Posts Tagged ‘Marx’
21. März 2020
Kaum ein Tag geht vorbei, nein, KEIN Tag geht vorbei, ohne daß sich die breite Öffentlichkeit mit dem Nationalsozialismus beschäftigt. Kaum etwas scheint die Menschen mehr zu faszinieren. Leute wie etwa Rudolf Bahro bringen das dann mit „raunenden Tiefen“ in Zusammenhang, die in Resonanz geraten. Mit anderen Worten geht es um den verzerrten Kontakt zum bioenergetischen Kern, der jedem rechten Syndrom zu eigen ist. Ich verweise auf meine ausführlichen Ausführungen zum Thema in Der Blaue Faschismus:
Ulrike Meinhof und andere führen das besagte Faszinosum auf einen ganz anderen Faktor zurück, nämlich darauf, daß die Nationalsozialisten etwas bekämpften, das uns, die Guten, unterdrückt, das Böse schlechthin, nämlich den Kapitalismus, den bereits der junge Marx mit dem Judentum gleichgesetzt (sic!) hatte. Meinhof 1972: „Auschwitz heißt, daß sechs Millionen Juden ermordet und auf die Müllkippe Europas gekarrt wurden als das, als was man sie ausgab – als Geldjuden. Der Antisemitismus war seinem Wesen nach antikapitalistisch. Mit der Vernichtung von sechs Millionen Juden wurde die Sehnsucht der Deutschen nach Freiheit von Geld und Ausbeutung mit ermordet… Ohne daß wir das deutsche Volk vom Faschismus freisprechen – denn die Leute haben ja wirklich nicht gewußt, was in den Konzentrationslagern vorging –, können wir es nicht für unseren revolutionären Kampf mobilisieren.“ In orgonomischer Begrifflichkeit ging es den Nationalsozialisten um die Bekämpfung der Emotionellen Pest!
Ungefähr 1942 schrieb Reich:
(…) Die Träger der emotionellen Pest (…) haben die Enthüllung der emotionellen Pest in den stillen Arbeitsräumen der Charakteranalytiker und Vegetotherapeuten erraten und als Bedrohung empfunden. Sie haben, ohne selbst unmittelbar betroffen zu sein, darauf mit den Mitteln der Diffamierung und der spezifischen Pestreaktion geantwortet (…) Die Pest kam durch wohlverhüllte und rationalisierte Aktionen möglichen Enthüllungen zuvor. Sie benahm sich wie ein Mörder in vornehmer Kleidung, dem die Maske vom Gesicht gerissen wird. Die Pest hatte mehr als ein Jahrzehnt lang Erfolg; es wäre ihr fast gelungen, ihre Existenz für weitere Jahrhunderte ungestört zu sichern. Sie hätte auch Erfolg gehabt, wenn sie nicht in Form der Diktaturen und der Massenverseuchung allzu verheerend und allzu offenkundig aufgetreten wäre. Sie hat einen Krieg von ungeahnten Ausmaßen angezettelt und zum chronischen, alltäglichen Mord hinzugefügt. Sie versuchte sich hinter hohen „staatlichen Interessen“ und „neuen Ordnungen“, hinter „Tausendjährigen Reichen“ und „rassischen Ansprüchen“ zu verbergen. Jahrelang wurde ihr von einer [aus] psychiatrisch[er Sicht] kranken Welt Glauben geschenkt. Aber sie hat sich zu sehr verraten. Sie hat das natürliche Lebensgefühl aller Menschen gestreift; denn sie hat keine Familie und keinen Beruf unberührt gelassen. Was der Charakteranalytiker und Vegetotherapeut in seinem stillen Arbeitsraum so lange und so gut zu erforschen und zu bekämpfen gelernt hatte, floß mit einem Male in Eines mit den Erscheinungen der Weltkatastrophe. Die Grundzüge waren im kleinen wie im großen dieselben. (…) (Charakteranalyse, KiWi, S. 367f)
„Sie hat einen Krieg von ungeahnten Ausmaßen angezettelt…“ An wessen Rede erinnert uns das? In seiner Reichstagsrede vom 30. Januar 1939 zeigte sich Hitler entschlossen, die Juden „abzuschieben“. Europa könne „nicht mehr zur Ruhe kommen, bevor die jüdische Frage ausgeräumt ist“. Es müsse „endgültig mit der Meinung gebrochen werden, als sei das jüdische Volk vom lieben Gott eben dazu bestimmt, in einem gewissen Prozentsatz Nutznießer am Körper und an der produktiven Arbeit anderer Völker zu sein“. Und schließlich: „Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa.“
Es ist unverkennbar, daß die deutschen Nationalsozialisten die Juden als eine Art „emotionale Pest“ betrachteten und sogar ganz explizit mit „Pestratten“ gleichsetzten. Etwa Goebbels, der ganz in christlicher Tradition in den Juden die „menschgewordene Lüge“ sah, so wie Christus die Verkörperung der Wahrheit ist. Die Satansbrut schlechthin, die mit Diffamierung arbeitet und indem sie anderen das vorwirft, was sie selber tut, etwa rassistisch zu sein. Das alles wohlverhüllt unter dem Deckmantel ein normaler Europäer zu sein. Dank dieser Mimikry hätte diese Pest sich immer weiter ausbreiten können, hätte sie es nicht in Gestalt des „finanzkapitalistischen“ Ersten Weltkrieges und des bolschewistischen Terrors zu weit getrieben und in der Weimarer Republik das deutsche Lebensgefühl nicht zu „frech“ verletzt.
Dabei darf man nicht aus den Augen verlieren, daß die Nationalsozialisten bei ihren Anschuldigungen gegen „die Juden“ stets explizit einen wissenschaftlichen und insbesondere einen ärztlichen Anspruch hatten als Aufklärer, Humanisten (sic!), Eugeniker und „Rassenhygieniker“ in vermeintlicher Nachfolge von Charles Darwin und Ernst Haeckel.
Der Nationalsozialismus wird solange ein Faszinosum bleiben, und zwar ein sehr ungesundes und abstoßendes, solange die Massen nicht erkennen, worum es ihnen bei diesem ihrem denkbar schmutzigen Hobby unbewußt wirklich geht: die Verbindung zum bioenergetischen Kern (Genitalität, Arbeitsdemokratie) durch Sequestration der sekundären Charakterschicht, d.h. der Emotionellen Pest.
Schlagwörter:Auschwitz, Charles Darwin, Ernst Haeckel, Erster Weltkrieg, Eugenik, Faschismus, Holocaust, Judentum, Kapitalismus, Marx, Nationalsozialisten, Rassenhygieniker, Reichstagsrede, Rudolf Bahro, Shoa, Ulrike Meinhof, Weimarer Republik, Weltkriege, Zweiter Weltkrieg
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17. Februar 2020
Schlagwörter:ARD, ökonomische Klasseninteressen, betreutes Denken, deutsche Kleinstaaterei, Donald Trump, England, EU, Faschismus, Frankreich, Freud Ödipukomplex, gesellschaftlicher Irrationalismus, Gewaltenteilung, Google, Großkonzerne, herrschende Meinung, Kassenärztliche Vereinigung, Kleintierzüchterverein, Liberalismus, Marx, Meinung der Herrschenden, Neurose, Präsident Trump, Selbstorganisation, Subversion, UN, Uranus, Urvater, Verschwörer, Verschwörung, Weltverschwörer, ZDF, Zentralismus, zentralistisch
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12. Februar 2020

54. Der Dialektische Materialismus
Schlagwörter:Dialektik, Dialektischer Materialismus, Friedrich Engels, Historischer Materialismus, Karl Marx, Klassengegensatz, Marx, Marx-Engels-Werke, Materialismus, Naturwissenschaft, Schopenhauer
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22. Januar 2020

49. Hegels Funktionalismus
Schlagwörter:Dialektik, Dialektischer Materialismus, Dreischritt, Engels, Farbenlehre, Goethe, Hegel, Hegelsche Dialektik, Lenin, Logik, Marx, Naturphilosophie, Philosophie, Philosophiegeschichte, spekulatives Denken, These und Antithese
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8. November 2019
Schlagwörter:Arbeitsbeziehungen, Aufklärung, Fortschritt, Freiheit, Freud, Frieden, gesellschaftlicher Organismus, Gesundheit, Klimaforscher, Marx, Mysterienkulte, Scholastik, Sozialwissenschaften, Vernunft, Volksbefreier
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30. Juni 2019
Schlagwörter:A.S. Neill, Bertolt Brecht, Don Calhoun, Drogen, Drogenkultur, Establishment, Franz Kafka, Freud, Freudo-Marxismus, Gegenkultur, Jugendbewegungen, Kapitalismus, Liberation, Linke, Luigi de Marchi, Marcuse, Marx, Neue Linken, Paul Goodman, Peter Weiss, Promiskuität, SDS, Studies on the Left, Summerhill-Schule, Vietnamkrieg, Wilhelm Reich
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10. Juni 2019
Seit frühster Jugend sind Kulte und Sekten mein Leib- und Magenthema. Wenn ich selber eine Sekte gründen würde, wäre, jetzt spontan erfunden, beispielsweise die folgende Übung zentral für meine devoten Jünger: „Stehe vom Stuhl auf und verlasse durch die Tür den Raum. Tue das solange, bis du WIRKLICH den Raum verlassen hast.“ Ich garantiere, daß diese Übung (und zahllose andere, die ich mir vollkommen willkürlich und sinnfrei ausdenken könnte), auf meine Jünger eine lebensverändernde Wirkung hätte. Das absolut Perfide dabei ist, daß ich diese Übung als einen Initiationsakt der persönlichen Befreiung verkaufen würde („indem du den Raum verläßt, wirst du frei!“), tatsächlich aber meine Opfer dadurch hypnotisiere und zu willenlosen Robotern mache.
Da wäre zunächst einmal das eklatante Machtgefälle, die Grundlage jedweder Hypnose: Ich bringe dich dazu etwas Sinnloses und damit Erniedrigendes zu tun! Aus einem Menschen mache ich eine willenlose Maschine! Zweitens betreibe ich etwas, was man, Adorno paraphrasierend, als „Terror der Eigentlichkeit“ bezeichnen könnte. Du verläßt nicht einfach den Raum, sondern du verläßt den Raum WIRKLICH. Das entfremdet dich von der WIRKLICHkeit, du gehst in den Augen weg und es wird dergestalt künstlich ein schizophrenieartiger Zustand induziert (Spaltung zwischen Erregung und Wahrnehmung). „Ist das WIRKLICH nur der Postbote oder nicht eigentlich in Wirklichkeit ein CIA-Agent?“

Das wird dadurch verstärkt, daß praktisch alle derartige Sekten, in diesem Fall die Nasselsteinity, ein zentrales Paradigma haben: „Mind over matter!“ Wenn du mir folgst, bist du nicht mehr wehrloses Opfer der Umstände, der Materie, des Raumes und der Zeit, sondern du bist frei, weil du GEIST bist. Um zu wissen, was „Geist“ ist, muß man wissen, wie er funktioniert. Er ist frei von Materie, Raum und Zeit und operiert deshalb ausschließlich durch Intention, durch Postulate, durch „Willenskraft“. Darauf beruht die gesamte vermeintliche „Esoterik“, wie man sie aus den billigen Taschenbüchern lernt, die etwa in Bahnhofsbuchhandlungen an impotente Männer und frigide Frauen verramscht werden. Du gewinnst im Lotto, indem du den Lottogewinn „beim Universum bestellst“. Du wirst gesund, reich, schön, etc., wenn du WIRKLICH gesund, reich, schön, etc. sein willst. Oder mit anderen Worten: ich reduziere dich zu einem Fünfjährigen mit dessen magischem Denken und gewinne damit absolute Macht über dich, so als wärst du ein dummes kleines Kind, dem man jeden Schwachsinn vormachen kann!
Wie schon Marx wußte, ist die menschliche Arbeit und damit die menschliche Existenz schlechthin nur möglich, wenn du im Kopf einen Plan hast, sozusagen ein „Postulat“, den du dann mit deinen Händen abarbeitest. Du werkelst nicht einfach vor dich hin, sondern du hast die Vorstellung etwa von einem Hocker und schneidest und setzt entsprechend Holz zusammen, bist du einen Hocker materiell vor dir hast. Kultführer wie ich, also sozusagen Marx‘ „Kapitalisten“, versklaven die Menschen, indem sie Kopf und Hand voneinander trennen („Arbeitsteilung“). Der Lohnsklave hat keine Vorstellung davon, was er da tagtäglich tut, er werkelt sinnlos vor sich hin („Entfremdung“). Gleichzeitig ist, wie Lenin unterstrichen hat, die Gesellschaft, in der er leben muß, aber von einer „idealistischen“ Ideologie geprägt, derzufolge die Welt von genialen „Machern“ bestimmt wird.
Die soziale Revolution soll diese Entfremdung aufheben, das heißt „Hand und Kopf“ wieder vereinigen. Die ARBEIT (= „Kopf plus Hand“) soll die Gesellschaft bestimmen! Nicht ohne Grund hat der ehemalige Marxist Reich das, was er vorher als Sozialismus bzw. Kommunismus bezeichnet hat, später „Arbeitsdemokratie“ genannt Diese Arbeitsdemokratie ist funktionell identisch mit Genitalität, d.h. in der Orgontherapie passiert das genaue Gegenteil wie in einer typischen Sekte. Der Kopf und die Hände werden miteinander verbunden, damit du die Wirklichkeit selbstbestimmt verändern kannst. Höre auf ein Opfer, ein Sklave, ein Depp zu sein und verändere zusammen mit den anderen ARBEITERN, deinen Brüdern und Schwestern, diese Welt so, daß niemals mehr irgendwelche „Erlöser“ die Gesellschaft kollektiv ins Unglück stürzen können.
Kultführer sind bloß der Abschaum bzw. das Destillat der ausbeuterischen und entfremdeten (gepanzerten) Gesellschaft. Ihre schwachsinnigen „Lehren“ sind nichts weiter als die überzeichnete Karikatur dieser kranken Gesellschaft!
Schlagwörter:Adorno, Arbeit, Arbeitsteilung, Entfremdung, Esoterik, Hypnose, Kapitalisten, Kommunismus, Kulte, Lohnsklave, Lohnsklaverei, Marx, Paranoia, Schizophrenie, Sekten, Sozialismus, Willenskraft
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13. Mai 2019
In der Einleitung zu dieser Zitatensammlung ist ständig von „königlichen Despoten“ die Rede, so als wäre die beiden Kaiser Despoten gewesen. Wenn man das mit dem mörderischen Wüten der „Demokratien“ England, Frankreich und insbesondere Belgien in deren Kolonien vergleicht… Nicht vergessen sei auch, daß diese Demokratien Verbündete des despotischen Rußland gegen das „despotische“ Deutschland waren. Im Ersten Weltkrieg einen Kampf zwischen Gut und Böse sehen zu wollen, ist mystisches, d.h. irrationales Denken, das sich in seiner Struktur beispielsweise kaum vom Antisemitismus unterscheidet.
Ein zweites Leitmotiv, das das Büchlein durchzieht, ist die Linie, die von den deutschtümelnden, antisemitischen, „antislawischen“ und antidemokratischen Marx und Engels zu Hitler gezogen wird. Beispielsweise zeigt ein Zitat, daß Marx 1870 auf der Seite Preußens stand und daß seiner Meinung ein deutscher Sieg im sich abzeichnenden Krieg den Interessen der Arbeiterbewegung im allgemeinen und des Marxismus im besonderen diene (S. 26). Ja, und?! Bindeglied zwischen „Marx“ und „Hitler“ ist die Unterstützung und Finanzierung Lenins durch das deutsche Oberkommando, das Friedensdiktat von Brest-Litowsk (wo Rußland übrigens nur nichtrussische Gebiete abgeben mußte!) und nach dem Krieg die strenggeheime enge Kooperation der Reichswehr mit der Roten Armee. Das ganze schließlich gekrönt vom Hitler-Stalin-Pakt.
Neben Marx wird auch Lenin zitiert, der 1920 erklärte:
Ich bin kein Freund der Deutschen, aber im gegenwärtigen Augenblick erscheint es mir besser, sie zu nützen, als sie herauszufordern. Ein unabhängiges Polen ist eine große Gefahr für Sowjetrußland; aber es ist ein Übel, das auch sein Gutes hat, denn solange es besteht, können wir auf Deutschland rechnen. Die Deutschen hassen die Polen genauso wie wir und werden sich jederzeit mit uns verbünden, um dieses Land zu vernichten. … Deutschland will Rache, und wir wollen die Revolution. Im Augenblick haben wir die gleichen Ziele. Wenn sich unsere Wege einmal trennen werden, werden die Deutschen unsere größten und erbittertsten Feinde sein. Aber die Zeit wird erweisen, ob aus den Trümmern Europas eine deutsche Hegemonie oder der kommunistische Zusammenschluß erwachsen wird. (S. 48)
Wieder: Ja, und?! Formal ist hier Lenin, ein offenbar sehr kluger Mann, nicht „böser“ oder zynischer als jeder andere Politiker dieser Zeit. Ich denke dabei insbesondere an England und Frankreich. Diese Zitatenauswahl empfinde ich als tendenziös, als wolle DeMeo sagen, daß Deutschland schlechthin böse war und daß Marx und Engels böse gewesen seien, weil sie deutsche Nationalisten waren, während Lenin und Trotzki böse gewesen seien, weil sie auf die deutsche Karte setzten. Es geht um nicht weniger als die Eroberung der Welt! DeMeo:
Lenin, Trotzki und Stalin hatten sich alle an Geheimplänen deutscher Techniker und Ingenieure beteiligt, neue Munitionsfabriken tief im sowjetischen Territorium zu errichten, geschützt vor den neugierigen Blicken der Versailler Inspektoren, mit Aufteilung der produzierten Waffen. In diesen neuen Fabriken wurden nach gemeinsamen Plänen der Sowjets und des deutschen Oberkommandos neue Generationen von Jagd- und Bomberflugzeugen, Panzern und Artillerie, Giftgas und anderen Waffen für einen späteren offenen Eroberungskrieg gegen den Rest der Welt heimlich hergestellt und getestet. Diese Täuschung blieb auch nach 1933, als Hitler an die Macht kam, geheim, und in Deutschland erschienen „wie durch Zauberei“ riesige Mengen neuer und erschreckender Waffen. Der bekanntere „Hitler-Stalin-Pakt“ von 1939, kurz vor der gemeinsamen Invasion Polens durch Deutschland und die Sowjetunion, war die erste öffentliche Ankündigung einer tödlichen Verschwörung für die Welteroberung, die zwischen den deutschen Militaristen und den bolschewistischen Sowjets zwei Jahrzehnte zuvor ausgebrütet worden war. (S. 60)
Man weiß gar nicht, wo anzufangen! Es kann keine Rede davon sein, daß da großartig Rüstungsgüter für die deutsche Armee hergestellt und nach Deutschland, gar nach Hitlers Machtergeifung, gebracht wurden. Hitler hat seinen Generälen nach der besagten Machtergreifung strengstens verboten, die alten Kontakte in die Sowjetunion zu aktivieren. Der Hitler-Stalin-Pakt war von beiden Seiten Machiavellistische Diplomatie, nicht Ausfluß der angeblichen „Welteroberungspläne der deutschen Militarkaste“. (Ebenso hätte Deutschland Polen als Partner und etwa das faschistische Italien als Gegner haben können!) Beim Polenfeldzug drohte der Wehrmacht, die angeblich die Welt erobern wollte, die Munition auszugehen, etc.pp. Auf diesen ganzen Komplex werde ich in den nächsten Tagen näher eingehen. Aber zunächst zum eigentlichen Inhalt der Broschüre: die Sammlung von Zitaten von Marx, Engels, Lenin und Trotzki, die von Linken (einschließlich Reich!) gerne als Lichtgestalten gegen den mörderischen Stalinismus abgehoben werden. Doch deren eigene Worte verdammen sie, „die Klassiker“. Diese zeichnen nämlich den Roten Terror vor, wenn sie ihn nicht direkt anordnen. Erschreckend ist die Menschenverachtung, mit der „Klassen“ und ganze Völker der Ausmerzung überantwortet werden. Das ganze mutet wie eine mörderische Mischung aus (Pseudo-) Hegelianismus und (Pseudo-) Darwinismus an. Für Marx, Engels & Co. gehen die „Gesetze“ der Geschichte gefühllos wie ein Erdbeben über Individuen und ganze Nationen hinweg und es gilt das eherne Gesetz der „Auslese“. Menschen werden zu „Ungeziefer“.
DeMeo bietet ein Zitat Maos (das einzige eines Stalinisten im Buch) über den Laogai, den chinesischen GULAG, das mir vollkommen neu war und das denkbar plastisch den Unterschied zwischen der „Stalinistischen“ und der Reichschen Marx-Interpretation verdeutlicht:
Unsere Wirtschaftstheorie besagt, daß der Mensch die grundlegendste Produktivkraft ist. Mit Ausnahme derer, die aus politischen Erwägungen physisch ausgerottet werden müssen, müssen Menschen als Produktivkraft eingesetzt werden vorausgesetzt sie sind unterwürfig. Laogai-Einheiten zwingen Gefangene zur Arbeit. Die grundlegende Politik des Laogai lautet: „Zwangsarbeit ist das Mittel, während Gedankenreform das grundlegende Ziel ist.“ (S. 13)
Man vergleiche das mit dem „Marx-Kapitel“ in Menschen im Staat und den Ausführungen über die „natürliche Organisation der Arbeit“ in Die Massenpsychologie des Faschismus! „Gebt Veratwortung der lebensnotwedigen Arbeit!“ DeMeo zeigt mit seiner Zitatensammlung, daß Reich einem Mythos anhing, der nichts mit dem lebensfeindlichen und despotischen Grundwesen des Marxismus zu tun hat. Die Tragik ist, daß dieser rosarote Mythos der amerikanischen Jugend flächendeckend eingetrichtert wird (mit aktiver Hilfe rotverstrahlter pestilenter „Reichianer“!) – und daß DeMeos Buch niemals zum „Kleinen Roten Buch“ dieser Generation werden wird.
Wie der Marx-Mythos geschaffen wurde und was Marx und Engels wirklich an mörderischem Schrott verzapft haben (hunderte Seiten wörtlicher Zitate!) findet sich in den beiden Werken von Konrad Löw:
– Der Mythos Marx und seine Macher, München 1996
und
– Das Rotbuch der kommunistischen Ideologie, München 1999
Nicht Menschen gehören ausgerottet, sondern menschenverachtende Ideologien wie der Marxismus.
Schlagwörter:Antisemitismus, Brest-Litowsk, Darwinismus, Demokratien, Despoten, deutsches Oberkommando, Engels, England, Erster Weltkrieg, Frankreich, Friedensdiktat, Genozid, Gulag, Hegelianismus, Hegemonie, Hitler, Hitler-Stalin-Pakt, Ideologie, Kaiser, Kolonien, Konrad Löw, Laogai, Lenin, Mao, Marx, Marxismus, Militarismus, Polen, Preußen, Reichswehr, Rote Armee, Roter Terror, Rußland, Sowjetrußland, Sowjets, Trotzki, Versailler Vertrag, Wehrmacht
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27. April 2019
Schlagwörter:Bolschewismus, China, DDR, Dialektischer Materialismus, Engels, Großer Sprung, Jugoslawien, Kommunismus, Kulturrevolution, Lenin, Leninismus, Maoismus, Marx, Rotchina, Rußland, Selbstverwaltung, Sowjetunion, Sozialismus, Stalin, Stalinismus, Titoismus, Trotzki, Wladimir Lenin
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12. Februar 2019

5. Reichs Selbstverständnis als Naturwissenschaftler
Schlagwörter:Alfred Adler, Arthur Kronfeld, Autoritätsgläubigkeit, Brownsche Bewegung, Engels, Erkenntnistheorie, Esoterik, Ethik, Eugen Bleuler, Experiment, experimentelle Psychologie, Faschismus, Freud, Großkapitalisten, Hans Blüher, Hitlerjugend, Internationale Psychoanalytische Vereinigung, kapitalistisches System, Klassenkampf, Laienanalyse, Lenin, Libido, Lourdes, Marx, Marxisten, Mathematik, Medizinstudium, Naturgeschehen, Naturwissenschaft, New Age, Otto Rank, Privateigentums an Produktionsmitteln, Psychiatrie, psychische Energie, Psychoanalyse, Psychoanalytiker, Psychophysik, Reflexologie, Sein und Sollen, Sexualreform, Siegfried Bernfeld, Sowjetunion, Szientismus, Tischrücken, Tuberkulose, Wissenschaft, Wissenschaftler, wissenschaftliche Arbeit, wissenschaftliche Forschung, Wissenschaftlichkeit, Wissenschaftsbetrieb, Wissenschaftstheorie
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