Posts Tagged ‘Orgasmus’
15. Juni 2019
von David Holbrook, M.D.
„Die sexuelle Energie ist die biologische Aufbauenergie der psychischen Apparatur, die die menschliche Gefühls- und Denkstruktur bildet. ‚Sexualität‘ (physiologische Vagusfunktion) ist die produktive Lebensenergie schlechthin.” (Reich 1935, S. 18)
„Die innere Beschaffenheit der Liebesfunktion hat auf jede einzelne Teilfunktion auch aller anderen Aktivitäten des Individuums bestimmenden Einfluß.“ (Reich 1953, S. 80)
„[Orgastische Potenz] ist die Fähigkeit zur Hingabe an das Strömen der biologischen Energie ohne jede Hemmung, die Fähigkeit zur Entladung der hochgestauten sexuellen Erregung durch unwillkürliche lustvolle Körperzuckung.“ (Reich 1942, S. 81, kursiv im Original) „Die Fähigkeit, sich trotz mancher Widersprüche mit der gesamten affektiven Persönlichkeit zeitweise auf das genitale Erleben einzustellen, ist eine weitere Eigenschaft der orgastischen Potenz.“ (Reich 1927, S. 43, kursiv im Original)
„Wird die sexuelle Erregung gebremst, so entsteht ein fortschreitender Widerspruch: Die Bremsung steigert die Erregungsstauung; die gesteigerte Erregungsstauung schwächt die Fähigkeit des Organismus, sie abzubauen. Dadurch erwirbt der Organismus eine Angst vor der Erregung, mit anderen Worten, die Sexualangst. Sie ist somit durch äußere Versagung der Triebbefriedigung veranlaßt und durch die Angst vor der gestauten Sexualerregung innerlich verankert. Daraus leitet sich die Orgasmusangst ab. Sie ist Angst des dem Lusterlebnis entfremdeten Ichs vor der überwältigenden Erregung des Genitalsystems. Die Orgasmusangst bildet den Kern der allgemeinen strukturellen Lustangst. Sie äußert sich gewöhnlich als allgemeine Angst vor jeder Art vegetativer Empfindungen und Erregung oder der Wahrnehmung solcher Erregungen und Empfindungen [kursiv von mir – D.H.]. Lebenslust und Orgasmuslust sind identisch. Die äußerste Erscheinung der Orgasmusangst bildet die allgemeine Lebensangst.“ (Reich 1942, S. 124, kursiv im Original, sofern nicht anders angegeben)
„…die allgemeine psychische Kontaktlosigkeit (…) [ist] nur die allgemeine Ausstrahlung orgastische[r] Kontaktangst…“ (Reich 1949a, S. 429, kursiv im Original)
„Letzten Endes steckt die Orgasmusangst hinter allen Manifestationen der Panzerung.“ (Baker 1967, S. 32)
Anmerkungen
* Seit der Zeit Wilhelm Reichs hat das American College of Orgonomy (ACO) –vor allem durch die Arbeit von Dr. Charles Konia – das Konzept der Schizophrenie auf ein ganzes Spektrum schizoider Charakteristika ausgeweitet, die als typisch für das gesehen werden, was nunmehr als „schizophrener Charakter“ bezeichnet wird, ein Charaktertyp, der normalerweise nie psychotisch war, aber dennoch viele der Merkmale der schwereren Form aufweist, die im Hauptstrom der Psychiatrie als „Schizophrenie“ bekannt ist. Daher würde die Person, die in der Mainstream-Psychiatrie als Schizophrener bezeichnet wird, auch beim ACO als schizophrener Charakter betrachtet werden, stellte aber nur die extremste Form dieses Charaktertyps dar. Schizophrene Charaktere haben im Allgemeinen genug Ichstärke, um was auch immer zu erreichen, und sie sind in jedem Bereich des Lebens präsent. Weitere Informationen zu den verschiedenen Charaktertypen finden sich bei Baker 1967.
Literatur
- Baker EF 1967: Der Mensch in der Falle, München: Kösel, 1980
- Reich W 1927: Genitalität, Köln: KiWi, 1982 [Ursprünglich 1927 mit dem Titel Die Funktion des Orgasmus veröffentlicht. Das ist ein komplett anderes Buch als das von 1942 mit dem gleichen Namen.
- Reich W 1935: Die sexuelle Revolution, Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag, 1971
- Reich W 1942: Die Funktion des Orgasmus, Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag, 1972
- Reich W 1949a: Charakteranalyse, Köln: KiWi, 1989
Dieser Text wurde mit Genehmigung von Dr. Holbrook seiner Facebook-Seite entnommen und übersetzt.
Schlagwörter:biologische Energie, Charaktertypen, genital, Hingabe, Lebensenergie, Lebenslust, Liebe, Lust, Orgasmus, paranoid-schizophren, Schizophrenie, Sexualität, Vagus
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3. Juni 2019
Schlagwörter:ficken, Geschlechtsverkehr, Gesundheit, Heranwachsende, Jugendliche, Liebe, Orgasmus, Sex, sexuelle Revolution, Teenager, Wilhelm Reich
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19. Mai 2019
Schlagwörter:Aktivismus, Alkoholismus, Amerika, amerikanische Demokratie, Antihelden, Antikriegsbewegung, Arroganz, Atomtod, Außenseiter, Aufklärung, Aufrüstung, Aussteiger, Autoritarismus, Autorität, Ökumenisches Konzil, Bösartigkeit, Bürgerrechte, Benjamin Spock, Boatpeople, Brüderlichkeit, Bronislaw Malinowski, Brutalität, Castro, Catilina, Chauvinismus, Che, China, CIA, Cicero, das Jugendproblem, Demokratie, Diskriminierung, Dominikanische Republik, Drogen, Drogenabhängigkeit, Drogenkonsum, Ehe, Eheprobleme, Eldridge Cleaver, Encounter, Endlösung, Erziehung, Establishment, Extremisten, Faschismus, Führer, Freiheit, Freiheitskämpfe, Freiheitsphilosophie, Frieden, Friedensbewegung, Friedensbewegungen, Friedensinitiativen, Friedenssymbol, Gerechtigkeit, Gesellschaftsordnung, Gewalt, Gleichheit, Gulag, Herbert Marcuse, Hitlerismus, Holocaust, Homosexualität, Humanismus, Imperialismus, Inquisition, Intoleranz, Jonestown, Jugend, Jugendliche, Jugendproblem, Jugendrebellion, Kalter Krieg, Kambodscha, Kapitalismus, Kenneth Tynan, Kindesalter, Kollektivismus, Kollektivschuld, Kommunismus, Konservative, Korea, Krieg und Frieden, Kriminalität, Kuba, Kubaner, LeRoi Jones, Liberalisierung, Liberalismus, Linke, Machterschleichung, Mao, Marcuse, materielle Not, mechanistische Lebensauffassung, Meinungsfreiheit, Mi Lai, Michael Bakunin, militärisch-industrieller Komplex, Minderheiten, Mittelalter, Mystizismus, nationale Befreiungskriege, Neger, Neue Linke, Neue Linken, Nichtverbreitungspakt, Nordvietnam, Orgasmus, Papst Johannes XXIII., paranoide Schizophrenie, patriarchalische Gesellschaftsordnung, Patriarchat, Paul Goodman, Peace, People’s Temple‚ roter Faschismus, Platon, Pornografie, Pornographie, Prager Frühling, Pressefreiheit, Profitinteressen, Psychopathen, Psychopolitik, Rassenbeziehungen, Rassenhaß, Rassenmischung, Rassenprobleme, Rassismus, Rassisten, Rebellen, Rebellion, Rebellionen, Redefreiheit, Repressive Toleranz, roter Faschismus, Rußland, Salvador Dali, Säuglingsalter, Südvietnam, schöne neue Welt, Schuldgefühl beruhen, Schwarze, Schwarzheit, Selbstregulierung, Separatismus, Sex, Sexualfeindlichkeit, Sexualität, Sexualleben, sexuelle Freiheit, sexuelle Revolution, Sokrates, Sowjetunion, Sozialismus, Sozialprogramme, Spaß; Raffinesse, Studentenunruhen, Theaterkritiker, Time Magazine, Toleranz, Tschechoslowakei, Umsturz, Unehrlichkeit, Unterwanderung, Utopien, Vatikanum 2, Verantwortungslosigkeit, Verhandlungen, Vernunft, Vietcong, Vietnam, Vietnamkrieg, Weiße, Weißheit, Weltfrieden, Widerstand, Zügellosigkeit
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12. Mai 2019
Schlagwörter:Atemfrequenz, Ausdruck, Autonomes Nervensystem, bioenergetisch, Blutdruck, Blutfluß, Charakter, Einstellungen, Elektroskop, Emotion, Emotionen, endokrines System, Ganzkörpererfahrung, Gesichtsausdruck, Gesundheit, Hauttonus, Herzfrequenz, Immunsystem, Körperpsychotherapie, Körpersprache, Körpertherapie, lymphatisches System, Mikroskop, Muskelspannung, Muskeltonus, Nervensystems, Neurowissenschaft, nonverbal, Orgasmus, Physiologie, Protoplasma, Psychiater, Psychologie, Psychotherapie, Pulsation, Sexualität, Tonfall, Verdauung, Wärmeregulierung, zentrales Nervensystem
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8. Mai 2019
Im Journal of Orgonomy (50(2), S. 76) beschreibt Elsworth F. Baker eine Patientin, die mit einem frei beweglichen, also weitgehend ungepanzerten Beckensegment in Therapie gekommen war. Am Ende der Therapie führte die Beseitigung restlicher Spannungspunkte im Becken und die Mobilisierung des Beckens (Aufforderung die Schließmuskeln des Anus und der Vagina widerholt anzuspannen und wieder loszulassen) zu einem starken Zittern der Schenkel und sie war fähig, beim Ausatmen das Becken nach vorne zu stoßen. Baker war es jedoch nicht möglich den Orgasmusreflex auszulösen. Dazu schreibt er: „Reich wies darauf hin, daß, obwohl einige Fälle ein hohes Gesundheitsniveau erreichen können, sie niemals den Reflex zeigen und manche nie [orgonotische] Strömungen verspüren.”
Umgekehrt berichtet im gleichen Heft (S. 178) Charles Konia von einer Patientin, die er von einem anderen Orgonomen übernommen hatte, bei der bloßes Atmenlassen auf der Couch sofort zu einem generellen Zittern des Körpers und zu einem Orgasmusreflex führte. Das trat zu einem Zeitpunkt auf, als von einer Heilung noch nicht im Entferntesten gesprochen werden konnte, war aber kein Grund zur Besorgnis, weil der vorangehende Orgontherapeut das okulare Segment ausreichend mobilisiert hatte, um eine geregelte Fortführung der Therapie zu garantieren.
Bei Patienten, die in den oberen Segmenten stark verpanzert sind, aber ein freies Becken haben, kann der „Beckenreflex“ auftreten, sozusagen „der halbe Orgasmusreflex“. Dieser kann sogar ein schlechtes Zeichen sein, weil insbesondere bei Schizophrenen zunächst die oberen Segmente entpanzert werden müssen, was nur durch Herstellung einer Panzerung (Immobilisierung) im Becken gelingen kann (die dann am Ende der Therapie natürlich wieder beseitigt werden muß).
Laientherapeuten können das alles nicht richtig einschätzen. Hinzu kommt, daß manchmal der „Orgasmusreflex“ (bzw. etwas, was der Laie für ihn halten könnte) in der ersten Sitzung auftritt. Jedenfalls war das zu meiner eigenen starken Verwunderung bei mir der Fall. Dr. Schwartzman versicherte mir damals, daß dies mitnichten der Orgasmusreflex sei. Am Anfang ist der Organismus (soweit er nicht vollständig erstarrt ist) noch vollkommen unvorbereitet, „naiv“ und es gibt noch keine Übertragung. Der quasi „hysterisch“ erregte Organismus ist deshalb der Situation hilflos ausgeliefert und läßt sich sozusagen gehen. Sehr bald panzert man sich jedoch in der therapeutischen Situation ab und die Illusion von Gesundheit verpufft. Laientherapeuten (Freiheitskrämer) leben von der Kultivierung solcher Illusionen. Ich denke nur an das „Orgasmusreflex-Training“.
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Beim Schreiben dieses Blogeintrags flattert eine Einladung des „Instituts der Deutschen Gesellschaft für Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo“ auf den Schreibtisch. Es geht um die „12. Jahrestagung mit Einführungkurs: Metapsychologie und Technik der IS-TDP nach [Habib] Davanloo: DIE SUCHE NACH DEM WIDERSTAND“. Das ganze findet im „Exerzitienhaus der Diözese Würzburg HIMMELSPFORTEN“ statt. Bei diesem ganzen Zauber geht es um die Nutzung der Übertragung, die einen Widerstand gegen emotionale Nähe mobilisiert. Schon mal Wilhelm Reichs Buch Charakteranalyse gelesen? Der hatte aber Respekt vor dem Widerstand des Patienten, der im Kern ein charakterlicher Widerstand ist. Das alles zu Umgehen und, wie es im Flyer, heißt u.a. einen „vertikalen Zugang zum Unbewußten“ zu finden, ist von einer erschreckenden Rücksichtslosigkeit: die Abwehr wird mit Gewalt durchbrochen. Ähnlich wie das „Orgasmusreflex-Training“ wirkt es wie eine Karikatur des Reichschen Ansatzes. Das ganze gemahnt an das, was Morton Herskowitz über Lowen und Janov geschrieben hat: http://www.orgonomie.net/hdobespr3.pdf (dort S. 154-160).
Schlagwörter:Alexander Lowen, Anus, Arthur Janov, Ausatmen, Becken, Davanloo, Gesundheit, Habib Davanloo, Immobilisierung, Intensive Psychodynamische Kurzzeittherapie, IS-TDP, Körperpsychotherapie, Laientherapeuten, Metapsychologie, Orgasmus, Schizophrene, Spannungspunkte, Sphinkter, Vagina, Widerstand
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30. Januar 2019
Schlagwörter:Atemfrequenz, Ausdruck, Autonomes Nervensystem, bioenergetisch, Blutdruck, Blutfluß, Elektroskop, Emotion, Emotionen, endokrines System, Ganzkörpererfahrung, Gesundheit, Hauttonus, Herzfrequenz, Immunsystem, lymphatisches System, Mikroskop, Muskeltonus, Nervensystems, Orgasmus, Physiologie, Protoplasma, Pulsation, Sexualität, Verdauung, Wärmeregulierung, zentrales Nervensystem
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12. Dezember 2018
Mir liegt hier die Einladung zu einem Fortbildungsseminar über „Aggression und Gewalt im medizinischen Alltag“ vor. Merkwürdig, denn vor wenigen Jahren war das schlichtweg kein Thema! In dem Schreiben wird auf eine Resolution der Bundesärztekammer Bezug genommen: „Jegliche Gewalt gegen Angehörige der Gesundheitsberufe sei gesamtgesellschaftlich zu ächten.“ Früher hätte man einfach „gesellschaftlich zu ächten“ geschrieben. Was soll das sinnlose „gesamt-“? Denn „-gesellschaftlich“ impliziert doch bereits eine „Gesamtheit“! Linksliberale zerstören durch Migration (Be-Völkerung) die Gesellschaft (die Volksgemeinschaft), was zu einem ständigen Bürgerkrieg führt, in dem die offiziellen Vertreter des Staates („Hoheitsträger“ wie Ärzte und Krankenschwestern) von den Besatzern a priori als Feinde angesehen werden, und versuchen das dann im Nachhinein wieder zu kitten. Vor allem dadurch, daß UNS (also den DEUTSCHEN) „zivilgesellschaftlich“ ins Gewissen geredet wird: WIR sollen die Gewalt ächten. Friedenserziehung! Linke sind derartig irre, daß es einem die Sprache verschlägt!
Und sie sind pervers! Sie versuchen die einheitlich funktionierende hochproduktive (d.h. entladungsfähige) Gesamtgesellschaft durch Parallelgesellschaften und eine multikriminelle Gesellschaft zu zerstören. 1927 schrieb Reich in Die Funktion des Orgasmus (S. 17), daß Neurose vorliegt, wenn sich die prägenitalen Strebungen nicht mehr in den genitalen Primat unterordnen (d.h. orgonomisch sich nicht in das einheitliche bzw. ganzheitliche „gesamtorganismische“ Funktionieren einfügen). Neurose beruhe, so Reich, darauf, „daß die unbefriedigten und unsublimierten libidinösen Ansprüche, da sie sich in das Gesamtstreben nicht einfügen lassen, mit der Zeit immer mehr Interesse an sich ziehen und dadurch die Einheitlichkeit des sexuellen Erlebens stören; auch sonst kann nichts mehr voll erlebt werden. Das mag die sozialen Leistungen zunächst wenig beeinträchtigen, weil die meisten von ihnen dem persönlichen Erleben fernstehen. Im Bereiche sexuellen Erlebens, dessen Höhepunkt psychisch und physisch der Orgasmus ist, bedarf es hingegen der Fähigkeit zur Vereinheitlichung der sexuellen und der kulturellen Strebungen. Davon hängt die [libido-]ökonomische Zweckdienlichkeit des Orgasmus ab.“
Schlagwörter:Aggression, Bürgerkrieg, Bundesärztekammer, Gesundheitsberufe, Gewalt, Libido, Linke, Migration, Neurose, Orgasmus, Zivilgesellschaftl
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3. Dezember 2018
Auf Amazon findet sich ein interessanter Verriß von Charles Konias Buch The Emotional Plague. Wie könne Konias Behauptung stimmen, daß der Panzer die sekundären Triebe erzeugt und gleichzeitig vor ihnen schützt?! Dieser Einwand mag auf den ersten Blick logisch klingen, tatsächlich ist es aber eine Pseudologik, ein pseudointellektuelles Spielen mit Worten, das von der Realität vollkommen losgelöst ist.
Man nehme einen kleinen Gebirgsbach. Man kann sich in ihn hineinstellen, „herumplantschen“, etc. Er ist vollkommen harmlos. Wenn ich ihn aber aufstaue, steigt der Druck gefährlich an, so daß ich den Damm immer weiter festigen muß, bis ich schließlich eine gigantische Staumauer errichtet habe, die den verheerenden Wasserdruck erst erzeugt hat und ständig aufrechterhält, gleichzeitig aber auch vor ihm schützt,
Mit dem gleichen Bild kann man einen weiteren typischen Einwand gegen die Orgonomie widerlegen: Wie kann die regelmäßige Abfuhr von Energie im Orgasmus dafür sorgen, daß der Körper ein hohes Energieniveau aufrechterhält? Es gibt tatsächlich einen „Reichianischen“ Therapeuten, der das vertritt: Coitus reservatus, weil er die nichtabbgeführte Energie für seine (vor allem auch spirituelle) „Arbeit“ benötige! Wieder diese Pseudologik, die der Abwehr dient. Ist dafür gesorgt, daß bei einem Staudamm (der nun nicht mehr für die Panzerung, sondern einfach für den Organismus steht) überschüssiges Wasser problemlos abgelassen werden kann, brauche ich mir über den Zufluß des Wassers aus dem Gebirge keine Sorgen machen und kann dementsprechend den Wasserspiegel im Staubecken optimal hochhalten. Ohne dieses Ventil, muß ich die Wasserzufuhr tendenziell bremsen, um einen Dammbruch zu verhindern. Entsprechend sorgt die regelmäßige Energieabfuhr im Orgasmus dafür, daß der Organismus sozusagen ohne Sorge „voll aufdrehen“ kann.
Auf der einen Seite haben wir es mit dem mechano-mystischen Denken zu tun, einem abstrakten Denken, das durch rigide sich ausschließende Gegensätze geprägt ist. Dieses Denken dient stets der Abwehr: „hier ich, dort der Feind, dazwischen eine Schutzmauer (der Panzer)“. Auf der anderen Seite haben wir es mit dem dialektischen bzw. funktionellen (ungepanzerten) Denken zu tun, bei der Gegensätze in einem dritten Faktor aufgehoben werden:

Schlagwörter:Coitus reservatus, Denktechnik, Dialektik, Orgasmus, pseudointellektuell, Pseudologik, Spielen mit Worten, Staumauer, Ventil
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25. November 2018
In diesem Buch beschreibt Wilhelm Reich den Prozeß des funktionellen Denkens und wie die innere Logik dieses objektiven Denkprozesses ihn zur Entdeckung der kosmischen Orgonenergie und anderer grundlegender orgonomischer Entdeckungen der letzten drei Jahrzehnte führte. Funktionelles Denken und Organempfindungen sind wesentliche Werkzeuge der naturwissenschaftlichen Forschung und entscheidend für die Bewältigung der Probleme des Lebendigen. Der Unterschied zwischen der Denkweise des orgonomischen Funktionalismus und der mechanistischen und mystischen Denkweise wird deutlich durch die Darstellung der Beziehung der kosmischen Orgonenergie zu den beiden Grundpfeilern des menschlichen Denkens: „Gott“ und „Äther“. Reich zeigt, wie der „Teufel“ in Religion und Volksglauben eine Verzerrung des menschlichen Körpergefühls darstellt und wie die Orgonomie jenseits des Reiches des Teufels geht.
I. DIE WERKSTÄTTE DES ORKONOMISCHEN FUNKTIONALISMUS
Das „zu viel auf einmal“ der Orgonomie; die Funktion des Orgasmus – der einzige Zugang zu den kosmischen Orgonenergie-Funktionen; außerhalb des Rahmens von Mechanismus und Mystizismus; der Funktionalismus als Forschungsinstrument; die wissenschaftliche Ordnung der Freiheit; der biophysikalische Standpunkt; Grundlagenforschung auf unbekanntem Gebiet.
II. DIE ZWEI GRUNDPFEILER MENSCHLICHEN DENKENS: „GOTT“ UND „ÄTHER“
Der Standpunkt der Lebendigen; das Irren des Menschentiers; irrationale Fehler; die Logik des Irrens; das „GÖTTLICHE“, das „ABSOLUTE“, das „STATISCHE“; die Suche nach Schutzmaßnahmen gegen Fehler; die Frage der „SCHULD“ im Bereich des Wissens; naive Fragen und ausweichende Antworten; das Gemeinsame von Gott und Äther; Unterschiede zwischen Gott und Äther; die „Nichtexistenz des Äthers“; die Selbstkontrolle der Forschung; das gemeinsame Prinzip irrationaler Fehler; die biophysikalische Panzerung.
III. DIE ORGANEMPFINDUNG ALS WERKZEUG DER NATURFORSCHUNG
Die Rationalität der primären biophysikalischen Emotionen; Wahrnehmung – unterschiedlich bei gepanzerten und ungepanzerten Organismen; das Lebendige als Bezugsrahmen; das Kind als Lebewesen und als Bürger; biosexuelle Energiestauung; gepanzertes und ungepanzertes Leben; Reaktionen der Gepanzerten auf die Orgonomie.
IV. ANIMISMUS, MYSTIZISMUS UND MECHANISMUS
Das Verbot gegen die Untersuchung des Lebendigen; die Charakteranalyse öffnet das Tor zur Einsicht in die Empfindungen; Weltbild und Struktur des Forschers; die Natur ist unexakt; Angst vor der Organempfindung und Angst vor der Orgonforschung; Animismus und Mystizismus; Mystizismus und Erforschung des Mystizismus; die Panzerung des Mystikers; die pulsierende Welt des orgonomischen Funktionalismus; die Reinhaltung von Sinneswerkzeuge; die Lebensfunktion als Modell grundlegender Naturvorgänge; die Natur ist im Fluß; grundlegende Natur und abgeänderte Natur; funktionelle Krebsforschung; das Gemeinsame und das Trennende; der Funktionalismus löst Widersprüche auf; funktionelle Verbindungen, keine Zauberei; mechanistische, mystische und funktionelle Vorstellungen vom Organismus.
V. DAS REICH DES TEUFELS
Religion und die kosmische Erfahrung des Menschen; Gott und Teufel; das Übersehen des Wesentlichen; Hauptmerkmale des gepanzerten Menschen; die Logik der Moral; der gemeinsame Nenner des gesellschaftlichen Versagens des Menschen; Ereignisse aus Sicht der Lebenden beurteilen; Orgasmusangst als Hindernis für ein rationales Leben; Orgonomie geht über den Teufel hinaus.
VI. KOSMISCHE ORGONE ENERGIE UND „ÄTHER“
Die Existenz einer alles durchdringenden und nachweisbaren Energie; kein „leerer Raum“; Allgegenwart; orgonomisches Potential; Orgon-Metabolismus; Pulsation; Pulse und Wellen; West→Ost-Bewegung; Sichtbarkeit; Erstrahlung; Wärmeerzeugung; die orgonotische Sensibilität des Beobachters; die Eigenschaften der Orgonenergie und des Äthers; Zusammenfassung.
Schlagwörter:Animismus, Äther, das Absolute, Denkweise, Emotionen, Empfindungen, Erkenntnistheorie, Funktionalismus, Gott, Grundlagenforschung, Körpergefühl, Lebensenergie, mechanistisch, Moral, Mystik, mystisch, Mystizismus, Naturphilosophie, naturwissenschaftliche Forschung, Orgasmus, Religion, Teufel, Volksglaube, Wahrnehmung
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