In seinem inspirierenden Buch How to be a Conservative (Bloomsbury 2015, S. 42) kommt Roger Scruton zu einer Aussage über den Sozialismus, die verdeutlicht, wie Reich aus seiner „sozial-demokratischen“ Grundhaltung der 1920er und 1930er Jahre heraus folgerichtig sein Konzept der Arbeitsdemokratie entwickeln konnte und das praktisch übergangslos:
Weil wir in Gesellschaften zusammenarbeiten, genießen wir die Sicherheit, den Wohlstand und die Langlebigkeit, an die wir uns gewöhnt haben (…) Die Art und Weise, in der unsere Aktivitäten miteinander verwoben sind und das Schicksal eines jeden von uns mit dem von Fremden, die wir nie kennenlernen werden, verbindet, ist so komplex, daß wir es nie auflösen könnten. Die Fiktion eines Gesellschaftsvertrages wird nicht allen Beziehungen – Versprechen, Lieben, Erzwingen, Bemitleiden, Helfen, Kooperieren, Verbieten, Beschäftigen, ein Geschäft machen – gerecht, die die Mitglieder der Gesellschaft zu einem organischen Ganzen verbinden. (…) Und je mehr wir von diesem Arrangement profitieren, desto mehr müssen wir im Gegenzug geben. Dies ist keine vertragliche Verpflichtung. Es ist eine Verpflichtung der Dankbarkeit. (…) Das ist meiner Meinung nach die Wahrheit, die im Sozialismus steckt, die Wahrheit unserer gegenseitigen Abhängigkeit und der Notwendigkeit, alles zu tun, um die Vorteile der sozialen Mitgliedschaft an diejenigen weiterzugeben, deren eigene Anstrengungen nicht ausreichen, um sie zu erlangen.
Hier wird der Sozialismus unmittelbar aus der arbeitsdemokratischen Verflechtung abgeleitet: wir können die Früchte der Gesellschaft nur genießen, wenn wir bereit sind, sie mit anderen zu teilen (ebd. S. 52).
Das gefährliche am Sozialismus ist die Definition von Armut, die das besagte Teilen motiviert. Für den Sozialisten ist sie entweder das Resultat von Ausbeutung oder wird willkürlich festgelegt (etwa „50% des durchschnittlichen Einkommens“). Das erstere finden wir bei Marx, das letztere in der post-Marxistischen Sozialdemokratie. Theoretisch könnten alle Menschen Millionäre sein, aber solange die Kapitalisten den Mehrwert einheimsen bzw. solange Menschen unter der vermeintlichen „Armutsgrenze“ leben (also etwa nur mit 1 Million im Monat auskommen müssen, statt mit 2 Millionen) wird es Ungerechtigkeit geben. Das heißt in jedem Fall, daß das kapitalistische System gestürzt und absolute ökonomische Gleichheit hergestellt werden muß. Oder wie Scruton es ausdrückt: für den Sozialisten kann Armut nicht durch Reichtum, sondern nur durch Gleichheit beseitigt werden (ebd. S. 45). Auf diese Weise enden wir von der Arbeitsdemokratie kommend schnurrstraks im roten Faschismus. Wie genau und warum werde ich, inspiriert durch Scruton, im nächsten Teil beleuchten.
Bei der Corona-Krise geht es mitnichten um einen Virus, der aus China eingeschleppt wurde, sondern um eine Krankheit, die seit etwa 6000 Jahren die Menschheit plagt: die Emotionelle Pest.
Die Medien („Mildred Brady“) werden jeden Politiker kreuzigen, der die Geschäfte offen-, das Wirtschaftsleben in Gang hält.
Die Politiker selbst brauchen einen Sündenbock, weil das Finanzsystem und damit die Wirtschaft sowieso zusammenbrechen wird. Jetzt können sie immer von sich weg auf Corona zeigen.
Aber letztendlich sind es natürlich die Massen, die die Hysterie der Medien und das „freie Geld“ der Zentralbanken angestachelt, gefordert und genossen haben. Es geht um die Massenpsychologie des Faschismus!
Diese verlangt nach einem starken Führer, einen „handlungsfähigen Staat“, auch wenn dieser mit seinem sinnlosen „Heilaktionismus“ den Patienten, die Gesellschaft, abwürgt, tötet. Die Massen haben von jeher Wunder erwartet, ein sorgloses Leben ohne Gefahren, bei dem gebratene Truthähne in dein Maul fliegen und es Champagner regnet. Ihre „Führer“ haben es ihnen zu schenken versucht, es wurde folglich wie wild Geld gedruckt, bis es nur noch wertloses Papier war. Jetzt platzt die Blase, genauso wie zuvor die Träume des Hitlerismus und Stalinismus an der Realität zerplatzt sind.