Posts Tagged ‘Sigmund Freud’

Der Rote Faden: Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

1. Juni 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion:

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

c. Rassenhygiene

d. Der Weg in den Faschismus (Berlin und Kopenhagen)

DER ROTE FADEN: Der Weg in den Faschismus (Wien)

15. Mai 2017

Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:

DER ROTE FADEN:

1. Aktion und Reaktion:

a. Der Weg in den Kommunismus

b. Der Weg in den Faschismus (Wien)

 

 

Robert (Berlin) schrieb 2011: Lebt zusammen mit seinem Bruder Robert und einem Mitstudenten, der später Psychoanalytiker wird (er wurde m.W. nie identifiziert)
Könnte es Edward Bibring gewesen sein?

O. schrieb: Was mit dem Bruder Robert passierte wird immer nur am Rande erwähnt oder mal in einem Gerücht ausgeschmückt, vielleicht gibt es dazu ja noch differenzierte Informationen. Um es mal einfach anzusprechen, angeblich hätte es einen Identitästausch zw. Robert u. Wilhelm gegeben, nach dem Tod eines der beiden (wie man es dann sehen möchte). Das klingt nach totalem Schwachsinn, soll aber mal intern benannt worden sein. – Das mal so als Hinweis, in welche Richtung man auch mal schauen könnte, wenn da was dran wäre.

Dazu Peter: 1922 hat Robert Ottilie Heifetz geheiratet. Mit der hat Myron Sharaf noch Anfang der 70er Jahre gesprochen. Es ist schlichtweg kein Raum für irgendein „Szenario“. BTW: Ich habe noch nie ein Photo von Robert gesehen. Kennt jemand eins?

Jonas: „Auf Wilhelm Rouxs zum gleichen Thema erschienenem Buch fußend, führt Kammerer den Begriff „Selbstregulation” ein, die als Fähigkeit des Organismus definiert wird, die unterschiedlichsten Eingriffe durch die Umwelt aufzufangen.“
Evt. lohnt es sich, Reichs späteres Verständnis von „Selbstregulation“ mit anderen Konzepten zu vergleichen, die sich direkt oder indirekt von Roux/Kammerer herleiten. Ich denke da z.B. an die Affekt-Theorie von Silvan Tomkins, in der auch gelegentlich die Orgasmusfunktion gestreift wird.

Affect Week, Part 2: Silvan Tomkins’s Affects

Pierre: „Ab wann „zählen“ dann seine Schriften? Für Reich selbst war diese Wasserscheide ungefähr 1940 erreicht, als er sich der Entdeckung des Orgons sicher wurde und sich an das Verfassen seiner „wissenschaftlichen Autobiographie“ Die Entdeckung des Orgons: Die Funktion des Orgasmus machte.“
Dort lesen wir gleich zu Beginn, datiert Nov. 1940,
was so ganz anders klingt:
„Es ist nützlich, wissenschaftliche Biographien in jungen Jahren zu schreiben … Auch ich könnte nachgeben und ableugnen, was in jungen Kampfjahren ehrliche wissenschaftliche Überzeugung war.“
Wenig später, am 2. April 1941 schrieb er an Neill:
„1. Ich verfüge über die Orgonstrahlung … und niemand außer mir weiß, wie man mit ihr umgeht.
2. …
3. …
4. …
5. …
Mein lieber Neill, das bedeutet MACHT, und Du kannst sicher sein, ich werde sie gegen jeden gebrauchen, der …“
Was kann diesen Umschlag bewirkt haben? Das zwischenzeitliche Treffen mit Einstein?

Robert schrieb 2013: „Im ursprünglichen Manuskript“
Was ist damit gemeint. Etwa nicht die deutsche Ausgabe, sondern eine Xerox-Kopie?
„Folgende Sätze aus dem Originalmanuskript von 1937 strich er ganz“
Passt zu Bennets Theorie, dass Reich sich an die USA im Politischen anpasste.

Dazu Peter: In der vom Verlag Stroemfeld/Nexus zu verantwortenden Ausgabe von 1995 ist in spitzen Klammern eingefügt, was Reich aus dem ursprünglichen Manuskript von 1937 für die amerikanische Ausgabe von 1953 gestrichen hat. Es handelt sich dabei meistens um Interna aus der psychoanalytischen Bewegung und um Stellen, wo Reich als politischer Kommunist sichtbar wird. Er hat das alles damals mit Myron Sharaf zusammen gemacht, der bezeugt, wie Reich sich gewunden und mit sich gekämpft hat: nicht aus Angst vor „McCarthy“, sondern weil er sich selbst kaum widererkannt hat. Er habe dann aber der historischen Wahrheit nachgegeben – bis eben auf seine Tätigkeit als „Revolutionärer Sozialdemokrat“ und KP-Funktionär. Was idiotisch war, denn das hätte bewiesen, daß Reich in Moskau durchaus eine bekannte Größe war – von wegen der kommunistischen Verschwörung gegen ihn!
Es ist etwa so wie mit den Grünen: Ich kenne Leute, die haben sich Anfang der 80er Jahre bei denen engagiert und haben damals die Kinderfickerei mitgekriegt (NICHTS ist übertrieben – eher im Gegenteil!!!) und können heute nur noch den Kopf über sich selbst schütteln: „Wie blind und blöd konnte ich bloß sein!“ Andererseits ist die damalige Situation heute kaum nachvollziehbar. Damals waren die Grünen noch nicht flächendeckend in kommunistischer Hand wie heute.

Peter: Was bleibt, ist EKEL:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/paedophilie-debatte-um-gruene-volker-beck-taeuschte-oeffentlichkeit-a-923357.html

Zeitgenosse: Eine Schande ist auch, dass sich viele Grüne der 68er, wie dieser Daniel Cohn-Bendit, auf Wilhelm Reich berufen haben.
Willy muss tatsächlich für vieles herhalten – auch posthum. Oder man fragt halt einen Hrn. Fischer um die Meinung eines toten Reichs.

Peter: „Sexualpolitik“ (Sexpol) heute…

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Allein schon dafür werde ich die GRÜNEN ewig hassen!!!

Zeitgenosse: Ob Reich sich nun aus Überzeugung oder Opportunismus gewandelt hat, spielt im nachhinein kaum eine große Rolle. Es unterstreicht einfach nur, dass WR ein normaler Mensch und Forscher war und kein Halbgott, Prophet oder Mr.perfect (also nicht so, wie in manche Reichianer gerne hinstellen).
Auch aus diesem Grunde bin ich sehr vorsichtig bei der Interpretation von Reden und Äußerungen von Menschen – denn man weiß nicht in welchem genauen Kontext man sie einordnen kann. Auf alle Fälle keine unumstößliche Wahrheit und kein Bibel.
Hinsichtlich Anpassung: Ich kann es schon irgendwie nachvollziehen. Zuerst war die kommunistische Bewegung in Kontinentaleuropa eine Enttäuschung, der Rauswurf bei der Psychoanalytischen Vereinigung, der Kampf in Skandinavien und am Schluß das trügerische angeblich so „Freieste Land der Erde“; also die USA.

Zeitgenosse: Nachtrag: Daher meine Meinung, dass die Orgonomie in politischer Hinsicht keine absolute Wahrheit darstellen kann. Dafür ist zu viel Wendehals dabei in meinen Augen. Immerhin kann man sogar die Orgontherapie (wie alle anderen Therapien) als eine Art der Gehirnwäsche interpretieren. Man kann eine leere Hülle hinterlassen, die man mit „genehmen“ Ideologien wieder auffüllt. Daher mache ich auch keine.
Wo allerdings für mein dafürhalten die Orgonomie tatsächlich FAST an eine absolute Wahrheit hereinreichen kann, sind die Erkenntnisse in den Bereichen Medizin, Biologie und Physik. Aber diese Bereiche sind mir selber auch die liebsten wie ich zugeben muss.

Peter 2014: Die heutige SPÖ ist genauso verachtenswert wie ihre Vorgängerin, die SDAP zu Reichs Zeiten. Halt Sozialdemokraten… Ausspuck!!!

Österreich: Identitäre stellen neues Holzkreuz auf

Robert 2013: „Die Weltliga war 1928 in Kopenhagen gegründet worden als internationales sexualwissenschaftliche Diskussionsforum von den Deutschen Magnus Hirschfeld, Max Hodann, August Forel, Helene Stöcker,“
Auguste Forel ist meines Wissens Schweizer.

David: „Reich versucht in Massenversammlungen durch die kollektive Atmosphäre der Sexualbejahung den neurotischen Widerstand und die moralistische Hemmung des Einzelnen zu umgehen. Deshalb war Reich in gewisser Weise Begründer der Gruppentherapie.“
Begründer der Gruppentherapie – und auch eine Antithese zu Hitler und Goebbels, die auf ihre Weise die Hemmungen der Einzelnen umgingen („Wollt Ihr den Totalen Krieg?“)
Zu dieser Zeit wußte Reich nicht, daß die KPD nur an der parteipolitischen Mobilisierung der Massen interessiert war, aber nicht an Massen, die eigene Bedürfnisse vorbringen.
Nein, der Kommunist will nur die Massen anlügen, ausbeuten, sie vor seinen Karren spannen. Die Massen befreien will er nicht; das täuscht er nur vor. Nicht anders als die Nazis.

O.: Gibt es eine Quelle, die belegt, dass Emmy Rado beim OSS war (in leitender Funktion) und (daher auch) mit Reich Kontakt pflegte?
Robert:
http://de.wikipedia.org/wiki/Geheimreport

O. schrieb 2013: Sehr schöner klarer Artikel. Gibt es den Brady Artikel irgendwo zum Lesen? „Masse und Staat“ (Kap. 9 in Massenpsychologie d. Faschsimus) war also der direkte Auslöser, wo sich Frau Brady provoziert fühlte. Auch hier gibt es ein Auflagen-Wirrwarr mit hinuzgefügten Kapiteln, so dass sich Raubdrucke der 70-er (Nachdrucke der ersten Auflagen) und spätere Auflagen (meist auch unter Berücksichtigung der Orgonthese) unterscheiden. Dieses Kapitel ist aber auch nicht mit „Menschen im Staat“ zu verwechseln, wenn ich das richtig sehe. (Habe die Bücher nicht griffbereit.)

Dazu Peter: Hier das, was neben dem Mord an Reich, von Wertham übriggeblieben ist:
http://www.decaturdaily.com/stories/Anti-comics-crusader-seduced-himself,113321

Peter weiter: Und hier die Geschichte aus einer zugegeben bizarren Quelle:
http://books.google.de/books?id=VTx9dI9Iw4MC&pg=PT281&lpg=PT281&dq=wertham+brady&source=bl&ots=Aa0v9mog3_&sig=L-b9mmhMbBZQC1Gd0W9U6SnAy0s&hl=de&sa=X&ei=NAiUUZvzApHltQaaxoC4Dg&ved=0CFYQ6AEwBA

O.: Aus dem Turner Buch kann man nicht einen Satz zitieren, Ernst nehmen, aber es zeigt, zu was Reich-Hasser imstande sind, zu erfinden. Das Buch muss er doch in der geschlossenen Psychiatrie geschrieben haben als ihm langweilig wurde, normal ist das nicht.

Robert schrieb 2011: Zu Marie Frischauf:
http://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Pappenheim

Zur Broschüre:
http://www.file-upload.net/download-3448844/Frischauf_Reich-Ist-Abtreibung-sch-dlich.pdf.html

Robert weiter: Siehe auch:
http://www.schoenberg.at/index.php?option=com_content&view=article&id=701%3Asatellite-collection-p10&Itemid=330&lang=de
„Zeitdokumente
Zeitungsartikel aus der Reichspost vom 5.5.1933/7, Nr. 124 „Wien die neue Zentrale der kommunistischen „Sexualreformbewegung“? – Hände weg von Österreich!“ 1 Seite
Der Artikel wirft Maria Frischauf vor in Österreich an der Verbreitung und Organisierung der Kommunistischen Sexualreformbewegung in Österreich beteiligt zu sein.
Bericht über Hausdurchsuchung des Münster-Verlag in Wien wegen Verbreitung unzüchtiger Duckwerke. Von der Bundes-Polizeidirektion in Wien an das Landesgericht für Strafsachen Wien I, Abt.26. am 25. März 1934. Es wurden 95 Stück des Buches von Dr. Marie Frischauf und Dr. Anni Reich: „Ist Abtreibung schädlich?“ gefunden. 3 Seiten“

Peter: Auch sei [so Reich] eine „sexualbejahende Ethik“ de facto ein Widerspruch in sich selbst.
Allgemein zur Lebensfeindlichkeit der Ethik siehe

WELTWOCHE: die Ethik- und Moralseuche

Robert 2014: Zu Arnold Deutsch
„Der Österreicher Arnold Deutsch hatte seinen Doktortitel mit 24. Er fing zuerst an als einfacher Geheimdienstkurier, dann schloss er sich Wilhelm Reichs Sex-Bewegung an, leitete einen Wiener Verlag für “sexuelle und politische Befreiung”. 1932 bekam er seine Ausbildung zum Auskundschafter für geheime Übergangsstellen und Kommunikationspunkte an den Grenzen zu Holland, Belgien und Deutschland. Später wurde er in England eingesetzt. In London gelang es ihm, 20 Personen als Agenten anzuwerben, darunter die Cambridge-Absolventen Anthony Blunt, Guy Burgess, John Cairncross, Donald MacLean und Kim Philby.“
http://recentr.com/2014/07/der-kunstliche-mythos-cia/

David 2016:

Geht die Sexualreformbewegung auf die damals vorhandene – eher bürgerliche – Lebensreformbewegung zurück?

Robert 2011: Siehe auch die Doku bei Laska
http://www.lsr-projekt.de/wrb/revsozdem.html
auf die sich Fallend ohne Quellenangabe bezieht.
Die Politik der Sozialdemokraten war leider tatsächlich so, alle Errungenschaften der erkämpften Republik zu verspielen. Sie redeten unentwegt von der Revolution, es war eine reine „Als-Ob“-Rhetorik, aber praktisch war es ein ständiges Zurückweichen vor der reaktionären Rechten, die quasi einen Faschismus a la Franco errichten wollten.
Insofern blieb Reich gar nichts anderes übrig, als bei dem winzigen Haufen der KPÖ anzuklopfen.

O. 2013: Wie ist das zu verstehen?
„…, daß seine charakterologische Forschung z.B. für die Durchsetzung der Kollektivierung der Landwirtschaft in der Sowjetunion nutzbar zu machen sei.“
Wollte er die Arbeitskraft durch Steigerung der Liebeskraft und Liebesfähigkeit steigern, um so mehr zu Essen für die Menschen zu produzieren?
Gibt es Quellenangaben zu den spannenden Vorgängen dieser Zeit?

Peter antwortet: 1933 begrüßte er die Kollektivierung der Landwirtschaft in der Sowjetunion (Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 64) – was er in späteren Ausgaben nicht mal kommentierte. Die Stelle, die ich referiert habe findet sich im vorletzten Absatz des 1. Vorwortes der Charakteranalyse.

Robert 2013: Die Massenpsychologie wurde übrigens bei
Frantz Christtreu’s
Bogtrykkeri, København K.
gedruckt und kostete
8 Dän. Kr (steht auf dem Buchrücken)

Bogtrykkeri heißt Buchdruckerei. Frantz Christtreu’s Bogtrykkeri hat meines Wissens bis 1974 bestanden.

O. 2013: Wäre die Massenpsychologie des Faschismus ein intellektuelles Aufklärungsbuch gegen den Faschismus gewesen, wie es mir in der dritten (amerikanisch-orgonomischen Version) Auflage erscheint, hätte es zur Charakteranalyse noch gepasst und hätte Reich Karrieres als Lehrpsychoanalytiker nicht geschadet.
In der ersten Auflage mit dem sozialistischen Vokabular und der Forderung nach einer straffen Organisation für eine kampfbereite Gegenbewegung mit Reich als kommunistisches Mitglied (also noch verwoben in dieser Struktur und Organisation und diese gleichzeitig in Seitenhieben angreifend) muss die Psychoanalytische Vereinigung (Freud) seine Psychoanalytikerkarriere unwiderruflich beenden.
Reich war gewarnt worden, seine politischen Ansichten nicht weiter (mit der Psychoanalyse in Verbindung) für 1-2 Jahre fortzusetzen. Doch was macht Reich? Er versucht sich zu versichern, ob er nicht trotzdem politisch weitermachen könne und Psychoanalytiker beliben könne, er bringt nach der Charakteranalyse auch die Massenpsychologie selbst heraus.
Hinter diesem Hintergrund – und alleine schon aus der sexpolitischen Haltung (mit „sozialistischem“ Parteibuch) – muss die Psychoanalyse ihn ausschließen und auch die Kommunisten folgen seinen Angriffen nur rational mit Ausschluss.
Reich ist danach in der Defensive. Von beiden Organisationen wird er als „gefährlich und radikal“ eingestuft und muss/ wird zeitlebens bekämpft. Nur sieben Jahre später formuliert Reich seine „Orgontheorie“ und entwickelt bis 1942-45 diese zur Orgonomie, in dem er seine Schriften Funktion des Orgasmus, Charakteranalyse und Massenpsychologie orgonomisch umschreibt.
Die Psychoanalytiker und Kommunisten haben ihn aber nicht vergessen und auch die Amerikaner (FBI) überprüfen seine „Gesinnung“, ob sie noch kommunistisch sei.
Ich stelle nach diesem Blogbeitrag die These auf, dass 1933 Reichs Schicksalsjahr war, in der er die kommende Forschung schon eigens zerstörte, bevor sie entwickelt war. Unter diesen Vorzeichen hatte die Orgonomy im Wissenschaftsbetrieb keine Chance mehr – nicht unter Reich.
Konsequent als Reaktion wurde Reich 1934 ausgeschlossen, dies als emotionelle Pestreaktion zu deuten (wie ich es auch schon gemacht habe) finde ich wenig haltbar.
Natürlich hätte Freud aus persönlichen Gründen (Charakteranalyse) Reich auch ausgeschlossen, zumal er ihm die Show zu stehlen vermochte. Auf dieser Ebene hätte/ hatte Freud pestig reagiert.

O.: Eine Übersicht zur Sexpol:
http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/1544963

Jean:
„Ich stelle nach diesem Blogbeitrag die These auf, dass 1933 Reichs Schicksalsjahr war, in der er die kommende Forschung schon eigens zerstörte, bevor sie entwickelt war.“
Nachdem ich einiges aus „My eleven years…“ mehrfach gelesen habe, habe ich mich gefragt, warum er sich in den USA auch noch mit den Gerichten angelegt hat. Inhaltlich natürlich voll nachvollziehbar. Aber hätte er auch anders gekonnt, oder gab es etwas in ihm, was ihm gar keine Wahl ließ, war kein Finger breit mehr zwischen seinen Strömen und der Blockade draußen.
Er hat es sich aus Überzeugung mit allen verscherzt, was für ihn und seine wundervolle Arbeit in einer Tragödie geendet hat.

O.: Nachdem Reich sich mit dem Faschismus angelegt hatte, was jeder junger anständiger Menmsch mit Weitblick und Mut wohl ähnlich gemacht hätte, ließ er sich mit dem zweiten Todfeind und Diktator Stalin (indirekt über die Kommunistischen Organisationen) ein und erkannte auch hier schon deren Destruktivität. Letztere halfen nicht – und dies hat Reich schon 1933 bloßgestellt – den Hitlerfaschismus zu zerstören.
In Amerika über Umwege (Kopenhagen und Oslo) angekommen, hielt sich Reich politisch bedeckt und konzentrierte sich auf seine eigene Forschung. Vielleicht hätte er so einer weiteren Verfolgung entkommen können, doch Reich war gekränkt, von Freud (und den Kommunisten) enttäuscht und wollte bzw. brauchte Anerkennung.
Er versuchte seine Orgonforschung der Atom-(Waffen-)Forschung entgegen zu stellen. Er kontaktierte das AEC und hielt die Regierungsorganisationen aktiv über die Orgonforschung auf dem laufenden. Er diskutierte mit Einstein über den ORAC (Temperaturdifferenz). Einstein wusste dies könnte eine „Bombe für die Physik bedeuten“. Tatsächlich wurde seine Bion und Orak Forschung zur Bombe für die Medizin und damit für die Chemieindustrie (= Pharmaindustrie), denn er versuchte das Krebsproblem zu lösen.
Reich hat sich mit seinem Geltungsbedürfnis und seiner rechthaberischen Art – stets bestehend auf die Wahrheit – naiv auf „Amerika“ vertrauend mit den größten „Menschheitsfreunden“ angelegt.
Dem natürlich nicht genug – Reich saß schon in der Tinte – und gerichtliche Aktionen über die FDA liefen vor Gericht, er musste nach dem ORANUR Disaster, dass das AEC sicherlich nicht erfreute, da der tödliche Charakter der atomarer Niedrigstrahlung schon erkennbar wurde, auch das Militär, speziell die ATIC (Luftwaffengeheimdienst) über seine Oranur 2 Experimente informieren: Er hatte sich nach eigener Vorstellung mit außeriridschen Raumschiffen angelegt. Die CIA trat hier auf dem Plan und kassierte Reichs Dokumente auf dem Treffen mit der ATIC ab. Nun waren auch Militär, CIA und Außerirdische alarmiert.
Doch Reich sollte schon 1947 mit der Entwicklung des ORAK vernichtet werden. Wen schickt man vor, wenn man jemanden loswerden will? Natürlich nicht gleich die eigene Armee, sondern für die Drecksarbeit werden Unterorganisationen zur Ablenkung aktiviert: Mafia oder „Kommunisten“. Brady schrieb ihren Schmierartikel über den „Sexbesessen“ und „Kurpfuscher“ Reich der mit „Sexboxen“ seine PatientInnen zum Orgasmus gegen den Krebs bringen möchte (Turnerstyle eben). Dann müsse eine „Gesundheitsbehörde“ (Amt für Chemie und Pharmaindustrie) handeln und brachte den „Fall Reich“ vor Gericht. Die AMA hielt sich im Hintergrund.
Das Gericht war nur ein Instrument, als der Richter zu weich war, wurde er ausgetauscht, damit das richtige Urteil gesprochen werde: Inhaftierung. In seinem Prozess glaubte Reich an die Gerechtigkeit (Amerika, den Präsidenten und an das Recht) und dass die Wahrheit siegen müsse. Er hat sich nicht mit dem Gericht angelegt!
Wundervoll ist seine Arbeit nur für Leute, die an die Wissenschaft glauben, als sei sie nicht Teil der privaten Industriekonzerne, für Menschen, die an die „Wahrheit“ glauben als wäre die Lüge nicht allgegenwärtig.
Ob Reich auch anders gekonnt hätte? Reich hätte von seiner Persönlichkeit her nicht anders gekonnt und die Pest kann nie anders in ihrem Zwang als Mr. Goodguy aufzutreten und im Stillen zu zerstören. Reich hat uns aufgezeigt, warum wir nicht anders können. Das macht ihn für alle Seiten sympatisch und sein Werk unsterblich; selbst wenn sein letztes Buch verbrannt werde – fast jeder kennt seine „Wahrheit“, ob er sie charakterlich ertragen kann oder nicht.

Der linke Schwulinkski Wilhelm Reich

6. April 2017

Bei Freud ist eine Sexualbetätigung dann pervers, wenn sie auf das Fortpflanzungsziel verzichtet, bzw. es noch nicht erfüllen kann (Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse, Frankfurt: Fischer Taschenbuch, 1992, S. 302). Dementsprechend muß Freud seinen Schüler Reich als ebenso pervers eingestuft haben, wie etwa einen Homosexuellen, jemand der sein „Steckenpferd reitet“ und die von der Fortpflanzung losgelöste Genitalität fetischisiert.

Die orgonomische Haltung zur Homosexualität hat Reich bereits 1932 in Der sexuelle Kampf der Jugend abschließend zusammengefaßt: Homosexualität ist eine Fehlentwicklung, die man, im Gegensatz zur Heterosexualität, behandeln kann. Der Krankheitswert zeigt sich auch daran, daß beim Homosexuellen die Befriedigung geringer ist als beim vergleichbaren Heterosexuellen. Doch solange die sexualfeindliche Erziehung Homosexualität erzeugt und die Betroffenen glücklich sind und nicht geheilt werden wollen, geht ihre Homosexualität niemanden etwas an.

Aus seiner großem psychoanalytischen Erfahrung heraus ist Reich zu dem Schluß gekommen, „daß die meisten ‚Homosexuellen‘ ihre Besonderheit einer Fehlentwicklung in ihrer Kindheit verdanken, und daß die Fixierung im allgemeinen um das vierte Lebensjahr herum erworben wird, weshalb ihr Ursprung den Betoffenen außerhalb des Bewußtseins bleibt. Reich konnte in zwölf Fällen eine Heilung erreichen, so daß zuvor Homosexuelle ein unwillkürliches Verlangen nach Frauen empfanden“ (Max Hodann: History of Modern Morals, S. 57, 1937 in England erschienen, 2013 von James DeMeo nachgedruckt).

Apropos Hodann: hier seine Beschreibung der Leunbach-Affäre, die das Ende der Sexpol markierte: Politischer Abtreibungsprozeß in Dänemark.

Die historisch-materialistische Interpretation und die bio-psychologische Interpretation des Todestriebes und der gesellschaftlichen Ideologie

14. Januar 2017

Der sozialistische Kampf, das theoretische Organ des Austromarxismus war im faschistischen Österreich verboten. Es wurde deshalb in der Tschechoslowakei veröffentlicht. Sein Herausgeber war der berühmte Otto Bauer, Führer des „Austromarxismus“. Anläßlich von Freuds 80. Geburtstag veröffentlichte das Magazin 1936 zwei Artikel. Einen von W.M. (d.i. Karl Frank): „Sigmund Freud und der revolutionäre Sozialismus“. Wegen dem historischen, d.h. bürgerlichen Hintergrund der Psychoanalyse und der Enge des zeitgenössischen Marxismus gäbe es bis heute (1936) keine marxistische Analyse der Psychoanalyse. Es gäbe eine Freudsche Philosophie, z.B. Freuds Todestrieb, die mit Oswald Spengler gemeinsame Wurzeln habe, nämlich die Philosophie der untergehenden Bourgeoisie. Trotzdem schuf Freud eine moderne Psychologie, indem er auf die soziale Verursachung psychologischer Tatbestände hinwies und dergestalt eine biologisch-materialistische Grundlage für eine Herangehensweise entwickelte, die dem historischen Materialismus ähnlich sei. Die grundlegende Leistung der Psychoanalyse sei ihr Beitrag zum Verständnis des sozialen Überbaus (Wolfgang Huber: Psychoanalyse in Österreich seit 1933, Wien: Geyer-Edition, 1977; Ernst Glaser: Im Umfeld des Austromarxismus, Wien: Europaverlag, 1981, S. 271).

Das entspricht auch weitgehend Reichs damaliger Sichtweise (siehe dazu Otto Fenichels 119 Rundbriefe, Bd. 1, S. 379f). Reich ist nur weitergegangen, über die Psychoanalyse und den Marxismus hinaus. Zunächst einmal führte nicht die soziologische Verortung der Todestriebtheorie (Ideologie der „untergehenden Bourgeoisie“) zu deren Überwindung, sondern die Durchdringung des Masochismus als bio-psychologisches Problem, d.h. als einer Funktion der Panzerung (siehe Charakteranalyse). Und überhaupt, was den ideologischen „Überbau“ betrifft: dieser ist tatsächlich eine Funktion der dreischichtigen bio-psychologischen Struktur des gepanzerten Menschen (siehe Die Massenpsychologie des Faschismus).

Es ist ernüchternd, daß man sich noch heute mit der Denkungsweise, die im ersten Absatz dargestellt wurde, auseinandersetzen muß – selbst bei „Reichianern“.

Igitt: Sex, Schlamm und Ackerknecht

8. Oktober 2016

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Igitt: Sex, Schlamm und Ackerknecht

 

 

Robert sagte 2010: Der Publizist William S. Schlamm,… rechtskonservativer Reich-Hasser
Es ist typisch für die vielen Konservativen, dass sie perverse Sexualität nicht von natürlicher Sexualität unterscheiden können und deswegen Reich missverstehen. Schlamm ist da beileibe nicht der Einzige. Der übelste Vorwurf ist, Reich hätte den sexuellen Kindesmissbrauch unterstützt.
Während die Konservativen Reich unterstellen, er fördere Perversionen, unterstellen ihm die Liberalen, er wolle eine genitale Diktatur errichten (und die Prä-Genitalität unterdrücken).

Klaus: Immer wenn ich anfing, was von Bloch zu lesen, war ich sehr gelangweilt, weil ich mich fragte, was er außer historischen Thesen zu bieten hat an allgemeinen Erkenntnissen. Und wenn da auch allgemeinere Erkenntnisse sind, kann man die kürzer und klarer zum Ausdruck bringen. Diese Standardautoren der Linken machten sich eben vierzig Jahre gut in Regalen – Suhrkamp hat ja gleich fürs Design gesorgt. Nun hatten die linken Studenten immerhin wenigstens Helden fürs Bücherregal – die gegenwärtigen haben u. a. wegen der standardisierten Veranstaltungen und Prüfungen meistens erheblich weniger Lektüreerfahrungen aus eigener Initiative. Nicht einmal mehr zum Protzen ist etwas im Regal aneinandergereiht.
Wie sehr z. B. Adorno bloß Kultstatus hatte (und z. T. noch hat) (wie mir scheint: ohne inhaltlich Umwerfendes mitzuteilen), merkte ich z. B. daran, dass in einem meiner spannendsten Seminare – über kleine Schriften Gottlob Freges – mein Nachbar einerseits heimlich, andererseits demonstrativ (Buch unterm Tisch, aber vor Seminarbeginn sichtbar) Adorno las.

Robert: Adorno hat allerdings mit die „Studien zum autoritären Charakter“ geliefert, womit er die Psychostruktur des faschistischen Charakters liefern wollte. Es hat allerdings mehr mit Sozialpsychologie statt Tiefenpsychologie zu tun. Ich bezweifele, ob er Reichs „Massenpsychologie“ gelesen hat – jedenfalls merkt man darin wenig (in der Suhrkamper Taschenbuchausgabe). Das Buch erschien 1950 als Sammelwerk in den USA.
http://de.wikipedia.org/wiki/Autorit%C3%A4rer_Charakter

Jonas Says:
@Robert:
Habe leider die Quelle nicht parat, erinnere mich aber gelesen zu haben, dass sich Adorno im „autoritären Charakter“ stark an Reich orientierte – auch wenn er seinen Namen nicht erwähnt. In privaten Briefen diskutiert er dies aber. Er gibt Reich den Vorzug gegenüber Erich Fromm, da letzterer den Fehler beginge, die psychoanalytische Methode direkt auf die Gesellschaft anzuwenden, während Reich psychoanalytische und soziologische Methodik nach ihren Zuständigkeitsbereichen getrennt halten will.
Das man davon zugegebenermaßen wenig merkt, ist natürlich eine andere Geschichte. Zum Verhältnis Adorno-Reich sind sicherlich Laskas Arbeiten im LSR-Projekt lesenswert (Stichwort Re-pulsions- und De-zeptionsgeschichte).

Klaus: Wie trivial es ist, was er zum irrationalen Kampf gegen jegliche Autorität zu sagen hat – eben so trivial, wie das, wogegen er argumentiert, lächerlich ist. Daher wundern mich immer die vielen Worte, die dafür gebraucht wurden.

David 2015: Der libertinistische Gegenpart zum asketisch verträumten Bloch spielte Herbert Marcuse, der Prophet des Anspruchsdenkens, der Leistungsverweigerung und der anti-genitalen polymorph-perversen Erotisierung der Gesellschaft. Alles was die Spießer von je her den fortschrittlichen Menschen fälschlich andichteten, propagierte dieses Schwein.
Und Habermas?
Der wird doch auch immer wieder erwähnt – im Zusammenhang mit der Kritischen Theorie:
Zitat Wikipedia:
Wegen der Vielfalt seiner philosophischen und sozialwissenschaftlichen Aktivitäten gilt Habermas als ein produktiver und engagierter öffentlicher Intellektueller.[2] Vom hegelianisch-marxistischen Ursprung der Frankfurter Schule hat er sich durch die Rezeption und Integration eines breiten Spektrums neuerer Theorien gelöst. Er verband den historischen Materialismus von Marx mit dem amerikanischen Pragmatismus, der Entwicklungstheorie von Piaget und Kohlberg
(ähnlich auch Loevinger – das sind doch die Stadien der moralisch-psychologischen Entwicklung des Kindes wenn ich mich nicht irre; Anmerkung von mir)
und der Psychoanalyse von Freud. Zudem beeinflusste er maßgeblich die deutschen Sozialwissenschaften, die Moral- und Sozialphilosophie. Meilensteine waren vor allem seine Theorie des kommunikativen Handelns
(kommunikatives Handeln klingt ziemlich modern, irgendwie facebook-like; nach Arbeitsdemokratie hört das sich aber gar nicht an, finde ich; Anmerkung von mir)
und, wiederholt inspiriert durch die diskurstheoretische Auseinandersetzung mit Karl-Otto Apel, seine Diskurstheorie der Moral und des Rechts.
Zitat Ende.
Irgendwie kommt mir das alles ziemlich „rechts“ vor und anfangen konnte ich mit Habermas noch nie was. Vielleicht konnte ich ihn noch nicht einmal verstehen.

Robert 2011: Zu Daniel Cohn-Bendit ein informativer Artikel von Bettina Röhl:
Vom Wutbürger zum Machtbürger
Daniel Cohn-Bendit ist eine Art Überpräsident der 68er Bewegung. Seine pädophilen Entgleisungen schaden ihm nicht. Jetzt schwingt er sich zum Oberrichter über Demokratie, Verfassung und die Schweiz auf. Von Bettina Röhl

Mut ist Leben, Feigheit perpetuiert Panzerung

Dazu Peter: Bei den lesenswerten Leserbriefen habe ich folgenden interessanten Link gefunden:
http://wireltern.eu/news/die-paedophilenpartei.html
Ich werde niemals soviel fressen können, wie ich kotzen möchte.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger weist Forderungen aus der CSU nach höheren Mindeststrafen für sexuellen Kindesmissbrauch ab.
Im „Hamburger Abendblatt“ nannte die FDP-Politikerin die geforderte Strafverschärfung für jede Form von sexuellem Missbrauch „reine Symbolpolitik“.
http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Justizministerin-gegen-schaerfere-Strafen_aid_949153.html
Ja, es ist symbolisch, daß in diesem Land Diebstahl härter bestraft wird als die Zerstörung einer Kinderseele.

O.: So wie Dieter E. Zimmer im Zeit-Artikel WR interpretiert und dieses Verständnis als das der 68-er hinstellt, wird den Studenten unterstellt sie wollten oder konnte WR nicht verstehen. Aber auch in den 90-ern wurde Reich in Belzig und Berlin in Reich-nahen Kreisen noch als Freifahrtschein zum Ficken missverstanden. Die meisten Reich-Schüler waren aber noch zu verklemmt, um überhaupt mal Sex zu haben, so musste sie dann bei den etwas lockeren sozialisierten Ex-DDR-lern/-innen sich abschauen, wie man einfach mal sich mit jemandem zum Sex verabreden kann.
Also auch in Berlin wurde noch geglaubt, bei „Reich-Lese-Unkundigen“, die aber durch Vorträge glaubten etwas vom genitalen Charakter verstanden zu haben, man müsse nur ficken und frei fließen. Die Eingeweihten wussten natürlich, dass das nichts bringen würde und das man ohne Therapie ohnehin nicht vorankäme.
Das Problem war aber vielmehr eine taugliche Therapie zu finden, wo doch niemand weit und breit eine Ahnung davon hatte … und so beißt sich die „sexuelle Revolution“ noch in ihren eigenen „Schwanz“ – wenn sie einen hat.

Peter 2015: Erneute Hetze von Rechts gegen Reich – angestachelt durch das linke Gesindel…
https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/02/linksanarchistische-kinderladen-der-68er-revolutionare-befreiung-durch-kindersex/

Diskussionsforum 2011: eine Nachlese (Teil 6)

12. Dezember 2015

Sebastian fragte: Sind die Begriffe „Block der Plasmamotilität”, „Plasmaimmobilität”, „Anorgonie”, „Plasmastauung” und „plasmatische Panzerung” Synonyme?

Darauf Peter: Plasmamotilität und Plasmaimmobilität

Reich ist von den beiden psychischen Zuständen Lust und Angst ausgegangen und hat sie auf Bewegung zurückgeführt: Expansion (Lust) und eine Kontraktion, die gegen diese Expansion gerichtet ist (Angst) („13 Spontaneous Motility as the Comprehensive Functioning Principle of the Living“, Orgone Energy Bulletin, IV(4), October 1952, S. 186-196). Diese Erscheinungen, die er zunächst bei seinen Patienten beobachtet, dann objektiviert hat (bioelektrische Experimente, „die Amöbe im Menschen“), hat er schließlich auch direkt in der plasmatischen Bewegung bei Protozoen beobachtet. „Reich untersuchte die Funktion und Organisation der Protozoen, um sein Verständnis und seine Erforschung der Bildung und des Funktionierens des menschlichen Verhaltens sowie der Biopathien zu verstärken“ (Steven Dunlap: „Working with the Wilhelm Reich Archives at the Countway Library of Medicine”, The Journal of Orgonomy, 44(1)). Man kann Reichs Ansatz nur verstehen, wenn man ihn nicht nur als Therapeuten, sondern als Forscher sieht, der die Vorgänge im menschlichen Organismus vom Plasma her sah. Aus Sicht des energetischen Funktionalismus zeigen sich die Gesetze der Energie auf allen Größenebenen!

Das Gemeinsame Funktionsprinzip bei all diesen Erscheinungen, die so viele verschiedene Teilfunktionen zum Ausdruck bringen, ist stets Bewegung. Es ist sogar möglich, das Anhalten der Bewegung, ihre Einstellung, zu verstehen, als ein spezieller Bewegungszustand, wie Unbeweglichkeit. „Psychische Unbeweglichkeit“ oder „Affektblock“, wie in der Katatonie, ist die Entsprechung im Bereich der Empfindungen. („13 Spontanous Motility as the Comprehensive Functioning Principle of the Living,“ Orgone Energy Bulletin, IV(4), October 1952, S. 186-196)

Anorgonie

Plamaimmobilität hat dabei zunächst nichts mit Anorgonie zu tun, da der Affektblock durch innere Energieimpulse aufrechterhalten wird (Trieb und Abwehr blockieren sich gegenseitig), während bei der Anorgonie der innere Impuls plötzlich erlischt: Stupor vs. Ohnmacht.

Plasmastauung, plasmatische Panzerung

Siehe in diesem Zusammenhang die „negative bioelektrische Konditionierung“ und die „Enttäuschungsreaktion“ bei Amöben: wenn man eine Amöbe (auch „die Amöbe im Menschen“) immer wieder mit widerwärtigen Reizen quält, verharrt sie schließlich in der Kontraktion. Das ist „Plasmastauung“, die bei „ungepanzertem Plasma“ auftritt. Der Neurotiker hat „gepanzertes Plasma“, um sich gegen die widerwärtigen Reize zu schützen und irgendwie weiterleben zu können.

Sebastian: Okay, Plasmastauung dürfte klar sein. Habe ich den Rest so richtig verstanden:

Plasmatische Panzerung = Plasma im chronischen Kontraktionszustand (mit inneren Impulsen)
Anorgonie = Plasma im „toten“ Zustand (ohne innere Impulse)?

Wenn das aber stimmt, dann wäre doch beides Plasmaimmobilität? „Der Begriff Anorgonie faßt diejenigen biopathischen Zustände zusammen, die sich auf den gemeinsamen Nenner: ‚Block der Plasmamotilität‘ zurückführen lassen“ (Krebs, S. 347). Benutzt Reich jemals den Begriff plasmatische Panzerung? Ich habe ihn bisher nur bei Müschenich gelesen.

Peter: Moment mal, woher hat Müschenich den Begriff „plasmatische Panzerung“? (Seitenangabe?) Bei Reich ist „das ungepanzerte Plasma“ ein stehender Begriff. Die Mobilisierung der „plasmatischen Strömungen“, d.h. die Beseitigung der Plasmastauung, dient der Auflösung der Panzerung.
Das mit der „Plasmamotilität“ ist so eine Sache, denn Anorgonie kann sowohl auf das Überwiegen der Kontraktion, als auch auf einen schleichenden Orgonenergie-Verlust des Gewebes zurückgeführt werden. In beiden Fällen kommt die Bewegung des Plasmas zum Erliegen. Anorgonie bedeutet mehr: das Leben (sozusagen das „Leben an sich“) wird prekär, weil die Lebensenergie nichts mehr gegen die tote Masse stellen kann. Panzerung wird überflüssig – die tote Materie selbst übernimmt den Job.

Sebastian: Ich weiß nicht, woher Müschenich den Begriff hat. Genau das frage ich mich seit geraumer Zeit. In seinen Literaturangaben habe ich ihn nicht gefunden. Er verweist auf mehrere Kapitel in Bd.1 und Bd.2 – allerdings die Fischer Taschenbuchausgabe, die ich nicht habe. Auf Seite 130 seiner Dissertation spricht er von plasmatischer Panzerung:

In Versuchen an Einzellern und anderen primitiven Organismen wies Reich nach, daß wiederholte aversive Reizung zu einer immer rascheren Abkugelung z.B. der Amöbe, schließlich sogar zur chronischen Kontraktionshaltung derselben führt, bis sie letztlich in völliger Bewegungslosigkeit erstarrt und keinerlei Tendenz zur erneuten Ausdehnung (bzw. „Expansion“) mehr aufweist.
Auf den menschlichen Organismus übertragen bedeutet dies, daß auch solche Körperregionen „gepanzert“ sein können, die von der neuromuskulären Innervation nicht erreicht werden, bzw. daß eine Panzerung auch z.B. allein durch Elektrolytverschiebungen zustande kommen kann. […] Reich bezeichnet diesen für die Entstehung „somatischer Biopathien“ relevanten Sachverhalt auch als „plasmatische Panzerung“.

Peter: Ich konnte Dr. Müschenich in dieser Hinsicht kurz sprechen. Beispielsweise denkt er da an Kalium, dessen entquellende Wirkung funktionell identisch mit der kontraktiven sympathischen Funktion ist. Panzerung auf Plasmaebene.

O.: Reich und seine Begrifflichkeiten, da weiß man nie, wann hat er einen Analogieschluß gezogen und wann meint er es präzise, wie er es schreibt. Das will ich einmal einwerfen, bevor man ihn zu wörtlich interpretiert. Mit der „Analogiedenktechnik“ der funktionellen Identität kann man Zusammenhänge sehr oberflächlich in einen „tieferen“ Zusammenhang bringen, die wenig Sinn machen, wenn man nicht sie vorher fundiert (theoretisch und experimentell) hat. Orgontherapie kann so doch sehr schnell zu einen medizinischen Mystizismus werden, um Reichs Aussagen zu belegen, die evtl. nicht immer so fundiert getroffen wurden, was letztlich auch nicht zu beurteilen ist, weil die Schritte zu den Aussagen (Protokolle) fehlen. [Anmerkung von PN 2015: Hier ist ein Bezug auf Hans Hass sinnvoll, um zu verstehen, daß „analog“ und „funktionell identisch“ zwei grundlegend unterschiedliche paar Schuhe sind: „Um diesem Denken folgen zu können, muß entgegen der üblichen biologischen Betrachtungsweise beachtet werden, daß sich bestimmte Teile an und Vorgänge in einer Pflanze und einer Fabrik entsprechen, nicht weil sie homolog (entwicklungsgeschichtlich verwandt) oder analog (strukturell ähnlich) sind, sondern, wie Hass sich ausdrückt, weil sie ‚funktionsverwandt‘ sind. Die Teile und Prozesse entsprechen einander, wenn sie dem gleichen Funktionskomplex dienen, etwa der Abwehr von Räubern, wie z.B. die Stacheln einer Rose und der Werkschutz von BAYER“ (Hans Hass und der energetische Funktionalismus http://www.orgonomie.net/hdomath.htm ).]
Reich wollte wohl gesagt haben, daß auch die plasmatische Ebene – neben den anderen (sozial, psychologisch, vegetativ-physiologisch) – relevant ist.
Damit wurde nicht gesagt, daß Panzerung auf Ionenebene – alleine – stattfindet und die plasmatische Ebene diejenige Einflußebene der Orgontherapie sei. Die Panzerung geht bis in diesen Bereich hinein, aber ihre Lösung ist nicht eine letztlich chemische Lösung.
Wie obenerwähnt, zeigen sich die energetischen Gesetze auf allen (auch plasmatischen) Ebenen, aber nicht ausschließlich. Die Medizin hat hier ihren Wirkungsbereich, würde sie die energetischen Zusammenhänge besser verstehen, kann sie vermutlich effizienter arbeiten. Den Blick auf das Plasma zu fokussieren und alles andere aus dem Blick zu verlieren, ist nicht Sinn und Zweck der Orgontherapie.
Das ANS (vegetative Nervensystem) innerviert nicht das Plasmasystem, sondern das „energetische System“ bestimmt beide Systeme. Orgontherapie wird dadurch nicht zu einer “Plasmatherapie”. Der Orgonverlust zeigt sich im Biologischen, also auch im Plasma. Somit wird der Gesundheitsbegriff erweitert, wie Müschenich dies thematisiert, und die Erkrankung des Charakters hat auch eine biopathische Komponente. Vor allem im medizinischen Bereich sind energetische Zusammenhänge zu betrachten, wenn somatische Erkrankungen schon jenseits der Psyche den Körper partiell in seinen Funktionen stören oder den Körper zersetzen und eine lebensbedrohliche Situation schaffen.
„Die Panzerung wird überflüssig – die tote Materie selbst übernimmt den Job.“ PN

Peter: Erinnert irgendwie an den Abdruck des Brady-Artikels im psychoanalytischen Bulletin of the Menninger Clinic:
http://internationalpsychoanalysis.net/2011/08/02/author-christopher-turner-takes-us-inside-the-orgasmatron/

Dazu Robert am 23.9.2011: Nebenbei:
Heute starb vor 72 Jahren Sigmund Freud.

Darauf O.: Und er starb nicht an einer Überdosis Orgon.
Und um nicht nur die Psychoanalytiker zu Wort kommen zu lassen, erinnere ich an Frau Professor Dr. Florin, Vertreterin der Verhaltenstherapie an der Universität Marburg, die ca. 1988 mir auf die Frage „Warum Sie nicht Wilhelm Reich zitiere, der klinische Diagnosen doch wesentlich einfach erklären würde?“, antwortete: „Reich ist nicht wissenschaftlich.“ Zehn Jahren später verstarb (auch) Frau Florin mit nur 60 Jahren an Krebs.

Peter: Rothenberg 1927-2000, Schulfreund von Myron Sharaf.

Das Folgende ist ein Austausch zwischen Dr.med. Wilhelm Reich und seinem Schüler Michael Rothenberg auf Orgonon während des Sommers 1950. Rothenberg arbeitete als Laborant auf Orgonon während der Sommer von 1948, 1949 und 1950. Später wurde er Arzt und Kollege des berühmten Kinderarztes Dr.med. Benjamin Spock.
REICH: Das Arbeit ist gewachsen, nicht wahr?
ROTHENBERG: Einige gehen, mehr kommen, um ihre Plätze einzunehmen.
REICH: Ja, es ist wie ein Personenzug. Leute springen auf und Leute springen ab, aber der Zug bewegt sich immer in die gleiche Richtung.
http://www.wilhelmreichtrust.org/update_11_06.html

Nach Reichs Tod war er einer der ersten Schüler Bakers, wurde 1960 Orgontherapeut, brach aber 1964 mit Bakers Gruppe, weil sie ihm zu kultartig war. 1967 siedelte er in den Nordwesten der USA um. 1968 und 1970 hat er im The Journal of Orgonomy veröffentlicht, hat sich dann aber vom ACO endgültig getrennt, weil er ein „liberal“ war. Zusammenarbeit mit Sobey, Lewis und Schiff (The Institute for the Study of the Work of Wilhelm Reich).

Jonas: Dr. Spock und Orgonomie – ein interessanter, mir bislang gänzlich unbekannter Zusammenhang.
Dr. Spocks berühmtes Buch über Säuglinge erschien erstmals 1946. Kennt jemand das Buch? Macht sich darin ein „orgonomischer“ Einfluß Rothenbergs bemerkbar? Oder war Rothenberg damals noch gar nicht auf die Orgonomie gestoßen?

Peter: Spock war von Reichs Todfeind Sandor Rado ausgebildet worden. Sein „manual on child rearing“ galt als „permissive“, war aber eher sexualnegativ eingestellt. Wenn Eltern „some sort of sex play“ beobachten sollten, sollten sie etwa sagen „That isn’t polite!“ und die Kinder zu anderen Aktivitäten animieren. Ein typischer „Liberaler“ (im europäischen Sinn), wie Reich sie so gehaßt hat.
Das Buch wurde dann 1985 und 1992 von Rothenberg umgeschrieben. Ich nehme an, der steinalte Spock, Jahrgang 1903, hat das “mit sich geschehen lassen”.

Robert: The fifth and sixth editions, in 1985 and 1992, featured a co-author, Dr. Michael B. Rothenberg. (wiki)

Robert: http://spon.de/veZWj
Ina May Gaskin: Mutter der natürlichen Geburtshilfe
Im US-Staat Tennessee gründete Ina May Gaskin das „Farm Midwifery Center“, eines der ersten außerklinischen Geburtszentren in den USA. Sie setzt sich für eine natürliche Geburt ein, bei der Familie und Freunde anwesend sind. Als Hebamme brachte sie über 1000 Kinder zur Welt.

Peter über ein Fernsehgespräch 2011: Hier ein hervorragendes absolut sehenswertes Beispiel für die Rolle der okularen Panzerung und Ideologie auf der einen Seite (unsere Politiker und der Qualitätsjournalismus) und klares, wissenschaftliches Denken auf der anderen Seite (Wilhelm Henkel). Das ist das absolut Erschreckende: in Politik und Medien fast nur Verwirrtheit. Kein einziger Gedanke wird zuende gedacht.

Das betreffende Video ist nicht mehr auf YouTube, doch Robert ergänzte damals:

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=gY87qysRjNU%5D

Peter: Arbeitsdemokratie statt Formaldemokratie!

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=iLLfUIm4sWs%5D

Peter: Schwachköpfe und dann auch noch Verfassungsfeinde!

Die FAS berichtet, Pofalla habe gesagt: „Wenn ich so eine Scheiße höre wie Gewissensentscheidung.“
Als Bosbach zu beschwichtigen versucht und zu Pofalla sagt: „Ronald, guck bitte mal ins Grundgesetz, das ist für mich eine Gewissensfrage“, habe dieser schon auf der Straße vor seinem Dienstwagen geantwortet: „Laß mich mit so einer Scheiße in Ruhe.“
http://www.welt.de/politik/deutschland/article13638311/Als-Pofalla-Bosbachs-Fr-nicht-mehr-sehen-konnte.html

Peter: Schwachköpfe. Verfassungsfeinde, Krypto-Nazis – wir werden vom letzten Abschaum regiert!
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/frech_wie_angela/

Peter 2015: Man sollte sich den oben verlinkten Artikel wirklich anschauen angesichts dessen, was Merkel mittlerweile hinsichtlich der Flüchtlingskrise angerichtet hat!

Peter 2011: Selten habe ich mich so gegruselt. Der neue Entweder Broder: am Ende die Kinder – ich mußte an die HJ denken… Der Anarchist in mir wäre beinahe durchgedreht. Nun ja, er dreht regelmäßig durch, wenn es um Mülltrennung und ähnliches geht.

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=4Rl5xq2tDTs%5D

Peter: Ööööööööööökos, die neuen Nazis:

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/klimaschutz_es_darf_gemordet_werden/

Robert: Broder hat übrigens einmal Orgonon besucht und darüber einen Artikel in der Psychologie heute veröffentlicht. (Enthielt ein paar kleine Fehler, war aber sonst korrekt.)

Peter: Meinem hochverehrter und geliebter Henryk M. Broder hat 1997 in Psychologie heute über das WR Museum geschrieben. Im Spiegel vom 16.3.98 (Nr. 12) dann ein Essay über eine Biographie der Feministin Alice Schwarzer. Als er auf Schwarzers autoritäres Gehabe gegen andere Frauen zu sprechen kommt (das verblüffend dem Verhalten ähnelt, das manche Machos gegen Frauen zeigen!), schneidet er die psychologische Erklärung dieses Phänomens. Erstmal kritisiert er die besagte Biographin, die auf die Neo-Psychoanalyse Karen Horneys zurückgreift: Menschen, die als Kinder Demütigung erfahren haben, müssen als Erwachsene andere Menschen demütigen. Dagegen wendet Broder ein, daß eine solche Kausalität nie nachgewiesen wurde und daß man in den Kindheitsgeschichten etwa von Hitler und Albert Schweitzer Identisches finden könne. Dann fährt Broder fort: „Dafür scheint ein anderer Zusammenhang plausibler, der mehr mit dem Erkenntnissen von Wilhelm Reich als mit der Psychoanalyse von Sigmund Freud zu tun hat.“ Das Dritte Reich hätte in vielen Gebieten ein Vakuum hinterlassen, u.a. was Autorität betrifft. „Doch ebenso wie es seine innere Logik hat, daß im Vatikan die größte Porno-Sammlung der Welt liegt, hat es auch einen organischen Grund, daß im fortschrittlichen, alternativen, ‘antiautoritären’ Milieu das Verlangen nach Autorität heftig wabert.“ Nur, daß hier der „Führer“ einen „alternativen“ Anstrich haben muß, wie etwa Alice Schwarzer.

Peter 2015: Broder als Reichianer, bei etwa Minute 11:

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=35zADIE2TTY%5D

Peter: Die kommunistische Hetzpresse in Deutschland:

Die roten Geyer in der Frankfurter Rundschau

Peter: Es setzt sich immer mehr die Marxistische Ideologie durch, derzufolge stets die “sozioökonomischen Verhältnisse” die Schuld haben und deshalb durch die Regierung verändert werden müssen. Das, und nichts sonst, ist auch der eigentliche Grund für die Schuldenkrise in der westlichen Welt.
Siehe dazu auch den folgenden Leserkommentar zu http://www.faz.net/aktuell/marseille-spielend-in-die-kriminalitaet-11484496.html

Schon alleine das kaschierende und entschuldigende Wort „orientierungslose Jugendliche“ spricht Bände, welche jungen, aggressiven Männer sich tatsächlich hinter diesem Begriff verbergen und dann auch noch in Schutz genommen werden, als seien es keine Täter, sondern eben Opfer der Umstände. Wer muß eigentlich überhaupt noch Verantwortung für sein Handeln übernehmen, wenn wir doch alle nur irgendwie Opfer unserer Sozialisation und Herkunft sind? (Darf ich letzteres überhaupt noch sagen?!)
Den wahren Ursachen der Banden- und „Jugend“kriminalität, gerade in Marseille, geht der Artikel leider nicht auf den Grund!

O.: Zum FAZ Artikel über bewaffnete Banden in Marseille läßt sich nur sagen, daß das schon vor Jahren (auch in Berlin) gesagt wurde. Aber das wurde nicht Ernst genommen. Die Schröder-Regierung hat angefangen die Pädagogen ausbluten zu lassen mit „Scheinselbständigkeit“, „Qualitätsmanagement“, Reduzierung der Trägerlandschaft der freien Träger der Jugendhilfe, Haushaltsstopps bei den Jugendämtern, Gehaltssenkungen und Nullrunden, Entlassungen und Trägerschließungen, Schließungen von Jugendclubs … – was soll ich mehr sagen?
Die Jugendlichen kaufen sich dann Waffen, stehlen und dealen mit Drogen. Sie sind organisiert in „Banden“.
Da gibt es dann nur die Antwort mit mehr Polizei(-staat) und Videoüberwachung, mit denen man trefflich die Normalbürger überwachen kann. Die Jugendlichen sind ja nicht verblödet und laufen ohne Masken rum, wenn sie losziehen.
Und nun die Frage, ob die „Politik der großen Koalition“ versagt hat? Ja. Ebenso die Konservative und Sozialdemokratische etc. Sie haben versagt. Sie wollten versagen. Dies war ihre „Globalisierungs- und Sparpolitik“. Bei solcher Jugendpolitik gibt es dann schnell die Quittung: Bewaffnete drogenabhängige Banden mit AK 47 in den Händen in allen Städten.
Arbeitslosigkeit und die gemachte, geplante und inszenierte Schulden-/Finanz-/Wirtschaftskrise sind die Kehrseite dieser „Gewaltmünze“. Nach dem Untergang des „Sozialismus/ Kommunismus“ war die westlich-amerikanische Gier so groß, daß sie das Europaprojekt starten mußte. Da wundert es, wenn die marxistischen Wirtschaftstheorien wieder neuen Aufwind bekommen? Sie ist das Ergebnis und berechnete Kalkül der amerikanischen „militärischen Revolution“. Schaun wir mal, ob der nächste Akt auch genau nach Drehbuch gespielt wird.
Die Medien benutzten die „Kriminellen“ (welche auch immer) um nach mehr Staatspolizei zu rufen, die Schreibtischtäter werden nicht benannt, da sie von denen schließlich auch abhängig sind.

Peter: Ich quäle mich gerade („quälen“ wegen einer skandalös laienhaften Übersetzung der englischen Texte) durch den Ausstellungskatalog Wilhelm Reich revisited (hrsg. Birgit Johler, Wien 2008).

Es wurde nach Reichs Facharzttitel gefragt; ob WR den überhaupt hatte. Am 28. Mai 1925 stellte Freud Reich ein kurzes Zeugnis aus, “daß er auf die Würdigung als Facharzt voll begründeten Anspruch hat” (S. 35). Demnach muß Reich vielleicht im Juni 1925 seinen Facharzttitel in der Tasche gehabt haben.

Peter: http://orgonomist.blogspot.de/2011/10/lecture-on-reich-influence-on-marcuse.html
Ich glaube nicht, daß Dr. Schwartzman den geringsten Schimmer hat, welchen Dreck er da ankündigt. (Peter 2015: Inzwischen veröffentlicht in der „orgonomischen“ Zeitschrift Annals of the Institute for Orgonomic Science.)

Robert: Sieht so aus, als wenn Marcuse ohne Reich gar nicht soweit gekommen wäre. Marcuse ist quasi der Sexualökonom der Prägenitalität.

Peter: Ich kann mich so etwas über Dr. Schwartzmans Blogeintrag aufregen. Allein schon Marcuse als „Juden“ hinzustellen! Er hat weder koscher gelebt, noch sich mit Israel oder der jüdischen Gemeinschaft identifiziert. (Genausowenig wie Reich!) Es ist schlichtweg nationalsozialistische Sprechweise so jemanden als „jüdisch“ zu bezeichnen.
Während Reich sich auf der Straße mit den Nazis prügelte, hat Marcuse zu Füßen des Nazis Heidegger Philosophie studiert. Später war er dann Experte des US-Geheimdienstes und des US-Außenministeriums, um dann das geruhsame Leben eines Uniprofs zu führen.
In den 1950ern hat er die Prägenitalität (in offener Opposition gegen Reich!) gepredigt, in den 1960ern dann die große Verweigerung inklusive der Verweigerung der sexuellen Hingabe.
Und Dr. Schwartzman macht für so etwas Werbung – für eine Veranstaltung mit der Roten Faschistin Angela Davis! Reich rotiert in seinem Grab!

Jonas: Wer auf der Seite
http://www.MarcuseSociety.org/
die Suchfunktion nutzt und das Stichwort „Reich“ eingibt, erhält Brahinskys vorläufiges Paper als erstes Ergebnis.
Der Bezug zwischen Marcuse und Reich, der hier konstruiert wird:

Reich glaubte, daß, wenn die Panzerung schmilzt, Menschen natürlich kooperativ werden, daß demokratische Werte auftauchen, in den Worten von Lao Tzu, „ohne Belastung oder Einschränkung“. Reich betrachtete diese Art von Gesellschaft als „Arbeitsdemokratie“, ein Konzept, das er in Die Massenpsychologie des Faschismus ausbreitet. Wie ein Studium dieses Buches zeigen wird, hat diese Art von Gesellschaft viel gemeinsam mit Marcuses Konzept einer demokratischen sozialistischen Utopie.

Brahinskys aktuelle Beispiele für Faschismus sind übrigens die Tea-Party-Bewegung sowie der Generalverdacht gegenüber Muslimen. Seine Reich-Lesart ist scheinbar das genaue Gegenteil von dem, was auf diesem Blog vertreten wird.

Sebastian: Die Orgonenergiehülle der Erde: http://wimp.com/rocketcamera/
Ganz schöne Aufnahmen von 2:50min – ca. 8min.

Peter: Man sieht die Orgonhülle am Rande des Weltalls, aber auch das weiße „neblige“ Gleißen der Wüstenatmosphäre (DOR).

Diskussionsforum 2011: eine Nachlese (Teil 4)

2. Oktober 2015

Sebastian: Hi, ich habe ein paar Fragen…
Könnt ihr mir folgenden Satz erklären: „Wir werden später zu zeigen haben, daß es die Funktion der Emotion ist, die das Ziel eines Triebes bildet und nicht umgekehrt, wie die Metaphysiker behaupten.“ (Äther, Gott und Teufel, S. 54)
Wann kommt dieses „später“ (Seitenzahl oder so) und wer sind in diesem Fall die Metaphysiker?
Als Funktion der Emotion nennt Reich Beispiele: Die Lust führt zur Entladung überschüssiger Zellenergie, Wut hat die Funktion lebensbedrohende Situationen zu bewältigen. Welche Funktionen erfüllen Angst (Wahrnehmung von Gefahr?), Trauer (Bewältigung des Verlustes von gewohntem Kontakt?) und Sehnsucht (Streben nach Kontakt?)?
Was für Bewegungszustände spiegeln die primären Emotionen wider? Lust, Sehnsucht, Wut = expansiv und Angst, Trauer = kontraktiv?
Wie muß ich mir das Verhältnis zwischen Emotion und Trieb vorstellen? Eine Emotion ist doch die Reaktion auf einen äußeren Reiz und der Trieb ein innerer, permanenter Reiz, oder? Wie hängen die beiden zusammen?
Und schließlich: In Charakteranalyse geht Reich von Lust, Angst und Wut als den grundlegenden Emotionen aus. Wie ist er zu Trauer und Sehnsucht gekommen? Klinische Beobachtung?
Vielleicht ein bißchen viele Fragen. Wer will, kann mir per Email antworten. Würde mich freuen, weil ich gerade ein bißchen durchhänge. Allgemein ist es der Übergang von primären und sekundären Trieben zu primären und sekundären Emotionen, der mich fragen läßt.

O.: Sowas ist natürlich eine schöne Aufgabe und vermutlich würde ich jeden Tag, etwas anderes darauf antworten … jetzt einmal so aus dem Zusammenhang gerissen, da mir das Buch momentan nicht vorliegt und schon ewig her ist, daß ich es gelesen habe … will ich mal einen Versuch wagen, obwohl es für mich natürlich auch viel interessanter wäre zu schauen, was andere dazu sagen wollen.
In der Psychologie gibt es Grundemotionen und sekundäre Emotionen und irgendwelche Emotionstheoretiker …
Bei Reich gibt es prinzipiell nur zwei Bewegungszustände, wenn man die totale Starre (oder die Nicht-Bewegung einmal ausschließt): Hin zur Welt und weg zur Welt. Soweit so einfach. Anhand der bioelektrischen Untersuchung von Sexualität und Angst erzielt der Lustreiz (Streicheln) das hin zur Welt (Lust) und ein Angstreiz (Schreck) einen Rückzug von der Welt. – Das sind die beiden „Bewegungszustände“.
Diese Bewegungszustände finden auch ohne Reize statt und ohne Emotionen, wenn man jetzt nicht „emotion“ von emovere (bewegen) begreift. Zentrieren/Kontrahieren und Expandieren nur als Energiebewegung in einer Membran. Beim Mensch geht das mit Emotionen einher und der „Beweggrund“ ist die „Trieb-“/Bio-Energie, der Sexualtrieb/Libido.
Es gibt nur einen Trieb (Bei Reich schon mal kritisch zu sehen, wenn er von „einem“ Trieb spricht – welchen gibt es noch???), die Libido.
Ziel dieser Libido sei nun kein Objekt (wie es vielleicht auch klar und richtig wäre), sondern im Reich-Satz eine Funktion!
Was ist die Funktion (hier der Emotion)? Hin zur Welt oder Rückzug, würde ich erstmal annehmen.
Der Trieb ist der Sexualtrieb, die Energie, die sich im Körper aufbaut und natürlich auch psychisch ist und wirkt. Die Funktion, sagt nun, daß etwas mit dem Energiepotential geschehen muß … sonst würde man ja irgendwann platzen …, jetzt müßte sich von außen einmal ein Reiz anbieten, auf den die „Energieladung“ agieren kann.
Je nach Reiz/Anlaß bekommt man die entsprechende passende primäre Emotion: Wut, Lust und Angst als Reaktion auf einen externen Reiz. Wobei natürlich der Mensch nicht passiv zu denken ist, sondern er sich eine Situation aktiv gesucht haben wird. Wird die Lust zurückgewiesen, entsteht (sekundär) Trauer, die Triebenergie verkehrt sich zurück nach innen. Lust, die nachströmt zum Liebesobjekt, aber nicht zum Ziel finden darf, wird wieder zur Trauer und zur (tertiär) Sehnsucht … die dann wieder enttäuscht wird … etc.
Reich fragt jetzt welche Funktion erfüllen die primären Emotionen … Entladung von Sexualenergie, Bewältigung einer bedrohlich erlebten Situation durch Aggression oder Angst (Rückzug, Flucht).
Wenn es nicht um die basalen Emotionen (Durst und Hunger) geht, dann kann man sich andere leisten, wie Sehnsucht, Trauer …
Der Primäre Trieb ist die Libido, der sekundäre bei Reich, der „Thanatos“ (angeblicher Todestrieb), abgeleitet vom verhinderten Libido.
Dann gibt es noch das Schichten-Modell mit dem primären Kern (Lust, Liebe) und der sekundären Triebschicht (Gewalt, Zerstörung, etc.) und die freundliche gesellschaftliche Maske als dritte äußere Schicht.
Auf Metaphysik bin ich mal nicht eingegangen.
Trauer und Sehnsucht ist ihm wohl später auch ins Blickfeld gerückt, aber ließ sich nicht sofort mit energetischen Funktionen verbinden … daher wohl etwas später.
Das war jetzt erstmal eine erste Annäherung und morgen wäre mir evtl. eine andere Antwort eingefallen … d.h. andere Aspekte kann man bestimmt auch betrachten. Je mehr man sich Gedanken macht, desto komplexer wird es. An manchen Textpassagen macht Reich auch nur einen Überflug, um dann später genauer zu werden oder man selbst überfliegt einige Passagen, die dann beim dritten Lesen (nach Jahren) plötzlich an Bedeutung gewinnen können.
Daher kann man Reich auch in viele Richtungen interpretieren, was die Sache nicht angenehmer macht.

Sebastian: Danke, O. Allerdings wird mir durch Deine Ausführung noch nicht die Verbindung der Konzepte (Trieb, Schichtenmodell, Emotionen) ganz klar.
Ich habe nochmal nachgelesen: In Bd. 1 von der Entdeckung des Orgons definiert Reich den Trieb als die motorische Seite der Lust. Das Ziel des Triebes ist nun die Funktion der Emotion, die bei der Lust = die Entladung überschüssiger Zellenergie ist. Kann man sagen, daß Angst, Wut, Trauer und Sehnsucht alle im Dienst der Lust stehen? Das würde mir auch die Rangordnung erklären, die Reich für die primären Emotionen angibt.
Und noch eine Frage: Bevor Reich von Emotionen spricht, spricht er von Affekten. Was unterscheidet diese beiden Begriffe?

O. Sebastian, nageln Sie mich jetzt nicht auf das folgende fest. Ich will einmal antworten, wie ich es mir denke (ohne jetzt bei Reich nachzuschlagen), vielleicht ist das etwas einfacher, zu erklären.
Der Trieb („drive“) ist direkt spürbar und geht in die Motorik, man möchte etwas machen und ist gleich spontan dazu gedrängt. Dahinter steckt die Energie und Power. Es treibt zum Handeln an. = Antrieb für motorische Handlungen (Sexualität, Arbeit).
Die Emotion kommt aus der bewegten Energie mit dem entsprechenden psychischen Gefühl (Angst, Wut, Liebe, Trauer, Sehnsucht); Energie + Gefühl = Emotion
Sexuelle Lust, und davon reden wir hier, ist eine Erregung und Steigerung von Energie (des Triebes) und führt in motorische Aktivität. Im schönsten Fall ist dies durch die Emotion der Liebe getragen und nicht von Wut oder anderen Emotionen.
Das Schichtenmodell zeigt die Struktur des Ichs im Groben in den wesentlichen Schichten: Energie-Kern (primärer Trieb)/ destruktive Schicht (sekundär: Panzerung)/ und nach außen hin verträgliche soziale Maske (tertiäre Schicht). Je durchlässiger die Panzerung ist, desto eher kommen authentische Emotionen durch.
Ein Affekt ist eine alte festgehaltene Emotion, die aus dem Körperpanzer wieder rausbricht, wie ein Heulen, Schrei, Stöhnen oder motorische Entladung.
Die Rangordnung von Emotionen bedeutet nicht ein wichtiger oder besser … sie ergibt sich als Triebschicksal der Auswärtsbewegung: Die (primäre) Lust stößt auf Versagung (Liebes-Objekt sagt „Nein“); was passiert als nächstes? Die Energie richtet sich zurück nach innen und muss sich stauen. Dann folgt eine (sekundäre nach außen) Wut, die vielleicht auch nicht gezeigt werden kann oder eine (sekundär nach innen) Trauer. Die Sehnsucht würde ich nach der Trauer oder Wut ansiedeln als tertiäre Emotion.
Wird der Wut oder der Trauer nun auch etwas entgegengestellt, das können auch eigene gelernte Sätze wie „Du darfst nicht wütend sein, oder Jungen weinen nicht/ beiß die Zähne zusammen“, staut sich diese Energie zur Stauungs-Angst.
Diese Angst muß wieder vermieden werden und wird energetisch aufgespalten in den ursprünglichen Lusttrieb und die Angst, die verhindert, daß die Lust wieder erlebt werden kann. So bildet sich dann der Charakter an dem realen Thema, um das es geht im Konflikt Außenwelt und Ich.
Das war jetzt mal Reich in fast drei Sätzen erklärt. Andere brauchen dazu Bücher 🙂

Peter 2015: Reich war mit einer Psychoanalyse konfrontiert, in der es potentiell unendlich viele Triebe gab. Primitive Völker „erklärten“ den Donner mit einem „Donnergott“ und Psychoanalytiker „erklärten“ beispielsweise den Exhibitionismus mit dem „Exhibitionstrieb“. Für Reich hingegen gab es nur einen Trieb: die Lust. Durch die Umwelt kommt es zum Rückstau der Lust = Angst, wogegen sich der Organismus wehrt = Wut. Das geht einher mit Sehnsucht nach Erfüllung bzw. Trauer bei Nichterfüllung des Strebens nach Lust. Das sind die fünf Grundemotionen.

Ein Pferd kennt nur „Fressen, Ficken, Flüchten“, also Lust und Angst. Wobei Lust und Angst stets mit der dritten Emotion gepaart sind: Aggression (Futterneid, Kampf um die Weibchen, Mobilisierung des Bewegungsapparats). Diese drei „Triebziele“ („die drei F“) sind durch die funktionellen Zusammenhänge vorgegeben: die Expansion (Lust), die Kontraktion (Angst) und die Mobilisation des Bewegungsapparats (Aggression). Es ist metaphysisch zu glauben, daß die Pferde weglaufen, „um nicht gefressen zu werden“, vielmehr geht das Verhalten und seine strukturellen Voraussetzungen (etwa Läufe und Hufe) auf die Bewegung der Orgonenergie zurück, die im Laufe der Entwicklung der Organismen durch die Umwelt geprägt wird. Reichs Beispiel war die Bahnfahrt zwischen New York und Chicago: Man hat nicht einfach (sozusagen „aus dem Nichts heraus“) das Ziel mit der Bahn nach Chicago zu fahren, vielmehr ist die Bahnfahrt Resultat unendlich vieler funktioneller Voraussetzungen. Beispielsweise geht die Entwicklung der Bahngleise bis weit ins Mittelalter zurück und hatte zunächst nichts mit der Bahnfahrt zu tun. – Das steckt hinter: „… daß es die Funktion der Emotion ist, die das Ziel eines Triebes bildet und nicht umgekehrt, wie die Metaphysiker behaupten.“

Das Dreischichtenmodell: Ursprünglich gibt es nur die „lebendige, pulsierende Blase“, die einen Kern hat, von dem die Impulse ausgehen und eine Peripherie. Genauso wie sich in der Onto- und Phylogenese zwischen das Entoderm und Ektoderm das Mesoderm schiebt, bildet sich aus bioenergetischer Sicht die mittlere Schicht aus, die die Energie steuert („Flucht oder Widerstand?“). Diese Steuerung erfolgt weitgehend über die Muskulatur. Kommt Panzerung ins Spiel wird daraus die sekundäre Schicht („sekundäre Triebe“). Entsprechend kennzeichnet deine größte Kalamität, die Hauptpanzerung, potentiell auch deine größte Stärke.

Das, was ich hier eben präsentiert habe, ist einfaches orgonomisches Denken, die Ausführungen der anderen davor waren, Verzeihung, kompliziertes „Reichianisches Denken“, das mittlerweile ganze Bibliotheken füllt.

Anderes Thema: Mesmer

O.: Mesmer muß man im Original (deutsch) lesen und man wird sich an seiner heute befremdlichen Wortwahl und auch am Druckbild etwas schwer tun. Dann kann man wie Eden den Eindruck haben, man habe es verstanden und die Parallelen suchen und meinen „aha, das ist doch dieselbe Energie“. Dann hat man immer noch nichts verstanden, sorry. Mesmers Problem war es natürlich überhaupt die Phänomene zu beschreiben und er hat sich an den gängigen physikalischen Modellen bedient, die heute mechanistisch anmuten. Aus Reichs Sicht versteht man nicht unbedingt, was er gemeint haben könnte, aber man bekommt eine Idee, was er getan hat – eben nur eine Idee. Es gibt verblüffende Ähnlichkeiten mit der Orgonomie, doch man fragt sich, wie kam Mesmer darauf? Wie kam er auf seine Kosmologie, wo er diese doch kaum beobachten konnte. (seine Dissertation ist glaube ich nur auf Französisch erschienen). Die Streitereien, die er hatte, sind gut belegt und thematisiert worden, niemals aber seine therapeutische Technik, das wurde vermutlich alles zerstört, daher war das Tor zur Mystik (bis hin zur Hypnose) weit offen. Er wird bis heute noch dermaßen vernichtend angefeindet, daß seine Gegner wohl intuitiv genau wissen, der Mann ist gefährlich – so wie Reich und Stirner. Jedes Lob über ihn ist ein Schlag in sein Gesicht! So wird heute noch mit ihm umgegangen. Wer‘s kann, sollte ihn unbedingt langsam und gründlich lesen. Aber er ist nichts für jedermann.
Mit ihm wird es einem gehen, wie wenn man in Boadellas Biographie über den ORAC liest, man weiß nicht was man davon halten soll, hält es für wesentlich, doch kann es sich nicht vorstellen. Und anhand des Buches kann man auch keinen ORAC bauen und anwenden, weil erstmal noch zu viele Details fehlen, bis man einen gesehen hat und ausprobieren konnte. Mesmer ist der Tesla der Psychotherapie, geheimnisvoll unverständlich, aber ohne ihn geht gar nichts. Freud und Reich wären nicht denkbar ohne Mesmer gewesen.

Peter: Hat Mesmer nicht alles auf Französisch verfaßt?
Mesmer hat entdeckt, daß der Organismus von einem „Fluidum“ („Animalischer Magnetismus“) durchflossen wird. Störungen dieses Flusses seien für die psychischen und somatischen Erkrankungen verantwortlich. Der „Magnetiseur“ überträgt sein eigenes Fluidum so, daß die Staus wieder aufgelöst werden. Mesmer wurde sexueller Übergriffe verdächtigt und schließlich von einer wissenschaftlichen Kommission zu Fall gebracht.
Reich ahnte gar nicht, in welcher Tradition er stand.

O.: Mesmer wurde erst selbst für eine Kommission hinzugezogen als Gutachter über Gassner, der mystische Praktiken vollzog. Dann hat in Frankreich eine zweite Kommission von „Wissenschaftlern“ sein Fluidum für unmöglich und unsinnig hingestellt, darunter war der erfolgreichste „Körpertherapeut“ Guillotin, nach dem die bekannte Hals-„massage“ (Rübe ab) benannt wurde. http://de.wikipedia.org/wiki/Guillotine
Mesmer hat sich dann zurückgezogen und keiner wußte, wo er war. 1814 wurde er von Wolfahrt wieder aufgesucht und dadurch entstand das einzig übriggebliebene und brauchbare Dokument über den Mesmerismus.
Mesmerismus war damals in aller Munde – auch im positiven Sinne. Der Mann hatte damals weitaus mehr internationalen Erfolg als Reich bezogen auf Europa. Es gibt eine Dissertation (ca. 1950), in der über ca. 200 Seiten nichts anderes steht, als eine gesammelte Literaturliste über Mesmer und den Animalischen Magnetismus (ich hoffe, ich finde die Arbeit nochmal). Doch fast nichts davon hat überlebt. Er hat absolut „energetisch“ gearbeitet, was auch keiner richtig verstehen konnte. Er hat keine Staus aufgelöst, das wäre eine post-reichianische Interpretation, er hat auch keine Hypnose benutzt, wie die Erikson-Leute es verstehen möchte. Stefan Zweig glaubte, daß er einfach nur eine hochgeladenen faszinierende Persönlichkeit war mit enormer Ausstrahlung, das erklärt aber nichts, sondern möchte eine Scharlatanerie andeuten, worauf sich die „wissenschaftliche“ Nachwelt geeinigt hat. Nun dann wären die besten Berliner Ärzte der Charitè Vollidioten gewesen, weil diese Mesmer durchaus folgten und ihn zu verstehen begannen.
Mesmer wurde von seinem Schüler Marquis de Puységur nicht verstanden, Charcot verstand Marquis de Puységur nicht mehr und Freud verstand Breuer und Charcot nicht, dann wollte Reich auch Freud nicht verstehen und ließ von der längst aufgegebenen Libidotheorie nicht ab. So wären wir dann wieder am Anfang vom Fluidum zum Orgon, wobei die Techniken nicht zu vergleichen sind!
Das mit den angeblichen „Übergriffen“ ist wohl offensichtlich zu blöd darzustellen … die Familie bangte um eine Pension, die sie für ihre Tochter, die eine begnadete Musikerin (psychisch/hysterisch) blind war. Mesmer hatte sie sehend gemacht, das gefiel dem Vater nicht. Und bedrängte sie so, daß sie wieder erblindete. (Mesmer hat darüber eine Abhandlung geschrieben.)
Ob Mesmer sich in das junge Ding verliebt hatte, kann ich nicht beurteilen, sie soll aber reizvoll gewesen sein. Breuer hatte sich wohl auch in Anna O. verliebt und Freud war wohl zu sehr auf Männer fixiert dafür. Reich hatte auch eine Affäre mit einer Patientin. Und die anderen Psychoanalytiker … – da war wohl auch des öfteren was, worüber man vornehm schwieg.

Peter: Jerome Eden hat 1974 in Animal Magnetism and the Life Energy 23 Fallberichte von Dr. John Elliotson, Dr. James Esdaille (Mesmeric Hospital of Calcutta, India) und anderen aus dem 19. Jahrhundert abgedruckt. Auch hat er die Methode selbst beispielsweise in Alaska angewandt, wenn kein Arzt zur Stelle war. https://nachrichtenbrief.wordpress.com/2014/08/22/jerome-eden-franz-anton-mesmer-teil-2/

O.: Es ist vermutlich mein Lieblingsbuch von Eden. Doch genau wie in vielen anderen Berichten fehlt mir die Beschreibung der Anwendung. Er setzt die „orgone energy“ zu schnell mit Mesmers Fluidum gleich. Der Effekt und der Grund der Behandlung wird erzählt, nicht aber die praktische Anwendung, daß man sie verstehen könnte. Mit den Händen streicht man in etwas Abstand über den Organismus, mehrfach. Wo genau und wie lange (ungefähr)? Und was passiert dann? Wie kann man das erklären? Evtl. sollte ich es nochmal lesen … Die Maxime/Prinzipien des Mesmerismus werden auf englisch abgedruckt (die gibt es auch auf deutsch). Eden (1974) war, glaube ich, der erste, der den Hinweis auf Mesmer gab, neben Henri Ellenberger (1970/1973) in The Discovery of the Unconscious. The History and Evolution of Dynamic Psychiatry, der Mesmer zwar auch falsch versteht, aber von ihm fasziniert war. Vermutlich hat Eden auch dieses Buch gelesen und den Wert bzgl. Reich erkannt. [Peter 2015: Eden hat sich schon in den 1950er Jahren mit Mesmer beschäftigt und dessen Bücher übersetzt.]

Peter: Das folgende erinnert fatal an die Herausgabe der Spätwerke Reichs bei Zweitausendeins Mitte/Ende der 1990er Jahre, denen jeweils „Begleitbände“ beigefügt wurden, um auch ja jede Wirkung dieser Schriften (d.h. die Ausbreitung der Orgonomie nach bzw. in Deutschland) zu hintertreiben: http://www.pi-news.net/2011/09/gouguenheim-daniel-g-konig-und-fuat-sezgin/

das Werk von Sylvain Gouguenheim Aristoteles auf dem Mont Saint-Michel. Die griechischen Wurzeln des christlichen Abendlandes herausgebracht, in dem hochbrisanter Weise behauptet wird, daß das mittelalterliche, christliche Abendland dem Islam beileibe nicht soviel verdanke, wie die heutige, nach Mekka gesüdete Wissenschaft nicht müde wird, politkorrekt zu verbreiten.
Die Wissenschaftliche Buchgesellschaft legte deshalb dem explosiven Buch in einem Nachwort die Kritik zweier Fachleute, Prof. Martin Kintzinger und Dr. Daniel G. König, bei, um eventuelle islamkritische Blogger davon abzuhalten, Buchstellen zu zitieren, wie in Frankreich schlimmer Weise geschehen, wo es dann Boykotte und Proteste hagelte.

Jonas: Eine weitere Parallele zur Reich Ausgabe bei 2001:
Wenn ich mich recht erinnere, weist Laska darauf hin, daß Stirners Einziger mehrfach von fanatischen Anti-Stirnerianern wiederaufgelegt wurde – jeweils versehen mit einem vernichtenden Nachwort.

Peter: The latest madness:

In den 1950er Jahren prägte ein Arzt namens Wilhelm Reich den Begriff „Orgonenergie“ und beschrieb sie als „Lebenskraft-Energie, die sich als sexuelle Energie ausdrückt“. Er wurde auf diesen Forschungsbereich aufmerksam, als er ein Schüler des berühmten Psychologen Sigmund Freud war, der bereits die Idee der „libidinösen Energie“, aus dem lateinischen „Libido“ für „Gier“ oder „Verlangen“, entwickelt hatte. Aber was ist diese Energie wirklich? Bevor Sie Ihr hart verdientes Geld für die neuesten „Orgon“-Emitter ausgeben, die von beliebig vielen ahnungslosen Händler angeboten werden, müssen Sie von den Gefahren dieser Energie erfahren und warum die Alten, einschließlich „Jesus“, versucht haben, uns so vehement davor warnten mit ihr zu spielen. Erfahren Sie, was Dr. McQuate über diese alte, hergestellte Kraft aus seiner jahrelangen Erforschung der ältesten Sprachen gefunden hat. Dies sind Informationen, die Sie nicht verpassen möchten und Forschung, die Sie nirgendwo sonst auf dem Planeten finden … garantiert

http://orgoneuncovered.com/

O. verweist auf einen Reich-Artikel in der Welt: http://www.welt.de/kultur/article1325127/Warum_guter_Sex_die_Welt_heilen_kann.html

Peter: Peter Haffner: Die fixe Idee: 13 Genies und ihre Spleens, S. 184-197 über Reich: http://www.amazon.de/fixe-Idee-Genies-ihre-Spleens/dp/3423202084

Einer, der Zitate aneinanderreiht. Es sind immer die anderen, die den „Spleen“ haben…

Ein Buchtipp von O.: Wilhelm Reich von Ilse Ollendorff Reich (1967; Kindler 1980 vergriffen)

Das Buch hat eine Stärke und Schwäche zugleich, es wurde von einer Frau geschrieben und aus ihrer Perspektive, sie war Reichs Frau in den USA von ca. 1940-54 und hat den „Traumsohn“ Peter Reich geboren und erzogen. Wer Peter Reich einmal sehen und erleben durfte, weiß sofort was ich meine, kaum ein Mensch ist so beeindruckend menschlich wie er. (Und bei aller Kritik an der WRG, kann ich hier auch mal einen Dank aussprechen, daß sie so wundervolle Menschen nach Berlin gebracht hat.)
Ilse beschreibt die Umstände in jener Zeit, wie sie Reich kennenlernte und wer da noch mit ihnen in Kontakt war und wie das Leben zuerst in New York und später in Maine ablief aus ihrem persönlichen Erlebnis. Es ist eine Erzählung wie wenn meine Mutter aus der alten Zeit berichtet, so daß ich mir vorstellen kann, wie einfach die Dinge waren und wie sie sich in kurzer Zeit abspielten. Ob Reich da so manches Mal gut wegkommt, ist eigentlich egal, wenn man lediglich zuhört und nicht sich moralisch ereifern möchte.
Einzelheiten über Theorien werden nicht gegeben, dafür wird die Sorgfalt im Umgang mit den Versuchstieren und einiger Experimente beschrieben, ohne einen Versuchsaufbau zu geben oder über Inhalte von Büchern zu schreiben. Es sind die Details, die es lesenswert machen. Der Einblick in die drei Konferenzen, die Personen, die am Rande erwähnt werden: Neill, Raknes, Hoppe, Sharaf, Tropp, Eva und W. Moise, Lore, Peter, usw.
Der Aufbau von Orgonon, etwas über Finanzen und die Träume von einer Klinik in Maine, die anderen Institute in New York, positive und negative Erlebnisse dichtgedrängt in wenigen Jahren ohne eine Zeit der Ruhe zu finden, mit Zigaretten bis zur Herzattacke, der Alkohol, das Oranur-Experiment, die Krankheiten und schließlich auch die Trennung wegen Reichs Symptomen eines nahenden Burnouts (so würde man heute sagen). Gereizte Stimmung bei Reich, seine Prinzipien und Teile seiner Gedanken. Ilse geht schließlich, weil sie nicht mehr versteht, was Reich nach dem Oranur-Experiment für neue Ideen entwickelt, Reich fühlt sich allein gelassen und ist alleine und sucht wieder Kontakt zu anderen Menschen in Maine, was ihm nur schwer gelingt, weil er schon sehr zurückgezogen in seiner Gedankenwelt gelebt hat. Er fährt durch Arizona mit dem CLB, weil zu Hause seine Frau nicht mehr auf ihn wartet und nimmt Peter, Eva und ihren Mann mit. Die offensichtliche Logik seiner Forschungschritte wird auch durch Persönliches mitbestimmt. Reich schwankt nach Ilse zwischen Anerkennung und den Glaube an einem Durchbruch und einem drohenden Scheitern, insbesondere vor Gericht. Sein möglicherweise tragisches Ende vor Augen, plant er dennoch weiter und neu … er verliebt sich noch einmal, läßt sich auf eine junge Frau ein und würde sie auch heiraten, eine Wendung seines Lebens, das ihm nicht mehr vergönnt war.
Was bleibt im nachhinein? Eigentlich nur der Haß der Gegner, die ihn bis heute verfolgen, nicht realisierend: Der Mann ist tot!
Seine Schriften werden als stilles Zeugnis wieder gedruckt, nachdem sie vernichtet wurden … man möchte meinen, sie werden nur gedruckt, damit man Reich weiter bekämpfen kann. Die Frage, ob Reich paranoid gewesen sei, beantwortet sich von selber: Gegner, die ihr ihn noch zu jagen wagt, APA, FDA, CIA, FBI, die Liste wäre lang, you are so sick and paranoid, you all need psychiatric orgone therapy by Wilhelm Reich, believe me.

Soweit O. Beim folgenden kann ich O. nicht folgen, anyway. O.: In meinen Augen ist Fritz Perls ein so genialer Reichianer, Charakteranalytiker, und die Sprache ist wirklich ähnlich dem von Reich:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=T3jYcDbcpUs%5D

Klaus: In: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/46836/Studie_sieht_Elektrosmog_als_Asthmarisiko.htm:

Kinder erkranken dreimal häufiger an Asthma, wenn ihre Mutter während der Schwangerschaft erhöhten elektromagnetischen Feldern exponiert war.

Immer wieder Problem (v.a. ohne Kenntnis Reichs): „Es fehlt vor allem ein überzeugendes biologisches Konzept, daß die pathogenetischen Zusammenhänge plausibel erklären würde.“

Peter: Zu Paul Goodman und seinem Verhältnis zu Reich: http://www.as-anker.de/pg/index.php?option=com_content&task=view&id=23&Itemid=35

Zur Homosexualität: entweder ist sie ein Symptom wie jedes andere auch oder sie ist tief in der Struktur verankert (passiv-femininer Charakter): http://orgonomy.org/articles/Konia/A_Case_of_Homosexuality.html

O.: Das Bild von der Goodman-Familie sagt ja mehr als tausend Worte, ich will es nicht kommentieren.
Paul Goodman ist mir nach diesem Eindruck sehr unsympathisch.
Wenn jemand Schüler von einem anderen wird, geht das vielleicht eine Therapeuten-Generation gut bei Talent der Person, eine zweite Therapeuten-Generation muß quasi schon scheitern. Goodman scheint ein solcher Fall zu sein, die Core-Energetics-Leute sind auch solche Fälle, ebenso die von der Bioenergetik.
Die „KPT-Liga“ ist voll solcher Fälle, wenn die Originale der Therapieschulengründer wegfallen. Ebenso die meisten Freudableger der dritten Generation, manche der zweiten zeugen auch von wenig Qualität und eigener gefundenen Originalität. Das Glück der zweiten Generation liegt wohl darin, daß Persönlichkeiten sich um den Begründer gefunden haben. In der nächsten Generation, kann nur noch das Mittelmaß sich um die neuen Therapie-Ableger gruppieren, die glauben, daß die Technik das wesentliche sei. Wesentlicher sind die persönlichen Eigenschaften der Therapeuten!
Reich hat sich mit Homosexualität kaum befaßt, da er eine Abneigung hat und die von Freud hat er nicht angepackt und unentdeckt gelassen.
Aufgrund von dramatischen Erlebnissen (Ekel gegen das Weib) wenden sich Jungen vom weiblichen Geschlecht ab. Das wäre meine Ausgangshypothese, auf die die Charakterbildung aufbaut. Bei Lesben wäre es dementsprechend umgekehrt. Prinzipiell wäre dies therapierbar durch entsprechende Traumaarbeit (wenn das einer könnte). Die Verhaltenstherapie hat die Phobien, Angstneurosen und Panikattacken zu ihrem Steckenpferd gemacht, hier könnten sie die „Überlegenheit“ ihrer Technik unter Beweis stellen.
Jedoch glaube ich, daß die VT jämmerlich scheitern wird, nicht nur weil Homosexualität als Symptom gesehen werden müßte.
Sie würde vielleicht mit ethischen Fragen aufwarten …
Als Reichianer/Körpertherapeut müßte man seine Scheu gegenüber der homosexuellen Neigung überwinden, ein Hindernis, das ich nicht als unbedingt überwindbar sehe. Dann könnte man den Versuch machen einen homosexuellen Therapeuten zu finden, ein Freund von mir arbeitet hiermit, jedoch glaube ich nicht, daß sein Therapieziel eine Herstellung der Heterosexualität wäre. Das funktioniert eben auch nicht. Ein homosexueller Therapeut würde eher die Beziehungsproblematik von Homo-Paaren bearbeiten und lösen. Praktisch scheint die Homosexualität nicht therapierbar zu sein, die Motivation des Klienten dürfte auch gegen Null gehen, so daß eine Therapie auch deswegen scheitern würde.
Trotzdem könnte man am Trauma arbeiten, jedoch ohne dem Ziel, dem Klienten seine Identität und Liebesorientierung nehmen zu wollen oder gegen eine andere einzutauschen.
Es wäre genauso vermessen, wenn ein homosexueller Therapeut von mir verlangen würde „meine natürliche Homosexualität“ zu entdecken und mich dazu bringen wolle, meine „Frauenfixierung“ aufzugeben.
Man sollte sich auch vor Augen halten, daß es Grenzen gibt in der Psychotherapie, man wird keinen neuen Menschen oder Charakter schaffen, sondern nur Tendenzen verändern.
Gegen das Nichtrauchen könne man mit dem Stechen einer Akupunktur-Nadel einen Raucher zum Aufhören bringen, wenn er dazu bereit sei. Ob die Methode auch für Sexualpräferenzen möglich wäre, bleibt abzuwarten. Ehrlich gesagt rauche ich da lieber oder höre auf, wenn ich es nicht mehr will. Homosexuelle können ja auch mit dem anderen Geschlecht Beischlaf haben, jedoch bleibt ein gewisser Ekel oder eine schwache Erregbarkeit übrig. Das dürfte der Schlüssel zum Problem sein, wenn es denn ein Problem ist! Letztlich schläft ja auch ein Hetero nicht mit jedem … außer in den 70-er Sekten (Kommunen, Kriegsbordellen, Swinger-Clubs etc.), wo man glaubt, man müsse sich nur massiv sexuell betätigen, um unneurotisch zu werden.
Um dem ganzen auch etwas Positives abzugewinnen, bleibt die Frage, warum homsexuelle Paare die gleiche Rollenverteilung leben wollen, wie heterosexuelle Paare? Das wäre absurd, wenn man eben nur Männer/Frauen lieben würde. Durch diese Rollenverteilung wird ja die Homosexualität nicht „normaler“ oder besser. Und dies muß von einer „Dominanz“ unterschieden werden, darum geht es hier nicht, sondern um die gegengeschlechtlichen Rollen!

O. weiter: Es würde mich wundern, wenn Homosexualität im ICD-10 stehen würde. Somit wäre es strenggenommen für die Medizin und Psychologie – einschl. Psychiatrie kein Krankheitsbild.
Nun in Wikipedia stehen weitere Erläuterungen unter Psychologie:

Zitat:

Sigmund Freud bezeichnete Homosexualität „als Abweichung der sexuellen Funktionen, hervorgerufen durch eine gewisse Stockung der sexuellen Entwicklung“ [51]. Als psychischen „Normalfall“ sah Freud die Bisexualität an; auch die Heterosexualität beruhe „auf einer Einschränkung der Objektwahl“.[52] Mehrfach bezog er öffentlich Stellung gegen Kriminalisierung und Pathologisierung der Homosexualität. 1903 betonte er in der Zeitschrift Die Zeit, daß „Homosexuelle nicht als Kranke behandelt werden sollen“. 1905 stellte er fest: „Die psychoanalytische Forschung widersetzt sich mit aller Entschiedenheit dem Versuch, die Homosexuellen als eine besonders geartete Gruppe von den anderen abzutrennen.“[53] 1921 widerspricht er Ernest Jones, der einen homosexuellen Arzt nicht zur analytischen Ausbildung zulassen wollte.[54] 1930 unterzeichnete er einen Appell an den Nationalrat zur Abschaffung der Strafbarkeit. Und 1935 schrieb er in einem Brief an eine Mutter, daß auch Homosexuelle – durch eine Analyse – zu „Harmonie, Seelenfrieden und volle[r] Leistungsfähigkeit“[51] gelangen können.
Seine Ansichten zum Thema resümiert er in dem Aufsatz „Über die Psychogenese eines Falles von weiblicher Homosexualität“ aus dem Jahr 1920. Darin wendet er sich gegen die Vorstellung, „vollentwickelte“ Homosexualität − mit dem Ziel der Wiederherstellung der „vollen bisexuellen Funktion“ − psychoanalytisch behandeln zu können. Dies sei „nicht viel aussichtsreicher als das umgekehrte“ – die Heilung von „vollentwickelter“ Heterosexualität –, „nur daß man dies letztere aus gut praktischen Gründen niemals versucht“.[55] Entsprechende Therapieanstrengungen scheiterten zudem sehr häufig daran, daß homosexuelle Patienten nicht aus Unzufriedenheit mit ihrer Situation, sondern auf äußeren gesellschaftlichen Druck hin eine Therapie begännen:
„In der Regel vermag der Homosexuelle sein Lustobjekt nicht aufzugeben; es gelingt nicht, ihn zu überzeugen, daß er die Lust, auf die er hier verzichtet, im Falle der Umwandlung am anderen Objekt wiederfinden würde. Wenn er sich überhaupt in Behandlung begibt, so haben ihn zumeist äußere Motive dazu gedrängt, die sozialen Nachteile und Gefahren seiner Objektwahl, und solche Komponenten des Selbsterhaltungstriebes erweisen sich als zu schwach im Kampfe gegen die Sexualstrebungen. Man kann dann bald seinen geheimen Plan aufdecken, sich durch den eklatanten Mißerfolg dieses Versuches die Beruhigung zu schaffen, daß er das Möglichste gegen seine Sonderartung getan habe und sich ihr nun mit gutem Gewissen überlassen könne.“
– Sigmund Freud. 1920[56]
Dennoch wurde Homosexualität erst 1973 von der American Psychiatric Association (APA) aus ihrem Krankheitenkatalog (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, kurz: DSM, damalige Auflage DSM-II) gestrichen – nicht zuletzt aufgrund der Forschungsergebnisse von Evelyn Hooker. Zuvor galt Homosexualität als psychische Störung. Allerdings existierte von da an im DSM-II die „sexuelle Orientierungsstörung“, später im DSM-III „ich-dystone Homosexualität“ genannt, mit der ein Zustand anhaltenden Leidens an der eigenen Homosexualität diagnostiziert werden konnte. Im neuen, aktuellen DSM-IV-TR befindet sich eine Diagnosekategorie „nicht näher bezeichnete sexuelle Störung“, die auch ein „andauerndes und ausgeprägtes Leiden an der sexuellen Orientierung“ (302.9) beinhaltet. Die Streichung erfolgte 1973 gegen den Widerstand der American Psychoanalytic Association (APsaA), die dadurch erheblich an Renommee und Einfluß verlor, dann nach einem Generationswechsel neue Position bezog und sich 1991 entschuldigte:
„Die American Psychoanalytic Association lehnt jede öffentliche oder private Diskriminierung gleichgeschlechtlich orientierter Frauen und Männer ab und bedauert sie. Es ist die Position der American Psychoanalytic Association, daß die mit uns verbundenen Ausbildungsinstitute ihre Kandidaten aufgrund ihres Interesses für die Psychoanalyse aussuchen, wegen ihres Talents, ihrer Vorbildung, ihrer Integrität, ihrer Bereitschaft zu Selbstanalyse und Ausbildung, und nicht aufgrund sexueller Orientierung.“
– American Psychoanalytic Association, Declaration on Homosexuality, adopted 1991, amended May 1992 (…)
Aus der von der Weltgesundheitsorganisation herausgegebenen International Classification of Diseases (ICD) wurde die Homosexualität erst mit der 1992 veröffentlichten ICD-10 entfernt. Dafür wurde dort das Störungsbild der ich-dystonen Sexualorientierung (F66.1) im Bereich der Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen aufgenommen. In der ICD-8 wurde Homosexualität bereits 1968 als umstrittenes Krankheitsbild dargestellt.
In Psychoanalyse und Psychotherapie gibt es nach wie vor kontroverse Meinungen. Anhänger der Gay Affirmative Psychotherapy, die die internationale Mehrheitsmeinung vertreten, versuchen, den Umgang mit Homosexualität möglichst in das Menschsein zu integrieren. Im deutschen Sprachraum äußerten sich 2000 zwei Standardwerke klar und deutlich: Im Mertens/Waldvogel konstatierte Udo Rauchfleisch, daß Diskriminierung und Pathologisierung wissenschaftlich nicht vereinbar seien.[57] Im Stumm/Pritz verlangte Wolfgang Till von der Psychotherapie „eine nichtpathologisierende, vorurteilsfreie Haltung zur Homosexualität“.[58] Johannes Cremerius nannte (schon 1992) die Pathologisierung der Homosexualität und die Weigerung, Homosexuelle zur analytischen Ausbildung zuzulassen, als einen der wesentlichen Gründe für die Krise der Psychoanalyse.[59]
Dazu entgegengesetzt gibt es eine immer kleiner werdende Minderheit von Medizinern bzw. Psychoanalytikern, die Homosexualität im Gegensatz zum DSM-IV und zur ICD-10 als „krankhafte und behandlungsbedürftige Störung“ sehen (Charles Socarides[60] und Joseph Nicolosi). Der Psychotherapeut Douglas Haldeman, der ehemalige Vorsitzende der American Psychological Association, ist der Meinung, Lesben und Schwule hätten zwar ein Recht auf Veränderung ihrer sexuellen Orientierung, sofern sie mit ihren sexuellen Orientierungen unzufrieden seien. Bisher ist jedoch keine funktionierende „Therapie“ bekannt, mit der langfristig die sexuelle Orientierung verändert werden konnte. Die sogenannte reparative Therapie bezeichnet Haldeman als „Pseudowissenschaft“. Die sexuellen Neigungen als solche bestimmen noch nicht die psychologische Identität eines Menschen, da dazu wesentlich die freie Stellungnahme gehört.[61] Im Sommer 2008 erklärte die deutsche Bundesregierung im Bundestag, daß die reparative Therapie in der Fachwelt weitestgehend abgelehnt werde. Die deutsche Bundesregierung vertritt weder die Auffassung, daß Homosexualität einer Therapie bedarf, noch daß Homosexualität einer Therapie zugänglich ist.[62] Auch Haldeman ist der Meinung, die sogenannte „reparative Therapie“ passe nicht in die moderne „mental health profession“ hinein, und sei „seit Jahren diskreditiert.“[63]” (Zitat Wikipedia Ende)

Ich (O.) interpretiere es mal so, daß nur der, der darunter leide als „ichdystone Sexualorientierung“ (F66.1) im Sinne einer Persönlichkeitsstörung diagnostiziert werden würde.
Freud soll argumentiert haben das Hetero auch nicht normal sei, sondern nur die Bisexualität – Aha, soso!

Peter: F66.1 Ichdystone Sexualorientierung

Die Geschlechtsidentität oder sexuelle Ausrichtung (heterosexuell, homosexuell, bisexuell oder präpubertär) ist eindeutig, aber die betroffene Person hat den Wunsch, daß diese wegen begleitender psychischer oder Verhaltensstörungen anders wäre und unterzieht sich möglicherweise einer Behandlung, um diese zu ändern.

Der Witz bei der Sache ist, daß noch nie jemand unter einer “heterosexuellen Ausrichtung” subjektiv gelitten hat. In dieser Hinsicht ist F66.1 pseudowissenschaftlicher, von Ideologie bestimmter SCHWACHSINN.

O.: Unter seiner Heterosexualität leidet der, der gerne das andere Geschlecht wäre, daher streben einige eine Geschlechtsumwandlung an, von Geschlechtsmißbildungen einmal abgesehen. Denke ich an meine Jugend zurück, habe ich oft gedacht, als Homosexueller wäre es wesentlich einfacher, Männer kann man leichter verstehen, Frauen überhaupt nicht. Ferner fehlte es nicht an direkten Angeboten unter Männern …, nun sind Männer aber nicht gerade die attraktivsten Geschöpfe, von daher kann man nur froh sein, daß alles so ist, wie es ist. 🙂

Peter 2015: Ich verweise auch auf meinen Blogeintrag Homosexualität und die Angst der Psychiater.

2011 waren „Rassenunruhen“ in England ein wichtiges Thema. Dazu Peter: Gewisserweise eine „gescheiterte biologische Revolution“: man (Labour) wollte ein fröhliches, offenes, buntes, multikulturelles Großbritannien…

http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/law-and-order/6418456/Labour-wanted-mass-immigration-to-make-UK-more-multicultural-says-former-adviser.html

Robert: Mit Biologie hat die Immigration durchaus etwas zu tun:
http://www.focus.de/politik/deutschland/deutschland-sagen-sie-mal-irenaeus-eibl-eibesfeldt—_aid_158854.html

O. am 23. August 2011 um 23:23: Ich bring hier mal einen sonderbaren Report rein, der für mich keine plausible Erklärung hat. Diese Beobachtung wurde ca. 50 km von Kassel gegen 4:00 und in Bochum gegen 3:00 gesehen. (Das sind ca. 200 km Entfernung voneinander, kann aber auch viel größer gewesen sein.) Dauer des Phänomens ca. bis 5:15 Uhr am Dienstag den 23.08.2011.
Vorab gab es seit den 17.8.2011 schon vereinzelte Chemtrails am Horizont und in Deutschland über verteilt seit Beginn des Monats August Unwetter mit Überschwemmungen in verschiedenen Regionen. Das nur nebenbei.
Ich wachte aus dem Tiefschlaf auf, weil es blitzte … so dachte ich erst, aber es kam kein Donner. Wieder ein Unwetter, dachte ich, doch keine Winde und kein Regen folgte. Es blitzte wie eine kaputte Neonröhre, doch alle Straßenlampen waren aus. (Dorf eben) Es schien mir als blitzte es in einem Rhythmus, ich zählte. So alle vier Sekunden kam ein großer Blitz gefolgt von einem kleineren, wie ein Blinkzeichen aber nicht regelmäßig, dennoch etwas pulsierend, sich wiederholend, hellweiß. Leider hatte ich keine Kamera zur Hand, da bin ich nicht gut ausgerüstet und versuchte es mit der Aufnahme über ein Laptop, doch darauf war nichts zu erkennen, als wäre der Blitz zu schnell gewesen und die Kamera zu lahm. Bei Handbewegungen zeigt sie diese auch schon verwischt, also leider war nichts drauf. Ich beobachte das Schauspiel – natürlich beunruhigt über eine Stunde, dann gehe ich doch mal raus als es etwas weniger wird. Der Himmel ist sonst dunkel, nach meinem Eindruck war alles bewölkt. Dunkelblaue Wolken (da kam der Lichtschein nicht durch nur oberhalb erhellte es den Himmel) unten und drüber die Leuchterscheinungen, die von der unteren Wolkenfront abgehalten werden. Als ich gegen 5:00 runtergehe kommt plötzlich ein stürmischer Wind auf, die Bäume biegen sich, die vorher ruhig waren, das Blitzen wird seltener, kein Geräusch. Jetzt denk ich wird es gleich böse schütten und ich gehe wieder zurück ins Haus, doch nichts kommt runter, kein Regen. Da nichts mehr passiert und das Blitzen weniger wird, gehe ich endlich ins Bett (wollte ja auch lieber schlafen). Am nächsten Morgen keine zwei Stunden später ist keine Wolke am Himmel und die Sonne scheint warm. Ein paar Arbeitskollegen haben dieses Phänomen auch kurz bemerkt, sind dann wieder eingeschlafen und haben sich nichts dabei gedacht. Eine weitere Person bestätigt dasselbe um 3:00 in Bochum.
Das Wetterradar hier bei wetteronline zeigt keine Wolkenfelder zu diesem Zeitpunkt (4:00), erst später kommt ein Wolkenfeld durch.
Es ist wohl unnötig zu sagen, daß ich heute morgen erstmal ein paar Stunden gebraucht habe, um mich wieder zu sortieren. Ehrlich gesagt, wäre mir ein kleines Ufo lieber gewesen, das wäre auch schon unheimlich, aber nicht so mächtig. – Von Oranur war jedoch nichts zuspüren …

Darauf Peter: Hier eine mögliche Erklärung: http://www.wz-newsline.de/home/panorama/blitzende-wolken-ueber-dem-rheinland-1.744989

O. 24. August 2011 um 01:35: Wenn der ganze Himmel mit dichten Wolken bedeckt war, hat man von unten keinen Blitz gesehen, auch nicht am „Rand“, ich hatte den Eindruck, daß ich es nur auf einer Seite gesehen hatte … es ist erstmal die beste Erklärung, Danke! Das läßt mich erstmal ruhiger schlafen 🙂
Und heute gibt es einen schönen Sternenhimmel.

O. 25. August 2011 um 00:01: Kaum hatte ich den letzten Kommentar hierzu geschrieben, begann es draußen wieder zu „Blitzen“ – ohne Donner und Blitz. Es waren keine nennenswerten Wolken am Himmel und sternenklar, so daß diese gute Erklärung zu diesem Phänomen nicht paßt. Stattdessen kamen die Leuchterscheinungen wohl vom Boden aus und reflektierten in den Himmel, am Horizont hinter einem Gebäude versteckt war ein wenige Meter großes auf höhen eine vierstöckigen Hauses gelboranges Leuchten zu erkennen. Evtl. schau ich mir das heute nacht mal genauer an. Ich hoffe das werden nicht meine letzten Worte gewesen sein … 😉 Das Phänomen kann eigentlich nur ca. 2-5 Kilometer weit entfernt sein.

O. 25. August 2011 um 02:09: Ich hätte jetzt zu gern eine schöne Videokamera, die das Spektakel aufnimmt. Im Moment ist noch alles ruhig (2:00 Uhr) und nichts zu sehen. Die Umgebung habe ich schon mal etwas erkundet. Ich komme mir schon vor wie der Typ im Fernsehen, der sich durch den Dschungel bewegt und irgendwelche Giftsschlangen suchte und letztlich dann von einem Krokodil erwischt wurde.

O. 27. August 2011 um 16:32: Das Phänomen ist leider nicht mehr aufgetreten …

Sebastian: Kann mir jemand etwas zum unten verlinkten Text sagen (nähere Informationen zum Autor, Beurteilung des Textes etc.)? Ich kann das aufgrund biologischer Unkenntnis weder einordnen, noch beurteilen: http://www.smn-germany.de/dokumente/biogenese.pdf

Peter: siehe dazu „Experiment 20: Frozen Bion Water Yields Life-Like Structures“: http://www.orgonelab.org/DeMeoBionsColor.pdf

Sebastian: Danke für die PDF-Datei. Sie erledigt nicht nur die Kritik am Experiment XX, sondern auch andere Anwürfe. Ich habe mich in den letzten zwei Tagen in die Bionexperimente (habe nur Der Krebs) + Entstehung der Krebszelle hineingearbeitet und mir den Text nochmal genauer durchgelesen. Also… Ich weiß nicht, ob ich übertreibe. Meine biologischen Kenntnisse sind sehr laienhaft, aber ich kann ganz gut den Inhalt von Texten verstehen. Und das, was der Dr. von und zu der Naturwissenschaften da schreibt, regt mich einfach nur auf.
Da beschreibt Reich die Entwicklung von Protozoen aus Bionbläschen, indem er stunden- und tagelang ins Mikroskop glotzt, das fotografiert und filmt, was von DeMeo und anderen nachvollzogen wurde, und dieser „Biologe“ erdreistet sich zu der Behauptung: „Nach aller heutigen Kenntnis handelt es sich weder bei den Koazervattropfen, noch den Mikrosphären und Bionen um Leben und auch nicht um Vorstufen in dem Sinne, daß daraus jederzeit wieder Leben entsteht.“ Ja, meine Güte, was haben die denn sonst bitte beobachtet? „Cysten“. Sind Cysten vor ihrer Entwicklung zu Protozoen unsichtbar (sowas weiß ich als Laie z.B. nicht, bitte um Aufklärung)? Reich schreibt jedenfalls: „Von Bakterien, Zysten oder Protozoen ist auch bei 4000x Vergrößerung nichts zu sehen“ und: „[Die Bionhaufen mit Membran] nehmen immer prallere Form an und sehen tatsächlich wie Zysten aus. Aber es sind nicht eingetrocknete Protozoen, sondern Gebilde in Entwicklung aus Bionhaufen.“
Außerdem hat sich das Folgende mit der PDF erledigt: „Auch wenn Reich, um sicherzugehen, Gras bei bis zu 80 °C sterilisierte und dennoch Protozoenentwicklung in seinen Heuaufgüssen fand, ist dies kein Widerspruch, denn C. cucullus Dauercysten überleben z.B. eine Behandlung mit 2%iger Salzsäure bei 97 °C (Grave, 1975).“ DeMeo autoklavierte mit 130° C.
Und was faselt er noch? „Es wird also kaum gelingen, in nährstoffreichen Lösungen eine Entwicklung von Protozoen einzuleiten, wenn sich keine Substanzen mit anhaftenden Cysten darin befinden, wie z.B. beim Heuaufguß.“ Aber genau das ist doch geschehen, oder irre ich mich??

Peter: http://charleskonia.com/editorials/project-protozoa/

Sebastian: “Project Protozoa” ist noch am Laufen oder besitzt das ACO schon die Aufnahmen?

Peter: Meines Wissens wurde vom ACO noch nichts in dieser Hinsicht veröffentlicht. Problem ist weniger das Phänomen selbst, sondern es so darzustellen, daß es 100% beweiskräftig ist. Bis dahin beispielsweise: http://www.youtube.com/user/arvec2

Peter: http://www.cellulacancerosa.it/
Der Biologe Dr. Armando Vecchietti.

Diskussionsforum 2011: eine Nachlese (Teil 1)

30. August 2015

Am 13. März 2011 wurde auf BBC Radio 3 folgende Sendung über Reich gebracht:

http://www.bbc.co.uk/programmes/b00zddlm

Außerdem verwies ich auf den „orgonomischen“ Regisseur Jon East, der ein vierteiliges Drama über Summerhill gedreht hat, die man hier sehen kann:

https://vimeo.com/channels/194093

Robert machte auf zwei Nachrufe, einer zu Alexander Lowen von David Boadella, einer zu Eva Reich von ihrer Tochter Renata aufmerksam:

http://www.traumaheilung.ch/Literatur/literatur.html

Darauf merkte ich an, daß Boadella ein schlimmer Wirrkopf war. Zitat Boadella: „Wohingegen die späten Vegetotherapeuten den Charakter vernachlässigten, hat Lowen die ‚somatische‘ Analyse in seinen therapeutischen Ansatz zurückgebracht. Lowen glaubte sehr an den Wert der emotionalen Katharsis, die Entladung von starken Energien der muskulären Panzerung.“ (sic!)

Des weiteren verwies Robert auf folgendes „ohne Kommentar“: Reichian Growth Work. Melting the Blocks to Life and Love

http://homepage.ntlworld.com/n.totton/reichintro.htm

O. wies auf Wilhelm Reich, das Schreiben, meine Neurose und ich von Jan Decker hin, der wie folgt anfängt:

Das Schreiben entspringt einem neurotischen Bedürfnis, daran besteht gar kein Zweifel. Wer völlig ausgeglichen durch die Welt geht − und das ist doch ein wünschenswerter Zustand − wird nicht zu Papier und Feder greifen, um seine inneren Konflikte auszugleichen. Daß Schreiben heute im Kontext einer für neurotische Zustände anfälligen Gesellschaft stattfindet, macht das Schreibbedürfnis nicht schlechter oder besser. Es richtet sich nicht primär nach der jeweiligen Gesellschaft, in der es stattfindet, eher sucht es in jeder Gesellschaft seine eigenen kanalisierten Wege. Einen Roman der Finanzkrise wird es solange nicht geben, bis ein Schriftsteller sich an diesem Stoff entzündet − und das ist keine Frage der Wahrscheinlichkeit, sondern eher der Unwahrscheinlichkeit.

Klicke, um auf jan-decker-wilhelm-reich-das-schreiben-meine-neurose-und-ich.pdf zuzugreifen

Dazu Peters Kommentar 2015: Diese Leute mögen sich noch so sehr auf Reich berufen, letztendlich sind es doch Freudianer. Alles wird bei ihnen zu einer Kompensation, Reaktionsbildung, Sublimierung, Ersatzhandlung, d.h. Ausdruck der Panzerung. Beispielsweise das Schreiben ist nie einfach nur Ausdruck der Lebensenergie. Offenbar ist für sie der ungepanzerte Mensch nur ein sich lustvoll räkelndes Tier. Das ist die Freudsche unversöhnliche Trennung von Kultur und Natur in einem anderen Gewande.

Robert machte auf folgende Quelle von pdf-Dateien von Reichs Arbeiten aufmerksam:

http://ebookbrowse.com/search/wilhelm-reich

Ich auf das Archiv von Aurora Karrer:

http://oculus.nlm.nih.gov/cgi/f/findaid/findaid-idx?c=nlmfindaid;id=navbarbrowselink;cginame=findaid-idx;cc=nlmfindaid;view=reslist;subview=standard;didno=reich580;focusrgn=C02;byte=30891324

Robert zitierte auch Joseph Wortis: Meine Analyse bei Freud, Verlag Integrative Psychiatrie, Innsbruck, Wien 1994:

14. Dezember 1934: [Joseph Wortis] „Von dem, was ich beobachtet habe“, sagte ich, „scheinen es genau die Menschen zu sein, die ihren Trieben freien Lauf lassen, die dann am freundlichsten und am besten gelaunt sind. Diejenigen, die sich zuviel einschränken, werden mürrisch und verbittert; mir scheint, die unglücklichen Leute sind die gefährlichsten.“

[Sigmund Freud] „Eine berechtigte Behauptung“, erwiderte Freud. „Das ist auch wahr. Es hängt vom Grad und der Qualität ab. Alles mit Maß. Das haben sie offensichtlich auch in Rußland entdeckt. Zuerst wurde alles frei und hemmungslos, aber dann stellte sich heraus, daß es nicht funktionierte. Ein Analytiker namens Wilhelm Reich ging nach Rußland, unterrichtete dort und erzählte soviel von Promiskuität, daß sie ihn schließlich aufforderten zu gehen“. (p. 101)

31. Januar 1935: [Sigmund Freud] „Der kommunistische Preis für intellektuelle Freiheit ist zu hoch. Kommunismus bedeutet intellektuelle Diktatur, und er ist nicht mit der Psychoanalyse vereinbar, weil er zu dogmatisch ist. Reich, ein talentierter Psychoanalytiker, muß wahrscheinlich die psychoanalytische Bewegung verlassen, weil er Kommunist wurde und seine Ansichten änderte. Er glaubt beispielsweise, daß der Aggressionstrieb und die sexuellen Probleme Produkte des Klassenkampfes sind anstatt angeborene biologische Triebe”. (p. 156)

Robert kommentierte: Zu Freuds Bemerkung ist anzumerken, daß Reich zu dieser Zeit auf Wunsch Freuds schon ein Jahr vorher aus der I.P.Vereinigung ausgeschlossen worden war. Womöglich hoffte er, Reich würde seine ‘Fehler’ einsehen und wieder zurück zur Psychoanalyse kommen.

Peter ergänzt 2015, daß Reich am 17. Februar 1955 an Neill über Wortis‘ Fragments of an Analysis with Freud schrieb: „Er ist ein geschickt manipulierter Helfershelfe der amerikanischen rotfaschistischen Verschwörer. Ich glaube nicht, daß Freud jemals so etwas zu ihm gesagt hat. Das Zeugs wurde von Moskauer Gangstern, die mich fürchten, in seinen Text geschleust.“

Robert: Aus der Reihe „Ehemalige Schüler und Studenten Reichs“: Zitat aus dem Buch: Friedrich Stadler (Hg.): Vertriebene Vernunft I. Emigration und Exil österreichischer Wissenschaft 1930-1940. Reihe: Emigration – Exil – Kontinuität. Schriften zur zeitgeschichtlichen Kultur- und Wissenschaftsforschung, Bd. 1, 2. Auflage, 2004:

Stella Klein-Löw, geb. Herzig, wurde 1904 in Przemysl in Galizien geboren. Sie studierte klassische und moderne Philologie und Psychologie an der Universität Wien. Zu ihren Lehrern zählten Karl und Charlotte Bühler und Wilhelm Reich. Sie war Mitglied des Verbandes der sozialistischen Studenten und ab 1922 auch Mitglied der Sozialdemokratischen Partei. Von 1933 bis 1939 unterrichtete sie an einem jüdischen Privatgymnasium mit Öffentlichkeitsrecht. Als Jüdin und Sozialistin hatte sie keine Chancen auf eine andere Stelle. 1939 erhielt sie eine Einreisebewilligung als Hausgehilfin nach Großbritannien […]

Ich habe von James DeMeos Orgone Biophysical Research Laboratory verlinkt:

1.) Experimental Confirmation of the Reich Orgone Accumulator Thermal Anomaly. Subtle Energies, Vol. 20, No. 3, pp. 17-32

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Abstract: Experimentelle Untersuchungen wurden vom Autor durchgeführt hinsichtlich der thermische Anomalie (To-T) innerhalb des Orgonenergie-Akkumulators (ORAC). Ein Phänomen, das zunächst von Dr. Wilhelm Reich beobachtet wurde, der das ORAC-Gerät erfunden hat. Diese thermische Anomalie entsteht, Reichs Theorie zufolge, durch das dünne, sich pulsierend bewegende Orgonenergie-Kontinuum, das innerhalb der ORAC konzentriert ist und durch Reibung eine thermische Erwärmung der Luft erzeugt. Die experimentellen Beweise, die hinter Reichs Theorie und Behauptungen stehen, werden behandelt und auf ähnliche Konzepte in den modernen Wissenschaften verwiesen. Die Orgonenergie entspricht in vieler Hinsicht dem älteren kosmischen Lichtäther, da es den gesamten Raum erfüllt, es erfüllt aber auch die Rolle einer atmosphärischen-biologische Lebensenergie, da sie pulsiert und erregbar ist und lebendes Gewebe auflädt. Im To-T-Experiment wurde die Lufttemperatur im oberen Teil eines 10 cm großen kubischen ORAC gemessen und mit der Temperatur innerhalb einer thermisch ausgewogen aber nicht orgon-ansammelden Kontrolle verglichen, gemäß den Protokollen Reichs. Außerordentliche Mühen wurden bei der Konstruktion des Gerätes und bei Kontrollverfahren aufgewandt, mit einer Instrumentierung, die bis auf ~0.002 °C kalibriert wurde. Das Experiment wurde in einem gut belüfteten, aber völlig abgeschatteten im Freien stehenden thermischen Unterstand vorgenommen, der speziell für die Auswertungen konstruiert wurde. Unter optimalen Bedingungen für das Funktionieren des ORAC (d.h. niedrige Luftfeuchtigkeit, schwacher oder kein Wind, klarer Himmel) wurde eine zyklische positive thermische Anomalie systematisch festgestellt, mit einem Durchschnitt von +0,13 °C Unterschied in zwei 10-Tage dauernden experimentellen Läufen, die hier vorgestellt werden mit Maxima von täglich etwa +0,5° C wärmer als die Kontrolle und Minima bei etwa –0.1 °C. Die Experimente bestätigten Reichs Behauptungen von einer leichten spontanen Erwärmung innerhalb des ORAC, der keine bekannte Energiequelle hat, wenn man von klassischen auf dem „leeren Raum“ beruhenden Bewertungsmaßstäben ausgeht.

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2.) Following the Red Thread of Wilhelm Reich: A Personal Adventure. Edge Science 5, October-December 2010, p. 11-16.

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Ich las Dr. Wilhelm Reichs Buch Ausgewählte Schriften, als ich noch ein Bachelor-Student war, und fand es spannend und atemberaubend. Ich konnte es kaum weglegen. Das Buch skizziert eine ganze Reihe von neuen Entdeckungen, von der Biologie der Sexualität bis hin zu Emotionen und Krebs und somit zur Biophysik, atmosphärische Wissenschaft und Kosmologie. Mit Erstaunen erfuhr ich, daß seine Bücher verboten und verbrannt worden waren, zuerst in Europa, dann später durch die US Food and Drug Administration, die auch Reichs Tod im Gefängnis bewerkstelligt hat. Dies verstärkte nur meine Neugier. Nur Wissenschaftler von historischer Bedeutung erlitten solch ein Schicksal. Seine Wissenschaft von der Lebensenergie, die er als Orgonomie bezeichnete – nach der Orgonenergie, die er entdeckt hatte – bot derartig viele hoffnungsvolle Entwicklungen für eine leidende Menschheit. Ich konnte nicht einfach ruhegeben, ohne zu wissen, ob es wahr war oder nicht. Und so folgte ich dem roten Faden, den Reich wie im Mythos von Ariadne im Labyrinth hinterlassen hatte, wohin er auch führen würde. …

Im Diskussionsforum wurde auch die „offizielle Stellungnahme der Wilhelm Reich Gesellschaft vom 30.4.1995“ erneut diskutiert. Sie lautete:

Die WRG maßt sich weder eine Alleininterpretationsherrschaft zu den Forschungen und Arbeiten von Wilhelm Reich an, noch wird sie sich gegen wissenschaftlich notwendige Korrekturen stellen … Wir interpretieren den Orgonbegriff Reichs als universelles Lebens- und Liebesprinzip … Während Reichs Erkenntnisse auf biologischen, medizinischen und therapeutischen Gebiet eine zunehmende Evidenz und Bedeutung zukommt, sind Reichs quantitative Formeln als physikalische Definitionen nicht haltbar. Die Begriffe Orgonspannung und Orgonenergie bedürfen einer Korrektur und Neudefinition.

Dazu O.: Eine solche Aussage der WRG wurde meines Wissens nicht zurückgenommen und zeigt eine, wie ich meine, bedenkliche Grundhaltung der WR-Szene. Damit ist das Orgon sicher nicht abgeschafft worden, doch die physikalische Existenz einer Orgonenergie wird hier von der WRG bestritten, ohne eigene Experimente durchgeführt zu haben (…).

Peter kommentierte: Ein vages „Lebensprinzip“ wurde von allen möglichen Leuten „anerkannt“ und auch „genutzt“. Das reicht von „Tantrikern“, über „Shaolin-Mönche“ bis hin zum „Ahnenerbe der SS“. Das besondere an der Entdeckung des Orgons ist seine Greifbarkeit, seine „Unmittelbarkeit“ – sie zwingt den Körper mitzuschwingen, mitzupulsieren, sich hinzugeben. Die besagten „Leute“ hingegen, halten die Lebensenergie sozusagen auf Distanz und reduzieren sie auf möglichst statische Teilfunktionen, etwa „Erstrahlung“. Der Unterschied wird insbesondere am okularen Segment deutlich: während die besagten „Leute“ typischerweise einen verschleierten Blick haben und in einer „zweidimensionalen“, „flachen“ Welt leben, weitet sich bei korrekt durchgeführter Orgontherapie parallel zum wachsenden Kontakt mit der organismischen Orgonenergie und aufkommenden Strömungsempfindungen das okulare Segment und man beginnt genuin dreidimensional zu sehen.

Peter schrieb damals im Diskussionsforum: Neulich habe ich buchstäblich mit offenem Mund vor dem PC gesessen, als ich das von Dorothea Fuckert las – die Quelle ist heute, 2015, aus dem Netz verschwunden:

Heilung ist Entfaltung unserer vielschichtigen Gesamtheit und göttlichen Natur. Denn hinter den Körpersymptomen, emotionalen Beschwerden und negativen Gedanken schlummert ein riesiges Potential, das auf seine Entfaltung wartet. Dies ist als Evolutionsweg im menschlichen Bewußtsein angelegt. Es ist die Göttlichkeit in jedem Einzelnen, denn wurden wir nicht nach göttlichem Ebenbild erschaffen? Diese Annahme wird dadurch belegt, daß wir bisher nur 15% unserer Gehirnfunktionen kennen und nutzen. Das heißt, unser IQ liegt bei 15%, und unser begrenzter Verstand kann noch nicht erfassen, was 100% bedeuten würde. Diese Tatsache ist kein bedeutungsloser Zufall der Natur, sondern besagt, daß noch 85% zu erkennen und zu entwickeln sind. Wo liegt dieses Potential, wie sieht es aus und welches sind die Schlüssel, um es zu erschließen? In unseren 7 feinstofflichen Hauptchakras (Energietransformatoren) sind jeweils 12 unterschiedliche Ressourcen, Qualitäten und Energien eingebettet und warten auf ihre vollständige Aktivierung. Diese 84 Ressourcen können aus den energetischen Verdichtungen der entsprechenden Körperbereiche gelöst und als göttliche Qualitäten gelebt werden. Das letztendliche Ziel dieses Entwicklungsweges ist Liebe als die universale Schöpfungs- und Heilungskraft. Das Seminar bietet gleichzeitig einen Überblick an über die Ausbildung „Chakra-Heilung und Einweihungsweg nach St. Germain“

Ja wirklich: der Graf von Saint Germain! Auf den Unsinn mit den „Gehirnfunktionen“ will ich gar nicht erst eingehen. https://de.wikipedia.org/wiki/Zehn-Prozent-Mythos

O.: Fuckerts rechtfertigen ihren Esoteriktrip wie folgt: ” …Unsere Behandlungsangebote entwickelten sich mit unserer eigenen Entwicklung. Nicht zuletzt wäre auch Reich nicht auf dem damaligen Stand stehen geblieben, sondern hätte ganz sicher seine energetische Forschung und Therapiemethode weiterentwickelt. Er gelangte in den letzten Jahren vor seinem Tod in spirituelle, kosmische Bereiche und wäre wohl dort auch weitergegangen.” http://www.fuckert.de/wilhelm-reich-institut/uber-unser-institut

Warum dann noch mal auf Reich sich beziehen? Fällt der Abschied so schwer? Hr. Dr. Fuckert tritt aus dem Schatten seiner Frau und gibt sich die Ehre mit der Mischung Homöopathie und Reich. Ich hoffe er versteht wenigstens von einer Sache etwas und kann es auch verständlich erklären, ansonsten bleibt es bei einer geschüttelten homöopathischen Dosis über Reich. Es ist völlig unverständlich, warum nach dem Achtziger Artikel über die Wundheilungen, nichts mehr wesentliches folgte. (s. Müschenich & Gebauer 1986) Die Fuckerts wollen nun – so angekündigt, die „Reichsche Forschung“ verlassen. – Thanks for leaving this Sector!

Peter 2015: Zu Homöopathie und Orgonomie siehe meinen Beitrag Buchbesprechung: LEBENSKRAFT UND KRANKHEITSDYNAMIK von Manfred Fuckert .

Peter: Sie ist Mitglied beim Institute for Orgonomic Science (IOS) und veröffentlicht in deren Annals. Dazu mein folgender Eintrag 2011: Herskowitz war, als letzter Schüler Reichs, diesem bis zu seinem Tod treu. Danach ist er (neben Duval) der einzige amerikanische Orgonom der alten Garde gewesen, der Baker treu geblieben ist. Nach dessen Tod wechselte er zum IOS, das zuvor einige Orgonomen (darunter Bakers Sohn) gegründet hatten, weil sie glaubten, daß mit Baker das passiert sei, was allen alten Leuten früher oder später widerfährt: als erstes geht die Urteilskraft flöten. Ob das bei Baker der Fall war, ist fraglich. (Es ging darum, ob man Millionen in eine Zentrale im ultrateuren, aber prestigeträchtigen Princeton stecken sollte. Um irgendwelche theoretischen Fragen ging es – jedenfalls zunächst – nicht.) Ich fürchte jedoch, daß das mit dem Verlust der Urteilskraft auf Herskowitz definitiv zutrifft. Es gibt aber m.W. nicht auch nur den kleinsten Hinweis darauf, daß Herskowitz zum Mystiker geworden wäre oder sonst irgendwas vertreten würde, was… ähhhh – daneben ist.

Robert passend zum Thema: Es wird langsam immer wahnsinniger:

http://www.orgoniseafrica.com/

In Indien nennt man es Prana, in China Chi, in der westlichen Welt beschäftigte sich die Physik bis Anfang des vorigen Jahrhunderts mit dem so genannten Äther-Medium und Wilhelm Reich prägte schließlich den Begriff des Orgon. Gemeint ist immer ein sehr ähnliches Konzept einer universellen Lebensenergie, die alles durchdringt und aus der alles in gewisser Weise bestehen soll. Gast der Sendung ist der in Südafrika lebende Deutsche Georg Ritschl, der im Rahmen des Projekts „Orgonise Africa“ seit dem Jahr 2002 praktische Ansätze zur Energetisierung der Umwelt verfolgt und bereits ca. 20 000 kleinere Orgon-Akkumulatoren, sowie ca. 60 Orgonit-Cloudbuster in Süd- und Ostafrika installiert hat.

http://cropfm.at/mp3/sendung_orgonise.mp3

O. verwies auf:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=S1hpmqB9KGE%5D

und ich verwies auf:

[youtube:http://www.youtube.com/watch?v=FzWOwwNX6Rk%5D

Und dann ist da natürlich Steven Katz, zu dessen Helden, seiner Face Book-Seite zufolge, u.a. Reagan und Che Guevara gehören. Er hatte 2011 das Buch Wilhelm Reich – Liberation Theologian of Cosmic Energy veröffentlicht. http://skatz.magcloud.com/

Diese Arbeit untersucht die spirituellen Implikationen der letzten Jahre des Erfinders, Wissenschaftlers und Philosophen, Dr. Wilhelm Reich. Neue Fakten werden über Dr. Reichs UFO-Kontakte und seine Entdeckung eines metaphysischen Portals während des Oranur-Experiments enthüllt. Dies sind die geheimen und unterdrückten Beweise für Reichs Durchbruch in das Okkulte.

Peter 2011: Das Buch enthält beispielsweise Angriffe auf Elsworth Baker und Paul Mathews. Und so einen „mystisch-kommunistischen“ schizophrenen Schrott wie: „Insbesondere verglich sich Reich mit Martin Luther, als er sich dem abgekarteten Spiel der kapitalistischen Justiz entgegenstellte, der er ausgesetzt war wegen dem Versand von Orgonenergie-Akkumulatoren über inneramerikanische Staatsgrenzen hinweg (um den Organismus mit revolutionärer Energie biologisch aufzuladen).” Mein Gott, das ist ja schlimmer als das Buch über das „Orgasmotron“ von Christopher Turner! Nur ein weiteres Beispiel: “Eden, Jerome, Planet in Trouble. The UFO Assault On Earth (Careywood, ID, Jerome Eden Co., 1973) (Diese Arbeit beschreibt feindliche Formen von UFOs. Diese Raumschiffe stehen im Bündnis mit den Kapitalisten, um die Bevölkerung in Angst zu versetzen und zu verhindern, daß Menschen Kontakt mit den kommunistischen extraterrestrischen Raumschiffen aufzunehmen.)” sic!

Klaus ergänzt Diskussionsforum 2010: eine Nachlese (Teil 3): Habe nun dieses ‘Rotorgon’ gebaut (wie schlecht auch immer): Scheint sich nur zu bewegen, wenn es oben und an der offenen Seite nicht abgedeckt ist – spricht dafür, daß da nur Luftbewegungen am Werk sind. Wie schade.

[youtube:https://www.youtube.com/watch?v=DhDBdIwGU3U%5D

Martin (Regensburg) merkt an:

Man sollte keinesfalls glauben, daß die Wissenschaft per se eine honorige Angelegenheit ist. Auch in dieser Sparte wird oft mehr vertuscht als aufgeklärt; das Interesse der Macht gebietet sogar kategorisch, dem Volk zuviel wissen zu lassen.

Im 19.Jahrhundert wurde von Gauß und seinen Schülern in Göttingen die moderne Physik revolutioniert durch geniale Versuche. Der Arzt und Mathematiker Helmholtz wurde als Gegenpol in Berlin installiert und massiv gefördert. Auf diese Weise wurden die stringenten praktischen Untersuchungen der Göppinger durch mathematisch-metaphysische Konstrukte ersetzt. Man wird eines Tages einsehen müssen, daß der Stillstand in der Physik mit Einstein zementiert wurde. Seither gibt es keine vorurteilsfreie Forschung mehr, Urknall und E = mc² verhindern die freie Sicht.

Ein genialer Schüler von Gauß, sein Nachfolger Weber, fuhr kurz nach Faradays Tod nach London, um dessen hinterlassene Aufzeichnungen durchzusehen. Enttäuscht fuhr er zurück, denn es war fast alles auf mysteriöse Weise verschwunden. Natürlich werden diese Zusammenhänge von den Physikern bestritten, aber leider ist nichts schwerer aus den Köpfen zu bekommen, wie ein über lange Jahre angelerntes Vorurteil. Was würde geschehen, falls tatsächlich ein genialer Kopf den „Äther“ als Energiequelle anzapfen könnte? Über Nacht verlören die Mächtigen ihre Macht, weil jeder Bürger von den ihn versklavenden Energielieferungen frei wäre. Der Tod von Reich im Gefängnis wird unaufgeklärt bleiben und seine Aufzeichnungen aus dieser Zeit sind verschwunden.

Peter 2015: Nun ja, der deutlich vorgealterte Reich war zweifellos seit mindestens Anfang der 1950er Jahre schwer herzkrank. Selbst wenn er sich hätte konventionell behandeln lassen, konnte man solchen Patienten zur damaligen Zeit kaum helfen. Seine letzten Manuskripte sind tatsächlich verschwunden. Ob sie mehr enthalten haben als Contact with Space?

James DeMeos Buch über den Orgonenergie-Akkumulator ziert ein bemerkenswertes Photo, das ein blaues orgonotisches Erstrahlungsfeld um den Körper eines Astronauten zeigt, der auf dem Mond, d.h. im Vakuum steht. Dazu merkte O. an: „DeMeo behauptet das originale Bild der Nasa auf dem Mond habe ein blaues Leuchten um den Anzug des Astronauten gehabt. Nimmt man jedoch an, daß die Mondlandung nirgendwo anders als in einem Londoner Studio stattgefunden hat, wie hat DeMeo dann das orgotische Leuchten des Astronauten aufs Bild bekommen und was beweist es dann?“

Ich verwies auf DeMeos http://www.orgonelab.org/astronautblues.htm, worauf O. anwortete:

Das sind schöne „Mondbilder“ auf DeMeos Seite. Ratzfatz läuft man da zum Rand des Mondes. Wenn man das Leuchtphänomen mal außen vor läßt, gibt’s ja noch die auf dem Mond aufgestellten Scheinwerfer … interessant wäre die Spiegelung im Visier des Mannes zu vergrößern … ich stelle mal die Hypothese auf, daß das Gerät auf dem Mond in keinem Kindergarten einen TÜV kriegen würde.

Peter 2015: Das zeigt, wie zerstörerisch Verschwörungstheorien sind: sie sorgen für Verwirrung, bringen den arbeitsdemokratischen Prozeß durcheinander und binden Energie im Gehirn. Hier wird von O. (ernsthaft?) darauf angespielt, ausgerechnet Stanley Kubrick, der vor McCarthy aus den USA geflohen war, mit dem Equipment von 2001 der NASA ausgeholfen hätte… Alle „Argumente“ dieser Verschwörungstheorie zeugen von einer naturwissenschaftlichen Naivität, die einfach nur peinlich ist. Beispiele: Zweifellos waren die Astronauten einer ungeheuren Strahlenbelastung ausgesetzt, als sie den Van-Allen-Gürtel durchflogen, aber sie war für diese relativ kurze Zeit vertretbar. Die Mondoberfläche reflektiert die Sonneneinstrahlung außergewöhnlich gut, wie jeder weiß, der bei Vollmond schon mal die Zeitung gelesen hat. Wer also glaubt, die „ausgeleuchteten“ Schatten auf den Photos vom Mond wiesen auf Studioscheinwerfer hin… Ja, in der Sonne ist es auf dem Mond unvorstellbar heiß, aber das bedeutet nicht, daß die Astronauten mit ihren Anzügen in einen Hochofen hineinspazieren hätten können, denn es handelt sich auf dem Mond um ein Hochvakuum. Schon mal eine moderne „Vakuum-Thermosflasche“ angefaßt, in der kochendheißer Kaffee ist? Und so in allem. Verschwörungstheoretiker sind meist von einer naturwissenschaftlichen Ahnungslosigkeit gezeichnet, die atemberaubend ist. Das gilt auch für „Experten“, etwa Photographen, die sich allen Ernstes fragen, wie denn die empfindlichen Filmrollen auf dem Mond eine Hitze überstanden hätten, die instantan Blei zum Schmelzen bringen würde. Seufz… Und so bei fast allen Verschwörungstheorien: als würde man mit Kleinkindern diskutieren!

Klaus warf ein: „wie hat DeMeo dann das orgonotische Leuchten des Astronauten aufs Bild bekommen und was beweist es dann?” Leute, was soll es denn beweisen?! So ratzfatz geht das mit dem Beweisen (und Beweisen wovon?) nicht. Man kann einen Hinweis darin sehen und ihm nachgehen. Beweisen kann man dann ALLENFALLS Hypothesen, die ausreichend klar formuliert werden müssen. Ich sehe nachts um jede Straßenlaterne ähnliche „Strahlenkränze“. Spannender sind z.B. Erscheinungen, die man mit einer Lupe vergrößern kann, wie es nach Meinung einiger ja z. B. bei den von Anaxagoras „Tilai“ genannten „Sonnenstäubchen“ der Fall ist (mir ist es noch nicht gelungen). Vgl.

Sonnenstäubchen paart mit Sonnenstäubchen
Sich in trauter Harmonie,
Sphären ineinander lenkt die Liebe,
Weltsysteme dauren nur durch sie.
(Schiller, Phantasie an Laura)

und Monets klare Darstellung des Phänomens auf einem Bild (v.a. Himmel):

Julius Wagner-Jauregg und wir

18. März 2015

Wagner-Jauregg ist bis heute unvergessen, weil er als bisher einziger Psychiater 1927 den Nobelpreis erhielt. Damit wurde seine jahrzehntelange Arbeit zur Heilung von Psychosen durch künstlich hervorgerufenes Fieber und Infektionskrankheiten gewürdigt.

Er war Kollege und Freund von Sigmund Freud. In einem Verfahren wegen von Jaureggs Elektrotherapie bei Kriegsneurosen erstattete Freud ein Gutachten zu von Jaureggs Gunsten. Wagner von Jauregg verfaßte den Bericht für die Wiener Fakultät, aufgrund dessen Freud ordentlicher Professor wurde. (Schott/Tölle: Geschichte der Psychiatrie, München 2006, S. 524).

Reich hatte an der Universität Psychiatrie-Vorlesungen bei Wagner-Jauregg gehört, und im Anschluß an das Medizinstudium seine Facharztausbildung an der von Wagner-Jauregg geleiteten Universitätsklinik für Neurologie und Psychiatrie gemacht.

In den 1940er Jahren erinnerte sich Reich an seinen Lehrer. Nachdem Reich ausführt, daß das Sitzen im Orgonenergie-Akkumulator zu einer „Erstrahlung“ der organismischen Orgonenergie führt, fährt er fort:

Man könnte von einem Standpunkt aus die Orgontherapie auch als eine natürliche „Fiebertherapie“ bezeichnen, wenn man das Fieber korrekt als Anzeichen erhöhter bioenergetischer Tätigkeit des Organismus auffaßt. Von hier aus versteht man auch manche Heilungsmethoden in der Medizin, die bisher rein empirisch, ohne begriffen zu sein, angewendet werden. Die Malariatherapie, die mein klinischer Lehrer Wagner-Jauregg in Wien gegen die allgemeine Parese einführte, besteht in nichts anderem als in der künstlichen Anregung starker Zellerstrahlung durch Injektion von Malariaparasiten. Hierher gehört der heiße Tee mit Rum bei Erkältung ebenso wie der „warme Umschlag“ gegen Zahnschmerzen. Wir stehen vor der Aufgabe, die Wirkungen mancher chemischer Heilmittel von diesem Standpunkt aus zu begreifen. (Der Krebs, Fischer TB, S. 323)

Wagner-Jauregg lehnte es ab, psychische Erkrankungen als reine Erbkrankheiten zu betrachten, wie es damals en vogue war. Es gäbe zwar eine unterschiedliche Vulnerabilität doch Auslöser könnten beispielsweise Infektionserkrankungen sein.

Er konnte sich vorstellen, daß bei einer Erkrankung einzelner Organe das Gehirn mitbetroffen sei und abnorm funktioniere – etwa daß Psychosen Folgen gastrointestinaler Erkrankungen seien, bei denen Stoffwechselprodukte von Bakterien toxische Wirkungen auf das Nervensystem ausübten. Seine grundsätzlich psychosomatische oder besser somatopsychische Haltung sollte er später in dem schönen Satz, jede Körperzelle sei am depressiven Prozeß beteiligt, in radikaler Weise ausdrücken.

Für einen einführenden Überblick verweise ich auf den soeben zitierten kurzen Aufsatz von Theodor Meißel Wagner-Jauregg – ein Wegbereiter der modernen biologischen Psychiatrie.

Wagner-Jauregg war ein Deutschnationaler, wenn auch kein Rassist; seine erste Frau war Jüdin. Aus seiner großdeutschen Gesinnung heraus war seine Annäherung an die Nationalsozialisten im Verlauf der 1930er Jahre nur allzu natürlich. Meißel schließt daran jedoch grundsätzliche Überlegungen an:

Wagner-Jaureggs Wahlspruch: „Wer einen Charakter hat, braucht keine Prinzipien“ zeigt ihn als zutiefst problematischen Menschen, der sich selbst Charakter zuspricht und verbindlicher Prinzipien ledig sein zu können glaubt, die Gefahr übersehend, damit verbindliche menschliche Spielregeln zu entwerten, Grenzen überschreiten zu können und übergriffig zu werden. Die schöne poetische Übersetzung dieses Wahlspruchs von Paul Lorenz für die Wagner-Jauregg-Medaille (…) „eine durch und durch edle Natur bedarf keiner eigenen Gesetze“ – diese Übersetzung transzendiert Wagner-Jaureggs Problematik in einen menschlichen Grundkonflikt, den zwischen menschlicher Natur und menschlicher Kultur und Zivilisation. Wagner-Jaureggs Wahlspruch macht seine Affinität bzw. fehlende Abgrenzung zu einer Herrenmenschenideologie verständlich.

Die Frage ob Wagner-Jauregg ein „Nazi“ war, sei dergestalt auch heute noch von Bedeutung, „um Prinzipien menschlicher Kultur, menschlicher Gesittung zu erhalten, zu verteidigen und weiterzuentwickeln.“

Für den Studenten der Orgonomie ist das ganze von Bedeutung, weil Wagner-Jauregg seinen Wahlspruch sicherlich (wenn auch vielleicht nur indirekt) von Nietzsche abgeleitet hat und dieser wiederum mit einiger Sicherheit von Max Stirner.

Es ist bezeichnend, daß vermeintlich „kritische Geister“ wie Theodor Meißel das Heil in „ethischen Prinzipien“ suchen, der Konservative im „Charakter“. Hier wird auch unmittelbar deutlich, warum die Orgonomie so eine Affinität zum konservativen Spektrum hat.

Abschließend einige Zitate aus dem Nachlaß und den Schriften Nietzsches:

Ideale der Art sind die vorwegnehmenden Hoffnungen unserer Triebe, nichts weiter. So gewiß wir Triebe haben, verbreiten diese auch in unserer Phantasie eine Art Schema von uns selber, wie wir sein sollen, um unsere Triebe recht zu befriedigen – dies ist idealisieren. (Kritische Studienausgabe, Bd. 9, S. 336f)

Vertrauen wir den Trieben, sie werden schon wieder Ideale schaffen! wie es die Liebe immerfort thut. (Bd. 9, S. 353)

Und weiter bezeichnet Nietzsche die Triebe als „schaffende Künstler“ (Bd. 9, S. 354). „Das Ideal ist die Vorwegnahme der Hoffnungen unserer Triebe (der herrschenden Triebe)“. Ein anderes Ideal entsteht, wenn „ein anderer Trieb zur Herrschaft kommt“ (Bd. 9, S. 396). Das „Rechte und Naturgemässe“ ist, „ohne Grundsätze, aber mit Grundtrieben, ein beweglicher Geist im Dienste starker Grundtriebe, und eben deshalb ohne Grundsätze“ zu leben (Bd. 3, S. 149).

Was ist der Mensch? Ein Haufen von Leidenschaften, welche durch die Sinne und den Geist in die Welt hineingreifen. (Bd. 10, S. 207)

Psychologismus, Soziologismus, Biologismus

22. Januar 2015

Freud hat darum gerungen, kein Biologe („Naturkundler“) mehr zu sein, sondern als Psychologe anerkannt zu werden. Die Soziologie hat er als eigenständiges Wissensgebiet abgelehnt:

Denn (…) die Soziologie, die vom Verhalten der Menschen in der Gesellschaft handelt, kann nichts anderes sein als angewandte Psychologie. Streng genommen gibt es ja nur zwei Wissenschaften, Psychologie, reine und angewandte, und Naturkunde. (Freud z.n. Béla Grunberger und Janine Chesseguet-Smirgel: Freud oder Reich?, Frankfurt 1979, S. 31)

Angesichts von Reichs Schriften Ende der 1920er und Anfang der 1930er Jahre wird den Orgonomen von „Reichianern“ ab und an vorgehalten, „biologistisch“, gar im Freudschen Sinne „psychologistisch“ zu sein. Und wenden Orgonomen nicht tatsächlich „bioenergetische“ Konzepte auf die Gesellschaft an, so wie es einst Psychoanalytiker mit weitgehend identischen psychoanalytischen Konzepten getan haben? Was doch Reich heftig kritisiert hat! Dazu sollte man sich folgendes grundlegendes Schema in Erinnerung rufen (vgl. Äther, Gott und Teufel):

biosoziopsy1

Reich ist in seiner Entwicklung von der Psychologie ausgegangen (Freud), hat diese Beschränkung über seine Beschäftigung mit der Marxistischen Bewegung überwunden (Soziologie) und ist dann weiter zur „sexualökonomischen Lebensforschung“ vorgedrungen (Biologie). Dabei war die Soziologie bereits in der Tiefenpsychologie angelegt (der Ödipuskomplex geht auf die Beziehung zwischen Menschen zurück) und die Biologie sowohl im Freudismus als auch im Marxismus (Libidotheorie, „lebendige Arbeitskraft“, Dialektischer Materialismus). Man kann psychologische Phänomene von der Soziologie her betrachten und beides von der Biologie her, aber es macht keinen Sinn diese Reihe umzukehren, soweit nicht rechte Bereiche (siehe das Schema oben!) in linken Bereichen bereits angelegt sind – was aber erst sichtbar wird, wenn man von rechts nach links zurückschaut.

Beispielsweise geht es bei einem Streik um „materielle“, „objektive“ Interessenkonflikte, die mit tiefenpsychologischen Begriffen nur verkleistert werden. Wenn es jedoch um offensichtlich irrationale Überlagerungen ökonomischer Interessenkonflikte durch Ideologien und um Machtmißbrauch geht, macht eine biologische Betrachtung durchaus Sinn: der gepanzerte (sozusagen „biologisch behinderte“) Mensch handelt irrational und sozusagen „unsoziologisch“. Diese biologische (d.h. charakterologische) Betrachtung kann dann durchaus auf psychoanalytische Versatzstücke zurückgreifen. Das ist auch deshalb so, weil es sich sowohl bei der Psychoanalyse als auch bei der sexualökonomischen Lebensforschung im Gegensatz zur Soziologie um die Betrachtung innerer Phänomene handelt.

In diesem Zusammenhang verlohnt sich zu erwähnen, daß die Freudsche Therapie ausschließlich kopfzentriert ist (Psychologie). In der Orgontherapie geht es hingegen nicht um die „Innenschau“ und darum, die Vergangenheit aufzuarbeiten, sondern ein befriedigendes Liebes- und Arbeitsleben aufzubauen, d.h. um unsere Beziehung zu unseren Mitmenschen (Soziologie) und natürlich um den Körper, Atmen, Ausdruck (Biologie).

Einerseits haben gesellschaftliche Phänomene ein Eigenleben und andererseits spielt sich das, was es an orgonotischen Erregungsprozessen gibt, nicht in der Gesellschaft, sondern im Inneren der Individuen ab. Beispielsweise kann man den Kommunismus mit Krebs vergleichen. Die „Energieproduktion“ der Gesellschaft wird eingestellt, die Gesellschaft stirbt und hinterläßt einen zerfallenden Leichnam, der seine Umgebung vergiftet („T-Bazillen“). Wir sehen dies gerade in der Ukraine. Die wirkliche Schrumpfung findet jedoch in den Organismen der Individuen statt. Nicht die Gesellschaft schrumpft bioenergetisch, sondern das Protoplasma der Individuen. Nicht Orgonenergie fließt durch die Gesellschaft, sondern Informationen und Güter, die dann sekundär die Orgonenergie in den Individuen anregen. Umgekehrt hört der besagte Informations- und Güte-„Fluß“ auf, wenn die Orgonenergie in den Individuen aufhört zu fließen.

Gesellschaften haben Grenzen, so wie das Individuum eine Membran hat. Ich habe das an anderer Stelle ausführlich dargelegt. Jedoch haben diese Grenzen weder die charakteristische Orgonom-Form, noch pulsieren sie. Zwar pulsiert die Ökonomie, angefangen von Saat und Ernte in primitiven Gesellschaften bis hin zu den Wirtschaftszyklen in entwickelten Gesellschaften, jedoch ist das nicht unmittelbarer Ausdruck konkreter expandierender bzw. kontrahierender Orgonenergie-Ströme, wie Reich sie bei seinen bio-elektrischen Experimenten gemessen hat.

Diese Zusammenhänge kann man erst dann ganz erfassen, wenn man im Gegensatz zur Psychoanalyse streng zwischen sekundären (gepanzerten) und primären (ungepanzerten) Trieben unterscheidet. Die Psychoanalyse beruht geradezu auf der Negation dieser Unterscheidung! Die orthodoxen Psychoanalytiker Grunberger und Chesseguet-Smirgel drücken das wie folgt aus:

Der Ödipuskomplex ist überall im Unbewußten gegenwärtig, die Grundtriebe sind bei allen Menschen dieselben. Auf diese Weise wird es möglich, vom Gebiet der Geistesstörungen auf das Gebiet der „Normal“-Seele überzublenden, und umgekehrt. So wird die Differenz zwischen dem Normalen und dem Pathologischen, zwischen dem Individuellen und dem Allgemeinen, allmählich getilgt, und es kommt der unveränderliche Kern einer Menschenseele zum Vorschein, beherrscht von Gesetzen, die bei allen Menschen gleichartig sind. (ebd., S. 20)

Das ist genau jene Sicht der Dinge, die Reich als groben Unfug bekämpft hat. Man lese dazu etwa sein Buch Der Einbruch der sexuellen Zwangsmoral. Freud hat mit dieser Haltung wirklich alles verbaut. Er hat den Einfluß der teilweise drastischen vertikalen und horizontalen gesellschaftlichen Unterschiede negiert, d.h. die Unterschiede zwischen Klassen, Kasten, etc. innerhalb der Gesellschaften und die Unterschiede zwischen den Gesellschaften selbst. Und er hat nicht zuletzt den „Einbruch ins biologische Fundament“ geradezu systematisch verbarrikadiert, denn er war ja vermeintlich bereits zum „unveränderlichen Kern der Menschenseele“ vorgedrungen.