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Buchbesprechung: SEX-POL-Essays, 1929-1934 (Teil 3)
5. Juli 2019Besprechung von ORGONOMIC FUNCTIONALISM, No. 7 (Teil 1)
1. Juli 2019Nach Jahren ist dieser Tage wieder eine neue Ausgabe der Zeitschrift des Wilhelm Reich Infant Trust, Orgonomic Functionalism erschienen, die No. 7. Die Artikel stammen aus jedem Jahr zwischen 1935 und 1939.
Das ganze wird eingeleitet durch ein „Gespräch mit einem Frisörgehilfen“ aus Reichs Zeitschrift für Politische Psychologie und Sexualökonomie. Dieses Gespräch ist ein Beispiel für die besagte „politische Psychologie“. Es wird zwei Arten von Lesern geben:
Erstens jene, die in Reich einen (Mit-)Marxisten erkennen, der die Mehrwerttheorie „massengerecht“ darstellt. Ein perfekter Propagandist für die Demokratische Partei der USA, die seit spätestens Bernie Sanders den Sozialismus als Vision für Amerika entdeckt hat. Dazu passend sind viele Artikel nicht nur ins Amerikanische, sondern auch ins – Mexikanische übersetzt worden. Für den US-Amerikaner ist das ein politisches Statement „für Vielfalt und offene Grenzen“.
Die zweite Art von Lesern wird sich über Reichs Argumentation verwundert zeigen. Kein Arbeiter auf der ganzen Welt brauchte jemals die Mehrwerttheorie, um dem Tatbestand seiner Ausbeutung gewahr zu werden. Charakteristischerweise wird der Friseurgehilfe von Reich gefragt, warum er nicht mehr Geld bekomme, wenn die Geschäfte gut laufen, aber nicht, warum er nicht weniger Geld bekommt, wenn diese schlecht laufen.
Verblendet durch Marx‘ pseudowissenschaftliche Theorie sieht Reich nicht, daß die Frage der Bezahlung eine pure Machtfrage ist, die von der Mehrwerttheorie nur verkleistert wird. Diese Theorie hat eine ganz andere Funktion: sie soll den Kapitalismus an sich in Frage stellen. Der Friseurgehilfe könnte statt 100 im Monat 1000 Mark verdienen – solange der Unternehmer den Mehrwert einheimst, bleibt es eine (vermeintliche) Ungerechtigkeit. (Man sieht, ohne MORAL funktioniert der angeblich „materialistische“ Marxismus gar nicht!)
Gerade aus psychologischer Sicht ist Reichs ganzer Ansatz an Absurdität kaum zu überbieten. Der Friseurgehilfe soll seiner vermeintlich eigenen Interessen gegenwärtig werden und damit aufhören sich mit seinem Boß zu identifizieren. Dieser soll enteignet werden und der Mehrwert, der vorher in die Taschen des Kapitalisten floß, soll der Gemeinschaft der Werktätigen zugute kommen. Das bedeutet schlichtweg den Anreiz zu beseitigen, überhaupt Friseursalons aufzumachen und zu expandieren. Der erste Schritt hin zum Sozialismus ist stets die Einführung einer konfiskatorischen Erbschaftsteuer. Daß wir evolutionär so geprägt sind, für unsere Nachkommen zu arbeiten, d.h. für unsere Gene, und daß mit solchen Maßnahmen entsprechend der „psychologische“ Grundantrieb aller ökonomischen Aktivität zerstört wird… Zu diesem biologischen Erbe gehört auch, daß man sich mit seinem Boß identifiziert und mit ihm in Wettstreit tritt. (Ich verweise auf die soziopolitische Charakterologie und den dort beschriebenen grundlegenden „psychologischen“ Unterschied zwischen dem Konservativen, Identifikation und Wettstreit mit dem Vater, und dem Linken, subversive Rebellion gegen den Vater.)
Reichs hochnotpeinlicher Aufsatz ist nur von geschichtlichem Interesse, aber nun wirklich nichts für eine Zeitschrift, die der Verbreitung der Orgonomie dient. Läge der Fokus primär auf der Wissenschaft, würden die Aufsätze parallel im deutschen Original veröffentlicht werden und nicht ausgerechnet auf spanisch! Ich verweise auf Paul Mathews Ausführungen zu den SEX-POL-Essays: Reichs frühe Schriften werden gegen ihn selbst in Stellung gebracht. Die Emotionelle Pest in Aktion: Reich wird benutzt, um die Orgonomie zu zerstören.
Buchbesprechung: SEX-POL-Essays, 1929-1934 (Teil 1)*
30. Juni 2019Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 19
7. Juni 2019KISS und die Orgonomie (Teil 2)
2. Juni 2019Aus dem Nichts kommend hat sich Gene Simmons, Bassist von KISS, im letzten halben Jahrhundert ein Privatvermögen von 300 000 000 Dollar erarbeitet. Wie er das gemacht hat, zeigt, warum ausgerechnet die Orgonomie, Produkt des „Marxisten“ Wilhelm Reich ein Todfeind des Sozialismus sein muß.
Gene Simmons‘ 10 Gebote für den Erfolg im Kapitalismus. Das kapitalistische Evangelium:
1. Sei nie zufrieden mit dem, was du erreicht hast, sondern werde immer besser. Es gibt kein Ende der Geschichte, kein Ende der Mühsal, kein Paradies auf Erden. An dem Tag, an dem du fertig bist, „bist du fertig“. Es ist wie mit dem Hausbau: an dem Tag, an dem es fertig ist, fängt es an zu zerfallen, d.h. es ist nie fertig. Der Sozialismus ist aber genau von dieser Mentalität geprägt: daß ein seliges Ende erreicht wird, wo dir die Tauben gebraten in den Mund fliegen. Entsprechend abbruchreif sah am Ende die „DDR“ aus!
2. Sei du selbst, sei einzigartig und unverwechselbar, sei unersetzbar. Der Sozialismus hingegen will, daß du ein austauschbares Rädchen im Getriebe bist, nicht hervorstichst und du nicht Kern einer „Fraktionsbildung“ sein kannst.
3. Tu dich mit Leuten zusammen, die besser sind als du, und lerne von ihnen, umgekehrt können sie von dir lernen: 1 + 1 = 3. Das nennt sich Arbeitsdemokratie, die vollkommene Freiheit und Individualität voraussetzt.
4. Glaube daran, daß deine Träume sich erfüllen können. Es geht hier um individuelle, „egoistische“ Träume – um SUBVERSION in den Augen des Sozialisten.
5. Höre auf die potentiellen Kunden und produziere, was sie wollen. Höre hin! DER KUNDE IST KÖNIG. Er ist der Auftraggeber und du arbeitest für ihn. Arbeitsdemokratie. Im Sozialismus ist es immer ein „Friß oder stirb!“
6. Sei neugierig, arbeite dich in immer neue Gebiete ein und springe ins kalte Wasser. Du wirst niemals 100%ig vorbereitet sein! Antriebskraft des Kapitalismus ist das Aufsprengen festgefahrener Strukturen. Leute mit neuen Geschäftsideen oder Leute, die frischen Wind in alte Bereiche tragen, sind fast immer „Laien“ und „Amateure“. Sie stemmen sich buchstäblich gegen die „Panzerung“. (Auf diese Weise hat der biologische und physikalische Laie Reich die Orgonenergie entdeckt!)
7. Nehme es immer wieder mit neuen Herausforderungen auf, um lebendig zu bleiben. Ansonsten kannst du dich nämlich als fettes ekliges Hausschwein gemütlich hinsetzen und auf den Tod warten!
8. Investiere in dich selbst. Wie Reich sagte: habe immer die beste Ausrüstung, die besten Instrumente, das beste Equipment. Für den Studenten der Orgonomie: du kannst mit deinem Geld nichts Besseres tun, als es einem Orgontherapeuten geben, der deine Charakterstruktur optimiert. DU solltest im Zentrum deiner Interessen stehen!
9. Du hast immer genug Zeit. Zeit ist im Übermaß vorhanden – wenn man im „Flow“ ist, d.h. wirklich lebt. Es ist die Panzerung, die den Raum zusammenschrumpfen läßt und die dich unter „Zeitdruck“ setzt, wie man so schön sagt. Sie bringt dich dazu, daß du sitzenbleibst und nichts tust. (Panzerung erzeugt Enge und „Knappheit“!)
10. Laß dich nicht durch die Umstände runterreißen, sondern schöpfe dein Potential aus. Die gesamte sozialistische Propaganda will dir jedoch weißmachen, daß du ein Opfer bist.
Orgonometrie (Teil 3): Kapitel 16
10. Mai 2019Das sozialistische Patientenkollektiv (Teil 3)
16. April 2019Man kann das, was in der Praxis der Orgontherapeuten geschieht auf die Gesellschaft übertragen. Zwar hat diese kein Über-Ich, kein Unbewußtes und keine „Komplexe“, doch jenseits von diesen psychologischen Vorstellungen: alle Systeme folgen den, wenn auch auf ihre jeweils spezifische Art und Weise, identischen energetischen Gesetzmäßigkeiten, etwa was die Abwehr („Reaktion“) von bioenergetischen bzw. „bio-sozialen“ Impulsen („Revolution“) betrifft. Aufkleber wie folgender sagen alles, doch nur die Orgonomie versteht wirklich, was sie eigentlich im Grunde aussagen:
Dem werden natürlich Aufkleber wie der folgende entgegengehalten:
Was soll man DAGEGEN einwenden können! Klingt gut, aber „Selbstorganisation statt Lohnarbeit“ kann nur jemand fordern, der wohlbehütet aufgewachsen, danach ohne jedwede Lebenserfahrung an die Uni gegangen ist und die Welt nur durch die rosarote Brille betrachtet. Jemand, der in der Jauchegrube dieser Gesellschaft aufgewachsen ist, die Unterschicht und ihre Kinder auf viszeraler Ebene kennt, weiß, daß ein Gutteil nicht arm ist, weil „der Kapitalismus“ so unerbittlich ist, sondern sie sind arm, weil sie schlichtweg einen „Dachschaden“ haben. Sie leben nicht in der Hölle, die Hölle ist vielmehr in ihnen. (Wann und wie in der Generationenfolge diese Hölle in sie gelangt ist, d.h. wie sich die äußere Hölle im Inneren verankert hat, ist eine ganz andere Frage!) „Befreit“ man sie von der Lohnarbeit, wie es „Hartz IV“ in gewisser Hinsicht getan hat, dann verlieren sie auch noch den letzten Halt. Der Zwang fünf Tage die Woche ganztägig zu malochen, ist ein absoluter Segen für sie – und nicht zuletzt für die Gesellschaft. Was passiert, wenn man diese Massen „befreit“, hat nicht zuletzt die Sowjetunion gezeigt. Schließlich mußten die Leiter der „volkseigenen Betriebe“ zu weitaus härteren Maßnahmen greifen, gar mit Konzentrationslagern und physischer Vernichtung drohen, um sinnlosen Vandalismus, ständige Arbeitsverweigerung und den „Diebstahl an Volkseigentum“ einzudämmen und die Gesellschaft in Gang zu halten. Wegen der gepanzerten Menschen muß jedweder Sozialismus, egal wie human sein Antlitz ist, letztendlich in der Hölle auf Erden münden.
Wenn man den sozialistischen und anarchistischen Wichsern sagt, daß der Kapitalismus mit seiner Mischung aus Zwang und Freiheit wahrscheinlich das ideale Gesellschaftssystem bzw. das Gesellschaftssystem ist, das einen Grad an Gesundheit verkörpert, den der gepanzerte Mensch gerade so noch eben ertragen kann, ticken sie auf die eine oder andere Weise aus. Sozialisten und Anarchisten sind schlichtweg Irre, die in die Psychiatrie gehören. Das sozialistische Patientenkollektiv:



















