Wenn gesellschaftliche Vorgänge von der Wissenschaft beschrieben werden, psychologische Prozesse, körperliche Erkrankungen, etc., hat das, so impliziert die gängige „wissenschaftliche“ Sichtweise, jeweils nie wirklich etwas mit uns zu tun. Verursacher seien „objektive“ sozioökonomische Prozesse, „Komplexe“, „die Leber“, etc., also externe oder zumindest mechanisch ersetzbare Faktoren. Eine kaputte Leber kann man durch eine neue ersetzen, Komplexe kann man psychopharmakologisch und/oder mit verhaltenstherapeutischen Interventionen auflösen, etc. Ganz anders wird es, wenn die eigene vegetative (orgonotische) Strömung, schlichtweg DAS LEBEN, ins Spiel kommt. Dann wird „der Geschichtsverlauf“ zum Fleischwolf, durch den wir seit unserer Geburt (und sogar davor!) gedreht wurden und werden; unsere Psyche und unsere Soma werden zu bloßen Äußerungsformen der Störungen der besagten Strömung. Selbst „das Wetter“ und sogar ferne Galaxien entsprechen unmittelbar dem, was durch unsere Körper strömt. Und wir realisieren, daß das, was sich großspurig als „Wissenschaft“ präsentiert, nur Ausdruck der allgemeinen Neurose ist, dem Bedürfnis „Distanz zu wahren“, d.h. der Kontaktlosigkeit.
Begriffe sind stets von Gegensatzpaaren (nah/fern, kalt/warm, Liebe/Haß, Inland/Ausland, Mann/Frau, etc.) abhängig, sonst würden sie keinen Sinn machen. Gemäß dem Symbol des orgonomischen Funktionalismus verweisen alle diese funktionellen Gegensätze letztendlich auf die kosmische Orgonenergie: die Tiefe des Raumes und der Zeit (nah/fern) UND SO DURCH DEN GESAMTEN WORTSCHATZ und sei es „x/nicht-x“. Das umfaßt die gesamte Thermodynamik und jedwede Form von Metabolismus (kalt/warm), alle Verhaltensforschung, Psychologie, Soziologie (Liebe/Haß, Inland/Ausland, Mann/Frau), etc.
Zu Zeiten der autoritären Gesellschaft bestimmten rigide Gegensätze, man denke nur an das Hitleristische Gedankengut, das Leben. Eine Versöhnung dieser Gegensätze war ausgeschlossen. Man durfte nicht zum Gemeinsamen vordringen, d.h. nicht funktionell denken. Im Merkelistischen Faschismus ist die Technik anders, um dieses Ziel, eine „flache Welt“ ohne Tiefe, herzustellen.
Man denke nur an Macrons logisch halsbrecherische Postulierung eines Gegensatzes von Nationalismus und Patriotismus, der den tatsächlich vorhandenen Gegensatz zwischen Nationalismus und Globalismus verschleiern soll. Wir sollen nicht mehr klar denken können! Das wird dadurch erreicht, daß wir konzeptionell keine Wahl mehr zwischen zwei Alternativen treffen können. Man nehme etwa den Flüchtling, dessen Gegensatz der „Invasor“ ist, doch im Merkelistischen Sprachgebrauch sind auch die Invasoren „Flüchtlinge“. „Flüchtlinge“, die uns verachten, beschimpfen, bedrohen, angreifen… Die Merkelisten faseln irgendwas von „Vielfalt“ und „Multikulturalismus“ und daß bisher alles so „einfältig“ war, doch tatsächlich herrscht eine mit Gewalt („Anti“fa) durchgesetzte Einheitsmeinung und Touristen beklagen sich, daß es heute scheiß egal ist, ob sie nach Frankfurt, London oder Stockholm reisen – das Straßenbild ist überall identisch, nämlich „Islamabad“.
Das Konzept „Arbeitsdemokratie“ kann man nicht jemanden „vorlegen“, man muß es sich mit ihm und anderen gemeinsam erschließen – erarbeiten! Die „Glossar-Einträge“ Reichs zum Thema sind eine erste Orientierung, um überhaupt ins Gespräch kommen zu können, doch das Wesen der Arbeitsdemokratie erschließt sich erst – durch Arbeitsdemokratie. Es ist wie in der Psychotherapie: Am Anfang arbeitete Freud autoritär mit Hypnose und Suggestion, schließlich Deutungen, doch angefangen mit der Verwissenschaftlichung der Therapie, zu der Reich im übrigen die entscheidenden Impulse gab, entwickelte sich die moderne Psychotherapie zu einem Arbeitsbündnis, in dem gemeinsam etwas erarbeitet wird unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Funktionen und des unterschiedlichen Informations- und Wissenstandes der beiden Partner. Aus dieser Warte kann man auch die Arbeitsdemokratie verstehen.
Auf die Frage, was die Orgonomie angesichts ihrer auch politischen Ursprünge („Sexpol“) jenseits der individuellen Psychotherapie tun könne, hatte Reich, Myron Sharaf zufolge, folgendes zu sagen:
Seine eigene Antwort war die zunehmende Betonung der organischen, langsamen individuellen und gesellschaftlichen Entwicklung. Menschen, die wissen, was sie tun, sollten ruhig arbeiten und ein Beispiel geben, so daß lebenspositive Konzepte und Techniken sich langsam organisch ausbreiten und andere beeinflussen. Dieses Prinzip wurde in der Pädagogik, Psychiatrie, Soziologie und später in seiner biologischen und physikalischen Arbeit angewandt. Sein Punkt war: laßt die Arbeit selbst und die Verbindung zwischen den Arbeitenden die Entwicklung bestimmen. Laßt uns die übliche Agitation in ihrer üblichen politischen, ideologischen Form beseitigen. (Sharaf, M.R.: „Wilhelm Reich and the Bio-social Revolution, Part II“, Energy and Character, Vol. 3, No. 2, Sept. 1972, S. 57-62)
„Liebe, Arbeit und Wissen sind die Grundlagen unseres Lebens. Sie sollten es auch beherrschen.“ Dieses Motto Wilhelm Reichs ist nicht so unproblematisch fundamental, will sagen bioenergetisch, wie es auf den ersten Blick erscheinen will.
Erstens gibt es diese drei „Naturfunktionen“ nicht im Tierreich. Liebe ist nicht nur ein unverbindliches angenehmes Gefühl, sondern ein Versprechen von Treue und Verläßlichkeit. Arbeit ist, frei nach Marx, nicht ein blindes Werkeln, sondern immer mit bewußter Planung verbunden, also mit dem Blick auf die Zukunft, die durch eine geistige Blaupause vorweggenommen wird. Wissen ist nichts anderes als die Kunst der Voraussage. „Das Boot wird kentern, wenn nicht die Fugen richtig abgedichtet werden.“ Jede einzelne dieser drei Funktionen beinhaltet also jeweils große Spannungsbögen im krassen Gegensatz zur bloßen Lustabfuhr, der Befriedigung des Bewegungsdrangs und das Begnügen mit dem Hier und Jetzt. („Wieso? Das Bott schwimmt doch!“)
Die Arbeitsdemokratie („Liebe, Arbeit und Wissen“) setzt demnach einen gewissen Grad an emotionaler Reife und ein Mindestmaß an Intelligenz voraus. Das sieht man unmittelbar anhand der beiden Ausdrucksweisen der Arbeitsdemokratie in der gepanzerten Gesellschaft: der Demokratie und der Marktwirtschaft. In primitiven Weltgegenden werden kaum je Stammesdenken und Kriminalität (Bestechung, Vetternwirtschaft, Korruption) transzendiert. Das sahen wir im Nationalsozialismus, sehen wir in der heutigen Türkei und generell in der Dritten Welt. Nicht zuletzt sehen wir das aber in unserer heutigen grünroten Demokratie mit ihrem Gesinnungsterror und den wirtschaftlichen Profiteuren der um sich greifenden zukunftsblinden Verblödung (Beispiel „Energiewende“, irrwitzige Abgaswerte, Asylindustrie, etc.).
Charles Konia beschreibt, wie sich die „biologische Fehlkalkulation“ sieben Jahrzehnte nach Reichs Erstbeschreibung und vier Jahrzehnte nach Paul Mathews‘ Erläuterungen darstellt:
Wie und warum wir manipuliert werden, können wir jeden Abend in der Tagesschau sehen. Bei Obama wurden simple Fragen wie die folgenden verächtlich vom Tisch gewischt: „Welcher Arzt hat ihn in welchem Krankenhaus entbunden?“, „Warum wurde die als Computerdatei vorliegende Kurzfassung seiner Geburtsurkunde nicht einfach gescannt, sondern am Computer generiert?“ Während bei Trump ein fadenscheiniger Unsinn nach dem anderen hervorgekramt wird. In Deutschland betrachte man, wie komplett hilflos die gut eingespielten Systemparteien auf die AfD reagieren. Das einzige, was sie tun, ist die Opfer des Nationalsozialismus immer und immer wieder zu mißbrauchen. Sie werden auch noch posthum auf den Altären des totalen Staates geopfert. Wir sind Zeuge von zwei historischen Unfällen. Es war schlicht nicht vorgesehen, daß Trump Präsident wird und daß die AfD zu einer wirklichen Opposition in unserer Demokratiesimulation wird.
Man kann alle möglichen Verschwörungstheorien vorbringen, von denen einige viel für sich haben. Was uns hier einzig interessieren sollte, ist eine spezifisch orgonomische Sichtweise; eine Sichtweise, die ein Alleinstellungsmerkmal für die Orgonomie ist. Es geht um den Kampf zwischen der organisierten Emotionellen Pest und der Arbeitsdemokratie, die keinerlei gesellschaftliche Vertretung hat. Was man in den USA und in Deutschland findet, ist die komplette Durchdringung aller Bereiche durch die Emotionelle Pest. „Emotionelle Pest“ bedeutet schlicht, daß man das Lebendige in anderen nicht ertragen kann und diesen Störfaktor beseitigen muß, um in seiner verkrüppelten Existenz überleben zu können. Man geht dabei mit den Mitteln vor, die einem verkrüppelten Energiesystem noch zur Verfügung stehen. Konkret heißt das, daß Apparatschiks jeder Art systematisch verhindern, daß die Massen ein produktives, glückliches Leben führen können, Familien gründen und ernähren können, daß sie ihr Leben selbst bestimmen. Man braucht doch nur um sich blicken: auf allen Ebenen tut die Politik nichts anderes, als das alltägliche Leben in einen veritablen Alptraum zu verwandeln. Und dann kommt Trump daher und versucht doch allen Ernstes den „amerikanischen Traum“ neu zu entfachen, oder die AfD, die nichts anderes will, als die soziale Marktwirtschaft wiederherzustellen, schlichtweg normale Verhältnisse.
Dieser fundamentale Gegensatz zwischen Emotioneller Pest und Arbeitsdemokratie, den sonst niemand sieht, zeigt sich schon allein daran, daß die Systemparteien praktisch ausschließlich Funktionäre des Staates, den sie kontrollieren sollen, ins Parlament entsenden (Beamte) oder Existenzen, die in der freien Wirtschaft nicht überleben könnten, die also von ihrem Mandat und irgendwelchen subventionierten Pöstchen auf Gedeih und Verderb abhängen, oder unbeschreiblich absurde Existenzen wie Andrea Nahles oder Kevin Kühnert, während die Abgeordneten der AfD Repräsentanten der – Arbeitsdemokratie sind, Arbeiter (im Reichschen Sinne). Hinsichtlich Trump habe ich an anderer Stelle ähnliches erläutert.
Wer den Gegensatz von Emotioneller Pest und Arbeitsdemokratie nicht begriffen hat, hat gar nichts begriffen! Seine soziologischen, politischen, ökonomischen, gar „Reichianischen“ Analysen mögen ganz nett sein, teilweise vielleicht sogar weitgehend zutreffen, sogar seine Verschwörungstheorien, aber ohne ein Verständnis der Massenpsychologie des Faschismus bleiben sie doch Schall und Rauch. Imgrunde hat er NICHTS begriffen!
Und ein weiteres Beispiel für das Angehen der Emotionellen Pest: