Archive for Juli 2020

David Holbrook, M.D.: ÜBER DAS VATERSEIN UND „AUTORITÄT“

11. Juli 2020

 

DAVID HOLBROOK, M.D.:

 

Über das Vatersein und „Autorität“

 

Wie die Linke soziale Panzerung auf Massenbasis erzeugt

10. Juli 2020


Die kommunistische Unterwanderung.

Wie die Linke soziale Panzerung auf Massenbasis erzeugt

Wahrheit und Wirklichkeit (Teil 4): PSYCHOLOGIE, SOZIOLOGIE und MEDIZIN – die widersprüchliche Wirklichkeit

9. Juli 2020

Warum ist die Wirklichkeit, und damit die Wahrheit, so widersprüchlich?

Gegen meine Ausführungen in Teil 3 kann man einwenden, daß Krebs und andere Biopathien sympathisch sind, nicht parasympathisch. Nun, Krebs ist natürlich sympathisch, aber was hat es mit der Bildung von Protozoen-Krebszellen auf Grund der Reorganisation von blauen Bionen aus dem ursprünglichen Krebsgewebe auf sich? Was hat es mit der Entstehung und Ausbreitung von Tumoren auf sich, einem eindeutig parasympathischen Prozeß? (siehe dazu beispielsweise https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4865610/). Schließlich ist „Krebs“ nichts anderes als das Bestreben des Organismus, sich nach all dem sympathischen Zerfall neu zu organisieren (wenn auch auf einer primitiveren Ebene). Auch ist Krebsgewebe in seinen Anfangsstadien kaum von entzündetem Gewebe zu unterscheiden. Die karzinomatöse Krebsbiopathie ist ein sympathisches Theater mit vielen parasympathischen Ereignissen in seinen Sälen, ähnlich dem parasympathischen Asthma, das einen sympathischen Kern hat. Man denke auch an all die parasympathischen entzündlichen Erkrankungen des Darms, der Haut usw.

Dasselbe geschieht heute in der amerikanischen und europäischen Gesellschaft mit der Bildung von „Krebszellen“, d.h. kommunistischen Zellen, der Bildung von „Tumoren“ in Seattle, Stuttgart, Berlin, Hamburg und anderswo, der linksradikalen Ent-Zündung allerorten usw.

Dies ähnelt der Charakteranalyse im psychologischen Bereich mit all den Trieben und Gegentrieben (Abwehr), die gegeneinander arbeiten, während sie als Ganzes wie eine Zwiebel organisiert sind. Bei somatischen Biopathien haben wir ähnliche Schichten von sympathischen und parasympathischen Innervationen. Dasselbe gilt für soziale Biopathien, z.B. das extrem autoritäre Nazi-Regime, das unter der Oberfläche eindeutig antiautoritäre Züge trug, so wie die Adenauer-Demokratie der Nachkriegszeit unter dem „demokratisch-freien“ äußeren viele extrem reaktionäre Züge unter der Oberfläche hatte.

In allen Bereichen ist die menschliche Wirklichkeit dergestalt in sich widersprüchlich: wie bei einer Zwiebel finden sich unter jedem Impuls ein Gegenimpuls, unter dem wiederum dazu einen Gegenimpuls und so immer fort bis zum Kern. Das muß man wissen, um in der Psychotherapie, in der Soziologie („Politik“) und in der Medizin auch nur annäherungsweise vorankommen zu können. Andernfalls muß man nämlich zwangsläufig an der „widersprüchlichen Wirklichkeit“ kläglich scheitern, wie bisher ausnahmslos alle Ansätze letztendlich kläglich gescheitert sind. Außerhalb der Orgonomie, d.h. in der gepanzerten Welt, gibt es letztendlich nur die Lüge!

Wahrheit und Wirklichkeit (Teil 3): PHYSIK – die funktionelle Identität von KOSMISCHER ÜBERLAGERUNG und ORANUR

8. Juli 2020

Wenn man sich die Physik, so wie sie an Gymnasien und Universitäten gelehrt wird, anschaut, hat man den Eindruck, daß die Orgonenergie völlig überflüssig ist. Doch nichts könnte weiter von der Realität entfernt sein, wie man mit Hilfe von Poincare, Planck, Bohr, Heisenberg und Feynman zeigen kann.

Nachdem Newton, Maxwell und Boltzmann ihre Arbeit getan hatten, schien die Beschreibung des Universums abgeschlossen zu sein. Alles wurde in Begriffen der Mechanik und des Elektromagnetismus erklärt. Als erster zerstörte Poincare das Versprechen der Mechanik, indem er das einführte, was heute als „Chaostheorie“ bekannt ist. Er versuchte ganz einfach, das Sonnensystem in allen Einzelheiten zu beschreiben, und erkannte bald, daß es nicht stabil sein kann, wenn wir alle Planeten, Monde und die Sonne und deren gravitative Wechselwirkungen untereinander betrachten. Wie beim berühmten „Schmetterlingseffekt“ in der Klimatologie würden all diese winzigen Gravitationseffekte bald auf gigantische Effekte hinauslaufen, die das Sonnensystem auseinander rissen. Das von Kepler und Newton überkommene präzise „kosmische Uhrwerk“ ist eine Illusion! Wie Reich betonte, stabilisiert nur die Kontraktion der kosmischen Orgonenergie durch die einströmende (und, wie der Orgonom Robert A. Harman gezeigt hat, durch die Funktion der koexistenten Wirkung koordinierte) kosmische Überlagerung das Sonnensystem und jedes andere planetarische und galaktische System im Universum.

Dasselbe kann man über den Mikrokosmos sagen, der durch die statistische Mechanik (Thermodynamik) und die Aufklärung des Elektromagnetismus erschlossen wurde. Auch diese geordnete Welt brach zusammen, als Planck mit der „Ultraviolett-Katastrophe“ konfrontiert wurde. Wenn elektromagnetische Strahlung zu immer kleineren Wellenlängen übergehen kann, würde das Universum einfach wie eine Wasserstoffbombe explodieren! Auch generell: wenn alles immer kleiner und kleiner werden kann, sich hier im Kleinen eine Unendlichkeit auftut, wäre der Energiegehalt jedes kleineren Teils des Raumes unendlich! Deshalb wurde das Plancksche Wirkungsquantum h eingeführt. Ähnlich wie im Sonnensystem ermöglichte es, wie Bohr als erster formulierte, die Stabilität der Atome, denn ohne das Plancksche Wirkungsquantum würde jedes den Atomkern umkreisende Elektron aufgrund seiner Beschleunigung durch Aussendung immer kürzerer Wellenlängen elektromagnetischer Strahlung in den Atomkern einschlagen.

Aber selbst Planck und Bohr konnten das Universum nicht vor der Explosion bewahren, denn Heisenberg trat auf und tat das Unvermeidliche: das Plancksche Wirkungsquantum impliziert die Unschärferelation. Wenn wir im Mikrokosmos die Entfernungen (Länge) immer weiter reduzieren, kann der Impuls jeden Wert annehmen, und wenn ich immer kleinere Beobachtungszeiträume wähle, kann die Energie jede beliebige Skala überschreiten. Es ist nur eine andere Version der „Ultraviolett-Katastrophe“, d.h. das Universum sollte wieder wie eine Wasserstoffbombe explodieren! In Feynmans Quantenelektrodynamik, die alles erklärt, außer Schwerkraft und Radioaktivität (d.h. kosmische Überlagerung und ORANUR), ist die Lösung einfach: man muß nur all die höheren Terme aus den Gleichungen streichen! Diese an sich dilettantische Manipulation der Gleichungen funktioniert, d.h. die Gleichungen spiegeln danach immer noch die Realität in allerhöchster Präzision wider! Aber warum und wie dieser wirklich lächerliche Ansatz, ein bloßer Taschenspielertrick, der als „Renormierung“ bezeichnet wird, funktioniert, weiß niemand zu sagen.

Hier operiert im Mikrokosmos das Äquivalent der kosmischen Überlagerung, die Ordnung in die Bahnen der Planeten bringt: ORANUR. Wiederum koordiniert durch die Funktion der koexistierenden Wirkung (Harman) zieht sich auch auf dieser Ebene die kosmische Orgonenergie zusammen und hält das Chaos in Schach. Dies erklärt, warum in Zuständen der Überexpansion („Parasympathikotonie“) alles in den Biopathien (sogar Krebs ist Parasympathikotonie auf zellulärer Ebene!), in den Soziopathien (die gegenwärtige Antifa- und BLM-Scheiße) und in den Kosmopathien (kosmische Ausbrüche in galaktischen Systemen jenseits jeder vorstellbaren Energieabgabe) zu explodieren scheint. Durch den ORANUR-Mechanismus hält die Orgonenergie die Materie, sogar den Raum selbst, davon ab, „parasympathisch“ zu entarten!

Man kann einwenden, daß ORANUR doch für Expansion steht, doch dieser Einwand entstammt einem rein abstrakten Denken. Wann tritt eine ORANUR-Reaktion auf? Zum Beispiel, wenn es ein Leck in einem Kernkraftwerk gibt. Zuvor la gein gewisses Gleichgewicht vor, d.h. die Kernstrahlung wurde sequestriert. Jetzt wird sie freigesetzt und das Orgon versucht, sie erneut zu sequestrieren (Kontraktion), das Ergebnis ist eine ORANUR-Kettenreaktion.

Wahrheit und Wirklichkeit (Teil 2: die fundamentale Ebene)

7. Juli 2020

Willkürlich greife ich ein entsprechendes Erlebnis aus ziemlich vielen heraus. Aus dem Zusammenhang gerissen erwähnte jemand im Büro mir gegenüber einen „Problemkunden“, Herrn xyzabz. Alles andere als ein gewöhnlicher Name! Wir unterhielten uns humorvoll über ihn, und dabei ging ich zum Fenster auf der anderen Seite des Büros und schaute auf die Straße hinunter. Ich sah (zum ersten Mal in meinem Leben) dort unten auf dem großen städtischen Platz ein Auto eines Beerdigungsunternehmens mit der großen Aufschrift „xyzabc“ auf dem Rückfenster. Wir alle waren völlig verblüfft. Es war ganz so, als ob „das Universum“ einen (wirklich passenden!) „Kommentar“ zu unserem Gespräch über Herrn xyzabc abgeben würde! Von dem astronomischen Zufall ganz zu schweigen!

Irgendetwas „stimmt“ nicht mit der Realität selbst. Das ist auch der Grund, warum Verschwörungstheorien bei mir nicht so gut funktionieren. „Ist es nicht bemerkenswert, daß zur Zeit und am Ort des JFK-Attentats, bei 9/11 usw. dieses und jenes geschah?!“ „Nun ja…“ Es gibt einen Bereich jenseits von oder, besser gesagt, neben Ursache und Wirkung. Etwas, das eng mit dem Bewußtsein selbst verbunden ist. Und auch das Bewußtsein ist etwas, das von Ursache und Wirkung getrennt ist. Wie Dr. Robert A. Harman aufgezeigt hat, hat dieser Bereich etwas mit kosmischer Überlagerung, Schwerkraft usw. zu tun, mit KOORDINIERUNG jenseits von Raum und Zeit.

Reich wurde beeinflußt von Kant (über F.A. Lange), Hegel (über Marx/Engels) und Platon (gewissermaßen über Freud: Eros, Thanatos, die Triebe, Ödipus usw. sind platonische Ideen, wie in Jungs Archetypen deutlich wird; siehe auch, was Freud über sein Konzept der „Libido“ und Platon schrieb). Alle drei verbinden Bewußtsein und Realität auf einer fundamentalen Ebene. Wie Kant betonte, muß es etwas „Transzendentales“ geben, damit wir überhaupt etwas über die Realität verstehen können (siehe auch Leibniz‘ „prästabilierte Harmonie“), nach Hegel bewegen sich Realität und Bewußtsein nach ein und denselben Regeln und nach Platon ist die Wirklichkeit bloßer flacher Schatten „überwirklicher“ mehrdimensionaler Ideen.

All dies wird verdaulicher mit Nietzsches Vision der ewigen Wiederkehr des Gleichen, die impliziert, daß dein Ich/Selbst/Bewußtsein eine Illusion ist: wir sind das Universum, was bedeutet, daß dieser Moment unseres Bewußtseins mit diesem Moment des gesamten Universums identisch ist. Wir sind keine „freischwebenden Geister“, sondern gehören in einem grundlegenderen Sinne hierher, als wir uns das jemals ausmalen könnten. Und in Momenten der „Synchronizität“ erkennen oder vielmehr ahnen wir schwach etwas von einer Überrealität, die tiefer ist, als jede ach so tiefgründige Religion je erfassen könnte. „Tiefer“ im Sinne des berühmten Nietzsche-Gedichts!

Synchronizität ist letztendlich mit der Kosmologie verbunden, die man auf den Kampf mit Paradoxa, etwa das Olbers’sche Paradoxon, reduzieren kann… Gegenwärtig habe ich das Gefühl, daß dieser Kampf darauf hinausläuft, das ich die Beziehung zwischen relativer Bewegung und koexistierender Wirkung nicht verstehe. Ich kann Geschichte, Entwicklung usw. verstehen (Heraklit) und ich kann „Existenz“ (Parmenides) verstehen, aber es ist nicht einfach, sie miteinander zu verbinden.

Historisch wurde dies durch strömende Atome gelöst (Demokrit), die der Vorläufer der Orgonenergie sind (siehe Äther, Gott und Teufel). Aber dies war offensichtlich nichts weiter als ein billiger Kompromiß, der nichts wirklich löste. Reich versuchte voranzukommen, indem er alle mechanischen Konzepte hinter sich ließ und sich ausschließlich auf die Bioenergetik konzentrierte, mit dem Psychiater als dem ultimativen Naturwissenschaftler. Womit wir wieder am Anfang dieses Beitrags wären… Wir haben bisher nicht mal annähernd verstanden, was die Wirklichkeit „wirklich“ ist!

Wahrheit und Wirklichkeit (Teil 1: die oberflächliche Ebene)

6. Juli 2020

Dies zur Ergänzung von nachrichtenbrief160.

Gemeinhin, d.h. im liberalen Weltbild des Westens und in der „Weisheit des Ostens“, werden Wahrheit und Wirklichkeit (und damit auch Sollen und Sein) streng geschieden, da es ja unterschiedliche Standpunkte (Blickwinkel unter denen man die eine Wirklichkeit betrachtet) und damit Wahrheiten geben könne.

Mit der Unterscheidung zwischen Wahrheit und Wirklichkeit sitzt man jedoch einer „bürgerlichen Ideologie“ auf, während für den Dialektischen Materialisten sich eine Wahrheit immer nur in der Praxis erweist. Für Nietzsche ist Wahrheit eine Funktion der Gerechtigkeit, die wiederum stets ein Richten (also ein Handeln) in sich schließt.

Wenn man mit der Unterscheidung zwischen Wahrheit und Wirklichkeit recht hätte, gäbe es auch einen Unterschied Zwischen Weg und Ziel, aber für Reich ist der Weg schon das Ziel. Und man würde auch implizieren, daß es den Geist („den Standpunkt“) unabhängig von der Natur gäbe, aber Reich zufolge sind alle derartigen Annahmen mystisch und damit vollkommen unorgonomisch.

Gleichzeitig muß das Gleichheitszeichen zwischen Wahrheit und Wirklichkeit durch das funktionelle Gleichheitssymbol ersetzt werden, das uns auf die tiefere gemeinsame Funktionsebene verweist, die beide Elemente beeinflußt, welche so dann keine abgetrennte, „ideale“ Existenz mehr führen. Diese Funktionsebene, das Gemeinsame Funktionsprinzip (CFP), ist der Kontakt, der aber wiederum eng mit der Funktion des Ich korreliert ist. Ohne Ich, wie in der extremen Psychose, gibt es keinen Kontakt, keine Wahrheit und keine Wirklichkeit. (Mystiker setzen die entsprechende intuitive Erkenntnis in Theorien über eine überweltliche „Seele“ um, die aus sich heraus die Welt gebiert.)

An Stelle von Wirklichkeit tritt Unwirklichkeit und die Gegenwahrheit des Neurotikers, der alles im Lichte seiner irrationalen Ängste, Aggressionen, Lüste, etc. sieht. Der pestilente Charakter („Modju“) nutzt diese strukturelle Hilflosigkeit (Infantilität) aus, um seine Gegenwirklichkeit und die Unwahrheit durchzudrücken. Man denke etwa an die Hetze gegen „kosmopolitische“ Dissidenten im Realsozialismus.

Das wirkliche Problem liegt entsprechend nicht im Bereich von Wahrheit und Wirklichkeit, sondern selbstverständlich im Kontakt, also letztlich in der biophysikalischen Struktur des Menschen. Für den gepanzerten Mensch wird die Wahrheit zu einer tödlichen Gefahr, denn in seiner Kontaktlosigkeit kann er mit der Wahrheit nur Unheil anrichten und die Wahrheit kann an ihm Unheil anrichten, weshalb ja auch Reich zufolge die Gegenwahrheit, die dem gepanzerten Menschen gemäß ist und zu seiner Unwirklichkeit paßt, vor der Wahrheit geschützt werden muß. Ständig mit Wahrheiten nur so um sich zu werfen, zur Befriedigung von Egobedürfnissen, ist schlicht verbrecherisch. Außerdem ist es eine typische Taktik Modjus, indem er Wahrheiten auf andere zielt, hält er die Wahrheit von sich selbst fern, so daß die Wahrheit letztlich zur Lüge wird.

Dies wird einsichtiger, wenn man sich orgonometrisch vergegenwärtigt, daß die Lüge auf einer tieferen Ebene natürlich nicht „substantiell“ existent ist und nur als Unwahrheit definierbar ist, damit aber letztlich in der Wahrheit aufgeht („jeder hat irgendwo Recht“, Reich), denn die Unwahrheit unterscheidet sich von der Wahrheit einfach nur dadurch, daß sie nur einen Teil der Wahrheit ausmacht, was wiederum dem selektiven Kontakt Modjus entspricht („Vorurteil“, „Voreingenommenheit“).

nachrichtenbrief160

5. Juli 2020

Achten Sie nicht auf den Mann hinter dem Vorhang!

4. Juli 2020

http://orgonomie.net/holbrook17.htm

Paul Mathews: Ideologie und das Nichtglaubenwollen

3. Juli 2020

 

Paul Mathews:
Ideologie und das Nichtglaubenwollen

 

Peters Geschichte

2. Juli 2020

Schon als 12- oder 13jähriger ist mir bei der Lektüre von Büchern über die „verlorenen Welten“ der Antike und Vorzeit, wie beispielsweise Cerams Götter, Gräber und Gelehrte, aufgefallen, daß diese ungeheueren Zeiträume von geschichtslosen „dunklen Zeitaltern“ zerrissen waren und die Geschichte sich ansonsten ständig wiederholte. Die gleichen Entdeckungen und Eroberungen werden im Verlauf einer offenbar nicht vorhandenen Entwicklung immer wieder gemacht, um danach unerklärlicherweise bald wieder in der Versenkung zu verschwinden. Monoton werden ständig dieselben Geschichten erzählt. Es ist fast unmöglich, die Chroniken unmittelbar benachbarter Kulturen logisch aufeinander abzustimmen. Der Zeitablauf machte keinen organischen Sinn, so daß meine jugendliche Faszination schnell in Widerwillen umschlug.

Als ich viele Jahre später Immanuel Velikovsky las, der versuchte, Ordnung in die westlichen „Zeitalter im Chaos“ hineinzubringen, stellte sich schnell heraus, daß er kaum mehr getan hatte, als die Geschichte des Nahen Ostens, die durch die Rekonstruktion der neuzeitlichen Altertumsforscher vollends durcheinandergeraten war, an der biblischen Geschichte neu auszurichten. Seine Rekonstruktion war ziemlich abwegig, da es keinen archäologischen Beleg für das Alte Israel gibt: Salomo, David und gar Moses sind allenfalls netter Erzählstoff. Daß Velikovsky mit Hilfe der nachweisbar frei erfundenen Bibel Ordnung schaffen konnte, war Hinweis darauf, daß die Alte Geschichte in ihrer Gesamtheit nicht etwa gelebt, sondern genauso wie die Bibel geschrieben worden war.

Velikovskys Forschungen entwickelten sich aus seiner Auseinandersetzung mit Freuds Buch Der Mann Moses und die monotheistische Religion, in dem sich Freud mit dem Rüstzeug der Psychoanalyse als Altertumsforscher versucht – und dabei ein weiteres Mal die Psychoanalyse ad absurdum führt. Doch bereits ein Jahrzehnt vorher war von Reich die Weiterentwicklung der Psychoanalyse zur Charakteranalyse in Angriff genommen worden. Er war zunehmend weniger an Erinnerungen und deren interpretativen Durchdringung interessiert, sondern am gegenwärtigen Funktionieren. Nicht die Erinnerungen bestimmen die jetzige Psyche, sondern umgekehrt: die (geschichtlich gewachsenen) aktuellen psychischen Verhaltensmuster und konkret greifbaren körperlichen Strukturen bedingen bestimmte „Erinnerungen“. Entsprechend kann es bei der Alten Geschichte nicht um die doch immer ziemlich willkürliche Rekonstruktion der Historie gehen, sondern allenfalls um das Freilegen von „metahistorischen“ Strukturen, die die Geschichtskonstruktion zur Zeit ihrer Fixierung bestimmten.

Unter den diversen „Geschichtskritikern“ ist der russische Mathematiker Anatolij T. Fomenko am konsequentesten vorgegangen und ist deshalb im Bereich der Geschichtswissenschaft vielleicht die beste Entsprechung zu Reichs Herangehensweise. Fomenko zufolge ist die gesamte Geschichte vor dem Dreißigjährigen Krieg (1618) ein Konstrukt. Aufgrund einer statistischen Computeranalyse der Geschichtsdaten weist er nach, daß die Alte Geschichte künstlich generiert wurde, indem ein Grundmuster von 333 bzw. 360 Jahren vervielfältigt und in immer neuen Variationen der Grundelemente über die Zeitachse verschoben wurde. Nach der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert entzieht der Buchdruck, der die damalige Geschichtserfindung und ihre flächendeckende Verbreitung erst möglich gemacht hatte, die Geschichte ein für allemal dem menschlichen Zugriff. Man denke nur an die Institution „Tageszeitung“!

Was Fomenko, ähnlich wie vor ihm Velikovsky, unterließ, war eine konsequente Würdigung der theologischen Natur der Geschichtserfindung. Offensichtlich wurde zur Zeit der sogenannten „Re-Formation“ zusammen mit der Bibel eine zu ihren Aussagen passende Weltgeschichte kreiert, d.h. beides wurde gedruckt und unters Volk gebracht. (Dieser Ursprung der Bibel erklärt auch, warum die Amischen und die orthodoxen Juden bis heute partout darauf beharren, ausgerechnet in einer Welt des 17. Jahrhunderts leben zu wollen: die Bibel und die damalige Zeit gehören untrennbar zusammen.)

Gleichzeitig flossen, quasi nebenbei, die leider ganz und gar nicht „christus-haften“ partikularen Interessen der Schöpfer dieser pseudorealistischen Konstruktion in die Christus-Gestalt ein: im Geiste der damaligen machiavellistischen „Humanisten“, die natürlich auf der Seite der entrechteten „Plebejer“ standen, war Jesus ein Führer, der Schwäche und Ohnmacht in Stärke transformiert und in eine „geistige“ Macht, die alle „weltliche“ Macht übersteigt. In dieser Hinsicht waren diese „Befreiungstheologen“ Vorläufer und Inspiratoren von Lenin und Hitler. Diese diabolische Dynamik und die ins Auge springende schizoide Doppelgesichtigkeit Jesu – Spartakus/Cäsar, Bettelmönch/Pontifex Maximus, Diogenes/Alexander, Pazifist/herrschsüchtiger Gewaltmensch – wird in Christus thematisiert.

Andererseits: daß eine reale, charismatische Figur, ein genitaler Charakter und sein tragisches Schicksal die Autoren der Christus-Geschichte inspiriert hat, ist anzunehmen, denn nur so wäre die unwiderstehliche Kraft des Christentums und der Geschichtskonstruktion, die es perfekt illustriert, erklärlich. Reich schrieb dazu:

Die Geschichte Christi hat die Menschheit tief berührt und zu Tränen, Jammer und großer Kunst bewegt, weil sie die eigene, tragische Geschichte der Menschheit ist. Jeder Mensch ist Christus und Opfer der Pest. Die Menschen sind hilflos vor ihren eigenen Gerichten, fliehende Jünger und schlafende Bewunderer; es sind Judasse, die dem Meister den Todeskuß geben und Marias, die Christus eine verbotene, göttliche Liebe geben; sie sind abgestorbene Körper, die die Schönheit Gottes in ihren erstarrten Gliedern vergeblich suchen, aber niemals aufhören, seine Existenz in sich und außerhalb zu fühlen. Trotz aller Panzerung, Sünde, Haß und Perversion sind auch die Menschen im Grunde Lebewesen, die nicht anders können, als die Lebenskraft in sich und außerhalb zu fühlen. (Christusmord, Freiburg 1978, S. 240f)

Zwar hat der Beginn der heutigen Geschichtsschreibung nichts mit den Anfängen der flächendeckenden Panzerung der Menschenmassen zu tun, es ist jedoch von tiefer Bedeutung, daß sich der Kern ihrer Tragödie in praktisch allen Erzählsträngen der westlichen Geschichtsmythen niederschlug.

Mit dieser Offenlegung ist die Aufklärung vollendet und dem Christentum das Fundament endgültig entzogen. An seine Stelle wird die Orgonomie, d.h. die Wissenschaft, als einzige legitime Quelle der Identität der westlichen Welt treten. Wir „glauben“ weder an einen persönlichen Gott noch an eine unpersönliche „kosmische Kraft“ (der „Druck“, den orgastisch impotente Menschen empfinden und als Chi, Prana und gar „die Leere“ mystifizieren – daraus sind faschistische Religionen wie der Buddhismus und der Hinduismus hervorgegangen), sondern an das Lebendige, das sich im unkodifizierbaren Gefühl von Anstand in uns selbst, im Funkeln in der Atmosphäre und im Lächeln jedes Neugeborenen offenbart.