Posts Tagged ‘Ethik’

Zur aktuellen Abtreibungsdebatte

1. Juli 2022

Zunächst einmal: Niemand steht über dem Gesetz? Unsinn! ICH stehe über dem Gesetz, denn ganz allein ICH lasse mich beherrschen – oder eben auch nicht. Und das sagt jemand, der noch nie mit Vorsatz irgendein Gesetz gebrochen hat und dem es nicht im Traum einfallen würde, irgendjemanden wissentlich zu schaden. Vor allem würde ich niemals so unmenschlich handeln wie die Christen und Linken es alltäglich tun mit ihrer gottverfluchten „Ethik“, an der sie das Lebendige kreuzigen! Auch verbreite ich keine zutiefst faschistischen Appelle zur Selbstaufopferung.

Aber zum Thema: Die restlos amerikanisierte Kulturmischpoke regt sich über das Supreme Court der USA auf, als wenn das uns Deutsche auch nur einen feuchten Dreck angeht!

Aber – ich setz mich mal zum übelriechenden Gesindel: Zunächst einmal hat der Oberste Gerichtshof nicht in die Rechte der Bundesstaaten eingegriffen. In nur fünf Staaten der Union gab es ein „absolutes“ Abtreibungsverbot (dem sich jetzt tatsächlich immer mehr Staaten anschließen), was ziemlich bedeutungslos ist, da im Rest der Union die Abtreibung, mit einer gewissen Abstufung von Staat zu Staat, frei ist und zwar in einem Maße, d.h. bis an die Grenze zur tatsächlichen Kindstötung, die wir uns hier gar nicht vorstellen können.

Zweitens geht es nicht um Freiheit (Sex) gegen Verantwortung (Moral), sondern um Freiheit (Sex, das Hier und Jetzt) und Verantwortung (Liebe, Bindung, Blick in die Zukunft), was bedeutet, daß in der heutigen Zeit Verhütungsmittel zuverlässig sind und leicht zu bekommen sind, so daß „unverantwortlicher Sex“ in den meisten Fällen durch Drogen- und/oder Alkoholkonsum ausgelöst wird, oder durch sozialen Druck, oder durch eine Art „Sport“, oder durch infantile Sehnsucht, umarmt und gestreichelt zu werden, d.h. es ist ein bloßer Ersatz und sexualökonomisch vollkommen wertlos.

Drittens beruhen unsere Gesetze auf christlicher Mystik. „Mord ist Mord“ – was natürlich nicht stimmt. Es gibt Abstufungen. Ich weiß, daß dies eine faschistische und kommunistische Idee ist, aber jeder Arzt weiß, daß das Leben des Individuums unter bestimmten Bedingungen einen unterschiedlichen Wert hat. Man wird das Gesundheitssystem für millionen Bürger nicht ruinieren, um das Leben für eine winzig kleine Minderheit um ein paar schmerzreiche Jahre zu verlängern. Man wird eine 88-jährige Frau nicht retten, wenn eine 18-jährige Frau sterben wird, weil man sich stattdessen auf die Behandlung dieser alten Frau konzentriert. Dasselbe gilt für Embryonen. In den ersten Tagen oder sogar Wochen ist eine Abtreibung bedeutungslos, aber eine Spätabtreibung ist jenseits jeder Verhältnismäßigkeit. Das ganze Thema ist so verwirrend wegen unseres christlichen Erbes, das uns in Absolutheit, Schwarz gegen Weiß, Moral und „humanitärer Korrektheit“ gefangenhält, was dann auch noch als „Demokratie“ verbrämt wird.

Was die Bedeutungslosigkeit einer frühen Abtreibung betrifft zitiere ich meinen Aufsatz über Biologie:

Ontogenetisch folgt auf die unstrukturierte vorphylogenetische (okular, oral und anal) und die strukturierte phylogenetische (phallisch) die nachphylogenetische Entwicklungsstufe. Diese genitale Entwicklungsstufe ist dadurch gekennzeichnet, daß es erst hier zur eigentlichen Spezialisierung kommt, d.h. während der vorangehenden phallischen „Embryonalperiode“ (4.-8. Woche) strukturiert sich aus dem allgemeinen Grundmuster „Wirbeltier“ langsam die menschliche Gestalt, d.h. „im Alter von vier Wochen ist ein menschlicher Embryo kaum von irgendeinem anderen Wirbeltierembryo – Vogel, Reptil oder Säugetier – zu unterscheiden, mit sechs Wochen hingegen ähnelt er noch den übrigen Säugetierembryonen, und mit sieben Wochen nur noch den Embryonen anderer Primaten“ (…). Mit acht Wochen ist die „Organogenie“ abgeschlossen. Das Embryo ist vollständig integriert und man bezeichnet es als „Fetus“: der Mensch „ist da“ und braucht jetzt nur noch zu wachsen. Das tut er in der anschließenden genitalen Fetalperiode, während der zunächst das Längenwachstum und ab der 20. Schwangerschaftswoche die Gewichtszunahme im Vordergrund stehen.

Aber man kann weder mit rechten „verchristlichten“ Menschen diskutiere, d.h. „menschliches Leben relativieren“ noch gar mit dem eingangs erwähnten linken Abschaum.

Die Linke hat sich immer auf die Seite der Schwachen, der Arbeiter, der indigenen Völker, der Verdammten dieser Erde gestellt. Warum sind sie jetzt derartig davon besessen, die Schwächsten, die Ungeborenen, zu töten? Die Rechte hat sich nie um das „irdische“ Glück jener gekümmert, die dem Profit im Wege standen, die Arbeiter, die Ureinwohner. Warum stehen sie jetzt auf der Seite derjenigen, der Ungeborenen, die dem Kapitalismus wirklich nur im Wege stehen? Die Linke will immer alles staatlich regeln, nur jetzt soll eine grundlegende Schutzvorschrift, die das Ungeborene schützt, fallen und anarchische Freiheit herrschen? Die Rechten plädieren ständig für mehr Freiheit und den Rückzug des Staates, nur jetzt soll er sich plötzlich in unsere intimsten Angelegenheiten einmischen?

Hier stimmt doch etwas nicht! Genau, bei kaum einem anderen Thema werden die charakterstrukturellen Unterschiede der beiden politischen Lager, die Reich, Baker, Mathews und Konia freigelegt haben, evidenter. Demgegenüber zerstäuben alle Marxistischen („materialistischen“) und „geisteswissenschaftlichen“ Erklärungsversuche zu nichts!

Letztendlich geht es darum, daß die Rechte Sex haßt, weil Sex die Menschen gleich macht, d.h. er hat die Tendenz, die Schranken zwischen Rassen und Klassen niederzureißen. (Im Süden der USA gab es zwei Jahrhunderte kaum ein anderes Thema!) Sex schafft die klassenlose Gesellschaft. Die Linke hingegen haßt Sex, weil er die Menschen ungleich macht, d.h., er ist der ultimative „kapitalistische“ gar „faschistische“ Marktplatz, auf dem Sexappeal die Währung ist. Sex schafft eine Klassengesellschaft. Deshalb die Geschlechtsgleichschaltung („gender mainstreaming“), die aus uns allen lauwarme Kastraten machen soll in einer klassenlosen Gesellschaft, in der selbst die biologischen Geschlechtsunterschiede und damit der ach so destruktive Sex verschwindet.

Ja, auch die Orgonomie war einst extrem links. Reichs Sexpol vertrat im Wesentlichen zwei Utopien: 1) die Trennung von Sexualität und Ökonomie (Ehe, Kinderbetreuung, soziale Sicherheit usw.) und 2) die Trennung von Sex und Fortpflanzung. Beide Ziele wurden in alten matristischen Gesellschaften wie etwa den Trobriandern weitgehend verwirklicht. Das Patriarchat und das Christentum zerstörten beides durch Ehegesetze und die Verfolgung von „Hexen“. Und die ganze Scheiße dreht sich weiter. Dieses Schmierentheater im Irrenhaus „Planet Erde“ nennt sich dann „Geschichte“. Und zu den Empfindlichkeiten und ach so kostbaren „Gefühlen“ BEIDER lebensfeindlicher Seiten habe ich persönlich nur einen Kommentar übrig:

DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: 1. Die Apokalypse / Die Synagoge Satans

18. März 2022

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DER VERDRÄNGTE CHRISTUS / Band 2: Das orgonomische Testament / 1. Die Apokalypse / Die Synagoge Satans

Kriminalität und Arbeitsdemokratie

3. Februar 2022

Kriminalität ist etwas von einem anderen zu nehmen, was dieser nie freiwillig gegeben hätte. Damit wird etwas aufgekündigt, was die Grundlage jedweden menschlichen Zusammenlebens ist, das Vertrauen. Keiner könnte irgendein Geschäft eröffnen, wenn er Angst haben müßte, daß niemand sich an die Regeln hält und alle sich nach Belieben bedienen, ohne zu bezahlen. Soviel Polizei und Überwachung kann es gar nicht geben! Damit entsteht jedoch für den Kriminellen, der sich diesem stillschweigenden Übereinkommen entzieht, ein großes Problem. Er kann beispielsweise ein Auto stehlen und fortan selbst fahren. Macht er daraus aber ein Geschäft und versucht ständig gestohlene Autos weiterzuverkaufen, steht er vor dem Dilemma, daß er von genau jenem „Gesellschaftsvertrag“ abhängig ist, den er selbst aufgekündigt hat. Er kann nie entspannt sein, sondern muß bei seinen „Geschäftskontakten“ sozusagen oder wortwörtlich eine entsicherte Pistole griffbereit haben!

Tatsächlich organisiert sich die Gesellschaft auf krimineller Ebene neu. Es gibt kaum eine Branche, in der genauer auf Ehrlichkeit und Vertragserfüllung geachtet wird – und wo es absolut selbstmörderisch und schlichtweg wahnsinnig ist, den Geschäftspartner zu betrügen. Hat man mit Kriminellen zu tun, sollte man penibel darauf achten, daß man nicht übervorteilt wird, aber noch penibler, daß man etwa die Geldscheine in dem Umschlag, den man übergibt, wirklich ganz genau abgezählt hat. Im ersteren Fall wird man nur mit Verachtung gestraft und wird nie wieder einen Fuß auf den Boden kriegen und im zweiten Fall – kann man sich gleich selbst eine Kugel durch den Kopf jagen. Das ganze ist eine gesteigerte Version der legalen Gesellschaft. In dieser kann man eine Fünf gerade seinlassen, während in der Illegalität alles bis auf das letzte Gramm und den letzten Cent stimmen muß. Entweder unbedingte Pünktlichkeit, Vertragstreue, Verläßlichkeit, Etikette oder maximale Sanktionen!

Unmoral muß zwangsläufig zu Hypermoral führen (und umgekehrt), da bei Zerstörung des natürlichen bioenergetischen (bzw. biosozialen) Lebens, dessen gepanzerte Karikatur an seine Stelle tritt. Wird die gesellschaftliche Sexualökonomie zerstört, tritt der Jesus- und Marienkult, die „Familienehre“, „Reinheit“ und ähnliches an ihre Stelle. Wird die Marktwirtschaft durch Kriminalität zerstört, organisiert sie sich auf primitiver und „brutalisierter“ primitiverer Ebene neu – als Karikatur ihrer selbst. (Gesundes Gewebe, das zerfällt, reorganisiert sich zu Krebsgewebe!)

Man wird kaum irgendwo mehr „Moral“ und „Ehre“ finden als unter Ganoven. Das zeigt einerseits, daß die Arbeitsdemokratie absolut unzerstörbar ist, und andererseits, daß immer dann, wenn „Ethik“ in den Mittelpunkt gerückt wird, statt selbstverständlich zu sein wie Atmen und Essen, man es in Wirklichkeit mit Zerfall und potentiellem Verbrechen zu tun hat. Man sollte die „gute Gesellschaft“ und deren ach so hohe Moral nicht allzu ernstnehmen und umgekehrt nicht allzusehr auf die „schlechte Gesellschaft“ und deren angebliche Unmoral hinabblicken!

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 34)

16. März 2021

2019 haben sich bei einer Untersuchung von 60 Kulturen aus der ganzen Welt sieben universelle moralische Regeln herauskristallisiert. Den Anthropologen der Universität Oxford zufolge lautet dieser menschheitsübergreifende Moralkodex: hilf deiner Familie, hilf deiner Gruppe, erwidere Gefälligkeiten (Empfinden von Schuldgefühlen und Dankbarkeit, Leisten von Wiedergutmachung und Verzeihen), sei mutig, respektiere die, die über dir stehen, teile die Ressourcen mit anderen auf eine gerechte Weise und respektiere das Eigentum der anderen. Es gab nie eine Gesellschaft, in der eines dieser Verhaltensweisen als moralisch verwerflich angesehen wurde.

Die Arbeitsdemokratie und ihr diametrales Gegenteil, die Emotionelle Pest, kann man mit Hilfe dieser sieben Maximen beschreiben, auf die sich alle natürlich gewachsenen Gesellschaften vollkommen unabhängig voneinander geeinigt haben, die also unserer „menschlichen Natur“ entsprechen. Die „natürliche Arbeitsdemokratie“, von der Reich sprach, steht dabei in einem diametralen Gegensatz zur widernatürlichen und lebensfeindlichen Ideologie der Linken:

  1. Familienwerte (von den Linken heute mehr angegriffen denn je)
  2. Gruppentreue („Nationalismus“, „Patriotismus“, von den Linken abgrundtief verabscheut)
  3. Gegenseitigkeit (Linksliberalismus/Sozialismus basiert auf Ressentiment und „sozialer Gerechtigkeit“, d.h. Affirmative Action und sozialem Parasitentum)
  4. Tapferkeit („toxische Maskulinität“)
  5. Respekt (widerspricht der Grundlage des liberalen Charakters, d.h. Rebellion gegen den Vater)
  6. Fairness (historisch gesehen war dies das erste, was Lenin, Trotzki, Stalin, Mao, Pol Pot etc. als „bürgerlich“ brandmarkten und den Roten Garden auszutreiben trachteten)
  7. Eigentumsrechte (was das mit der linken Pest zu tun hat, ist offensichtich)

nachrichtenbrief188

17. Januar 2021

Die ungepanzerte Welt fängt vor deiner Haustür an:

Arbeitsdemokratie, Emotionelle Pest und Sozialismus (Teil 18)

13. Januar 2021

Der Faschismus der Massen zeigt sich beispielhaft bei den gläubigen Juden, die bezeichnenderweise selbst die größten Opfer von Verschwörungstheorien sind.

Der Geist der Rabbinen und damit der Massen, die ihnen folgen, werden von zwei grotesken Vorstellungen vernebelt: Hitler und die Nationalsozialisten waren sozusagen die Racheengel Gottes an den Juden, die im Zuge der Emanzipation die Thora verraten hatten und zu einem Gutteil für die Greuel der Russischen Revolution verantwortlich gewesen wären. Hitler habe gar nichts gegen die „wahren Juden“ gehabt, sondern wäre nur antijüdisch geworden, weil er sie mit den Bolschewisten und den anderen verrückten modernen Ideen in Zusammenhang brachte. Das fände sich so in Mein Kampf.

Andere Rabbinen haben in Hitlers Buch so ziemlich das Gegenteil hineingelesen: er hätte die Juden gehaßt, weil sie die Beschneidung und die Ethik in die Welt getragen hätten. (Also genau das, was übrigens auch Reich kompromißlos bekämpft hat, der als „Jude“ nichts, aber auch rein gar nichts mit dem Judentum zu schaffen haben wollte!) Kabbalistisch betrachtet seien die Deutschen, in geringerem Umfang auch die anderen Europäer Wiedergänger des Volkes Amalek und in der Bibel stünde, Gott habe von den Juden verlangt Amalek und seine Nachfahren mit Mann und Maus, Frauen, Kinder erbarmungslos auszurotten.

Man fragt sich, welche dieser beiden Theorien widerlicher und niederträchtiger ist… Das macht religiöser Wahnsinn aus Menschen! Oder wie Reich nahelegte: Mystizismus und Faschismus sind Siamesische Zwillinge! Verschwörungstheorien, von welcher Seite sie auch immer kommen mögen, sind Emotionelle Pest und nichts außerdem!

Himmlers SS und die heutigen Gutmenschen

27. Juli 2020

Wir haben es hier mit exakt der gleichen Bevölkerungsgruppe zu tun: aufstrebende Intellektuelle und Leute, die gegen das bürgerliche Leben rebellieren. Man denke nur an den alten SS-Mann Martin Schleyer, der seine Baader-Meinhof-Bewacher in ärgste Bedrängnis brachte, als er ihnen auseinandersetzte, daß er in seiner Jugend genauso gewesen sei wie sie und daß sie doch ähnliche Ideale hätten. Da ist erst mal das Opfer des eigenen Selbst für die vermeintlich „höhere Sache“, das Absehen vom eigenen Überlebenswillen (symbolisiert durch den Totenkopf im SS-Emblem) und dann natürlich das Denken in vermeintlich „höheren Zusammenhängen“ (beim bekennenden Buddhisten Himmler war es der selbstlose Kampf für den Erhalt der „höheren“ „Rasse“ und damit die Erhaltung „wahren Menschentums“).

Und es ist kein Zufall, daß ihre ach so neue Ethik von den Gutmenschen anhand des „Ganzbrandopfers“, dem Holocaust erarbeitet wurde. Dieses ist Ausgangspunkt einer neuen Religion ähnlich dem Christentum. Das sieht man insbesondere daran, daß die einzige naheliegende Folgerung dieses Menschheitsverbrechens, nämlich der Schutz des lächerlich kleinen Israels (so groß wie Hessen oder Schleswig-Holstein und zu einem Gutteil aus der Negev-Wüste bestehend!), vom typischen Gutmenschen nicht nur weit von der Hand gewiesen wird, sondern durch einen kaum verhohlenen Antisemitismus („Israel-Kritik“) ersetzt wird.

Wenn ich schreibe, daß sich die Parallelen vervollständigen, wenn die Schutzstaffel der Gutmenschen der „schwarze Block“ ist, dann ist das mehr als ein Bonmot. Man muß die Herrenmenschenattitüde unserer akademischen Jugend selbst erlebt haben! Wenn sie krakeelen „Nie wieder Deutschland!“ und sich an der Vorstellung des „Volkstods“ berauschen, spricht aus ihnen die Totenkopf-Moral!

Es ging und geht stets um die Unterdrückung des „egoistischen [„jüdischen“] Egos“ und die Überwindung des „nackten, nüchternen Überlebenswillens“. Nur kein (sexuelles) Tier sein! Für eine „höhere (asexuelle) Moral“ stehen!

Man lese bitte Reichs Die Massenpsychologie des Faschismus, der sich an das Ende der 1920er Jahre erinnert: „Freud verstand den Glücksverzicht der Menschenmassen (…) großartig zu rechtfertigen (…). Einige Jahre später brachte ein pathologisches Genie (Hitler) in der Ausnutzung der menschlichen Unwissenheit und Glücksangst Europa in den Abgrund – mit der Parole des ‚heroischen Glücksverzichts‘“ (Die Funktion des Orgasmus, Fischer TB, S. 159).

Damals schrieb Freud sein Unbehagen in der Kultur als Antwort auf Reich. Reich kommentiert dazu: „Zwar wäre [so Freud] das Luststreben unausrottbar, doch beeinflußt sollte nicht die [gesellschaftliche] Unordnung, sondern der Trieb nach dem Glück werden.“ Also genau das Programm, das Himmler und andere Buddhisten verfolgen, etwa unsere heutigen erzreaktionären „Reichianer“. Reich weiter: „Man könne also hoffen [so Freud], durch Einwirkung auf die Triebregungen (nicht also auf die Welt, die darben läßt!) von einem Teil des Leidens frei zu werden. In extremer Weise geschähe dies, indem man den Trieb ertötet, wie die orientalische Lebensweisheit lehrt und die Yogapraxis ausführt“ (ebd., S. 166). Man denke nur an die heutigen dünnlippigen Veganer!

Paul Mathews: Ideologie und das Nichtglaubenwollen

3. Juli 2020

 

Paul Mathews:
Ideologie und das Nichtglaubenwollen

 

Ideologie und das Nichtglaubenwollen (Teil 8)

12. Mai 2020

 

Paul Mathews:
Ideologie und das Nichtglaubenwollen

 

Marx’ ursprüngliche Botschaft (Teil 2)

12. März 2020

Im Zentrum von Hegels Philosophie steht die Frage, wie Bewegung überhaupt möglich ist. Man kennt das Paradoxon von Zenon: Ein Pfeil kann sich vom „philosophischen“ Standpunkt aus nicht bewegen, weil der Pfeil in jedem Moment, in dem wir den Pfeil mit unserem „philosophischen Auge“ betrachten, stillsteht. Wie die Bilder eines Filmes. Nach Hegel ist die Bewegung nur möglich, weil zwei sich gegenseitig ausschließende Tatsachen (der Pfeil ist entweder hier oder er ist dort) koexistieren können (Bewegung des Pfeils). Diese Einheit von „hier“ und „da“ ist die synthetische Funktion des Geistes, und somit ist alles um uns herum eigentlich nichts als Geist oder vielmehr die Entfremdung des „reinen Geistes“ der Logik und seiner Bewegungsgesetze in Zeit und Raum hinein: These, Antithese, Synthese. Dieser „Geist“ ist autonom, d.h. weder mein Geist („hier“) noch dein Geist („dort“), sondern der universelle Geist.

Der zunächst reine und dann entfremdete Geist wird zum „absoluten Geist“, wenn er sich in Kunst und Musik, Religion und Philosophie manifestiert, wo er sich schließlich seiner selbst bewußt wird. Dieser „absolute Geist“ ist die höhere Synthese des „subjektiven Geistes“ des Individuums und des „objektiven Geistes“ der Ethik: Familie, Gesellschaft, Staat. Der „objektive Geist“ manifestiert sich in der Geschichte der Welt, und die Geschichte der Welt ist nichts anderes als die Geschichte von Staaten, Reichen und Dynastien. Das Endziel dieser Entwicklung ist eben der „absolute Geist“. Daher muß das egoistische Individuum, das die Entwicklung des „objektiven Geistes“ behindert, um jeden Preis unterworfen werden, d.h. muß vollständig der Ethik unterworfen werden. Der Staat ist alles, denn der Staat ist die Manifestation Gottes, oder vielmehr der Staat führt zur endgültigen Manifestation Gottes als „absoluter Geist“.

So waren „Staaten mit philosophischem Ziel“ wie Nazideutschland und die (durch und durch „deutsche“) Sowjetunion die höchsten Manifestationen des Hegelschen Denkens. Das ist keine „Verschwörungstheorie“, sondern das Fortwirken einer besonderen Weltanschauung, die ansteckend ist. Man kann sie auf Hegel zurückführen, auf Martin Luther, auf die Gründer der römischen Kirche, auf Platon und weiter zurück auf die alten saharasischen Götterreiche, die James DeMeo beschrieben hat.

Marx war die Fortsetzung von Hegel: die völlige Unterwerfung des egoistischen Individuums unter die Idee der Menschheit, d.h. der preußischen Schule. Max Stirner war das Gegenteil von Hegel: „egoistische“ Selbstregulierung, d.h. Neills Summerhill. Stirner war ein Todfeind der Ethik an sich. Er war gegen das „Über-Ich“ und für „die Kinder der Zukunft“.

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