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DER ROTE FADEN:
1. Aktion und Reaktion:
a. Der Weg in den Kommunismus
b. Der Weg in den Faschismus (Wien)
c. Rassenhygiene
Zunächst wird Reichs Stalinistischer (d.h. in der damaligen Zeit extrem linksradikaler) Fanatismus Ende der 1920er und Anfang 1930er Jahre kleingeredet. Das wird getan, um aus Reich einen charakterstrukturellen Linksliberalen zu machen. Dieser auf den ersten Blick für linke Verschwörer etwas absonderliche Schritt ist notwendig, um einen zweiten vorzubereiten, nämlich glaubwürdig zu machen, daß Reich in Amerika nicht etwa aus grundsätzlichen, sondern aus opportunistischen Gründen sich vom Marxismus distanziert hat.
Beides ist vollständig abwegig: in Wien und Berlin hat Reich sein Linksradikalismus die Karriere zerstört und ihn in akute Lebensgefahr gebracht, während in New York seine explizite Distanzierung von der UdSSR und den Linken ihm im alles entscheidenden Milieu der Intellektuellen nur Probleme beschert hat.
Reich soll zu dem umgelogen werden, was er in wirklich jeder seiner Phasen wahrhaftig nicht war: zu einem windelweichen, aggressionsgehemmten, opportunistischen Linksintellektuellen a la Otto Fenichel!
Reich hat den Verschwörern ungewollt in die Hände gearbeitet, als er selber in Amerika einerseits seine ehemalige Militanz herunterspielte, andererseits aber partout nicht von Marx und selbst nicht von Lenin lassen wollte. Das eine, wie das andere ist nur allzu verständlich, da es fast unmöglich war, Reichs ehemalige Militanz zu erklären, und andererseits Reich verständlicherweise auch nicht aufgeben wollte, was er in Wien und Berlin erarbeitet hatte. Tragischerweise können die Verschwörer heute durch bloße Akzentverschiebungen daraus eine ganz andere Geschichte machen. Eine, die Reich in den sozialistischen Befreiungskampf „zurückholt“, indem er sozusagen politisch gemainstreamt wird.
Diethard Sawicki macht in seinem Aufsatz „Das wunderbare Leuchten einer erneuerten Welt. Wilhelm Reichs Bionexperimente und seine Entdeckung der Orgonenergie“ (Wunder. Poetik und Politik des Staunens im 20 Jahrhundert, suhrkamp Taschenbuch) die sehr interessante Beobachtung, daß Reich damals nur in der Stalinistischen Sowjetunion eine Chance gehabt hätte wissenschaftlich zu reüssieren. Amerika und der gesamte Westen wurden von der Rockefeller-Stiftung beherrscht, die ausschließlich eine extrem mechanistische und kostspielige Großforschung finanzierte. Leute wie Reich konnten nur in der Sowjetunion eine Nische finden. Nur hier wurden Lamarckistische, lebensenergetische und im weitesten Sinne „dialektisch-materialistische“ Forschungen unterstützt, insbesondere was das Problem der „Urzeugung“ betraf. Während des Kalten Krieges war ausgerechnet die Sowjetunion, deren Staatsphilosophie ein brutaler Materialismus war, Vorreiter in Sachen parapsychologischer Forschung („Psychotronik“). Von daher war es m.E. alles andere als abwegig, daß Reich den Verdacht hegte, die Sowjetunion würde seine Orgonforschung ausspionieren und alles dafür tun, ihn in den USA zu deskreditieren, während sie selbst sie in der UdSSR nutzte.
Die „DDR“ wollte bis Mitte der 1960er Jahre das verwirklichen, was Krypto-Stalinisten auch bei uns einführen wollen: arbeitende Mütter ohne Doppelbelastung, d.h. die staatliche Krippenerziehung. In der „DDR“ sprach man von „Wochenkrippen“. Forschungen, die die negativen Folgen für die emotionale („psychische“) Entwicklung der Kinder zeigten, schränkten den anfänglichen Enthusiasmus der sozialistischen Obrigkeit zwar ein und das Programm wurde in der „DDR“ nicht mehr mit gleicher Vehemenz durchgesetzt, aber entsprechende Forschungsergebnisse wurden in der Folgezeit unterdrückt und die Bindungstheorie, also daß Kinder den unmittelbaren emotionalen Kontakt zur Mutter brauchen, um gesund heranzuwachsen, wurde zum Tabu. Und das, nachdem man herausgefunden hatte, daß sich gravierende Defizite im Vergleich zu normalen Kindern im Bereich Orientierung und Bewegung im Raum, beim Sprachvermögen und Sozialverhalten zeigten.
Die Pädagogin und Dozentin Ute Stary hat die Betroffenen befragt. „Sie schildern“, so Stary, „schwierige Beziehungsverhältnisse zu ihren leiblichen Eltern, daß sie das eher als angespannt empfinden, dieses Verhältnis, daß man sich auch ein stückweit fremd ist. Und daß sie selber Schwierigkeiten haben, in Beziehung zu kommen, sich auf Partnerschaften einzulassen und vor allen Dingen ihren eigenen Kindern gerecht zu werden.“
Die Ergebnisse ihrer Untersuchung hat Ute Stary in einem Fachbuch publiziert. Weitere Forschungsarbeiten zum Thema Wochenkrippe gibt es in Deutschland bislang nicht. Schade, sagt Ute Stary, wäre doch hilfreich, jetzt, wo das Bundesfamilienministerium kräftig in 24-Stunden-Kitas investiert und in die sogenannte Randzeitenbetreuung, abends und nachts.
Sozialisten, etwa der Modju Herbert Marcuse, haben Säuglinge und Kleinkinder schon immer gehaßt. Diese bewegen sich nämlich in jenen Bereichen, gegen die die Sozialisten aufbegehren. Säuglinge und Kleinkinder funktionieren weniger im Zerebrum, als vielmehr im Vegetativum, während die Charakterstruktur des Sozialisten das energetische Orgonom (zu dem das Zentrale Nervensystem gehört) betont, zuungunsten des orgonotischen Systems (zu dem das Autonome Nervensystem gehört). Mit Kindern oder gar Säuglingen kann man keine intellektuellen Debatten führen, sie sind deshalb langweilig und, wenn man so will, „reaktionär“. Diese eklig aus dem Kern heraus lebenden gefühlsduseligen kleinen Wesen, d.h. „Konservative“, gehören solange unter Quarantäne, bis sie zu vollwertigen Menschen herangereift sind, mit denen die Marcuses dieser Welt angeregt über repressive Strukturen debattieren können.
Ausgangspunkt von Hegels Philosophie ist die Frage, wie Bewegung überhaupt möglich ist. Zenons Paradoxon ist allgemein bekannt: ein Pfeil kann sich vom „philosophischen“ Standpunkt her nicht bewegen, denn in jedem Moment, an dem wir den Pfeil mit unserem „philosophischen Auge“ betrachten, steht er still. Es ist wie bei den Einzelbildern einer Filmrolle. Hegel zufolge ist Bewegung nur möglich, weil zwei sich gegenseitig ausschließende Tatsachen (der Pfeil ist entweder hier oder dort) koexistieren können (der Pfeil bewegt sich). Diese Einheit von „hier“ und „dort“ ist die synthetische Funktion des Geistes, und so ist alles um uns herum eigentlich nichts als Geist oder vielmehr die Entfremdung des „reinen Geistes“, d.h. der Logik und ihrer Bewegungsgesetze jenseits von Raum und Zeit. Dieser „Geist“ ist autonom, d.h. weder mein Verstand („hier“) noch dein Verstand („dort“), sondern der allgemeine Geist. Der „reine Geist“ wird zum „absoluten Geist“, wenn er sich in Kunst und Musik, Religion und Philosophie manifestiert, wo sich der Geist seiner selbst bewußt wird. Der „absolute Geist“ ist die höhere Synthese des „subjektiven Geistes“ des Individuums und des „objektiven Geistes“ der Ethik (Familie, Gesellschaft, Staat). Dieser „objektive Geist“ manifestiert sich in der Geschichte der Welt, und die Geschichte der Welt ist nichts anderes als die Geschichte von Staaten, Reichen und Dynastien. Das endgültige Ziel dieser Entwicklung ist, wie angedeutet, der „absolute Geist“. Daher muß das egoistische Individuum, das die Entwicklung des „objektiven Geistes“ behindert, unterjocht, d.h. vollkommen der Ethik unterworfen werden. Der Staat ist alles, denn der Staat ist die Manifestation Gottes, oder vielmehr führt der Staat zur endgültigen Manifestation Gottes als „absoluter Geist“. Dergestalt waren „Staaten mit einem philosophischen Ziel“, also kommunistische (und faschistische) Staaten die höchsten Manifestationen des Hegelschen Denkens. Marx war die Fortsetzung von Hegel: die vollständige Unterwerfung des egoistischen Individuums unter die Idee „Menschheit“ (heute „Globalismus“). Max Stirner war das Gegenteil von Hegel: die „subjektive“, „unethische“ Selbstregulierung.
Reich hat sich von Anfang an auf die Seite von Stirner gestellt. Warum er dann als „Marxist“ galt und sich auch selbst mehr oder weniger bis zum Schluß als solcher betrachtete? Weil er Anhänger der Dialektik war, d.h. glaubte, daß es bestimmte „Bewegungsgesetze“ gibt. Der Unterschied ist nicht nur, daß die „Reichsche Dialektik“ nach zur Zukunft hin offen ist. Er wurde aus der KPD geworfen, weil er behauptet hatte, daß die Kommunisten, auf der Seite doch „die Geschichte“ stand, verloren hatten. Er glaubte nicht an die Rationalität des bisherigen „eisernen“ Geschichtsablaufs. Aber vor allem: Reich vertrat nicht die „Vergesellschaftung des Menschen“, die „Ethik“, d.h. das Verinnerlichen der Vorgaben jener, die dich in der Hand haben. Stalin war die Verkörperung des Über-Ichs schlechthin, der Stalinismus die denkbar brutalste Vorführung, wie das Über-Ich installiert wird: werde wie ich oder stirb.
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Igitt: Sex, Schlamm und Ackerknecht
Robert sagte 2010: Der Publizist William S. Schlamm,… rechtskonservativer Reich-Hasser
Es ist typisch für die vielen Konservativen, dass sie perverse Sexualität nicht von natürlicher Sexualität unterscheiden können und deswegen Reich missverstehen. Schlamm ist da beileibe nicht der Einzige. Der übelste Vorwurf ist, Reich hätte den sexuellen Kindesmissbrauch unterstützt.
Während die Konservativen Reich unterstellen, er fördere Perversionen, unterstellen ihm die Liberalen, er wolle eine genitale Diktatur errichten (und die Prä-Genitalität unterdrücken).
Klaus: Immer wenn ich anfing, was von Bloch zu lesen, war ich sehr gelangweilt, weil ich mich fragte, was er außer historischen Thesen zu bieten hat an allgemeinen Erkenntnissen. Und wenn da auch allgemeinere Erkenntnisse sind, kann man die kürzer und klarer zum Ausdruck bringen. Diese Standardautoren der Linken machten sich eben vierzig Jahre gut in Regalen – Suhrkamp hat ja gleich fürs Design gesorgt. Nun hatten die linken Studenten immerhin wenigstens Helden fürs Bücherregal – die gegenwärtigen haben u. a. wegen der standardisierten Veranstaltungen und Prüfungen meistens erheblich weniger Lektüreerfahrungen aus eigener Initiative. Nicht einmal mehr zum Protzen ist etwas im Regal aneinandergereiht.
Wie sehr z. B. Adorno bloß Kultstatus hatte (und z. T. noch hat) (wie mir scheint: ohne inhaltlich Umwerfendes mitzuteilen), merkte ich z. B. daran, dass in einem meiner spannendsten Seminare – über kleine Schriften Gottlob Freges – mein Nachbar einerseits heimlich, andererseits demonstrativ (Buch unterm Tisch, aber vor Seminarbeginn sichtbar) Adorno las.
Robert: Adorno hat allerdings mit die „Studien zum autoritären Charakter“ geliefert, womit er die Psychostruktur des faschistischen Charakters liefern wollte. Es hat allerdings mehr mit Sozialpsychologie statt Tiefenpsychologie zu tun. Ich bezweifele, ob er Reichs „Massenpsychologie“ gelesen hat – jedenfalls merkt man darin wenig (in der Suhrkamper Taschenbuchausgabe). Das Buch erschien 1950 als Sammelwerk in den USA.
http://de.wikipedia.org/wiki/Autorit%C3%A4rer_Charakter
Jonas Says:
@Robert:
Habe leider die Quelle nicht parat, erinnere mich aber gelesen zu haben, dass sich Adorno im „autoritären Charakter“ stark an Reich orientierte – auch wenn er seinen Namen nicht erwähnt. In privaten Briefen diskutiert er dies aber. Er gibt Reich den Vorzug gegenüber Erich Fromm, da letzterer den Fehler beginge, die psychoanalytische Methode direkt auf die Gesellschaft anzuwenden, während Reich psychoanalytische und soziologische Methodik nach ihren Zuständigkeitsbereichen getrennt halten will.
Das man davon zugegebenermaßen wenig merkt, ist natürlich eine andere Geschichte. Zum Verhältnis Adorno-Reich sind sicherlich Laskas Arbeiten im LSR-Projekt lesenswert (Stichwort Re-pulsions- und De-zeptionsgeschichte).
Klaus: Wie trivial es ist, was er zum irrationalen Kampf gegen jegliche Autorität zu sagen hat – eben so trivial, wie das, wogegen er argumentiert, lächerlich ist. Daher wundern mich immer die vielen Worte, die dafür gebraucht wurden.
David 2015: Der libertinistische Gegenpart zum asketisch verträumten Bloch spielte Herbert Marcuse, der Prophet des Anspruchsdenkens, der Leistungsverweigerung und der anti-genitalen polymorph-perversen Erotisierung der Gesellschaft. Alles was die Spießer von je her den fortschrittlichen Menschen fälschlich andichteten, propagierte dieses Schwein.
Und Habermas?
Der wird doch auch immer wieder erwähnt – im Zusammenhang mit der Kritischen Theorie:
Zitat Wikipedia:
Wegen der Vielfalt seiner philosophischen und sozialwissenschaftlichen Aktivitäten gilt Habermas als ein produktiver und engagierter öffentlicher Intellektueller.[2] Vom hegelianisch-marxistischen Ursprung der Frankfurter Schule hat er sich durch die Rezeption und Integration eines breiten Spektrums neuerer Theorien gelöst. Er verband den historischen Materialismus von Marx mit dem amerikanischen Pragmatismus, der Entwicklungstheorie von Piaget und Kohlberg
(ähnlich auch Loevinger – das sind doch die Stadien der moralisch-psychologischen Entwicklung des Kindes wenn ich mich nicht irre; Anmerkung von mir)
und der Psychoanalyse von Freud. Zudem beeinflusste er maßgeblich die deutschen Sozialwissenschaften, die Moral- und Sozialphilosophie. Meilensteine waren vor allem seine Theorie des kommunikativen Handelns
(kommunikatives Handeln klingt ziemlich modern, irgendwie facebook-like; nach Arbeitsdemokratie hört das sich aber gar nicht an, finde ich; Anmerkung von mir)
und, wiederholt inspiriert durch die diskurstheoretische Auseinandersetzung mit Karl-Otto Apel, seine Diskurstheorie der Moral und des Rechts.
Zitat Ende.
Irgendwie kommt mir das alles ziemlich „rechts“ vor und anfangen konnte ich mit Habermas noch nie was. Vielleicht konnte ich ihn noch nicht einmal verstehen.
Robert 2011: Zu Daniel Cohn-Bendit ein informativer Artikel von Bettina Röhl:
Vom Wutbürger zum Machtbürger
Daniel Cohn-Bendit ist eine Art Überpräsident der 68er Bewegung. Seine pädophilen Entgleisungen schaden ihm nicht. Jetzt schwingt er sich zum Oberrichter über Demokratie, Verfassung und die Schweiz auf. Von Bettina Röhl
Dazu Peter: Bei den lesenswerten Leserbriefen habe ich folgenden interessanten Link gefunden:
http://wireltern.eu/news/die-paedophilenpartei.html
Ich werde niemals soviel fressen können, wie ich kotzen möchte.
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger weist Forderungen aus der CSU nach höheren Mindeststrafen für sexuellen Kindesmissbrauch ab.
Im „Hamburger Abendblatt“ nannte die FDP-Politikerin die geforderte Strafverschärfung für jede Form von sexuellem Missbrauch „reine Symbolpolitik“.
http://www.rp-online.de/politik/deutschland/Justizministerin-gegen-schaerfere-Strafen_aid_949153.html
Ja, es ist symbolisch, daß in diesem Land Diebstahl härter bestraft wird als die Zerstörung einer Kinderseele.
O.: So wie Dieter E. Zimmer im Zeit-Artikel WR interpretiert und dieses Verständnis als das der 68-er hinstellt, wird den Studenten unterstellt sie wollten oder konnte WR nicht verstehen. Aber auch in den 90-ern wurde Reich in Belzig und Berlin in Reich-nahen Kreisen noch als Freifahrtschein zum Ficken missverstanden. Die meisten Reich-Schüler waren aber noch zu verklemmt, um überhaupt mal Sex zu haben, so musste sie dann bei den etwas lockeren sozialisierten Ex-DDR-lern/-innen sich abschauen, wie man einfach mal sich mit jemandem zum Sex verabreden kann.
Also auch in Berlin wurde noch geglaubt, bei „Reich-Lese-Unkundigen“, die aber durch Vorträge glaubten etwas vom genitalen Charakter verstanden zu haben, man müsse nur ficken und frei fließen. Die Eingeweihten wussten natürlich, dass das nichts bringen würde und das man ohne Therapie ohnehin nicht vorankäme.
Das Problem war aber vielmehr eine taugliche Therapie zu finden, wo doch niemand weit und breit eine Ahnung davon hatte … und so beißt sich die „sexuelle Revolution“ noch in ihren eigenen „Schwanz“ – wenn sie einen hat.
Peter 2015: Erneute Hetze von Rechts gegen Reich – angestachelt durch das linke Gesindel…
https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/02/linksanarchistische-kinderladen-der-68er-revolutionare-befreiung-durch-kindersex/