Posts Tagged ‘statische Elektrizität’

Wilhelm Reich, Physiker: 3. Der physikalische Laie Wilhelm Reich, a. Elektronen

3. Februar 2026

Wilhelm Reich, Physiker: 3. Der physikalische Laie Wilhelm Reich, a. Elektronen

Wilhelm Reich, Physiker: 2. Orgonbiophysik, g. Elektroskopische Orgonometrie

26. Januar 2026

Wilhelm Reich, Physiker: 2. Orgonbiophysik, g. Elektroskopische Orgonometrie

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Yoga” und folgende

4. Juni 2025

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Yoga“ und folgende

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie

2. November 2020

Diese Arbeit von Klaus Heimann spiegelt die Orgonomie in Deutschland bzw. das orgonomische Wissen in Deutschland Mitte/Ende der 1970er Jahre wider. In diese Zeit reichen die Bemühungen zurück, die Orgonomie in Deutschland, nach der restlosen Zerstörung erster Anfänge auf deutschem Boden, die 1933 erfolgte, erneut zu etablieren. Das damalige orgonomische Wissen ist der Ausgangspunkt des NACHRICHTENBRIEFes und sollte deshalb von jedem, der neu zu unseren Netzseiten stößt, als Einführung gelesen werden, damit wir alle eine gemeinsame Grundlage haben. Klaus Heimanns Arbeit hat den Zauber des Anfangs an sich und möge in einer neuen Generation das Feuer von neuem entzünden:

ZUR ENTSTEHUNGSGESCHICHTE DER ORGONOMIE von Klaus Heimann

Orgonotische Erregungseffekte II (1958) (Teil 8)

13. Dezember 2018

von David Boadella

6. Die Pulsation der Elektroskop-Blätter (Fortsetzung)

Bisher wurde die Erregung der Blätter durch einen Isolator beschrieben. Sehr geringe Erregung durch meine Hand wurde beobachtet, da die Blätter mit nur geringer Bewegung reagierten, wenn meine Hand sich der Scheibe näherte. Wenn man jedoch einen geladenen Isolator die Elektroskopscheibe bedecken ließe (z.B. man sie mit einem weichen Gummihandschuh drapierte), war die Konvergenz der Blätter viel stärker ausgeprägt. Das heißt die Hand, die ein ungeladenes Elektroskop an der Scheibe nicht beeinflussen kann, kann eine beträchtliche Bewegung der geladenen Blätter erzeugen, wenn sie etwa 6 Zoll über der Scheibe bewegt wird, nur vorausgesetzt, daß die Metallscheibe durch den Isolator bedeckt ist. Der Isolator scheint den Feldeffekt der Hand zu „verstärken“. Reich war früh mit der Tatsache konfrontiert, daß das Elektroskop nicht direkt durch Aufladung auf eine Orgon-Konzentration reagierte. Es wurde nur geladen, wenn das Orgon absorbiert worden war und anschließend von einem guten Isolator emittiert wurde. Eine ähnliche Indirektheit scheint den Aufladungseffekt der Hände zu bestimmen. Die Hände können kein Elektroskop an der Scheibe laden, aber sie werden Gummi oder Glas oder andere Isolatoren erregen, die wiederum eine starke Wirkung auf das Elektroskop haben.

Diese indirekte Einwirkung der Hände auf die Goldblätter ist am deutlichsten zu sehen, wenn die Blätter durch Streichen des Glases der Flasche geladen sind. Wenn ich meine Hände von der Flasche nahm, begannen die Blätter zuerst langsam zu konvergieren und sich dann langsam wieder zu spreizen. Mit anderen Worten, die bereits erwähnte Pulsation, die durch Isolatoren hervorgerufen wird, tritt auch als Reaktion auf die Hände auf. Das gleiche Phänomen der Langsamkeit, wenn die Aufladung über einen Isolator erfolgte, im Vergleich mit der direkten metallischen Leitung, wurde von Reich beobachtet (siehe 5, S.119).

Wenn sich meine Hände wieder dem Flaschenhals näherten, gab es eine sehr starke Bewegung der Blätter. Sowohl die Konvergenz bei Annäherung als auch das Abspreizen bei Annäherung wurden beobachtet, und beide traten immer noch auf, selbst wenn alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden waren, um sicherzustellen, daß die Art des Streichens identisch war. Es war möglich, zwei Elektroskope auf die gleiche Weise zu laden und eine Abspreizung in der einen und eine Konvergenz in der anderen durch die gleiche Hand zu erhalten, die auf die gleiche Weise angenähert wurde.

Zwei weitere ungewöhnliche Beobachtungen wurden mit dem auf diese Weise aufgeladenen Elektroskop gemacht. Wenn ich meinen Finger auf die Scheibe legte, bevor die bereits beschriebene langsame erneute Abspreizung stattgefunden hatte und die langsame Konvergenz beim Entfernen der Hand vom Glas noch immer vor sich ging, gab es bei den Blättern einen sehr plötzlichen ‚Stoß‘ nach außen. Mit anderen Worten, die normalerweise langsame Reaktion auf die Erregung durch die Hand durch das Glas hindurch wurde stark beschleunigt. Es war tatsächlich möglich, die Blätter um einen Winkel von ungefähr 30º von der vertikalen Position abzulenken, indem ich meinen Finger auf die Scheibe legte. Die Hand, die normalerweise das Elektroskop an der Scheibe entlädt, ist hier in der Lage, das Elektroskop an der Scheibe aufzuladen. Nicht nur kann gezeigt werden, daß eine ‚Erdung‘ manchmal keinen Effekt auf das Entladen des Elektroskops hat, vielmehr wird die bloße Prozedur des ‚Erdens‘ unter diesen Bedingungen sogar genau das Gegenteil dessen ergeben, was normalerweise daraus resultiert. So ist es nicht überraschend, wenn man findet, daß Metall, wenn es auf die Scheibe gebracht wird, die gleiche Reaktion hervorbringt.

Auch wenn das Elektroskop durch Streichen des Glases teilweise geladen und dann vom Tisch hochgehoben wurde, wurde eine deutliche Zunahme der Spreizung der Blätter bemerkt. Dies war nicht in Form eines ‚Stoßes‘, sondern einer ziemlich schnellen stetigen Erweiterung der Blätter. Das verwirrte mich eine ganze Weile, da die Ablenkung nur mit einer Aufwärtsbewegung erfolgte, aber wenn ich das Elektroskop im freien Raum hielt und es nach oben oder unten bewegte, trat keine Veränderung ein. Dann wurde klar, daß diese scheinbar bizarre Ablenkung nur erzeugt wurde, als der Kontakt zwischen dem Glas und der Tischplatte unterbrochen wurde. Dies konnte keine bloße Frage der Trennung von Oberflächen sein, da die Reaktion nur auftrat, wenn der Elektroskopkolben zuerst gestreichelt worden war. Es war die Dissoziation der beiden Energiefelder, das die Blätter anregte: das Streichen der Glasschale regt auch die Tischplatte an, ob diese nun aus glattem Holz besteht oder ob sie mit einer Metallplatte oder Plastiktischdecke bedeckt ist – alles Varianten, die versucht wurden und bei denen die Reaktion erfolgte.

Wenn statt des Flaschenhalses der Flaschenbauch gestreichelt wurde, reagierten die Blätter mit starker Erregung. Es war möglich, die Wirkung einer starken Brise innerhalb der luftdichten Flasche zu simulieren und ein vollständiges Zucken der Blätter mit einer Ablenkung um 90 Grad oder mehr zu erhalten. Wenn dieses Streicheln langsam auf einer Seite des Flaschenbauches durchgeführt wurde, wobei die Flasche in der anderen Hand horizontal gehalten wurde, konnte das nahe Blatt dazu gebracht werden, sich zu meiner Hand hin auszudehnen. Wieder wurde der Vergleich mit einer biologischen Bewegung – einer Erektion – von mehreren Beobachtern des Phänomens empfunden. Die ‚Erektion‘ des Blattgoldes folgte einem Muster, das nunmehr allmählich typisch zu sein scheint: es geschah manchmal als Reaktion auf die Annäherung meiner Hand (mit Zusammenfall beim Entfernen) und manchmal auf die Entfernung meiner Hand (mit dem Zusammenfall beim Annähern).

Der stärkste Feldeffekt wurde gefunden, als das Elektroskop von meinen Händen geladen wurde und ein Gummihandschuh, der auch von meinen Händen geladen worden war, neben dem Glas hin und her bewegt wurde. Die Erdung der Scheibe beseitigte die Reaktion jetzt genausowenig wie sie es zuvor getan hatte. Die Blätter reagierten auf die Bewegung des Handschuhs mit einer eigenen Bewegung, die mit zunehmender Entfernung des Handschuhs geringer wurde. Eine winzige aber unmißverständliche Zunahme der Ablenkung der Blätter konnte in einer Entfernung von zweieinhalb Fuß beobachtet werden. Mit dem Ethilon-Streifen konnte dieser Abstand um etwa einen weiteren Fuß überschritten werden.

Das Elektroskop zuckt als Reaktion auf „etwas“ im angeregten Gummihandschuh über einen Abstand von 2 oder 3 Fuß. Es ist wenig gewonnen, wenn dieses „Etwas“ als ein elektrostatisches Feld bezeichnet wird. Wir haben gesehen, daß dies ohne Reibung hervorgerufen werden kann. Es kann zu Rötung und Prickeln der Haut führen. Es kann Erstrahlung in Neonlampen erzeugen, wie auch in Glühbirnen. Es regt Holzstücke an, die mit hellstrahlenden Lichtpunkten leuchten. Es kann aus dem Kontakt mit dem Haar oder mit der Haut erhalten werden. „Das Elektroskop ist nicht mit Strom geladen, sondern mit Orgon. Das Orgon dringt in alles ein; Leiter und Nichtleiter, nur mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Der Isolator leitet keine Elektrizität, aber er leitet Orgon. Aus diesem Grund kannst du ein Elektroskop mit einem orgonotisch geladenen Isolator aufladen, genauso wie du das Elektroskop durch einen Isolator entladen kannst“ (5, S. 120).

Es ist leicht zu verstehen, warum das Elektroskop für Arbeiter auf dem Gebiet der Elektrizität von nur geringem Nutzen ist, hingegen ein grundlegendes Instrument der Orgonomie darstellt. Das war es, was Reich dazu brachte, das Instrument umzubenennen und es passender als „Orgonometer“ zu bezeichnen. Nur die Annahme, daß es sich um Orgon und nicht um Elektrizität handelt, die die Isolatoren und die Goldblätter anregt, macht es möglich, die funktionellen Beziehungen zwischen Licht hier und Ladung dort zu verstehen; zwischen der offensichtlichen vegetativen Reaktion auf der einen und der subtilen emotionalen Reaktion auf der anderen Seite. Wir können diese Beziehungen bei der Anregung, die durch das Orgonenergie-Feldmeßgerät induziert wird, weiter untersuchen.

(Fortsetzung folgt) [eine etwaige Fortsetzung liegt mir nicht vor, PN]

 

Literatur

5. Reich, Wilhelm: „Orgonotic Pulsation: the differentiation of orgone energy from electro-magnetism. Presented in talks with an electro-physicist“ (insbesondere Part II: The orgonotic excitation of insulators. Questionable points in the concept of static electricity), International Journal of Sex-Economy and Orgone Research, Vol. 4, 1945

9. Ritter, Paul: „Bio-functional planning, Part IV Enclosure“, Orgonomic Functionalism, Vol. IV. 1957 [Im gesamten Text von Boadella gibt es keinen Verweis auf diesen Artikel. PN]

 

Abdruck der Übersetzung aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung des Autors, Dr. Boadella. Der Originalaufsatz „Orgonotic Excitation Effects II“ findet sich in der von Paul und Jean Ritter in Nottingham, England herausgegebenen Zeitschrift Orgonomic Functionalism, Vol. 5 (1958), No. 4, S. 211-232.

Orgonotische Erregungseffekte II (1958) (Teil 3)

30. November 2018

von David Boadella

2. Die Erstrahlung von Isolatoren (Fortsetzung)

Harvey hat in seinem Buch über LIVING LIGHT (lebendiges Licht) einige Beispiele von Erstrahlung vorgebracht, die den gegenwärtigen näher zu kommen scheinen. Sein Absatz dazu ist interessant genug, um ihn vollständig zu zitieren:

Was häufig als Reibungselektrizität bezeichnet wird, ist tatsächlich Elektrizität, die aus der Trennung von Oberflächen hervorgeht. Viele Beispiele sind bekannt. Die vorübergehende grünliche Lumineszenz, die an der Stelle auftritt, wo der Film des Elektrikers oder des Chirurgen oder „Scotch“ von einer Rolle abgezogen wird, ist bereits erwähnt worden. Der Autor hat beobachtet, daß diese Lumineszenz bei einigen Proben so hell sein kann, daß sie bei nur teilweise dunkeladaptierten Augen sichtbar ist. Das Phänomen kann wiederholt werden, wenn das Band zurückgespult und dann wieder abgezogen wird, und erscheint auch, wenn die klebrigen Seiten des Bandes zusammengepreßt und dann voneinander getrennt werden. Montagekleber, ob es nun zwei Stücke aus Metall, Glas, Papier, Zellophan oder zwei beliebige unterschiedliche Materialien sind, luminesziert, wenn die Oberflächen getrennt werden. Viele andere Substanzen, wenn sie eng aneinander haften, werden auch beim Auseinanderziehen lumineszieren. Filme, die von Glas oder Metall abgezogen werden, geben einen Lumineszenzblitz, zum Beispiel Kollodium, gelöst in einer Äther-Alkohol-Mischung, das auf eine Glasplatte gegossen wird und das man trocknen läßt. (7, S. 105f)

Harvey fährt fort, um seine Erklärung für diese Effekte zu geben:

Die Erklärung für alle derartigen Lumineszenzen scheint folgende zu sein: Immer wenn zwei Oberflächen voneinander getrennt werden, nimmt die Kapazität ab und die Spannung steigt an, bis eine Entladung stattfindet, wodurch das umgebende Gas angeregt wird zu lumineszieren. Daß eine Entladung tatsächlich stattfindet, kann leicht durch Abstreifen von Klebeband oder Scotch-Band in einer Neongas-Atmosphäre von 2 bis 4 cm Hg Druck gezeigt werden. Dann ist die Lumineszenz rötlich … Rote Lumineszenz tritt auch auf, wenn zwei Streifen Glimmer auseinander gezogen werden oder wenn Kollodium- oder bernsteinähnliche- oder Gummifilme in einer Niederdruck-Neon-Atmosphäre von Glas abgelöst werden. (7, S. 105)

So werden wir wieder zu Volt gebracht und zu der Art von Satz, der den Brief von der NPL charakterisiert: die Erklärung ‚scheint‘ dies oder das zu sein. Die Nuanciertheit oder Sanftheit der Aktivität, die notwendig ist, um eine Erstrahlung zu erzeugen, ist mit der elektrischen Vorstellung von Volt völlig unvereinbar.

An diesem Punkt müssen zwei weitere bemerkenswerte Beobachtungen aufgezeichnet werden. Ich lud einen Ethilon-Streifen [eine Art von Nylon] auf, indem ich ihn durch meine Finger zog, und bemerkte das Flackern, das dadurch entstand, als es so schien, daß einige der Lichtpunkte außerhalb des Bereichs des Ethilon lagen. Zuerst sah es so aus, als würde ein Teil des Lichts in den angrenzenden Raum „geschleudert“ werden, als ob ich ein Tuch in eine phosphoreszierende Farbe getaucht hätte und einen Teil der Farbe abschüttelte. Aber bei näherer Betrachtung zeigte sich, daß die Lichtpunkte tatsächlich kurz an der Kante eines nahegelegenen Holzregals leuchteten. Durch weiteres Wiederholen des Aufladens des Ethilon konnte dies viele Male wiederholt werden. Irgendwann konnte ich eine lange Reihe von Leuchtpunkten am Rand des Regals erzeugen, wenn ich in seiner Nähe über das Ethilon strich. Das Holz wurde überhaupt nicht berührt, daher wurde keine Reibung ausgeübt, und es gab keine Trennung von Oberflächen. Es war auch möglich, winzige Lichtpunkte auf dem Handrücken hervorzurufen, auf die gleiche Weise, ohne Kontakt und ohne Funkenbildung. Der emotionale Eindruck dieser leuchtenden Punkte, die in totem, unbeweglichem Holz und in einer untätigen Hand erschienen, war sehr bewegend. Besonders die Punkte auf dem Holz, die zahlreicher waren, erinnerten mich an einen wolkigen Nachthimmel, in dem eine Wolke zeitweise dünner geworden ist, so daß die Sterne für eine Sekunde durchscheinen, bevor sie im nächsten Augenblick wieder überdeckt werden.

Die zweite Beobachtung wurde erstmals gemacht, als die Kunststoffolie von der Akkumulatorwand gezogen wurde, wie oben beschrieben. Als ich meinen Arm in der Nähe hielt, um die Erstrahlung zu induzieren, spürte ich auf der Rückseite meines Armes ein sehr ausgeprägtes und unverwechselbares Gefühl von Wärme und Kribbeln. Am bemerkenswertesten und überzeugendsten ist die Tatsache, daß dieses Gefühl des Prickelns genau das ist, was man von der Akkumulatorwand erhält, wenn der Arm in geringem Abstand von ihr gehalten wird. Der Hauptunterschied besteht darin, daß der Effekt des Isolators viel stärker ist, solange er anhält, wobei er in einer Entfernung von sechs Zoll oder mehr vom Material besonders stark ausgeprägt ist, aber schnell nachläßt, während die Empfindungen, die durch die Akkumulatorwand induziert werden, kontinuierlich sind und nur mit dem Wetter variieren.

Ich habe diesen Effekt auch außerhalb des Akkumulators leicht erhalten, und er war am stärksten mit dem Ethilon-Streifen. Die Empfindung kann am besten als die beschrieben werden, die mit dem sehr leichtem Kontakt mit Fell verbunden ist oder mit Fäden, die man sich über die Haut ziehen läßt. Die Akkumulator-Empfindungen wurden auch mit dieser Art von Effekt verglichen (8).

Ich habe versucht herauszufinden, ob es in der Literatur über statische Elektrizität einen Hinweis auf einen solchen Effekt gibt. Leider sind die meisten modernen Lehrbücher mit der quantitativen und mathematischen Beschreibung des statischen Feldes beschäftigt und ignorieren dessen qualitative Eigenschaften. Es war notwendig, sich in Bücher zu vertiefen, die im letzten Jahrhundert geschrieben worden sind, bevor ich das Glück hatte, den folgenden kurzen Hinweis zu finden:

Andere Eigenschaften von elektrifizierten Körpern – Exp. 67. Elektrifiziere ein Glasrohr stark und halte es nahe dem Gesicht. Es wird eine besondere Empfindung wahrgenommen, die mit der des Kontakts mit Spinnweben vergleichbar ist. (12, S. 59)

Als ich aus dem Akkumulator kam, nachdem ich ungefähr eine Stunde lang mit einer Plastikfolie, die lose an den Innenwänden befestigt war, in ihm gesessen hatte, rief meine Frau überrascht, daß ich sehr rot aussähe. Ich schaute mich im Spiegel an und sah, daß mein Gesicht tatsächlich viel röter als sonst war und mein Hals fleckig war, als hätte ich einen leichten Ausschlag. Dies ließ bald nach. Bioenergetische Reaktionen wie diese sind Benutzern des Akkumulators in milderer Form bekannt. Sie können nicht im geringsten durch solche Bemerkungen erklärt werden, wie: „Du sitzt einfach da drin und es wird heiß und stickig“ (Washington Daily Post, 28.09.56). Das Vorhandensein einer Strahlung irgendeiner Art, ausgehend von dem angeregten Plastik oder Ethilon-Streifen, ist unverkennbar. Und diese Strahlung hat alle Eigenschaften, die wir mit dem Orgon verbinden.

 

Literatur

7. Harvey, E. Newton: LIVING LIGHT, Princeton University Press, 1940

8. Boadolla, David und Fancroff, Schleim: „Subjective reactions to the orgone accumulator“. Orgonomic Functionalism, Vol. II, 1955

12. Poyser, A.W.: MAGNETISM AND ELECTRICITY, Longmans, Green, & Co. 1895

 

Abdruck der Übersetzung aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung des Autors, Dr. Boadella. Der Originalaufsatz „Orgonotic Excitation Effects II“ findet sich in der von Paul und Jean Ritter in Nottingham, England herausgegebenen Zeitschrift Orgonomic Functionalism, Vol. 5 (1958), No. 4, S. 211-232.

Zur Entstehungsgeschichte der Orgonomie (Teil 6)

15. September 2018

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Einige orgonotische Erstrahlungseffekte. Eine vorläufige Mitteilung (1958) (Teil 6)

30. Juli 2018

von David Boadella

Erklärungen (Fortsetzung)

Die Beobachtung, daß das Streicheln von Glühbirnen sie zur Leuchten bringt, während heftige Reibung entweder eine viel schwächere Wirkung oder gar keine Wirkung hervorbringt, ist also eine direkte Bestätigung der 1944 getroffenen Annahme Reichs „statische Elektrizität im üblichen Sinne ist überhaupt kein Strom“. In einem Artikel über „orgonotische Pulsation“ (siehe 5) kommt er zu dem Schluß: „Es ist nur eine Frage der Konvention, ob wir die ‚Elektrizität‘ der Alten mit dem Orgon identifizieren und den Begriff der Elektrizität für die orgonotischen Phänomene. In diesem Fall müßten wir ein neues Konzept für das entwickeln, was seit Faraday, Ampere und Volta als Elektromagnetismus bekannt ist. Oder wir müssen das Konzept der Elektrizität der Alten fallenlassen, die jeweiligen Phänomene orgonotisch nennen und den Begriff der Elektrizität auf jene Phänomene beschränken, die man durch die Bewegung von Drähten in Magnetfeldern erzielt“ (S. 122). In diesem Zusammenhang ist die Reaktion eines elfjährigen Jungen interessant, dem beiläufig vom Verhalten der Glühbirne im Dunkeln beim Reiben erzählt wurde. Im Gegensatz zu der Skepsis, der Verwirrung und dem abwehrenden Lachen der Experten gab er eine direkte, gefühlsmäßige Reaktion: „Oh, was soll‘s? Das ist die Elektrizität in deinen Händen, nicht wahr?“ Dieser Junge wußte kaum etwas von Wissenschaft und wußte sicherlich nichts von Millivolt. Aber er mußte die Energie in seinen Händen gefühlt haben, und da er keine bessere Bezeichnung für diese Energie hatte, nannte er sie „Elektrizität“.

Sobald man diesen Schritt macht, galvanische Elektrizität von den orgonotischen Phänomenen zu unterscheiden (von denen die ‚Statik‘ nur ein Sonderfall ist), beginnen einige verwirrende Widersprüche Sinn zu machen. Reich hat in CANCER BIOPATHY beschrieben, wie er sich der Tatsache bewußt wurde, daß die Energiemenge, die an der Hautoberfläche nachweisbar war, in keinem Verhältnis zur minimalen Ladung stand, die in Millivolt gemessen wurde. Er weist darauf hin, daß, obwohl „wir empfindliche Voltmeter beeinflussen können, indem wir sie berühren, das Ausmaß dieser Reaktionen so unendlich klein ist, – verglichen mit den Energiemengen im Organismus, – daß wir keine Verbindung sehen können“ (1, S. 6).

Eine ähnliche Diskrepanz besteht in der Annahme, daß das, was mit dem Elektroskop, dem Standardinstrument der Elektrostatik, gemessen wird, mit Spannung gleichgesetzt werden kann. Tatsächlich haben wir zwei radikal verschiedene Energieformen, die beide in ein und derselben Einheit gemessen werden. Reich beschreibt diese Diskrepanz wie folgt: „Wir laden ein Elektroskop mit Energie aus unseren Haaren, so daß das Elektroskopblatt um 45° oder 90° abgelenkt wird. Wir können den gleichen Effekt durch Anlegen eines elektrischen Stroms mit hoher Spannung an das Elektroskop erzeugen. Eine Einheit der Orgonladung entspricht jener Spannung, die notwendig ist, um die gleiche Ablenkung des Elektroskopblatts zu erzeugen. Wir finden auf diese Weise, daß, wenn wir nur einmal sanft durch unser Haar streichen, wir Energiemengen von mehreren hundert Volt abnehmen können“ (4, S. 113).

Die Auswirkungen sind relevant und wichtig. Obwohl eine bestimmte Menge an Orgonenergie einer gegebenen Menge an elektrischer Energie entsprechen kann, sind sie in keiner Weise äquivalent. Obwohl wir Energie abziehen können, die Hunderten von Volt ‚entspricht‘, können wir nicht durch Streichen unserer Haare ein Voltmeter veranlassen, eine Ablenkung zu registrieren, die anzeigt, daß unser Haar mit einer Spannung von Hunderten von Volt elektrisch geladen ist. Effekte, die sehr leicht und einfach mit Orgonenergie aus den Händen erzeugt werden können, können nur durch eine elektrische Spannung reproduziert werden, die tausendmal größer ist als die elektrische Spannung der Hände.

Ein nützliches Ergebnis dieser Befunde ist, daß sie eine Antwort auf jene Kritiker von Reichs Interpretationen seiner Vacor-Experimente liefern, die behaupten, daß er ‚nichts Neues‘ getan hat und daß seine blaue Erstrahlung im Vakuum unter elektrischer Spannung eine bewährte Tatsache in der klassischen Physik darstellt und nichts mit Orgonenergie zu tun hätte. Was neu war, war nicht die Erzeugung von bläulicher Erstrahlung im Vakuum, sondern die Erkenntnis, daß diese funktionell identisch ist mit anderen Beispielen bläulicher Erstrahlung in der Natur und sich ebensogut, wenn nicht besser, orgonomisch erklären läßt. Soweit ich weiß, hat Reich niemals die allein mit Hilfe der Hände hervorgerufene Erstrahlung im Vakuum nachgewiesen. Die Tatsache, daß dies möglich ist, ist eine überzeugende Bestätigung der orgonomischen Hypothese. Die Kraft der Erstrahlung mit Hilfe der Hände entspricht voll und ganz der Kraft, die man von dem „elastischen Kissen“ zwischen den Handflächen erwarten kann, wie es Reich auf dem Röntgenfilm photographiert hat (6). Die größere Brillanz der 25- und 15-Watt-Glühbirnen gegenüber den Glühbirnen mit höherer Leistung und die Beobachtung, daß die gasgefüllten Glühbirnen ‚gedämmt‘ und ‚beschlagen‘ schienen, steht voll im Einklang mit Reichs Entdeckung, daß die im Vakuum erzielbaren Impulsraten größer sind als die aus gasgefüllten Geiger-Röhren: „Materie in Form von Gasmolekülen oder Luftmolekülen BEHINDERT die Energiefunktion der kosmischen OR-Energie, … Or-Energie ist am stärksten bzw. ‚schnellsten‘ im gasfreien Raum“ (7, S. 252).

 

Literatur

1. Reich, W.: CANCER BIOPATHY. Orgone Institute Press, 1948
4. Reich, W.: EXPERIMENTELLE ERGEBNISSE ÜBER DIE ELEKTRISCHE FUNKTION VON SEXUALITÄT UND ANGST. Sexpolverlag, Copenhagen, 1937
5. Reich, W.: “Orgonotic Pulsation” International Journal of Sex-Economy and Orgone Vol. 3, 1944
6. Reich, W.: „Orgonotic light functions. 2. An X-ray photograph of the excited orgone energy field of the palms (1944)“ Orgone Energy Bulletin Vol.1, No.2, 1949
7. Reich, W.: „The Orgone Energy Charged Vacuum Tubes (VACOR) (1948)“ Orgone Energy Bulletin Vol. 3, No. 4 ,1951

 

* Abdruck der Übersetzung aus dem Englischen mit freundlicher Genehmigung des Autors, Dr. Boadella. Der Originalaufsatz „Some Orgonotic Lumination Effects“ findet sich in der von Paul und Jean Ritter in Nottingham, England herausgegebenen Zeitschrift Orgonomic Functionalism, Vol. 5 (1958), No. 3, S. 139-150.

nachrichtenbrief98

20. Dezember 2017