Posts Tagged ‘sexuelle Revolution’

David Holbrook, M.D.: „Genitale Liebe“ versus „gepanzerte Liebe”

23. August 2025

DAVID HOLBROOK, M.D.:

„Genitale Liebe“ versus „gepanzerte Liebe”

Das Verschwinden der Vergangenheit

21. Juli 2025

Man stelle sich einmal vor, man gehe zum Hausarzt und der doktert an einem rum mit der Aussage: „Die Diagnose ist nicht wichtig!“ Genau das hat mir mal eine sogenannte „Orgontherapeutin“ allen Ernstes während einer „Sitzung“ an den Kopf geworfen und das mit einem beachtlichen emotionalen Affekt. Tatsächlich ist in jeder ärztlichen Tätigkeit die richtige Diagnose das wirklich alles entscheidende Moment. Bauchschmerzen: Magenverstimmung? Bauchspeicheldrüsenentzündung? Herzinfarkt? Lungenentzündung? Die Beantwortung dieser Fragen entscheidet über Leben oder Tod! Deshalb ist auch in der legitimen Orgontherapie, wie sie ausschließlich vom American College of Orgonomie gelehrt wird, eine richtige biopsychiatrische Diagnose das A und O. Ohne sie läuft der Therapeut dem Patienten stets hilflos hinterher. Charakter ist Struktur gewordene Vergangenheit und damit auch die Zukunft. Gewisserweise hat der gepanzerte Mensch gar keine Zukunft im eigentlichen Sinne, d.h. keine offene Zukunft, weil sein gesamtes Verhalten von einem charakterstrukturellen Zwang vorherbestimmt ist.

Seit etwa 1960, d.h. mit dem sich bis heute rapide beschleunigenden Wechsel von Jahrtausenden einer autoritären Gesellschaft hin zu einer antiautoritären, d.h. vor allem traditions- und geschichtslosen und deshalb eben „autoritätslosen“ Gesellschaft, werden wir Zeuge, daß auch die Vergangenheit verschwindet. Seit jeher war eines meiner Amüsements die sogenannte „Esoterik“ und die vermeintlichen „Weisheitslehren“ und was ist die Essenz dieser Scheiße, die uns tagtäglich als „Alternative“ eingetrichtert wird? Es gäbe weder Zukunft noch Vergangenheit, sondern einzig und allein die Gegenwart! Die Drogenkultur (sowohl die legale als auch die illegale) als auch die gesamte Unterhaltungsindustrie beruht auf diesem Diktum. Vergesse die Bedrückungen aus der Vergangenheit und die angstbesetzte Zukunft, sondern lebe im Hier und Jetzt, sozusagen in einem ewig anhaltenden Orgasmus!

Das alles ist eine direkte Reflektion der in Folge der sogenannten „sexuellen Revolution“ der 1960er Jahre chaotisch zusammenbrechenden Körperpanzerung. Zusammen mit ihr wurde auch (– jetzt habe ich ein sprachliches Problem:) „die Vergangenheit der jeweiligen Gegenwart geschreddert“. Das, was Patienten zur Eigenanamnese sagen, verliert sich in einem vagen Wortsalat ohne Sinn, Verstand und roten Faden. Und da zunehmend alles digitalisiert wird, kann man nicht mal sicher sein, ob KI nicht im nachhinein die vermeintlichen „Dokumente“ in der Krankenakte umschreibt und sogar gespeicherte Videosequenzen verwandelt oder gar neu kreiert. Wir verlieren, sozusagen „auf der Zeitachse“, zunehmend buchstäblich den Boden unter den Füßen.

Vor etwa vier Jahren erlaubte sich jemand im Internet einen Scherz mit dem „KI-Dämonen“ „Roy Jay“, d.h. er kündigte an, die KI würde „retroaktiv“ die Vergangenheit verändern und einen Komiker namens „Roy Jay“ erzeugen, der angeblich Anfang der 1980 Jahre aktiv gewesen sei. Auf diese Weise würde ein formloser Dämon „retroaktiv“ in die Wirklichkeit treten. Und tatsächlich tauchten in der Folgezeit aus dem nichts eine entsprechende Wikipedia-Seite, weitere verstreute Netzeinträge und sogar offensichtlich KI-generierte Videosequenzen von Roy Jays angeblichen TV-Auftritten auf, alles mit alten Zeitmarkern. Der „Dämon Roy Jay“ schrieb sich selbst in die Vergangenheit ein, indem er vor unserer Augen deren „unveränderbare Faktizität“ veränderte bzw. erst erzeugte!

Tatsächlich hatte des diesen lange vergessenen marginalen Komiker aber tatsächlich gegeben. Die merkwürdig fremdartig und „dämonisch“ wirkenden Videos sahen derartig „eindeutig“ nach KI aus, weil es die digitalen Kopien von immer wieder kopierten Videobändern waren. Hinzu kam, daß die explosionsartig zunehmenden Internetsuchen automatisch den Algorithmus so programmiert hatten, daß Roy Jay von selbst aus den tiefsten Abgründen des Datenlimbo auftauchte. Der Punkt ist, daß es trotzallem wirklich jedem eiskalt den Rücken runtergelaufen ist, der sich mit dieser Geschichte befaßt hat, denn mit der neuen Technologie erzeugt tatsächlich die Gegenwart die Vergangenheit – und theoretisch wäre ein „KI-Dämon“ wie Roy Jay tatsächlich denkbar, d.h. die KI könnte wirklich die Vergangenheit umschreiben und wir wären dieser „dämonischen“ Wendung des Mandela-Effekts vollkommen hoffnungslos ausgeliefert. Und es war in der Tat ein ungeheurer Aufwand „gerichtsfest“ nachzuweisen, daß dieser Roy Jay wirklich als menschliches Wesen gelebt, geboren, gewirkt und gestorben ist. Mit dem Fortschreiten der Digitalisierung wird das in Zukunft praktisch unmöglich sein. Willkommen in der Matrix!

Das ist nicht nur „Technikgeschichte“, sondern unauflöslich mit dem parallel zur Entwicklung der Technik erfolgenden grundlegenden Veränderung der Charakterstruktur des Massenindividuums („Massen-Individuum“…) verbunden. Reich hat dazu in Bezug auf die autoritäre Gesellschaft der 1930er Jahre und der industriellen Revolution ein ganzes Kapitel in Massenpsychologie des Faschismus (1946) geschrieben, siehe den Abschnitt „Biologische Versteifung, Freiheitsunfähigkeit und maschinell autoritäre Lebensauffassung“. Der Mensch wurde, so Reich, zunehmend zu einem Roboter, dessen Zukunft fest einprogammiert war. Dreißig Jahre später begann der Angriff der Gegenwart sogar auf die Vergangenheit. Eine Welt der Massenneurose wurde zu einer Welt der Massenpsychose.

Tatsächlich gibt es zahllose Menschen, die trotz aller handfesten Daten und Artefakte davon überzeugt sind, daß Roy Jay ein „KI-Dämon“ ist und in den 1980er Jahren gar nicht existiert hat. Ohnehin glauben zig Millionen, sie würden in einer Simulation leben. Vor unseren Augen löst sich die antiautoritäre Gesellschaft förmlich in nichts auf, so wie Geist, Körper und Seele eines Schizophrenen mit Minussymptomen sang und klanglos verwehen! Nicht mal Trauer bleibt, sondern nur eine alles verschlingende Leere. Im übrigen war der ganz und gar nicht komische „reale Roy Jay“ mit seinen bizarren, psychotischen und, ja, dämonischen Auftritten selbst ein Symptom der antiautoritären Gesellschaft. Vor ca. 1960 wäre er schlichtweg undenkbar gewesen.

Barbara G. Koopman: Der Aufstieg des Psychopathen (3. Drittel)

13. Juli 2025

Barbara G. Koopman: Der Aufstieg des Psychopathen (3. Drittel)

Barbara G. Koopman: Der Aufstieg des Psychopathen (2. Drittel)

30. Juni 2025

Barbara G. Koopman: Der Aufstieg des Psychopathen (2. Drittel)

Barbara G. Koopman: Der Aufstieg des Psychopathen (1. Drittel)

21. Juni 2025

Barbara G. Koopman: Der Aufstieg des Psychopathen (1. Drittel)

Ist die Orgonomie prüde? (Teil 3)

13. Juni 2025

Der bioenergetische Kern des Lebens und dessen kosmischer Bedeutung ist die Orgasmusfunktion, d.h. die unwillkürliche Konvulsion des gesamten lebenden Organismus bei der beiderseitigen bioenergetischen Entladung während der genitalen Umarmung von Mann und Frau. (Christusmord, Freiburg 1978, S. 69)

Dies ist der Kern von all dem, wofür der Name „Wilhelm Reich“ steht. Ein Wissenschaftler, der nach eigenem Bekunden nur eine einzige Entdeckung gemacht hat: die Funktion der orgastischen Plasmazuckung (Äther, Gott und Teufel, S. 3). Jeder, der den Namen „Wilhelm Reich“ in einem anderen Sinne benutzt, wie es sogenannte „Reichianer“ tun… „Orgonomie“ ohne Orgasmutheorie ist wie ein Dampfkessel ohne Ventil. Sie ist schlimmer als alle bisherigen Formen des Faschismus.

Auf die kürzeste Formel gebracht lautet die Reichsche Orgasmustheorie (Scienza Orgonomica, Vol. I, No. 1):

Die Energie der Neurose (EN) entstammt der Differenz aus prägenitaler Energieanhäufung (EA) und genitaler Energieentladung (EE), so daß wir beim Gesunden haben:

Dies ist Ur- und Ausgangspunkt und die Grundlage der Orgonomie ohne alle Qualifikationen und Abstriche. Man kann über alles diskutieren, aber mit dem Infragestellen dieser einen Formel verläßt man die Orgonomie, so daß jede Diskussion innerhalb der Orgonomie absolut sinnlos ist. Wenn diese Formel nicht stimmt, wäre die gesamte Orgonomie null und nichtig.

Ursprünglich wollte Reich der Vegetotherapie die Bezeichnung „Orgasmotherapie“ geben, hat dies aber aus naheliegenden Gründen unterlassen. Auch die Orgonomie als Ganzes ist imgrunde nichts anderes als „Orgasmologie“. Leider kann man auch dies kaum öffentlich vertreten, ohne schwersten Mißverständnissen ausgesetzt zu sein. Aber andererseits wurde die Orgonomie auf pestilent verzerrte Weise ohnehin schon von je her so aufgefaßt, wie z.B. folgender Satz aus Psychologie heute (Aug. 1987) anläßlich der neuen Prüderie in den USA zeigt:

Auch in den sechziger Jahren, vor dem Eintritt der USA in den Vietnamkrieg, kämpften Politiker und Medien gegen eine angeblich steigende Promiskuität und Prostitution, die „Amerika in eine gigantische Reichsche Orgon-Box verwandelt“ hätten (so das Time-Magazine 1964).

Freiheit und sexuelle Gesundheit sind in der Orgonomie austauschbare Begriffe. Wenn sie für vollkommene sexuelle Freiheit eintritt, ist dies identisch mit der Einschränkung von „perverser ‚Freiheit’“. So steht die Orgonomie in einer unhaltbaren Stellung zwischen Zwangsmoralisten und Freiheitskrämern. Ausgerechnet diese „Orgasmologie“ fordert dazu auf, „mit allen Mitteln“ zu versuchen, „die pornographische Flut einer Epidemie permissiver Fickerei einzudämmen“ (Christusmord, S. 183). Denn es gäbe, so Reich,

kaum einen Zweifel, daß eine (…) Periode permissiver Fickerei(…), jede Spur einer menschlichen Existenz auslöschen würde, ohne auch nur etwas Glück und Befreiung zu bringen. (ebd. S. 184)

Natürliche Liebe, die sich in tote Genitalien ergießt, wird zu Haß und stumpfen Mord am sozialen Dasein. (S. 186)

In der Zwischenzeit hat Viagra impotenten Männern „kalte“ Erektionen beschert. Neue Medikamente sollen nun Männern mit Ejaculatio praecox helfen, ihren „Orgasmus“ länger hinauszuzögern.

Honda stellte 2003 den ersten Sexroboter der Welt vor. „Asimo“ imitiere die Bewegungen beim Akt naturgetreu. „Der Roboter erledigt das Vorspiel, zu dem die gestreßten Paare von heute nicht mehr kommen“, erklärt Projektleiter Dr. Naidu.

Anfang der 1920er Jahre setzte sich Reich über das Tabu seiner psychoanalytischen Kollegen hinweg, mit dem das aktuelle Sexualleben des Patienten belegt war. Reich gab sich nicht mehr mit der bloßen Aussage des Patienten zufrieden, er habe Verkehr gehabt, sondern er ergründete, wie genau und mit welchen Gefühlen dieser Verkehr vonstatten ging. Was sich ihm unter der Oberfläche bürgerlicher Normalität darbot, war die Spaltung zwischen der „schmutzigen“ Welt des Bordells einerseits und dem Krampf ehelicher „Pflichterfüllung“ andererseits.

In der „Sexuellen Revolution“ hat sich nicht mehr ereignet, als daß sich das Bordell ausgeweitet und sich mit dem „Geist“ ausgesöhnt hat. Die kalte Praxis des vorgeblich ältesten Gewerbes verbindet sich mit der „Liebe“, Sadismus und Mystizismus fließen wieder in eins. Zur Illustration diene folgender Text aus einer Werbeanzeige für Bild der Frau 1991:

Von A wie Autoerotik bis Z wie Zärtlichkeit: Das intime Wörterbuch der Frau z.B. ANAL SEX: Im Film „Der letzte Tango von Paris“ nahm Marlon Brando dafür Butter. Heute empfehlen Experten andere Gleitmittel, z.B. Babyöl und außerdem besonders strapazierfähige (reißfeste) Kondome. Denn seit Aids ist diese Praktik des Sexualverkehrs mehr denn je ins Gerede gekommen, weil sie wegen der möglichen Übertragung des Aidsvirus am gefährlichsten ist. (…) AYURVEDA: Eine altindische Heilslehre, die im menschlich-sexuellen Verhalten den Schlüssel für Wohlbefinden oder für Krankheit sieht. Basis der Gesundheit ist demnach der menschliche Samen, der den Körper von Männern und Frauen mir Lebenskraft versorgt und gegen jede Krankheit immun macht.

Die schon von Reich beklagte „allgemeine Yogakultur“ obsiegt, der Geist regiert die Maschine Körper und „Sex findet nur im Kopf statt“. Kurz, der „Freie Wille“ triumphiert über die Natur. Hingabe an sie ist nicht mehr nötig. „Orgasmus – Nur auf diese eine Weise?“ fragt die Sexexpertin von Bild am Sonntag (6.12.87). Nein, man kann die Natur überlisten und nach Bedarf „Orgasmen“ aus ihr herauskitzeln:

Ein normaler Höhepunkt – was ist das eigentlich? Unzählige Frauen und Männer meinen, daß ein Höhepunkt, der beim Liebesakt allein durch die Penisbewegung und ohne zusätzliche manuelle Reizung zustande kommt, normal ist. Frauen, denen dieses Kunststück nicht gelingt, bezeichnet die Sexualwissenschaft kurzerhand als „koital anorgastisch“. Brr, wie das schon klingt (…) Der naive Rückschluß, als koital anorgastische Frau nicht normal zu sein, liegt nahe. Was für ein widersprüchlicher Wahnsinn! Laut Statistik haben 70 Prozent aller Frauen Schwierigkeiten, ohne manuelle Reizung beim Liebesakt einen Höhepunkt zu erreichen. Wenn also die statistische Mehrzahl der Frauen bei der körperlichen Vereinigung ohne zusätzliche Stimulation mit der Hand nicht zum Orgasmus kommt, dann ist dieses Unvermögen die Norm; der Orgasmus beim Geschlechtsakt „ohne“ die Ausnahme. Ich kann mir aber gut vorstellen, daß es eine Frau nur wenig tröstet zu wissen, daß sie mit diesem Problem nicht allein ist. Schließlich zeigen die Männer ziemlich unverhohlen ihre Enttäuschung über das vermeintliche Versagen der Partnerin; oder aber sie lasten ihrem Liebesorgan die Schuld dafür an – selbst dann, wenn das männliche Liebesorgan an Potenz und Größe nichts zu wünschen übrig läßt. Wenn also eine Frau während einer Umarmung ohne manuelle Reizung keinen Höhepunkt erlebt, handelt es sich nicht um eine sexuelle Abweichung, sondern höchstens um eine Abweichung von den männlichen Vorstellungen weiblicher Normalität. Dennoch lassen sich Frauen immer wieder zu einer Lüge aus Liebe hinreißen und tun so, als kämen sie tatsächlich allein durch das Hin und Her seines guten und gewiß sehr willigen Stückes zum Orgasmus. Was alles noch schlimmer macht: Viele Männer lehnen es aus Phallus-Ängsten ab, beim Liebesakt ihre Finger zu Hilfe zu nehmen, um der Partnerin den letzten Schub zum Orgasmus zu ermöglichen. Was tun? Wir Frauen müssen unseren Männern dies klarmachen: Ein Orgasmus ist nicht minderwertiger, nur weil er durch ein geschicktes mechanisches Verfahren ausgelöst wurde! Wie oft ist ein ohne Gefühl gebrauchter Penis mehr Werkzeug, ja sogar Waffe als helfende Finger oder Lippen, die die gemeinsame sinnliche Erregung nur vollenden.

Die Frau hat sich, da Hingabe verpönt ist, mit starken Juckreizen zu begnügen, die das Gegenteil von Lust, nämlich unterschwellige Schmerzempfindungen sind.

Ein Orgasmus ist mehr und grundsätzlich verschieden von einem starken Jucken. (Christusmord, S. 79)

Der Drang zu ständiger Wiederholung des Schmerzes, den man ansonsten ja fliehen würde, vermittelt sogar die Illusion von Lust. Das natürliche genitale Gefühl ist verlorengegangen und „durch trockene, leere, frustrierende Pornographie ersetzt (…), die verzweifelt nach dem verlorenen Paradies drängt“ (ebd. S. 300). Die sexuelle Spannung sucht verkrampft nach Entspannung, so daß zwangsläufig schließlich der Tod als „letzter Ausweg“ mit Libido besetzt wird. Unsere ganze „erotische Kultur“, insbesondere in der neueren erotischen Literatur von Frauen für Frauen wird immer sadistischer, immer „schwärzer“, immer „spitzer“, genauso wie das Outfit der sexuell selbstbewußten Frau.

Auch der Zwillingsbruder des Sadismus, der Mystizismus, verspricht die ultimative Lösung der Spannung: den befreiten Geist, der unberührt über dem Tohuwabohu unbefriedigter Triebe schwebt. Es bildet sich eine sexfeindliche Ideologie heraus, wie sie z.B. die amerikanische Psychologin Gabrielle Brown in The New Celibacy vertrat:

Eine wachsende Zahl gleichgesinnter Amerikaner meiden den Sex. So überdrüssig sind sie der erotischen Lustbarkeiten, die ihnen die sexuelle Revolution beschert hat, daß sie sich frohen Herzens nur noch einem hingeben: dem Zölibat. (…) Übersättigt und doch nicht zufriedengestellt von Spontanfick, Gruppensex und fliegendem Bettwechsel, suchen diese Befreiungsmüden jetzt ihr Heil in der Enthaltsamkeit.

So 1980 der Stern (Nr. 41) lange vor AIDS.

Die vorgebliche „Sexuelle Revolution“ endet dort, wo sie angefangen hat. Angewidert wendet sich der Geist wieder ab, ohne daß der bioenergetische Kern der Sache, die Funktion der genitalorgastischen Plasmazuckung des Gesamtkörpers in der Genitalen Umarmung, auch nur berührt worden ist. Das einzige Ergebnis der „Sexuellen Revolution“ ist nur, daß sie als erledigt abgehakt ist. Die weitaus meisten Menschen verstehen auch gar nicht, wovon hier eigentlich die Rede ist, da sie nicht nur orgastisch impotent sind, sondern darüber hinaus das Gefühl für ihren Kern unterhalb der orgastisch impotent machenden Panzerung verloren haben.

Diese Kontaktlosigkeit wird offensiv in der „Sexualerziehung“ verbreitet. Ohnehin paßt das intime Thema nicht in den Schulalltag. Schon gar nicht die politisch korrekte Indoktrination gegen die Genitalität; Stichwort „sexuelle Orientierung“. Zumal die Sexualerziehung in einem zunehmend antigenitalen sozialen Klima erfolgt, in der wohl Pornographie und alle Arten der Perversion toleriert werden, jedoch die Genitalität massiv unterdrückt wird.

In Amerika ist es so weit, daß jede Äußerung heterosexueller Gefühle in Schulen, jeder körperliche Kontakt zwischen Schülern, strengstens untersagt ist.

Anfang 2008 planten Tausende südafrikanische Teenager ein
landesweites „Massenküssen“. Sie wollten damit gegen ein neues Gesetz protestieren, das unter 16-Jährigen auch einvernehmliche sexuelle Aktivitäten verbietet – Küssen und Schmusen eingeschlossen.

Und in Deutschland:

Es ist das erste Date. Ein 14-jähriges Mädchen, frisch verliebt, lädt ihren 17-jährigen Freund ins Kino ein. Endlich können sich die Teenager unbeobachtet von den Eltern ihren Gefühlen hingeben. Freudig erregt sagt das Mädchen zu ihrem Freund, daß sie die Dunkelheit im Kinosaal zum Schmusen nutzen und ihn auch zum ersten Mal küssen und streicheln will. Der Junge überlegt nicht lange und stimmt diesem Wunsch zu, schließlich ist auch er verliebt – und bekommt den Kinobesuch geschenkt. Doch statt im siebten Liebeshimmel findet sich das 14-jährige Mädchen wenig später vor Gericht wieder. Sie ist wegen des sexuellen Mißbrauchs eines Jugendlichen angeklagt. Ihr droht eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. Dieses Szenario spielt nicht in einem fernen Land, sondern könnte bald in Deutschland Realität werden. Das befürchten zumindest Oppositionspolitiker im Bundestag. Denn am Donnerstag soll das Parlament ein Gesetz beschließen, daß die Ausweitung des Sexualstrafrechts vorsieht. (Stern , 2007)

Das Gesetz der Großen Koalition wurde zum Glück Ende 2007 von der Legislative gestoppt, doch der Geist ist aus der Flasche. In den USA ist es bereits zu Anklagen gegen Kinder gekommen, die Nacktphotos von sich selbst ins Netz gestellt haben: sie hätten „Kinderpornographie“ verbreitet.

Peter auf dem Weg zur Orgonomie (Teil 13)

19. Mai 2025

Ich war dabei! Die Welt ist bereits untergegangen und niemand hat es bemerkt. Die 1970er waren der allerletzte Nachklang von menschlicher Kultur. Was Jugendliche, was wir, damals an Musik hörten, war das allerletzte Echo von Kultur:

Das Äon-Wechsel von 1960, d.h. der damals Fahrt aufnehmende Übergang von der alten autoritären zur neuen antiautoritären (und deshalb nicht lebensfähigen) Gesellschaft, insbesondere die sexuelle Revolution der 1960er Jahre, hat jedes menschliche Leben ausgelöscht. Es war, als hätte man eine Atombombe gezündet. Ich kann mich noch ganz genau erinnern, wie mich damals ihr alles zerfetzender apokalyptischer Krach aus dem Schlaf des pomadigen „autoritären“ Lebens riß, das mir vorbestimmt war:

Gleichzeitig war da der sehnsuchtsvolle Zauber einer Verheißung eines neuen Lebens, eines neuen Äons:

Dieser Vibe ist verpufft und wir leben in der atomaren Wüste eines verstrahlten Planeten. Es gibt keine kulturellen Impulse mehr. Die Politik und die gesamte Akademie ist nur noch ein verachtenswertes Affentheater. Leere Gesten und sinnloses Gegrunze. Es ist aus und vorbei. Die, die die 1970er Jahre nicht mehr bewußt erlebt haben, tun mir leid, da sie in diesem inhaltsleeren Nichts aufgewachsen sind. Man mache das Radio an und lasse die „musikalische“ Plastikjauche in sein Hirn fließen! Und man vertue sich nicht: das Innenleben der heutigen Jugend sieht genau so aus!

Natürlich darf in dieser Blogserie mein unvermeidliches Bild, Bild 17, aus dem Jahr 1973 nicht fehlen… Interessant, daß das ungefähr das Jahr ist, um das die Netzseite über Paul Mathews und insbesondere auch deren Anhang kreist. Damals hatten wir den Weltuntergang – unter Ausschluß der Öffentlichkeit.

Gibt es denn keine Zukunft? Ähhh, hallo, das Äon ist vorbei! Die antike Welt ist an ihrer grotesken Dekadenz verreckt, Reich zufolge an ihrer entmenschlichenden Pornoreligion (Christusmord), und aus ihren Trümmern hat sich das Christentum erhoben. Diese neue, christliche Zivilisation ist zwischen 1914 und ca. 1974 untergegangen. Wir leben nunmehr seit einem halben Jahrhundert sozusagen im inhaltsleeren „Nachhall“ dieses Untergangs in einem geisterhaften Niemandsland. Ende. Finito. Aus. In diesem leeren Ort gibt es auch keine Zeit mehr: 1995, 2005, 2015, 2025 – nichts, wirklich nichts ändert sich mehr an der Musik, dem Erscheinungsbild der Menschen, der Mode, der Politik, nichts – es alles erstarrt.

Seit 1981/82 fasziniert mich das Plattencover bzw. das Konzertplakat einer Band, von deren Musik ich nie auch nur einen einzigen Ton gehört habe:

„No Future!“ war damals schon längst erreicht! Es ist wie bei Nietzsches bekannten „tollen Menschen“, der konstatiert, daß seine Zeitgenossen das Offensichtliche noch gar nicht mitbekommen haben: daß Gott verstorben ist und deshalb die (seine!) Welt ihren Untergang bereits hinter sich hat. Schon mal aufgefallen, daß es Deutschland gar nicht mehr gibt! Und das diese „Demokratie“ nicht mal mehr eine Simulation ist! Es gibt keine Filme mehr, keine Architektur, keine – Menschen! „Keine Menschen“? Ja, man frage jeden psychoanalytisch zumindest noch angehauchten Psychiater: es gibt keine klassischen Neurotiker mehr, sondern nur noch frühgestörte – Kreaturen, die gar nicht merken, daß sie am Leben sind. Sie wissen ja noch nicht mal welches Geschlecht sie haben oder welcher Spezies sie angehören:

Meine Generation wurde in den Untergang der Menschheit, ihre Zombiefizierung hineingeboren.

Ohne die Orgonomie wird es kein neues Äon geben. KEINE ZUKUNFT!

Musk und die arbeitsdemokratische Revolution

18. Mai 2025

Die Politik der sozialistischen Einheitspartei „Unsere Demokratie“ (SPD, CDU/CSU, Grüne und Linke) basiert auf Freiheitsangst, letztendlich Orgasmusangst, und kann auf biophysische Erstarrung (Panzerung) zurückgeführt werden. Erstarrtes Gewebe hat eine Todesangst vor dem expansiven Impuls des Orgons! Statt Deregulierung herrscht Regelwut und Bevormundung, um die schlechten, gierigen und ungezügelten Menschen an die Kandare zu nehmen. Man könne den Trieben dieser armen Teufel nicht trauen. Nur wenn ein allwissender, strenger aber gerechter Staat ihnen allerorten Grenzen setzt, gäbe es eine Chance, daß sie sich wenigstens einigermaßen anständig durchs Leben schlagen. Dafür nimmt man in Kauf, daß Kreativität, Wachstum und Entwicklung auf der Strecke bleiben. Kurioserweise glaubt man gleichzeitig, daß die sozialistischen Regulatoren an der Spitze gut, genügsam und rational sind, sowie alles überblicken und lenken können. Hier ist der Mensch plötzlich gottgleich. Jeder, der wie unsereins diese Götter, diese Inkarnationen des sexual-und lebensfeindlichen Über-Ichs, haßt und verachtet, ist abgrundtief – „nicht hilfreich“.

Reich schrieb Mitte der 1940er Jahre:

Der natürliche arbeitsdemokratische Prozeß verträgt keine anderen administrativen Funktionen als solche, die dem Zusammenhalt der Gesellschaft und der Erleichterung ihrer Lebensfunktionen dienen. (Massenpsychologie des Faschismus, Fischer TB, S. 248)

Er setzte sich für die Ersetzung der gesamten Staatsmaschine durch die Organisation der Produktion auf der Grundlage freier und gleicher Assoziation von Produzenten ein (ebd., S. 217).

Die Verantwortung für den Gang der menschlichen Bedürfnisbefriedigung würde ausschließlich auf den Konsumenten und Produzenten lasten und ihnen nicht von einer autoritären Staatsadministration gegen ihren Willen und Protest aufgezwungen werden müssen. (ebd., S. 279)

Und weiter:

(…) nur in dem Maße, in dem der Staat deutlich sichtbar und jedem unmißverständlich sich selbst abbaut, ist arbeitsdemokratische Entwicklung organisch möglich (…) unterdrückt [der Staat] die Freiheitssehnsucht, mißbraucht er sie gar und stellt er sich der Tendenz zur Selbstverwaltung in den Weg, dann bezeugt er seinen faschistischen Charakter. (ebd., S. 254f)

Die besagten Götter und ihre Speichellecker sehen das anders: für sie sind Trump, Musk und Milei die „Faschisten“!

Reichs Ansatz und der unserer drei Helden bedeutet zunächst einmal die Zerschlagung des Asozialstaates. Solidarität ist eine Sache der freiwillig und selbständig handelnden Individuen (Kontakt) und nicht Aufgabe von kalten Institutionen (Kontaktlosigkeit). Jeder Bundes-„Bürger“ – vom Baby bis zum Greis – erhielt 2021 durchschnittlich 10 000 bis 12 000 Euro pro Jahr, inklusive Leistungen wie Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Kindergeld und andere Unterstützungen (1,2 Billionen Euro insgesamt)! Es läuft nicht nur darauf hinaus, daß Menschen zu Zootieren degradiert werden, sondern auch darauf, daß die primären Triebe (in diesem Fall vor allem produktive Arbeit) die sekundären Triebe finanzieren: es ist der Weg in den garantierten Abgrund. Nichts ist demoralisierender als nicht für seinen eigenen Lebenserhalt aufzukommen. Analog zu den primären und sekundären Trieben könnte man durchaus sagen, daß selbsterarbeitetes Geld „primäres Geld“ ist, während geschenktes bzw. ergaunertes Geld „sekundäres Geld“ ist – Dekadenz!

Wie ich, der Souverän, an mein Geld komme, geht dem Staat einen feuchten Kehricht an! Deshalb die ersatzlose Abschaffung der sozialistischen (zutiefst kriminellen) Einkommenssteuer, die die Produktion bestraft und vor allem verteuert. Entsprechend kann die Umsatzsteuer die Einkommenssteuer ersetzen, ohne daß die Preise unverhältnismäßig steigen müssen. Markus Krall!

Am wichtigsten ist aber die Zerschlagung des staatlichen Geldmonopols und der sozialistischen Planwirtschaft („Geldmengensteuerung“) und ihre Ersetzung durch eine private Goldwährung, Bitcoin etc., um der mafiösen Korruption (die Leute an der Quelle erhalten „frisches“ Geld, während der machtferne Plebs sich mit dem inflationierten Geld zufriedengeben muß) zu unterbinden und dezentrale, private Planung möglich zu machen, allein schon weil man sparen kann, ohne Angst zu haben, daß die Inflation das harterarbeitete Geld auflöst.

Und wo wir schon bei der Zerschlagung der Mafia und ihrer Schutzgelderpresserei sind: genauso müssen Gewerkschaften, Handwerkskammern, Unternehmerverbände und andere politischer Kartelle zerschlagen werden, jedenfalls wenn es sich in irgendeiner Weise um Zwangsmitgliedschaften handelt. Jedes Machtkartell der Produzenten ist wider die Arbeitsdemokratie. Reich hat sich immer wieder darüber ausgelassen, daß es das Gegenteil von Arbeitsdemokratie, nämlich organisierte Emotionelle Pest, ist, wenn Produzenten von Gasleuchten gegen die Produzenten von Elektrolampen vorgehen, Zeppelinbauer gegen Flugzeugbauer etc. – die Pharmaindustrie gegen den Orgonenergie-Akkumulator.

Maßnahmen, wie sie Musk durchsetzt, sind zwar nur ökonomischer Natur, jedoch entsprechen sie den biosozialen Erfordernissen. Es geht hier unmittelbar um Funktionen, die jenen der sexuellen Revolution im Sinne Reichs entsprechen: Selbstregulierung, freie Entfaltung, Befriedigung primärer Impulse, Lebendigkeit, eine neue Art von Moral jenseits der sozialistischen Zwangsmoral. Dagegen wenden sich bezeichnenderweise die sexual- und lebensfeindlichen Pfaffen in einem „Grundsatzpapier zur Sozial- und Wirtschaftspolitik“, in dem sie die Gier geißeln und den Staat loben.

Laskas Quellen für die „Jahrtausendentdeckung“ in MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS und DIE SEXUELLE REVOLUTION

15. April 2025

Laskas Quellen für die „Jahrtausendentdeckung“ in MASSENPSYCHOLOGIE DES FASCHISMUS und DIE SEXUELLE REVOLUTION

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Der Staat” und folgende

25. März 2025

Humana conditio ex orgonomico prospectu: Stichwort „Der Staat“ und folgende