Die ungepanzerte Welt fängt vor deiner Haustür an:
Schlagwörter:Aufklärung, Behaviorismus, Bewußtsein, Biologie, Christentum, das Unbewußte, Erbanlagen, Ethik, französische Revolution, Freud, Genetik, Genmanipulation, George Bernard Shaw, Kant, Marxismus, Nationalsozialismus, Schopenhauer, Sozialdemokratie, Soziologie, Transhumanismus, Triebe, Triebstruktur, Veganismus, Verhaltenstherapie, Vernunft
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Um das Verschwörungsdenken zu durchschauen, muß man die Problematik von bio-psychologischer Seite betrachten. Wir sind gezwungen, die Welt als Modell zu erfassen. Bevor der Affe von einem Ast zum anderen springt, muß er erst in einer inneren Bühnenaufführung (ähnlich einem Traum) das ganze durchspielen. So begreifen wir die Welt – als Kasperletheater und nicht als einen funktionellen Zusammenhang. Das wäre nicht so schlimm, wären wir nicht gepanzert und würden uns ob dieser Kontaktlosigkeit nicht ständig paranoiden Unsinn zusammenphantasieren, so als würden wir ständig in der Traumwelt leben, die Freud 1900 analysiert hat. Eine illusionäre Welt, die von unserem Unbewußten (= Panzerung) bestimmt wird – so daß wir, um im obigen Bild zu bleiben, stets den Ast verfehlen. Rationalisiert wird das ganze, weil das Unbewußte tatsächlich den Alltag bestimmt: ständig müssen wir die Motive unserer Mitmenschen (und unsere eigenen!) hinterfragen – ständig wittern wir „Verschwörungen“.
1901 führte Freud das Konzept der „unbewußten Absicht“ in seiner Psychopathologie des Alltagslebens ein, als er etwa anmerkte: „Wenn man die (von ihm dargelegten) Fälle von Verlegen übersieht, wird es wirklich schwer anzunehmen, daß ein Verlegen jemals anders als infolge einer unbewußten Absicht erfolgt.“ Oder er weist auf den Gleichmut hin, mit dem man reagiert, wenn „unabsichtlich“ ein Geschenk zerbricht, das man gar nicht haben wollte, was „wohl als Beweis für das Bestehen einer unbewußten Absicht bei der Ausführung in Anspruch genommen werden (darf)“. Die unbewußte Absicht zeigt sich im nicht zum Malheur passenden Affekt. Das ganze Buch handelt davon, daß „zufällige“ Aktionen letztendlich doch absichtlich erfolgen. Er selbst faßt seine Schrift wie folgt zusammen:
Als das allgemeine Ergebnis der vorstehenden Einzelerörterungen kann man folgende Einsicht hinstellen: Gewisse Unzulänglichkeiten unserer psychischen Leistungen (…) und gewisse absichtslos erscheinende Verrichtungen erweisen sich, wenn man das Verfahren der psychoanalytischen Untersuchung auf sie anwendet, als wohlmotiviert und durch dem Bewußtsein unbekannte Motive determiniert.
Freud schreibt: „Die bisher beschriebenen Handlungen, in denen wir die Ausführung einer unbewußten Absicht erkannten, traten als Störungen anderer beabsichtigter Handlungen auf und deckten sich mit dem Vorwand der Ungeschicklichkeit.“ Das ist bemerkenswert, spricht er doch im Grunde von Panzerung!
Auch Reich spricht von „unbewußter Absicht“ und setzt sie mit einer „charakterlichen Hemmung“ bzw. einer „strukturellen Absicht“ gleich (Äther, Gott und Teufel, S. 80). Auch anderswo kommt bei ihm diese Begrifflichkeit vor: „Die Vermeidung oder zwangsmoralische Beurteilung der Sexualprobleme ist eine absichtliche, wenn auch meist unbewußte Haltung der Erzieherschaft und Ärzteschaft“ (Der Krebs, Fischer TB S. 410).
Das ganze erinnert natürlich an Reichs Darstellung der pestilenten Reaktion. Bei dieser „sind die Motive des Handelns regelmäßig vorgeschoben; das angegebene Motiv deckt sich niemals mit dem wirklichen Motiv, gleichgültig, ob das letzte bewußt oder unbewußt ist“ (Charakteranalyse, KiWi, S. 340f). Der pestilente Charakter agiert unter einem „strukturellen Zwang“ und kommt dabei nie ins Schwanken, was seine Motive betrifft. Ganz anders der neurotische Charakter, der ständig an sich zweifelt, innerlich zerrissen ist und keinen wirklichen Antrieb hat.
Wenn letzterer das obenerwähnte Geschenk in „unbewußter Absicht“ zerbricht, ist das so etwas wie die Kompromißlösung eines Feiglings, der Angst vor klaren Worten und offener Konfrontation hat. Das Geschenk ist „halt kaputtgegangen“. Ganz anders die Reaktion des pestilenten Charakters, der in dem Geschenk vielleicht eine geheime Aggression gegen sich sieht und dich deshalb bestrafen will und auf jeden Fall alles tut, nicht etwa deine Gefühle zu schonen, sondern ganz im Gegenteil dich als Verlierer dastehen zu lassen. Auf der einen Seite haben wir entsprechend die ständig unsicheren und zweifelnden Massen und auf der anderen Seite pestilente Politiker und spinnerte Blogger, die mit Eindeutigkeit und „Weltanschauung“ imponieren.
Im übrigen entsprechen Verschwörungstheorien den Wahngebilden des Animismus und Mystizismus, wobei der Animismus schlicht auf Unwissen beruht, der Mystizismus aif Verzerrung (Panzerung). Entsprechend geht Mystizismus immer mit Faschismus einher.
Schlagwörter:1900, 1901, Alltag, Animismus, Ärzteschaft, das Unbewußte, Erzieherschaft, Faschismus, Freud, Geschenk, Hemmung, Mystizismus, Politiker, Psychopathologie des Alltagslebens, Sozialpsychologie, Tiefenpsychologie, Traum, Traumdeutung, unbewußte Absicht, Ungeschicklichkeit, Verschwörungen, Verschwörungsdenken, Verschwörungstheorien, Wahngebilde, Weltanschauung
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Wie würde eine Arbeitsdemokratie konkret aussehen? Es gibt natürlich eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich einer Antwort zu nähern. Zum Beispiel Marx‘ Anmerkungen zum Gothaer Programm der Sozialdemokraten, daß die Arbeiter ihren Anteil an den gemeinschaftlich erarbeiteten Gütern entsprechend den Arbeitszeiten bekommen sollten usw. All dies basierte auf den Theorien des Arbeiterkommunisten Wilhelm Weitling, der „originale Marx“! Weitling war gläubiger Christ und sein Kommunismus basierte auf Christus und der frühchristlichen Gemeinschaft. Man könnte sagen, daß der Marx’sche Kommunismus eine satanistische Verzerrung des Weitling’schen Kommunismus war. (Dazu habe ich mich bereits an anderer Stelle geäußert.)
Ein zweiter Aspekt der Arbeitsdemokratie läßt sich an der Evolutionsbiologie festmachen. Sie zeigt uns, daß alle Tiergesellschaften, insbesondere Schimpansen, Klassengesellschaften sind und wirklich alles andere als „arbeitsdemokratisch“ organisiert sind. Sie erinnern eher an den barocken Feudalismus. Arbeitsdemokratie basiert also nicht auf Biologie, so wie sie heute gelehrt wird. Eine Ausnahme bilden die „Hippie-Schimpansen“, die Bonobos, die den für das Herdenleben der Tiere so charakteristischen immerwährenden politischen „Klassenkampf“ (u.a. Mord, Täuschung, Neid usw.) durch ständige sexuelle Aktivität abmildern und sogar ganz beseitigen. Dies läßt die spätere arbeitsdemokratische Gesellschaft a la den Trobriand-Inseln erahnen, wo die „Evolutionsbiologie“ durch eine andere Art von Biologie ersetzt wird: die von Reich beschriebene Biologie. Die Arbeitsdemokratie ist also Resultat des Übergangs von einer Gesellschaft, die auf „Schimpansenbräuchen“ beruht, zu einer Gesellschaft, die auf „kosmischen“ Funktionen (orgastische Potenz, Erstrahlung, Überlagerung, Liebe) beruht, die bereits innerhalb der Organismen aller Tiere wirksam sind (die Arbeitsdemokratie der inneren Organe). Dementsprechend regiert nicht mehr die „Schimpansenpolitik“ die Gesellschaft, sondern allein die Arbeitsfunktion – so wie „Herz und Nieren“ in uns funktionieren: die Arbeitsdemokratie. (Siehe dazu meine Ausführungen in Biologische Entwicklung aus orgonomischer Sicht.)
Dies spiegelt sich nicht nur in Reichs Verhältnis zu Marx wider, sondern auch in Reichs Verhältnis zu Freud, der (z.B. in Totem und Tabu) seine Psychologie allein auf das gründete, was heute Evolutionsbiologie ist. Die Nazis taten dasselbe! Reich stand dazu in Opposition und entwickelte seine „kosmische“ Biologie, z.B. die Unterscheidung zwischen primären und sekundären Trieben, die aus Sicht der Evolutionsbiologie überhaupt keinen Sinn macht. Einen ähnlich antidarwinistischen Ansatz verfolgte Weitling, als er sich auf das Neue Testament (die Liebe) bezog, während Marx und Engels lebhafte Anhänger von Darwin waren – und Satanisten, die vom Willen zur Macht geblendet waren.
Schlagwörter:Arbeiter, Arbeiterkommunisten, Arbeitszeit, Biologie, Bonobos, Darwin, Darwinisten, Evolutionsbiologie, Feudalismus, frühchristliche Gemeinschaft, Freud, Gothaer Programm, Herdentiere, Klassengesellschaft, Klassenkampf, Kommunismus, Marx, Marx und Engels, Mord, Neid, Neue Testament Satanisten, Satanismus, Schimpansen, Sozialdemokraten, Täuschung, Tiergesellschaften, Totem und Tabu, Trobriand Inseln, Urchristentum, Wilhelm Weitling, Wille zur Macht
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59. Energie: Metapher und Konstrukt
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