EIN QUERSCHNITT DURCH DAS SCHAFFEN JEROME EDENs: Die Entdeckung des Orgons und die UFO-Forschung
Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:
ZUKUNFTSKINDER:
I. Zusammenfassung
II. Die Hauptgleichung
III. Reichs „Freudo-Marxismus“
IV. Reichs Beitrag zur Psychosomatik
V. Reichs Biophysik
VI. Äther, Gott und Teufel
1. Der modern-liberale (pseudo-liberale) Charakter
2. Spiritualität und die sensationelle Pest
3. Die Biologie zwischen links und rechts
4. Der bioenergetische Hintergrund der Klassenstruktur
5. Die Illusion vom Paradies und die zwei Arten von „Magie“
6. Die gesellschaftlichen Tabus
7. Animismus, Polytheismus, Monotheismus
8. Dreifaltigkeit
9. „Ätherströme“, Überlagerung und gleichzeitige Wirkung
10. Die Schöpfungsfunktion
11. Die Rechtslastigkeit der Naturwissenschaft
12. Bewegung und Bezugssystem
13. Der Geist in der Maschine
14. Orgonomie ist Wissenschaft, keine Naturphilosophie!
15. Die Identitätsphilosophie
16. Das Wesen des Marxismus
17. Reichs Auseinandersetzung mit Marx und Freud
18. UFOs und Magie
Man steht der gegenwärtigen Islamisierung Deutschlands und ganz Europas fassungslos gegenüber und frägt sich, warum sie offenbar von allerhöchster Stelle gewollt ist. Nun, das Setzen auf die islamische Karte ist alles andere als ein neues Phänomen.
Man nehme etwa die Engländer und Franzosen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das geschwächte Osmanische Reich und die islamischen Völkerschaften am Südrand Westasiens bis nach Indien hinein instrumentalisiert haben, um das Vordringen des Russischen Reiches nach Süden zu verhindern. Ohne die Unterstützung der Osmanen von Seiten der Westmächte wäre Konstantinopel und ganz Kleinasien von der türkischen Besetzung befreit worden, mit Sicherheit auch das Heilige Land. Das Römische Reich wäre wiederhergestellt worden.
Als sich dann die Türken im Ersten Weltkrieg auf die Seite des Deutschen Reiches schlugen, wurde von den Engländern der arabische Nationalismus gegen die verachteten Türken mobilisiert. Das wird gerne als Beispiel dafür angeführt, daß der Nationalismus doch stärker sei als der Islam, wobei jedoch vergessen wird, daß der Islam eine genuin arabisch-nationalistische Ideologie ist – die Araber sind das auserwählte Volk Allahs. (Andererseits könnte der Nationalismus beispielsweise die stolzen Iraner von dieser arabischen Fremdkultur befreien, die wahrhaftig im Iran nichts zu suchen hat.)
Die Deutschen ließen ungerührt den Holocaust an ihren armenischen Mitchristen geschehen. Die Türken hatten Angst, die Christen im Lande könnten dem russischen Erzfeind als Fünfte Kolonne dienen.
Mussolini träumte von einem neuen Mare Nostrum, das er mit Hilfe der Araber gegen die Briten und Franzosen erstreiten wollte. Hitler setzte ebenfalls auf die arabische und ganz allgemein auf die islamische Karte. (Bis heute hüten sich Nationale Sozialisten vor jeder Islamkritik, da sie Deutschland nicht mit der Feindschaft von einer Milliarde Menschen belasten wollen. Menschen, die uns wegen der Shoah brüderlich lieben. Und tatsächlich waren die Herrscher Ägyptens, Syriens und Iraks durchweg Nazis.)
Man kann das beliebig ausweiten: die Amerikaner und die Saudis; die Briten und ihre pro-arabische Politik in Palästina; die Russen und die Ägypter; de Gaulle hat sogar Algerien, das keine Kolonie, sondern Teil des französischen Mutterlandes war, geopfert, um auf die arabische Karte zu setzen; die europäischen Eliten fördern heute ganz offen die moslemische Masseneinwanderung aus dem Maghreb, „um den Realitäten gerecht zu werden“.
Es ist immer dasselbe geostrategische Kalkül: um deine Macht zu erhalten und auszubauen, mußt du dich mit dem islamischen Block im Zentrum der afroeurasischen Landmasse gutstellen. Dinge wie „Verteidigung des Christentums“ oder der völkischen Identität sind hier vollkommen nebensächlich. Man hat zugeschaut, wie die Türken die störenden Armenier ermordeten und Hitler die störenden Juden, genauso wie man heute gleichgültig mit den Achseln zuckt, wenn die eigene Bevölkerung marginalisiert wird.
Leute, wie etwa der deutsche Generalstab im Ersten und Zweiten Weltkrieg, der zu gerne den Dschihad gegen den westlichen Kolonialmächte entfacht hätte, oder die heutigen Machthaber in der EUdSSR, leben in anderen Sphären: Kartentische und Verlaufskurven statt lebendige Realität. Sie, die sich als kalt kalkulierende „Realisten“ betrachten, leben in einer abstrakten Welt voller grandioser Geostrategien. Das die Sache immer (wirklich IMMER) in die Hose geht, steht auf einem anderen Blatt: Amerika steht vor dem Bankrott; das Russische Reich ist schon längst tot, der Leichnam verwest vor sich hin; Frankreich ist eine Karikatur seiner selbst; Englands grandioser Plan Frankreich, Deutschland und Rußland auf dem Kontinent kleinzuhalten mündete im Untergang des Empire; und „Europa“ ist eine groteske Todgeburt. In Brüssel traut sich die Nomenklatura der EUdSSR ob der moslemischen Gangs kaum noch auf die Straße. Wirklich alles ist gegen die Wand gefahren!
Ausgerechnet der Faktor, mit dem alle spielen wollten, ist dabei zu triumphieren: der Islam im allgemeinen und die arabische Welt im besonderen. Und je mächtiger dieser Faktor wird, desto mehr werden die Genies des Untergangs, die Europa und Amerika regieren, sich dem Islam andienen. Schließlich sind es ja Realisten 😉
Diesen selbstmörderischen Übermut kann man nur verstehen, wenn man noch weiter zurückblickt: mit dem raschen Vordringen der arabisch-islamischen Armeen nach Mohammeds Tod war Europa faktisch abgeschlossen und mußte sich bis ins 17. Jahrhundert hinein gegen immer neue Eroberungsversuche von Seiten des Islam erwehren. Das „Zeitalter der Entdeckungen“, das zufällig zur Entdeckung Amerikas führte, war nichts anderes als ein verzweifelter Versuch diese Blockade zu durchbrechen.
Wir Europäer waren die rückständigen, schwachen und eingeschüchterten! Unsere Leute wurden auf den Sklavenmärkten Nordafrikas gehandelt! Wir wurden als Hinterwäldler betrachtet!
Das wandelte sich schnell nach der Eroberung Amerikas und der beginnenden industriellen Revolution. Wir wurden zu den Herren der Erde, aber die Obsession mit dem Islam, der uns beinahe überrannt und Jahrhunderte zu eingeschüchterten Gefangenen gemacht hatte, blieb. Man denke nur daran, daß die US-Marine im Kampf gegen die islamistischen Terrorzentren am Südrand des Mittelmeers entstand. Beim Versuch endlich zum Indischen Ozean vorzudringen, ist schließlich die Sowjetunion, das Rote Zarenreich, untergegangen – zum Straucheln gebracht durch islamische Bergstämme. Der erste ernsthafte Angriff auf das amerikanische Festland seit 1812 kam von den gleichen Leuten. Deutschland und ganz Westeuropa ist ohne eine gigantische Rückführung der Moslem bald islamisch – ganz „demokratisch“. Heute terrorisieren die gleichen Leute, gegen die die US-Marine Anfang des 19. Jahrhunderts vorging (Marokkaner, Algerier, Tunesier), die europäischen Innenstädte.
Wie gesagt: man kann nur verstehen, was wirklich geschieht, wenn man die Welt genauso betrachtet wie die Moslems – mit einem Blick über die Jahrhunderte zurück.
Ich selbst habe natürlich das wichtigste vergessen: die Kreuzzüge und daß Israel eine Wiederauflage der Kreuzfahrerstaaten ist – die von Europa verraten wurden.
Was tun? Nach 9/11 hat die amerikanische rechtskonservative Kommentatorin Ann Coulter wahrscheinlich den besten Vorschlag gemacht: Tötet ihre Führer und bekehrt sie zum Christentum! Das bleibt solange gefährlicher Unsinn, bis man erkennt, warum etwa in Saudi Arabien bei der Einreise mitgeführte Bibeln öffentlich geschreddert werden. (Und wir Dödel rasten aus, wenn irgendwo in einer amerikanischen Kleinstaat ein Koran verbrannt werden soll!) Die Machthaber haben eine panische Angst vor der Ansteckungsgefahr. Sie ahnen, daß die arabischen Massen, angesichts des geistlosen, dämonischen Drecks, der ihnen tagtäglich aufgetischt wird, hungrig nach der Frohen Botschaft sind.
Von dem Anthropologne Iain Edgar von der Durham University stammt die erste umfassende Studie über Istikhara, die islamische „Traumdeutung“.
Es geht darum, daß, eingerahmt durch entsprechende Gebete, Moslems glauben, daß ihr Gott „Allah“ ihnen in ihren Träumen, die sie symbolisch deuten, Botschaften zukommen läßt, die sie unbedingt befolgen müssen. Es geht dabei um Familienangelegenheiten, Geschäftsabschlüsse und sogar politische Entscheidungen. Beispielsweise wurde der Anführer der Taliban durch Träume geleitet und angeblich besprach Osama bin Laden jeden Morgen seine Träume und die seiner Gefährten.
Edgar, der in den letzten 25 Jahren die Rolle des Traums in den unterschiedlichsten Kulturen untersucht hat:
Träume haben immer eine sehr wichtige Rolle im Islam gespielt – der Koran zeigt, daß der Prophet Mohammed ein großer Träumer war.
Die Traumauslegung im Islam ist eine spirituelle Weise die Zukunft zu prophezeien und sich dem persönlichen Unbewußten und dem Willen Allahs hinzugeben.
Klar! Dem „persönlichen Unbewußten“ und („und“!) Allah…
Moslems sind häufig zurückhaltend, was den Gebrauch von Istikhara betrifft, aber durch unsere Untersuchungen fanden wir Belege für seinen weit verbreiteten Gebrauch bei den unterschiedlichsten Moslems, die in verschiedenen Gebieten der Welt und unter unterschiedlichsten sozioökonomischen Bedingungen leben.
Politisch korrekt fährt Edgar fort:
In der westlichen Kultur sagt man: „Laßt uns darüber schlafen!“, wenn wir schwierige Entscheidungen zu treffen haben, und häufig scheinen sie dann am Morgen klarer zu sein. Istikhara ist eine spirituelle Version dieser Praxis.
Als Anthropologe sollte er wissen, daß diese „Toleranz“ der Sache der Moslems nicht dienlich ist, denn alle großen Kulturen sind an derartigen „spirituellen Praktiken“ zugrunde gegangen. Man denke nur an die Azteken und die Inka.
Sie fällten keine wohlüberlegten rationalen Entscheidungen, sondern folgten „dem Kaffeesatz“ und mußte schließlich den Preis dafür bezahlen. Das fatale ist, daß die „esoterischen“ Methoden, etwa die Astrologie, manchmal tatsächlich zu guten Entscheidungen führen, – so daß man im entscheidenden Augenblick voller Überzeugung genau das falsche tut. Für das Christentum war der Aberglaube stets ein Werkzeug des Teufels, um die Menschen ins Unheil zu stürzen. Ein Christ, der sich der „Esoterik“ hingibt, ist kein Christ. Es ist kein Zufall, daß sich die Naturwissenschaften im christlichen Europa entwickelt haben.
Die mohammedanische Kultur wird aber nicht nur deshalb an ihrem inhärenten Obskurantismus zugrundegehen, weil er kurzfristig zu idiotischen Entscheidungen führt und langfristig den zivilisatorischen Rückstand zementiert, sondern auch ganz unmittelbar.
Es geht darum, daß immer mehr Moslems Jesus im Traum erscheint… Im Moment wird der Nahe Osten von einem Damaskuserlebnis nach dem anderen heimgesucht. Rationalisten mögen über so etwas sarkastisch lächeln, aber genau hier, in den irrationalen Abgründen einer gepanzerten Menschheit, entscheidet sich die Zukunft der Welt. Abkommen, die in Camp David ausgehandelt werden, und die Trends des Rohölmarktes sind im Vergleich dazu vernachlässigbare Marginalien.
Die Welt wird von der Massenpsychologie bestimmt, nicht von den vulgärmarxistischen Konstrukten westlicher Intellektueller. Es ist definitiv am Kippen: der Islam kann ähnlich wie der Realsozialismus das Informationszeitalter nicht überleben. Er wird genauso kollabieren wie der Kommunismus.
Man kann die Emotionelle Pest (das DOR) nicht instrumentalisieren, man kann sie nur vernichten. Dieser Vernichtungsschlag kann nur gelingen, wenn man die Kräfte des Kerns, des „Guten im Menschen“ (das OR), mobilisiert. Wer DOR instrumentalisieren will, kommt im DOR um.
Unsere Kinder wissen, wovon ich rede. Wir haben sie auf den Altären unserer politischen Korrektheit geopfert und den Grauen Wölfen zum Fraß vorgeworfen. Die SPD und die Grünen (also die Roten Faschisten in diesem Land) wollten mittels Umvolkung ein Proletariat kreieren, das ihnen endlich folgt. Doch statt der Emanzipation wird das Mittelalter über uns kommen. Toller Plan!
Dieser Blogeintrag ist eine Ergänzung zu Amerika, die neue Schwarze Legende. Die „schwarze Legende“, die Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus und seit „1968“ geprägt hat, ist die Mär von der Hexenverfolgung. Natürlich ist dieses Lügenmärchen auch bei sogenannten „Reichianern“ sehr beliebt. Daß das ganze eine Mischung aus Halbwahrheiten, haltlosen Übertreibungen und vollkommenem Unsinn ist, hat Jenny Gibbons, übrigens eine moderne Hexe und „Neu-Heidin“, im Detail aufgezeigt. Siehe ihren neunteiligen Artikel.
Hexen hat es immer gegeben und zwar in jeder Weltregion. Selbst die Trobriander hatten auf „Besenstielen“ durch die Luft reitende Hexen! Nicht nur im alten Europa, sondern auch im alten China war es üblich, Hexen lebendig zu verbrennen. Noch heute werden sie in Afrika und Indien verfolgt und verbrannt. Beim revolutionären Umbruch in Zimbabwe galt Hexerei als „konterrevolutionär“ und als „Hexen“ denunzierte Frauen, meist Frauen, die irgendeinen Luxusgegenstand besaßen, wurden von den marxistisch-leninistischen Freiheitskämpfern lebendig verbrannt. In Angola ließ Sawimbis Unita Hexen verbrennen. Desgleichen in Süd-Afrika, wo der ANC systematisch jagt auf Hexen machte. Noch heute verfolgen hinduistische Glaubensfanatiker in der indischen Provinz Bihar Hexen. Witwen werden gesteinigt oder erschlagen, weil sie Seelen stehlen oder Menschen und Vieh verzaubern können und das Geschäft oder die Ländereien ihrer verstorbenen Ehemänner weiter bewirtschaften.
Bei linken Ideologen sieht es immer so aus, als wären die niederen Schichten Hauptopfer der Hexenverfolgung gewesen, aber es war wohl eher so, wie übrigens auch z.B. bei Luthers Judenhaß, daß die Stoßrichtung hauptsächlich gegen die Reichen und „Kapitalisten“ gerichtet war. Daß ist auch so, wenn im Alten Testament die sozialrevolutionären Jahwistischen Propheten Front gegen die „Hexen“ machen.
Daß z.B. die Hexenbulle 1484 herauskam, um das Bevölkerungswachstum aus ökonomischem Kalkül anzukurbeln, halte ich für rationalistischen Unsinn. Das war die Zeit der Bettelmönche (wie die Dominikaner, die den Kommentar zu dieser Bulle schrieben), die wahrhaftig nichts „Kapitalistisches“ in ihren Köpfen hatten – eher Sozialrevolutionäres gegen das reiche, „herumhurende Pack“. Außerdem frage ich mich, ob heutige Ideologen mit ihrem antikapitalistischen Impetus von den Hexenverbrennern ideologisch wirklich so weit weg sind, wie diese Gutmenschen es sich einbilden. In mancher Beziehung war die Kirche der „Kommunismus des Mittelalters“. Übrigens haben die „emanzipatorischen“ Kommunisten in der Sowjetunion eine ganz bestimmte Gruppe mit einem unbändigen Haß verfolgt – und das bereits lange vor dem Stalinistischen Terror: die Schamanen und Schamaninnen.
Angesichts dessen, was bis heute vom Hexenunwesen geblieben ist, insbesondere des erschreckenden alltäglichen Aberglaubens bei meinen Mitmenschen, Astrologie, „Freitag der 13“, etc., frage ich mich, ob das Christentum und später der Protestantismus sich nicht vielleicht durchgesetzt haben, eben weil sie genuin aufklärerisch und emanzipatorisch waren und die Leute von unberechtigten Ängsten und Einschränkungen des Lebens, Einschränkungen der Lebensenergie, befreit haben.
Die Sache mit den „orgiastischen“ Badehäusern ist der reine Blödsinn: die frivolen Darstellungen, die gerne gezeigt werden, entsprechen durchgehend Bordellen, während die normalen Badehäuser eben nichts anderes waren als eben Badehäuser, wie es sie überall bis in die 1950er Jahre dieses Jahrhunderts hinein gab, als die Wohnungen noch keine Waschgelegenheiten hatten. Daß es, anders als etwa in den islamischen Badehäusern, keine strenge Geschlechtertrennung gab, spricht nicht etwa für weniger, sondern für mehr Schicklichkeit und Zurückhaltung. Welcher normale Mensch würde etwa ein normales Sauna-Bad so beschreiben wie es mit den mittelalterlichen Entsprechungen seit dem unseligen Norbert Elias getan wird! Die in diesem Zusammenhang immer wieder hervorquellenden Gruppensex-Phantasien sind einfach hochneurotisch pubertär.
Was sich wohl für wilde Phantasien im Kopf eines fundamentalistischen Türken (und selbst eines Amerikaners!) abspielen, wenn er an das deutsche Badeparadies denkt? Genau die gleichen Phantasien spielten sich in bezug auf die mittelalterlichen Badehäuser in den Köpfen der Kleriker und der Gelehrten der viktorianischen Zeit ab. Diese verklemmten, extrem sexualfeindlichen pornographischen Phantasien werden nun hervorgekramt, um zu zeigen wie sexualpositiv doch das Mittelalter war.
Auch ich glaube, daß diese mittelalterlichen und modernen Badehäuser ein Zeichen für eine sehr gute gesellschaftliche Sexualökonomie waren und sind – und zwar deshalb, weil es vollkommen entsexualisierte Erscheinungen sind. Die Leute leiden nicht unter einer sexuellen Ausgehungertheit. In anderen Weltgegenden wäre so etwas unmöglich, weil die Männer nur stieren würden, es zu Eifersuchtsdramen und Vergewaltigungen käme, etc. Etwa in Ägypten wäre so etwas vollständig undenkbar!
Wenn dann Ottmar Lattorf in seinem eingangs verlinkten Aufsatz zur Hexenverfolgung im Zusammenhang mit Gemeinschaftsbetten und der Ohrenbeichte von Dingen berichtet, die unter dem Heidentum „nicht oder kaum mißbilligt worden waren: Oralverkehr, Inzest im weitesten Sinne (sic!), weibliche Homosexualität, Masturbationen und andere Positionen als die Missionarsstellung“… Hier muß ich auch daran denken, was Reich in Der triebhafte Charakter über „Gemeinschaftsbetten“ und „Oralverkehr, Inzest im weitesten Sinne, weibliche Homosexualität, Masturbationen und andere Positionen als die Missionarsstellung“ geschrieben hat; und in Christusmord mit bezug auf Moses und Paulus über die von Lattorf so gepriesene polymorph-perverse „heidnische Sexualität“.
Lattorf erwähnt alle möglichen Dinge, die mit allen möglichen anderen Dingen, etwa der nationalsozialistischen Germanentümelei, kompatibel sind (z.B. daß junge Fraue vor alten Männern tanzten, um deren Lebensgeister zu wecken) – aber nirgends die Genitalität.
Der von Lattorf beschriebene radikal anti-sexuelle Umschwung (Todesstrafe für außereheliche Sexualität) erinnert mich an die katholische Gegenreformation: man wurde sittenstrenger als jemals zuvor, um sich gegen die puritanischen Protestanten durchsetzen zu können. Ist es nicht vielleicht so, daß der vergleichbare vorangehende Umschwung zur Zeit der Kreuzzüge ebenfalls infolge einer Gegenreformation erfolgte: man wurde sittenstrenger als jemals zuvor, um sich gegen die Katharer und besonders die Moslems (bei denen Todesstrafe für außereheliche Sexualität eine Selbstverständlichkeit war) durchsetzen zu können? Diese Theorie erscheint mir weitaus plausibler als rationalistische marxistisch-„materialistische“ Erklärungsversuche.
Lattorf: „Die emotionalen sexuellen Verhältnisse bei den Unterjochten müssen damals insgesamt um einige Qualitätsgrade derber und freizügiger und gesünder gewesen sein, als wir das heute in Deutschland leben können.“ Kann man mir mal erklären, inwieweit er oder ich oder der Leser sexuell (genital) eingeschränkt wird durch „die Gesellschaft“?
Auch kann ich nicht nachvollziehen, daß ausgerechnet Europa das Non-plus-ultra an Neurose auf diesem Planeten sein soll.
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