügen in dieser Reihe mit aktuellen Kommentaren neu zu präsentieren. Im Laufe der Zeit sammelt sich zu viel Text an, der durch seine schiere, meist vollkommen irrelevante Masse den einen oder anderen Punkt verschwinden läßt, an den ein Erinnern sich vielleicht verlohnt.

Der erste Leserbrief betraf Islam und Rassismus:

Dieses Land kann nicht lebenswert bleiben, wenn man ständig Angst haben muß, von jungen aggressiven muslimischen Männern angegriffen zu werden. Wer traut sich abends noch ohne innere Anspannung raus und kann guten Gewissens seine Kinder in die Schule schicken?

Darauf mein Leser: „Sowas nennt man auch Paranoia, vieleicht mal einen Arzt aufsuchen!“

Es ist wirklich frappant, daß linke Gutmenschen immer die gleichen beiden „Argumente“ vorbringen:

  1. Du bist dumm, weil du nicht differenzieren kannst. Beispielsweise gäbe es nicht den Islam. Und überhaupt hätte alles Negative, was man vorbringen könne, nichts mit dem Islam zu tun. – Was für eine Logik!
  2. Du bist seelisch krank, weil du Angst vor „Minderheiten“ hast und diese als vermeintlich „seelisch krank“ ausgrenzt.

Damals antwortete ich darauf:

Oder beim nächsten Volksfest Autoskooter fahren!

Zugegeben, ich sollte echt aufhören Jihad Watch Deutschland anzuklicken.

Oder Videos wie das folgende reinzuziehen:

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=t98GAat08gY%5D

Später fügte ich hinzu:

Hier noch ein Bericht aus meinem Hamburg, über einen, der fast genauso aufgewachsen ist wie ich, nur daß ich kein Türke bin:

http://kruppzeuch.wordpress.com/2009/11/09/cem-glay-wir-hassen-euch-ihr-hasst-uns-das-ist-nun-mal-fakt-und-das-hat-grnde/

Cem Gülay sagte damals voraus: „Es werden keine Vorstädte brennen wie in Paris. Nein, die Innenstädte werden brennen.“

Der zweite Leserbrief stammte von dem mittlerweile verstorbenen Berliner Reichianer Heiko Lassek, der Ende 2009 nicht ohne Grund und Berechtigung schrieb:

Bitte, lieber Peter Nasselstein, nicht immer diese Gerüchte um die Berliner Bewegung; in dem ansonsten recht fundierten Arikel immer wieder seltsame Unterstellungen in Bezug auf Berlin (wo Bernd Senf und ich, besonders aber Volker Knapp unterschiedlichste Herangehensweisen vertraten – und vertreten ): wo bitte hat die Wilhelm-Reich-Gesellschaft denn nun das Orgon abgeschafft? Das muss doch nun doch einmal nach zwölf Jahren Vorsitzender und nun Ehrenpräsident und Ehrenmitglied des Wiener Reich-Instituts doch einmal von Ihnen erfahren …
Trotzdem lieben Gruß, ich lese interessiert weiter …

Ich gebe das und das folgende erneut wider, weil es von „historischem“ Interesse ist. Zunächst zitierte ich Auszüge aus dem Protokoll der Vorstandssitzung der Berliner Wilhelm-Reich-Gesellschaft vom 29./30. April 1995:

Während Reichs Erkenntnisse auf biologischen, medizinischen und therapeutischen Gebiet eine zunehmende Evidenz und Bedeutung zukommt, sind Reichs quantitative Formeln als physikalische Definitionen nicht haltbar. Die Begriffe Orgonspannung und Orgonenergie bedürfen einer Korrektur und Neudefinition.

Wir interpretieren den Orgonbegriff Reichs als universelles Lebens- und Liebesprinzip, welches als gemeinsames Funktionsprinzip die Grundlage des gesamten- physikalischen, biologischen, seelischen und geistigen Naturgeschehens bildet.

Und ich fügte hinzu: „Über diese Aussagen wurde abgestimmt – und die ‚Wilhelm Reich Gesellschaft‘ machte mit überwältigender Mehrheit aus der Orgonenergie so etwas wie ein naturphilosophisches Prinzip.“ Ich hätte noch hinzufügen sollen, daß deshalb sich Eva Reich enttäuscht und verärgert zurückzog.

Lassek anwortete:

Lieber Peter Nasselstein,

schade das unser Film Ihnen nicht gefällt!

Aber etwas anderes, wichtigeres:

Nun gebe ich Ihnen Recht, das dieser Protokollauszug falsch verstanden werden kann. Aber in 12 Jahren als erster Vorsitzender und nun Ehrenpräsident der WRG kann man ja auch mal ein Protokoll nicht gänzlich überprüft haben.

Von [xyz] wurde dieser Ausschnitt öffentlich und in einer eigenen Übersetzung an den immer empfindlichen James DeMeo geschickt (Jimmi hatte davor an hunderte Personen eine email geschickt, in der er ernsthaft (!) behauptete, ich hätte ihn “Hitler” (!) genannt; sein Sprachcomputer hatte meinen Satz “DeMeo als Führer der Waldheilungsgruppe…” entsprechend übersetzt!), der ihn in eigener Rückübersetzung weiter zirkulierte… Die Formulierung in dem Protokoll stammt von meinem Freund Dr. med. Hanspeter Seiler, früher Chefarzt der Bircher–Benner–Klinik in Zürich. Prof. Dr. Jerszy Miskowski hatte argumentiert, man sollte “die Formeln der Orgonphysik wie einen entzündeten Blinddarm aus der Reichschen Forschung herausschneiden.”

Kennen Sie ein rein orgonphysikalisches Experiment oder eine mathematische Formel Reichs, das oder die im dem Nachvollzug nachhaltig wiederholbar war (Ich rede ausdrücklich nicht von ORAC – Wirkungen auf BIOLOGISCHE Systeme).

Laurence Rockefeller, enger Freund von Dr. Blasband, finanzierte die aufwendigsten Untersuchungen im Privatlabor von Dick UND in Princeton, alle mir bekannten ernsthaften Forscher fanden keine – das natürlich Joachim Trettin immer eine findet, nehme ich beglückend zur Kenntnis…

Auch über M. Fuckerts Anordnung, die er persönlich vorstellte, mache ich hier keinen Kommentar …

Muss ein Genie wie Reich denn wirklich in ALLEM recht gehabt haben?

Wenn Sie eine andere als die aus Ärzten und Naturwissenschaftlern 38 köpfige WRG kennen, die fast ausnahmslos alle Experimente Wilhelm Reichs in den letzten 23 Jahren kritisch nachvollzogen hat, lassen Sie es mich wissen.. Und natürlich gibt es die Orgonenergie.

Herzlichen Gruß aus Berlin.

Darauf ich:

Hallo Herr Lassek,

das Protokoll habe ich aus dem Netz von einer der zahllosen Trettin-Seiten zitiert. Ihre Erklärung muß ich so akzeptieren. Was ansonsten die Geschehnisse betrifft, die Sie beschreiben: wir alle wissen, daß untergründige Animositäten (Gefühle) nach irgendeiner Rechtfertigung suchen, um endlich an die Oberfläche treten zu können. Ob diese Gefühle selbst rational sind, steht auf einem anderen Blatt. Was die quantitative Orgonometrie betrifft muß man zwischen einfachen Meßwerten (etwa To-T) und den Reichschen Formeln (etwa Org = [To-T] t f³) unterscheiden. Ich halte von diesen Formeln nichts, zumal sie nicht-metrische Einheiten enthalten und vom Dimensionsprodukt her sinnlos sind. Nach Reichs Tod hat sie aber auch wirklich niemand (jedenfalls niemand, der etwas veröffentlicht hat) mehr verwendet. Im genannten Beispiel reicht To-T ohnehin vollkommen aus. Was To-T-Messungen betrifft muß man m.E. unterscheiden: dienen sie sozusagen „intern“ dazu beispielsweise den DOR-Index abzugleichen oder soll „extern“ beispielsweise einem Physikprofessor gegenüber eine thermodynamische Absonderlichkeit aufgezeigt und im Anschluß daran das Orgon nachgewiesen werden. Im ersteren Fall reicht insbesondere Manfred Fuckerts Versuchsaufbau vollkommen aus. Er funktioniert und man kann vernünftige Schlußfolgerungen daraus ziehen, die mit anderen gemessenen Parametern vollkommen harmonieren. Reich selbst hat stets auf das harmonische Gesamtgefüge der beobachteten Phänomene und Meßergebnisse verwiesen. Wie Reich in seiner Auseinandersetzung mit Einstein erfahren mußte, beharren Physiker jedoch auf einzelnen Messungen und kommen dann nach einigen Überlegungen mit allen möglichen grundsätzlichen Gegenargumenten daher, die teilweise wirklich haarspalterisch, wenn nicht sogar abwegig sind, aber leider Gottes berücksichtigt werden müssen. Da fängt das Elend an: komplizierte (und teure) Versuchsaufbauten, die den Effekt jedoch nicht ersticken dürfen, und Standortanforderungen („trocken und energetisch gesund“), bei denen sich jeder Physiker verarscht vorkommen muß, weil er nicht abschätzen kann, was da eigentlich abgeschirmt werden soll. Dr. Blasband wollte das leisten, Dr. DeMeo ist gerade dabei.

Mittlerweile hat DeMeo seine Ergebnisse veröffentlicht. Ich verweise auf seinen Artikel Experimental Confirmation of the Reich Orgone Accumulator Thermal Anomaly. Das Problem mit Physikern ist zweierlei. Erstens werden sie darauf insistieren, die Versuche „unter kontrollierten Bedingungen“ im eigenen Labor nachzuvollziehen, d.h. unter energetisch toten, extremen ORANUR-Bedingungen. Das ist ungefähr so sinnvoll, als wollte man Neutrinos im Labor eines physikalischen Instituts nachweisen, statt tief in einem Bergwerk weit weg von der störenden kosmischen Strahlung! Und zweitens werden sie diese Versuche mit einer von Verachtung geprägten Nachlässigkeit durchführen, weil sie den physikalischen Laien Reich, der sich in dieser Hinsicht immer wieder peinliche Schnitzer erlaubt, schlicht nicht ernstnehmen können.

Reich und die moderne Biologie (Teil 2)

8. Dezember 2014

Die gegenwärtige Kulturdebatte in Amerika (teilweise aber auch im „aufgeklärten“ Europa) dreht sich vor allem um die Evolutionstheorie. Linke setzen Kritik an Darwin mit „Fundamentalismus“ gleich und dann ist nur noch ein Schritt und der Gegner wird mit den islamistischen Terroristen identifiziert. Rechte verbinden Darwin mit der Eugenik-Bewegung Anfang des 20. Jahrhunderts, Hitler und dem „Abtreibungs-Holocaust“.

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=cDWALTAh_Y0%5D

Expelled – Intelligenz streng verboten zeigt, auf was für wackeligen Beinen die biologische Orthodoxie steht – tatsächlich ist sie eine einzige Absurdität. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, daß „intelligent design“ kaum weniger absurd ist: die der Natur inhärente Logik wird kurzschlüssig mit einem göttlichen Logos „erklärt“.

Bezeichnend ist, mit welcher Verachtung, mit welchem Ekel, Vertreter des „intelligent design“ über das „niedere Leben in der Pfütze“, über das lebendige Protoplasma sprechen.

Eines der Kennzeichen der gleichzeitig mechanistischen und mystischen gegenwärtigen Wissenschaft ist das Ersetzen „Gottes“ durch mechanische Surrogate. Beispielsweise wird die erste genetische Information, die in die Welt kam, mit „Zufall“ erklärt. Es ist, als hätte es einen „Herrn Zufall“ gegeben, der alles gerichtet habe.

Auf geradezu tragikomische Weise versuchen „Wissenschaftler“ dieses Problem mit der sogenannten Panspermie-Hypothese zu umgehen, der zufolge nicht „Gott“, sondern Meteoriten die Grundbausteine des Lebens auf die Erde gebracht haben.

Beispielsweise will auf diese gleichzeitig mechanistische und mystische Weise der US-Forscher Ronald Breslow (Columbia-Universität) erklären, warum Aminosäuren in allen Lebewesen der Erde linksdrehend sind.

Zum Thema des ubiquitären Linksdralls verweise ich auf meinen Blogeintrag Links zwo drei vier.

Die mechanistische Herangehensweise, die alles mit „mechanischem Zufall“ erklären will und alle organischen Zusammenhänge negiert, wird in den fünf Wissenschaftsskandalen der letzten Zeit evident: 1. HIV-AIDS, 2. Globale Erwärmung, 3. Urknall-Theorie, 4. String-Theorie und 5. das Aussterben der Dinosaurier.

Eigentümlich frei hat dazu einen sehr lesenswerten Artikel veröffentlicht. (Obwohl der Autor die „menschengemachte Globale Erwärmung“ nicht leugnet.)

Was ist diesen Theorien gemein, daß es fast lebensgefährlich (sic!) ist, sie zu leugnen?

Die orthodoxen Theorien gehen nicht nur mit milliarden- (wenn nicht trilliarden-) schweren Wirtschaftsinteressen einher (und seien dies nur Forschungsgelder), sondern, was bedeutsamer ist, sie stehen jeweils für mechano-mystische Willkür.

AIDS hat dann nichts mit der Lebensweise der Erkrankten und komplizierten pleomorphistischen Vorgängen zu tun, sondern geht auf die zufällige Infektion mit einem Retrovirus zurück. Die „Klimaveränderung“ (der von Reich erstmals beschriebene globale DOR-Notstand) geht auf einen mechanischen „Treibhauseffekt“ zurück. Das gesamte Universum ist eine heiße chaotische Explosion, die langsam abkühlt. Die Probleme, die mit diesem ganzen schwachsinnigen Theoriegebäude einhergehen („Singularitäten“), sollen mit „String-Theorien“ überwunden werden, – die nur verwirrte, mystische Geister begeistern können. Und was das Aussterben der Dinosaurier betrifft: sie sollen einem zufälligen Asteroideneinschlag zum Ofer gefallen sein, aber auf keinem Fall der mehr oder weniger organischen Entwicklung des Planeten.

Die Geschichte mit dem Linksdrall ist nur ein kleines Beispiel dafür, daß sich das wissenschaftliche Zeitalter dem Ende nähert. Die Wissenschaft wird von der mechanistischen Lebensanschauung unterhöhlt und wird zusammenbrechen, wenn sie sich nicht endlich dem Orgonomischen Funktionalismus öffnet.

Traurigerweise entblöden sich viele „Reichianer“ nicht, den Mechanismus auf mystische Weise „überwinden“ zu wollen, indem sie auf kindische Weise das Phänomen Geist mit – dem Phänomen Geist erklären (Pneuma, „geistige Welt“), das Phänomen Gefühlsleben mit – dem Phänomen Gefühlsleben (Psyche, „emotionale Welt“), das Phänomen Leben mit – dem Phänomen Leben (Bios, „biologische Welt“) und das Phänomen unser physischen Existenz mit – unser physischen Existenz (Physis, „physische Welt“). Es ist eine flache, statische, tautologische und an die mittelalterliche Scholastik (mit ihren hierarchisch gegliederten Existenzbereichen) gemahnende vor- oder besser gesagt antiwissenschaftliche Weltsicht.

Der wohl verheerendste Triumph der mechanistischen Wissenschaft in der Lebensforschung war Francis Cricks Entdeckung der DNS-Doppelhelix 1953. Gegen Ende seines Lebens versuchte der 2004 verstorbene Nobelpreisträger sein Lebenswerk der vollkommenen Mechanisierung des Lebendigen zu vollenden. Im britischen Nature Neuroscience behauptete er 2003, die menschliche Seele endlich dingfest gemacht zu haben: sie sei eine unaufhörliche chemische Reaktion von Nervenzellen in der Großhirnrinde. Crick:

Seele – das sind biochemische Prozesse, die unser Bewußtsein steuern.

Bereits im 19. Jahrhundert meinte der Zoologe Carl Vogt,

daß all jene Fähigkeiten, die wir unter dem Namen der Seelentätigkeiten begreifen, nur Funktionen der Gehirnsubstanz sind; oder, um mich einigermaßen grob hier auszudrücken, daß die Gedanken in demselben Verhältnis etwa zum Gehirn stehen wie die Galle zu der Leber oder der Urin zu den Nieren.

1942 meinte Reich dazu, daß jeder Versuch einer Erfassung der Empfindungen und seelischen Erlebnisse seit Jahrhunderten tabuisiert werde, so daß dem Menschen das Seelische „noch heute nur nebelhafte, mystische Gegebenheit“ sei oder allenfalls eine Sekretion des Gehirns und damit „nicht mehr als der Kot, der ein Exkret des Darms ist“ (Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 299). Immer noch, sieben Jahrzehnte später, hart das Lebendige, „das Seelische“, der naturwissenschaftlichen Erforschung.

In England zürnten die Theologen und Ethiker über Crick wie zu Zeiten Darwins. Es ist bezeichnend, daß die gleichen Leute in hymnische Verzückung geraten, wenn es um die Quantenphysik geht. Man lese etwa den kurzen Text: Quantenphysiker entdecken die Seele (Das menschliche Bewußtsein könnte den Tod überdauern) auf einer theologischen Weltnetzseite.

Konkret geht es um die „Verschränkung“ auf der Ebene der Quanten: Teilchen, die einmal in Wechselwirkung getreten sind, bleiben über Raum und Zeit miteinander verbunden. Wenn man das mit dem angeblichen „Urknall“ verknüpft, als alles noch „eins“ war und sich dann getrennt hat… Mystischer kann man gar nicht denken als die extrem mechanistischen Physiker! Entsprechend argumentieren manche von ihnen, daß Geist und Seele den Körper überdauern könnten.

Nichts sagt mehr über den gegenwärtigen Zustand der Naturwissenschaft aus, als daß angebliche „Lebenswissenschaftler“ (Biologen) wie zur Zeit Richard Dawkins einen fundamentalistischen Atheismus auf der Grundlage eines extrem mechanistischen Weltbildes propagieren, während ausgerechnet die „Todeswissenschaftler“ (die Quantenphysiker, die schließlich die Atomwaffen entwickelt haben) sich bei ihren poetischen Ergüssen gar nicht mehr einkriegen. Der erwähnte theologische Artikel zitiert den amerikanische Physiker Jack Sarfatti:

Nichts geschieht im menschlichen Bewußtsein, ohne daß irgendetwas im Universum darauf reagiert. Mit jedem Gedanken, jeder Handlung beschreiben wir nicht nur unsere eigene kleine Festplatte (!), sondern speichern auch etwas im Quantenuniversum ab, das unser irdisches Leben überdauert.

Man lasse sich jedoch nicht täuschen. Beide Ansätze, der von Crick und Dawkins auf der einen und der von Sarfatti auf der anderen Seite, sind eng miteinander – verschränkt.

Anhand der grundsätzlich unterschiedlichen Orientierung von Reichs „sexualökonomischer Lebensforschung“ in den 1930er Jahren und der zeitgleichen Entwicklung der Mikrobiologie, die in der Entdeckung der DNS gipfelte, läßt sich besonders gut der Mechano-Mystizismus der gegenwärtigen Wissenschaft festmachen. Die Entdecker der Todesenergie (Radioaktivität) drangen in die Biologie ein und „mechanisierten“ sie, während andererseits der Entdecker der Lebensenergie (Orgon) von der Biologie her in die Physik eindrang und sie „funktionalisierte“. Die Kernspaltung hier, die kosmische Orgonenergie dort; die Gene hier, die organismische Orgonenergie dort.

Die Molekularbiologie seit Mitte der 1930er Jahre wurde von ehemaligen Physikern wie z.B. Max Delbrück geprägt, einem Schüler des bedeutenden Quantenphysikers Max Born. Leute wie Delbrück suchten nach neuen, damals der Physik noch unbekannten Gesetzen, trugen dabei jedoch das physikalisch-mechanistische Denken in die Biologie. Tatsächlich taten diese Physiker kaum mehr als das seit Aristoteles in der Biologie zumindest implizit vorherrschende teleologische Denken, d.h. das Denken vom Ziel und Zweck her („…, um zu …“) durch ein „teleonomisches“ Denken zu ersetzen.

Nach Ernst Mayr (Evolution und die Vielfalt des Lebens, Heidelberg 1979) können Vorgänge (Verhaltensweisen) deren Zielgerichtetheit durch ein Programm gesteuert ist, teleonomisch genannt werden. Das „Programm“ ist natürlich die DNS, die Delbrück mit Aristoteles‘ „Seele“ gleichgesetzt hat. Danach bietet dieses eidos (der „unbewegte Beweger“) „eine perfekte Beschreibung der DNS: sie handelt, schafft Form und Entwicklung und unterliegt doch selbst keinerlei Veränderung bei dem Vorgang.“

Das Neue, was Leute wie Delbrück brachten, war die Überwindung des „teleomatischen“ Prinzips, das bis dahin die Physik geprägt hatte. Mayr:

Vorgänge, die einen Endzustand erreichen, der durch Naturgesetze (z.B. die Schwerkraft, der erste [gemeint ist wohl der zweite, PN] Hauptsatz der Thermodynamik), nicht aber durch Programme diktiert ist, können wir mit dem Ausdruck teleomatisch bezeichnen.

Der „Endzustand“ ist natürlich die maximale Entropie, der Wärmetod des Universums. Denkt man jetzt mit dem orgonomischen Potential als Leitfaden das Problem zurück, erkennt man, wo die Antwort, die die Physiker in der Biologie suchten, zu finden ist:

Die Natur folgt orgonomischen Funktionsgesetzen und kennt weder „ideale Zwecke“ (Mystizismus) noch „Programmziele“ (Mechano-Mystizismus).

Für „Biologen“ sind Lebewesen komplizierte Roboter. Beispielsweise stellte eine Forschergruppe von der University of Oxford Mitte eine Forschungsarbeit vor, in der es ihnen gelang die Erinnerung von Fliegen auf ganze 12 Nervenzellen zurückzuführen. Durch deren Manipulation gelang den Forschern die Erzeugung „falscher Erinnerungen“. Es geht dabei beispielsweise um die Assoziation bestimmter Duftstoffe mit Gefahr. Einer dieser Wissenschaftler kommentiert seine Arbeit wie folgt:

Wir wählen bevorzugt anscheinend höhere psychologische Phänomene und reduzieren sie auf die Mechanik. Beispielsweise wie die Intelligenz, die benötigt wird, um sich an eine ändernde Umgebung anzupassen, auf materielle Wechselwirkungen zwischen Zellen und Molekülen reduziert werden kann. Die Frage ist: Wie gewinnt man Intelligenz aus Teilen, die selbst unintelligent sind?

Das klassische reduktionistische Programm des 19. Jahrhunderts.

Daß dieses mechanistische Weltbild für die Biologie letztendlich untauglich ist, haben Björn Brembs (Freie Universität Berlin) und Alexander Maye (Universität Hamburg) anhand von Fruchtfliegen gezeigt.

Sie ließen die fixierten Tiere in einer weißen vollkommen konturlosen Umgebung mit den Flügeln schlagen und unterzogen das „Flugverhalten“ einer aufwendigen mathematischen Analyse, die zeigte, daß das Verhalten der Fliegen nicht auf „Rauschen in den Nervenzellen“ zurückgeführt werden kann, sondern ihm ein spontanes Handeln zugrunde liegen muß, da eindeutige Strukturen im Flugverhalten evident wurden.

Zur Prüfung ließen die Wissenschaftler in immer komplexeren Computer-Modellen mögliche Zufalls-Flugbahnen berechnen – kamen aber nie auf ein Ergebnis, das der Realität ähnelte. Sie wiesen damit erstmals nach, daß Abweichungen im Verhalten von Drosophila melanogaster nicht zufällig sein können, sondern auf spontane Entscheidungen zurückgehen müssen. „Ich hätte niemals vermutet, daß einfache Fliegen, die in anderen Situationen immer wieder gegen das selbe Fenster knallen, die Fähigkeit zu nicht zufälliger Spontanität besitzen“, schreibt Maye (…).

Daraus schlossen die Forscher auf neuronale Schaltpläne, die spontanes Verhalten generieren können und die man vielleicht nachbauen und für Roboter nutzbar machen könnte…

Sie stoßen in Gestalt des „freien Willens“ auf die Orgonenergie, aber verheddern sich sofort wieder in mechanistischer Begrifflichkeit.

In den massefreien energetischen Funktionen, die hinter der „nicht zufälligen Spontanität“ auch primitivster Lebewesen stehen, ist sicherlich auch die Ursache für die ungeahnten Intelligenzleistungen vieler Tiere zu suchen. Siehe dazu meinen Blogeintrag Das übersehene, unterdrückte und verachtete Lebendige (Teil 2).

Daß etwas mit der mechanistischen Herangehensweise nicht stimmen kann, sieht man allein schon an der Entdeckung, daß man „höhere psychologische Phänomene“ auf gerade mal 12 Nervenzellen reduzieren kann. Sie erinnert mich an folgende Meldung aus dem Jahre 2003:

Dusko Ehrlich und seine Kollegen vom Institut National de Recherche Agronomique in Paris hatten die Gene des Bodenbakteriums Bacillus subtilis einzeln ausgeschaltet. Es gedieh immer noch, als nur ganze 271 seiner mehr als immerhin 4100 Gene funktionierten. Das sind nicht einmal 7 Prozent. Offenbar benötigen Bakterien bei guten Umweltbedingungen nur einen winzigen Teil ihrer genetischen Ausstattung. Die meisten Erbinformationen seien doppelt vorhanden oder für das Überleben bei schlechten Umweltbedingungen nötig.

Ist es nicht vielmehr so, daß die Funktionen des Lebendigen (auch die „höchsten“) deshalb von so wenig materieller Struktur (Nervenzellen und Genen) anhängig sind, weil es primär energetische, prä-materielle Funktionen sind?!

fliegen

Die Zukunft der Orgonomie (Teil 2)

18. Oktober 2014

Die Zukunft der Orgonomie ruht auf vier Pfeilern, von denen gegenwärtig alle vier brüchig, wenn überhaupt vorhanden sind:

  1. Orgontherapie: Ohne sie ist alles, was „innerhalb“ der Orgonomie getan wird, vom individuellen Charakterpanzer geprägt und damit kontraproduktiv. Konkret bedeutet dies, die Beiträge sind entweder mystisch oder mechanistisch entartet. Leider gibt es in Europa kaum Therapeuten.
  2. Orgonenergie-Akkumulator: Es ist eine der Tragödien der Orgonomie, daß beispielsweise in den 45 Jahren, in denen das Journal of Orgonomy erschienen ist, kein einziger Artikel über die therapeutische Anwendung des Orgonenergie-Akkumulators erscheinen konnte. Das geschah nicht nur aus Angst vor der FDA (der amerikanischen Bundesgesundheitsbehörde), sondern vor allem wegen der Befürchtung, aus der Arzthaftpflichtversicherung geworfen zu werden und damit die Approbation zu verlieren. Mit der Obama-Gesundheitsreform und der damit einhergehenden zusätzlichen Bürokratisierung kann die Situation nur noch schlimmer werden. Aus diesem Grund liegt die Zukunft der Orgonomie eher in Europa – solange das die EUdSSR noch zuläßt.
  3. Soziale Orgonomie: Ohne Studium und Handhabe der Emotionellen Pest ist die Orgonomie der Irrationalität der gepanzerten Menschen schutzlos ausgeliefert. Zu Reichs Zeiten waren es vor allem die konservativen Kräfte, die sich den Zielen der Orgonomie entgegenstellten (d.h. vor allem dem humanen Umgang mit Säuglingen, Kindern und Jugendlichen), heute sind es fast ausschließlich die sogenannten „progressiven“ Kräfte, die im Wege stehen. Beunruhigenderweise ist Europa in den letzten Jahrzehnten in einem Maße nach links gerückt, daß Ideologie alles bestimmt und Vernunft kaum noch eine Chance hat.
  4. Physikalische Grundlagenforschung: Hier gibt es zwei Probleme. Erstens erzwingt der gegenwärtige wissenschaftliche Standard einen derartigen Aufwand, daß eine Finanzierung zunehmend schwieriger wird. Ohne diese Anstrengung wäre orgonomische Forschung aber kaum mehr als Selbstvergewisserung. Zweitens ist die atmosphärische Orgonenergie seit Reichs Zeiten dermaßen geschädigt worden (ORANUR), daß die orgonotischen Phänomene immer schwerer dingfest zu machen sind. (Das energetische Absterben der Atmosphäre betrifft natürlich auch die drei ersten Punkte!)

Die Lage scheint ausweglos zu sein, doch das Schöne an der Orgonomie ist, daß jeder in jedem beliebigen Moment etwas Konstruktives tun kann. Man kann seine eigene Panzerung dadurch angehen, daß man sie zunächst einmal spürt. Man kann immer und überall die Orgonenergie beobachten. Man kann sich der Irrationalität in seiner Umgebung entgegenstellen. Und vor allem kann man sich bemühen, so funktionell wie nur irgend möglich zu leben. Liebe, Arbeit und Wissen sind die Grundlagen unseres Lebens, sie sollten es auch beherrschen!

Alles hängt von den „Massen“ ab – alles hängt von uns ab. Jeder Erwachsene trägt die Verantwortung für sein Leben und die Umstände, unter denen er lebt.

Die Orgontherapie ist so zentral wichtig, weil ohne Orgontherapie alles nichts ist! Deshalb erscheinen in der Zeitschrift für Orgonomie vorerst fast ausschließlich Texte zur Orgontherapie.

Betrachten wir dazu das Emblem der Zeitschrift. Historisch geht es auf die zu Reichs Lebzeiten von Elsworth F. Baker herausgegebene Zeitschrift Orgonomic Medicine zurück, deren Symbol eine Äskulapschlange war, die sich um das Symbol des orgonomischen Funktionalismus schlängelte (siehe hier). Als Baker diese Zeitschrift 1968 unter neuem Titel fortführte (The Journal of Orgonomy), gesellte sich zur Schlange, die die Medizin symbolisiert, der Blitz als Symbol der Physik. Die neue Zeitschrift sollte nämlich auch die von Reich herausgegebene Zeitschrift CORE ersetzen, in der es vor allem um Orgonbiophysik gegangen war. Insgesamt symbolisiert das Emblem der Zeitschrift für Orgonomie die drei Hauptbereiche der Orgonomie: Medizin (Schlange), Physik (Blitz) und Kosmologie (Spiralgalaxie).

Entsprechend wird die Orgonomie in den drei Bänden von Die Entdeckung des Orgons beschrieben: Bd. 1: Die Funktion des Orgasmus, Bd. 2: Der Krebs und der nie abgeschlossene dritte Band über die orgonomischen Funktionalismus, dessen geplanter Inhalt sich aus Äther, Gott und Teufel und Die kosmische Überlagerung in etwa erschließen läßt.

Nochmal: Warum ist dann die Orgontherapie so überproportional wichtig? Weil –, um mit Kant zu sprechen: „Die Welt erscheint nicht so, wie sie ist, sondern so, wie ich bin.“ Bin ich gepanzert, ist alles nichts! Oder anders gesagt: Es müssen in Deutschland erst eine „kritische Masse“ an Menschen eine Orgontherapie durchlaufen haben, ehe man sich sinnvoll mit etwas anderem als der orgonomischen Medizin beschäftigen kann!

Und hier geht es wirklich um die Orgontherapie, nicht irgendeine „Körperpsychotherapie“ oder eine vom American College of Orgonomy nicht autorisierte angebliche „Orgontherapie“!

In einem Kalender habe ich folgenden Spruch des Schweizer Jesuiten und Zen-Meisters Niklaus Brantschen gefunden: „Wie ich gehe, so geht es mir; wie ich stehe, so steht’s um mich; wie ich laufe, so laufen die Dinge bei mir.“ Kant wird hier sozusagen „verkörpert“. Im Kommentar wird auf alltägliche Sprüche verwiesen wie „Laß den Kopf nicht hängen!“, „mit stolzgeschwellter Brust“, „Trag die Nase nicht so hoch!“

Das bedeutet aber nicht, daß die Orgontherapie eine „Körpertherapie“ ist. Ganz im Gegenteil!

Reich hat seinem Mitarbeiter Myron Sharaf gesagt: „Es sollte möglich sein, Orgontherapie durchzuführen, ohne den Patienten zu berühren, nur mit Reden“ (z.n. Sean Haldane: Pulsation, London 2014, S. 199).

Und Baker hat geschrieben:

Manchmal kann man Gefühle freisetzen und manchmal läßt das Festhalten nach, wenn man dem Patienten beschreibt, was er ausdrückt oder was er tun möchte, oder wenn man ihm einen Spiegel vorhält oder durch verständnisvolle Worte und nicht durch direkte Bearbeitung der Muskeln. Ich habe oft das Gefühl gehabt, wenn man nur genug wüßte und aufmerksamer wahrnähme, könnte man die Therapie ganz und gar auf diese Weise durchführen. (Der Mensch in der Falle, München 1980, S. 91)

Noch etwas: Die Orgonomie wird in Deutschland nur eine Zukunft haben, wenn die Orgontherapie hier eine Zukunft hat. Mehr: die Orgonomie wird nur in Deutschland eine Zukunft haben. Oder anders ausgedrückt: hat Deutschland keine Zukunft, hat auch die Orgonomie keine Zukunft.

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