14. Übertreibt es die Orgonomie mit dem Analogieschluß?
Posts Tagged ‘Anarchie’
Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 14
25. April 2019Die Wirkungsweise der emotionalen Pest (Teil 7)
21. Januar 2019Wie ticken „Reichianer“ soziopolitisch?
5. Oktober 2018Wenn man die Linksreichianer verstehen will, sollte man folgendes (orgonometrisch schlichtweg falsches!) Diagramm betrachten, daß ihre Haltung (nicht etwa ihre Charakterstruktur!) perfekt beschreibt. Ihren irrationalen Linksliberalismus, den Reich insbesondere in Christusmord so hart gegeißelt hat, betrachten sie in ihrer kontaktlosen Verwirrtheit als Ausdruck höchster Rationalität. Mit denjenigen, die Reich, ob als Kommunist oder als Eisenhower-Anhänger, zeitlebens gehaßt und verachtet hat, die teddybär-werfenden Liberalen, identifiziert sich der „Reichianer“.
Die Ableitung und Diskussion dieses und ähnlicher Diagramme in David Boadellas Aufsatz „Social structure and character structure“ (Energy and Character, Vol. 2, No. 2, May 1971, S. 34-45) zeigt, daß Boadella nicht funktionell und bioenergetisch, sondern formalistisch und politisch denkt. Entsprechend geht es zunächst gar nicht auf die entsprechende funktionelle und bioenergetische Ableitung politischen Verhaltens des Liberalen (= verlogene oberflächliche Charakterschicht) und des Faschisten (= sadistische mittlere Charakterschicht), wie sie Reich 1942 im Vorwort zur Massenpsychologie des Faschismus präsentiert hat, ein, sondern handelt sie am Ende des Aufsatzes als eine Art Anhang kurz ab. Abschließende Sätze in Boadellas Text, in denen das Wort „liberal“ gar nicht vorkommt, – denn wenn es erwähnt worden wäre, wäre dieser ganze aufgeblasene, aber nichtsdestotrotz hohle Artikel zerplatzt.
Das obige Diagramm ist direkter Ausdruck der Charakterstruktur Boadellas und weniger einer wissenschaftlichen Aussage. Als primäre Impulse sehen wir „libertäre und arbeitsdemokratische Tendenzen“. Sie seien in der gepanzerten Gesellschaft genauso Angriffen ausgesetzt wie liberale Tendenzen auch, nur intensiver. Mit anderen Worten will Boadella tatsächlich nur eins: seine eigenen rebellischen („anarchistischen“) neurotischen Strebungen als ultimative Gesundheit darstellen im Gegensatz zu den bürokratischen Sozialisten der Labour Party und den Kommunisten auf der einen und den genauso kranken konservativen Tories und imaginären „Nazis“ auf der anderen Seite. Beide Seiten würden gleicherweise die Liberalen angreifen, die das an Rationalität vertreten, was in einer gepanzerten Gesellschaft möglich ist. Der schwarze Balken im Diagramm symbolisiere, wie die „natürlichen kooperativen Tendenzen“ der Menschen blockiert werden und entsprechend aus Arbeitsdemokraten bloße Liberale werden – die dergestalt der Gesundheit noch am nächsten stehen würden. Hier haben wird die Rechtfertigung für Boadellas windelweichen Liberalismus, wie er in Energy and Character zum Ausdruck kommt.
Die extreme Linke, der Konservative, die extreme Rechte
27. Juli 2018Der Konservative (und der Orgonom) lebt mehr oder weniger durch die Panzerung verzerrt aus seinem bioenergetischen Kern heraus, während der Linke keinerlei Kontakt zu seinem Kern hat und immer mehr in der sekundären Schicht versinkt. Ähnlich der Rechtsradikale, der zunehmend seinen stark verzerrten Kontakt zum Kern verliert und schließlich eine einzige Verkörperung der sekundären Schicht ist. Beispiele:
Die Linke und überhaupt das urbane Gesindel, das sich überall breitmacht, verlangt „Respekt“ als einforderbares Recht. Dabei ist Respekt etwas, was man sich durch Leistung und im menschlichen Umgang erarbeiten muß. Jeder kann von mir Rücksicht verlangen, Leben und Leben lassen, aber niemandem schulde ich Respekt, den er sich nicht in meinen Augen erworben hat!
Die Ablehnung aller Autorität ist im anti-autoritären Zeitalter (Konia) das Hauptmerkmal der Linken:
Sich selbst als einzige Autorität für sich selbst anzusehen – ja, letztendlich ist man sowieso in jedem Fall derjenige, der die letzte Entscheidung im eigenen Kopf fällt; aber der Linke weitet das aus und Autorität ist nicht mehr etwas, was man sich hart erarbeiten muß, sondern sie entspringt der eigenen kontaktlosen Selbstherrlichkeit. Man schaue sich nur in Universitären an wie Professoren, die die politische Korrektheit verletzen, von Studenten, die kaum die ersten Grundlagen ihres Faches verstanden haben, in die Schranken verwiesen werden. Anarchie und Verblödung fallen in eins!
Demokratie bedeutet Herrschaft des Volkes. Die Volkszugehörigkeit ist angeboren, kann aber auch, wie früher der erbliche Adelsstand, nachträglich erarbeitet werden. Beispielsweise werden Fremdenlegionäre nach einer gewissen Dienstzeit Franzosen. Linke hingegen schmeißen mit dem deutschen Paß nur so um sich, lösen das verbindliche Volk in eine unverbindliche „Be-Völkerung“ auf und haben Angst vor „Populismus“, gar „Faschismus“.
Das Recht ist für sie kodifiziertes Gutmenschentum. Für Konservative sind Rechte vor allem gottgegeben, naturgegeben, die Summe jahrhundertealten Rechtsempfindens.
„Rassismus“, wie immer er auch konkret ausgestaltet sein mag, ist den Rechtsextremen wesenseigen. Deshalb verweigern sie jedem, der „nicht dazugehört“ den Respekt. Autorität ist unhinterfragbar und der Staat reduziert sich auf blanke Gewalt, das Recht des Stärkeren (ob religiös verbrämt oder pseudo-wissenschaftlich untermauert).
ZUKUNFTSKINDER: 1. „Rousseauismus“? c. Verlorengegangene und erträumte Paradiese
27. Januar 2018Ein neuer Artikel auf http://www.orgonomie.net:
ZUKUNFTSKINDER:
1. „Rousseauismus“? c. Verlorengegangene und erträumte Paradiese
Dem gepanzerten Menschen ist das Lebendige grundlegend fremd. Beispiel Summerhill
18. Juli 2017Neulich wurde hier eine der vielen konservativen Kritiken an A.S. Neill und Summerhill verlinkt. Ich wollte sofort etwas dazu schreiben, doch ist mir dazu partout nichts sinnvolles eingefallen. Manche Einwände sind derartig grundsätzlich falsch, daß man kaum mehr tun kann, als etwas hilflos auf die orgonomische Literatur zu verweisen. Und selbst dann: würden diese Kritiker sie durcharbeiten, kämen sie nur mit Stellen, die ihre Einwände weiter untermauern.
Das Problem ist argumentativ nicht bewältigbar, weil es charakterologischer Natur ist. Gepanzerte Menschen kennen kein spontanes Funktionieren. Alles muß von außen angestoßen und bewegt werden. Daß sich die Orgonenergie spontan, aus sich heraus bewegt, daß sie (arg mystisch ausgedrückt) „von selbst die Initiative ergreift“, ist ihnen wesensfremd. Entsprechend müssen in ihren Augen Kinder, die ungepanzert sind, bzw. deren Panzerung noch verhältnismäßig einfach aufzulösen ist, zu ihrem Glück gezwungen werden. Daß sie von sich aus lernbegierig sind und dafür auch manche Unbill auf sich nehmen und daß sie ihre Gemeinschaft spontan selbst organisieren und dabei umstandslos auch Sanktionen von der Gemeinschaft akzeptieren, das will nicht in den Kopf der besagten Kritiker. Wie zutiefst lächerlich und kontraproduktiv es ist, den Kindern Lernstoff und Disziplin aufzuzwingen, also daß nicht etwa Summerhill, sondern die Gesellschaft außerhalb Summerhills grotesk und entartet ist – gepanzerte Menschen werden das nie verstehen.
Wer schafft Herrschaft ab?
21. August 2016Frägt einer der Aufkleber auf einem Laternenpfahl. Das Angebot dieser anarchistischen, Gesellianischen, gar Marxistischen Heilsbringer, zeigt jedem, der noch alle Latten am Zaun hat, daß das nur zu mehr gesellschaftlichem Chaos und Leid führen kann. Unsere Fragen sind ganz anders geartet.
- Wie ist die Charakterstruktur jener geartet, die solche Heilsversprechungen verbreiten? Verbirgt sich hinter den ach so hehren Zielen und vorgeschlagenen Mitteln zu deren Erreichung das Ausleben denkbar neurotischer Strebungen?
- Ist die durchschnittliche Charakterstruktur der Massen überhaupt freiheitsfähig, d.h. gibt es eigentlich eine Basis für „Herrschaftslosigkeit“?
- Wenn Freiheitskrämer, die ihre Neurose auf der gesellschaftlichen Bühne ausagieren, bei den strukturell freiheitsunfähigen Massen Resonanz finden, muß das nicht zwangsläufig in einem Desaster enden?
Der Weg in eine „herrschaftslose Gesellschaft“ kann nur geebnet werden, wenn man die pestilenten Freiheitskrämer entzaubert und den arbeitenden Massen immer mehr die Verantwortung für ihr eigenes Leben aufbürdet. Herrschaft verschwindet erst dann, wenn sie überflüssig geworden ist.






















